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Abschottung, Tag 32

Abschottung, Tag 32

Weil auf Twitter sich mal wieder drölfzig Tipper eingeschlichen haben und ich nach 3 Tweets im Thread keine Lust mehr hatte, auf dem Handy zu tippen, hier nochmal in Reinform:

Es wird diskutiert, ob die Schulen bald wieder (schrittweise und mit diversen nur bedingt zu erfüllenden Auflagen) öffnen sollen. Ja, diskutieren kann eine das ja. Aber ehrlich gesagt ist das eine Scheindiskussion, die davon ablenken soll, was durch die Pandemie überdeutlich wird: Unser Schul- naja letztlich das ganze Bildungssystem ist im Arsch. Seit Jahren ist versäumt worden, die entsprechenden Stellschrauben Richtung Zukunft … naja, wenigstens Richtung Gegenwart zu stellen. Aber das Grundprinzip unseres Bildungssystem hat sich seit der Einführung der Schulpflicht (1919) ja nicht wesentlich geändert. (Jaja, ich höre jetzt alle schon aufschreien.) Sowohl die täglichen Beschulungs- als auch die Ferienzeiten haben sich seit damals nicht geändert: nur Vormittagsschule und auch die Ferien bitte so, dass die Kinder auf dem Feld mithelfen können. Das ist – auch jenseits der akademisch Priviligierten – mittlerweile fernab aller gegenwärtigen Realitäten. Und zu all dem kommt hinzu, dass durch Sparwut und mangelnde Wertschätzung (des Lehrerinnenberufs) unsere Schulen Bildungsflickenteppiche sind. Es fehlt an allem: Lehrerinnen, Ausstattung, Moderiniserung(swillen), Internet, sauberen Toiletten (inkl. Klopapier, Seife und warmem Wasser). Jede noch so kleine Änderung muss sich gegen die bildungsbürgerliche Arroganz (nur Bücher sind das einzig Wahre), den Föderalismus und eine tiefsitzende Technikfeindlichkeit behaupten. Und Fleixbilität ist nicht nur als Wort eine Fremdwort in diesem System.

Und nun haben wir den Schlamassel: Es zeigt sich, dass die Lehrinhalte nicht so einfach in die Schüler hineindiffundieren, wenn sie nur Bücher aber keine Erklärungen dazu haben. Es zeigt sich auch, dass Eltern keine Lehrerinnen sind – vermutlich auch eine schmerzhafte Erfahrung für viele Eltern. Es zeigt sich aber auch, dass einfach vieles verpasst und versäumt wurde in den letzten Jahren. Der Digitalpakt ist da nur ein Tropfen auf den heißen Stein (und die Gelder wurden ja bislang nur zögerlich abgerufen). Letztlich fehlt es aber an zu vielem.

Natürlich ist es einfacher zu sagen: So, die Schulen machen nun wieder auf. Anstelle zu sagen: Ja, wir wissen unser Schulsystem ist nicht dafür ausgelegt, keinen Präsenzunterricht zu haben, daher werden wir gucken, was die Kinder in diesem Halbjahr lernen können. Vielleicht denken wir auch einfach mal darüber nach, ob wir die Ferien verschieben. Aber anscheindend haben einige so große Angst, Ihr Gesicht zu verlieren, dass sie lieber Schülerinnen und deren Familien unkalkulierbaren Risiken aussetzen.

Ich finde nach wie vor, dass die Gesundheit aller über der Bildung und auch über der Wirtschaft steht. Aber ich verstehe auch, dass sich die wirtschaftliche Unsicherheit (Kurzarbeit, Jobverlust) auch auf die Gesundheit der Betroffenen niederschlagen kann.

Und über Prüfungen für Haupt- und Realschulabschlüsse sowie Abitur kann ja gerne gesondert nachgedacht werden.

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Ansonsten war heute ein Urlaubstag. Ich schlief also lang. Dann kam das Kind und wir kuschelten und „kämpften“ miteinander und hatten viel Spaß. Das Frühstück fand erst danach statt.

Anschließend kümmerte ich mich noch um einen Text*, den ich dann auch endlich verschicken konnte.

Die Zeit des Kindes im Internet und vor seinen dgitalen Geräten muss etwas in Bahnen gelenkt werden. Und nicht, weil ich nicht will, dass er das überhaupt macht, sondern weil er ab einer gewissen Zeit ohne Pause einfach nicht mehr klar denken kann. Also haben wir einen Plan gemacht. Er durfte mir sagen, wie viele Stunden er pro Tag Internetzugang haben will** und diese Stunden durfte er sich selbst über die kommenden Tag einteilen.

