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Monat: August 2021

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Wenn sich eine 1,5 Jahre in den eigenen vier Wänden verschanzt, dann sieht sie leider auch, was alles in diesen vier Wänden nicht so knall ist. Die Wohnung ist nicht perfekt, aber sie ist für Frankfurter Verhältnisse super. Lage, Größe und Miete sind unschlagbar. Und was ein absolutes Plus ist: unser Balkon (auch wenn wir ihn diesen Sommer nicht so wirklich nutzen konnten. Und mit all dem ist klar: Sollte die Frankfurter Mietblase nicht in absehbarer Zeit platzen, werden wir für immer hier wohnen bleiben. Und wenn wir hier bleiben, können wir auch etwas investieren, damit bestimmte Kleinigkeiten mich uns nicht mehr nerven. Haupt-Nervpunkt, da auch Hauptaufenthaltsort: das Wohnzimmer mit der offenen Küche. Am liebsten hätte ich ja die Küche rausgerissen und neu geplant. Da die Küche aber zu Wohnung gehört und der Vermieter mitsamt Hausverwaltung da keinen Handlungsbedarf sehen, machte ich Überlegungen, wie wir die Situation optimieren können:

  1. Der Kühlschrank: Der Einbaukühlschrank, der zur Küche gehört, ist zu klein für uns. Kühlschrank und Tiefkühlschrank lassen sich nicht getrennt voneinander ausschalten. Das Gemüsefach völlig untauglich. Nach etwas Hin und Her beschlossen, dass wir einen freistehenden Kühlschrank brauchen. Mit ordentlichem Gemüsefach. Etwas gedankliches Möbeltetris und es war klar: Er darf sogar 70 Zentimeter breit sein. Yeah!
  2. Der Herd – also Kochfelder und Backofen: Schon vor einer Weile war die Umluft ausgefallen. Das Ceranfeld funktionierte auch nicht ordentlich.* Ich wollte Induktion und ich wollte einen Backofen mit Backauszügen, Pyrolyse und Auftauprogramm – neben den üblichen Funktionen. Ich verglich diverse Hersteller und stellte fest, dass zwei voneinander unabhängige Geräte nicht nur bezahlbar sind, sondern auch mehr Optionen und Funktionen bieten. Und wenn eine selbst entscheidet und dann online bestellt, kann sie sehr viel sparen.
  3. Platz in der Küche: Wir wohnen in einem Altbau und oberhalb der Oberschränke ist noch sehr viel Platz. Verschenkter Platz. Im Keller hatten wir noch einen Oberschrank, der jetzt den Beginn einer zweiten Reihe ist. Außerdem war da ja noch der Schrank, in dem der Einbaukühlschrank war: Für den habe ich Böden besorgt. Und schwupps haben wir viel mehr Raum in der Küche und können endlich mal in der Wohnung verteiltes Geschirr und die Keksdosen in der Küche unterbringen.
  4. Geschirr: Ich war unser weißes schlichtes Geschirr satt. Ich hatte das damals besorgt, weil ich immer dachte, dass sich weiß am besten mit diverser Deko kombinieren ließe. Mit dem Problem: Ich dekoriere nicht. Herausforderung bei der Beschaffung des neuen Geschirrs: Es soll farbig sein, aber nicht kunterbunt und es soll aus Porzellan und nicht aus Steingut sein. Dank Twitter tatsächlich fündig geworden.
  5. Licht überm Esstisch: In der abgehängten Decke vom Wohn-Esszimmer sind Deckenstrahler eingelassen. Halogen-Deckenstrahler, denen ich ja bereits LED-Leuchtmittel gegönnt hatte. Aber das Licht war funzelig, weil der Abstand zwischen Decke und Tisch über 2 Meter ist und die Strahler nicht direkt über dem Tisch sind.** Und da wir noch einen nicht benutzen Stromanschluss hatten (sogar mit Dimmer), entschlossen wir uns eine Hängelampe für überm Tisch zu besorgen. Es war ein bisschen aufregend, die ca 10 Kilogramm schwere Lampe an der Rigipsdecke zu befestigen. Aber bislang hält’s.
  6. Durch die Einrichtung meiner Arbeitsecke, wurde das „Wohnzimmer“ verkleinert. Dadurch wurde der alte Couchtisch, den ich mal in der ikea-Fundgrube geschossen hatte. Außerdem neigte dieser Tisch dazu zugerümpelt zu werden. Aber holla, es ist nicht sooo einfach einen Couchtisch zu finden, der a) aus Holz b) schlicht c) nicht zu niedrig d) nicht zu tief, aber dafür breit genug ist und nicht eine Niere kostet. Aber wir wurden fündig.
  7. Die Essecke, die aus der uralten Eckbank*** und dem nicht ganz so alten Wangentisch**** meiner Eltern besteht, ist nicht optimal. Also die Eckbank schon, die passt perfekt rein, muss aber mal aufgearbeitet werden. Aber der Tisch nervt. Diejenige, die vor Kopf sitzt, muss breitbeinig sitzen oder haut sich halt die Knie an. Einen neuen Tisch haben wir tatsächlich schon gefunden, aber noch nicht bestellt, weil ich noch darüber nachdenke, ob ich nicht doch meinen Schreiner des Vertrauens frage, ob er mir einen bauen kann.
  8. A propos Schreiner: Papas Schaukelstuhl ist jetzt zur Aufbereitung da. Der Schaukelstuhl ist aus den 1960ern und hat meinen Vater lange begleitet. Bis er mit mir zusammen auszog. Auch wenn er bei mir immer mal wieder nur rumstand, konnte ich mich nicht trennen. Nun ist es an der Zeit ihn wieder hübsch zu machen, damit er einen Ehrenplatz im Wohnzimmer bekommen kann.

