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Kategorie: Dingens

Tag 97 seit der Abschottung

Tag 97 seit der Abschottung

Die 100 ist bald geschafft.

Wieder mal ein Tag voll mit Arbeit. Uff. Das Kind kommt zu kurz. Viel zu kurz. Ich habe wieder bis 23h00 am Rechner gesessen.

Der RB war zu Hause, aber so richtig anwesend war er nicht. Er ist auch urlaubsreif. Wir sind alle urlaubsreif.

Nach der Arbeit und dem Vorlesen hat mich noch der Rappel gepackt und ich musste sporteln. Frisch geduscht danach noch schnell das Bett neu bezogen. Wenig fühlt sich so gut an, wie frisch geduscht in ein frisch bezogenes Bett.

Jetzt schnell schlafen. Morgen will ich früh zum Bahnhof und später habe ich meinen ersten Blutspendetermin.

Wieder kein #Blümchenspam.

Tag 95 seit der Abschottung

Tag 95 seit der Abschottung

Heute kam die #CoronaWarnApp. Richtig überzeugt war ich ja bislang nicht. Die absolute Freiwilligkeit macht für mich keinen wirklichen Sinn. Wir sehen doch jetzt schon, wie freiwillig sich die Leute an die echt minimalen Pandemieempfehlungen halten wollen. Wer sich durch Rotzbremse und Abstandhalten in ihrer Freiheit eingeschränkt fühlt und es nicht als Minimalkonsens für die gesamte Gesellschaft einhalten will, der ist halt nicht zu helfen.

Und für mich dachte ich: „Durch mein persönliches Verhalten komme ich zwar nur wenig unter Leute. Dann trage ich Rotzbremse und halte möglichst Abstand. Aber so aus Prinzip und Solidarität kann die App ruhig im Hintergrund laufen.“ Also habe ich sie heute morgen direkt installiert.

Gegen Mittag stellte ich aber fest, dass mein GPS an ist. Und machte es aus. Denn an’es GPS frisst Akku. Da machte „ping“* und die #CoronaWarnApp sagte:

Ich tauchte in die Einstellungen der App und meines Handys, konnte aber nichts einstellen bzw. genau genommen etwas ausstellen. Genervt twitterte ich

Tschüss, #CoronaWarnApp

Was dann folgte, war ein bisschen lustig, ein bisschen nerviger, aber zum Glück auch in Teilen hilfreich. Und um es kurz zu machen: So wie es derzeit aussieht, scheint bei meiner Android- und Bluetooth-Version in Kombination mit meinem Handy** die für die App erforderliche Standortermittlung zu bedeuten, dass mit Bluetooth auch immer GPS an sein muss.*** Und weil mich das im ersten Moment so nervte, schmiss ich die App direkt vom Handy.****

Ansonsten habe ich so viel gearbeitet, dass ich abends zu spät daran dachte, dass wir was essen müssen. Zum Glück haben so viel im Haus, dass ich problemlos was Leckeres zaubern konnte. Dennoch aßen wir erst, als die virtuellen Türen der #CorotäneKneipe schon aufgingen. Aber die Besucherinnen sind ja schon groß.

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* also nicht wirklich „ping“, denn mein Handy macht keine Geräusche.

** Huawei Mate 20

*** Jaha, ich weiß, dass die App nicht darauf zugreift, aber a) ggf. andere Apps (auch wenn ich das weitestgehend ausgeschaltet habe) und b) halt Akku.

**** Ich habe sie abends aber nochmal installiert und mache sie halt – falls ich dran denke – an, wenn ich draußen unter Leuten bin.

Abschottung, Tag 81

Abschottung, Tag 81

Das Kind hat Frühdienstschule. Ich kann aber noch nicht aufstehen, als das Kind weg ist und ich lege mich nochmal in sein Bett. Der RB schnurchelt in unserem Bett.

Ich arbeite vor mich hin. Das Kind kommt nach Hause. Der RB geht (sic !) zur Arbeit. Ich arbeite weiter. Es scheint, als habe ich ein Problem erzeugt. Ein spätes Telefonat ergibt, dass ich’s nicht verbockt habe.

