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Kategorie: Oh, wewewe

Komischer Tag

Komischer Tag

  • Ziemlich krank wach geworden. Es ist mindestens Seuche, vermutlich aber auch Dings.
  • Mich über „Die Entdeckung der Langsamkeit“ vom Kind geärgert. Bevorzugt morgens (wie heute).
  • Über eine Stunde in einer Vollsperrung gestanden. Mich über die Rettungsgasse gefreut, aber über die Deppen, die sie zum Spazierengehen nutzten, den Kopf geschüttelt.
  • Von 12h00 bis 16h00 in Heidelberg dem Kind beim Rugby zugeguckt.
  • Staufrei zurückgefahren.
  • Verwundert Dinge gelesen. Schwanke zwischen Irritation und Loyalitätskonflikt.
  • Mich geärgert. Und dann über 2 Stunden geputzt und gekocht.
  • Lecker gegessen.
  • Hustenanfall gehabt. Danke Seuche. Danke RB. Danke Merkel.
  • Noch ne Runde Vikings gucken.
  • Virtuelle Küsse bekommen. Zur Sicherheit.
rrb

rrb

Nein, ich habe mich nicht verschrieben. Es geht nicht um den Rundfunk Berlin-Brandenburg. Es geht um ein Thema, dass beim heutigen Tweep-Meet irgendwann zwischen Vorspeise und Kaffee aufkam. Also genau genommen von Silke aufgebracht wurde. Es gibt ja viele Dinge (in unserem Land), die fallen in die Kategorie „Die Menschheit hat zu viel Zeit“. So auch das Event, das auf einem Aushang, den Silke fotografierthatte, angeboten wurde: eine Rauf-Party bzw. eine Rauf-Kuschel-Party. Ja, googelt das ruhig. Ich bin aus dem Staunen nicht rausgekommen.

Ehrlich Leute, ihr trefft euch mit Wildfremden zum Raufen*, Rangeln**, Balgen***?

Und um das fachmännisch (sic!) anzuleiten – es gibt nämlich ein umfangreiches Regelwerk – reist Siggi doch tatsächlich nach Darmstadt. Denn dieses Happening findet in der – und ja, das denke ich mir nicht aus – Bessunger Knabenschule statt.

Enganliegende Wechselkleidung sowie ein Spannbettlaken müssen mitgebracht werden.

Ich habe Fragen. Aber ich glaube nicht, dass ich die Antworten darauf haben möchte.

——————
* Verhörer vom RB: saufen

** Verhörer von C.: rammeln

*** mein Verhörer: blasen

Fridays For Future – ein Statement

Fridays For Future – ein Statement

Dem höchst treffenden rantigen Thread bzw. Thread-Rant von Ulrike auf Twitter zu #FridaysforFuture ist nix hinzuzufügen:

Diese Diskreditierungsversuche von #FridaysForFurture aus der (deutschen) Politik machen mich so wütend, dass ich jetzt mal einen Sonntagmorgenthread dazu ablassen muss.

1) Verweis auf die Schulpflicht: Ich halte die allgemeine Schulpflicht insgesamt für eine gute Sache, aber für dieses Argument wird sie instrumentalisiert – u. a. von denen, die es seit Jahrzehnten (!!) nicht nur nicht hinbekommen, die Schulen zu erfolgreichen Lernorten für alle zu machen, sondern die es offenkundig überhaupt nicht juckt, wie viel Unterreicht wegen Lehrkraftmangel sowieso ständig ausfällt. Ich brauche nur an die Diskussion mit einem Bremer Lokalpolitiker zu denken, der mir allen Ernstes erklärt hat, Eltern würden den Unterrichtsausfall überschätzen, seine Statistiken zeigten, dass Unterricht zu 98 % stattfinden könnte.

2) Seit Beginn der PISA-Studien (die auch problematisch sind, aber anderes Fass) wissen wir, dass es auch in den deutschen Schulen massive Probleme gibt. Die Politik reagiert darauf mit hektischem Hin und Her in der Schulpolitik, echte Besserung ist m.E. nicht in Sicht. Trotzdem soll oberste Piorität sein, auch nur ja keine Stunde des schulischen Angebots zu versäumen?

