Abschottung, Tag 64

Abschottung, Tag 64

Ich bin empfindlich und dünnhäutig. Viele in meinem Umfeld sind empfindlich und dünnhäutig. Die Pandemie macht viel mit uns allen. Und ich bin schon froh, dass in meinem unmittelbaren Umfeld keine Aluhutträgerinnen und Verschwörungstheoretikerinnen sind (vom Kv mal abgesehen).

Ich bin so genervt von der Situation hier in Deutschland. Trotz okayer Zahlen läuft hier einfach viel zu viel falsch. Im Umgang mit der Pandemie und darüber hinaus auch generell. Mich kotzt hier vieles an. Aber ich lebe hier. Ich will nicht sagen, dass ich keine andere Wahl hätte, aber so auf den ersten, zweiten und dritten Blick wüsste ich erstmal nicht, wo ich leben und arbeiten könnte. Tja, also muss ich mit der Scheiße hier leben. Und verbunden mit meiner Dünnhäutigkeit reagiere ich gerade sehr empfindlich, wenn immer wieder von außen gesagt wird, was in D alles falsch läuft und in allen anderen Ländern so viel besser. Ja, toll, super. Das nützt uns hier halt nichts, weil die, die Entscheidungen aka Politik machen, nicht unbedingt Twitter lesen und auch nicht wirklich die gesamte Gesellschaft im Blick hat. Und ich möchte darüber nicht mit Menschen aneinander geraten, die ich mag.

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Ausschlafen konnte ich nicht wirklich, denn ich hatte die Waschmaschine programmiert und gegen 9h00 schleuderte die. Das Kind kam um – haha – den Dreh zu mir. Er kuschelte. Naja, was er so kuscheln nennt (da kommt er wohl doch etwas nach mir). Lang hielt es nicht, dann ging er und machte mir Tee. Ich durfte Tee trinken und ihm dabei Känguruchroniken vorzulesen. Als der RB wach wurde und dazu kam, machte das Kind Kaffee für ihn. Wir machten die Einkaufsliste. Dann schickte ich das Kind los, um die bestellten Avatar-Comics beim Dorfbuchladen abzuholen. 30 Minuten ohne Kind. Kennen wir ja gar nicht mehr.

Als das Kind wieder da war, gingen der RB und ich einkaufen. Zunächst auf dem Markt. Als der RB Kaffee kaufte, war ich kurz versucht, die neue Freiheit zu testen: Uns beim Café draußen hinzusetzen und einen Kaffee zu trinken. Aber puh, das Prozedere war es mir nicht wert. Nach einem kurzen Abstecher nach Hause gingen wir noch zum Supermarkt und dann war es auch endlich Zeit für Kaffee und Kuchen.

… und Obst.

Gestärkt setzte ich Bunteig an, kümmerte mich um e-Mails, ärgerte mich, machte Coleslaw, versorgte den Bunteig, recherchierte ein Eierlikörkuchenrezept (nein, ein Kuchen ohne Eierlikör drin, wird nicht zum Eierlikörkuchen, wenn ich Eierlikör drüber kippe), formte Buns, ließ den Kuchenteig rühren und schnitt Rhabarber.

Der RB kümmerte sich um die Patties und Herrn Weber…

Als Nachtisch spielten wir zu dritt. Zum Insbettbringen las ich noch vor. Der RB und ich versuchten, uns danach auf einen Film zu einigen.

2 Gedanken zu „Abschottung, Tag 64

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