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Monat: September 2019

1,5 von 6

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Ich wusste schon am Wochenende, dass es sich rächen wird, dass nicht gearbeitet habe. Mindestens einen großen Text wollte ich geschrieben haben, damit ich Zeit für die anderen fünf großen Texte habe.

Einen großen Text habe ich heute fertiggestellt. Am zweiten sitze ich gerade dran.

Ich mache drei Kreuze, wenn die Kongresssaison vorbei ist und bin sehr froh, dass ich nächste Woche doch nicht auf dem Rückweg von Paris schnell auf einen Kongress hüpfen muss.

Lecker Sonntag

Lecker Sonntag

Ausgeschlafen. Brötchen gefrühstückt. Dann hat der RB geputzt und ich in der Küche gewirbelt (gefüllte Pilze, orientalische Möhren, Piemientos de Padron, Kartoffelspieße, 2 Dips, 1 Bärlauchbutter und Pflaumen-Crumble vorbereitet). Kurze Pause für den RB und mich. Liebe Freunde begrüßt. Gequatscht, gegrillt (also der RB), getrunken. Viel gegessen, viel gequatscht, viel getrunken.

Und wenn der Abend schon um 16h30 anfängt, ist es auch okay, wenn er um 21h45 „endet“.

Allerdings waren es etwas zu viele Carbs und jetzt brauch ich einen Magen-Tee.
Stückelschlaf

Stückelschlaf

Boah, was für eine Sch***-Nacht. Der RB kam etwas später als ich nach Hause. Dann quatschen wir noch und irgendwie war es dann wieder nach 2h30, bis wir im Bett waren. Der RB schlief schnell ein und schnarchte entsprechend zeitnah. Ich guckte noch nach diesem und jenem im Internet. Hörte Musik.

Irgendwann drehte sich der RB so, dass er nicht mehr schnarchte und ich meine Chance auf Schlaf wähnte. Da war es allerdings auch schon fast 4h00.

Ich schlief halb ein, doch wurde wieder wach, weil der Mann neben mir wieder schnarchte.

Das war nicht lustig.

Ich versuchte ihn zu einem Positionswechsel zu bewegen, was eskalierte.

5h20 verließ ich genervt das Zimmer. Ins Gästezimmer ging nicht, da schlief der Kv. Also zum Kind auf die zweite Matratze.

Ab 9h30 war ich dann wieder wach, weil ich gesucht wurde. Gegen 10h30 stand ich auf (nachdem der RB weg war), weil das Kind moralische Unterstützung brauchte.

11h30 verließen das Kind und der Kv die Wohnung. Ich versuchte mich zu sortieren und ging einkaufen. Obwohl mir schlafen lieber gewesen wäre.

13h40 dann endlich ein kurzer Powernap, bevor ich zum Friseur musste. Der hielt auch bis ich wieder zu Hause war.

17h00 Nochmal schlafen, damit ich abends beim Treffen mit einer der Besten fit bin.

Ja, das hat alles funktioniert mit den Powernaps, aber so durchgehender Nachtschlaf mit mehr als 6 Stunden wäre echt mal wieder cool.

Heute Nacht vielleicht. Ich hoffe auf die drölf Zehen Knoblauch, die ich heute Abend im Essen hatte.

Und wehe, der Mann schnarcht…

Späti

Späti

Schade, dass der Kv heute über 50 Minuten brauchte, um vom Frankfurter Hauptbahnhof nach Bornheim zu kommen. Sonst hätte ich heute einen Auftritt à la „Ich bin die Frau vom Chef und ich nehme jetzt dies und das mit“ hinlegen können und damit vermutlich für viel Aufruhr gesorgt.

Obwohl… vermutlich hätte es, obwohl ICH ja nur 30 Minuten von Bornheim nach Offenbach brauchte, trotzdem nicht ganz gereicht. Gut für die Allgemeinheit, schade für meinen inneren Widerborst.

Trotz aller Verzögerung einen schönen Abend mit der lieben J. verbracht. Jaja, nicht über Dich reden. Hihi.

Und auf dem Weg nach Hause ein leichtes Gefühl von Späti gehabt, als ich noch schnell drei Flaschen Wein und zwei Flaschen EmmaSchoppen einkaufte aus dem Laden holte.

