K.O.

K.O.

Zweite Welle: Tag 63

Ich wachte trotz wenig Schlaf ohne Wecker so auf, dass ich mit dem Kind. noch diskutieren konnte, ob er heute zur FridaysForFuture-Demo darf oder nicht. Ja, er darf. Ich schreibe einen Zettel, dass ich weiß, dass er nach der 4. Stunde die Schule verlassen wird.

Ich wecke den RB und will mich eigentlich wieder hinlegen. Als ich tat das auch, aber es passierte nix. Gar nix. Gut, dann bin ich halt erstmal wach. Passt ja auch gut, ich wollte ja zur Grippimpfung.

Nicht so gut ist der dröhnige Kopf. Naja, vielleicht kann ich mich nach dem Impfung hinlegen.

Als ich wieder zu Hause bin, ist der Kopf schlimmer. Schlafen kann ich aber immer noch nicht. Arbeiten auch nicht. Ich stricke und gucke einen Film. Mir wird nicht besser.

Dann lege ich mich nochmal hin und schlafe endlich ein. Komatös.

Das war dann wohl mal wieder eine Migräne. Und erklärt auch warum ich die ganze Woche über so durch den Wind war. Prodromi-Phase my Ass.

Donnerschdag

Donnerschdag

Zweite Welle: Tag 62

Das Kind bekam heute ein Kompliment. Und ich damit auch. Oder bekam ich das Kompliment und dadurch das Kind? Zumindest begegnete ich heute einer Nachbarin: „Ich muss Dir mal ein Kompliment machen“, leitete sie ein. Ich war irritiert. „Ich finde, dass Du das mit der Erziehung von Deinem Sohn prima machst.“ Ui, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. „Der ist immer so freundlich und höflich. Er grüßt immer, wenn er uns sieht. Hält die Tür auf.“ „Oh, danke“, stammele ich. „Ich habe mit so vielen Kindern zu tun. Da bin ich schon froh, wenn die mir nicht die Tür vor der Nase zuschlagen. Aber so wie er, das machen die wenigsten“, setzt sie nach und verschwindet die Treppe rauf. Ich bleibe perplex stehen. Und natürlich erfreut. Und ein bisschen stolz.

Anderes Thema:


Wenn eine um 7h30 anfängt zu arbeiten, obwohl die Kernarbeitszeiten zwischen 9h00 und 18h00 liegen, zudem klar kommuniziert ist, dass ich erst ab zwischen 9h30 und 10h00 erreichbar bin, dann kann sich niemand darüber beschweren, dass ich „so schwer erreichbar bin“. Ich beschwere mich ja auch nicht darüber, dass ich nach 18h00 keine mehr erreiche, obwohl ich da oft noch arbeite. Dazu kommt, dass ich als Schreiberling auch immer mal wieder längere Konzentrationsphasen ohne Unterbrechung brauche, damit ich in den Flow komme, und so auch über Tag nicht ständig sofort zur Verfügung stehe. Nöckelig werde ich allerdings, wenn diese Personen – arbeitszeittechnisch zurecht – um 16h30 Feierabend machen, ohne das zu kommunizieren.

Rumdoktern

Rumdoktern

Zweite Welle: Tag 61

Ich muss unbedingt

  • einen Termin beim HNO machen,
  • mich gegen Grippe impfen lassen,
  • zum Zahnarzt*.

Und natürlich fällt mir sowas immer mittwochs ein, wenn Ärztinnen ihren freien Nachmittag haben.

Genug zu tun

Genug zu tun

Zweite Welle: Tag 60

Da es für meine Überstunden eine Regelung gibt, mit der ich sie indirekt abfeiere, brauche ich nicht gucken, wie ich sie sonst abbaue. Natürlich hätte ich in den vergangenen Tagen etwas Luft dafür gehabt, aber ich arbeite einfach zu gerne. Überstundenabbau bringt mir letztlich nur was, wenn ich ausschlafen kann. Da ich das aber zur Zeit nicht kann, weil das Kind ja Schule hat und zwischen 7h15 und 8h00 die Peitsche spüren muss sanft hinaus begleitet werden will, kann ich auch arbeiten – zumindest, wenn ich mich nochmal kurz hingelegt habe, sobald das Kind aus dem Haus ist.