3) Wen das PISA-Argument nicht überzeugt, braucht nur mal darauf zu schauen, wie sich schulische Bildung zum Rest des gesellschaftlichen Lebens verhält – angefangen von dem Konsens, dass Schule ein notwendiges Übel sei („soll ja auch keinen Spaß machen“, „muss halt sein“, „Horrorfach Mathe“), über die wenig nachhaltige Wissensvermittlung („braucht man nie wieder im Leben“, „habe ich mal in der Schule gelernt, aber soooo lange her“) bis hin zu Phänomenen wie Flat Earthern Homöoopathiegläubigen und Impfverweigerern, die es gar nicht geben dürfte, wenn die Schule flächendeckend ihren Bildungsauftrag erfüllen würde. Mal ganz abgesehen von dem mangelnden Verständnis der Ergebnisse der Klimaforschung.

3) Ähnlich wie 2): Alle, die es bisher in verantwortlichen politischen/gesellschaftlichen Positionen verbockt haben, das Ruder rumzureißen, um die globale Erwärmung zu stoppen, haben doch die schulische und in der Regel noch weitere Bildungsanstalten durchlaufen – das allein nützt offensichtlich nichts.

4) Da es mir hier bes. um die Äußerungen aus der dt. Politik geht: Eure Parteien haben alle Jugendorganisationen. Viele eurer Promis sind als ganz junge Leute in eben diese Jugendorganisationen eingetreten – & jetzt argumentiert ihr, in dem Alter hätte man keine Ahnung? Meint ihr im Ernst, so lockt man Nachwuchs an? Indem man jungen Leuten sagt, sie wüssten nix, könnten nix und sollten erstmal alt werden, wenn sie mitreden wollen? Mir bleibt da echt der Mund offen stehen.

5) Oft gesagt, aber offensichtlich immer noch nicht verstanden: die Forderungen von #FridaysForFuture sind doch gar nicht neu – das fordern Wissenschaft und große Teile der Gesellschaft schon lange, nur bisher leider nicht in dieser Radikalität. Ich bin soooo dankbar, dass die Jungen ihre Energie und Leidenschaft und Freiheit einsetzen, um so laut zu sein.

6) Zu allen diesen Punkten, besonders zu den Mängeln in der Schullandschaft (hallo, liebe dt. Politik, schon vergessen, wie lange ihr euch gerade erst beharkt hab, als es darum ging, dt. Schulen langsam mal auf den Stand zu bringen, der in jedem Unternehmen Mindeststandard ist?) könnte ich noch erweiternde Unterpunkte aufmachen, aber das erspare ich euch & mir.

Ich mache jetzt Waffeln & Tee & gehe laufen, & wenn ich zurückkomme, will ich in meiner TL keine Anti#FridaysForFuture-Statments aus der dt. Politik mehr sehen. Danke und schönen Sonntag!

Erst die Arbeit, dann … die Care-Arbeit

Erst die Arbeit, dann … die Care-Arbeit

Gestern wurde ich auf einen SZ-Artikel zum Thema HomeOffice aufmerksam. Huch. Tja.

Ich fange mal beim Text selbst an:

