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Kategorie: NazisRaus

Tage am Meer

Tage am Meer

Tag 1
Später als geplant – im Garten meines Bruders war es auch sehr schön – kommen wir am Meer an. Aber es ist noch hell und schön und so spazieren wir eine erste Runde ans Meer – nur 400 m von unserem Häuschen entfernt.

Tag 2
Einrichten. Einkaufen. Und wieder ans Meer. Nichtstun und aufs Meer gucken. Lesen.

Tag 3
Genug rumgelegen, wir haben die Fahrräder nicht umsonst mitgenommen. Wir fahren eine gemütliche Runde nach Dahme, spazieren dort rum und radeln wieder zurück. Könnte schlimmer sein.

Tag 4
Wandertag. Wir erlaufen uns die Halbinsel zwischen Großenbrode und Fehmarnsundbrücke. Wir folgten zum Kaffee einer Empfehlung aus der Twitterkneipe (Meerkieker, Großenbrode) und zum Abendessen fragten wir Google* (Fisch-Hütte, Heiligenhafen). Beides können wir weiterempfehlen.

Tag 5
Getrennte Wege für den RB und mich: Er fährt mit dem Auto nach Fehmarn und ich fahre mit dem Rad hin – über die die Sund-Brücke. Das war weniger spektakulär als gedacht. Aber nun habe ich es gemacht. In Albertsdorf machten wir 2 (oder 2) mal Familienurlaub – die wenigen als ganze Familie, denn zu oft waren vorlesungsfreie Zeit von meinem Vater und unsere Schulferien inkompatibel. Burg ist keine Reise wert; das Café Traube aber durchaus nett. Und am Südstrand eine besondere Begegnung gehabt: Den Ex-Mann nach 14 Jahren mal wieder gesehen. Zum Abendessen haben wir Glück, beim ersten Griechen in Ostholstein (Apollo 2, Grube) einen Tisch bekommen zu haben: Das Tzatziki ist so gut, dass ich eine Extraportion mitnehme.

Tag 6
Das Wetter macht keinen guten Eindruck, also fliehen wir und besuchen die Ostsee-Erlebniswelt (nur so semi empfehlenswert). Und weil es danach auf „unserer“ Ostsee-Seite immer noch össelig aussieht, fahren wir nach Heiligenhafen und wandern über Steinwarder und Graswarder.

Tag 7
Das Wetter ist wieder gut und wir gehen nochmal an den Strand. Das Meer ist aufgewühlt und präsentiert sich mit Wellen und Brandung. Hachz. Wir sind früh genug dran, dass wir noch einen Tisch auf der Terrasse des Süssauer Seebrückenrestaurans ergattern. Abends fällt mir ein, dass ich ja Puzzle mitgenommen habe…

Tag 8
Das Wetter ist nicht gut. Ich muss noch Aufträge** bearbeiten. Der RB fährt alleine nach Lübeck. Ich schreibe und puzzele.

Tag 9
Tschüss, Ostsee. Wir fahren weiter … zum Glück noch nicht nach Hause.

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* Unsere Erfahrung mit Google-Bewertungen ist gut. Alles > 4,0 Sterne ist in der Regel sehr brauchbar.

** Aufträge als freie Journalistin

Letzte Etappe

Letzte Etappe

Lockdown, Tag 72

Der RB hat ,am Sonntag eine Fortbildung, das Kind hatte am Freitag mal wieder Rugby-Training. Daraus ergab sich, dass der RB und ich am Samstag nur zu zweit die letzte Etappe der Hohen Straße liefen. Also natürlich nicht die allerletzte Etappen, denn Hohe Straße geht ja bis Leipzig, aber die letzte Etappe auf dem ausgebauten Stück von Frankfurt nach Büdingen. Danach ist sie wohl erstmal nicht ausgebaut. aber das werde ich noch genauer eruieren. Aber alles weitere ist keine Tagestour mehr von Frankfurt aus. Da würden sich verlängerte Wochenenden mit mehreren Etappen anbieten.

Wie auch immer: Schön war’s. Und lang war’s. Und anfangs war es auch noch ziemlich frisch und windig. Außerdem mussten wir wirklich viele antifaschistische Aufkleber verteilen. Bald ist Kommunalwahl in Hessen und rund um Büdingen ist es leider ziemlich braun. [insert Kotzsmiley]

(Wenn es interessiert: Hier Etappe 1, zwei, drei, vier, fünf und sechs)

Nun müssen wir uns eine neue Wanderperspektive suchen. Vielleicht wandern wir zukünftig den Limes entlang.