Wir haben im Rahmen der ganzen Umbaumaßnahmen auch einiges aussortiert (eKA, Verschenkbox vorm Haus, öffentlicher Bücherschrank, Garage). Der Keller ist auch wieder aufgeräumt (und entrümpelt). Nun müssen noch ein paar Schränke umgeräumt werden – also die Inhalte. Und ich denke darauf rum, ob das Kind einen passgenauen Schreibtisch bekommt, damit der Platz in seinem Zimmer besser genutzt werden kann.

Es wird. Es wird.

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* Eigentlich von Anfang an, was vermutlich daran lag, dass der Herd, den wir 2013 kurz nach unserem Einzug eingebaut bekamen, nicht von einem Elektriker angeschlossen wurde. Denn der Elektriker, der den neuen Herd anschloss, hat eine ganze Weile frickeln müssen, damit alles ordnungsgemäß funktioniert.

** Bzw. der Tisch nicht unter den Deckensports, die waren ja zuerst da.

*** Auf der ich bereits als Kind saß und Kratzer reingemacht habe.

**** Der den ursprünglichen Tisch, der zu der Eckbank gehörte, ersetzen musste, weil ebendieser mal Feuer fing, weil wir einen Adventskranz darauf vergessen hatten, als ich noch nicht soo alt war und seitdem Kerzen ziemlich doof finde.

Auf Sicht gefahren

Auf Sicht gefahren

Hier hing kurzfristig der Haussegen sehr schief. Es brachen sich Dinge Bahn. Es musste sein. Der Moment hat mich zunächst etwas irritiert. Denn eigentlich ging/geht es uns gerade besser. Wir hatten einen schönen Urlaub zu zweit und nutzten die da gewonnene Energie, um – wieder zu Hause – endlich mal auszumisten und die Wohnung schöner zu machen (neuer Herd, neue Lampe, neuer Couchtisch). Dinge, die bislang provisorisch rumstanden, bekamen endlich einen Platz. Ordnung. Yeah! Ordnung, die in den vergangenen 18 Monate nicht wirklich möglich war. Perfekt ist es immer noch nicht, aber eindeutig besser.

Ich stelle fest, wie sehr ich die vergangenen 18 Monate auf Sicht gelebt habe. Wie sehr ich mich zurückgezogen habe. Und wie sehr der Tod meines Vaters, HomeSchooling, die Schulsituation vom Kind und die Angst davor, dass eine von uns sich Covid-19 einfängt, mich belastet haben und meinen Rückzug verstärkt haben. Vielleicht habe ich mich auch deswegen so in die Arbeit gestürzt. Es war viel. Und mit all dem, was da noch war, war es zu viel. Der Mann hatte auch Sorgen und Stress.

