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Kategorie: Muddi geht aus

Abschottung, Tag 75

Abschottung, Tag 75

Eigentlich müsste ich den heutigen Tag aus der Zählung rausnehmen. Heute war ich nicht abgeschottet. Ich habe nur kurz gearbeitet. Bis 14h00. Dann fuhr ich mit dem RB los gen Offenbach. Er musste zum Laden und ich hatte – tadaa – einen Friseurtermin. Dort war ich über zwei Stunden. Mit Mundschutz. Und alle um mich rum auch mit Mundschutz – mehr oder weniger korrekt getragen. Das fühlte sich alles gar nicht so komisch an, wie befürchtet. Es tat gut, betüddelt zu werden. Und es tat sehrsehr gut, dass der Mopp endlich vom Kopf ist.

Danach wollte ich mich eigentlich nur kurz dem RB zeigen. Außerdem hatte ich Durst und ich wollte nicht in irgendeinen Laden. Also ging wieder zum Laden. Doch dann kam die eine Freundin vorbei und wir quatschten zu dritt. Von einem Freund führte der Rückweg von der Arbeit an uns vorbei und wir quatschten zu viert weiter (bzw. zu dritt, der RB musste zwischendurch auch mal arbeiten). Irgendwann meldete sich das Kind vom Rugby zurück und wir fassten einen Pizzabeschluss. Es kam fast zu einem Eklat zwischen dem Kind und mir, aber dann fand ich doch online die Speisekarte vom Pizzamensch unserer Wahl. Als der RB und ich fahren wollten, kam

der dritte Mensch vorbei, mit dem wir befreundet sind.

Es tat so gut, mit den Leuten zu quatschen, sie zu sehen. Aber gleichzeitig fühlte es sich so falsch und komisch an, die Leute nicht zur Begrüßung umarmen zu können. Nicht nah beieinander stehen zu dürfen. Weird world.

Auf dem Rückweg holten der RB und ich die vorbestellten Sachen beim Pizzamensch ab.

Nach dem Essen war ich auf einmal total fertig. Sicherlich spielte die kurze Nacht mit rein, aber mich hatten diese 6 Stunden außerhalb der Wohnung in der Zivilisation mit wechselnden Menschen und Eindrücken echt schwer gefordert. Das musste ich erstmal verarbeiten. Anderthalb Stunden schlief ich, dann konnte ich die Dringlichkeit des einen Projekts* nicht mehr ignorieren und setze mich nochmal an den Rechner, um es fertig zu machen. Es wurde sehr spät. Sehrsehr spät.

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* Extra-Auftrag

Abschottung, Tag 46

Abschottung, Tag 46

Die Nacht war eine der schlechtesten. Der Kopf dröhnt, ich bin fertig. Ich merke: Ich habe wieder zu wenig auf mich geachtet in den letzten Tagen. Mir geht es nicht gut. Womöglich macht mir der Wetterumschwung noch zusätzlich zu schaffen.

Kurz wach wurde ich um kurz vor 9h00, weil ich Regentropfen hörte und noch Wäsche auf dem Balkon war. Wenigstens war ich da wach genug, um mich krank zu melden, denn so fühle ich mich: arbeitsunfähig.

Das Kind versuchte, mich schlafen zu lassen. Der RB schaffte es, mich schlafen zu lassen und weckte mich erst gegen 12h00 mit einem Tee. Als ich dann aufgestanden war, war klar: Ich musste raus. Raus und laufen. Viel laufen. (Wenn das Fahrrad in Ordnung wäre, wäre auch noch viel mehr Fahrrad fahren eine Option gewesen.) Da ich nicht wieder Richtung Berger Hang wollte, besprach ich mich mit Else. Es war klar, dass ich ein wenig ÖPNV nutzen müsste, wenn ich keine 25-km-Tour machen möchte. Die Route stand, ich packte meine Sachen, machte dazwischen noch ein Paket fertig, aß etwas Müsli und dann schnürte ich die Wanderstiefel und ging … zum Bus.

