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Kategorie: wörkfloh

Zahlen

Zahlen

Zweite Welle: Tag 56

In Anbetracht einiger Projekte, dachte ich, dass ich heute trotz FREItag an den Arbeitsrechner gehen würde.

Aber dann schlief ich erstmal, nachdem das Kind zur Schule aufgebrochen war, aus. Mit Tee im Bett wurde ich wach. Ich war kurz versucht, mich in ein Kanninchenloch zu stürzen im Internet zu verlieren. Dann fand ich das aber nicht so produktiv und zu gerne wäre ich in mein Strick-Kanninchenloch geschlüpft, aber dann besann ich mich: Meine Steuererklärung muss gemacht werden. Und schwubbs, war ich in diesem nicht allzu schönen* Kanninchenloch verschwunden.

Bewaffnet mit Ordnern, Ausdrucken und Kalendern machte ich mich an die Arbeit. Vor lauter Zahlensuchen und -zuordnen vergaß ich zu essen und zu trinken. Nach knapp fünf Stunden war ich ziemlich fertig – mit der Steuererklärung, aber auch so. Mir brummte der Kopf vor Zahlen und der Feststellung, dass ich 2019 zu viel verdient hatte, und natürlich auch, weil ich unterzuckert und segr durstig war.

Am Wochenende muss ich nur noch ein paar Zahlen ergänzen und dann kann muss ich die Erklärung einreichen.

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* Ich finde Steuererklärungen ja eigentlich nicht so schlimm. Aber ich bin sehr froh, dass ich im nächsten Jahr wieder als hauptsächlich Angestellte meine Steuer erklären muss.

FREItag. Wirklich.

FREItag. Wirklich.

Zweite Welle: Tag 49

Yeah, wirklich FREItag inklusive wieder in Bett legen, nachdem das Kind aus dem Haus ist und nochmal schlafen.

Und ich habe wirklich gar nicht in meinen Arbeitsrechner geguckt.

Dafür war ich in Sachen Eskapismus unterwegs: Nachdem Freundin* L. in der Twitter-Kneipe fleißig einen Afghan Hue Shift strickt, ging ich ja mit der Idee schwanger, auch einen zu stricken. Heute holte ich die Wolle**.

Von den Farben 5 und 7 bzw. E und G war nur ein Knäuel da***

Und weil ich gerade bei bestem Sonnenschein eh unterwegs war, löste ich auch gleich die Trinkflaschensituation in diesem Haushalt. Hoffentlich.

Das Kind brauchte eine Flasche für die Schule und der RB eine zum Wandern

Weil es so sehr sommerlich war, grillten wir mal wieder und aßen draußen, bevor die #CorotäneKneipe losging.****

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* Ist „Freundin“ zu vermessen?!

** Weil ich ja etway piensig mit Kunststofffasern bin und Acrylwolle echt ungern verstricke, wird das eine Luxusdecke aus Merinowolle. Für den Materialwert würde ich mir vermutlich nie eine Kolder kaufen.

*** Sind bestellt, aber sollte erstmal reichen.

**** So unter uns: Ich lieb die Crew. Ich mag die Diskussionskultur.

Irritierend

Irritierend

Zweite Welle: Tag 48

Das erste Halbjahr war beruflich von einer Kundin und vielen Projekten für ebendiese völlig bestimmt. Wir arbeiteten auf einen sogenannten Launch hin. Mit Start in meinen Urlaub waren viele Projekte abgearbeitet oder schon weit auf den Weg gebracht. Ein paar sollten erst nach meinem Urlaub begonnen werden.

Nun zeichnet sich ab, dass wir nur noch wenig für diese Kundin machen werden. Sowas passiert hin und wieder im Agenturalltag. Irritierend ist es dennoch, wenn eine, also ich, so intensiv für die Projekte, aber auch mit der Kundin gearbeitet hat. Und nun ist da nichts – also fast nichts mehr.

Das lässt mir das Zeit und Raum für andere Kundinnen und Projekte. Worüber ich mich auch freue. Aber „meine“ Kundin wird mir (ein wenig) fehlen.

Außerdem muss es sich erstmal rumsprechen, dass ich nun Luft habe. Heute hatte ich so viel Luft, dass ich ab 16h00 nichts mehr zu tun hatte und mich ins Wochenende verabschieden konnte. Das war auch irritierend. Aber das Überstundenkonto freut sich.

Morgen dann mal einen echten FREItag. Hoffentlich.