Auf der einen Seite sehr blöd, auf der anderen Seite aber überlebenswichtig: Wir hatte unsere Stress-Peaks nicht gleichzeitig. So konnten wir uns gegenseitig unterstützen und Dinge übernehmen oder organiseren, wofür die andere keine Energie oder Nerven hatte. Unschön ist, dass wir so die ganze Pandemie über vorrangig „funktioniert“ haben. Miteinander. Insgesamt gut – ohne Frage. Aber tja, das war auch ein Problem: „ohne Frage“. Wir haben nicht mehr wirklich miteinander gesprochen. Momente zu zweit gab es nicht: Das Kind war ja die ganze Zeit da und auch angespannt und gestresst.

Nun sind wir alle durchgeimpft und ich merke, wie sehr mich das erleichtert. Nein, das macht uns nicht übermütig: Wir tragen weiter Maske und wo es erforderlich bzw. sinnvoll ist, machen wir auch Tests (das Kind in der Schule ja eh). Aber wir trauen uns wieder, etwas zu unternehmen, bei dem wir anderen Menschen nah kommen.* Es kostet – insbesondere mich – viel Überwindung, solche Ereignisse wieder zu genießen.

Aber genau das ist ja auch immer ein Teil von uns gewesen: Leute treffen, auf Konzerte gehen. Und ich merke, wie gut es mir tut.

Von Normalität sind wir noch weit entfernt. Und ich glaube auch nicht, dass wir zur prä-pandemischen Normalität zurückkehren werden/können. Aber die Angst vor der Erkrankung wird nicht mehr bei jeder Entscheidung mitschwingen. Risiken werden kalkulierbarer – womöglich kalkulierbarer als bei der jährlichen Grippe.

Seit dem Urlaub nimmt diese neue Normalität für mich Formen an. Ich bin entspannter. Mir geht es definitiv besser. Dem Mann geht es auch besser. Wir sind die letzten 18 Monate so auf Sicht gefahren, dass wir nichts mehr um uns gesehen haben bzw. aus Rücksicht auf die andere auf nichts rechts und links aufmerksam gemacht haben. Und auf einmal sehen wir beide, was uns gefehlt hat – jeder für sich, aber auch uns miteinander.

Und nach gerade mal 3,5 Jahren zusammen (und davon halt 1,5 in Pandemie) „erwarten“ wir, dass die andere genau weiß, was jede will, was die jeweiligen Befindlichkeiten und auch Ansprüche sind.

Hahaha.

Solche Erwartungshaltungen sind für Beziehungskrisen ja wie ein halbes Jahr ohne Regen für Waldbrände. Es knirscht, es knarzt, es knallt und es brennt lichterloh.**

Ich mache es kurz: Der Brand wurde im Keim erstickt. Wir haben geredet. Wir werden reden. Wir haben uns wieder mehr Zeit füreinander genommen und werden das auch weiter tun. Wir haben zwei Apps, die uns (hoffentlich) helfen werden, Aufgaben und Mental Load*** besser sichtbar zu machen und auch besser zu verteilen.****

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* Im Urlaub war ich – abgesehen von der Wohnung meiner Mutter – in diesem Jahr zum ersten Mal mit anderen Menschen in einer Wohnung und das fühlte sich sehr komisch an.

** Ich brauche ja ab und zu einen Knall.

*** Der RB nimmt mir durchaus auch Mental Load hinsichtlich des Kindes ab, aber letztlich liegt die Verantwortung halt bei mir.

**** Ich werde berichten.

„Love is stronger than Aluhut“

„Love is stronger than Aluhut“

Wenn eine den KV zur Pandemie fragen würde, würde er vermutlich auch irgendwas von sich geben à la „die Pandemie ist eine Erfindung der Deutschen, nur damit er sein Kind nicht sehen kann“. Die ersten Monate im vergangenen Jahr waren noch halbwegs ok. Aber ab Monat 4 der Pandemie fing der Aluhut beim Kv zu drücken. Er schwurbelte sich so durch und das Kind ertrug das nicht und verweigerte Besuch und zeitweise auch jeden Kontakt. Der Sommer kam und ging. Die zweite Welle kam. Es wurde schlimmer. Die dritte Welle kam. Die Impfung kamen und alles wurde besser. Irgendwie.

