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Kategorie: Das Leben und so

Balkonien

Balkonien

Habe ich schon mal erwähnt, wie sehr ich unseren Balkon mag. Bestimmt, denn er war ein sehr wichtiger Grund, warum ich mich vor nun fast 6 Jahren für die Wohnung entschieden habe. Wow… 6 Jahre. Ich habe noch nie so lange am Stück in irgendeiner Wohnung gewohnt – außer in der Wohnung, in der ich aufgewachsen bin.

Dieses Jahr ist der Balkon allerdings so schön wie nie, was an mehreren Dingen liegt;

  • Standkorb
  • keine Sandmuschel mehr
  • Herrn Weber
  • Lichtkonzept mit neuen Solarlampen
  • neue Wimpelkette
  • die Hochbeete sind ordentlich bepflanzt
  • alles grünt und blüht und treibt Früchte

Und endlich werden auch die Tage und insbesondere die Abende wieder so schön, dass wir uns auf dem Balkon aufhalten können.

Bloggen auf dem nächtlichen Balkon

Balkonien ist schon schön. Und ich freue mich auf den weiteren Sommer.

Langer Abend

Langer Abend

Partys, zu denen eine keine Lust hat, aber irgendwie doch gehen muss, werden entweder wirklich schlecht oder doch ganz gut.

Das heutige Klassenfest fällt unter zweiteres. Auch wenn ich mir mit den meisten Eltern auch nach 4 Jahren als Eltenbeirätin immer noch nichts zu sagen habe. Ob es möglicherweise an mir liegt?

Tjanun, wenn es so sein sollte, ist es so. Ich kann es nicht ändern, ich hab mich ja nicht gewählt, sondern nur zur Wahl aufstellen lassen.

Trotzdem nochmal ein paar interessante Interna hier und da aufgeschnappt.

Achach…

Den Abend dann entspannt auf fremden Terrassen beendet. Mit viel Wein, büschen Whisky und viel Quatschen, während das Kind mit dem besten Kumpel eine Etage höher zockte. Um 23h15 war da irgendeine Mission beendet und bereitwillig wurde das Gerät abgeschaltet. Das Kind ging ohne Murren nach Hause, dann zum Zähneputzen und auch ins Bett.

Alles wird gut.

Irgendwie.

Irgendwann.

Wahlsonntag

Wahlsonntag

Erstaunlich, was alles in so einen Sonntag passt, obwohl wir erst um 2h00 im Bett waren. Und zu dem Zeitpunkt auch nicht nüchtern.

  • pünktlich aufgestanden (10h00)
  • Kind befrühstückt und
  • zum Aikido geschickt
  • Himbeer-Mohn-Eis angesetzt
  • geduscht
  • zum Bäcker gegangen
  • wählen gegangen
  • Thunfisch-Dip angerührt
  • gefrühstückt, parallel
  • Dinge gesucht und
  • Dinge ausgedruckt
  • zum Dojo gegangen
  • dem Kind beim passagieren zugeguckt

    Stolzer Aikidoka mit organgem Gürtel
  • mich mit der Co-Elterbeirätin besprochen
  • geschwätzt und gegessen
  • nach Hause gegangen
  • Balkon hergerichtet
  • Pastis getrunken
  • Bärlauch-Butter gemacht
  • Gäste empfangen
  • getrunken, gegrillt, gegessen, gelacht
  • diskutiert
  • Wahlergebnisse beobachtet
  • Eis gegessen
  • diskutiert
  • Gäste verabschiedet*
  • mit meiner Mutter telefoniert**
  • Kind ins Bett gebracht***
  • diskutiert
  • Eis gegessen
  • versucht, Tatort nachzugucken
  • kurze Panik gehabt, dass meine Stimme heute nicht gezählt wurde

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* Die lustige Schottland-Reisegruppe, also die für die ersten 4 Tage, hat sich heute erstmals komplett kennengelernt. Jetzt bin ich etwas entspannter, was diese Reisekonstellation anbelangt.

** schlucken müssen, weil meine Mutter erkannt hat, dass es bei meinem Vater nicht mehr um Heilung geht

*** genau genommen der RB, nachdem er Männergespräche mit dem Kind geführt hat. Ich kam nur zum Kuss geben dazu.

Viel vs wenig

Viel vs wenig

Vielleicht ist es gerade zu viel. Zu viel Arbeit. Zu viel, an das gedacht werden muss. Zu viele Termine. Zu viel Haushalt. Zu viele Gedanken. Zu viele Sorgen. Zu viel Ärger. Zu viel zu organisieren. Zu viel Ablenkung. Zu viel Chaos. Zu viel HomeOffice. Zu viel Kopfschmerzen.