  • Das Bild geht gar nicht. Bei wem HomeOffice so aussieht, macht meiner Meinung nach was falsch. Aber dazu später mehr.
  • „Beruf und Familie zu vereinbaren, wird für Millionen Deutsche zur Herausforderung, seit Mütter arbeiten gehen.“
    Dieser Satz ist eine Unverschämtheit, denn er suggeriert, dass die Herausforderungen bei der Vereinbarung alleinig daher rühren, dass Mütter arbeiten gehen (von Wollen vs. Müssen will ich gar nicht erst anfangen).
  • Das Beispiel mit der Ärztin hinkt (zudem ist es aus der Studie „geklaut“), denn als Ärztin ist HomeOffice wahrlich nicht so einfach. Insbesondere wenn sie praktisch (also niedergelassen oder in der Klinik) arbeitet. Und selbst wenn die Praxis in dem Haus ist, ist das nun doch nicht HomeOffice (zumal sich wohl jede Ärztin dreimal überlegt, ob sie ihr Kind mit in (ihre) Praxis schleppt).
  • „Beruf und Familie zu vereinbaren, wird für Millionen Deutsche zur Herausforderung, seit oft beide Eltern arbeiten gehen.“
    Ach, der Satz geht auch in etwas neutraler. Tjanun, ist nur nicht so ein plakativer Einstieg.
  • „Homeoffice und flexibles Arbeiten gelten als Abhilfe: Wer den Weg ins Büro spart und den Tag frei einteilen kann, bringt Kinder und Karriere leichter unter einen Hut.“
    Wenn ich bedenke, was manche Menschen täglich an Weg zur und von der Arbeit absolvieren, bringt das nicht nur „Kinder und Karriere“, sondern generell mal „Leben und Karriere“ unter einen Hut.
  • „Homeoffice ermöglicht Müttern, sich jede Woche drei Stunden mehr um ihre Kinder zu kümmern.“
    Ganz einfache Rechnung: Wenn ich nicht mehr 1,5 Stunden pro Weg tote Zeit habe, kann ich die ins Kind investieren. Und wenn ich zu Hause arbeite, kann ich auch früher anfangen und habe effektiv mehr vom Tag.
  • „Sie [die Studie] zeigt aber auch: Flexibles Arbeiten zementiert traditionelle Rollen von Mann und Frau.“
    Dieser Schluss ist an dieser Stelle nicht offensichtlich. Ist mir auch zu einfach. Aber auf die Studie gehe ich später noch ein.
  • „Denn Väter nutzen Homeoffice ganz anders: Sie machen im Durchschnitt einfach zwei Überstunden mehr die Woche als Kollegen, nehmen sich aber nicht mehr Zeit für die Kinder.“
    Ah, hier kommt die vermeintliche Erklärung für den Satz davor. Da ist bei mir eine Werbung zwischen, wodurch natürlich der vorherige Satz erstmal prima wirken kann.
    Ich stehe Überstunden ja kritisch gegenüber. Insbesondere, wenn sie sich kurz- bis mittelfristig nicht ausgleichen. Dann hat eine nämlich grundlegend zu viel zu tun.
  • „Sie [die Mütter] sind doppelt belastet und bleiben mit dem Stress allein.“
    Das liegt aber nicht am HomeOffice, sondern daran, dass da etwas grundlegend ungleich verteilt ist bei diesen Frauen und ihren Partnern. Das kommt dann in den folgenden Zitaten gut raus:
  • „‚Wie es für die Familie genutzt wird, hängt von der Einstellung von Vätern und Müttern ab.‘ Gerade männliche Führungskräfte glaubten, viele Überstunden leisten zu sollen. ‚Die Mütter machen bei dieser Verteilung mit. Sie halten weiter den Männern den Rücken frei.'“
    Ich sagte ja, das Problem ist nicht das HomeOffice, das Problem ist die Partnerschaft, das Verständnis und die Verteilung der Care-Arbeit.
  • „… Mütter … gehen in Teilzeit. Auch wenn dadurch ihre berufliche Entwicklung leidet und sie finanziell von ihrem Mann abhängig werden.“
    Ich sage da ja immer: Erwachsene Menschen treffen da Entscheidungen. Aber auch hier gilt: Das hat nichts damit zu tun, ob die Mutter im HomeOffice arbeitet oder nicht.
  • „Väter arbeiten viele Stunden am Stück. Mütter stückeln ihren Tag, um sich zwischendrin immer wieder mit den Kindern zu beschäftigen. Der Nachwuchs spricht die Mutter an … seltener den Vater, der zu Hause ist.“
    Hier möchte ich beiden Seiten zurufen: „Selbst schuld!“ Es hängt ja viel davon ab, wie der Job geartet ist und ob eine Stückelung überhaupt möglich ist.
  • Der erste Absatz unter dieser Überschrift: „Väter, die traditionelle Muster ändern wollen, stoßen genauso auf Hürden“ ist interessant. Mal abgesehen davon, dass nicht erklärt wird, auf welche Hürden Väter so stoßen. Aber ja, die Sache mit dem HomeOffice hat sich noch nicht so wirklich durchgesetzt. Natürlich ist nicht jeder Job geeignet für HomeOffice. Aber selbst die, die einen Job haben, der auch gut im HomeOffice zu erledigen wäre, stoßen nur allzu oft an irgendwelche obskuren Argumente. Vielleicht sind „die Deutschen“ da zu preußisch: Arbeit wird in der Fabrik, der Wekrstatt, im Büro erledigt. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Und überhaupt, das war schon immer so! Wo kommwa denn hin mit sonnem neumodischen Gedöns.
    Umdenken ist gefragt. Umdenken auf allen Seiten. Ich kann als Arbeitgeberin keine Agilität und Felxibilität von meinen Arbeitnehmerinnen erwarten, wenn ich ihnen keine ermögliche. Und Arbeitnehmerinnen müssen aus der Dankbarkeits- und Beweisfalle raus.
  • Die beiden letzten Absätze hingegen haben – mal wieder – nichts mit HomeOffice zu tun. Es geht viel mehr darum, wie der Ungleichverteilung vor allem von Care-Arbeit entgegengewirkt werden kann. Was da steht ist alles wichtig und richtig, aber hey, es ging um HomeOffice.

