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Kategorie: moi

Kein Gang

Kein Gang

Zweite Welle: Tag 65

Weiterhin Össelwetter, zudem muss der RB arbeiten. Wir gehen zum ersten Mal nicht wandern (oder Rad fahren) seit 21 Wochen. Komisch.

Ich stricke.

Ich verräume Wäsche und nötige den RB Platz zu machen.

Im Gegenzug trenne ich mich endlich von einem ordentlichen Stapel Fachbüchern, die tw mehr als 20 Jahre alt sind.

Sonst passiert nix.

K.O.

K.O.

Zweite Welle: Tag 63

Ich wachte trotz wenig Schlaf ohne Wecker so auf, dass ich mit dem Kind. noch diskutieren konnte, ob er heute zur FridaysForFuture-Demo darf oder nicht. Ja, er darf. Ich schreibe einen Zettel, dass ich weiß, dass er nach der 4. Stunde die Schule verlassen wird.

Ich wecke den RB und will mich eigentlich wieder hinlegen. Als ich tat das auch, aber es passierte nix. Gar nix. Gut, dann bin ich halt erstmal wach. Passt ja auch gut, ich wollte ja zur Grippimpfung.

Nicht so gut ist der dröhnige Kopf. Naja, vielleicht kann ich mich nach dem Impfung hinlegen.

Als ich wieder zu Hause bin, ist der Kopf schlimmer. Schlafen kann ich aber immer noch nicht. Arbeiten auch nicht. Ich stricke und gucke einen Film. Mir wird nicht besser.

Dann lege ich mich nochmal hin und schlafe endlich ein. Komatös.

Das war dann wohl mal wieder eine Migräne. Und erklärt auch warum ich die ganze Woche über so durch den Wind war. Prodromi-Phase my Ass.

Donnerschdag

Donnerschdag

Zweite Welle: Tag 62

Das Kind bekam heute ein Kompliment. Und ich damit auch. Oder bekam ich das Kompliment und dadurch das Kind? Zumindest begegnete ich heute einer Nachbarin: „Ich muss Dir mal ein Kompliment machen“, leitete sie ein. Ich war irritiert. „Ich finde, dass Du das mit der Erziehung von Deinem Sohn prima machst.“ Ui, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. „Der ist immer so freundlich und höflich. Er grüßt immer, wenn er uns sieht. Hält die Tür auf.“ „Oh, danke“, stammele ich. „Ich habe mit so vielen Kindern zu tun. Da bin ich schon froh, wenn die mir nicht die Tür vor der Nase zuschlagen. Aber so wie er, das machen die wenigsten“, setzt sie nach und verschwindet die Treppe rauf. Ich bleibe perplex stehen. Und natürlich erfreut. Und ein bisschen stolz.

Anderes Thema:


Wenn eine um 7h30 anfängt zu arbeiten, obwohl die Kernarbeitszeiten zwischen 9h00 und 18h00 liegen, zudem klar kommuniziert ist, dass ich erst ab zwischen 9h30 und 10h00 erreichbar bin, dann kann sich niemand darüber beschweren, dass ich „so schwer erreichbar bin“. Ich beschwere mich ja auch nicht darüber, dass ich nach 18h00 keine mehr erreiche, obwohl ich da oft noch arbeite. Dazu kommt, dass ich als Schreiberling auch immer mal wieder längere Konzentrationsphasen ohne Unterbrechung brauche, damit ich in den Flow komme, und so auch über Tag nicht ständig sofort zur Verfügung stehe. Nöckelig werde ich allerdings, wenn diese Personen – arbeitszeittechnisch zurecht – um 16h30 Feierabend machen, ohne das zu kommunizieren.

Genug zu tun

Genug zu tun

Zweite Welle: Tag 60

Da es für meine Überstunden eine Regelung gibt, mit der ich sie indirekt abfeiere, brauche ich nicht gucken, wie ich sie sonst abbaue. Natürlich hätte ich in den vergangenen Tagen etwas Luft dafür gehabt, aber ich arbeite einfach zu gerne. Überstundenabbau bringt mir letztlich nur was, wenn ich ausschlafen kann. Da ich das aber zur Zeit nicht kann, weil das Kind ja Schule hat und zwischen 7h15 und 8h00 die Peitsche spüren muss sanft hinaus begleitet werden will, kann ich auch arbeiten – zumindest, wenn ich mich nochmal kurz hingelegt habe, sobald das Kind aus dem Haus ist.

