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Kategorie: Das Leben und so

Selbermachen

Selbermachen

Generell sind der RB und ich uns einig, dass wir eigentlich gerne eine Putzhilfe hätten. Uneigentlich ist unser Leidensdruck nur temporär so hoch ist, dass wir darüber aktiv sprechen. Aber letztlich halt auch nicht hoch genug, dass wir uns auch aktiv kümmern. Obwohl … ich habe einmal auf einen Aushang reagiert, aber das entpuppte sich als Rohrkrepierer. Tjanun.

Damit das Chaos nicht überhand nimmt, einigten der RB und ich uns vor einiger Zeit auf einen Putzplan. Das hilft, dass wenigstens das Nötigste regelmäßig gemacht wird. Dennoch dachte ich in den letzten Wochen, als es besonders stressig war, wieder vermehrt darüber nach, dass wir hier doch wen bräuchten, der Grund reinbringt.

Seit Freitag ist es allerdings wieder etwas weniger stressig. Ich habe das ganze Wochenende über nicht panisch an meine To-do-Liste für die kommenden Wochen gedacht. Ich habe den Ausflug gestern sehr genossen. Und heute hatte es fast was Meditatives, Wäsche zu falten, das Schlafzimmer aufzuräumen und die Wäsche zu sortieren. Dabei ertappe ich mich bei dem Gedanken: „Ob wer Fremdes mit der gleichen Akribie diese Arbeiten macht? Selbst der RB weigert sich ja, die Handtücher so zu falten, wie mein innerer Monk es braucht.“ Und so hatte es auch durchaus was Entspannendes und Befriedigendes, alles genauso zu machen wie ich es richtig finde.

Am Abend konnte ich dann auch noch genießen, die Burger-Buns selbst zu machen.

Holzmichel

Holzmichel

Damit nicht nur der RB leidet, erstmal sechs Worte: „Lebt denn der alte Holzmichel noch …“ Ja, damit tyrannisiere ich ihn gerade, weil ich einen Ohrwurm habe. Oh, ihr nun auch, das … äh … tut mir … schon irgendwie … vielleicht leid.

Vermutlich habe ich ganz fiese Kurzschlafeuphorie, wenn auch zum Glück nicht alkoholinduziert. Denn die Nacht war sehr kurz. Der Text, ja, DER Text musste nun endlich fertig werden. Da war es auch ziemlich egal, dass ich gestern nach dem sonnigen Tag am Pitch total k.o. war. So k.o., dass ich mich von 17h00 bis 18h45 erfolgreich hinlegte. Der RB ging (auf ein Konzert). Das Kind ging (mit seinem Vater essen). Und ich ging ins blieb im Bett mit Rechner, schwarzem Tee und meinen Unterlagen und schrieb. Ich ließ das Kind wieder rein, quatschte kurz mit dem KV, verabschiedete den Kv, brachte das Kind ins Bett und schrieb weiter. Ich schrieb immer noch, als der RB um nach Mitternacht nach Hause kam und war auch immer noch nicht fertig, als das Kind kotzhustend gegen 1h00 wach wurde. Das Kind zog in mein Bett um, der RB machte mir noch einen Tee und zog sich in seine Gemächer ins Gästezimmer zurück. Ich schrieb weiterhin und weiter. Das Kind wollte zunächst nicht so recht schlafen, aber zum Glück habe ich keinen allzu harten Anschlag und zudem tippe ich recht flüssig. Das schien dann doch beim Einschlafen zu helfen. Um ca. 2h45 war ich dann endlich fertig. Mit dem Text. Aber dank dem Liter Schwarztee war ich wach und machte noch ein Projekt fertig. Ich bereitete die e-Mails dazu vor und machte dann gegen 4h00 die Augen zu. Um 7h30 klingelte der Wecker. Ich meldete zunächst das Kind krank (das zu dem Zeitpunkt schon im Wohnzimmer verschwunden war) und verschickte dann meine e-Mails. Mit dem Wissen, wie lang meine To-Do-Liste für heute und die Woche insgesamt ist, legte ich mich nochmal für 1,5 Stunden hin. Mit 3,5 Stunden Schlaf bin ich dann doch eher ein Zombie. Aber um 10h00 stand der erste Termin im Kalender (der dann doch platzte, als er schon angefangen hatte), aber die Schlagzahl für heute war hoch und so erledigte ich eins nach dem anderen, hatte eine Telko, arbeite weiter die Projekte ab, telefonierte am späten Nachmittag noch eine Ansprechpartnerin zufrieden.