Auch haben wir die To-Dos von uns allen dieser Woche visualisiert.

Es gibt keine farbliche Zuordnung. Jede weiß, was sie zu tun hat.

Ich verbrachte einen Teil des Nachmittags damit, Spinnweben von den Zimmerdecken zu saugen. Beim Staubwischen machte ich eine sehr … ähm … spezielle Entdeckung

Zum Glück tot, aber da war ein Gespinst von einer Dreck-Mehlmotte in einem Legostein***

Außerdem verräumte ich meine Wäsche und sortierte dabei eine Schublade neu. Dann skypte ich mit meiner Mutter.

Weil der RB heute erstmal ein Online-Tasting hatte, aßen wir relativ früh. Das Kind nutzte noch ein bisschen Internetzeit, guckte dann aber später mit mir Rocketman zu Ende. Ich litt derweil unter einem Siebenbürgen**** dem leckeren Krautsalat, den der RB gemacht hatte.

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* Extra-Auftrag…

** Er hat direkt was übers Verhandeln gelernt. Denn als er mit 5 Stunden in die Verhandlung einstieg und ich direkt „ok“ sagt, verbesserte er sich direkt in „6 Stunden“. Das verneinte ich. Wir einigten uns auf 5,5 Stunden.

*** Stein aus meinem (!) Legoset, das aufgebaut im Wohnzimmer steht.

**** kleiner politisch inkorrekter Running Gag zwischen dem RB und mir

Abschottung, Tag 15

Abschottung, Tag 15

Ausgeschlafen. Etwas zu lange, aber immerhin konnten der RB und ich endlich mal wieder einen Essensplan machen. Die letzten Wochen war mir wieder zu viel Kochen on demand.

Dann musste der RB auch schon los und ich beschloss, heute etwas Self-care zu betreiben. Ich duschte ausgiebig und zog ich mich ordentlich an. Dann ging ich zum Markt, aber der war sehr ausgedünnt. Ich bekam Kartoffeln und Knoblauch. Unsere anderen Stammstände waren gar nicht da. Auf dem Weg nach Hause besorgte ich noch ein paar Sachen beim türkischen Supermarkt.

Danach ging ich mit unserem neuen Hackenporsche einkaufen. Die Schlange vor dem Supermarkt war lang. Aber gut, damit hatte ich gerechnet. Auch heute bekam ich alles von der Liste – sogar Hefe. Weswegen ich direkt zwei Würfel mitnahm*.

Ich muss mehr auf mich achten. Dann fühlt sich die Abschottung vielleicht insgesamt besser an. Vielleicht war aber heute auch nur ein guter Tag in der Abschottung – auch weil ich heute nicht zwischen Arbeit und HomeSchooling jonglieren** musste, sondern weil letztlich ein ganz normaler Samstag war. So normal er eben sein konnte.

(Einmal täglich schaue ich auf die Corona-Map der John-Hopkins-University: Ich bin immer noch irritiert-fasziniert, dass die Todesrate in Deutschland so niedrig ist.)

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* Einen habe ich halbiert und (beide Hälften) eingefroren.

** Ich weiß, dass ich auf einem sehr, sehr, sehr hohen Niveau jammere: Ich habe eine Arbeit, die derzeit alles andere als gefährdet ist und von der wir zur Not auch zu Dritt leben können.. Ich habe nur ein Kind, der außer „kein Bock“ keine wirklichen Probleme in der Schule hat. Wir haben genug Platz und einen großen Balkon. Wir haben Internet und genug zu essen. Wir sind gesund.

Sauber

Sauber

Doch, es fühlt sich ziemlich gut an, dass die Wohnung nun einmal pro Woche durchgeputzt ist.

Aber es fühlt sich auch komisch an, dass das jemand für uns mich macht. Ich hatte noch nie eine Putzhilfe (außer Kevin) und ich bin im Kopf durchaus darauf getrimmt, dass eine den Dreck, den sie verursacht auch selbst wegmachen soll. So die Theorie.

Allerdings sind der RB und ich zu undiszipliniert beschäftigt, um uns wirklich regelmäßig ums Putzen zu kümmern. Und ich habe tatsächlich nur wenig Lust, meine wenige Freizeit mit Putzen zu verbringen. (Wobei es dann ja auch keine Freizeit mehr wäre.)

Komisch ist es auch, dass die Putzhilfe kommt, wenn einer von uns da ist. Dieses und letztes Mal war ich zu Hause und habe im HomeOffice gearbeitet, während immer mal wieder der Staubsauger oder das Mopauswringdings zu hören war.

