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Monat: Juni 2020

X-8 Tage bis zur zweiten Welle

X-8 Tage bis zur zweiten Welle

Das erste Halbjahr dieses bisher absurden Jahrs ist um. Uff. Große Hoffnung aufs zweite Halbjahr habe ich nicht.

Ich habe noch nicht mal Hoffnung, dass es hinsichtlich meiner Überstunden besser wird. Nach gestern gibt es heute noch mehr zu viel Arbeit. Und das nach einer kurzen Nacht. Ich schreibe noch und das Kind spukt bis 2h00 rum. Gegen 6h00 kommt er zu mir. Um 7h30 kann ich den Wecker nicht zuordnen. Um 8h30 stelle ich fest, dass wir verschlafen haben. Das Kind ist aber noch unausgeschlafen. Ich stehe auf und arbeite. Drölfzig Telkos ab 11h30 zerschießeb mir den Mittag und meinen Zeitplan.

Bald ist Urlaub. Zum Glück.

Wieder viel zu spät denke ich daran, dass das Kind und ich was essen müssen. Der RB ist ja gar nicht da heute Abend, um uns zu retten. Ich improvisiere mit dem, was da ist. Passt schon.

Danach arbeite ich noch weiter. Irgendwie muss ich ja fertig werden.

Bald ist Urlaub. Zum Glück.

X-7 Tage bis zur zweiten Welle

X-7 Tage bis zur zweiten Welle

Arbeit. Zu viel Arbeit.

Mittags musste ich mal raus. Was anderes machen. Außerdem brauchte das Kind ein Geschenk.

Das Kind war draußen. Bis spät. Das tat ihm gut.

Unsere neuen Sitzmöbelbezüge sind da. Yeah.

Es bleibt bei zu viel Arbeit.

Und wenn es nicht so widerlich, unnötig und energiefressend wäre, wären die Kapriolen des Kv wenigstens eine Abwechslung. Aber es nervt einfach nur.

X-6 Tage bis zur zweiten Welle

X-6 Tage bis zur zweiten Welle

Sonntag – wir müssen raus.

Zunächst erstmal auf den Balkon zu einem späten Frühstück.

Dann wabern wir so rum. Ich plane die Route für die Radtour. Und schicke kurz, bevor wir losfahren, eine e-Mail an den Kv ab. Auf Deutsch.

Gegen 14h45 kommen wir endlich mal los. Es ist bewölkt und nicht zu heiß. Ideales Radfahrwetter. Unser Ziel: Ein Gadde nordwestlich von uns. Die Tour ist sehr entspannt, so gut wie keine fiese Steigung und 13 Kilometer sind auch nicht so lang. Der RB ist aber nicht gut drauf und ich habe schon fast ein schlechtes Gewissen.

Im Gadde angekommen fängt es an zu regnen. Zum Glück ist der Schirm groß genug. Es wird gequatscht, gegrillt, gekokelt. Es hört auf zu regnen und wir müssen uns wieder auf den Rückweg machen. Ein anderer Weg als hin, um Steigungen zu vermeiden. Ich bin schon ein bisschen froh, dass der RB heile zu Hause ankommt. Er ist nicht fit.

Zu Hause beschäftigen uns die Reaktionen des Kv: Ich habe drei e-Mails* bekommen und das Kind eine Sprachnachricht**. Sie trieft vor Ironie. Das Kind ist angewidert. Er ist fertig. Ich bin es auch. Auf einmal merke ich, dass ich nicht mehr kann*** und vor allem auch warum: Seit > 15 Wochen ist mein Gehirn dauerhaft angeschaltet. Neuer Alltag, Job, Ängste vom Kind, Hilfe beim HomeSchooling, Diskussionen mit Lehrkräften, Virtuelles Klassenzimmer organisieren, Sorgen um meine Eltern, Ängste vom RB, Job, immer nerviger werdende Absprachen mit dem Kv, Mischung aus Präsenzunterricht und HomeSchooling, wieder geänderter Alltag.

Vielleichtermutlich könnte ich noch mehr fürs Kind tun. Eine könnte immer mehr tun. Aber dennoch sind wir bislang gut durch diesen neuen Alltag gekommen. Und anstatt rumzuspinnen und durchzudrehen, sollte der Kv mir lieber danken.****

Auf dem Weg ins Bett fielen noch ein paar sehr heftige Sätze. Dieser Sommer wird eine Zäsur sein. Die Kind-Kv-Beziehung hat einen Knacks.*****

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* Weniger impulsiv, dafür mit mehr Hirn hätte es auch getan, aber das ist einfach zu viel verlangt.