Das Kind war des Abends auf einmal total kaputt: Schüttelfrost, bellender Husten, Rotz. Womöglich eine Erkältung vom Rugby-Samstag. Ich hoffe einfach nicht, dass es eine verzögerte Reaktion auf die PneumokokkenC-Impfung ist.

Ich brachte das Kind ins Bett. Früh. Schon um 20h00. Dann sortierte ich meine e-Mails, weil es mir heute schon den ganzen Tag über auf den Geist gegangen war, dass ich nichts wiederfand und nutzte die Gelegenheit, noch schnell zwei Jobmails zu beantworten. Eigentlich bin ich ja gegen e-Mail-Versand nach offiziellem „Büroschluss“, aber die e-Mails hatten den erwünschten Effekt.

Dann war aber auch gut und ich tanzte Holzmichel singend um den RB herum. Der wollte die Spülmaschine ausräumen, während es mich überkam und ich unbedingt sofort Schokopudding kochen wollte.

Jetzt dann Holzmichel pfeifend mit Schokopudding und Whiksy aufs Sofa.

Prost, Papa!

Prost, Papa!

Die Sorgen waren schon groß in den letzten Wochen, seitdem mein Papa mit Lungenentzündung ins Krankenhaus gekommen war. Die Betonung liegt auf Kranken-Haus, denn nicht nur meine Mutter hat sich einen Infekt dort eingefangen, sondern mein Vater ist auch noch im Krankenhaus gestürzt – als eine Schwesternschülerin ihn begleitet hat – und auch sonst wurd überhaupt nicht wirklich darauf geachtet, welche pflegerischen Sonderleistungen mein Vater als Schlaganfallpatient benötigt. Hinzu kam, dass er durch den Infekt körperlich stark abgebaut hatte, sodass er Hilfsmittel benötigte, für die sich letztlich aber niemand zuständig fühlte. Abgesehen vom auskurierten Infekt kam er in einem deutlich desolaterem Zustand aus dem Krankenhaus als er eingewiesen wurde. Aber es heißt halt Kranken- und kein Gesundheitshaus. (Und ja, ich weiß, dass das Personal am wenigsten für die gruselige Versorgungslage kann.)

Nach den Telefonaten mit meiner Mutter, zusammen mit der Erinnerung an seinen Zustand im Februar drehte sich das Gedankenkarussell* immer wieder und wieder. Tränen flossen auch.

Meine Mutter war gestresst. Sie organisiert ALLES für meinen Vater. Und das wäre unter besten Umständen schon ziemlich viel. Aber auch unser Gesundheitssystem krankt und so muss sie sich mit unwilligen Ärztinnen rumschlagen, die nötige Therapien nicht verschreiben wollen – sei es aus Regressangst**, sei es, weil sie meinen, dass ein Mensch von 72 Jahren so eine umfangreiche Therapie nicht mehr braucht*** -, sie telefoniert deswegen und wegen tausend anderer Dinge mit der Krankenkasse, sie kümmert sich um Ersatz für die unwilligen Ärztinnen, macht Termin mit diversen Therapeutinnen und übernimmt ganz nebenbei auch komplett die Pflege meines Vaters. Das ist natürlich großes Glück für meinen Vater und wer weiß, wie all das liefe, wenn sie nicht mittlerweile verrentet wäre.