Lichtblicke 2020

Lichtblicke 2020

Was für ein Jahr.
Wow.
Uff.

Gesellschaftlich stehen wir – nicht nur, aber insbesondere – wegen der Covid-19-Pandemie vor großen Herausforderungen. Global, aber auch in Deutschland. Ich spüre, dass ich meinen Optimismus verliere und auf vieles nur noch zynisch reagiere.

Im letzten und vorletzten Jahr habe ich das ganze Jahr als Lichtblick empfunden und habe die Monaten auch unter „negativen“ Aspekten – Verzichtet hätte ich gerne auf – betrachtet. Trotz Pandemie war 2020 für mich persönlich nicht so schlimm, aber so ohne weiter nachzudenken, war dieses Jahr recht eintönig (nur zu Hause). Daher ist es mir wichtig, mich in diesem Jahr wieder auf Lichtblicke zu konzentrieren. Was sich für die ganze Zeit festhalten lässt: Der RB und ich sind zusammen – als Paar – gut durch die Pandemie gekommen.

Januar: Seit dem 1.1. bin ich nicht mehr hauptberuflich selbstständig, sondern wieder festangestellt. (Die zwei wöchtentlichen Präsenztage überzeugen mich noch nicht so.) China mit dem SARS-CoV-2 ist weit weg und so startet das Jahr ohne irgendwelche schlimmen Gedanken. Im Gegenteil ich freue mich auf das, was das Jahr bringen sollte. Ich kümmere mich um neue Brillen, ärgere mich über Hello Fresh. Ich hole das Kind aus Paris ab und dreh die obligate Runde durch Frankreichs Hauptstadt. Ich habe Geburtstag. Schule fängt wieder an. Wir gehen auf ein Konzert. Ich muss zu einem Kundentermin über Nacht. Den Monat beende ich mit einem Konzert.
Lichtblicke: dass beim Kind-Abholen trotz Streik alles geklappt hat, der „Teekocher“ zum Geburtstag, #NazisRaus-Merch

Februar: Zum Halbjahreszeugnis gibt es ein längeres Gespräch mit den Klassenlehrkräften des Kindes. Das hallt noch den ganzen Monat über nach. Der RB und ich lowcarben wieder. Der neue Virus kommt näher und es wird diskutiert, ob er gefährlicher als die Grippe ist. Wir gehen mit S und M essen. (Hihi, sie hat SM gesagt.) Ich bin diesen Monat nicht so ganz fit, also ziemlich k.o. Wir gehen zum Circus FlicFlac und mit der Twittergruppe vegan essen. Das Festangestellten-Dasein pendelt sich ein. Ein wenig hadere ich noch – insbesondere wegen der vielen unnötige Meetings, die mich von Arbeiten abhalten. In Hanau erschießt ein Rassist zehn Menschen. Wir fahren nach Berlin und treffen Menschen aus dem Internet. Danach ist klar: Der Virus ist gefährlich(er als gedacht). Es gilt Abstand zu halten und Hände zu waschen. (Was ich in der AG die den Kindern übe.) Der Monate endet mit einem letzten privaten Termin für dieses Jahr mit vielen Menschen an einem Ort. Wir starten das Projekt Putzhilfe.
Post, der mit wichtig ist: Menschen, keine Tweetvorlagen
Lichtblicke: so viele Leute bestellen #NazisRaus-Merch, Circus FlicFlac, Berlin-Trip

März: Der Monat beginnt mit einer Hochzeit – der Fake-Heirat zwischen dem RB und mir, vollzogen vom Kind. SARS-CoV-2 ist überall auf der Welt angekommen und damit leben wir nun amtlich in einer Pandemie. Ich bin seit Anfang des Monats bereits im HomeOffice, muss aber noch für einen beruflichen Termin an den Flughafen (mit ohne Händeschütteln). Die AG sage ich ab und meine FREItage gehen zunehmend für die Arbeit darauf. Ab dem 18.3. ist das Kind zu Hause. Die Schulen sind geschlossen. Auch der Laden vom RB schließt für den direkten Verkauf (er stellt sich schnell auf digital ein: Online-Shop und virtuelle Tastings). Alle Kontakte werden reduziert und so kommt auch die Putzhilfe nicht mehr. Ich mache erstmals sowas wie einen HamsterPrepperkauf. Das Kind ist im Großen und Ganzen kooperativ beim Lernen in häuslicher Umgebung. Ich komme zu wenig raus und es muss sich alles noch einspielen.
Lichtblicke: Start der #CorotäneKneipe