(Und von der Haltestelle Ledermuseum zur Haltestelle Kaiserlei brauche ich 7 Minuten zu Fuß. Gut zu wissen.)

Im Flow

Im Flow

Tja, viel Schlaf war irgendwie nicht drin.

Nicht nur, dass ich schlags k.o. war, ich musste ja auch heute fit sein. Und so gerät eine schnell in den nächtlichen Teufelskreis: Kann nicht schlafen – Ich muss aber schlafen – Kann nicht schlafen, wenn ich schlafen muss…

Vor allen Dingen musste ich schlafen, weil ich heute einen höchst vollen Tag hatte und klar war, dass ich im Laufe des Tages keine Zeit für einen Powernap haben werde:

7h55 Überpünktlich sind das Kind und ich beim Kieferorthopäden. Er kommt schnell dran. Um 8h05 sind wir wieder draußen mit den guten Nachrichten, dass sich beim Kiefer vom Kind schon so viel getan hat, dass er bald mit dem Aufdrehen durch ist. (Und es ist echt krass, wie viel sich in der einen (!) Woche getan hat.) Das Kind geht zum Bus und ich gehe nach Hause. Während ich meinen Tee mache (und nur einen Thermobecher finde, der aber vom RB für Kaffee benutzt wurde und den RB fälschlicherweise verdächtige, den anderen Thermobecher mal wieder verschleppt zu haben), gucke ich meine Post durch und stelle fest, dass ich Glück im Unglück hatte. Ich nutze das Glück direkt und finalisiere eine Sache, von der ich dachte, dass ich sie schon vor 17 Tage mit Fehlern beendet hatte. Aber wie gesagt: Glück im Unglück und ich kann den Fehler ausmerzen, bevor er mir auf die Füße fallen kann. Dann ziehe ich mich noch einmal um, denn die Sachen, in die ich schnell geschlüpft bin, sitzen eigentlich schlecht bzw. sind nur bedingt kongresstauglich.

9h05 Ich bin startklar und gehe los Richtung Bahn, da bekomme ich eine Nachricht, dass es einen Notfall bei meiner Hauptauftraggeberin gibt. Ich wusste ja schon, dass der Notfall kommen könnte und weiß, worum es geht. Ich telefoniere kurz. Am Bahnhof suche ich zuerst etwas Lowcarbiges zum Essen und klappe dann schon am Gleis den Laptop auf. Im Zug arbeite ich am Notfall. Bevor ich umsteigen muss, kann der Text auch schon raus.

12h05 Ich bin am Kongress angekommen. Letztlich bin ich nur wegen einer Presseveranstaltung da, für die ich gebucht bin.

14h30 Wieder auf dem Rückweg. Ich checke meine e-Mails wegen des Notfalls. Es stellt sich heraus, dass da etwas verschlimmbessert wurde und ich muss das noch korrigieren. Und auch sonst nutze ich die Rückfahrt, um ein paar kleine Projekte in Bewegung zu halten.

Infolgedessen und weil ich noch schnell (haha) einkaufen gehe, komme ich erst um 17h45 zu Hause an. Das Kind sitzt noch an den Hausaufgaben. Ich koche. Beim Essen frage ich ihn die Englischvokabeln für morgen ab. Dann noch schnell am Hyrax drehen.

19h05 Ich muss los zur SEB-Sitzung. Eigentlich hätte ich schon eine halbe Stunde früher losgemusst, denn die Sitzung war für 19h00 angsetzt. Tjanun. Meine Ungeduld bei dem einen oder anderen Thema zeigt mir, dass ich ziemlich k.o. bin. Dennoch bin ich froh, Elternbeirätin zu sein. An der Schule ist gerade viel im Umbruch und Elternmitarbeit ist explizit erwünscht.

21h35 Auf dem Weg nach Hause rufe ich das Kind an, damit er sich bettfertig macht. Kurz drauf bin ich zu Hause. Ich bringe das Kind ins Bett. Esse noch etwas und freue mich aufs Bett.