Sie ist so nah an meinem Vater wie sonst niemand anderes. Ihre Berichte über ihn beschönigen nichts (mehr), aber Drama war noch nie ihrs. Daher war nach den letztes Telefonaten mit ihr klar: Meinem Vater geht es sehr schlecht.

Entsprechend wichtig war es mir, ihn zu sehen. Entsprechend mulmig war mir aber auch.

Gedankenkarussell.

Heute dann fuhren der RB und ich hin. Und schon bei der Begrüßung war klar: Papa ist viel besser drauf als erwartet. Der Händedruck (ja, mein Vater möchte per Handschlag begrüßt werden – und wenn er nicht gerade hilflos rumliegt, ist alles andere auch völlig fehl am Platz) war kräftig wie noch nie seit dem Schlaganfall. Er war wach und fit und sah für seine Verhältnisse sehr gut aus. Er beteiligte sich so gut es die Aphasie zuließ an unseren Gesprächen. Er aß mit großen Appetit Grie Soß. Kurzum: Puh! Aufatmen.

Prost, Papa! Auf Dich, aufs Leben!

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* Manche davon kann ich (noch) nicht aussprechen.

** Was bei Schlaganfallpatientinnen Quatsch ist, da diese idR außer Budget laufen.

*** O-Ton: „Er ist ja keine 22 mehr und schon verrentet.“

Balkonliebe

Balkonliebe

Wenn ich nicht so piensig wäre, wenn es darum geht, meine Hände in irgendwelche feucht-weiche Materialien zu stecken, dann hätte ich heute tiefschwarze Fingernägel.

Aber weil ich auch beim Gärtnern weitestgehend Handschuhe trage, hielt sich die Verdreckung meiner Nägel in Grenzen. Obwohl ich den ganzen Nachmittag in Erde gewühlt habe.

Schon eine lange Weile ohne Lack. Aber sonst könnte eine das bisschen Arbeit gar nicht sehen.

Dafür haben wir jetzt aber den Balkon schön. Sehr schön. Alles ist um- und/oder eingetopft.

Wein habe ich auch gesetzt …
… ähm … also einen Rieslingstock, den der RB als „Gage“ bekam, habe ich eingepflanzt.

Haachz, der Balkon ist so toll. Ich freue mich schon auf den Sommer, aufs BalkonOffice, auf noch mehr Grillen, auf eigene Erd- und Himbeeren, auf lange Abende im Strandkorb.

(Und viel heißer als es jetzt schon ist, muss es nicht werden. Nur abends noch etwas wärmer.)

Könnte ich …

Könnte ich …

… noch mal die Monate Januar bis März sehen? Irgendwie sind die an mir vorbeigezogen, ohne dass ich sie ernstzunehmend wahrgenommen habe. Insbesondere fehlt mir der März. Es kann doch nun wirklich noch nicht April sein. Wow!

Das Gute daran, dass schon April ist: Heute in genau drei Monaten werde ich Puffins sehen. Und ich habe schon lange nicht mehr so eine Vorfreue verspürt wie auf diese besondere Tour. Klar, ich freue mich auf den gnazen Urlaub. Aber zu wissen, dass ich die Gelegenheit haben werde, Puffins in Echt und der Natur zu sehen, lässt mich innerlich jedes Mal hüpfen, wenn ich nur daran denke.