** Eigentlich sind es zwei, aber die zweite ist mal wieder das übliche „Je t’aime“-Blabla, das das Kind schon nicht mehr ernst nimmt.

*** Ich kann ja dann doch irgendwie immer wieder.

**** Das wird natürlich nie passieren.

***** Wobei „Knacks“ halt ein Euphemismus ist.

X-5 Tage bis zur zweiten Welle

X-5 Tage bis zur zweiten Welle

Dank Blase und vermutlich auch alkoholinduzierter Kurzschlafeuphorie war ich bereits um 8h50 wach. Das Kind war da auch wach und schlich durch die Wohnung. Ich schlich auch aus dem Zimmer und nutzte die Gunst der Stunde und erschreckte das Kind im halbdunklen Flur*. So begann der Tag mit einem spitzen Schrei.

Ich versuchte danach noch einmal zu schlafen, aber das wurde nichts. Zumal das Kind neben mir nicht stille liegen bleiben konnte. Ich schickte ihn raus, woraufhin ich nochmal wegdöste, aber erholsam war das auch nicht. Dann wurde mir Tee gebracht, der RB kam dazu und ich las dem Kind vor.

Richtig in die Gänge kam ich nicht**. Machte aber mit dem RB einen Essens- und Einkaufsplan. Das Kind war unleidlich, weil er auf Nachricht von seinem Kumpel wartete. Ich war unleidlich, weil das Kind unleidlich war und wollte eigentlich nur meine Ruhe. Der RB erkannte die Lage und ging schon mal alleine einkaufen. Das Kind musste zur Erkenntnis gezwungen werden, ging dann aber auch raus – in den Park. Ich fällte einen Sport-Entschluss und yogierte, als der RB wieder da war und sich auf den Fakir zurückgezogen hatte.

Beim Kaffee ärgerte ich mich über eine e-Mail vom Kv. Eine e-Mail an mich. Auf Französisch. Diese e-Mail ist natürlich auf Französisch. Mal abgesehen davon, dass das Schriftfranzösisch vom Kv nicht ganz einwandfrei ist, rostet mein Französisch zunehmend ein. Außerdem empfinde ich es zunehmend als Unverschämtheit, dass ich dauernd Rücksicht auf seine Befindlichkeiten nehmen soll und dass er nicht in der Lage ist, sich in meiner Sprache adäquat auszudrücken. Stattdessen kann er sich immer darauf zurückziehen, dass ich womöglich was falsch verstanden habe, weil ich dann ja doch nicht so gut Französisch kann. Und weil mich das alles so nervt, bekommt er von mir eine Antwort auf Deutsch.

Das Kind kam nach Hause. Ich telepathierte mit meiner Mutter.*** Der RB kochte. Ich fing an zu arbeiten.**** Wir aßen. Ich arbeitete weiter.**** Der RB guckte seine Serie. Um 22h00 wollte ich Eis und holte welches*****. Nacht-Eis für alle.

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* Das Kind liebt Erschrecken zur Zeit sehr. In beide Richtungen.

** das Wetter, die Urlaubsreife, der unterschwellige Stress mit dem Kv, der Liter Wein von gestern

*** Computerhilfe via Skype mit geteiltem Bildschirm. Diesmal um ihr zu helfen, wie sie die Bilder vom Handy und dann als Anhang an die e-Mail bekommt.

**** jahaaaa

***** Ein Hoch auf die Großstadt!

X-4 Tage bis zur zweiten Welle

X-4 Tage bis zur zweiten Welle

Ich hoffe sehr, dass ich in einer Woche tatsächlich nicht doch noch mal eben an den Arbeitsrechner muss. Die To-Do-Liste ist seit gestern nicht wirklich kürzer geworden, weil ich heute noch mehr auf Sparflamme gearbeitet habe als gestern schon. Das Wetter, die Urlaubsreife, der unterschwellige Stress mit dem Kv zehren an meinen Nerven und an meiner Konzentration. Es lauern noch ein paar Mamutprojekte auf mich für die kommenden 4 Arbeitstage.*

Das Kind verabschiedete sich gegen Mittag, um mal wieder im Park zu gehen, um mit anderen Kindern zu spielen. Möglicherweise haben der RB und ich diese Erkenntnis etwas gefeiert.

Um 16h00 kam das Kind ziemlich glücklich und ausgepowert nach Hause.

