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Kategorie: NazisRaus

Ausschlafen ist nicht alles

Ausschlafen ist nicht alles

Zweite Welle: Tag 36

Ausschlafen ist toll. Keine Frage. Aber ausschlafen bis 14h00 ist nicht soo toll. Denn zum einen habe ich so 12 Stunden geschlafen und zum anderen habe ich so den halben Tag verschlafen. Und das nervte mich für den Rest des Tages kolossal.

Es nervte mich so sehr, dass ich erstmal bockig im Bett blieb und las und ignorierte auch erstmal das Geschehen in Berlin.

Das Kind hatte sich am Vormittag beim Rugby verletzt. Eine Handteller große Schürfwund ziert nun sein linkes Schienbein. Es sieht echt übel aus, aber es hat ihn wohl nicht daran gehindert weiterzuspielen und sogar einen Versuch zu legen. Dieses Kind ist immer wieder faszinierend. Zumindest konnte er zu Hause mit dieser Wunde nur noch auf dem Bett liegen und daddeln.

Ich las das Buch, das dritte und letzte der Reihe „Friekes Buchladen“, zu Ende. Es lässt mich etwas verwirrt zurück. Seit mehr als fünf Jahren habe ich keinen Kontakt mehr zu meinem jüngeren Bruder. In den drei Büchern habe ich seinen Namen allerdings ziemlich oft gelesen. Das war schon komisch.

Um 19h00 war ich dann auch endlich so weit, dass ich eine Essensliste bis Montag erstellt habe, geduscht bin und mich auf den Weg zum Einkaufen machte.

Und natürlich las ich Infos zu Berlin. Und natürlich regte ich mich auf. Mein 2 Cent dazu:

Nur halb so viel Aufmerksamkeit wie für die Berlin-Demo heute für die Gedenkkundgebung für die Opfer des Hanau-Attentats und gegen den Rassismus wäre fein gewesen.

Dass rassistisch motivierte Morde/Anschläge wie in Hanau, Halle, Wächtersbach aber auch an Walter Lübke durchgeführt werden, liegt auch daran, dass Schwurblerinnen, VT’lerinnen, Rechten und Rechtstoleranten wie heute in Berlin immer wieder und zu viel Raum gegeben wird.

Und die Mischung ist das gefährliche. Jede einzelne Gruppierungen könnte als „Verwirrte“ (Rechte grundlegend ausgenommen) abgetan werden, aber die Masse hat mit „gegen das System“ einen mächtigen kleinen gemeinen Nenner.

Damit werden insbesondere die hochgradig Gewaltbereiten (Rechten) legitimiert, was es immer schwieriger macht, dieser Masse etwas entgegen zu setzen.
Denn die Angst, die viele haben, ist begründet und gerechtfertigt.

Bewegtbilder

Bewegtbilder

X-61 Tage bis zur zweiten Welle

Die Nächte sind zur Zeit (mal wieder) nicht gut. Zu spät ins Bett (wegen Blacklist), nicht zur Ruhe kommen wegen Keineahnung. Gut, heute Nacht beschäftigte mich die Absage der heutigen antirassistischen Demo in Hanau. Wie richtig (mit Blick auf die Pandemie) oder falsch (mit Blick auf den immensen Rechtsruck in Deutschland) ist es. Ich bin ambivalent mit Tendenz zu „falsch“.

Daher sage ich dem RB beim Wecken mit Tee, dass wir heute zu einer der Live-Übertragungs-Kundgebungen in Frankfurt gehen werden.

Wobei geweckt hat der RB mich ja nicht. Ich bin ja bereits seit 9h00 wach, weil das Kind Rugby von 10 bis 12h00 hat. Aber ich habe versucht, nochmal zu schlafen, nachdem das Kind aus dem Haus ist. Wenigstens habe ich dabei rausgefunden, dass Die Ärzte eine neue Single rausgebracht haben. Das musste der RB dann auch einmal laut „ertragen“.

Ich freue mich auf das Konzert – wann auch immer es stattfinden wird.