Außerdem ist es ja nicht so, als gebe es nichts zu tun.

Und eine kurze To-Do-Liste macht mich tatsächlich nervös und lässt mich prokrastinieren*. Also habe ich „hier“ gerufen und nun den Schreibtisch wieder pickepacke voll. So kann ich am besten arbeiten.

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* Und zwar so und produktiv, dass ich hinterher echt schlechte Laune habe. Zum Aufräumen oder Putzen kann ich mich nämlich dann auch nicht aufraffen.

Aufschieberitis

Aufschieberitis

Zweite Welle: Tag 59

Eigentlich mache ich ja Steuererklärungen ganz gerne. Zumindest habe ich sie 15 Jahre lang sehr gerne gemacht. Es fing damit an, dass es meinem Vater sehr wichtig war, dass ich weiß, wie eine Steuererklärung gemacht wird. Und nicht nur dass ich das grundlegende Prozedere kennen sollte, sondern auch noch diverse Tricks und Kniffe.*

Als ich mit der Selbstständigkeit anfing war ich einmal beim Steuerberater. Und später noch einmal.** Ansonsten habe ich mich komplett alleine um meine Steuer gekümmert. Als Freiberuflerin ist es auch nicht so schwierig. Umsatzsteuer-Voranmeldung ist kein Hexenwerk, wenn eine keine Gewerbekacke am Hacken hat. Gut, die Sache mit der Lohnsteuervorauszahlung hätte mich fast die Existenz gekostet, aber auch das ließ sich regeln. Die Steuererklärungen gingen aber recht problemlos von der Hand. Wenn ich mich denn endlich mal dran gesetzt hatte.*** In jedem Jahr allerdings immer erst, wenn das Finanzamt mich schon liebevoll erinnert hatte. So auch in diesem Jahr. Und ich weiß auch schon warum… dieses Jahr – alsp für 2019 – muss ich erstmals nachzahlen. Das war leider zu erwarten, weil ich am Ende des Jahres nochmal einen Batze extra verdient hatte. Tjanun, wenn eine nicht genug Ausgaben hat und zudem aus Steuerklasse 2 rausrutscht. Naja, jetzt ist es gemacht.

Gemacht hat auch das Kind heute was, was er vor sich hergeschoben hat ihm schwer auf der Seele lag. Seit Tagen (oder Wochen?) geht er nicht ans Telefon, wenn eine französische Vorwahl zu sehen ist. Egal, ob es der Kv oder die Großeltern sind, er möchte nicht mit ihnen sprechen. Also mit den Großeltern will er schon telefonieren, aber er hat Angst davor und keine Lust, dass sie ihn bedrängen, ob bzw. wann er das nächste Mal nach Frankreich kommt. Denn er will nicht nach Frankreich. Er will vor allen Dingen nicht zum Kv. Zumindest hat er sich heute ein Herz gefasst und wollte anrufen. Als es allerdings zeitlich passte, sagte er beim Blick auf die Uhr: „Jetzt guckt Papy immer seine Sendung****.“ Ja und?! „Dabei will er nicht gestört werden.“ Bitte? „Er hat gesagt, wenn er dabei gestört wird, wird er sehr böse.“ „Mein lieber Sohn, wenn Du Deine Großeltern anrufen willst, dann ruf sie an. Wenn sie nicht drangehen, weil ihnen der Fernseher wichtig ist, ist das ihr Problem. Aber die rufen ja auch an, wann es ihnen gerade passt und überlegen nicht, ob Du gerade in der Schule bist oder bei Rugbytraining.“ Ich glaube echt, es hackt. Ich bekomme echt die Motten, dass jenseits des Rheins regelmäßig erwartet wird, dass das Kind auf irgendwelche albernen Befindlichkeiten Rücksicht nehmen muss. Dass das Kind schon so „gedrillt“ ist, dass es immer die französischen Befindlichkeiten mitdenkt. Noch ein Grund mehr, warum es gut ist, dass er vorerst nicht hinfährt.*****

Zumindest war das Kind nach dem Telefonat ähnlich erleichtert wie ich nachdem ich auf „Steuererklärung versenden“ gedrückt hatte. Aufschieberitis sucks.