Bürotag

Bürotag

Zweite Welle: Tag 41

Weil ich heute ein Mitarbeiterinnengespräch hatte, habe ich tatsächlich mein HomeOffice verlassen und bin mit dem Auto (ÖPNV traue ich mich nur wohl dosiert und nicht zu Stoßzeiten) ins Büro gefahren. Mal abgesehen von den drei Malen, wo ich 1) meinen zweiten Bildschirm geholt, 2) den Rechner zur Reperatur abgegeben und 3) den Rechner wieder abgeholt habe, war es das erste Mal seit Ende März, dass ich im Büro war. Promt hatte ich alles vergesen, was ich zum Arbeiten im Büro brauche. Naja, fast alles. Den Rechner und die Maus hatte ich mit, aber ich hatte kein Netzteil und auch keinen Netzwerkadapter dabei. Zum Glück fand sich im Büro Abhilfe.

Das Gespräch lief gut. Das Feedback durchweg positiv. Die Kritik auf sehr hohem Niveau. Und dennoch ärgert mich der eine oder andere Kritikpunkt sehr. Ich weiß noch nicht, wie ich damit umgehen soll. Es kiekst mich, obwohl es das nicht sollte, denn es kommt aus einer Anspruchshaltung der Kritikerin heraus, die tw. einfach überzogen ist, bzw. sich etwas an bestimmten Prozessen grundlegend verändern müsste, damit ich den einen oder anderen Kritikpunkt wirklich ändern könnte. Außerdem nervt es mich, dass mir sowas nicht direkt gesagt wird, sondern halt so ein anonymes Feedback dafür benutzt wird.

Ansonsten war das Arbeiten im Büro erstaunlich angenehm. Ich arbeite ja gerne im HomeOffice und war auch schon oft genug genervt von meinen Bürotagen, aber heute war es eine ganz nette Abwechselung. Vielleicht auch weil nicht so viele da sind und es daher nicht laut und stressig war, weil immer wer was von mir wollen könnte. Neben dem Gespräch habe ich auch ein paar Sachen weggeschafft.

Die Rückfahrt nutzte ich – dank Freisprechanlage -, um endlich mal wieder mit meiner Mutter zu telefonieren. Da ist gerade viel im Umbruch und ich bin gespannt, wie das weitergeht. Und ob das alles so klappt, wie geplant. Zusammengezuckt bin ich allerdings, als sie meinte, dass wir da, wo sie hinziehen werden, ja auch Urlaub machen könnten. Ja, können wir, aber das müssen wir auch wollen.

Nomnomnom

Nomnomnom

Zweite Welle: Tag 39

Gähn… Das Kind spukte rum. Und lehte sich auch irgendwann zu mir. Wälzte sich noch eine Weile. Vermutlich bin ich nicht vor 4h00 eingeschlafen.

Beim Aufwachen jammerte das Kind wieder über Zahnschmerzen. So ganz werde ich nicht schlau draus. Wir diskutierten, ob er damit zu Hause bleiben müsste. Ich ließ ihn eine Ibu nehmen. Dann lockte doch die neue AG – Bouldern – doch ausreichend und er ging auf letztem Drücker los.

Ich legte mich nochmal hin, musste aber um 11h00 telekonferieren. Und dann war ich auch wach genug, um den restlichen Arbeitstag zu überstehen.

Um 17h45 fiel mir ein, dass wir um 19h00 in Offenbach sein wollen und ich noch duschen musste. Hopphopp, trotz Duschen, ausgefallenen Bahnen sind wir so gut wie pünktlich in der Süßen Limone. Kleine Twitter-Essensgang mit viel nomnomnom.

Anrufe

Anrufe

Zweite Welle: Tag 38

Erster Tag nach der Woche krank. Zum Glück muss ich nicht um 7h00 aufstehen. Das Kund kann wegen KriegsRugbyverletzung nicht zum Schwimmen und muss so erst um 10h00 in der Schule sein.

Ich arbeite so vor mich hin. Um 13h40 klingelt das Telefon. Das private. Die Schule ruft an. Das Kind habe Zahnschmerzen und will nach Hause. Joah, dann halt. Er schafft es aber alleine nach Hause.

Was genau es ist, ist nicht klar. Ich vermute, dass er gerade seine Backenzähne* verliert. Zudem kann er gerade seine Zahnspange nicht tragen. Da ist wohl einiges in Bewegung.

Zum Rugby-Training wollte er trotzdem.

Um 18h25 klingelt mein Handy. Eine Nummer, die ich nicht kenne. Das Kind ist dran (er hat sein Handy nicht mit): Seine Wunde ist erneut aufgegangen. Ich solle ihn abholen. Tja, das ist schwierig: Das Auto ist voll mit Kartons und um diese Zeit dauert der Weg – nur 2,5 Kilometer Luftlinie – mit dem Auto locker 30 Minuten. Ein schlechtes Gewissen habe ich dennoch.