Außerdem ist es ja nicht so, als gebe es nichts zu tun.

Und eine kurze To-Do-Liste macht mich tatsächlich nervös und lässt mich prokrastinieren*. Also habe ich „hier“ gerufen und nun den Schreibtisch wieder pickepacke voll. So kann ich am besten arbeiten.

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* Und zwar so und produktiv, dass ich hinterher echt schlechte Laune habe. Zum Aufräumen oder Putzen kann ich mich nämlich dann auch nicht aufraffen.

Nighter am Nachmittag

Nighter am Nachmittag

Zweite Welle: Tag 57

Ich habe nicht bis in die Puppen ausgeschlafen (trotz langer Kneipe).

Beim Aufwachen war ich aber ausreichend verwirrt und der festen Überzeugung, dass Sonntag sei.

Wir haben keinen Essensplan gemacht und waren auch nicht einkaufen. Verwirrend.

Am Nachmittag machten wir uns schick, denn wir waren zum Grillen bei den Skinheads eingeladen. Und wie so viele Subkulturen gibt es ja auch bei den Skinheads einen Dresscode. Aber während der RB das sehr gerne trägt und sich damit identifiziert, würde ich mich nicht als Renee*/Skingirl bezeichnen. Und das Kind ist ja eh gerade in der Findungsphase. Er mag die Skinheads, weil sie ihn so nehmen, wie er ist. Auch mit Iro, der extra gestylt werden sollte

Ihm tut es so gut, er sein zu dürfen. Keine redet über seine Frisur und wenn dann nur anerkennend und positiv.

Dafür fing ich mir zwei neckende Sprüche, weil ich mein Strickzeug auspackte. Aber was eine denn machen, wenn sie nicht tanzen darf?!

Den Freund, den wir mitgenommen hatten**, umarmte ich zum Abschied. Der zweite Mensch, jenseits vom Kind und dem RB, den ich seit März umarmt habe.***

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* sprich Rinie

** selbstverständlich mit MNS im Auto

*** Ich bin beim Umarmen etwas ambivalent. Wenn beide MNS tragen, weiß ich nicht, wie da was übertragen werden könnte.

Zahlen

Zahlen

Zweite Welle: Tag 56

In Anbetracht einiger Projekte, dachte ich, dass ich heute trotz FREItag an den Arbeitsrechner gehen würde.

Aber dann schlief ich erstmal, nachdem das Kind zur Schule aufgebrochen war, aus. Mit Tee im Bett wurde ich wach. Ich war kurz versucht, mich in ein Kanninchenloch zu stürzen im Internet zu verlieren. Dann fand ich das aber nicht so produktiv und zu gerne wäre ich in mein Strick-Kanninchenloch geschlüpft, aber dann besann ich mich: Meine Steuererklärung muss gemacht werden. Und schwubbs, war ich in diesem nicht allzu schönen* Kanninchenloch verschwunden.

Bewaffnet mit Ordnern, Ausdrucken und Kalendern machte ich mich an die Arbeit. Vor lauter Zahlensuchen und -zuordnen vergaß ich zu essen und zu trinken. Nach knapp fünf Stunden war ich ziemlich fertig – mit der Steuererklärung, aber auch so. Mir brummte der Kopf vor Zahlen und der Feststellung, dass ich 2019 zu viel verdient hatte, und natürlich auch, weil ich unterzuckert und segr durstig war.

Am Wochenende muss ich nur noch ein paar Zahlen ergänzen und dann kann muss ich die Erklärung einreichen.

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* Ich finde Steuererklärungen ja eigentlich nicht so schlimm. Aber ich bin sehr froh, dass ich im nächsten Jahr wieder als hauptsächlich Angestellte meine Steuer erklären muss.

Irritierend

Irritierend

Zweite Welle: Tag 48

Das erste Halbjahr war beruflich von einer Kundin und vielen Projekten für ebendiese völlig bestimmt. Wir arbeiteten auf einen sogenannten Launch hin. Mit Start in meinen Urlaub waren viele Projekte abgearbeitet oder schon weit auf den Weg gebracht. Ein paar sollten erst nach meinem Urlaub begonnen werden.