Raus

Raus

Heute hatte ich eine Mittagsverabredung. Und vielleicht sollte ich das viel öfter machen. Denn es tat unheimlich gut, einfach mal die To-Do-Liste liegen zu lassen, mit dem Rad durch die Stadt zu fahren und in netter Gesellschaft lecker zu essen. Das hat mich zwar zwei Stunden „gekostet“, aber die waren bestens investiert. Tage wie gestern sind auf Dauer nicht gut. Ich koche dann im eigenen Saft, bin gestresst, habe das Gefühl, mit dem Laptop zu verwachsen. Irgendwann kann ich nicht mehr klar denken, will aber noch diesdasjenes fertig machen, werde unleidlich. Kein Spaß für keinen.

Und hier offenbaren sich die Tücken des HomeOffice: Ich neige zum Verlottern. Die Zeit, die ich morgens fürs Duschen brauche, kann ich auch in Arbeit investieren. Essen geht auch nebenbei am Rechner oder wenn ich was lese. Seit das Kind allein zu seinen Hobbys fährt, gibt es auch nicht mehr diesen außerhäusigen Ankerpunkt zwei- bis dreimal in der Woche. Ich kann weiterarbeiten, bis er wieder zu Hause ist – weitere 2 Stunden gewonnen.

Allein deswegen bin ich froh, dass ich die AG machen: Freitags muss ich halbwegs vorzeigbar pünktlich in der Schule sein. Freitags setze ich mich nur in Ausnahmen an den Rechner.

Aber egal, wie ich es drehe oder wende: Meine Arbeit bzw. meine Art zu arbeiten wird es immer wieder – zum Glück nur phasenweise – mit sich bringen, dass ich im HomeOffice-Loch verschwinde. Aber bislang bin ich immer raus gekommen.

Diese Tage …

Diese Tage …

Diese Tage gefallen mir nicht.

Und ich bin froh, schon vor ein paar Tagen auf die Vernunft und nicht den schnöden Mammon gehört zu haben. Es ist viel zu tun, da kann ich nicht noch mehr machen. Umso richtiger fühlt sich diese und die andere Entscheidung an.

Meine To-Do-Liste hat mal wieder einen Hydra-Effekt und ich habe große Angst, dass irgendwas vergessen gerät. Außerdem schweben diverse „könnte vielleicht noch kommen“-Projekte im Orbit, die ich mir schon mal notiert habe, damit ich nicht aus allen Wolken falle, sollten sie tatsächlich anfallen.

Solche Tage führen dazu, dass ich nicht dusche und nur schlecht esse. Schlaf ist auch zu wenig für die Konzentration, die all die Projekte erfordern.

Ich freue mich aufs Wochenende. Auch darauf, dass das Kind dann erstmal beim Kv ist. Dass danach ein langes Wochenende mit Stuttgart-Plan bevorsteht, ist auch gut und dass wir in 15 Tagen nach Paris fahren und zu NMA gehen, ist ein Highlight für die nächsten Wochen.

Es wird auch wieder ruhiger werden. Ich weiß das und das ist gut. Ansonsten würde ich auf dem Zahnfleisch laufen.

Apropos Zahnfleisch: Ich bewundere die Compliance des Kindes hinsichtlich des Aufdrehens seines Höllenapparates seiner Hyrax-Apparatur. Seit 4 Tage ist sie nun drin und es können schon deutlich Fortschritte erkannt werden. Wow!

Nachmittags im Museum

Nachmittags im Museum

Wenn eine das erste Mal in das neue Historische Museum geht, kann es vorkommen, dass sie ob der Architektur verwirrt ist. Es kann auch vorkommen, dass eine das Konzept nicht sofort versteht und sich wundert, wie vollgestopft das Museum ist. Doch wenn eine dann erstmal einen Plan gesehen hat und die Themen-Touren gefunden hat, macht das alles doch viel Sinn und ist durchaus spannend.

Nachdem das Kind gestern den ganzen Tag an diversen Bildschirmen sich von seinen Kieferschmerzen ablenken durfte, war klar, dass wir heute raus mussten. Und so hatte er die Wahl zwischen dem Frankfurter Verkehrsmuseum, der Anne-Frank-Stiftung und dem Historischen Museum. Er entschied sich für letzteres. Und dafür, dass er erst keinen Bock hatte, finde ich vier Stunden im Museum durchaus ordentlich. Aber – und das mag ich wirklich sehr an den Frankfurter Museen – es gab viel für Kinder zu entdecken und auszuprobieren. Wir fingen im Jungen* Museum an. Und natürlich war es ein gutes Zugpferd, dass er mit einem Tablet durch die Ausstellung „Dafür? Dagegen!“ musste, um sie zu verstehen. Allerdings war das auch vergessen, als wir mittels Brettspiel die Kämpfe um die Startbahn West (1980) etwas nachvollzogen. Ziviler Ungehorsam. Sehr wichtig.