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* Mein älterer Bruder hat das aus irgendwelchen Gründen nicht gelernt oder lernen wollen. Er hatte früh eine Steuerberaterin und regelmäßig Nachzahlungen.

** Also in 4,5 Jahren Freiberuflichkeit nur zwei Termine beim Steuerberater

*** Aber das ganze Eingetöckel von Fahrten, gezahlter USt, geleistete Krankenversicherungsbeiträge etc…

**** irgendeine banale Serie

***** Ganz zynisch könnte ich nun den Französinnen für ihren unachtsamen Umgang mit der Pandemie danken.

Lieber Rad

Lieber Rad

Zweite Welle: Tag 58

Seit dem 1. Mai machen wir tatsächlich jedes Wochenende einen Ausflug (davor war ich zwei Mal alleine und einmal mit dem RB und dem Kind unterwegs). Insgsamt haben wir*

  • 191 Kilometer zu Fuß und
  • 93,5 Kilometer mit dem Fahrrad

zurückgelegt. Dazu kommen noch 23,4 Fahrradkilometer und 57 Wanderkilometer im Urlaub.

Den heutigen Ausflug hatte ich ursprünglich als Wanderung geplant. Dann war aber klar, dass das Kind mitkommt und so disponierte ich um und aus 15 Kilometern zu Fuß wurden 30 Kilometer Radtour.

Kurz dachte ich, dass Else uns im Stich gelassen hätte und uns überfüllte Wege rausgesucht hätte. Aber nach dem Abenteuerspielplatz wurde es doch recht leer. Und ich war ob der Strecke auch sehr froh, dass wir mit dem Rad gefahren sind. Zu Fuß wäre die Strecke womöglich etwas langweilig gewesen.

Auf den letzten Kilometer waren beim Kind die Körner schon sehr verbraucht. Da darf er schon meckern, wenn die nicht vorausschauende Mutter vor den letzten zwei Anstiegen nicht dran denkt, das Kind zu einer Banane zu nötigen. Immerhin hatte die Mutter bei Kilometer 5,5 darauf bestanden, den Sattel an des Kindes Rad höher zu stellen. Sehr weise.

Gut war auch, dass wir auf dem Rückweg in der Bahn entschieden hatten, direkt zum gewünschten Restaurant zu fahren. Wir hatten Durst** und wirklich Hunger.

Wie immer lecker im Weida. Gut, dass wir noch draußen sitzen konnten. Bald ist das vorbei.

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* Also ich bin alles davon gelaufen. Der RB hat einmal ausgesetzt, das Kind bislang vier Mal.

** 1,5 Liter Apfelschorle, 2 4er-Bembel und 1,5 Liter Wasser haben wir weggetrunken

Nighter am Nachmittag

Nighter am Nachmittag

Zweite Welle: Tag 57

Ich habe nicht bis in die Puppen ausgeschlafen (trotz langer Kneipe).

Beim Aufwachen war ich aber ausreichend verwirrt und der festen Überzeugung, dass Sonntag sei.

Wir haben keinen Essensplan gemacht und waren auch nicht einkaufen. Verwirrend.

Am Nachmittag machten wir uns schick, denn wir waren zum Grillen bei den Skinheads eingeladen. Und wie so viele Subkulturen gibt es ja auch bei den Skinheads einen Dresscode. Aber während der RB das sehr gerne trägt und sich damit identifiziert, würde ich mich nicht als Renee*/Skingirl bezeichnen. Und das Kind ist ja eh gerade in der Findungsphase. Er mag die Skinheads, weil sie ihn so nehmen, wie er ist. Auch mit Iro, der extra gestylt werden sollte

Ihm tut es so gut, er sein zu dürfen. Keine redet über seine Frisur und wenn dann nur anerkennend und positiv.