Aber wenn ich daran denke, was bis dahin noch alles passieren wird, werde ich vermutlich auch keine Erinnerungen an AprilMaiJuni haben:

  • Arbeit.
  • Der midi-monsieur fährt allein mit dem Rugby-Verein nach Prag.
  • Arbeit.
  • Das Kind ist in Frankreich.
  • Ein paar Tweeps kommen zum Essen.
  • Konzert.
  • Arbeit.
  • Ostern.
  • Der midi-monsieur fährt allein mit dem Rugby-Verein nach London.
  • Konzert.
  • Arbeit.
  • Konzert.
  • Rugby-Jugend-Festival.
  • Arbeit.
  • Noch mehr Rugby.
  • Arbeit.
  • Konzert.
  • Hort-Ende (endlich!).
  • Zusage weiterführende Schule (hoffentlich! Bis dahin nehme ich gedrückte Daumen.).
  • Das Kind fährt auf Klassenfahrt.
  • Arbeit.
  • Au-Fest.
  • Arbeit.
  • Geburtstag vom midi-monsieur.
  • Klassenabenschiedsfest.
  • Arbeit.
  • Kofferpacken.
  • Arbeit.
  • Letzter Schultag und
  • Abflug nach Schottland.

Es hätte noch mehr Rugby werden können, aber einen Termin habe ich verbaselt und zwei andere passen hinten und vorne nicht. Dazu werde ich bzw. wir sicherlich auch nochmal zu meinen Eltern fahren. Das Kind muss nochmal geimpft (auffrischung und HPV) werden und zum Zahnarzt muss ich mit ihm auch noch. Und sicherlich ergeben sich noch weiter drölfzig Termine, die heute lieber noch gar nicht wissen möchte.

Hier

Hier

Der RB hat „hier“ gerufen. Schon im Dezember. Als fiese hartnäckige Viren sich anwanzten und bleiben wollte. Bisschen gutemütig, der Gute. Nun hat er sie am im Hals. In den Nebenhöhlen. In der Lunge. Im Auge.

Ich habe aber auch „hier“ gerufen. Gestern Abend oder Nacht. Das weiß ich nicht genau. Vermutlich im Schlaf. Denn ich habe Dings. Also Heuschnupfen. Die Augen tränen, der Hals krazt, nur die Nase will nicht recht laufen. Aber ich muss auch nicht alles haben. Ich hoffe nur, dass es wie schon in den letzten Jahren nur die Frühblüher sind und sich der Spuk nicht bis zum Herbst hält.

Systemisches Antihistaminikum und eines in Augetropfenform werden es – bei mir – wohl richten.

Der RB kann sich schon ein Hochbeet auf dem Balkon aussuchen.

Wochenplan

Wochenplan

Seit einiger Zeit haben wir einen Essensplan bei uns eingeführt. Das Grundprinzip dabei ist: Freitagabend und/ oder Samstagmorgen setzen wir uns zusammen und überlegen, was wir in der kommenden Woche essen wollen. Oder ich mache freitagabends einen Plan und lasse ihn vom RB und dem Kind absegnen. Dabei müssen wir überlegen: Wer ist an welchen Tagen abends zu Hause? Wer kommt an welchen Tagen abends wann nach Hause? Wer ist wann da und kann kochen? So sind die Montage, Dienstage und Samstag eher Kochtage vom RB, mittwochs gibt es tendenziell eher kalt (also AbendBROT) oder Reste, donnerstags, freitags und sonntags koche ich. Der RB ist bis zu drei Tage pro Woche nicht da zum gemeinsamen Essen, was das Kind einerseits schade findet, aber andererseits die Chance auf süßes Hauptgericht erhöht.

Wenn die Liste steht, wird sie auf unser „Whiteboard“ übertragen.

Unser erster Wochenplan

Dann schreiben wir dazu eine entsprechende Einkaufliste. Natürlich unter Berücksichtigung der prepper-artigen Vorräte. Eingekauft wird auch am Samstag. Wenn es gut klappt*, schaffen es der RB und ich zusammen auf den Markt und ich kaufe dann die restlichen Sachen im Supermarkt. Oder ich mache beide Einkaufstouren alleine**. Gelegentlich können wir auch zusammen auf den Markt und in den Supermarkt***. Das Kind will in den seltensten Fällen mit.