Vielleicht ist es auch zu wenig. Zu wenig Schlaf. Zu wenig Pause. Zu wenig echte Freizeit. Zu wenig Moment zu zweit. Zu wenig Sonne. Zu wenig Trennung zwischen Arbeit und Privatleben. Zu wenig Fokus. Zu wenig zu trinken. Zu wenig Ausgleich. Zu wenig BalkonOffice.

Ich bin wenigstens froh, dass ich das Kind vom Rugby abhole. Das heißt dreimal pro Woche aufs Rad. Und wenn es passt auch noch eine bis fünf Runden um den Hauptpitch. Sonst wäre es noch weniger frische Luft.

Außerdem „zwinge“ ich mich wieder auf die Matte. Diesemal vorrangig Yoga. Nein, nicht mit Adriene. Ich kann mich nicht auf die Asanas konzentrieren, wenn mir das auf Englisch angesagt wird.

Ganz nah

Ganz nah

Nur noch 6 Wochen und dann fahren wir zu den Puffins. Also heute in 6 Wochen werden wir um diese Uhrzeit (23h30) die Puffins schon gesehen haben. Und es wird bestimmt großartig. Ich habe ja #Puffins auf Instagram abonniert und das war vermutlich die zweitbeste Idee des letzten Jahres. (Die beste war natürlich das Blinddate mit dem RB.)

Und abgesehen von der Instant-Guten-Laune, wenn ich die Bilder sehe, sehe ich auch Bilder von „unserer“ Puffin-Insel und wie nah – nämlich gaaaaanz nah – wir da den Puffins kommen können.

Oooh, das wird so großartig.

(Es wird sehr schwer, den Rucksack zu und wirklich alle Puffins dazulassen.)

Selbermachen

Selbermachen

Generell sind der RB und ich uns einig, dass wir eigentlich gerne eine Putzhilfe hätten. Uneigentlich ist unser Leidensdruck nur temporär so hoch ist, dass wir darüber aktiv sprechen. Aber letztlich halt auch nicht hoch genug, dass wir uns auch aktiv kümmern. Obwohl … ich habe einmal auf einen Aushang reagiert, aber das entpuppte sich als Rohrkrepierer. Tjanun.

Damit das Chaos nicht überhand nimmt, einigten der RB und ich uns vor einiger Zeit auf einen Putzplan. Das hilft, dass wenigstens das Nötigste regelmäßig gemacht wird. Dennoch dachte ich in den letzten Wochen, als es besonders stressig war, wieder vermehrt darüber nach, dass wir hier doch wen bräuchten, der Grund reinbringt.

Seit Freitag ist es allerdings wieder etwas weniger stressig. Ich habe das ganze Wochenende über nicht panisch an meine To-do-Liste für die kommenden Wochen gedacht. Ich habe den Ausflug gestern sehr genossen. Und heute hatte es fast was Meditatives, Wäsche zu falten, das Schlafzimmer aufzuräumen und die Wäsche zu sortieren. Dabei ertappe ich mich bei dem Gedanken: „Ob wer Fremdes mit der gleichen Akribie diese Arbeiten macht? Selbst der RB weigert sich ja, die Handtücher so zu falten, wie mein innerer Monk es braucht.“ Und so hatte es auch durchaus was Entspannendes und Befriedigendes, alles genauso zu machen wie ich es richtig finde.

Am Abend konnte ich dann auch noch genießen, die Burger-Buns selbst zu machen.

Holzmichel

Holzmichel

Damit nicht nur der RB leidet, erstmal sechs Worte: „Lebt denn der alte Holzmichel noch …“ Ja, damit tyrannisiere ich ihn gerade, weil ich einen Ohrwurm habe. Oh, ihr nun auch, das … äh … tut mir … schon irgendwie … vielleicht leid.