Das Kind kommt wieder, verschwindet mit Essen in seiner Höhle, der RB und ich machen eine Essensliste und dann müssen wir auch los.

#SayTheirNames

Die Redebeiträge zum Gedenken sind insgesamt wirklich gut. Ich empfehle, sich den Live-Stream (jetzt natürlich nicht mehr live) mal anzuschauen:

Danach bin ich eigentlich total k.o., aber der Einkauf muss noch gemacht werden. Dann „darf“ ich mich aber hinlegen, während sich der RB ums Essen kümmert. Das, also das Hinlegen, ist vermutlich nicht so schlau, aber fertig wie ich bin, muss es sein.

Erste Male in der Pandemie

Erste Male in der Pandemie

X-59 Tage bis zur zweiten Welle

Ich hatte heute einen Termin bei einer Ärztin. Der erste ärztliche Termin seit der Pandemie.

Letztlich war alles normal wie immer bei der Gynäkologin. Nur halt mit Mundschutz.

Und nein, ich rege mich nicht darüber auf, dass Brust- und Vaginalultraschall IGeL-eistungen sind. Ist so. Ist mir wichtig. Und zum Glück kann ich es zahlen.

Hin bin ich mit der Bahn gefahren. Als ich aus der Praxis raus bin, ist meine Rotzbremse durchgeatmet. Außerdem ist das Wetter schön und so gehe ich die gut 4 Kilometer zu Fuß nach Hause. Einen Zwischenstopp kann ich mir nicht verkneifen.

Danach arbeite ich. Aber der Kopf zieht sich schrittweise zu. Die Hitze, die Hormone … und vielleicht habe ich auch zu wenig getrunken. Als mir auch noch kodderig wird, ist klar: Mit der Migräne gehe ich besser nicht zur SEB-Sitzung. Ich bin eh schon genervt und mit der Migräne würde ich heute wen auffressen.

Den Rest des abends hänge ich durch. Wenn ich groß bin, lerne ich das noch etwas besser mit der Migräne.

6 Monate

6 Monate

X-58 Tage bis zur zweiten Welle

Nach gestern war der Tag erfreulich unspektakulär.

Das Kind hatte einen ok’en Tag in der Schule. Danach Rugby-Training.

Ich habe gearbeitet.

Spannend war das Abendessen, dessen Zubereitung etwas länger gedauert hat. Das Kind und ich aßen spät.

Melonen-Curry

Der RB kam noch später, weil er noch seiner Bürgerpflicht nachging und bei der Gedenk-Demo* war.

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* Ich tue mich schwer, „Hanau-Gedenk-Demo“ zu schreiben, weil es nicht um Hanau die Stadt geht, sondern um den Nazi-Anschlag am 19.2., bei dem neun** Menschen aus rassistischen Motiven ermordet wurden.

** ja, es waren zehn Ermordete. Aber die 10. Person wurde wohl eher nicht wg Rassismus umgebracht.

Abschottung, Tag 81

Abschottung, Tag 81

Das Kind hat Frühdienstschule. Ich kann aber noch nicht aufstehen, als das Kind weg ist und ich lege mich nochmal in sein Bett. Der RB schnurchelt in unserem Bett.

Ich arbeite vor mich hin. Das Kind kommt nach Hause. Der RB geht (sic !) zur Arbeit. Ich arbeite weiter. Es scheint, als habe ich ein Problem erzeugt. Ein spätes Telefonat ergibt, dass ich’s nicht verbockt habe.

Dann gehe ich einkaufen, weil wir noch Obst brauchen fürs Abendbrot.

Das Kind hat ein neues Lieblingsessen.

Weil der RB noch Steuerdings macht, setze ich mich auch noch mal an den Rechner.

Dann räumen wir noch ein bisschen die Wohnung auf, weil morgen – endlich – mal wieder unsere Putzhilfe kommt. (Ich habe ihn die ganze Zeit, die er jetzt nicht kommen sollte, trotzdem bezahlt.)

Ansonsten mein Empfinden zum Weltgeschehen:

Mein Verständnis für all die und das Bekloppte(n) auf der Welt ist erschöpft.

