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Kategorie: NazisRaus

Freizeitstress

Freizeitstress

Länger geschlafen als geplant.

Eine Stunde gruppengewresteltkuschelt.

Wochenplanung gemacht. Markt und Supermarkt.

Auf unserem Markt gibt es einen Kräuter- und Gewürzstand. Dort besorgte ich Wacholder, Hibiskus und Süßholz für einen ersten Tee-Versuch. (Ingwer soll auch rein, aber den hole ich frisch.) Petroleum haben wir zum wiederholten Male vergessen

Die Haare vom RB mussten noch rasiert werden. Geduscht haben wir auch noch. Das Kind wollte sich nicht vom Tablet lösen. Dennoch nur ein halbe Stunde zu später als gewollt bei „Lautstark gegen Rechts“.

Es ist toll, welchen Zuspruch das Kind dafür bekommt anders zu sein – also anders als viele Kinder in seinem Alter. Obwohl er bei solchen Events ja eigentlich nicht anders ist. Aber dennoch wird es von den Erwachsenen honoriert, dass er dabei ist, dass er die Musik (noch?) gut findet, dass er tanzt und auch dass er sich mit Doc’s, Braces und Polo sehr eindeutig präsentiert. (Ich finde ja auch, dass der midi-Skin sehr niedlich ist.)

2 von 4 gehörten Bands für gut befunden. Bei Band 5 gegangen, da a) das nächste Event rief, b) das Kind unleidlich zu werden drohte und c) recht klar war, dass Band 5 und 6 nicht so ganz unsers sind.
Beim Kind verarzten ist mir die Hose gerissen.

Tschüss, geliebte schwarze Jeans.

S-Bahn verpasst, Taxi genommen. Gegessen, umgezogen, das Kind mit Internet versorgt und dann nur noch zu zweit weiter.

Es ist schon toll, wie einfach eine mit dem ÖPNV auch nachts noch durch Frankfurt kommt.

Gratuliert, getrunken, gequatscht, getanzt.

Eine muss sich nicht lange kennen, um sich verbunden zu fühlen. Und das Schlimmste an einer Depression ist, wenn eine (es weiß und) nichts dagegen unternimmt.

Vielleicht müde

Vielleicht müde

Müde. Fast verschlafen.

Beim bzw. mit dem Friseur mal wieder darüber gestaunt, wie sehr meine Haare in nur 5 Wochen wachsen.

Ein Paket beim falsch bezeichneten Nachbarn angeholt.

Mein Freitag ist ja weiterhin mein (Brotjob-) freier Tag. Eigentlich. Uneigentlich musste ich heute ein Kundentelefonat führen. Aber nur das.

Ein Päckchen entgegen genommen.

Jetzt fehlt nur noch eine Lieferung* und dann könnt Ihr #NazisRaus-Merch bestellen.

Müde.

Die Halbjahrsnoten bzw. AG-Bewertungen stehen fest, ergo waren heute nur sechs Kids da. Tja, haben die anderen zehn Pech gehabt und keinen Slime gemacht.

Den Paketboten im Flur gekreuzt und Paket bei der Nachbarin abgeholt.

Immer noch müde.

Kurz auf einem Kunstevent gewesen. Liebe Freunde getroffen. Kalte Füße bekommen.

Weiterhin müde.

Depeche Mode macht mir immer wieder Gänsehaut.** Die 101 war meine erste CD.

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* runde Aufkleber

** arte zeigt gerade Spirit in the Forest.

Lorem ipsum

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Die heutige Fortbildung passte nicht so richtig ins Arbeitspensum, aber interessant war sie trotzdem.

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Mein Tattoo ist ja nicht immer sichtbar. Zudem ist es ja doch recht klein. Weil die Frage nach Button* kam, habe ich mit dem RB zusammen welche gestaltet und produzieren lassen. So an der Mütze ist das Zeichen ja nochmal deutlich.