Dann gehe ich einkaufen, weil wir noch Obst brauchen fürs Abendbrot.

Das Kind hat ein neues Lieblingsessen.

Weil der RB noch Steuerdings macht, setze ich mich auch noch mal an den Rechner.

Dann räumen wir noch ein bisschen die Wohnung auf, weil morgen – endlich – mal wieder unsere Putzhilfe kommt. (Ich habe ihn die ganze Zeit, die er jetzt nicht kommen sollte, trotzdem bezahlt.)

Ansonsten mein Empfinden zum Weltgeschehen:

Mein Verständnis für all die und das Bekloppte(n) auf der Welt ist erschöpft.

Seufz. Wo wird das alles noch enden?

Abschottung, Tag 61

Abschottung, Tag 61

Nachts ein Projekt abgschlossen. Dafür durfte ich auch nicht ausschlafen, sondern muss um 9h00 für eine Telefonkonferenz bereit stehen. Eine Telko, die um 8h55 auf 9h30 verschoben wird. Mööp. Ich nutze die 30 Minuten, um zu duschen. Dann verabschiede ich den RB und hänge auch schon am Telefon. Nach dem Telefonat, ist vor dem Telefonat, aber das zweite Telefonat verkürze ich mit „keine Zeit“. Ich muss nämlich mein Fahrrad wegbringen.

Der Fahrradladen ist gar nicht so klein, dennoch dürfen die Kundinnen nur einzeln rein. Also eine zum Verkauf und eine zuer Werkstatt. Ich will zur Werkstatt, weil ich einen Termin für heute habe. Es dauert trotzdem alles, und um 11h00 muss ich eigentlich wieder zu Hause sein. Ich versuche mich also kurz zu halten, aber die Werkstattleitung will unbedingt einen dicken Katalog wälzen. Ich beobachte das einen Moment, bis ich etwas ungehalten sage: „Können wir das abkürzen?! Schicken Sie die Gabel bitte erstmal ein und wenn die nicht rapariert werden kann, überlege ich, was gemacht werden soll.“ Trotzdem bin ich erst um 11h05 wieder zu Hause und starte das virtuelle Klassenzimmer etwas verspätet.

Das Kind sitzt vor dem Rechner und ich auch und muss auch mal wieder telefonieren. Dann wühle ich mich durch meine unendliche To-Do-Liste. Es ist immer noch viel Arbeit. Zu viel Arbeit. Zu viel im Kreisdreharbeit. Projekte werden wieder und wieder aufgerollt und angefasst. Ich komme zu nichts.

Zwischendrin schicke ich das Kind zum Rugby-Training los. Er muss noch etwas an seinem Zeitmanagement arbeiten. Aber er ist wohl pünktlich gewesen. Das Training ist gut. Es ist gut, dass wieder etwas Normalität Einzug erhält. Wir müssen das auch mehr zulassen. Wir müssen der Panik und Paranoia entgegenwirken. Sonst trauen wir uns irgendwann gar nichts mehr.

Als das Kind wieder da ist, lege ich mich – mal wieder – für eine halbe Stunde hin. Das Kind duscht derweil. Als ich wieder wach bin, bestelle ich das Essen, mache mich fertig und gehe los. Ich bin noch etwas bräsig. Die Rotzbremse rutscht und als ich sie laufend zurechtrücke, merke ich, wie mein Ohrring, den ich seit … hmmm … mittlerweile 4 Jahren oder so quasi durchgehend trage, rausfällt. Mist, da fällt mir wieder ein, dass der – warum auch immer – ohne Verschluss war heute morgen. Den hatte ich tagsüber auf dem Schreibtisch abgelegt, um einen anderen Verschluss zu suchen, aber dann doch wieder reingesteckt ohne Verschluss. Mist, völlig verpeilt. Ich gehe an der vermeintlichen Verluststelle suchend auf und ab. Da finde ich nichts. Ich schreibe den Ohrring halb ab und versuche mich nicht zu ärgern. Vielleicht werde ich ja auf dem Rückweg fündig. Ich gehe weiter und gucke – warum auch immer in mein Portemonnaie. Nochmal Mist: Ich habe gar nicht genug Geld mit. Ich drehe um, rufe das Kind an, damit er mir mit dem Geld, das auf meinem Schreibtisch liegt entgegen kommt. Ich bin etwas genervt, da hupt es neben mir: Der RB kommt gerade nach Hause. Geistesgegenwärtig frage ich ihn nach Geld und drehe wieder um, um endlich das Essen zu holen.