Das Kind fing an, Frankreich und die Verwandtschaft zu vermissen und überlegte vorsichtig, ob er diesen Sommer nicht doch endlich mal wieder dahin reisen könne. Nach einigem Hin-und-Her war klar: Mit dem Zug taugt nicht – zumal ich es leid bin, ganze Tage damit zu verbraten, das Kind zum Umgang zu bringen – und dass der Vater ihn mit dem Auto abholt, hielt ich für noch weniger zielführend (und pandemiekonform). Zum Glück hat die Lufthansa in der Pandemie ihre Flugrouten nach Frankreich noch einmal* überdacht und fliegt mittlerweile sogar nach Nantes.

An den Besuch knüpfte das Kind eine Bedingung: Der Kv müsse sich impfen lassen. Die französischen Großeltern hatten schon die Erstimpfung zu diesem Zeitpunkt und es war klar, dass sie durchgeimpft sind, wenn das Kind nach Frankreich käme. Der Kv zierte sich und das Kind ließ verlauten: „Wenn Du nicht geimpft bist, kann ich ja zu Mamie und Papy und wir können uns im Garten winken.“ Es war erstaunlich, wie schnell der Kv daraufhin Impftermine hatte.

Wir buchten Flugtickets. Und hatten das Glück, dass der Kinderarzt vom Kind einer der wenigen in Frankfurt ist, der Kinder impft. So bekam das Kind noch vor der Reise nach Frankreich die erste Impfung gegen die Pandemie.

Das Kind flog nach Frankreich. Die Zahlen stiegen: In Deutschland langsam, in Frankreich schneller. Das war so nicht geplant. Ich wurde unruhig. Andere Länder mit hohen Inzidenzen wurden Hochinzidenzgebiete, ich erwarte täglich, dass Frankreich auch ein Hochinzidenzgebiet wird und dann müsste das Kind potentiell in Quarantäne**. Das wäre mit Blick auf 2. Impftermin*** und Beginn an der neuen Schule**** halt blöd.

Die Lösung: Das Kind braucht seine zweite Impfung in Frankreich.

Ich verknündete dem Kind meine Idee. Und dem Kv. Und irgendwie streute ich die Info, dass das Kind ohne Impfung eventuell früher nach Hause müsste. Manchmal braucht es halt einen Katalysator. 6 Tage später hatte der Kv einen Impftermin fürs Kind organisiert. Und eine Woche später (vorgestern) hatte das Kind seine zweite Impfung – inkl. elektronischem Impfzertifikat. Rechtzeitig, dass er zum Rückflug die 14 Tage „Wirkfrist“ durchhaben wird.

Der Kv kam nicht umhin, sowohl mir als auch dem Kind zu sagen, dass er die Impfung doof findet. Tjanun, was soll ich sagen. Anscheinend aber auch nur aus Prinzip*****, sonst hätte er weder sich noch das Kind impfen lassen – oder wie es eine Bekannte so treffend formulierte: „Love is stronger than Aluhut“.

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* Vor Jahren flogen sie gar nicht in die Bretagne. Im vergangenen Jahr hatten sie dann Rennes dazugenommen. Das wäre auch gegangen.

** Mit Test nach Familienbesuch entfällt die womöglich.

*** Selbst bei auf 5 Tage verkürzter Quarantäne passt es nicht.

**** Wenn es 10 Tage Quarantäne wäre, würde er mindestens den ersten Schultag verpassen.

***** Es ist phänomenal, wie sehr sich ein Mensch selbst im Weg stehen kann.

Zwischen Hamburg und Helgoland

Zwischen Hamburg und Helgoland

Tag 9 (Fortsetzung)
Nach dem Frühstück mit Blick auf Meer und Ulli Potofski fuhren wir 150 Kilometer Richtung Süd-West. Denn nachdem klar war, dass das Kind nicht mit uns in den Urlaub fährt, hatten wir uns entschieden unsere zwei Wochen Urlaub* voll zu nutzen und weil wir unser Häuschen nicht verlängern konnten, hatten wir uns eine weitere Unterkunft gesucht. Im Alten Land. Zu meiner großen Freude „müssen“ wir über die Köhlbrandbrücke fahren.
Nachdem wir eingeräumt haben und ich meinen letzten Text fertig gemacht habe, gehen wir eine Runde durch Jork. Eigentlich wollen wir essen gehen, aber das ausgwählte und alle anderen Restaurants in Jork haben zu. Wir stellen fest, dass sämtliche Restaurants im Alten Land nicht auf urbane Essgewohnheiten ausgelegt sind. Außerdem besteht das Alte Land tatsächlich nur aus Obstbäumen und hübschen Häusern von Obstbauern.