Immer wieder durchzuckt mich die Frage, ob das jetzt sehr naiv oder sehr mutig ist, zu diesem Statement so sichtbar zu stehen.

Und dann denke ich: Verdammte Hacke, das darf keine Frage des Mutes sein, sondern sollte selbstverständlich sein. (Wobei… wenn es selbstverständlich wäre, müsste es nicht sichtbar gemacht werden…)

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Der RB hat heute einen Termin in unseren gemeinsamen online-Kalender eingetragen. Und weil der Termin so günstig liegt, haben wir nun spontan ein Wochenende in Kiel daraus gemacht.

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* Wenn die Aufkleber dazu auch da sind, dann könnt ihr hier Buttons und Aufkleber zum Selbstkostepreis bestellen.

Ska against racism

Ska against racism

Beginnen wir mit einem Fundstück zur allgemeinen Weiterbildung, woran Nazis zu erkennen sind. Die Glatze ist es – wie wir ja wissen – nicht!

Das Poster kann bei Kein Bock auf Nazis bestellt und downgeloadet werden.

Ansonsten: Dank Sterbse-Phase bei der Seuche heute bis 14h00 geschlafen. Allerdings von 9h30 bis 10h30 wach gewesen. Und die finale Schlafphase für einen sehr wirren Traum genutzt, in dem ich mit einer meiner liebsten Freundinnen schlimm Streit hatte, ich mit wem anders verkuppelt werden sollte und auch sonst bin ich gestresst wach geworden.

Nachdem der RB, der mir vorher noch Tee ans Bett brachte und extra beim Bäcker war, weg war, bin ich direkt aufs Sofa umgezogen. Während ich „Hjem til jul“ komplett guckte, weiter unter der Seuche gelitten, aber auch 1/3 Pussyhat gestrickt.

Mich dann über nicht erfolgte Geldflüsse und das Kind über uns geärgert. Das zum Anlass genommenen, aufs Konzert von The Busters zu gehen. Sonst hätte ich mich nur über mich selbst geärgert.

The Busters waren super. Das Drumherum irgendwie … nicht so.

Das war das letzte Konzert des Jahres. Erste Tickets für Konzerte 2020 hängen schon an der Pinnwand.

Haltung

Haltung

Wenn ich nach Bielefeld fahre, dann sehe ich meistens nicht viel von der Stadt. Eigentlich fahre ich nur zu meinen Eltern oder – wenn ich es schaffe – zum besten Kumpel. Ich bin ja auch in der Regel nur einen Tag, maximal eine Nacht da. Da steht im Vordergrund, meine Eltern zu sehen oder Zeit mit dem besten Kumpel zu verbringen.

Diesmal bin ich drei Nächte in Bielefeld. Und weil ich nach den stressigen Monaten dringend Ruhe und Komfort brauche, habe ich mir ein Hotel gesucht. Dadurch kann ich besser meinem Rhythmus folgen und den Tag so gestalten, wie ich will. Meine Eltern wissen nicht, dass ich im Hotel wohne und auch nicht, dass ich schon gestern angekommen bin.

Das hat mir die Gelegenheit gegeben, gestern den besten Kumpel und seine Freundin zu treffen und davor auch noch ein Nickerchen zu machen.

Heute konnte ich den Tag damit starten, Familie Rabe zum Frühstück zu treffen.

Das war schön. Und ich freue mich schon drauf, dass Frau Rabe in spätestens 11,5 Monaten nach Frankfurt kommt, um zusammen aufs Die-Ärzte-Konzert zu gehen.

Danach konnte ich dank Hotelzimmer nochmal ein Nickerchen machen und erst am Nachmittag bei meinen Eltern aufschlagen. Wir quatschen etwas, bereiteten den Kartoffelsalat für morgen vor, aßen zusammen und dann zog ich entspannt zum Weihnachtsmarkt weiter.