Als er da erstmal mit Informationen voll war, legten wir eine Kaffee-Schokoladen-Kuchen-Pause ein. Eine nette ältere Dame freute sich über das Kind im Museum und beglückwünschte ihn zu seinem Interesse. Tja, da konnte er auch nicht mehr rummoppern, wie doof es doch immer ist, wenn Muddi ihn zu seinem Glück zwingt.

Gestärkt gingen wir dann in den Nordbau und ich folgte der Themen-Tour „33 – 45: Frankfurt und der Nationalsozialismus“. Das Kind war mal mehr, mal weniger bei mir, ich konnte aber dem Weg vollständig folgen und dem Kind auch immer wieder ein paar wichtige Aspekte vermitteln. (Das Thema muss und sollte ja durchaus in „passenden“ Häppchen behandelt und erörtert werden.)

Unterm Dach-juchee war beim Kind die Luft raus, sodass er sich gar nicht mehr für das tolle Frankfurt-Modell begeistern und auch nichts mit der Sonderausstellung zu den Frankfurter Ernst-May-Siedlungen angfangen konnte.

 

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* Jungen von jung

** Der eigentliche Namespate ist zwar nicht so dramatisch, aber es böte sich dennoch an.

*** Passend zur Fachnummer gibt es ein historisches Fakt zu Frankfurt

Verhütung ist Männersache

Verhütung ist Männersache

„Mama, worüber schreibst Du bei Deiner Arbeit am liebsten?“
Interessante Frage. „Am liebsten schreibe ich, wenn sich herausgestellt hat, dass das Medikament den Patientinnen wirklich viel bringt. Wenn es die Krankheit besonders lange aufhält oder wenn es wenige Nebenwirkungen gibt. Weißt Du, ich schreibe ja viel über Krebsmedikamente. Da geht es leider oft nur darum, zu verhindern, dass der Krebs weiter wächst.“
„Mama, gibt es Impfungen gegen Krebs?“

Ich erklärte ihm die Sache mit dem HPV und – schwubbs – waren wir in einer Unterhaltung über Verhütung. Ich besprach mit dem Kind die Rolle des Manns bei der Verhütung (bezogen auf eine heteronormale Beziehung*). Es geht nicht nur darum Schwangerschaften zu verhindern, sondern insbesondere auch sexuell übertragbare Krankheiten (STI). Wir sprachen also über Kondome, über die Möglichkeit, sich auf STI testen lassen zu können (was ihn sichtlich erleichterte) und das es wirklich wichtig ist, sich gegen STI zu schützen und dass ein Schutz gegen STI halt auch immer ein Schutz gegen Schwangerschaften ist.

Die Sache mit den Kondomen ist ihm noch etwas suspekt. Allerdings kamen wir so darauf, dass keine Verhütungsmethode 100 Prozent Sicherheit bietet und dass es halt gerade mit einem Kondom immer mal zu Anwendungsproblemen kommen kann (Kondom reißt, hat ein Loch, rollt sich vom Penis ab und verbleibt in der Vagina**). „Wenn sowas passieren sollte – oder was anderes, was Dich bzw. euch unsicher sein lässt, ob die Verhütung wirklich funktioniert hat, kannst Du immer zu mir kommen. Damit schnell gehandelt werden kann“, gab ich ihm noch mit und war froh, dass er das erstmal nicht in Frage stellte.

Mal sehen, wie er sich dann in zwei drei vier fünf Jahren so verhält. Bis dahin wird das Thema sicherlich noch ein paar Mal eine Rolle spielen und ich hoffe, dass wir auch weiterhin so offen miteinander sprechen können.

Achja, es freute mich sehr, dass er die Begriffe Vulva und Vagina richtig benutzt.

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* Nein, damit verschließe ich mich nicht der Option, dass er sich gleichgeschlechtlich verlieben kann. Aber derzeit redet er nur von Mädchen, wenn er erzählt, in wen er sich verliebt hat.

** Habe gehört, dass das passieren kann. *hust*