April: Der Monat plätschert so vor sich hin. HomeOffice und „HomeSchooling“ pendeln sich nur langsam ein und dann sind auch schon Ferien. Wir nutzen, dass Kino nun gestreamt wird und machen einen Kinoabend mit dem Känguru. Die Balkonsaison beginnt mit BalkonOffice und Grillen. Wir machen die erste große Wanderung. Wir fangen an, Masken zu tragen. zum ersten und einzigen Mal während der Pandemie nähe ich selbst Masken. Ich rege mich zunehmend über die Schule und deren Nicht-Kommunikation auf. Auch mit den Lehrkräften rappelt es gewaltig. Aber mach ein Gewitter wirkt reinigend. Noch mehr rege ich mich über die verpasste Digitalisierung auf. Der RB versucht mir die Haar zu schneiden (ich muss nacharbeiten). Nach meinen Urlaubstagen komme ich nur schwer wieder in einen vernünftigen Schalfrhythmus. Auf gewisse Weise zehrt das alles. Aber uns geht es gut. Uns fehlt nix und wir haben genug Platz. Trotzdem balancieren wir immer mal wieder an der Grenze zum Lagerkoller. Das Kind bekommt neue Möbel und wir rücken Möbel in der Wohnung. Für das Kind ist die Schulschließung super und er traut sich, endlich einen Iro stehen zu lassen. Er vermisst nicht die Schule und noch weniger seine Mitschülerinnen. Ab Ende des Monats geht es los mit dem virtuellen Klassenzimmer (das auch nur möglich ist, weil ich es einrichte).
Lichtblicke: Urlaub, die #CorotäneKneipe etabliert sich und findet zweimal pro Woche statt, wir können viel auf dem Balkon sein, Wanderung allein

Mai: Gleich am 1. Mai machen wir eine große Wanderung und das soll der Startschuss für unsere wöchentlichen Wanderungen sein. Der Kv macht zunehmend Druck, dass er das Kind sehen will. Also in Echt. Aber die Pandemie lässt es nicht zu. Das Kind will auch nicht. Wir verbringen weiterhin viel Zeit auf dem Balkon. Ich habe viel zu tun. Für einige Projekte stehen wichtig Deadlines an und es muss einiges weggeschafft werden. Mein FREItag ist nicht mehr existent und mein Überstundenkonto füllt sich. Die Schule geht wieder – im Wechselmodell – los. Das funktioniert gut. Auch das Rugby-Training geht wieder los. Beides tut dem Kind gut. Das restliche Leben öffnet sich ebenfalls wieder und es fühlt sich komisch an. Ich komme nicht umhin zu nutzen, dass ich wieder zum Friseur kann.
Lichtblicke: Wanderungen, Friseur, Schule und Rugby fürs Kind laufen wieder an

Juni: Deutschland ist echt gut durch die erste Welle gekommen. Die Hoffnung ist groß, dass das nicht verspielt wird. (Ich brauche nicht spoilern, denn wir waren ja alle dabei.) Ich habe weiterhin viel zu tun. Sehr viel. Gut, dass die Putzhilfe wieder kommt, zum Putzen kommt hier gerade keine. Wir stornieren den Urlaub in Irland, weil dort alles – richtigerweise – strenger gehandhabt wird als anderswo. Wir überlegen hin und her, aber entscheiden, dass wir raus müssen und buchen für die geplante Urlaubszeit kurzfristig eine Woche Belgien und eine Woche Lothringen. Das Kind hat Geburtstag und wir lassen, weil es ein Sonntag ist, den ganzen Tag zoom laufen und so schauen immer mal wieder Menschen vorbei und gratulieren ihm. Das gefällt ihm sehr. Die Corona-Warn-App geht an den Start. Ich spende erstmals Blut. Die Situation mit dem KV spitzt sich zu. Das Kind will nicht zu ihm fahren. Auch wenn das Kind zur Zeugnisvergabe nochmal kurz hin muss, ist das Schuljahr am 30.6. für ihn zu Ende.
Lichtblicke: Wir wandern weiterhin, das Kind hat einen schönen Geburtstag – trotz aller Widrigkeiten, Frau Rabe kurz gesehen, mit Herrn Fischer im Gadde gegrillt