Die Studie
Lott Y. Weniger Arbeit, mehr Freizeit? Wofür Mütter und Väter flexible Arbeitsarrangements nutzen. WSI Report 2019; 47.

  • In der Studie geht es darum, wofür Mütter und Väter flexible Arbeitszeitmodelle – HomeOffice, Gleitzeit, selbstbestimmte Arbeitszeiten – nutzen. Also was machen sie mit der Zeit.
  • Deutschland hat im internationalen Vergleich eine höchst ungleiche Verteilung von Sorgearbeit.

Gender Care Gap

  • Mütter wenden pro Woche an Werktagen durchschnittlich 21,01 Stunden für die Kinderbetreuung auf, Väter nur 8,6.
    • Veränderung von 2000 – 2016: Frauen -1,49 Stunden; Männer: +1,3 Stunden. Wenn das in dem Tempo weitergeht, sind wir in 60 Jahren ungefähr auf gleichem Level.
  • Bei der geneuen Betrachtung, wie sich flexible Arbeitszeitmodelle auf die Care-Arbeit auswirken, kommen in der Studie allerdings andere Zahlen raus:
    • Frauen bringen im HomeOffice gut 21 Stunden für die Care-Arbeit auf (vs. 18 Stunden bei Frauen, die nicht im HomeOffice arbeiten).
    • Männer investieren – ob im HomeOffice oder nicht – 13 Stunden pro Woche in die Kinderbetreuung.

Gender Time Gap:

  • Mütter arbeiten im HomeOffice eine Stunde zusätzlich als Mütter ohne Homeoffice.
  • Männer machen im HomeOffice 6 Überstunden (vs. 4 Stunden ohne Homeoffice).

Gender Leisure Gap
(Keine Zahlen zum HomeOffice)

  • Generell verbringen Mütter 1,5 Stunden weniger mit Freizeitaktivitäten als Väter (4,5 vs. 6 Stunden).
  • Väter mit festen Arbeitszeiten haben die meiste Zeit für Freizeitaktivitäten (> 6 Stunden).
  • Bei Müttern ist die Auswirkung des Arbeitszeitmodels nicht so stark ausgeprägt.

Fazit

  • Väter arbeiten bei flexiblen Arbeitszeitmodellen mehr und wenden gleichzeitig weniger Zeit für die Care-Arbeit auf.
  • Mütter arbeiten mit flexiblen Arbeitszeitmodellen mehr als ohne, wende dabei aber mehr Zeit fr die Care-Arbeit auf.

Tja, was zeigt uns das?! Frauen müssen ihre Partner mehr in die Pflicht nehmen. Sie müssen sich weniger verantwortlich für alles fühlen und sich auch das Recht rausnehmen, etwas für sich zu tun. Flexible Arbeitszeiten können dazu viel beitragen, aber wenn das Potenzial nur von den Vätern genutzt wird, ist es halt auch eine Einbahnstraße. Und damit wären wir wieder bei meinem Frauentags-Appell.