Nun zeichnet sich ab, dass wir nur noch wenig für diese Kundin machen werden. Sowas passiert hin und wieder im Agenturalltag. Irritierend ist es dennoch, wenn eine, also ich, so intensiv für die Projekte, aber auch mit der Kundin gearbeitet hat. Und nun ist da nichts – also fast nichts mehr.

Das lässt mir das Zeit und Raum für andere Kundinnen und Projekte. Worüber ich mich auch freue. Aber „meine“ Kundin wird mir (ein wenig) fehlen.

Außerdem muss es sich erstmal rumsprechen, dass ich nun Luft habe. Heute hatte ich so viel Luft, dass ich ab 16h00 nichts mehr zu tun hatte und mich ins Wochenende verabschieden konnte. Das war auch irritierend. Aber das Überstundenkonto freut sich.

Morgen dann mal einen echten FREItag. Hoffentlich.

Schwerer

Schwerer

Zweite Welle: Tag 43

Ich war aus. Draußen. In kleiner unterhaltsamer Runde. Das war eine schöne Abwechslung. Es fühlte sich aber auch etwas komisch ungewohnt an: Mit Menschen längere Zeit verbringen, die nicht zu meinem Haushalt gehören.

Ich muss ein bisschen aufpassen, dass ich das nicht verlerne. Ich merke, dass ich extrem im Katastrophenmodus bin: funktionieren, alles am Laufen halten, immer in Habachtstellung. Ich kann eine grundlegende Anspannung nicht abstreiten. Ich habe kein Problem mit der „neuen Normalität“ (zumindest, wenn sich alle an die wenigen Regeln – AHA – halten würden), aber ich merke, dass von meiner Leichtigkeit, meinem Optimismus etwas in der Maske hängen geblieben abhanden geraten ist. Und nein, dass ist nicht dieses „endlich erwachsen werden“. Es ist vielmehr, dass die leichten Momente (Konzerte, spontan Museum, Freundinnen treffen, Umarmungen zur Begrüßung etc.) fehlen.

Ich kann und will nicht wie ein trotziges Kind schmollen, dass ich den SARS-CoV-2 doof finde und dass ich meine altes Leben zurück haben will. Da macht mein Kopf einfach nicht mit. Es ist jetzt wie es ist und wir müssen mit leben. Aber ich finde es doof, dass die Pandemie dazu führt, dass ich viel mehr Gefahr wittere (als eh schon), das Vertrauen in die Menschheit verliere und dass Freundschaften auf dem Prüfstand stehen.

Die Pandemie macht viel mit uns. Und wir werden als andere herausgehen (sollte sie einmal beendet sein). Wir werden nicht zu unserem „früheren Ich“ zurückkehren können.

Bürotag

Bürotag

Zweite Welle: Tag 41

Weil ich heute ein Mitarbeiterinnengespräch hatte, habe ich tatsächlich mein HomeOffice verlassen und bin mit dem Auto (ÖPNV traue ich mich nur wohl dosiert und nicht zu Stoßzeiten) ins Büro gefahren. Mal abgesehen von den drei Malen, wo ich 1) meinen zweiten Bildschirm geholt, 2) den Rechner zur Reperatur abgegeben und 3) den Rechner wieder abgeholt habe, war es das erste Mal seit Ende März, dass ich im Büro war. Promt hatte ich alles vergesen, was ich zum Arbeiten im Büro brauche. Naja, fast alles. Den Rechner und die Maus hatte ich mit, aber ich hatte kein Netzteil und auch keinen Netzwerkadapter dabei. Zum Glück fand sich im Büro Abhilfe.

Das Gespräch lief gut. Das Feedback durchweg positiv. Die Kritik auf sehr hohem Niveau. Und dennoch ärgert mich der eine oder andere Kritikpunkt sehr. Ich weiß noch nicht, wie ich damit umgehen soll. Es kiekst mich, obwohl es das nicht sollte, denn es kommt aus einer Anspruchshaltung der Kritikerin heraus, die tw. einfach überzogen ist, bzw. sich etwas an bestimmten Prozessen grundlegend verändern müsste, damit ich den einen oder anderen Kritikpunkt wirklich ändern könnte. Außerdem nervt es mich, dass mir sowas nicht direkt gesagt wird, sondern halt so ein anonymes Feedback dafür benutzt wird.