Tag 10
Weil das Wetter gut sein soll, fahren wir nach Hamburg. Ich will unbedingt in den Hagenbeck Tierpark, denn da wohnen Puffins. Und während es die ganze letzte Zeit immer noch kurzfristig Karten gab und es auch auf der Webseite hieß, dass es kein Problem sei, Karten vor Ort zu bekommen, hatte ich nicht mehr daran gedacht, Karten zu reservieren. Tja, heute gibt es keine Karten und die Schlangen sind lang auf unbestimmt. Wir drehen bei und schlendern durch Hamburg und essen im berühmten Café Max leckeren Kuchen**. Gibt schlimmeres. Auf dem Rückweg fahren wir einen Apfelbaum besuchen und dann tappen wir schon wieder in die Essensfalle: Kurzerhand fahren wir nach Stade, drehen eine Runde dort, gehen im Ratskeller essen, drehen noch eine Runde.

Tag 11
Für heute sind die Tierpark-Karten reserviert – inklusive Tropen-Aquarium***. Wir genießen den Tag im Tierpark. Er ist schön angelegt und es gibt wirklich viel zu sehen. Leider gibt es nur einen einzigen Puffin. Und der sich anscheinend auch zwischen den Trottellummen nicht wohl fühlt. Danach fahren wir noch bis zum (neuen) Überseequartier und wandern von dort über die HafenCity zu den Landungsbrücken. Wo wir wieder auf die Fähre nach Finkenwerder stiegen und … ebendort wieder Pech mit dem ausgewählten Restaurant hatten – um 20h15 war die Küche schon zu. Wir finden zum Glück noch – über Umwege – ein griechisches Restaurant (Taverna Elina).

Tag 12
Eigentlich hatten wir führ heute Hin- und Rückfahrt nach Helgoland gebucht. Uneigentlich bekam ich bereits gestern die Nachricht, dass die Fahrt nicht stattfände wegen Sturm. Wir entschließen uns für einen 3. Tag in Hamburg – nachdem ich unsere Fahrt nach Heögoland erfolgreich auf morgen umbuchen konnte. Also fahren wir wieder mit dem Auto bis Finkenwerder, steigen auf die Fähre und steigen wieder … äh … diesmal am Altonaer Fischmarkt aus. Wir kommen 600 Meter weit, um dann erstmal ausgiebig im Café Geyer zu frühstücken. Gestärkt lassen wir uns durch St. Pauli und die Schanze treiben. Nach einem Drink ergibt es sich, dass ich für den Rest den Tages mit einer Kiste Weingläser unterwegs bin. Wir essen im P’Ti Breizh im Karoviertel großartige Galettes und Crêpes. Tschüss, Hamburg. Drei Tage waren definitiv kein Tag zu viel.****

Tag 13
Keine Nachricht, es geht nach Helgoland. Erstmal müssen wir nach Cuxhaven. Als wir abfahren, ist es noch entspannt. Doch irgendwann nimmt der Seegang zu und auch der HalunderJet muss nun über die Wellen hüpfen. Mir ist nicht gut und ich bin froh, dass ich einen Fensterplatz habe und mich auf den Horizont konzentrieren kann. Ich bin froh, als wir endlich anlegen. Auf Helgoland erwartet uns bestes Wetter. Der RB und ich versuchen, jenseits der allgemeinen Menschenströme Wege zu finden. Das ist nur bedingt möglich, aber auf dem Klippenrandweg verläuft es sich etwas. Insgesamt haben wir 4,75 Stunden auf der Hochsee-Insel. Das reicht für einen Gang zur Langen Anna und zurück. Die Rückfahrt ist entspannt. Und als wie wieder Festland unter den Füßen haben, gehen wir im Hus Op’n Diek***** essen. Schöner Urlaubsabschluss.

Tag 14
Alles wieder ins Auto und ab nach Hause.

Hach, das tat sehr gut. Urlaub. Was anderes sehen. Und auch, dass wir nur zu zweit sein durften. Mal schauen, wann all das wieder möglich ist.

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* Zwischenzeitlich sah es arbeitsbedingt so aus, als würde ich in der 2. Woche arbeiten müssen – also Urlaub zurück geben.