Dafür fing ich mir zwei neckende Sprüche, weil ich mein Strickzeug auspackte. Aber was eine denn machen, wenn sie nicht tanzen darf?!

Den Freund, den wir mitgenommen hatten**, umarmte ich zum Abschied. Der zweite Mensch, jenseits vom Kind und dem RB, den ich seit März umarmt habe.***

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* sprich Rinie

** selbstverständlich mit MNS im Auto

*** Ich bin beim Umarmen etwas ambivalent. Wenn beide MNS tragen, weiß ich nicht, wie da was übertragen werden könnte.

Zahlen

Zahlen

Zweite Welle: Tag 56

In Anbetracht einiger Projekte, dachte ich, dass ich heute trotz FREItag an den Arbeitsrechner gehen würde.

Aber dann schlief ich erstmal, nachdem das Kind zur Schule aufgebrochen war, aus. Mit Tee im Bett wurde ich wach. Ich war kurz versucht, mich in ein Kanninchenloch zu stürzen im Internet zu verlieren. Dann fand ich das aber nicht so produktiv und zu gerne wäre ich in mein Strick-Kanninchenloch geschlüpft, aber dann besann ich mich: Meine Steuererklärung muss gemacht werden. Und schwubbs, war ich in diesem nicht allzu schönen* Kanninchenloch verschwunden.

Bewaffnet mit Ordnern, Ausdrucken und Kalendern machte ich mich an die Arbeit. Vor lauter Zahlensuchen und -zuordnen vergaß ich zu essen und zu trinken. Nach knapp fünf Stunden war ich ziemlich fertig – mit der Steuererklärung, aber auch so. Mir brummte der Kopf vor Zahlen und der Feststellung, dass ich 2019 zu viel verdient hatte, und natürlich auch, weil ich unterzuckert und segr durstig war.

Am Wochenende muss ich nur noch ein paar Zahlen ergänzen und dann kann muss ich die Erklärung einreichen.

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* Ich finde Steuererklärungen ja eigentlich nicht so schlimm. Aber ich bin sehr froh, dass ich im nächsten Jahr wieder als hauptsächlich Angestellte meine Steuer erklären muss.

Bedingen

Bedingen

Zweite Welle: Tag 55

Die Koinzidenz ist durchaus interessant. Ob es nur eine temporäre oder auch eine kausale ist, muss noch beobachtet werden:

Das Kind ist derzeit erstaunlich entspannt. So hier im Alltag. Selbst die Schule wird gerade nicht gehasst. Im Gegenteil so langsam weichen sich die Cliquen auf und er wird von den anderen angenommen – in seiner ganzen Andersartigkeit. Er ist selbstständig, zuverlässig und für sein Alter gut organisiert. Hier zu Hause ist er – wie es sich gehört – präpubertär aufmüpfig, aber noch erträglich. Und ich bin mir sicher, dass es Jammern auf sehr hohem Niveau ist, weil eben „selbstständig, zuverlässig und für sein Alter gut organisiert“. Das Rugby-Training macht ihm wieder großen Spaß und ich freue mich, dass er das Bouldern für sich entdeckt hat.

Zeitgleich geht der Kontakt zum Kv immer weiter zurück. Seit Wochen lehnt das Kind jede Kontaktaufnahme ab. Er sagt, er fühle sich nicht bereit und er habe keine Lust, belatschert zu werden. Er möchte ernst genommen werden. Und nein, das passiert beim Kv nicht. Der Kv sieht vorrangig sich selbst und seine Bedürfnisse. Er redet von seinen Rechten, aber was das Kind will, ist egal zweitrangig. Wenn der Kv sich meldet, dann ist immer ein Unterton dabei. Neutrale, interessierte Kommunikation ist von Seiten des Kv nicht möglich. Und das will das Kind – zurecht – nicht mehr ertragen.