Das war das erste Mal ÖPNV seit über 5 Wochen. Hui. Aber alle saßen brav mit Masken drin. Außer dem Mittelstüfler, der unbedingt mit dem Rad in den Bus musste. Ich musste sogar umsteigen.

An meinem Startpunkt angekommen regnete es erstmal. Gut, dass ich die Regenjacke dabei hatte. Und nein, umdrehen kam nicht infrage. Ich musste mich bewegen, ich brauchte frische Luft und ich brauchte auch die Zeit für mich allein. Also gehe ich ungeachtet der drei Regentropfen weiter und es war auch gut so. Nach ein paar Metern hörte es auf zu regnen und es wurde sogar warm.

Ich lief entlang der Nidda und es war erfreulich wenig los. Die paar anderen Spaziergänger und -fahrer waren überschaubar und hielten auch Abstand. Ich sammelte Sonne, frische Luft und #Blümchenspam. Bei Kilometer 7 hatte ich kurzfristig keine Lust mehr, aber da war ich gerade durch Berkersheim durch und dann hätte ich umdrehen müssen, um zum ÖPNV zu kommen. Also lief ich weiter und stieg dann erst an der BGU in den Bus – nach 11 Kilometern.

Boah, tat das gut. Diese Auszeit war so nötig.

Dieser Zirkus geht immer

Dieser Zirkus geht immer

Wenn das Kind mich gelassen hätte, hätte eine Stunde mehr geschlafen. Das wäre nicht sooo schlecht gewesen.

Um die Laune zu harmonisieren, habe ich erstmal lang geduscht.

Essens- und Einkaufspläne bei Tee und Kaffee gemacht.

Dann mit dem überdrehten Kind zum Markt. Auf dem Rückweg die restlichen Einkäufe. Versorgt bis hoffentlich Donnerstag.

Etwas Zeit zum Streiten um die Tabletzeit des Kindes, bis wir losgehen zum Weihnachtsgeschenk fürs Kind*.

Ich bin mit Circus FlicFlac groß geworden. Für mich ist es der Inbegriff für Zirkus. Tierzirkusse habe ich erst danach kennengelernt und finde sie bis heute befremdlich.

Die Show war großartig. Abwechslungsreich. Aufregend. Lustig. Atemberaubend.

Danach ging es direkt weiter zum ersten Twitteressen des Jahres.

In der Bahn von eine höchst sterotypen Kartoffel ob meines #NazisRaus-Button an der Mütze lang taxiert worden.

Das Kuli Alma ist ein ausschließlich veganes Restaurant und es war alles** seeehhr lecker. Unsere Runde war klein aber fein***. #NazisRaus-Merch durfte ich auch verteilen. <3

Alles in allem besser als die letzten Tage.

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* Und auch für den RB, so begeistert wie er von der Show war. Naja, letztlich ein Geschenk für uns alle.

** Der Hummus war nicht so ganz meins,. Aber das ist ja sehr Geschmackssache.

*** Das Kind war – wie schon den ganzen Tag – etwas ziemlich anstrengend und erst ruhiger, als er auf meinem Handy spielen durfte.

Freizeitstress

Freizeitstress

Länger geschlafen als geplant.

Eine Stunde gruppengewresteltkuschelt.

Wochenplanung gemacht. Markt und Supermarkt.

Auf unserem Markt gibt es einen Kräuter- und Gewürzstand. Dort besorgte ich Wacholder, Hibiskus und Süßholz für einen ersten Tee-Versuch. (Ingwer soll auch rein, aber den hole ich frisch.) Petroleum haben wir zum wiederholten Male vergessen

Die Haare vom RB mussten noch rasiert werden. Geduscht haben wir auch noch. Das Kind wollte sich nicht vom Tablet lösen. Dennoch nur ein halbe Stunde zu später als gewollt bei „Lautstark gegen Rechts“.