Mein HomeOffice

Ich konnte mir lange Zeit nicht vorstellen, im HomeOffice effektiv zu arbeiten. Und nutzte es als Arbeitnehmerin auch nur selten. Außerdem fand und finde ich den zwischenmenschlichen Austausch im Büro ja durchaus nett. Er kann allerdings auch nerven. Als ich im ersten Jahr alleinerziehend (noch) festangestellt war, wollte ich keine HomeOffice-Lösung. Ich wollte, dass der Job zu Ende ist, wenn ich das Büro verlasse. Mir hatten die drei Monate alleinerziehend mit Wurschtel-HomeOffice-Lösung in Hamburg gereicht, danach war ich fertig.

Doch dann kam die Entscheidung, selbstständig freiberuflich zu arbeiten, was natürlich impliziert, dass ich erstmal in der Regel im HomeOffice arbeiten muss (außer ich hätte mir ein Extra-Büro gemietet). Mein erster Auftraggeber bot mir dann aber tatsächlich an, auch vor Ort zu arbeiten, was ich aber aufgrund der Entfernung nur gelegentlich in Anspruch nahm.

Anfangs war es etwas schwer, wirklich in den Tritt zu kommen. Das Kind war zwar vormittags in der Schule und danach im Hort, aber oft machte ich erstmal dieses und jenes, bevor ich anfing zu arbeiten. Erschwerend kommt dazu, dass ich morgens oft unglaublich langsam bin. Was ich abends in zwei Stunden schaffe, dafür brauche ich vormittags oft zweieinhalb bis drei Stunden. Und ich mag auch die Ruhe am späten Abend.

Mittlerweile hat sich das alles ganz gut eingependelt mit dem HomeOffice. Was sicherlich auch daran liegt, dass ich als Festfreie mit einem definierten Stundenkontingent pro Monat dieses erstmal abarbeiten muss. Das alles in die Abendstunden zu legen, wäre höchst ambitioniert. Außerdem arbeite ich meiner Auftraggeberin nicht nur zu, sondern stehe auch selbst im direkten Kundenkontakt, was eine gewisse Erreichbarkeit voraussetzt.

Vom Prinzip her gibt es feste Zeiten, zu denen ich grundlegend verfügbar bin. Was aber nicht bedeutet, dass ich außerhalb dieser Zeiten nicht arbeite. Entweder nutze ich die Zeit für andere Aufträge oder halt um aktuelle Projekte, die jetztsofort fertig werden müssen, zu bearbeiten. Diese Projekt-Peaks gibt es in meinem Bereich immer wieder. Genauso wie Flauten. Was auch ein Grund ist, warum ich lieber selbstständig denn angestellt arbeiten möchte. Gerade bei Flauten kann ich so einfacher sagen: „Diese Woche stehen nur wenig an. Ich bin an den und den Tagen nicht erreichbar.“ Das ist angestellt (immer noch) schwierig. Dazu kommt, dass ich stundengenau abrrechne. Es wird nicht erwartet, dass ein gewisser Anteil an Überstunden schon direkt abgegolten ist (in „meiner“ Branche durchaus üblich). Umgekehrt habe ich natürlich keinen Urlaubsanspruch und auch bei Krankheit ist das mein Problem. Doch das Stundenkontigent lässt es zu, dass auch das möglich ist.

Ich bin regelmäßig bei meiner Hauptauftraggeberin, aber täglich würde ich nicht hin wollen. Denn es würde mich täglich zwischen 2-3 Stunden Fahrtzeit kosten. Das ist wertvolle Zeit, die ich nich abrechnen kann, die ich aber auch nicht fürs Kind, den Haushalt oder mich nutzen kann. So bin ich in der Regel zu Hause, wenn das Kind nach Hause kommt. Wenn es die Zeit zulässt und meine Motivation ausreichend hoch ist, habe ich dann auch schon eine Sporteinheit absolviert. Außerdem können der RB und ich durchs HomeOffice morgens entspannt zusammen frühstücken. Allein unter diesen Aspekten ist das HomeOffice für die Vereinbarkeit super.