Ich musste mich zwischendurch mal hinlegen – das Wetter, die Urlaubsreife, der unterschwellige Stress mit dem Kv…

Als der RB nach Hause kam, hatte ich wenigstens schon das Abendessen fertig. Wir konnten auf dem Balkon essen. Für die #CorotäneKneipe gingen wir dann aber rein. Nicht, dass uns noch irgendwelche Viecher in den Wein geflogen wären.

Als diese sehr spät (und mit 1L Wein intus) endete, genossen wir noch einen Moment die kühle Luft auf dem Balkon.

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* Ich werde wohl nicht um Wochendarbeit drumherum kommen.

X-3 Tage bis zur zweiten Welle

X-3 Tage bis zur zweiten Welle

Bis zum Urlaubsbeginn wird es hier nicht wirklich spannender: Meine To-Do-Liste ist ziemlich lang und ich arbeite sie nur im Schneckentempo ab. Weil immer wieder irgendwas geklärt werden muss, oder den Job anderer Leute machen muss. Orrrr.

Mittags rief die Anwältin an und bestätigte meine Wunschvorgehensweise*.

Das Kind hat festgestellt, dass er bei dem guten Wetter rausgehen kann und war am nachmittag im Park.

Ich habe am Nachmittag mal wieder gesportelt. Und war danach irgendwie so ausgepowert, dass ich nicht mehr richtig denken konnte. Mit Blick auf die To-Do-Liste nur suboptimal. Aber mei. Das wird schon irgendwie.

Weil der RB abends Tasting hatte**, gingen das Kind und ich uns ein Eis holen. Und redeten etwas darüber, wie das mit dem Kv und Frankreich weitergehen sollte. Er hatte am Nachmittag versucht, der französischen Oma zu erklären, was das Problem sei.***

Wir haben ein Amselbaby im Hof wohnen.**** Das ist schon ein bisschen niedlich. Und das Kind ist auch niedlich, wie andächtig er zuguckt und auf dem Balkon rumschleicht, um es nicht zu erschrecken und zu beobachten.

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* Aussitzen und abwarten, was da kommt.

** online von zu Hause aus

*** Ich fürchte, sie kann und will es nicht verstehen. Und letztlich ist ihre einzige Sorge, ob das Kind ihr in irgendeiner Weise gram ist. Das hilft dem Kind echt weiter.

**** Und ein Taubenprächen brütet in der Zierkirsche.

X-2 Tage bis zur zweiten Welle

X-2 Tage bis zur zweiten Welle

In 6 Monaten ist Weihnachten.

Diese Mittwoche, an denen ich um 9h00 schon die erste Telko habe, sind nicht meine. Und der Rest des Tages war weiter von Arbeit bestimmt. Das Kind hatte Schule. Die Putzhilfe kam. Ich arbeitete draußen. Das Kind fährt zum Rugby. Ich bin so ins Arbeiten vertieft, dass ich vergesse, mich ums Essen zu kümmern. Erst als der RB da ist, gibt es einen Pizzabestellbeschluss. Es ist Sommer und so können wir draußen essen. Und danach auch noch draußen spielen.

Hessisches Fluchmemory

Die Situation mit dem Kv ist noch ungeklärt. Ich warte noch auf den Rückruf der Anwältin. Das Kind will aber weiterhin nicht zum Kv.

X-1 Tage bis zur zweiten Welle

X-1 Tage bis zur zweiten Welle

Würdich noch inner alten Heimatt wohnen, könntich die Überschrift direkt ändern in: Zweite Welle, Tag 1. Ist zum Glück nicht so, aber warten wir es ab. Hoffentlich können wir trotzdem in den Urlaub fahren.

Heute kam ich aus dem Kopfschütteln nicht heraus. Und daher stelle ich mal was klar:

Wer die ganze Geschichte mit dem Kv nicht kennt, kann gerne nachfragen*, aber ich empfehle dringend, eigene Erfahrungen nicht – niemals – als das allgemeingültige anzusehen.

Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich dem Kv gegenüber immer fair war. Und ich hätte wirklich Gründe gehabt, viele Dinge anders zu handhaben. Nicht zuletzt, weil er auch keinen Unterhalt zahlt. Dennoch:

  1. Der Kv sieht das Kind in den Ferien** in der Regel länger als ihm per Gericht zusteht.
  2. Er sieht ihn unter Umständen, die per Gericht eigentlich „untersagt“ sind.
  3. Ich übernehme jede Ferien in der Regel eine Fahrt nach Paris, um das Kind zu übergeben*** – auf eigene Kosten.
  4. Der Kv konnte hier immer – zumindest eine Nacht – übernachten, wenn er das Kind geholt hat. Oder wenn er ihn zum Geburtstag oder sonstwie zwischendurch besuchen wollte.
  5. Der Kv kann das Kind immer anrufen. Das Kind kann immer den Kv anrufen. Sie können in der Regel auch immer skypen.