Juli: Zunächst einmal Endpsurt vor dem dringend benötigten Urlaub. Friseur quetsche ich irgendwie auch noch rein. Ich ärgere mich, dass beim Zeugnis „business as usual“ gemacht wird. Aber freue mich dann nur noch auf den Urlaub. Wir fahren mit gemischten Gefühlen weg: Der Urlaub ist nötig, aber müssen wir wirklich wegfahren? (Retrospektiv: Wir haben einen sehr günstigen Moment erwischt, dank früher hessischer Sommerferien und sehr niedrigen Inzidenzen. Es war okay.) Die Tage am Meer waren toll. Da können wir gerne nochmal hinfahren. (Wobei Belgien recht teuer ist.) Die eine Freundin zu sehen war schön (und) schmerzlich: Unsere Ansichten – allgemein und hinsichtlich der Pandemie – driften zunehmend deutlich auseinander. Lothringen war auch okay, aber nochmal müssen wir nicht dahin. Aber es tat gut, rauszukommen, nicht mehr im eigenen Saft zu schmoren. Auf dem Rückweg fahren wir beim Vater vom RB vorbei. Es eskaliert zwischen dem Kv und dem Kind, da das Kind nicht zu ihm will. Wir starten wieder mit LowCarb. Ich starte wieder in die Arbeit. Das Geburtstagsgeschenk vom Kind wird eingelöst und er darf in einem Sportflogzeug mitfliegen.
Lichtblicke: Urlaub mit vielen schönen Ausflügen, glückliches Kind nach Flug

August: Ein insgesamt schöner Sommermonat – teilweise sehr heiß, was das Arbeiten erschwert. Wir wandern. Ich habe viel zu arbeiten. Wir haben eine Fliegenproblem. Außerdem wohne Franz und Ferdinand im Hof. Wir sind bei anderen Menschen (auf der Terrasse) zu Besuch. Ich ägere mich sehr über die Situation im Schulelternbeirat. Ich gehe mal wieder zu Friseur (kurze Haare wollen alle 6 Wochen geschnitten werden). Nachdem Juni und Juli hinsichtlich der Pandemie wirklich entspannt waren, zeichnet sich nur sehr deutlich der Beginn einer zweiten Welle ab. Die Schule fängt wieder an. Ganz normal. Ich bin zum ersten Mal seit Pandemiebeginn bei einer Ärztin. Ich beschließe nur noch Röcke zu tragen. Am Ende des Monats bin ich krank. In Berlin findet die erste große Demo von Nazis und Coronaleugnerinnen statt.
Post, der mit wichtig ist: Mit beiden Beinen im Leben
Lichtblicke: unsere Wanderungen, Normalität mit Maske, der RB ist sehr bewegungsmotiviert

September: Wir starten mit einem Twitter-Essenstreffen in den Monat. So schön, wieder andere Menschen zu sehen (draußen). Meine Arbeit wird nicht weniger. Ich fahre für einen Tag ins Büro. Das ist zwar unproduktiv wie eh schon, aber halt auch eine Abwechselung – wenn auch komisch, weil so viele im HomeOffice sind. Ich netzwerke und habe im nächsten Jahr eine neue Kollegin. Ich komme ein bisschen mehr aus meiner HomeOffice-Höhle raus. Das ist wichtig. Ich starte das AfghanHueShift-Strickprojekt. Kassiopeia zieht bei uns ein (erfolgreich durch die Twitterkneipe geinfluencet). Das Kind hat gar keinen Kontakt mehr zum Kv. Ich mache meine letzte Steuererklärung für die Freiberuflilchkeit. So rückblickend ist dieser Monat der mit den meisten Fremdbegegnungen während der Pandemie.
Post, der mit wichtig ist: Privilegien
Lichtblicke: so viele Spenden für Nils, viele Menschen gesehen

Oktober: Das Kind übernachtet zum einzigen Mal in diesem Jahr aushäusig. Wir helfen zweimal bei der Weinlese für meine Lieblingsweine. Ich habe weiterhin viel zu tun. Das Kind hat Herbstferien und hat – allen steigenden Zahlen zum Trotz – Boulder-Camp, das ihm viel Spaß macht. Ich war noch einmal im Büro. Der RB hat runden Geburtstag und er freut sich sehr über die Video-Glückwünsche. Ich habe Termine bei Ärztinnen (impfen, HNO, CT). Mein Vater muss wegen Lungenentzündung ins Krankenhaus. Wir treffen uns erstmals mit anderen Menschen zum Wandern. Ich beginne mit der Planung des digitalen BAdventskaffees. Übers virtuelle Dorf bekommen wir die Gelegenheit Äpfel und Walnüsse zu ernten.
Lichtblicke: Weinlese, NMA-Konzert, Apfelernte

