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Tag: 1. August 2021

Lebenszeichen

Lebenszeichen

Was habe ich auf den 17. Juli hingefiebert: Mein Urlaub startete und auch die Sommerferien des Kindes. Dieses erste Halbjahr 2021 war anstrengend, aufreibend, fordernd, mühsam … gleichzeitig war es so eintönig: HomeOffice, HomeSchooling, HomeIrgendwas. Der Urlaub im April war hat auch nur bedingt einer, denn wenn eine nicht wegfährt, dann ist auch nicht wirklich erholsam. Unsere Strukturtapete – vom Vermieter – im Wohnzimmer hat 1.293.477 Noppen. Kleiner Scherz, aber gefühlt hätte ich sie zählen können in der Zeit. Es war auch nur kurz erholsam, dass das Kind für 10 Tage bei Oma, also meiner Mutter, war. Die Beförderung bauchpinselt natürlich, ist aber auch nicht mit mehr Urlaub oder zumindest weniger Arbeit verbunden. Eher im Gegenteil.

Ende Mai, als klar war, dass der RB und ich zum Ferienanfang den vollen Impfschutz haben würden, haben wir uns entschieden, dass wir wegfahren wollen und wir suchten uns ein Häuschen an der Ostsee. Anfang Juni, nachdem das Kind den KV erfolgreich zum Impfen bequatscht hat, buchte ich dem Kind einen Flug als unbemanntes Flugobjekt mit Begleitservice, damit er die Sommerferien in Frankreich verbringen könnte. Ab da zählte ich die Tage bis zum Urlaub. Aber wie immer vor dem Urlaub kam eins zum anderen. Neben der Arbeit musste ich für das und mit dem Kind seinen ersten Perso beantragen und abholen (was in Nicht-Pandemie-Zeiten semi-banal wäre, aber die Zeiten sind wie sie sind und so wardie Sache mit dem Termin für Antrag und Abholung etwas zeitfressend).

Ich fasste zwischendrin einen Kühlschrank-Beschluss, den ich umgehend in die Tat umsetzte, und nach kurzer Recherche- und Umplanungsphase steht nun ein schöner großer Kühlschrank zwischen Küche und Wohnzimmer. Es gibt auch noch einen Herd-Ofen-Beschluss, aber finale Entscheidung ist noch nicht gefällt.

Das Kind ging zum Wechselunterricht und es ging gut. Ein Kumpel aus der Schule war zum seinem Geburtstag über Nacht da und das was auch gut. Das Kind ging nach reiflicher Überlegung zum Voll-Präsenz-Unterricht und das war gar nicht gut. Um genau zu sein so schlecht, dass ich drei Wochen vor Ferienbeginn für das Kind einen neue Schule organisierte, besuchte (das Kind uns ich) und hospitierten (das Kind). Das Kind wird so insgesamt 9 Wochen Ferien gehabt haben, denn die Lehrkräfte der alten Schule sahen sich nicht in der Lage, die online-Lernbplattform für ihn zu befüllen. Er ging noch einmal hin, um die Bücher abzugeben und noch einmal, um sein Zeugnis zu holen. Ich habe noch immer einen Schlüssel für die Schule. Die Schulleitung weiß das, will ihn aber anscheinend nicht wiederhaben. Die Lehrkräfte des Kindes sind beleidigt – zumindest die Klassenlehrkräfte. Anders kann ich mir die Nicht-Reaktionen bzw. die noch reingewürgte 3 in dem einen Fach nicht erklären. Tjanun. Danke, dass wir nicht mit der Entscheidung hadern müssen.

Ich arbeitete bis zum letzten Tag – und darüber hinaus (jaha, im Urlaub).

Ein Wunder, dass am 17.7. nicht nur des Kindes Koffer mit sauberer Wäsche gepackt, sondern auch das Gepäck vom RB und mir parat war. Während ich das Kind am Flughafen ablieferte – wir waren viel zu früh da, kümmerte sich der RB um den Rest zu Hause. Und nachdem das Kind tatsächlich auf dem Weg nach Frankreich war, fuhren wir los Richtung Norden. Zunächst zu meiner Mutter. Und nach einer Nacht dort an die Ostsee. Und uff, was tat es gut, nicht mehr die Strukturtapete zu sehen, dass Meer rauschen zu hören, sich den Wind um die Nase wehen zu lassen, auszuschlafen, anderes zu sehen und auch Zeit nur zu zweit zu haben.

Morgen dann wieder Arbeit… Dabei habe ich mich doch gerade erst ans Urlaub machen gewöhnt.