Haben also der Nicht-Kontakt und der entspanntere Alltag miteinander zu tun? Bedingt das eine das andere? Möglich ist das. Vielleicht ist es aber eh ein Prozess, den das Kind gerade durchmachen würde. Was ich auf jeden Fall beobachte: Das Kind reflektiert sich sehr stark und benennt eindeutig, welche Verhaltensweisen vom Kv kommen. Warum er manchmal handelt, wie er handelt. Er erkennt dabei auch, dass diese Verhaltensweisen nicht immer gut ankommen (können) bei Unbekannten. (Wenn er wen länger kennt und Vertrauen hat, kommen die nicht so zu tragen.) Und durch den Nicht-Kontakt und insbesondere dadurch, dass er nun über acht Monate nicht in Frankreich war, bekommt er diese Verhaltensweisen auch nicht mehr „regelmäßig“ vorgelebt. Denn hier finden die unter Garantie nicht statt – eher im Gegenteil.

Und ich sitze hier und staune über mein Kind. Ich sehe, wie er sich wiederfindet, weil er nicht mehr zerrissen* ist. Weil der RB und ich ihn so nehmen, wie er ist. Weil er sein Ding machen darf. Weil er nicht die Bedürfnisse eines (oder hier halt zwei) Erwachsenen mitdenken muss.

Auch wenn ich manchmal dem Kind wünsche, dass er nie wieder Kontakt zum Kv haben muss, weiß ich, dass das nicht richtig wäre. Also nur richtig wäre, wenn das Kind es selbst will. Und ich weiß, dass er eigentlich nach Frankreich will. Dass er gerne dort ist.

Doch erstmal ist Pandemie. Die Zahlen in Frankreich und in der Bretagne steigen und steigen. Das Kind will da nicht hin. Außerdem ist der Kv vom Sockel gestürzt und nun liegt ein Scherbenhaufen vor dem Kind, mit dem er erstmal klarkommen muss. Und es ist gut, dass er die Zeit dazu hat.

Ach, mein liebstes Lieblingskind, ich bewundere Dich für Deine Resillienz.

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* Er benannte die Zerrissenheit lange damit, dass es unterschiedliche Sprachen sind. Auch hing er zwischen den Erziehungsstilen. Schule und Ferien. Landleben und Großstadt…

Privilegien

Privilegien

Zweite Welle: Tag 54

Ich kann all diese klugen, allgemein gültig formulierten RatSCHLÄGE nicht mehr hören und lesen. Da möchte ich ganz allgemein die Leute schütteln und fragen, ob sie sich selbst zuhören (oder halt lesen, was sie schreiben).

Was im Einzelfall gut geklappt hat oder eine es sich im Einzelfall ausmalt, dass es gut klappen könnte und sicherlich gut nach außen wirkt, hat maximal anekdotische Evidenz. Letztlich beweisen Anekdoten aber nix. Höchstens die Existenz von Glück. Oder von Pech.

Ich – und ja, es muss was heißen, wenn ich mich das frage – frage mich wirklich, mit was für einem Ego eine ausgestattet sein muss, wenn sie jeder, die es hören will oder auch nicht, fröhlich aufmunternd arrogant zuruft: „Eine muss nur wollen.“

Nicht alles, was eine will, kann sie auch. Sei es, weil ihr die Fähigkeiten dazu fehlen oder weil es keine Möglichkeit/Mittel dazu gibt. Und gesetzliche Rahmenbedingungen müssen auch noch eingehalten werden.

Etwas können können hat extrem viel mit Privilegien zu tun. Privilegien, die eine qua Herkunft in den Schoß gelegt bekommen hat oder sich mehr oder weniger hart erarbeitet hat.

Aber egal wie eine zu Privilegien kam, in jedem Fall besteht Unverständnis über das vermeintlich Unvermögen. Entweder weil eine sich nicht vorstellen kann, dass andere nicht so einfach können, wie sie wollen, oder weil eine auf dem hohen „ich habe es doch auch geschafft“-Ross hockt.

Mein kluger, allgemein gültiger Ratschlag an alle, denen mal wieder „eine muss nur wollen“ auf der Zuge liegt:

Checkt eure Privilegien!

Und überlegt, ob und wie ihr der Person helfen könnt, der ihr gerade ihr vermeintliches Unvermögen vor die Füße rotzen wollt. Und wenn ihr das nicht wollt (sic!), dann einfach mal die Klappe halten.