November: Ich bin in diesem Monat nicht auf der Höhe. Aber das ist der Monat auch nicht. Es gibt „Lockdown light“ und es ist eigentlich ziemlich klar, dass das nicht das bringen wird, was sich damit erhofft wird. Nach über zwei Monaten ohne Kontakt zum Kv nimmt das Kind den Faden wieder auf – ganz rund läuft es nicht. Ich komme endlich auf die schlaue Idee, meinen Blog-Umzug in professionelle Hände zu geben und auf einmal geht alles ganz schnell. Das Kind kränkelt ein wenig vor sich hin und geht ein paar Tage nicht in die Schule. Das ist zwar richtig so, aber tut mir nicht gut. Joe Biden gewinnt die US-Wahl. Die Corona-Leugnerinnen drehen weiter frei. Wir wandern „schon wieder“ mit anderen Menschen. Ich besorge mir einen richtigen Schreibtisch (der erstmal sehr prominent im Wohnzimmer steht). Ich merke zunehmend, dass ich nicht mehr kann, wie ich will. Zum Glück gestehe ich mir irgendwann auch ein, dass ich auch nicht wollen muss, sondern einfach nicht mehr kann. Die Woche Krankschreibung war richtig und gut. In der Schule eskaliert es auch und ich habe ein langes Gespräch mit der einen Klassenlehrkraft. Wir fassen einen #NixMas-Beschluss und ich starte in den alljährlichen Backwahn. Am Ende des Monats schneit es sogar.
Lichtblicke: Blog-Umzug, Wanderung alleine, ärztlich verordnete Auszeit, Schnee

Dezember: Arbeit, Arbeit. Und Keksbacken. Und viele Kekspäckchen packen. Der „Lockdown Light“ hat nicht viel genützt. Die Zahlen steigen zwar nicht mehr exponetiell, aber die Zahl der Toten steigt. Das ist alles nicht schön. Freundin A infiziert sich mit Covid-19 und ich mache für sie einen Quarantäne-Einkauf. Es zeichnet sich ab, dass es wieder einen Lockdown geben muss – mit vorgezogenen bzw. verlängerten Winterferien (nicht in Hessen, aber wir fangen eh früh mit den Ferien an und haben drei Wochen), dennoch ist das Kind drei Tag vor offiziellem Ferienbeginn zu Hause. Der digitale BAdventskaffee funktioniert super. Ich komme extrem wenig raus und wandern fällt an zwei Wochenenden aus. Die Woche, in der mein Urlaub startet, verlangt nochmal viel. Der RB hat Weihnachtsgeschäft und so kommen wir zu nichts – noch nicht einmal zum Kochen. Unsere #NixMas-Gestaltung gefällt uns allen sehr gut und nimmt viel Druck und Stress raus – insbesondere auch, dass das Kind die vielen Geschenke nicht auf einmal bekommt. Wir gestalten das Arbeits- zum Herrenzimmer um und auch das Wohnzimmer wird umgestellt. Ich ärgere mich über die Heizung. Eve zieht bei uns ein (noch so ein Twitterkneipen-Influence-Ding). Ich färbe mir, weil ich nicht mehr zu Friseur kann, die Haar schwarz. Wir haben zwei Outdoor-Dates und ich fahre sehr spontan zu meinen Eltern.
Post, der mit wichtig ist: Kein Allheilmittel
Lichtblicke: digitaler Badventskaffee, wir können „problemlos“ Essen bestellen, meine Eltern doch noch gesehen

Es geht ein Jahr zu Ende, in dem

  • es normal wurde, Maske zu tragen,
  • ich viel zu wenig Menschen umarmt habe,
  • auf einmal vieles virtuell möglich war – eigentlich alles außer Tiernahrung Schule,
  • ich nicht einmal im Museum war,
  • das Kind das Bouldern für sich entdeckte,
  • wir Hessen vorranig zu Fuß erkundeten,
  • wir viele Serien schauten,
  • ich als Elternbeirätin viel zu tun hatte,
  • die Twitterkneipe zu einer festen Institution wurde und uns allen die Pandemie etwas leichter macht(e),
  • wir sehr gut gegessen haben – sowohl aushäusig als auch selbst gekocht,
  • wir zwei richtige Arbeitsplätze in der Wohung eingerichtet haben,
  • das Kind immer mal wieder pubertäre Anflüge hatte,
  • ich wieder festangestellt arbeitete (und diese Entscheidung genau richtig war),
  • uns Konzerte sehr fehlten,
  • wir viel über die Menschheit und deren Abgründe lernen durften und mussten,
  • sich – leider – zeigte, dass nicht alle Menschen mit Eigenverantwortung umgehen können und/oder solidarisch leben wollen,
  • viele, viele Menschen im Mittelmeer ertrunken sind oder in Camps IN EUROPA unter allerschlimmsten Bedingungen vegetieren müssen,
  • Faschismus und Rassismus noch ein Stück weiter in die Gesellschaft gedrungen sind (überall in Europa),
  • sich zeigte, dass Gleichberechtigung nur leidlich funktioniert,
  • die Wissenschaft wahnsinnige Leistungen vollbracht hat,
  • Kommunikation wichtiger denn je war,
  • der Föderalismus keinen Sinn machte,
  • sich alle Fehler und Versäumnisse im Schulsystem mit geballte Macht offenbarten,
  • dem wir – der RB, das Kind und ich – gesund geblieben sind und zum Glück auch die meisten andere Menschen, die uns lieb und wichtig sind.