Seufz. Wo wird das alles noch enden?

Abschottung, Tag 21

Abschottung, Tag 21

Nachtrag zu gestern: Ich sollte aktuell keine Nachrichten gucken. Zum einen, weil ich bis zum 19.4. nichts mehr hören will, wie lange eventuellvielleichtmöglicherweise die Kontaktsperre noch laufen wird. Liebe Politikerinnen, macht euch dazu einfach Gedanken hinter verschlossen Türen, aber verdammt nochmal NICHT vor laufenden Kameras. Zum anderen ertrage ich es nicht, dass die himmlische Ruhe um die blaubraunen Nazis durch einen fast 2minütigen Beitrag beendet werden musste. Liebe Medien, gebt denen doch bitte keine Plattform mehr.

Die HomeSchooling-Phase ist vorerst vobei. Das Kind hat im Großen und Ganzen gut mitgemacht. Ja, ich kann verstehen, dass er keinen Bock hatte. Und dafür hat er es gut gemacht. Er kam insgesamt gut zurecht, hat sich meistens helfen lassen und hat mit der Zeit verstanden, dass ich bestimmte Anforderungen an sein Arbeiten habe und dass er sich das Leben sehr erleichtert, wenn er sie von vornherein berücksichtigt. Nun also Osterferien: Eine Aufgabe hat er noch, bei der war von Anfang an klar, dass sie bis Ferienende fertig sein soll. (Und nein, ich finde das nicht schlimm, auch wenn Hausaufgaben in den Ferien eigentlich verboten sind.)

Ich habe heute wieder gearbeitet. Ich bin mal gespannt, wie das wird, wenn die Schule wieder losgeht und ich dann wieder AG habe, ob ich es schaffe, konsequent nur Montag bis Donnerstag zu arbeiten.

Ich telefonierte kurz mit dem Kv, da das Kind draußen war und wir uns ja tatsächlich mittlerweile über das Kind und dessen Befinden austauschen. Am Ende brachen seine Sorgen aus ihm raus und er bat mich mit tränenerstickter Stimme, dass ich auf das Kind aufpasse.

Meine Yoga-Einheit habe ich heute auch noch untergebracht. Das war anstrengend, tat aber gut.

Um 17h00 musste ich nochmal in ein Webinar. Das dauerte bis 19h00. Ein Hoch auf die Mutefunktion. So konnte ich parallel Dinge versandfertig machen, Briefmarken drucken und dem RB das erjagte Essen abnehmen. Denn passend zum späteren Kneipenabend gab es heute Schnitzel für alle aus der potentiellen Stammkneipe.

#CorotäneKneipe war wieder mal sehr nett. Und lang.

Abschottung, Tag 12

Abschottung, Tag 12

Ich habe einen Wunsch für die Nach-COVID19-Abschottungszeit:

Wenn wir dann alle wieder raus dürfen, zeigen wir dann bitte geballt und mehrheitlich, dass wir gegen Nazis sind?

Ihr braucht ja nicht alle ein Tattoo 😉 Aber traut Euch, Buttons anzustecken und/oder Aufkleber zu verteilen.

Es zeigt sich gerade so wunderbar, dass die rechten Stimmen verstummen, wenn wir ihnen keinen Raum geben.

DANKE!

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In diesem Leben werde ich keine Lerche mehr. Ich bin eine Eule. Durch und durch. Sobald sich auch nur ansatzweise die Gelegenheit bietet, meinen Tag-Nach-Rhythmus zu verschieben, passiert das auch. Die Nächte werden länger als es gut ist. Die Tage fangen später an. Das ist für die eh schon angeschlagene Konzentration nicht sonderlich förderlich. Ich verbringe gefühlt mehr Zeit damit, meine Projekte zu sortieren und aufzuschreiben als dass ich sie wirklich bearbeite.

Das Kind ist mit seinen Matheaufgaben fertig und GL hat er auch fast geschafft (also, alles, was bis zu den Osterferien vorgesehen war). Deutsch und Englisch sind deutlich umfangreicher. Er macht das aber gut.