Ich war ja direkt nach der ersten Woche begeistert: Die Koch- und Einkaufssituation hat sich dadurch total entspannt. Sind wir davor fast täglich einkaufen gewesen – und das meist auch nur kurz vor Kochen -, so müssen wir jetzt nur noch gelegentlich Milch**** und Brot***** nachkaufen. Außerdem können wir beim Kochen wieder mehr experimentieren bzw. neue Rezepte testen, denn wie oft wurde es Nudel-Hühnchen-Irgendwas, wenn wir hangry und erst kurz vor Kochen einkaufen gingen.

Diese Woche sind wir quasi einen Schritt weiter gegangen: Letztens war Land&Genuss-Messe in Frankfurt. Und weil der RB da einen Stand hatte, waren das Kind und ich einen Tag auch da. Wir guckten uns die Stände an und gerieten in die Fänge einer HelloFresh-Hostess. Ich fühlte ihr wegen Müll, Portionsgrößen und auch Bestell-Verpflichtung sehr auf den Zahn. Aber wer so viel stereotypen, fast archaischen Mist von sich gibt (zum Kind gewand: „Dann kann die Mutti Dir was tolles kochen.“ zu mir „Das müssen sie sicherlich mit Ihrem Mann entscheiden.“ oder „Und wenn das Kind nicht so viel isst, bleibt ja auch was für den Vati übrig.“), hat es nicht anders verdient. Immerhin gab es einen ordentlichen Messerabatt, wodurch der durchschnittliche Preis für eine Mahlzeit zu Dritt wirklich sehr in Ordnung ist. Und weil wir ja am Wochenende nicht zu Hause waren und so auch nicht unsere Wochenplanung machen konnten, hatten wir für diese Woche eine Box mit drei Gerichten bestellt.

Ich war ja durchaus skeptisch: Wie schmeckt das? Reicht das? Wieviel Müll produzieren wir damit?

Aber wir sind begeistert. Es war alles lecker. Es war mal was anderes. Es war wirklich ausreichend (3 Portionen für 3 Menschen). Die Müllmenge hält sich auch in Grenzen. Es kam sehr gut gekühlt an. Die Rezeptkarten dazu sind auch okay Für eine, die durchaus schon mal gekocht hat, vielleicht etwas zu basic beschrieben, aber es muss ja für alle passen. Wobei es so heute dem midi-monsieur leicht fiel, das Kochen zu übernehmen.

Für nächste Woche haben wir auch ein Box bestellt, was uns aber nicht vom Wochenplan entbindet. Denn da nur drei****** Gerichte drin sind, müssen wir uns noch was für die anderen Tage ausdenken.

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* Der Laden vom RB ist samstags geöffnet, sodass wir bis 11h30 den Markteinkauf erledigt haben müssen.

** Wenn mir mein Schlaf und ein gemütliches Frühstück zusammen wichtiger sind.

*** Wenn der RB keinen Ladendienst hat.

**** H-Milch ist für den Notfall und für 5 L Milch ist einfach kein Platz im Kühlschrank.

***** Das verbraucht sich bei uns unterschiedlich schnell, wodurch die Gefahr, dass gelagertes Brot trocken wird, zu groß ist.

****** Eine kann zwischen 3-5 Gerichten für 2-4 Personen bestellen.

Lichtblicke 2018

Lichtblicke 2018

Seit 2013 gibt es zum alljährlichen Fragebogen auch einen persönlicheren Rückblick: meine Lichtblicke. 2018 habe ich ja das Bloggen temporär eingestellt. Nun versuche ich wieder in den Flow zu kommen. Keine Ahnung, ob es wieder täglich etwas zu lesen gibt. Derzeit noch nicht. Aber irgendwie kann ich auch noch nicht wirklich weiterbloggen, ohne das letzte Jahr Revue passieren zu lassen. Seit der letzten Dezemberwoche bewege ich im Hinterkopf, was ich über 2018 zu schreiben habe. Wenn ich das alte Blog, Twitter und instagram überfliege, habe ich im letzten Jahr insbesondere nachgedacht über:

  • Impfen bzw. die Idiotie von Impfgegnerinnen
  • §218/218a und §219
  • #Seebrücke
  • Menschen, die im Mittelmeer ertrinken und Menschen, die Menschen im Mittelmeer ertrinken lassen
  • die immer deutlicher werdenden Rechtsrücke in diversen Parteien
  • das Dasein als (steuerrechtliche Ex-) Alleinerziehende
  • DSGVO und was mit dem Blog passieren soll
  • Krankheit, Alter und Tod
  • Menschen, die meinen in Handlungen und insbesondere Nichthandlungen von Menschen deren Grundhaltung zu erkennen
  • Gin und Whisky
  • das generische Femininum (je länger ich es privat verwende, desto mehr muss ich darauf aufpassen, dass ich es nicht beruflich verwende)
  • links und rechts
  • Krisen-PR
  • Frauenrechte und Feminismus

Dennoch war das letzte Jahr – wenn ich es mit einem Wort beschreiben müsste – „GlittaFlitta“ und deswegen werde ich etwas von meiner bisherigen Form abweichen, aber chronologisch bleibe ich doch (Verlinkungen kommen dann, sobald ich das alte Blog weiter umgezogen habe):

Januar: Das Jahr beginnt mit Glitza, (viel) Gin und Kultur (Museum und Kino). Wie „immer“ kommt das Kind am Ferienende wieder nach Hause, ich habe Geburtstag und der Alltag rückelt sich wieder ein – also Arbeit, Rugby-Training, Aikido, Unternehmungen.
Verzichtes hätte ich gerne auf: Nicht ganz so toll sind die 350 Euro fürs Falschparken und meine Begegnung in Genf.

Februar: Direkt am 1.2.2018 sehen der RB und ich uns das erste Mal in Echt und alles ist anders. Es beginnt die Tweep-Smørgås-Essensreihe. Ich habe wieder Kultur (Museum, Theater) und Wellness mit einer der Besten. Der Kv ist zum vorerst letzten Mal bei uns. Für den midi-monsieur klärt sich endlich die Schulsituation und er wird die verhasste bisherige Klassenlehrkraft nie wieder sehen müssen.
Verzichtes hätte ich gerne auf: Überhaupt nicht schön ist dass mein Vater im Krankenhaus wegen Lungenkrebsverdacht vorstellig wird (und es für lange Zeit nicht mehr verlassen kann).

März: Der März ist „bipolar“: Auf der einen Seite sind der RB und ich sehr glücklich miteinander. Auch das Kind ist mir der Situation durchaus zufrieden. Auf der anderen Seite ist da die Sorge um meinen Vater. Es vergeht Woche um Woche, ohne dass es eine Diagnose gibt. Dennoch genießen der midi-monsieur und ich noch den letzten Schnee, fahren Rad. Zu dritt verbringen einen schönen Abend im tiefsten Taunus. Der RB beschließt bei uns einzuziehen. Als das Kind in die Ferien beim Kv aufgebrochen ist, kommen liebe Freunde zu Besuch. Ich mache eine Stadtführung mit und meine Haare wechseln von schwarz zu rot. Ende des Monats gibt es endlich Entwarnung bei meinem Vater: kein Krebs.
Verzichtes hätte ich gerne auf: Die Sorge um Papa stresst mich sehr und die blöde Sehnenscheidenentzündung im Fuß ist auch – tadaa – für die Füß.