Vermutlich habe ich ganz fiese Kurzschlafeuphorie, wenn auch zum Glück nicht alkoholinduziert. Denn die Nacht war sehr kurz. Der Text, ja, DER Text musste nun endlich fertig werden. Da war es auch ziemlich egal, dass ich gestern nach dem sonnigen Tag am Pitch total k.o. war. So k.o., dass ich mich von 17h00 bis 18h45 erfolgreich hinlegte. Der RB ging (auf ein Konzert). Das Kind ging (mit seinem Vater essen). Und ich ging ins blieb im Bett mit Rechner, schwarzem Tee und meinen Unterlagen und schrieb. Ich ließ das Kind wieder rein, quatschte kurz mit dem KV, verabschiedete den Kv, brachte das Kind ins Bett und schrieb weiter. Ich schrieb immer noch, als der RB um nach Mitternacht nach Hause kam und war auch immer noch nicht fertig, als das Kind kotzhustend gegen 1h00 wach wurde. Das Kind zog in mein Bett um, der RB machte mir noch einen Tee und zog sich in seine Gemächer ins Gästezimmer zurück. Ich schrieb weiterhin und weiter. Das Kind wollte zunächst nicht so recht schlafen, aber zum Glück habe ich keinen allzu harten Anschlag und zudem tippe ich recht flüssig. Das schien dann doch beim Einschlafen zu helfen. Um ca. 2h45 war ich dann endlich fertig. Mit dem Text. Aber dank dem Liter Schwarztee war ich wach und machte noch ein Projekt fertig. Ich bereitete die e-Mails dazu vor und machte dann gegen 4h00 die Augen zu. Um 7h30 klingelte der Wecker. Ich meldete zunächst das Kind krank (das zu dem Zeitpunkt schon im Wohnzimmer verschwunden war) und verschickte dann meine e-Mails. Mit dem Wissen, wie lang meine To-Do-Liste für heute und die Woche insgesamt ist, legte ich mich nochmal für 1,5 Stunden hin. Mit 3,5 Stunden Schlaf bin ich dann doch eher ein Zombie. Aber um 10h00 stand der erste Termin im Kalender (der dann doch platzte, als er schon angefangen hatte), aber die Schlagzahl für heute war hoch und so erledigte ich eins nach dem anderen, hatte eine Telko, arbeite weiter die Projekte ab, telefonierte am späten Nachmittag noch eine Ansprechpartnerin zufrieden.

Das Kind war des Abends auf einmal total kaputt: Schüttelfrost, bellender Husten, Rotz. Womöglich eine Erkältung vom Rugby-Samstag. Ich hoffe einfach nicht, dass es eine verzögerte Reaktion auf die PneumokokkenC-Impfung ist.

Ich brachte das Kind ins Bett. Früh. Schon um 20h00. Dann sortierte ich meine e-Mails, weil es mir heute schon den ganzen Tag über auf den Geist gegangen war, dass ich nichts wiederfand und nutzte die Gelegenheit, noch schnell zwei Jobmails zu beantworten. Eigentlich bin ich ja gegen e-Mail-Versand nach offiziellem „Büroschluss“, aber die e-Mails hatten den erwünschten Effekt.

Dann war aber auch gut und ich tanzte Holzmichel singend um den RB herum. Der wollte die Spülmaschine ausräumen, während es mich überkam und ich unbedingt sofort Schokopudding kochen wollte.

Jetzt dann Holzmichel pfeifend mit Schokopudding und Whiksy aufs Sofa.

Prost, Papa!

Prost, Papa!

Die Sorgen waren schon groß in den letzten Wochen, seitdem mein Papa mit Lungenentzündung ins Krankenhaus gekommen war. Die Betonung liegt auf Kranken-Haus, denn nicht nur meine Mutter hat sich einen Infekt dort eingefangen, sondern mein Vater ist auch noch im Krankenhaus gestürzt – als eine Schwesternschülerin ihn begleitet hat – und auch sonst wurd überhaupt nicht wirklich darauf geachtet, welche pflegerischen Sonderleistungen mein Vater als Schlaganfallpatient benötigt. Hinzu kam, dass er durch den Infekt körperlich stark abgebaut hatte, sodass er Hilfsmittel benötigte, für die sich letztlich aber niemand zuständig fühlte. Abgesehen vom auskurierten Infekt kam er in einem deutlich desolaterem Zustand aus dem Krankenhaus als er eingewiesen wurde. Aber es heißt halt Kranken- und kein Gesundheitshaus. (Und ja, ich weiß, dass das Personal am wenigsten für die gruselige Versorgungslage kann.)

Nach den Telefonaten mit meiner Mutter, zusammen mit der Erinnerung an seinen Zustand im Februar drehte sich das Gedankenkarussell* immer wieder und wieder. Tränen flossen auch.

Meine Mutter war gestresst. Sie organisiert ALLES für meinen Vater. Und das wäre unter besten Umständen schon ziemlich viel. Aber auch unser Gesundheitssystem krankt und so muss sie sich mit unwilligen Ärztinnen rumschlagen, die nötige Therapien nicht verschreiben wollen – sei es aus Regressangst**, sei es, weil sie meinen, dass ein Mensch von 72 Jahren so eine umfangreiche Therapie nicht mehr braucht*** -, sie telefoniert deswegen und wegen tausend anderer Dinge mit der Krankenkasse, sie kümmert sich um Ersatz für die unwilligen Ärztinnen, macht Termin mit diversen Therapeutinnen und übernimmt ganz nebenbei auch komplett die Pflege meines Vaters. Das ist natürlich großes Glück für meinen Vater und wer weiß, wie all das liefe, wenn sie nicht mittlerweile verrentet wäre.

Sie ist so nah an meinem Vater wie sonst niemand anderes. Ihre Berichte über ihn beschönigen nichts (mehr), aber Drama war noch nie ihrs. Daher war nach den letztes Telefonaten mit ihr klar: Meinem Vater geht es sehr schlecht.