2021 wird uns nochmal viel abverlangen, da brauchen wir uns nichts vormachen. 2020 ist vielleicht vorbei, aber die Pandemie noch lange nicht. Daher wünsche ich allen:

Durchhaltevermögen, Geduld, Mut, Resilienz, Menschen, die Halt geben, Gesundheit.

#ClosedNovember (18)

#ClosedNovember (18)

Viel Spannendes ist heute nicht passiert. Abgesehen von einem Stille-Post-Moment in der Kind-Lehrkraft-Mutter-Kommunikation. Und dass ich abends noch zum Römer bzw Paulsplatz gedüst bin, um wenigstens etwas Gegenpräsenz zu den Schwurblern zu bieten. Aber die Polizei hatte aus Sanstag gelernt und die Schwurblerinnen nahezu hermetisch gesichert. Jeder Gegenprotest wurde zerstreut und im Keim erstickt.

Von (!!!) den Schwurblerinnen kommemd kam mir eine ehemalige Kindergarten-Mitmutter entgegen. Sie hat mich wohl nicht erkannt. Oder wollte es wie ich nicht. Bereits im Frühjahr habe ich sie wegen Schwurbelscheiße auf WA geblockt und bei fb entfreundet.

Die „Begegnung“ war also nicht überraschend, aber dennoch bleibt die Frage, warum verfällt eine studierte, nicht auf den Kopf gefallene Frau so einem Mist?!

#ClosedNovember (17)

#ClosedNovember (17)

Ich möchte was anzünden.

Ich bin zu spät eingeschlafen, weil #CorotäneKneipe war, der Mann und ich noch geredet haben und ich dann den Podcast mit Professorin Ciesek gehörte habe (und bei eingeschlafen bin). Dementsprechend hatte ich zu wenig Schlaf, als ich um 7h30 aufstehen musste, damit das Kind in die Schule kommt. Wieder hinlegen konnte ich mich nicht, weil ich um 9h20 einen Termin bei der HNO* hatte. Also trank ich Tee, las im Internet und war ob der sich anbahnenden Schwurbler-Demo in Berlin schon vor 9h00 in Zündellaune.

Termin bei der HNO: ohne Befund. Also, die Nebenhöhlen sind es nicht. Vielleicht über was Neurologisches nachdenken.

Wieder zu Hause konnte ich auch nicht schlafen, weil die Wohnung putzbar gemacht werden musste. Und dann war es auch so spät, dass die Putzhilfe vor der Tür stand.

Die Entwicklungen in Berlin machten mich weiter fassungslos.

Diese Bilder aus Berlin.
Das allgemeine Weltgeschehen.
Und die Frage: „Warum machste diesen ganze Scheiß überhaupt noch? In welche Welt entlasse ich mein Kind?“

Ein guter Tag, um Deine Lakaien zu hören.**
Hier sitzen und vor Wut und Hilflosigkeit heulen.

Ich ertrag das nicht.
Mein Gerechtigkeitssinn läuft Amok.

Das Kind kam nach Hause und erzählte mir mal wieder, dass er in der Schule „Nazi“ und „Hitler“ genannt wird. Noch was, was ich anzünden will. Ich musste los zu meinem Optikertermin. Auf dem Weg dahin musste ich meinem Ärger über die Situation in der Schule Luft machen und schrieb eine „brennende“ e-Mail an die Klassenlehrkräfte. Mir platzt hier echt die Hutschnur und ich drohe mit rechtlichen Schritten***.