Ich ertrage dabei, dass er nicht in der Lage ist, die hessischen Ferientermine zu googeln und dass ich sie ihm auf dem Silbertablett servieren muss. Ich ertrage auch, dass er immer bis zum letzten Moment braucht, um sich hinsichtlich irgendwelcher Termine auszueiern****. Ich ertrage nach allen Ferien den Papajetlag und puffere ab, wenn der Kv dem Kind verspricht, zum Geburtstag zu kommen und es dann im letzten Moment absagt. Ich ertrage auch, wenn mein Kind mir heulend Nachrichten schickt, weil gerade alles doof ist beim Papa – 1.000 Kilometer weit entfernt.

Ich weiß, dass das Kind seinen Vater liebt. Dass er ein Teil seiner Identität ist. Ich will ihm das nicht nehmen. ABER ich bin auch nicht für die Beziehungsarbeit zwischen Kv und Kind zuständig. Wenn er sich demontiert, dann fange ich das Kind auf. Ohne Frage. Aber es ist sicherlich nicht meine Aufgabe, den Kv zu entschuldigen, wenn er Bockmist baut.

Und wenn es dem Kv wichtiger ist, auf sein vermeintliches Recht am Kind***** zu pochen, denn das Kind und seine Sorgen ernst zu nehmen und darauf einzugehen, dann ist das einfach großer Bockmist.

Und dieser Bockmist hat nichts mit mir zu tun. Das richtet sich gegen das Kind.

Dann stehe ich meine Kind mindestens unterstützend zur Seite oder stelle mich auch schützend vor ihn.

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Kurzer Schreckmoment am Abend: Das Kind war für anderthalb Stunden verschwunden.

Ich musste um 18h00 einem virtuellen Event bewohnen. Das fand das Kind nicht gut. Um nicht vor Langeweile zu sterben, ging er raus. Ohne sich mit mir abzustimmen******. Ohne Schlüssel. Ohne Roller. Ohne Fahrrad. Aber mit 2 Euro.

Ich richtete meine Aufnahme ein und lief raus. Ich sah das Kind noch in der Ferne über die Kreuzung huschen. Kam ihm aber nicht nach. Ich ging nach Hause. Die Veranstaltung lief noch, ich hörte rein, blieb aber unruhig.

Ich ging nochmal los, zog eine größere Runde. Kein Kind.

Wieder zu Hause immer noch kein Kind. Die Veranstaltung neigte sich zu Ende. Der RB kam nach Hause und ich fuhr mit dem Rad zum Park.

Ich drehte eine große Runde. Kein Kind.

Ich fuhr am Spielplatz vorbei. Sah erstmal nix. Zu viele Kinder. Doch das Kind hatte ein knallrotes Poloshirt zu einer gelben kurzen Hose an und lag, als ich ihn erspähte, in einer Nestschaukel. Zusammen mit ein paar Jungs.

Ich war erleichtert. Dem Kind ging es gut UND er hatte wen zum Spielen gefunden.

Als er mich sah, kam er direkt zu mir. Ihm war klar, dass irgendetwas nicht ganz rund gelaufen war. Ich brauchte nicht schimpfen. Wollte ich auch nicht. Er war zerknirscht.

Auf dem Weg besprachen wir, dass es besser ist, sich zu vergewissern, dass ich auch wirklich mitbekomme, wenn er rausgeht. Wir waren uns aber auch einig, dass es ziemlich doof ist, wenn ich so spät noch arbeiten muss.

Zu Hause gekocht, gegessen

Nomnomnom…

und dann #CorotäneKneipe.

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* Ob ich antworte, steht auf einem anderen Blatt.

