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Monat: Oktober 2020

Ernte

Ernte

Zweite Welle: Tag 99

Was früher das Dorf war, ist heute Twitter. Im Guten wie im Schlechten. Ich bin rigoros und versuche mir das Schlechte so weit wie möglich vom Hals zu blocken. Und mit schlecht meine ich nicht schlechte Nachrichten. Sondern das Gepöbel und Lästern. Ich versuche idR Säue an mir vorbeitreiben zu lassen, während ich im Eingang unserer Kneipe stehe und kurz dem wilden Treiben zuschaue, bevor ich wieder reingehe. Und damit wären wir auch beim Guten von Twitter: unsere Kneipe. Große Liebe für die Crew, für den Austausch, für das Füreinanderdasein.

Doch Twitter hat mir darüber hinaus viele tolle Menschen in mein Leben gebracht.

Twitter ist auch Hilfe oft getreu dem Motto „Eine für alle, alle für eine“. Hinter diesem komischen Vögelchen stecken tatsächlich Leute, auf die eine sich verlassen kann, die altruistisch handeln, die Ideen haben, die wen kennen, die wen kennen… ihr wisst schon. Wobei Twitter da schon oft sein globales Wesen zeigt.

Sein höchst dörfliches Dasein zeigte Twitter, als ich den Tweet vom Bad Vilbeler Teufelszeug in die TL gespült bekam:

Nach einszwei dm war geklärt, dass wir heute hinfahren würden.

Das Kind hatte ein letztes Mal Rugby-Training vor #ClosedNovember und freute sich darauf, dass wir weg sein würden, wenn er nach Hause kommt.

In Bad Vilbel empfing uns nicht nur bestes Wetter (für das wir zu warm angezogen waren), sondern auch ein sehr sympathischer Apfelplantagenbesitzer, der uns freundlicherweise auch mit Obstpflückern aushalf und uns dann die noch sehr vollen Bäume auf zwei Streuobstwiesen zeigte.

Das war auf der einen Wiese und danach waren zwei Wäschekörbe voll. Mehr Äpfel brauchen wir nun wirklich nicht. Also fuhren wir die zweite Wiese nicht mehr an, sondern „nur noch“ zum Walnussbaum.

Mit reicher Beute machten wir einen Schlenker durch Kalbach und tauschten einen Teil der Äpfel gegen Quitten ein.

Etwas (sehr) ausgehungert kamen wir zu Hause an. Ich kochte schnell und verarbeitete die ersten Äpfel für den Nachttisch.

Bratsäpfel

(Für die Füllung habe ich etwas Butter – vermutlich so 30 g – mit gemahlenen Mandeln vemengt, bis es etwas teigig war, noch eine Handvoll Rosinen dazu und dann in die Kerngehäuselöcher gedrückt…)

Eskapismus

Eskapismus

Zweite Welle: Tag 98

Nicht nur, weil die TeilnehmerInnen für den Adventskaffee feststehen (ihr bekommt noch Post), sondern auch weil die Tradition es so will, habe ich gestern Abend die erste Runde Keksauswahl getroffen.

Runde 1 *gong*

Jetzt kleben 55 Markierungen in meinen gesammelten Keksrezepten. Im nächsten Schritt muss ich das vermutlich in zwei weiteren Runden weiter ausdünnen, um auf … ich weiß dieses Jahr gar nicht, auf wie viele Rezepte. Ich muss natürlich auch berücksichtigen, dass die Kekse gut verpackt und verschickt werden können.

Ansonsten heute Eskapismus deluxe betrieben und den ganzen Tag im Bett gedümpelt, gestrickt und die 4. Staffel von The Bold Type gebingt. Währendessen hat der RB gehaushaltet: Wäsche gemacht, eingekauft, gekocht.