** Sehr überzeugend auch deren Hygienekonzept, inkl. Impfpassprüfung.

*** Während wir in Hamburg gelebt haben, habe ich es nicht einmal dahin geschafft. Wobei es vermutlich auch eine finazielle Frage war. Hätten der RB und ich voll zahlen müssen, hätte uns der Eintritt 84 Euro gekostet. Und nein, ich diskutiere nicht darüber, ob das zu viel Geld für einen „Zoobesuch“ ist. Denn der Tierpark ist meiner Meinung nach das Geld wert. Die Tiere haben Platz und gute Bedinungen (soweit ich das beurteilen kann).

**** Allein zu Fuß haben wir fast 26 Kilometer in der Hansestadt zurückgelegt.

***** Kindheitserinnerung vom RB, der dort schon vor 40 Jahren mit seinen Eltern essen war.

Tage am Meer

Tage am Meer

Tag 1
Später als geplant – im Garten meines Bruders war es auch sehr schön – kommen wir am Meer an. Aber es ist noch hell und schön und so spazieren wir eine erste Runde ans Meer – nur 400 m von unserem Häuschen entfernt.

Tag 2
Einrichten. Einkaufen. Und wieder ans Meer. Nichtstun und aufs Meer gucken. Lesen.

Tag 3
Genug rumgelegen, wir haben die Fahrräder nicht umsonst mitgenommen. Wir fahren eine gemütliche Runde nach Dahme, spazieren dort rum und radeln wieder zurück. Könnte schlimmer sein.

Tag 4
Wandertag. Wir erlaufen uns die Halbinsel zwischen Großenbrode und Fehmarnsundbrücke. Wir folgten zum Kaffee einer Empfehlung aus der Twitterkneipe (Meerkieker, Großenbrode) und zum Abendessen fragten wir Google* (Fisch-Hütte, Heiligenhafen). Beides können wir weiterempfehlen.

Tag 5
Getrennte Wege für den RB und mich: Er fährt mit dem Auto nach Fehmarn und ich fahre mit dem Rad hin – über die die Sund-Brücke. Das war weniger spektakulär als gedacht. Aber nun habe ich es gemacht. In Albertsdorf machten wir 2 (oder 2) mal Familienurlaub – die wenigen als ganze Familie, denn zu oft waren vorlesungsfreie Zeit von meinem Vater und unsere Schulferien inkompatibel. Burg ist keine Reise wert; das Café Traube aber durchaus nett. Und am Südstrand eine besondere Begegnung gehabt: Den Ex-Mann nach 14 Jahren mal wieder gesehen. Zum Abendessen haben wir Glück, beim ersten Griechen in Ostholstein (Apollo 2, Grube) einen Tisch bekommen zu haben: Das Tzatziki ist so gut, dass ich eine Extraportion mitnehme.

Tag 6
Das Wetter macht keinen guten Eindruck, also fliehen wir und besuchen die Ostsee-Erlebniswelt (nur so semi empfehlenswert). Und weil es danach auf „unserer“ Ostsee-Seite immer noch össelig aussieht, fahren wir nach Heiligenhafen und wandern über Steinwarder und Graswarder.

Tag 7
Das Wetter ist wieder gut und wir gehen nochmal an den Strand. Das Meer ist aufgewühlt und präsentiert sich mit Wellen und Brandung. Hachz. Wir sind früh genug dran, dass wir noch einen Tisch auf der Terrasse des Süssauer Seebrückenrestaurans ergattern. Abends fällt mir ein, dass ich ja Puzzle mitgenommen habe…

Tag 8
Das Wetter ist nicht gut. Ich muss noch Aufträge** bearbeiten. Der RB fährt alleine nach Lübeck. Ich schreibe und puzzele.

Tag 9
Tschüss, Ostsee. Wir fahren weiter … zum Glück noch nicht nach Hause.

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* Unsere Erfahrung mit Google-Bewertungen ist gut. Alles > 4,0 Sterne ist in der Regel sehr brauchbar.