Auf dem Rückweg suche ich dann nochmal die Stelle ab, wo mir der Ohrring rausgefallen sein muss. Einen kleinen silbernen Stecker auf grauem Waschbeton zu finden. Tja, hat was von Nadel im Heuhaufen. Aber … tadaaaa … ich habe Glück

Wieder mit Verschluss, mein geliebter NMA-Knoten

Wir essen und dann ist es auch schon Zeit für die CorotäneKneipe.

Sauber

Sauber

Doch, es fühlt sich ziemlich gut an, dass die Wohnung nun einmal pro Woche durchgeputzt ist.

Aber es fühlt sich auch komisch an, dass das jemand für uns mich macht. Ich hatte noch nie eine Putzhilfe (außer Kevin) und ich bin im Kopf durchaus darauf getrimmt, dass eine den Dreck, den sie verursacht auch selbst wegmachen soll. So die Theorie.

Allerdings sind der RB und ich zu undiszipliniert beschäftigt, um uns wirklich regelmäßig ums Putzen zu kümmern. Und ich habe tatsächlich nur wenig Lust, meine wenige Freizeit mit Putzen zu verbringen. (Wobei es dann ja auch keine Freizeit mehr wäre.)

Komisch ist es auch, dass die Putzhilfe kommt, wenn einer von uns da ist. Dieses und letztes Mal war ich zu Hause und habe im HomeOffice gearbeitet, während immer mal wieder der Staubsauger oder das Mopauswringdings zu hören war.

Der Teufel auf meiner Schulter zischt mir immer mal wieder „Sklavenhalterin“ ins Ohr. Und natürlich frage ich mich, ob bzw. wie sehr ich diesen Menschen ausbeute. Ich versuche mich damit zu beruhigen, dass wir deutlich über Mindestlohn für diese Dienste zahlen. Aber auch dazu fällt dem Teufel was ein: dekadent.

Mal sehen, ob sich mein Gewissen mit der Zeit entspannt.

Umstellung

Umstellung

Der RB und ich lowcarben wieder. Und es tut ganz schön gut.

Wir haben auch wieder einen Essensplan. So essen wir einfach abwechslungsreicher.

Wir versuchen weniger Plastikmüll bzw. insgesamt weniger Müll zu erzeugen. Milch und Joghurt gibt es nur noch aus dem Glas. Käse nur noch am Stück von der Theke; Gleiches gilt für Uffschnitt und Fleisch. (Hier müssen wir uns aber noch mehr disziplinieren und Frischhaltedosen mitzunehmen.) Für Obst und Gemüse haben wir Netze – sofern erforderlich. Kaffee vorzugsweise im Sitzen oder Stehen aus echtem Geschirr oder halt im Thermobecher. Dank dem Essensplan gehen wir wieder geplanter einkaufen, wodurch keine spontanen Tütenkäufe mehr nötig sind.
Schritt für Schritt werden wir auch Shampoo und Duschzeugs umstellen. (Wobei die Entscheidung für die Haarseife für 2,75 Euro statt 0,55 Euro für das Shampoo in der Plastikflasche eine sehr priviligierte ist.) Wasser und Saft nur noch aus Glasflaschen.

Das erweiterte Monatsticket verführt dazu, es mehr zu nutzen. Autofahrten werden auf ein Minimum eingeschränkt.