Allerdings geht das Kind zwar vormittags in die Schule, aber nur an drei Tagen in den Hort (demnächst nur noch zwei und ab Sommer dann hoffentlich auf eine Ganztagsschule). An Tagen, an denen er nicht in den Hort geht, heißt das aber nicht, dass ich mit ihm Halligalli mache (außer es ist gerade mal Flaute). Dann wird gegessen. Danach macht er Hausaufgaben. Allein. In seinem Zimmer. Danach muss er – sofern ich arbeiten muss – in seinem Zimmer spielen. Ja, da hilft uns das Tablet viel. Aber auch an Tagen, an denen – warum auch immer – Tablet-Verbot besteht, klappt das in der Regel gut. Mittlerweile. Anfangs hat er nicht verstanden, dass ich zwar zu Hause, aber letztlich – für ihn – nur anwesend und nur bedingt verfügbar bin. Aber ich kann meine Arbeit nicht machen, wenn ich mich nicht mal eine Weile am Stück konzentrieren kann. Das führt auch dazu, dass der RB nicht immer Musik hören darf, wenn er morgens mit mir im Wohnzimmerbüro sitzt.

Was aber ohne HomeOffice nicht möglich gewesen wäre: Dass das Kind zum Rugby geht. Ich wüsste nicht, wie ich es hätte schaffen sollen, dass er pünktlich um 17h00 am Pitch ist – außer mit einer externen Bereuungsperson.

Die Hausarbeit hat nichts vom HomeOffice. Ja, vielleicht werfe ich mal eine Waschmaschine mehr an. Und die Maschine muss nicht nur abends laufen, aber sauberer ist es bei uns auch nicht und das Thema Putzhilfe ist weiterhin ein großes. Wobei ich mich frage, wo ich dann hin soll, wenn die Person gerade in der Wohnung wirbelt.

Hachz

Hachz

Ich habe seit Freitagmorgen tatsächlich nicht einmal an meine Arbeit gedacht. Also nicht im sinne von panisch „Ohje, diesdasundjenes steht auf dem Plan. Ich kann meine e-Mails nicht abrufen. Was wohl alles aufgelaufen ist, wenn ich Montagabend in die Mails gucke.“ Obwohl die To-Do-Liste für diese Woche wirklich lang ist.

Das spricht sehr für das Wochenende. Und womöglich auch sehr dafür, dass es nötig war, jetzt gerade eine kleine – wenn auch viel zu kurze – Pause in den Alltag einzubauen.

Es war eine tolle Mischung aus Stadt (Oslo), Schnee sehen, riechen, fühlen und vor allem eine schöne Zeit mit lieben Menschen verbringen. Schön war, wie sich die Kinder verstanden haben, die sich ja noch nicht kannten und sich tatsächlich auch allein miteinander (v.a. der midi-monsieur und das große Rabenkind) beschäftigen konnten, dass das kleine Rabenkind halt mit doppelt so alt wie beim ersten Treffen sehr viel vom Fremdeln abgelegt hatte und sich mit einer großen Protion Niedlichkeit in unsere Herzen spielte (es ist schon zum Fressen, wenn Dir eine junge Dame auf Norwegisch aufregend Dinge erzählt). Schön war auch, dass die Kinder relativ entspannt zusammen in einem Zimmer schliefen und auch sich relativ anstandslos mehr oder weniger zusammen ins Bett bringen ließen, sodass wir auch noch Zeit für Erwachsenen-Dinge hatten. Ist ja auch schon schön, einfach mal drei zusamenhängende Sätze mit anderen Erwachsenen auszutauschen, Alkohol zutrinken oder lustige norwegische Süßigkeiten zu essen, ohne dass ein Kind etwas jetztsofortganzdringend will.

Das Kind brachte es allerdings heute morgen auf den Punkt: „Warum müssen wir denn heute schon zurück?!“

Wenigstens war das Zurück sehr entspannend*. Ich mag es ja, wenn eine bequem mit dem ÖPNV** zum Flughafen kommen kann.

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* Auch wenn es in Deutschland stürmte und so unser Flug fast 70 Minuten verspätet losgeflogen wäre, aber dann doch nur 15 Minuten.