Zwei Glühwein haben ich trinken können, dann gab es keinen GinTonic und irgendwie war ich unleidlich… Neben leicht angekratztem Hals, Nieselregen und zu süßem Glühwein war ich vor allen Dingen genervt. Hatte ich vor drei Jahren noch halbwegs viel Spaß mit einer der Besten auf dem Weihnachtsmarkt am Abend vor Heiligabend, so fühlte ich ich heute sehr fehl am Platz. Zu viel Chichi, zu viel oberflächliches Blabla, keine erkennbare Haltung. Bei niemandem.

Zum Glück hatte ich auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt Bielefelder Haltung entdeckt:

5. #badventskaffee

5. #badventskaffee

Hatte ich beim ersten Adventskaffee noch große Tassenpanik und auch sonst Stress, lief heute alles recht routiniert ab. Die erste Gästin kam geplant zu Frühstück, dann schickte ich das Kind ins Schwimmbad und wir räumten zu Dritt den Rest. Deutlich vor 14h30 waren wir fertig. Und dann trudelten die vielen tollen Menschen nach und nach ein.

Bilanz des Tages:

  • 43 Menschen aus diversen Lebensbereichen
  • 15 vegetarische, 4 vegane und eine nicht-vegetarische Kekssorte(n)
  • 12 Liter Kinderpunsch
  • 11 Liter Glögg

Schade um und für jede einzelne, die abgesagt hat / absagen musste. Im nächsten Jahr dann hoffentlich (wieder).

Als dann bis auf drei Gästinnen alle weg waren, stand die Frage nach einen guten Konteressen im Raum. Und weil die liebste Frankfurter Gaststätte Küch‘ so kurzfristig keinen Platz mehr für 6 hatte, machte ich schnell – wie schon im letzten und vorletzten Jahr – TomKhaGai-Suppe für 5 Erwachsenen (das Kind bevorzugte das Chili von gestern). Das ist einfach ein tolles Essen nach all dem Süßen.

Was ich (also wir) dieses Jahr erstmals gemacht habe: Eine Spendenkiste aufgestellt. Und ich freue mich, dass wir zusammen 100 Euro an die Amadeu-Antonio-Stiftung spenden können.

Danke an alle, die da waren für den tollen Nachmittag und Abend.

1:1

1:1

Fahrtzeit nach und von Bielefeld und Anwesenheit in Bielefeld halten sich heute die Waage. Das ist okay.

Es war auf jeden Fall gut, da gewesen zu sein. Meinem Papa geht es besser als beim letzten Besuch. Das ist gut. Denn zwischenzeitlich hatte ich Angst, er hätte ob seines Zustands resigniert. Aber heute war er wach und nahm Anteil. War aktiv und wirkte voller Lebensmut.

Meine Mutter erzählte mir, dass sie auf der Anti-Nazi-Demo in Bielefeld am 9.11. war und hat sich fast etwas entschuldigt, dass sie nicht so lange dahin konnte (weil sie meinen Vater nicht so lang allein lassen wollte). Aber ich war gerührt und stolz, dass es ihr so eine Herzensangelegenheit war, Präsenz zu zeigen. Alerta, Mama!

Solidarity

Solidarity

Sometimes antisocial, always antifascist! – Stage Bottles –

As many workers fight to make their stand
And behind them every honest working men
In unity with each other and your friend becomes your brother
And in the tyrants heart will be a lesson learned

Give them hope, give them strength, give them live
Like a candle burning in the black of night
We’re all with you in our hearts and in our minds
And we’ll pray for the workers through their darkest times

And I know your hearts are made of a further kind,
And a riot stick wont kill your piece of mind
You can fight with all the spirit that you posses
Because your fight’s a struggle that is blessed

Give them hope, give them strength, give them live
Like a candle burning in the black of night
We’re all with you in our hearts and in our minds
And we’ll pray for the workers through their darkest times

The tyrant has no smile upon his face
Cause he knows that in his mind he’s in disgrace
The religion of union will take their breath away
Our time will come and then we will have our day

Give them hope give them strength give them live
Like a candle burning in the black of night
We’re all with you in our hearts and in our minds
And we’ll pray for our nation through its darkest times

Give them hope, give them strength, give them live
Like a candle burning in the black of night
We’re all with you in our hearts and in our minds
And we’ll pray for the workers through their darkest times

Gedenk-Feier

Gedenk-Feier

(Nachtrag zu gestern)

Ja, es gibt den 27. Januar als Tag des Gedenkes an die Opfer des Nationalsozialismus (seit 1996 in Deutschland) bzw. internationalen Tag des Gedenkes an die Opfer des Holocaustes (seit 2005).

Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit.

Zu dieser Befreiung haben die Deutschen nichts, aber auch gar nichts beigetragen. Ist es also richtig, dessen zu gedenken? Was bedeutet „nie wieder“ in diesem Zusammenhang? Wie heuchlerisch oder gar zynisch ist es denn, als Deutsche erst der Beendigung des Holocaustes zu gedenken?

Wenn wir das mit dem „Nie wieder“ und „Wehret den Anfängen“ ernst meinen, müssen wir an Tagen wie dem 9. November in uns gehen. Der Tag (bzw. Nacht), zu dem jede von uns in der Familie fragen sollte: „Was habt ihr an dem Tag gemacht? Und warum?“ Denn es war, wie ich schon schrieb, der Beginn des Holocaustes. Ein Beginn, an dem nicht nur „die da oben“ beteiligt waren, sondern der von der nicht-jüdischen Bevölkerung ausging.

Ich schwanke, ob der 27. Januar nicht eigentlich eine Feiertag sein sollte. Zumindest für Jüdinnen und Juden. Wir Deutschen sollten uns da ganz stark zurücknehmen.

Innehalten

Innehalten

Der Post mag ein Schlag ins Gesicht für alle meine Leserinnen sein, die aus der ehemaligen DDR stammen und für die der heutige Tag ein großer ist. Ja, ohne Frage ist er das. Aber, hm, wie soll ich es sagen?!

Der Freudentaumel über den Mauerfall hat die Erinnerung an die Reichpogromnacht sehr zurückdrängt. Es passt den Deutschen ganz gut, dass am 9. November 1989 die Mauer fiel und so das Erinnern an die kollektive Schuld von 1938 von etwas achso Positivem überlagert wird. Das war zu dem Zeitpunkt ja auch schon 51 Jahre her, da haben die Deutschen lang genug gelitten. Zeit für was Neues.

Was mich besonders daran stört: Es gibt keinen Gedenktag, der wirklich an das Leid erinnert, das den Jüdinnen und Juden in Deutschland zugefügt wurde. Lange war es der 9. November irgendwie, doch selbst das gilt seit dem Mauerfall nicht mehr uneingeschränkt*. Auf mich wirkt es wie „Was Neues vor den Augen, das Alte aus dem Sinn“.

Ich frage mich, was das mit all den Jüdinnen und Juden macht, die Familienmitglieder in der Pogromnacht verloren. Für die mit dem 9. November 1938 etwas begann, das sich keiner vorstellen konnte und heute viele nicht mehr vorstellen können wollen: Es wurden Menschen systematisch vernichtet mit dem Ziel, jüdisches Leben in Deutschland auszulöschen.

Müssen wir wirklich den heutigen Tag feiern? Reicht der 3. Oktober wirklich nicht? Wann halten wir inne – für unser jüdischen Mitmenschen, für ein „Nie wieder“**?

Dass die Nazis das eh nicht wollen, ist mir klar. Das ändert aber nichts daran, dass ich es unerträglich finde, dass die Nazis am 9. November auf den Blut- und Brandspuren von 1938 marschieren dürfen. Dass ihre Provokationen Demos genehmigt werden.

Anstand und Respekt sind was anderes.

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* Jaja, ich weiß, es gibt noch viele andere historische Ereignisse, die am 9.11. stattfanden.

** Ich wäre ja übrigens dafür, dass der 8. Mai ein Feiertag wird.