Wieder da

Wieder da

Zweite Welle: Tag 97

Eine Woche, nachdem mein Vater ins Krankenhaus musste, ist er heute wieder nach Hause gekommen. Das ist gut. Gut ist auch, dass der Grund für seine Einlieferung erfolgreich behandelt werden konnte. Nicht so gut, wenn auch aus Pandemiesicht verständlich, war, dass meine Mutter gar nicht zu ihm durfte. Dass mein Vater, aus personeller Sicht auch verständlich, nicht ausreichend Ansprache, Beschäftigung bekam und wohl gar nicht mobilisiert wurde.

Nein, krank zu werden ist während der Pandemie nicht lustig. Besuche bei Ärztinnen möchte eine derzeit ja auf das absolut nötige Minimum.

Aber als Mensch, der auf Hilfe angewiesen ist, alleine krank im Krankenhaus sein zu müssen, das wünsche ich keiner.

Seit langem mal wieder

Seit langem mal wieder

Zweite Welle: Tag 96
(Die Zahlen steigen weiter und weiter und in Höhen, die wir uns im Frühjahr gar nicht vorstellen konnten.)

Außer Arbeit passiert hier ja eigentlich nicht viel. Deswegen war es ein kurzer Herz-in-die-Hose-Moment, als auf meinem Handy um kurz nach 17h00 die Telefonnummer des Kindes Rugby-Trainers erschien. „Uff, dem Kind ist irgendwas auf dem Weg zum Training passiert“, schoss mir durch den Kopf. Doch dann hörte ich direkt die Stimme vom Kind. Er hatte „nur“ seinen Zahnschutz* vergessen und ob ich ihm den bringen könnte. Zum Glück war ich ordentlich angezogen und musst nur noch in die Schuhe schlüpfen, den Zahnschutz schnappen und mich aufs Rad schwingen.

Und weil ich schon mal da war, blieb ich am Pitch und quatschte mit einem anderen wartenden Eltern.

Das habe ich schon lange nicht mehr gemacht. Seit über einem Jahr fährt das Kind ausschließlich alleine zum Training. Ganz gelegentlich habe ich ihn abgeholt, aber zweimal pro Woche eineinhalb Stunden am Pitch stehen, war einfach auch vom Arbeitspensum her nicht (mehr) möglich.

Nun – also nach den Beschlüssen der Ministerkonferenz – war es vorerst auch das letzte Mal: Im November gibt es kein Training. Was im Dezember sein wird, wird sich zeigen. Zumal sie ja ausschließlich Outdoor-Training haben und das im Winter auch wetterabhängig stattfinden wird.

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* Vor der Pandemie nannte ich es semi-unkorrekt „Mundschutz“.

Stricken

Stricken

Zweite Welle: Tag 95

Vom großen Strickprojekt sind 75 Prozent fertig …

… aber 25 Prozent (unten links) werde ich wohl doch aufribbeln und neu stricken. Und ich fürchte, dass ich fürs noch fehlende Viertel nicht genug Wolle habe und doch noch zehn Knäule kaufen muss. Uff, das wird ein teures Projekt.

Jetz aber erstmal wieder einen Pussyhat dazwischenschieben.

Nur Arbeit

Nur Arbeit

Zweite Welle: Tag 94

Die Infektionszahlen steigen weiterhin. Es muss was passieren. Ich gehe nicht unnötig raus, gehe nur einkaufen, schränke mich ein. Es fällt mir nicht schwer – zum Glück. Auch wenn ich gerne mal wieder Menschen umarmen möchte, ins Museum gehen, meine Eltern besuchen. Aber das funktioniert dieser Tage nicht bzw. wäre einfach unvernünftig. Und der RB hat ausreichend Kontakt mit Menschen. Das Kind geht in die Schule und wird auch – solange es noch geht – weiterhin zum Sport gehen.

Bleibt mir also nur Arbeit…

… und ein früher Start in die Grünkohl-Saison.

Abwechselung war das kurze Wohnungstürgespräch mit Freundin C, als sie den Drucker abholte.