** Der Bus zur Eidsvoll Stasjon verspätete sich etwas*** und ich hatte kurz Stress…

*** 2 Minuten

Schnee

Schnee

Aus irgendwelchen Gründen hatte der RB im November, als wir unseren Kurztrip nach Norwegen klarmachten, verdrängt, dass – trotz Klimawandel – Anfang März in Norwegen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit noch Schnee liegt. Er hätte es auch weiterhin verdrängt, wenn ich nicht Anfang Februar dazu aufgerufen hätte, die schneetauglichen Klamotten zu sichten.

Viel zu sichten gab es beim RB nicht. Also habe ich dies und das bestellt, denn wenig ist schlimmer als kalt zu haben und jemanden zu haben, die wegen zu kalt jammert.

Das Resultat war, dass wir einen Koffer mit Wintersachen befüllten und einen mit anderen (und Gin und Whisky geschickt verteilten).

Die anderen Sachen waren gerade richtig für einen Tag in Oslo, denn – Klimawandel – da war es gestern durchaus mild. Und sonnig. Und so gar kein Schnee.

Das war schon auch schön, aber es wäre blöd gewesen, wenn wir dem anderen Kofferinhalt nur zum Polstern der Ginflaschen mitgenommen hätten.

Doch heute Nacht schneite es. Und heute Morgen auch noch. Und nach Frühstück mit Brüllen’schen Waffeln, dann Sendung mit der Maus war es soweit: Wir hüpften in die Winterklamotten. Der Midi-monsieur und das große Rabenkind hüpften als erste raus und nutzten den sehr nassen Schnee für Skulpturen.

Kleiner Schneerabe mit Puffin
Der Rabenkönig (und seine Erschaffer)

Nach und nach verließen wir das Haus, machten eine Schneeballschlacht, fuhren (machten?) Langlauf (also das kleine Rabenkind), warteten auf Frau Rabe, bekamen kalt (das große Rabenkind), gingen wieder ins Hause (großes Rabenkind und Herr Rabe) bzw. machten uns auf zum Schneespaziergang.

Das große Kind übte sich als Kavalier und zog das kleine Rabenkind gut 2 Kilometer.

Gut, es war wirklich nicht kalt. Dadurch war der Schnee recht nass und angetaut. Aber hej, immer noch besser als kein Schnee.

Außerdem wussten die Kinder ja, dass sich damit bestens skulpturieren ließ.

Künstlerinnen-Team 2

Der weitere Tagesverlauf bei Frau Rabe. (Und ja, stimme zu: gaga, lecker, meh.)

Morgen geht es dann zurück und wenn es nicht wie im letzten Jahr noch mal im März schneit, war das schon schön, wenigstens so nochmal Schnee gehabt zu haben. Wobei ich es aber noch schöner fand, Zeit mit und bei Familie Rabe zu verbringen.

Papierfischchen

Papierfischchen

Heute auf der Fahrt nach Oslo gelernt, dass es Papierfischchen und Papierläuse gibt. Aus wissenschaftlicher Sicht höchst interessant, einziehen dürfen sie aber nicht bei uns. Und in Oslo sind sie uns auch nicht über den Weg gelaufen.

Was allerdings vermutlich aber nicht weiter gestört hätte, als wir bei bestem Wetter mit 4 Erwachsenen 3 mehr oder weniger willige Kinder durch Oslo spazierten.

Viel gesehen bei bestem Wetter.

Scott mag Oslo auch.

Niedlich ist, wie sich die drei Kinder verstehen. Der RB fürchtet allerdings, heute Nacht von „Hoppe, hoppe Reiter“ zu träumen.

Logisch

Logisch

Wenn eine eine Linie von Frankfurt nach Oslo zieht, kreuzt diese quasi Bielefeld.

Daher ist es logisch, dass sich drei Bielefelder eher in Frankfurt oder Oslo treffen. Und nachdem Frau Rabe und Kids im Juli 2017 da waren, war Zeit für einen Gegenbesuch.

Da sind wir nun. Etwas müde, weil ich es ja total logisch fand, dass nach Norwegen eine Passkontrolle am Flughafen fällig sei und wir dementsprechend eine Stunde zu früh am Flughafen waren.