** Aufgrund der Entfernung geht es nur in den Ferien, oder er kommt halt hier her.

*** Eigentlich hat der Kv zu organisieren, wie das Kind zu ihm kommt.

**** Mittlerweile gebe ich daher Termine vor.

***** Ich habe doch als erwachsener Mensch kein RECHT an einem anderen Menschen. Ich habe maximal eine Pflicht.

****** Er sagt, er habe mir gesagt, dass er rausgeht.

X Tage bis zur zweiten Welle

X Tage bis zur zweiten Welle

Ich habe gestern nicht gesagt, dass die Überschriften nun weniger dystopisch werden. 😉

Der Tag bestand aus nicht sonderlich viel, abgesehen von viel Arbeit. Also Arbeit, Telko1, essen, Arbeit, Kind den linken Arm verbinden, Kind in die Schule schicken, Arbeit, Rechtsanwältin anrufen (morgen hoffentlich mehr), Telko 2-4, Arbeit, Kind in Empfang nehmen, Kaffee, Arbeit, Kind zum Rugby schicken (Arm war wieder genesen), mich über den Kv ärgern, mit dem RB das Bernsteinzimmer begutachten, kochen, mit meiner Mutter telefonieren, essen, mit dem Kind kuscheln, Kind ins Bett bringen, Arbeit.

Ich ärgere mich nicht nur über den Kv, sondern auch über unsere Politik. Über Corona-Ghettos, über den Innenminister, über die Schulpolitik (14 Wochen in der Schockstarre über die verzapfte Scheiße in den vergangenen Jahrzehnten bringt hat auch kein vernünftiges Digitalkonzept auf den Weg. Lieber wieder Regelbetrieb. Auf Biegen und Brechen. *kotz*).

Tag 100 seit der Abschottung

Tag 100 seit der Abschottung

Die Hundert ist voll. Uff. Und ich fürchte, dass ich auch die 200 schaffen werde. Dennoch werde ich morgen die Zählweise ändern.

Der Tag fing mit einer Mutprobe an. Ach nee, stimmt nicht. Er fing an mit einem kuschelndem Kind, das mir Tee ans Bett brachte. Allerdings endete das Kuscheln jäh, weil mich daran erinnerte, dass ich heute ja mittels App das perfekte Frühstücksei kocken wollte. Ich sprang quasi auf. Musste allerdings kurz ins Bad. Tadaa und da wartete die Mutprobe auf mich: Unter unserem Heizkörper hockte eine Spinne. Und zwar eine Hauswinkelspinne.

Ich verließ das Bad. Holte einen Becher und hoffte, dass die Spinne nicht ihren Platz verlassen hatte. Hatte sie zum Glück nicht und so fing ich sie erstmal ein. Den Rest musste durfte der RB erledigen.

Dann kochte ich die perfekten Frühstückseier – mittels App.

Der RB war sehr glücklich, dass er endlich mal wieder Brot ins Ei stippen konnte. Yeah. Fakeehe gerettet 😀

Anschließen hieß es Wandersachen anziehen, Proviant einpacken und los.

Das war eine schöne Tour, wenn auch deutlich anstrengender* als die vorherigen: Sie war zwar kürzer, aber es ging mehr hoch und runter. Wir machten viele Pausen und war so insgesamt gut 5 Stunden unterwegs.

So waren wir erst um 20h30 wieder zu Hause, aber da wir grillen wollten und das ja dank Herrn Weber schnell geht, war es auch nicht schlimm, dass wir heute nicht bestellt hatten.

Das wäre ein wirklich schöner Tag gewesen, wenn nicht über allem dem Kv seine Hirnrissigkeit schweben würde. Denn ich sah im Laufe des Tages eine Nachricht von ihm, in der er klar machte, dass er nicht akzeptieren wird, wenn das Kind nicht in den Sommerferien zu ihm will. Das Kind will nicht. Und wenn der Kv schreibt, dass er den Grund nicht akzeptiert, dann will das Kind erst recht nicht. Und das Kind leidet. Er leidet darunter, diese Entscheidung überhaupt fällen zu müssen. Er leidet unter dem fehlenden Respekt und der fehlenden Fürsorge. Was macht das mit einem Kind, wenn es so demonstriert bekommt, dass sein Willen nicht zählt, dass seine Ängste und Sorgen nicht ernst genommen werden?

Unmittelbar habe ich ein Kind hier, das Bauchschmerzen hat. Das nicht gut einschlafen kann. Das viel Nähe braucht.

Das alles sieht der Kv nicht. Das interessiert ihn auch nicht.

Und auffangen darfkannmuss ich das alles. ICH WILL DAS NICHT!**

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* Vielleicht machte sich – zumindest bei mir – auch noch das Blutspenden bemerkbar.

** Nur um das klarzustellen: Es geht mir nicht drum, dass ich nicht für mein Kind da sein will, aber ich bin es leid, immer wieder von Außen dazu gedrängt zu werden, eine zerschlagene Kinderseele zu kitten.