April: Zu Ostern kommt dem RB sein Vater zu besucht. Der RB und ich machen Urlaubspläne für Sommer und Herbst. Es geht – für mich – auf die ersten Konzerte des Jahres (insgesamt 3). Wir holen zusammen das Kind in Paris ab. Dann ziehen wir die Zimmer in der Wohnung um (und das Gästezimmer wird sehr lange Baustelle sein). Ich trenne mich von uralten Unterlagen. Es ist viel schön, sodass wir viel Zeit mit Herrn Weber und auf dem Balkon verbringen. Ich muss beruflich über Nacht weg, was die erste Feuerprobe für den midi-monsieur und den RB allein ist. Zudem hat die Rugby-Saison wieder richtig begonnen.
Verzichtes hätte ich gerne auf: Aus irgendwelchen Günden hakt die Kommunikation zwischen meiner Mutter und mir, was zu einer gewissen Aufgewühltheit meinerseits führt.

Mai: Der Mai beginnt mit einem gemeinsamen Ausflug ins Schwimmbad. Wir machen ein paar Radtouren (allein, zu zweit, zu dritt). Nach dem Rugby-Festival hat das Kind Klassenfahrt. Dann geht es zur Garty-Party. Ich hatte mich angeboten, im Rahmen der Projektwoche an der Schule ein Projekt zu leiten. Das war zwar anstrengend, aber auch sehr schön. Am Ende des Monats zieht der RB zieht mit seinen Möbeln ein. Der Balkon wird endlich sommerfit gemacht.
Verzichtes hätte ich gerne auf: Wer auch immer die Maus auf den Balkon eingeladen hat, hätte sie auch gerne abholen können. Noch nerviger sind allerdings die Streptokokken beim Kind (inkl. ärztlicher Notdienst und schlecht vertragenes Antibiotikum).

Juni: Da wir aufgrund von Feiertagen, Rugby und Ferienanfang die Kindergeburtstagsfeier verschieben, entspannt sich der Kind-Geburtstagsmonat etwas. Doch wir haben trotzdem noch viele Termine und viel zu tun: das Kind auf seinem ersten Mini-Festival, viel Arbeit, Fahrt mit dem Rugby nach Frankreich, das Kind spielt Theater, ich bringe dem midi-monsieur nach Frankreich, Konzert und ich muss zwei Hautstellen prophylaktisch stanzen lassen. Dafür haben wir endlich einen Standkorb. Spannend war es für das Kind und mich am Computer live dabei sein zu können, als Alexander Gerst auf der ISS ankommt. Ich bin das Rot in den Haaren leid und lasse mir zum Übergang einen halben Feather-Cut schneiden,
Verzichtes hätte ich gerne auf: Der Juni ist immer stressig. Wir müssen eine Mausefalle anschaffen. Mein Vater muss nun doch operiert werden.

Juli: Der RB und ich fliegen nach Berlin für ein Festival in Potstdam. Weil wir schon mal da sind, nehmen wir an der (ersten?) Seebrücke-Demo in Berlin teil. Wir treffen meine Nichte. Dann fahren wir Tandem um die Seen und treffen dabei Mademoiselle ReadOn. Wieder zu Hause wird eine Woche gearbeitet und Tattoo Nr. 4 kommt unter meine Haut. Dann geht es in den Urlaub in die Bretagne. Mein erster wirklich echter Urlaub seit 2015 (abgesehen von Wochenendtrips mit dem Kind). Auf dem Rückweg sammeln wir das Kind beim Kv ein. Am 27. fahren zusammen zur Heppenheimer Sternenwarte, um die Mondfinsternis zu erleben.
Verzichtes hätte ich gerne auf: Die Hitze in Frankfurt schlaucht mich schon sehr. Und unserer französischer Vermieter zerrt auch an den Nerven. Dass ich mir die Nase am Rollladen kaputt mache, hätte auch nicht sein müssen.