** Aufträge als freie Journalistin

Lebenszeichen

Lebenszeichen

Was habe ich auf den 17. Juli hingefiebert: Mein Urlaub startete und auch die Sommerferien des Kindes. Dieses erste Halbjahr 2021 war anstrengend, aufreibend, fordernd, mühsam … gleichzeitig war es so eintönig: HomeOffice, HomeSchooling, HomeIrgendwas. Der Urlaub im April war hat auch nur bedingt einer, denn wenn eine nicht wegfährt, dann ist auch nicht wirklich erholsam. Unsere Strukturtapete – vom Vermieter – im Wohnzimmer hat 1.293.477 Noppen. Kleiner Scherz, aber gefühlt hätte ich sie zählen können in der Zeit. Es war auch nur kurz erholsam, dass das Kind für 10 Tage bei Oma, also meiner Mutter, war. Die Beförderung bauchpinselt natürlich, ist aber auch nicht mit mehr Urlaub oder zumindest weniger Arbeit verbunden. Eher im Gegenteil.

Ende Mai, als klar war, dass der RB und ich zum Ferienanfang den vollen Impfschutz haben würden, haben wir uns entschieden, dass wir wegfahren wollen und wir suchten uns ein Häuschen an der Ostsee. Anfang Juni, nachdem das Kind den KV erfolgreich zum Impfen bequatscht hat, buchte ich dem Kind einen Flug als unbemanntes Flugobjekt mit Begleitservice, damit er die Sommerferien in Frankreich verbringen könnte. Ab da zählte ich die Tage bis zum Urlaub. Aber wie immer vor dem Urlaub kam eins zum anderen. Neben der Arbeit musste ich für das und mit dem Kind seinen ersten Perso beantragen und abholen (was in Nicht-Pandemie-Zeiten semi-banal wäre, aber die Zeiten sind wie sie sind und so wardie Sache mit dem Termin für Antrag und Abholung etwas zeitfressend).

Ich fasste zwischendrin einen Kühlschrank-Beschluss, den ich umgehend in die Tat umsetzte, und nach kurzer Recherche- und Umplanungsphase steht nun ein schöner großer Kühlschrank zwischen Küche und Wohnzimmer. Es gibt auch noch einen Herd-Ofen-Beschluss, aber finale Entscheidung ist noch nicht gefällt.

Das Kind ging zum Wechselunterricht und es ging gut. Ein Kumpel aus der Schule war zum seinem Geburtstag über Nacht da und das was auch gut. Das Kind ging nach reiflicher Überlegung zum Voll-Präsenz-Unterricht und das war gar nicht gut. Um genau zu sein so schlecht, dass ich drei Wochen vor Ferienbeginn für das Kind einen neue Schule organisierte, besuchte (das Kind uns ich) und hospitierten (das Kind). Das Kind wird so insgesamt 9 Wochen Ferien gehabt haben, denn die Lehrkräfte der alten Schule sahen sich nicht in der Lage, die online-Lernbplattform für ihn zu befüllen. Er ging noch einmal hin, um die Bücher abzugeben und noch einmal, um sein Zeugnis zu holen. Ich habe noch immer einen Schlüssel für die Schule. Die Schulleitung weiß das, will ihn aber anscheinend nicht wiederhaben. Die Lehrkräfte des Kindes sind beleidigt – zumindest die Klassenlehrkräfte. Anders kann ich mir die Nicht-Reaktionen bzw. die noch reingewürgte 3 in dem einen Fach nicht erklären. Tjanun. Danke, dass wir nicht mit der Entscheidung hadern müssen.

Ich arbeitete bis zum letzten Tag – und darüber hinaus (jaha, im Urlaub).

Ein Wunder, dass am 17.7. nicht nur des Kindes Koffer mit sauberer Wäsche gepackt, sondern auch das Gepäck vom RB und mir parat war. Während ich das Kind am Flughafen ablieferte – wir waren viel zu früh da, kümmerte sich der RB um den Rest zu Hause. Und nachdem das Kind tatsächlich auf dem Weg nach Frankreich war, fuhren wir los Richtung Norden. Zunächst zu meiner Mutter. Und nach einer Nacht dort an die Ostsee. Und uff, was tat es gut, nicht mehr die Strukturtapete zu sehen, dass Meer rauschen zu hören, sich den Wind um die Nase wehen zu lassen, auszuschlafen, anderes zu sehen und auch Zeit nur zu zweit zu haben.

Morgen dann wieder Arbeit… Dabei habe ich mich doch gerade erst ans Urlaub machen gewöhnt.