Ihn über Mittag rausgeschickt, damit er mal Sonne und frische Luft bekommt. Da müssen wir noch mehr dran arbeiten. Vielleicht lasse ich ihn einfach die ALBA-Sportstunde auf dem Balkon turnen.

Der RB war im Laden. Das ist nicht so schlecht*, dass er da immer mal wieder hin will und muss. Wobei mir natürlich auch nicht ganz wohl dabei ist, denn er kann dadurch ja auch immer wieder was anschleppen**.

Als er wieder da war, legte ich mich für eine gute Stunde ins Bett***, dann beriet ich kurz telefonisch****, während der RB mit dem gefrühjahrskurten***** Herrn Weber das Abendessen zubereitete.

Der Abend endete spät, aber amüsant in der CorotäneKneipe.

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* Also für unseren häuslichen Frieden

** Allerdings hat er heute weißes Blattgold angeschleppt. 24 Rollen Klopapier. Damit sollten wir erstmal versorgt sein.

*** Oberstes Gebot der Stunde: Wenn mein Körper nach Schlaf verlangt, lege ich mich hin. Es ist wirklich KEINER in diesem Haushalt gedient, wenn ich mich zwinge wach zu bleiben.

**** Spätere Erkenntnis dazu:

Wenn du wegen deiner Grunderkrankung irgendwann mit COVID19 im Krankenhaus liegst, wirst Du sicher nicht denken: Ach, wäre ich doch öfter ins Büro gegangen.

***** Er hat nun ein gußeisernes Grillrost, neue Aromaschinen und die rausgekratzten Sedimentschichten hätten jede Geologin erfreut.

Wut

Wut

Ich kann die Wut, der bei einer #NazisRaus-Bestellung Luft gemacht wurde, soso gut nachvollziehen.

ich hab`die Faxen dicke – jetzt müssen die Buttons und Aufkleber her.
Nach einem erneuten lautstarken Zusammentreffen (im Großraumbüro!) mit meinem ausländerfeindlichen und menschenverachtenden Kollegen werde ich nicht nur verbal  Farbe bekennen. Es kann doch nicht sein, dass wir im Jahr 2020 noch mit Vorurteilen aus finsteren Urzeiten kämpfen müssen!

Dass der Mannheimer Naziprediger nun eins aufs Dach bekommen hat, ist zwar gut, aber vermutlich nicht sonderlich nachhaltig und letzten Endes auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

SM-Müde

SM-Müde

Es liegt sicherlich auch daran, dass ich schon den ganzen Tag beruflich vor dem Rechner Mac sitze und über das Gerät fluche, dass abends dann tatsächlich die Puste raus ist, was das Bloggen anbelangt.

Außerdem bin ich gerade etwas SocialMedia-müde: fb habe ich ja schon immer begrenzt genutzt (eine halt halt ein Profil, um mit der einen oder dem anderen in Kontakt zu bleiben). ig wird ja schon seit langem immer anstrengender – ich poste weniger und scrolle nur noch sporadisch. twitter stresst mich gerade sehr: Ich folge mittlerweile vielen linksradikalen Zecken politschen Accounts und ich finde es unerträglich, dass so viel rechte Nazischeiße in der Gesellschaft und allen rechtstaatlichen Instanzen (Polizei, Bundeswehr) mittlerweile total frei und ungestraft bewegen kann. Es wird immer schlimmer und es passiert genau gar nichts. Dazu kommt noch Corona und mir fehlt da Sachlichkeit. Aber das ist vermutlich auch einfach nur ein Symptom für alles.

Das Gute daran ist, dass meine SocialMedia-Aktivitäten so deutlich weniger als Zeitfresser eine Rolle spielen.

Hmpf

Hmpf

Mir ist immer noch nicht nach Bloggen. Mich bewegen und frustrierten die EU und Hanau weiterhin.

Hoffentlich schaffe ich es morgen nach Hanau.

Die Arbeit nervt mich auch gerade. Trotz HomeOffice wird die To-Do-Liste nicht kürzer.

Bislang steckt der Wurm in diesem Jahr.