Es ist toll, welchen Zuspruch das Kind dafür bekommt anders zu sein – also anders als viele Kinder in seinem Alter. Obwohl er bei solchen Events ja eigentlich nicht anders ist. Aber dennoch wird es von den Erwachsenen honoriert, dass er dabei ist, dass er die Musik (noch?) gut findet, dass er tanzt und auch dass er sich mit Doc’s, Braces und Polo sehr eindeutig präsentiert. (Ich finde ja auch, dass der midi-Skin sehr niedlich ist.)

2 von 4 gehörten Bands für gut befunden. Bei Band 5 gegangen, da a) das nächste Event rief, b) das Kind unleidlich zu werden drohte und c) recht klar war, dass Band 5 und 6 nicht so ganz unsers sind.
Beim Kind verarzten ist mir die Hose gerissen.

Tschüss, geliebte schwarze Jeans.

S-Bahn verpasst, Taxi genommen. Gegessen, umgezogen, das Kind mit Internet versorgt und dann nur noch zu zweit weiter.

Es ist schon toll, wie einfach eine mit dem ÖPNV auch nachts noch durch Frankfurt kommt.

Gratuliert, getrunken, gequatscht, getanzt.

Eine muss sich nicht lange kennen, um sich verbunden zu fühlen. Und das Schlimmste an einer Depression ist, wenn eine (es weiß und) nichts dagegen unternimmt.

Ska against racism

Ska against racism

Beginnen wir mit einem Fundstück zur allgemeinen Weiterbildung, woran Nazis zu erkennen sind. Die Glatze ist es – wie wir ja wissen – nicht!

Das Poster kann bei Kein Bock auf Nazis bestellt und downgeloadet werden.

Ansonsten: Dank Sterbse-Phase bei der Seuche heute bis 14h00 geschlafen. Allerdings von 9h30 bis 10h30 wach gewesen. Und die finale Schlafphase für einen sehr wirren Traum genutzt, in dem ich mit einer meiner liebsten Freundinnen schlimm Streit hatte, ich mit wem anders verkuppelt werden sollte und auch sonst bin ich gestresst wach geworden.

Nachdem der RB, der mir vorher noch Tee ans Bett brachte und extra beim Bäcker war, weg war, bin ich direkt aufs Sofa umgezogen. Während ich „Hjem til jul“ komplett guckte, weiter unter der Seuche gelitten, aber auch 1/3 Pussyhat gestrickt.

Mich dann über nicht erfolgte Geldflüsse und das Kind über uns geärgert. Das zum Anlass genommenen, aufs Konzert von The Busters zu gehen. Sonst hätte ich mich nur über mich selbst geärgert.

The Busters waren super. Das Drumherum irgendwie … nicht so.

Das war das letzte Konzert des Jahres. Erste Tickets für Konzerte 2020 hängen schon an der Pinnwand.

Spontan

Spontan

Heute lang geschlafen und noch später gefrühstückt

Dann spontan entschieden, dass wir bereits am Sonntag Richtung Meer fahren.

Spontane Panik beim RB, weil er die Tickets fürs Konzert heute Abend nicht auf seinem Rechner fand.*

Semispontan – nach einem nächtlichen Beschluss – spazieren gegangen. Spontan entschlossen, uns autonom** fortzubewegen***.

Dann über den Römer gehuscht, um einen Kaffee zu trinken.

Der Frankfurter Weihnachtsbaum ist jedes Jahr auf irgendeine Weise katastrophal.****

Beim Kaffee fast vom Glütza hypnotisiert worden

aber dabei spontan abgeklärt, dass wir vor dem Konzert noch mit einem befreundeten Paar Tapas essen.

Lecker gegessen.

Anschließend – äußerst unspontan – auf dem vorletzten Konzert des Jahres gewesen.

Jaya The Cat

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* Weil sie auf meinem Rechner waren.