Bislang ist alles super. Ich freue mich zu hören, dass es Frau Rabe gut geht im neuen Job. Und es ist spannend, was sie so davon erzählt. Toll ist auch zu sehen, wie sich die Kids entwickelt haben. Und Herrn Rabe kennen wir nun auch live und in Farbe (vermutlich sind wir uns ja schon zu Schulzeiten x-mal unerkannt über den Weg gelaufen).

Schnee! Endlich Schnee! 2 von 3 menschlichen Reisenden freuen sich sehr.
2018-F&A

2018-F&A

Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
9.

Zugenommen oder abgenommen?
etwas zu.

Haare länger oder kürzer?
Viel kürzer.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Gleich.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr (für Urlaub).

Der hirnrissigste Plan?
Ich mache keine hirnrissigen Pläne – also aus meiner Warte heraus. Andere mögen das anders sehen.

Die gefährlichste Unternehmung?
So spontan ich auch bin, aber in Gefahr begebe ich mich nicht.

Der beste Sex?
Also, das ist … nein, ich werde jetzt nicht aus dem Nähkästchen plaudern.

Die teuerste Anschaffung?
Keine größeren Anschaffungen gemacht.

Das leckerste Essen?
Viel lecker gegrillt. Und die Crepes in der einen Creperie kurz vorm Pointe du Raz waren schon sehrsehr gut.

Das beeindruckenste Buch?
Ich kam nicht wirklich zum Lesen bzw. schlafe sicher nach 2-5 Seiten ein, sodass ich „Inside AfD“ bislang noch nicht beenden konnte, obgleich es durchaus spannend und interessant ist.

Der ergreifendste Film?
Ich habe nicht viele Filme gesehen. Und ergriffen hat mich davon eher nichts.

Die beste CD?
Die einzige CD, die ich mir 2018 gekauft habe, war die neue von Zaz. Aber hierläuft viel Musik. Viel neues ist mit dem RB eingezogen. DIE eine beste CD gab es aber 2018 nicht. Wobei … wenn ich mich entscheiden müsste, dann „Between the lines“ von The Hacklers.

Das schönste Konzert?
New Model Army (Ayo, Baboon Show, Feine Sahne Fischfilet, The Busters)

Die meiste Zeit verbracht mit…?
… dem mini-monsieur und dem RB

Die schönste Zeit verbracht mit…?
… RB.

Vorherrschendes Gefühl 2018?
Hui, alles anders, alles toll.

2018 zum ersten Mal getan?
ganz kurze Haare.

2017 nach langer Zeit wieder getan?
Mich verliebt. Mir Sorgen um meinen Papa gemacht. Urlaub.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
– Lungengeschichte von meinem Papa
– den Franzosen, der mein Nein nicht sofort akzeptierte
– Schlaganfall von meinem Papa

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Meinte Mutter davon, dass sie ihre Schmerzmittel nehmen soll (und muss). Ist noch nicht vollbracht

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Da zu sein. Ein kleines Geschenk als Geste.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Zeit, der RB sich selbst und Unterstützung.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Ja, klar will ich Dich wiedersehen.“

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
„Wir sind immer für Dich da“

Mehr Kohle oder weniger?
Mehr.

Besseren Job oder schlechteren?
Immer noch selbstständig, aber mit neuen Autraggebern.

Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Die Erkenntnis, dass ein Mann doch in mein Leben passt.

Mehr bewegt oder weniger?
Physisch habe ich mich etwas weniger bewegt. Ansonsten hat sich hier viel bewegt.

Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Nichts Ernsteres.

Davon war für Dich die Schlimmste?
nichts.

Dein Wort des Jahres?
Seebrücke.

Dein Unwort des Jahres?
Krankenhaus.

Dein Lieblingsblog des Jahres?
Ich habe keinen Lieblingsblog. Ich lese die Blog in meiner Blogroll gerne.

2018 war mit einem Wort…?
Glitzer-Flitter.

Dein grösster Wunsch fürs kommende Jahr?
Dass mein Vater weiter Fortschritte macht und der Frust über die kleinen Schritte nicht überwiegt.

Damals: 2017, 2016, 2015, 2014, 2013