Um 19h15 ist das Kind immer noch nicht zu Hause. Ich bin unruhig und gehe ihm entgegen. Im Park überlege ich noch kurz, ob ich eine Runde drehen soll. Aber denke, dass er mit dem Knie wohl den direkten Weg nehmen wird. Als ich durch den Park durch bin, ist das Kind immer noch nicht zu sehen. Ich schnappe mir einen e-Roller und düse die Strecke weiter. Kurz vorm Trainingsgelände erreicht mich der RB: Das Kind ist zu Hause. „Haben wir uns im Park wohl doch verpasst“, denke ich, drehe um und düse zurück.

Zwischendrin schreibe ich dem RB, dass er dem Kind ausrichten soll, dass ich nicht böse auf ihn bin.

Das ist mir wirklich wichtig. Er hat nichts falsch* gemacht. Zu spät kommen ist ätzend, aber er war a) verletzt und konnte nicht so schnell wie sonst und hatte b) auch kein Handy dabei, um sich zu melden oder dass ich ihn orte. Ergo: Ich muss ihm das Handy irgendwo antackern, damit er es immer bei sich hat.

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* Einer ist schon draußen.

** Er ist etwas länger am Pitch geblieben nach dem Training.

Klitzekleines bisschen

Klitzekleines bisschen

Zweite Welle: Tag 34

Der beste Mann überhaupt sagt bereits gestern: „Ich kümmere mich morgen früh nochmal darum, dass das Kind zur Schule geht. Schlaf Du Dich aus und gesund.“ Also machte ich den Wecker aus, als ich ins Bett ging. Kurz sorgte ich mich, weil ich beim Insbettgehen dem Kind begegnete, dass was von trockenem Hals und Schluckbeschwerden murmelte.

Ich schlief ausgiebig aus. Die Ohrenstöpsel hatten einen großen Anteil daran.

Ich guckte nachmittags ein bisschen in meine Job-Mails. Nur ein klitzekleines bisschen.

Weil in der Post ein Brief von der Rentenkasse war, sah ich mich „genötigt“, mal meinen Papierkram zu ordnen. Ich brauchte Belege für einen > 10 Jahre zurückliegenden Zeitraum. Die ich definitiv noch habe und zum Glück auch schnell fand. Und weil ich gerade dabei war, heftete ich diverse Briefe, Rechnungen, Bescheinigungen ab. Diese Zettelwirtschaft war mittlerweile unerträglich.

Zwischendrin gerieten das Kind und ich aneinander, weil er morgen einen Vokabeltest hat und zwar diese Woche bereits einmal das Englischbuch dabei hatte, aber keine Vokabeln abgeschrieben hatte. Und heute hatte er das Englischbuch nicht dabei und die Vokabeln natürlich auch nicht. Ich bin ein bisschen rungeflippt und war fest entschlossen, ihn auflaufen zu lassen. Aber dann fragte ich doch in der Eltern-WA-Gruppe, ob irgendwer die Vokableseiten fotografieren könnte. Und schwupps, war das Kind für die nächsten drei Stunden damit beschäftigt, 22 Vokabel auf Vokabelkarten zu schreiben. Ja, es dauerte so lange, weil er huddelig aka unleserlich schrieb, weil er beim Abschreiben unnötige Rechtschreibfehler einbaute und so auf fast jeder Karte mindestens eine Korrektur durchführen beziehungsweise 8 Karten komplett neu schreiben musste. Beim Essen habe ich ihn dann abgefragt und es war an manchen Stellen durchaus zum Verzweifeln. Ihn auflaufen zu lassen, wäre womöglich entspannter für alle gewesen.

Dann war es auch schon spät und er musste ohne Vorlesen ins Bett.

Der RB und ich schauten noch etwas Blacklist und gingen auch ins Bett. Morgen darf ich nochmal ausschlafen. Die beiden Männer bekommen das prima miteinander hin.

KzHakC*

KzHakC*

Zweite Welle: Tag 33

Ich konnte nicht schlafen. Mir geht es nicht besser. Die Ohren fallen zu und amsonsten habe ich Skibrillenschmerzen. Selbstdiagnose in der schlaflosen Nacht: Sinusitus.

Der RB hatte sich gestern dankenswerterweise heldenhaft bereit erklärt, das Kind schulfertig zu machen. So konnte ich etwas ausschlafen. Zumindest nachdem ich gegen 6h00 das Kind beruhigt hatte, dass das Geklapper am Rollladen nur der Wind war.