Der Teufel auf meiner Schulter zischt mir immer mal wieder „Sklavenhalterin“ ins Ohr. Und natürlich frage ich mich, ob bzw. wie sehr ich diesen Menschen ausbeute. Ich versuche mich damit zu beruhigen, dass wir deutlich über Mindestlohn für diese Dienste zahlen. Aber auch dazu fällt dem Teufel was ein: dekadent.

Mal sehen, ob sich mein Gewissen mit der Zeit entspannt.

Nachtschicht

Nachtschicht

Ja, ich kann nachts besser arbeiten. Dann funkt mir nämlich niemand mit obskuren Problemen dazwischen, die jetztsofort gelöst werden müssen. Das Telefon klingelt auch nicht.

Ich könnte nachts noch besser arbeiten, müsste ich nicht morgens um 7h15 aufstehen, um das Kind zur Schule zu schicken.

Und so wenig Probleme ich damit habe, nachts zu arbeiten, so sehr nervt es mich, wenn die Nachtschichten fremdverschuldet sind. Die heutige ist nämlich erforderlich, weil ich heute Morgen einen Kollegen ein Projekt betreuen musste, mit dem ich nichts zu tun hab.

Da werde ich dann schon etwas ungehalten.

Früh(er)

Früh(er)

Ich tippe ja auf sehr profanen Vitamin-D-Mangel, weswegen ich zur Zeit träge wie eine Familienpackung Valium bin.

Daher sollte ich eigentlich auch endlich mal wieder zur Hausärztin. Wo bei nicht nur Vitamin D ein Grund ist hinzugehen. Es ist auch der Check-Up mal wieder fällig und die Grippeimpfung steht auch noch aus.

Das Problem ist, dass ich vor lauter Trägheit morgens total schwer in die Gänge komme.

Aber um nicht zu viel Zeit bei der Ärztin zu verdaddeln, müsste ich früh da sein, damit ich halt früh dran komme.

Seufz, ein Teufelskreis…

(Vielleicht sollte ich auch ab und zu früher schlafen.)

Umstellung

Umstellung

Der RB und ich lowcarben wieder. Und es tut ganz schön gut.

Wir haben auch wieder einen Essensplan. So essen wir einfach abwechslungsreicher.

Wir versuchen weniger Plastikmüll bzw. insgesamt weniger Müll zu erzeugen. Milch und Joghurt gibt es nur noch aus dem Glas. Käse nur noch am Stück von der Theke; Gleiches gilt für Uffschnitt und Fleisch. (Hier müssen wir uns aber noch mehr disziplinieren und Frischhaltedosen mitzunehmen.) Für Obst und Gemüse haben wir Netze – sofern erforderlich. Kaffee vorzugsweise im Sitzen oder Stehen aus echtem Geschirr oder halt im Thermobecher. Dank dem Essensplan gehen wir wieder geplanter einkaufen, wodurch keine spontanen Tütenkäufe mehr nötig sind.
Schritt für Schritt werden wir auch Shampoo und Duschzeugs umstellen. (Wobei die Entscheidung für die Haarseife für 2,75 Euro statt 0,55 Euro für das Shampoo in der Plastikflasche eine sehr priviligierte ist.) Wasser und Saft nur noch aus Glasflaschen.

Das erweiterte Monatsticket verführt dazu, es mehr zu nutzen. Autofahrten werden auf ein Minimum eingeschränkt.

Es sind kleine Schritte, die uns nur bedingt fast gar nicht aus der Komfortzone raustreiben.

Aber irgendwo muss eine ja anfangen.

(Und auch wenn nicht alles eine Frage des Geldes iist, so weiß ich aber, dass ich als Alleinerziehende nicht alles davon hätte umsetzen können.)

Schlaf wäre gut

Schlaf wäre gut

Meine Notizen von heute Nacht habe ich nicht angeguckt. Dennoch war die Präsentation gut. Der ganze Termin war gut. Manche Dinge hatten wir (leider) vorhergesehen und so trafen sie auch ein. Egotrips sind halt immer mistiger Mist.

Zu Hause nach einer zähen Rückfahrt zunächst alle begrüßt, in Empfang genommen und wieder verabschiedet.

Kurz ein nicht eingeworfenes Einwurf-Einschreiben aus der Post befreit.

Im Einwurf-Einschreiben waren u.a. DNA-Ohrringe

Dann war auch der letzte Rest Adrenalin verbraucht und die schlechte Nacht forderte ihren Tribut. Ich fiel ins Bett und schlief powernappte anderthalb Stunden.