Wandertreff

Wandertreff

Zweite Welle: Tag 93

Yeah, endlich ist mein Biorhythmus wieder im Lot. Endlich wieder Normalzeit. Und ja, diese eine Stunde macht viel bei mir aus. (Ich freue mich für jede, für die das egal ist. Mir eben nicht.) Dank der Zeitumstellung fiel es auch nicht so schwer trotz Sonntag bereits um 9h30 aufzustehen, weil wir um 11h30 das Haus verlassen wollten. Denn heute waren wir zum Wandern verabredet: Zu siebt wanderten wir um Hohensolms rum:

Abgesehen vom Regen, der zur Halbzeit einsetzte, war das eine sehr schöne Strecke. (Es fühlte sich ein wenig komisch an, die Tour nicht mit Else geplant zu haben.) Toll war auch, dass da andere Menschen waren. Ich genieße zwar schon, wenn wir „nur“ zu zweit oder zu dritt unterwegs sind, aber sich mal mit anderen Erwachsenen unterhalten zu können, war eine schöne Abwechselung.

Live-Musik

Live-Musik

Zweite Welle: Tag 92

Eigentlich Wenn keine Pandemie wäre, würden wir heute den Geburtstag vom RB feiern würde ich in genau einer Woche „mal wieder“ zu einem NewModelArmy-Konzert gehen. Die wollten ähnlich wie der RB groß feieren, denn sie haben dieses Jahr ihr 40er-Jubiläum. Doch schon Anfang Juni wurde die Tour verlegt – ich hoffe also auf nächstes Jahr November.

Anfang September posteten NMA auf diversen SocialMedia-Kanälen, dass sie ihr Jubiläum trotz allem feiern möchten. Mit einem Konzert. Halt digital. Ohne zu zögern sicherte ich mir ein Ticket und freute mich seitdem vor.

Heute war es dann so weit. Und weil der RB den Abend nicht mit NMA verbringen wollte, verdonnerte ich ihn zum „Männerabend“ mit dem Kind, während ich mich mit meinem Rechner ins Schlafzimmer verzog.

Mein Gedanke war ja: „Setzte dich entspannt mit den Kopfhörern vor den Rechner und strickst bei guter Musik.“

Hahaha, aber schon beim 5. Lied (Island) konnte ich nicht mehr still sitzen.* Und bis mir einfiel, dass ich ja den Brüllwürfel** habe, tanzte ich mit Kabel und OnEars im Schlafzimmer.

Das ganze Konzert dauerte über drei Stunden (mit Pause) und es war wirklich „wow“. Natürlich ist es nicht mit einem echten Konzert vergleichbar, aber die alten Herren haben live gespielt, der Sound war super, der Schnitt war auch gut. Es war auch beeindruckend, dass dieser Stream rund um die Welt ging und die technischen Ausfälle hielten sich wohl auch in Grenzen***. Und es fühlte sich auch toll an, Teil eines so großen internationalen Publikums zu sein.

Hachz, das war echt toll.

Und nun bin ich ein bisschen wehmütig, weil ich mir die letzten Monate erfolgreich eingeredet hatte, dass ich Konzertbesuche gar nicht so vermisse(n darf). Aber *seufz* doch, Live-Musik und dabzu tanzen und schwitzen, muss ab und zu sein.

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* Es war eh eine sehr großartige Playlist.

** Bluetooth-Lautsprecher

*** Bei mir hing sich der Stream ab und zu mal auf, aber das ließ sich mit Browser-Refresh beheben.

Innenansicht

Innenansicht

Zweite Welle: Tag 91

Wenn ich heute nicht den Termin zum CT der Neben- und Stirnhöhlen gehabt hätte, würde ich seit einer Woche Soledum und Nasenspray nehmen. Die „Skibrillen“-Schmerzen sind mal wieder da.

Der Wahnsinn ist zurück

Der Wahnsinn ist zurück

Zweite Welle: Tag 90

Es ist wieder *diese* Zeit im Jahr: Ich „musste“ Frauenzeitschriften kaufen, denn – tadaaaa

… die Plätzchenhefte sind wieder da.

Die freundin mit dem Plätzchen-Extra scheine ich verpasst zu haben. Naja, ich werde es überleben. Die Auswahl wird auch ohne nicht einfach sein – wie „immer“