** Was sich halt so im europäischen Sinne autonom nennt (es braucht einen Führer menschliche Unterstützung).

*** Eine kann eigentlich den gesperrten Bereich vom Mainkai langfahren. Uneigentlich fährt das Fahrzeug nur eine Station. Und so fuhren wir einmal im Kreis.

**** Nicht nur, dass schon Birnscher kaputt sind, nein, es ist auch der Zweitbaum…

Haltung

Haltung

Wenn ich nach Bielefeld fahre, dann sehe ich meistens nicht viel von der Stadt. Eigentlich fahre ich nur zu meinen Eltern oder – wenn ich es schaffe – zum besten Kumpel. Ich bin ja auch in der Regel nur einen Tag, maximal eine Nacht da. Da steht im Vordergrund, meine Eltern zu sehen oder Zeit mit dem besten Kumpel zu verbringen.

Diesmal bin ich drei Nächte in Bielefeld. Und weil ich nach den stressigen Monaten dringend Ruhe und Komfort brauche, habe ich mir ein Hotel gesucht. Dadurch kann ich besser meinem Rhythmus folgen und den Tag so gestalten, wie ich will. Meine Eltern wissen nicht, dass ich im Hotel wohne und auch nicht, dass ich schon gestern angekommen bin.

Das hat mir die Gelegenheit gegeben, gestern den besten Kumpel und seine Freundin zu treffen und davor auch noch ein Nickerchen zu machen.

Heute konnte ich den Tag damit starten, Familie Rabe zum Frühstück zu treffen.

Das war schön. Und ich freue mich schon drauf, dass Frau Rabe in spätestens 11,5 Monaten nach Frankfurt kommt, um zusammen aufs Die-Ärzte-Konzert zu gehen.

Danach konnte ich dank Hotelzimmer nochmal ein Nickerchen machen und erst am Nachmittag bei meinen Eltern aufschlagen. Wir quatschen etwas, bereiteten den Kartoffelsalat für morgen vor, aßen zusammen und dann zog ich entspannt zum Weihnachtsmarkt weiter.

Zwei Glühwein haben ich trinken können, dann gab es keinen GinTonic und irgendwie war ich unleidlich… Neben leicht angekratztem Hals, Nieselregen und zu süßem Glühwein war ich vor allen Dingen genervt. Hatte ich vor drei Jahren noch halbwegs viel Spaß mit einer der Besten auf dem Weihnachtsmarkt am Abend vor Heiligabend, so fühlte ich ich heute sehr fehl am Platz. Zu viel Chichi, zu viel oberflächliches Blabla, keine erkennbare Haltung. Bei niemandem.

Zum Glück hatte ich auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt Bielefelder Haltung entdeckt:

Solidarity

Solidarity

Sometimes antisocial, always antifascist! – Stage Bottles –

As many workers fight to make their stand
And behind them every honest working men
In unity with each other and your friend becomes your brother
And in the tyrants heart will be a lesson learned

Give them hope, give them strength, give them live
Like a candle burning in the black of night
We’re all with you in our hearts and in our minds
And we’ll pray for the workers through their darkest times

And I know your hearts are made of a further kind,
And a riot stick wont kill your piece of mind
You can fight with all the spirit that you posses
Because your fight’s a struggle that is blessed

Give them hope, give them strength, give them live
Like a candle burning in the black of night
We’re all with you in our hearts and in our minds
And we’ll pray for the workers through their darkest times

The tyrant has no smile upon his face
Cause he knows that in his mind he’s in disgrace
The religion of union will take their breath away
Our time will come and then we will have our day

Give them hope give them strength give them live
Like a candle burning in the black of night
We’re all with you in our hearts and in our minds
And we’ll pray for our nation through its darkest times

Give them hope, give them strength, give them live
Like a candle burning in the black of night
We’re all with you in our hearts and in our minds
And we’ll pray for the workers through their darkest times