Ich meldete mich krank und rief bei meiner Ärztin an. Nachdem ich meine Symptome – Kopfschmerzen, Kreislauf, zu’e Nebenhöhlen – geschildert hatte, wurde ich nach weiteren Symptomen (die eher auf Covid-19 hinweisen könnten) befragt und ob ich in letzter Zeit im Urlaub gewesenen sei. Ich erklärte, dass ich vor 5 Wochen aus dem Urlaub zurückgekehrt sei. Damit durfte ich in die offene Sprechstunde kommen, beschied die MTA. Nach einem Tee ging ich los. Bei der Anmeldung sollte durfte ich meine Versichertenkarte selbst ins Lesegerät einstecken. Ich wäre erst in 30 Minuten dran. Nein, ich wollte mich nicht ins Wartezimmer setzen und ging nochmal nach Hause. Da sah ich dann, dass das Kind sein Pausenbrot vergessen hatte und nach weiterer Fahndung dass er auch keine Trinkflasche dabei hat. Und weil das jeden Morgen so ein Stressfaktor ist, dass er an alles denkt, schaffte ich (hoffentlich) Abhilfe.

Jedes Schild hat eine Geschichte

Dann ging ich wieder zur Praxis und durfte direkt ins Behandlungszimmer. Ich erläuterte der Ärztin meine Symptome. Nein, kein Fieber. Ja, Ohren schmerzhaft. Nein, kein Husten. Zur Untersuchung wechselte sie vom medizinischen Mund-Nase-Schutz auf eine FFP3-Maske. Ja, es ist eine Sinusitis**, ich soll den Schleim mit Soledum lösen und wenn es nicht besser wird, müsste ich zum HNO. Zum Abschied redete sie mir ins Gewissen, mich dieses Jahr auf jeden Fall gegen Grippe impfen zu lassen.***

Dann ging ich nach Hause – mit Schlenker an der Apotheke vorbei.

Gerne hätte ich mich nachmittags hingelegt, aber zum einen war die Putzhilfe da und zum anderen musste ich zwei kleine Sachen für die Kolleginnen klären.

Als das Kind zum Rugby aufgebrochen war, buk ich LowCarb-Milchschnitten. Danach legte ich mich endlich aufs Sofa.

26. August: Ich brauche eine Wärmflasche

Das Sofa verließ ich nur noch, um Hühnersuppe zu essen.

Das abendliche Vorlesen musste ich an you.tube outsourcen. Das war aber ok.

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* Krank zu Hause, aber kein Covid-19

** Laut AU-Bescheinigung „chronische Sinusitis“…

*** Ich hatte es in der letzten Saison einfach nicht geschafft und dann vergessen.

Erste Male in der Pandemie

Erste Male in der Pandemie

X-59 Tage bis zur zweiten Welle

Ich hatte heute einen Termin bei einer Ärztin. Der erste ärztliche Termin seit der Pandemie.

Letztlich war alles normal wie immer bei der Gynäkologin. Nur halt mit Mundschutz.

Und nein, ich rege mich nicht darüber auf, dass Brust- und Vaginalultraschall IGeL-eistungen sind. Ist so. Ist mir wichtig. Und zum Glück kann ich es zahlen.

Hin bin ich mit der Bahn gefahren. Als ich aus der Praxis raus bin, ist meine Rotzbremse durchgeatmet. Außerdem ist das Wetter schön und so gehe ich die gut 4 Kilometer zu Fuß nach Hause. Einen Zwischenstopp kann ich mir nicht verkneifen.

Danach arbeite ich. Aber der Kopf zieht sich schrittweise zu. Die Hitze, die Hormone … und vielleicht habe ich auch zu wenig getrunken. Als mir auch noch kodderig wird, ist klar: Mit der Migräne gehe ich besser nicht zur SEB-Sitzung. Ich bin eh schon genervt und mit der Migräne würde ich heute wen auffressen.

Den Rest des abends hänge ich durch. Wenn ich groß bin, lerne ich das noch etwas besser mit der Migräne.

6 Monate

6 Monate

X-58 Tage bis zur zweiten Welle

Nach gestern war der Tag erfreulich unspektakulär.

Das Kind hatte einen ok’en Tag in der Schule. Danach Rugby-Training.

Ich habe gearbeitet.

Spannend war das Abendessen, dessen Zubereitung etwas länger gedauert hat. Das Kind und ich aßen spät.

Melonen-Curry

Der RB kam noch später, weil er noch seiner Bürgerpflicht nachging und bei der Gedenk-Demo* war.

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* Ich tue mich schwer, „Hanau-Gedenk-Demo“ zu schreiben, weil es nicht um Hanau die Stadt geht, sondern um den Nazi-Anschlag am 19.2., bei dem neun** Menschen aus rassistischen Motiven ermordet wurden.

** ja, es waren zehn Ermordete. Aber die 10. Person wurde wohl eher nicht wg Rassismus umgebracht.