Jetzt noch auf den RB warten, dann wieder ins Bett.

Sonntags unterwegs

Sonntags unterwegs

Das Kind findet es mindestens so doof wie ich, dass ich heute schon zum Kundentermin fahren musste.

Wenigstens war die Autofahrt okay. Und mit den Kolleginnen ist es auch nett.

Ich muss morgen seit Langem mal wieder präsentieren. Hmhm, ich präsentiere nicht gern. Aber tja, das gehört nun wohl dazu.

Habe mir alles aufgeschrieben, aber ablesen will ich nicht. Klingt auch immer wie … tja … abgelesen.

Wird schon werden.

Hoffentlich.

12von12 (im Januar 2020)

12von12 (im Januar 2020)

Einmal (mindestens) im Jahr mache ich bei 12von12 mit – nämlich im Januar. Ich finde es schön, meinen Geburtstag mit (mindestens) 12 Bildern zu begleiten.

Wenn eine am Sonntag Geburtstag hat, kann sie ja reinfeiern. Also wenn sie feiern würde. Geplant hatte ich nichts und der RB hatte auch nichts angedacht, aber wir – so als Eule(n) – waren um Mitternacht noch wach und stießen kurz nach Mitternacht auf die 43 an.

#1: <3 Der RB hat mir einen Rüblikuchen gebacken und den Geburtstagskranz hat er auch ohne nachzufragen gefunden. Und ein tolles Geschenk hat er mir auch gemacht. Darf ich vorstellen: Little Jim, meine neue Tee-Maschine.

#2: Fürs Durchmachen bin ich (nun) zu alt, also geht es dann doch mal ins Bett. Davor müssen wir natürlich Zähne putzen.

#3: Nachdem ich das Kind um 7h50 nochmal zum Schlafen bis 10h20 genötigt, ist er sehr umgänglich und möchte seinen Anteil an meinem Geurtstag beitragen. So bringt er mir Tee ans Bett. Und Kekse.

#4: Frühstück im Bett ist mMn grundlegend doof. Full Scottisch Breakfast allerdings wirklich ungeeignet für den Genuss in der Schlafstatt. (Gut, dass ich am Freitag in Paris war, da bekomme ich problemlos den typischen Breakfast-Bacon.)

#5: Kleiner Blick auf den Rechner: Gestern startete ich ein Upload zur Sicherung meiner Daten aus der Freiberuflichkeit. Knapp 30 GB dauern halt. Aber gegen 12h00 ist schon über die Hälfte geschafft. (Um 22h00 war er dann auch wirklich fertig.)

#6: Ich wollte an die frische Luft, aber ich wollte auch nicht zu weit weg von unserem Abendessen, das seit 11h30 im Backofen schmorte niedertemperaturgarte (und noch bis 20h00 drin bleiben sollte) und auch nicht zu weit weg vom Geburtstagskuchen sein. Also wünschte ich mir, dass der RB und ich den Balkon aufräumen.

#7: Nach dem Aufräumen ist vor dem Aufräumen. Heute kam auch die Weihnachtsdeko runter. Und weil es das Gesetz so will, wird danach Läppar (so heißen die skandinavischen Dickmilch Pfannkuchen wohl nur bei meiner Mutter und mir … ich tippe auf einen StillePost-Effekt vor Jahrzehnten) gegessen. Zu den Läppar gab es wahlweise Lachs und saure Sahne oder Heidelbeeren und Sahne uuuuund natürlich Geburtstagskuchen.

#8: Für den allgemeinen Spaß probierten wir zusammen dendiedas RingFit vom Kind aus. Huiii, das ist ganz schön anstrengend.

#9: Ich hatte mir als Geburtstagsessen Pulled Beef mit Cole Slaw gewünscht. Selbstgemacht natürlich. Sooooo lecker.

#10: Das Kind musste noch duschen und damit sich das Duschen auch lohnt, durfte ich ihm davor die Haare schneiden. Kurzfristig durfte ein Iro stehen bleiben. (Er fand ihn eigentlich ziemlich gut, hat aber Angst vor den Reaktionen in der Schule. Wir klärten, dass er mit Iro in den Sommerurlaub fahren wolle.)

#11: Dem Kind „graut“ es vor der Schule morgen, außerdem hat er Papa-Jetlag. Zusammen macht das, dass er Kuscheln und Vorlesen und Einschlafbegleitung braucht.

#12: Wir gucken Wilsberg (wegen Bielefeld), ich blogge und trinken Tee.

Mehr 12von12 gibt es bei „Draußen nur Kännchen„.