Entsprechend wichtig war es mir, ihn zu sehen. Entsprechend mulmig war mir aber auch.

Gedankenkarussell.

Heute dann fuhren der RB und ich hin. Und schon bei der Begrüßung war klar: Papa ist viel besser drauf als erwartet. Der Händedruck (ja, mein Vater möchte per Handschlag begrüßt werden – und wenn er nicht gerade hilflos rumliegt, ist alles andere auch völlig fehl am Platz) war kräftig wie noch nie seit dem Schlaganfall. Er war wach und fit und sah für seine Verhältnisse sehr gut aus. Er beteiligte sich so gut es die Aphasie zuließ an unseren Gesprächen. Er aß mit großen Appetit Grie Soß. Kurzum: Puh! Aufatmen.

Prost, Papa! Auf Dich, aufs Leben!

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* Manche davon kann ich (noch) nicht aussprechen.

** Was bei Schlaganfallpatientinnen Quatsch ist, da diese idR außer Budget laufen.

*** O-Ton: „Er ist ja keine 22 mehr und schon verrentet.“

Balkonliebe

Balkonliebe

Wenn ich nicht so piensig wäre, wenn es darum geht, meine Hände in irgendwelche feucht-weiche Materialien zu stecken, dann hätte ich heute tiefschwarze Fingernägel.

Aber weil ich auch beim Gärtnern weitestgehend Handschuhe trage, hielt sich die Verdreckung meiner Nägel in Grenzen. Obwohl ich den ganzen Nachmittag in Erde gewühlt habe.

Schon eine lange Weile ohne Lack. Aber sonst könnte eine das bisschen Arbeit gar nicht sehen.

Dafür haben wir jetzt aber den Balkon schön. Sehr schön. Alles ist um- und/oder eingetopft.

Wein habe ich auch gesetzt …
… ähm … also einen Rieslingstock, den der RB als „Gage“ bekam, habe ich eingepflanzt.

Haachz, der Balkon ist so toll. Ich freue mich schon auf den Sommer, aufs BalkonOffice, auf noch mehr Grillen, auf eigene Erd- und Himbeeren, auf lange Abende im Strandkorb.

(Und viel heißer als es jetzt schon ist, muss es nicht werden. Nur abends noch etwas wärmer.)

Könnte ich …

Könnte ich …

… noch mal die Monate Januar bis März sehen? Irgendwie sind die an mir vorbeigezogen, ohne dass ich sie ernstzunehmend wahrgenommen habe. Insbesondere fehlt mir der März. Es kann doch nun wirklich noch nicht April sein. Wow!

Das Gute daran, dass schon April ist: Heute in genau drei Monaten werde ich Puffins sehen. Und ich habe schon lange nicht mehr so eine Vorfreue verspürt wie auf diese besondere Tour. Klar, ich freue mich auf den gnazen Urlaub. Aber zu wissen, dass ich die Gelegenheit haben werde, Puffins in Echt und der Natur zu sehen, lässt mich innerlich jedes Mal hüpfen, wenn ich nur daran denke.

Aber wenn ich daran denke, was bis dahin noch alles passieren wird, werde ich vermutlich auch keine Erinnerungen an AprilMaiJuni haben:

  • Arbeit.
  • Der midi-monsieur fährt allein mit dem Rugby-Verein nach Prag.
  • Arbeit.
  • Das Kind ist in Frankreich.
  • Ein paar Tweeps kommen zum Essen.
  • Konzert.
  • Arbeit.
  • Ostern.
  • Der midi-monsieur fährt allein mit dem Rugby-Verein nach London.
  • Konzert.
  • Arbeit.
  • Konzert.
  • Rugby-Jugend-Festival.
  • Arbeit.
  • Noch mehr Rugby.
  • Arbeit.
  • Konzert.
  • Hort-Ende (endlich!).
  • Zusage weiterführende Schule (hoffentlich! Bis dahin nehme ich gedrückte Daumen.).
  • Das Kind fährt auf Klassenfahrt.
  • Arbeit.
  • Au-Fest.
  • Arbeit.
  • Geburtstag vom midi-monsieur.
  • Klassenabenschiedsfest.
  • Arbeit.
  • Kofferpacken.
  • Arbeit.
  • Letzter Schultag und
  • Abflug nach Schottland.

Es hätte noch mehr Rugby werden können, aber einen Termin habe ich verbaselt und zwei andere passen hinten und vorne nicht. Dazu werde ich bzw. wir sicherlich auch nochmal zu meinen Eltern fahren. Das Kind muss nochmal geimpft (auffrischung und HPV) werden und zum Zahnarzt muss ich mit ihm auch noch. Und sicherlich ergeben sich noch weiter drölfzig Termine, die heute lieber noch gar nicht wissen möchte.