Termin beim Optiker: 1,5 Dioptrien für den Lesebereich. Als mir die Optikerin allerdings den Preis für die Gleitsichtgläser nannte, war ich raus. 450 bzw 600 Euro sind gerade einfach nicht drin. Dabei dachte ich, dass meine Brillenversicherung die neuen Gläser, deren Stärken sich ja definitiv ändern, deckt. Zumindest in großen Teilen. Dem ist – laut Optikerin – nicht so. Ich bin mir da noch nicht so sicher und werde das mit der Versicherung direkt klären. Etwas genervt und mit noch mehr Zündellaune verließ ich den Laden. (Wenigstens sind meine beiden Brillen gerichtet.)

Wieder zu Hause hatte ich endlich die Gelegenheit, mich hinzulegen. Das war bitter nötig. Änderte aber auch nicht so viel an meiner Laune.

Um das Abendessen zubrereiten zu können, musste ich einkaufen gehen. Das ging erfreulich reibungslos und es tar mir auch gut, dass ich das Handy zu Hause ließ.

Bei Essenkochen musste ich mich noch kurz über die Lesekompetenz anderer Menschen aufregen. Aber nur kurz. Erfreulich war, dass das Kind mir beim Kochen hilft.

Der Rest des Abends verlieg ruhig: lecker Essen, Kind in Bett bringen, kleine #CorotäneKneipe.

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* DER HNO ist im Ruhestand und so begrüßte mich heute eine HNO – mit Mundschutz.

** Ich erstellte mir eine Playlist mit dem aufbauenden Titel „Dystopie“ mit Deine Lakaien, New Model Army und alten Sachen von Depeche Mode.

*** Muss mir noch überlegen, was das sein kannsollte. Im Zweifelsfall werden die jeweiligen Schülerinnen wegen Beleidigung angezeigt.

#ClosedNovember (8)

#ClosedNovember (8)

Nach den Bildern von Samstag und während Pegida trotz Pandemie marschieren darf, bleibt mir heute in Gedenken an den Novemberpogrom nur zu sagen:

Nie wieder!

Kein Vergessen.

Lasst uns bitte alle unseren Beitrag leisten, dass sich Geschichte nicht wiederholt.

#ClosedNovember (6)

#ClosedNovember (6)

Ich bin dann mal die Spielverderberin: Während gefühlt ganz Deutschland im Freudentaumel über die Wahl Bidens (und Harris) eskapiert, bin ich wütend.

Ich bin wütend über das, was in Leipzig passiert ist. Wütend über meine Hilfslosigkeit. Wütend über meine Machtlosigkeit. Wütend über diese klar dokumentierte Ungerechtigkeit. Über den Rechtsruck und darüber wie sehr Deutschland auf dem rechten Auge blind ist.

Ich bin auch wütend darüber, dass es so vielen so viel wichtiger ist, dass Trump abgewählt worden ist als das, was im eigenen Land passiert.

Und ehrlich gesagt: Ja, es ist gut, dass Trump abgewählt worden. Aber ob Biden und auch Harris die großen Heilsbringerinnen sein werden, wage ich zu bezweifeln. Sehr.

Ausschlafen ist nicht alles

Ausschlafen ist nicht alles

Zweite Welle: Tag 36

Ausschlafen ist toll. Keine Frage. Aber ausschlafen bis 14h00 ist nicht soo toll. Denn zum einen habe ich so 12 Stunden geschlafen und zum anderen habe ich so den halben Tag verschlafen. Und das nervte mich für den Rest des Tages kolossal.

Es nervte mich so sehr, dass ich erstmal bockig im Bett blieb und las und ignorierte auch erstmal das Geschehen in Berlin.

Das Kind hatte sich am Vormittag beim Rugby verletzt. Eine Handteller große Schürfwund ziert nun sein linkes Schienbein. Es sieht echt übel aus, aber es hat ihn wohl nicht daran gehindert weiterzuspielen und sogar einen Versuch zu legen. Dieses Kind ist immer wieder faszinierend. Zumindest konnte er zu Hause mit dieser Wunde nur noch auf dem Bett liegen und daddeln.

Ich las das Buch, das dritte und letzte der Reihe „Friekes Buchladen“, zu Ende. Es lässt mich etwas verwirrt zurück. Seit mehr als fünf Jahren habe ich keinen Kontakt mehr zu meinem jüngeren Bruder. In den drei Büchern habe ich seinen Namen allerdings ziemlich oft gelesen. Das war schon komisch.

Um 19h00 war ich dann auch endlich so weit, dass ich eine Essensliste bis Montag erstellt habe, geduscht bin und mich auf den Weg zum Einkaufen machte.