Ansonsten war das Arbeiten im Büro erstaunlich angenehm. Ich arbeite ja gerne im HomeOffice und war auch schon oft genug genervt von meinen Bürotagen, aber heute war es eine ganz nette Abwechselung. Vielleicht auch weil nicht so viele da sind und es daher nicht laut und stressig war, weil immer wer was von mir wollen könnte. Neben dem Gespräch habe ich auch ein paar Sachen weggeschafft.

Die Rückfahrt nutzte ich – dank Freisprechanlage -, um endlich mal wieder mit meiner Mutter zu telefonieren. Da ist gerade viel im Umbruch und ich bin gespannt, wie das weitergeht. Und ob das alles so klappt, wie geplant. Zusammengezuckt bin ich allerdings, als sie meinte, dass wir da, wo sie hinziehen werden, ja auch Urlaub machen könnten. Ja, können wir, aber das müssen wir auch wollen.

KzHakC*

KzHakC*

Zweite Welle: Tag 33

Ich konnte nicht schlafen. Mir geht es nicht besser. Die Ohren fallen zu und amsonsten habe ich Skibrillenschmerzen. Selbstdiagnose in der schlaflosen Nacht: Sinusitus.

Der RB hatte sich gestern dankenswerterweise heldenhaft bereit erklärt, das Kind schulfertig zu machen. So konnte ich etwas ausschlafen. Zumindest nachdem ich gegen 6h00 das Kind beruhigt hatte, dass das Geklapper am Rollladen nur der Wind war.

Ich meldete mich krank und rief bei meiner Ärztin an. Nachdem ich meine Symptome – Kopfschmerzen, Kreislauf, zu’e Nebenhöhlen – geschildert hatte, wurde ich nach weiteren Symptomen (die eher auf Covid-19 hinweisen könnten) befragt und ob ich in letzter Zeit im Urlaub gewesenen sei. Ich erklärte, dass ich vor 5 Wochen aus dem Urlaub zurückgekehrt sei. Damit durfte ich in die offene Sprechstunde kommen, beschied die MTA. Nach einem Tee ging ich los. Bei der Anmeldung sollte durfte ich meine Versichertenkarte selbst ins Lesegerät einstecken. Ich wäre erst in 30 Minuten dran. Nein, ich wollte mich nicht ins Wartezimmer setzen und ging nochmal nach Hause. Da sah ich dann, dass das Kind sein Pausenbrot vergessen hatte und nach weiterer Fahndung dass er auch keine Trinkflasche dabei hat. Und weil das jeden Morgen so ein Stressfaktor ist, dass er an alles denkt, schaffte ich (hoffentlich) Abhilfe.

Jedes Schild hat eine Geschichte

Dann ging ich wieder zur Praxis und durfte direkt ins Behandlungszimmer. Ich erläuterte der Ärztin meine Symptome. Nein, kein Fieber. Ja, Ohren schmerzhaft. Nein, kein Husten. Zur Untersuchung wechselte sie vom medizinischen Mund-Nase-Schutz auf eine FFP3-Maske. Ja, es ist eine Sinusitis**, ich soll den Schleim mit Soledum lösen und wenn es nicht besser wird, müsste ich zum HNO. Zum Abschied redete sie mir ins Gewissen, mich dieses Jahr auf jeden Fall gegen Grippe impfen zu lassen.***

Dann ging ich nach Hause – mit Schlenker an der Apotheke vorbei.

Gerne hätte ich mich nachmittags hingelegt, aber zum einen war die Putzhilfe da und zum anderen musste ich zwei kleine Sachen für die Kolleginnen klären.

Als das Kind zum Rugby aufgebrochen war, buk ich LowCarb-Milchschnitten. Danach legte ich mich endlich aufs Sofa.

26. August: Ich brauche eine Wärmflasche

Das Sofa verließ ich nur noch, um Hühnersuppe zu essen.

Das abendliche Vorlesen musste ich an you.tube outsourcen. Das war aber ok.

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* Krank zu Hause, aber kein Covid-19

** Laut AU-Bescheinigung „chronische Sinusitis“…

*** Ich hatte es in der letzten Saison einfach nicht geschafft und dann vergessen.