Es sind kleine Schritte, die uns nur bedingt fast gar nicht aus der Komfortzone raustreiben.

Aber irgendwo muss eine ja anfangen.

(Und auch wenn nicht alles eine Frage des Geldes iist, so weiß ich aber, dass ich als Alleinerziehende nicht alles davon hätte umsetzen können.)

Film und Fernsehen

Film und Fernsehen

Der RB erkennt in sämtlichen Filmen und Serien andauernd irgendwelche Schnaps- vorzugsweise Whiskyflaschen.

Apropos Schnaps: Ich habe für die Kollegin und mich eine Flasche Lakritzschnaps im Büro deponiert.

Meine cineastische Superkraft hingegen ist es, dass ich die Synchronstimmen zuordnen kann.

Das Kind hat auch eine cineastische Superkraft: der Dramaking… Herrje, es ist echt anstrengend, wie sehr er aus allem ein Drama oder Staatsakt macht. Seine Jammer-und-Klage-Szenen sind wirklich filmreif. Blöderweise ist es nicht mein Genre.

Abgelenkt

Abgelenkt

Tja, also, ähm… Eigentliche habe ich keine Spiele auf meinem Handy. Uneigentlich überkommt es mit alle paar Jahre und ich installiere eine Spiel-App. Das Spiel spiele ich dann recht exzessiv eine kurze Weile durch. Dann hab ich keinen Bock mehr und die App fliegt wieder runter.

Noch bin ich in der Exzessiv-Phase bei BlockuDoku, einer Art statisches Tetris (für mehr (als statisch) reicht es bei mir nicht).

Wutmarsch

Wutmarsch

Orrrrr, diese Nacht war so symptomatisch für das heute vergehende Jahr, denn in diesem Jahr hatte ich

a) einige schlaflose Nächte,
b) mich öfters über dem RB sein Schnarchen aufgeregt und deswegen
c) mehrere Nächte nicht im gleichen Bett wie er verbracht,
d) mich regelmäßig über die Zahlungsmoral von einer meiner Auftraggeberinnen geärgert.

Diese Nacht kam alles zusammen. Erschwerend kam dazu, dass

a) die letzte Nacht des Jahres war (und morgen halt fixe Zahlungen fällig sind),
b) wir im Hotel nächtig(t)en und dadurch
c) die AusweichFluchtmöglichkeiten vor dem Schnarchen sehr begrenzt ist,
d) es Frühstück nur bis 10h00 gibt und somit
e) ausschlafen nicht möglich war.

Das Ergebnis war eine fast 43-Jährige mit wirklich, wirklich schlechter Laune. So schlechte Laune, dass ich mit dem RB nicht beim Frühstück kommunizierte und auch danach nur die nötigsten drei Worte wechselte Spitzen vor die Füße rotzte. Dann, als er mich allein ließ, damit ich noch etwas schlafen könnte, ich aber keinen Schlaf fand, stapfte ich wütend los. Erst Richtung Kutterhafen,

Kutterhafen bei Ebbe. Scott sucht das Meer.

… dann weiter Richtung Cuxhaven (18 km),

… stritt mich nach 4,5 Kilometer mit dem RB auf Deich. Dann stapfte ich wütend(er) und per Messanger diskutierend weiter,

… um bei Kilometer 7, dann doch mal meinen Standort mit dem RB zu teilen, der da aber schon ein Dorf weiter war (und nun auch das technische Feature des Standortteilens kennt) …

Wir laufen uns mit 34 % (er) und 66 % (ich) Akku entgegen. Romantischer wird’s nicht mehr.

… und nachdem ich 8 Kilometer in den Beinen hatte, trafen wir dann aufeinander. Wir gingen 1,5 Kilometer friedlich nebeneinander her,

… stiegen dann ins Auto und suchten uns was Essbares.

Solltet Ihr in Cuxhaven mal Lust auf Nicht-Fisch haben, können wir das Café Pfannkuchen wärmstens empfehlen.

In diesem Sinne: Happy New Year! 😉