Und natürlich las ich Infos zu Berlin. Und natürlich regte ich mich auf. Mein 2 Cent dazu:

Nur halb so viel Aufmerksamkeit wie für die Berlin-Demo heute für die Gedenkkundgebung für die Opfer des Hanau-Attentats und gegen den Rassismus wäre fein gewesen.

Dass rassistisch motivierte Morde/Anschläge wie in Hanau, Halle, Wächtersbach aber auch an Walter Lübke durchgeführt werden, liegt auch daran, dass Schwurblerinnen, VT’lerinnen, Rechten und Rechtstoleranten wie heute in Berlin immer wieder und zu viel Raum gegeben wird.

Und die Mischung ist das gefährliche. Jede einzelne Gruppierungen könnte als „Verwirrte“ (Rechte grundlegend ausgenommen) abgetan werden, aber die Masse hat mit „gegen das System“ einen mächtigen kleinen gemeinen Nenner.

Damit werden insbesondere die hochgradig Gewaltbereiten (Rechten) legitimiert, was es immer schwieriger macht, dieser Masse etwas entgegen zu setzen.
Denn die Angst, die viele haben, ist begründet und gerechtfertigt.

Bewegtbilder

Bewegtbilder

X-61 Tage bis zur zweiten Welle

Die Nächte sind zur Zeit (mal wieder) nicht gut. Zu spät ins Bett (wegen Blacklist), nicht zur Ruhe kommen wegen Keineahnung. Gut, heute Nacht beschäftigte mich die Absage der heutigen antirassistischen Demo in Hanau. Wie richtig (mit Blick auf die Pandemie) oder falsch (mit Blick auf den immensen Rechtsruck in Deutschland) ist es. Ich bin ambivalent mit Tendenz zu „falsch“.

Daher sage ich dem RB beim Wecken mit Tee, dass wir heute zu einer der Live-Übertragungs-Kundgebungen in Frankfurt gehen werden.

Wobei geweckt hat der RB mich ja nicht. Ich bin ja bereits seit 9h00 wach, weil das Kind Rugby von 10 bis 12h00 hat. Aber ich habe versucht, nochmal zu schlafen, nachdem das Kind aus dem Haus ist. Wenigstens habe ich dabei rausgefunden, dass Die Ärzte eine neue Single rausgebracht haben. Das musste der RB dann auch einmal laut „ertragen“.

Ich freue mich auf das Konzert – wann auch immer es stattfinden wird.

Das Kind kommt wieder, verschwindet mit Essen in seiner Höhle, der RB und ich machen eine Essensliste und dann müssen wir auch los.

#SayTheirNames

Die Redebeiträge zum Gedenken sind insgesamt wirklich gut. Ich empfehle, sich den Live-Stream (jetzt natürlich nicht mehr live) mal anzuschauen:

Danach bin ich eigentlich total k.o., aber der Einkauf muss noch gemacht werden. Dann „darf“ ich mich aber hinlegen, während sich der RB ums Essen kümmert. Das, also das Hinlegen, ist vermutlich nicht so schlau, aber fertig wie ich bin, muss es sein.

Erste Male in der Pandemie

Erste Male in der Pandemie

X-59 Tage bis zur zweiten Welle

Ich hatte heute einen Termin bei einer Ärztin. Der erste ärztliche Termin seit der Pandemie.

Letztlich war alles normal wie immer bei der Gynäkologin. Nur halt mit Mundschutz.

Und nein, ich rege mich nicht darüber auf, dass Brust- und Vaginalultraschall IGeL-eistungen sind. Ist so. Ist mir wichtig. Und zum Glück kann ich es zahlen.

Hin bin ich mit der Bahn gefahren. Als ich aus der Praxis raus bin, ist meine Rotzbremse durchgeatmet. Außerdem ist das Wetter schön und so gehe ich die gut 4 Kilometer zu Fuß nach Hause. Einen Zwischenstopp kann ich mir nicht verkneifen.

Danach arbeite ich. Aber der Kopf zieht sich schrittweise zu. Die Hitze, die Hormone … und vielleicht habe ich auch zu wenig getrunken. Als mir auch noch kodderig wird, ist klar: Mit der Migräne gehe ich besser nicht zur SEB-Sitzung. Ich bin eh schon genervt und mit der Migräne würde ich heute wen auffressen.

Den Rest des abends hänge ich durch. Wenn ich groß bin, lerne ich das noch etwas besser mit der Migräne.