August: Das Kind hat in der letzten Ferienwoche noch Rugby-Camp, dann geht der Alltag langsam los. Wobei der Schulalltag erstmal noch eine Übrgangslösung ist. Dafür beschließe ich mit dem Kind eine Abmachung, die Schule, Hausarbeiten und Lernen anbelangt, die immer noch erfolgreich wirkt. Scott zieht bei uns ein. Es geht auf ein Konzert, zu dem der midi-monsieur aus reinem Pragmatismus mitkommt. Es finden einige Radtouren statt (zusammen und alleine). Wir falten viele Seebrücke-Boote – für so und für die Demo -, denn Seenotrettung ist kein Verbrechen. Am Ende des Monats wird der Geburtstag vom Kind mit einer Übernachtungsparty nachgefeiert.
Verzichtes hätte ich gerne auf: Es ist immer noch sehr heiß. Die Reperatur meiner Brille zieht sich etwas (zu) lag). Die Ereignisse in Chemnitz erschüttern mich. Aber das Schlimmste ist der Schlaganfall bei meinem Vater.

So und nun wird es etwas schwieriger, denn ich hatte ja im August beschlossen, eine Blogpause einzulegen. Das war gut. Denn ich merkte, dass mich das tägliche Bloggen stresste: Immer der Gedanke „oh, ich muss ja noch“ und dazu mein Anspruch bestimmte Themen tagesaktuell zu verbloggen.

September: Der Monat fängt mit Rock gegen Rechts an. Die neue Lehrerin vom Kind tritt ihren Dienst an und ich freue mich. Ich muss auf Jobtrip nach Wales. Es geht auf die große Frankfurter Seebrücke-Demo – ja, auch hier „muss“ das Kind mit. Er soll das ruhig frühzeitig lernen. Ansonsten plätschert der Monat mit Arbeit so vor sich hin, bis wir für den zweiten Urlaub des Jahres (yeah!) packen müssen. Ich freue mich riesig über das Objektiv, dass mir Giardino schenkt und das rechtzeitig vor unserem Abflug nach Schottland ankommt.
Verzichtes hätte ich gerne auf: Die Auswirkungen des Schlaganfalls bei meinem Vater (v.a. Aphasie) sind heftig. Mich erschüttern trotz aller „linker“ Aktivitäten die politschen Entwicklungen in Deutschland. Und dass kurz vor Abflug die Karten für das New-Model-Army-Konzert unauffindbar sind, verhagelt mir doch sehr die Laune (zum Glück lässt es sich lösen).

Oktober: Die erste Woche sind wir im Urlaub auf Pressereise in Schottland. Wir sehen und erleben viel. Toll war auch, dass die Freunde, die im April bei uns waren, auch in Schottland sind und sich unsere Wege für 2 Tage kreuzen. Das New-Model-Army-Konzert in Glasgow war für mich als Fangirl natürlich ein besonderes Highlight. Nach dem Urlaub heißt es: Arbeit, Arbeit, Arbeit mit Job-Trip nach München. Dazwischen bleibt auch noch Zeit für Tattoo Nr. 5 (Erdbert auf dem rechten Arm), zum Seebrücke-Pussyhat stricken. Das Kind ist dann auch wieder aus den Ferien da. Der RB hat Geburtstag und wir gehen (diesmal nur zu zweit) auf ein Konzert.
Verzichtes hätte ich gerne auf: … die Landtagswahl, weil ich mich nicht entscheiden kann und das Ergebnis (der Wahl gesamt) ist auch … tjanun … bescheiden.

November: Arbeit, Arbeit, Arbeit – ich muss u.a. nach Berlin (wie immer hinfliegen, Veranstaltung und zurückfliegen). Es laufen die letzten Rugby-Turniere bei nochmal schönem Wetter. Wir nutzen die Gelegenheit und besuchen eine liebe Internet-Freundin. Es gibt erstmals Grippeimpfung für alle. Ich gehe mit dem Kind (und einem Kumpel) zur Kinder-Kunst-Nacht. Und dann machen wir einen Ausflug nach Marburg. Ich beginne die alljährliche Keksbackaktion zu planen, während wir zusammen schon den nächsten Urlaub in Schottland organisieren.
Verzichtes hätte ich gerne auf: Der November ist recht entspannt. Es gibt so gut wie nichts, das mich übermäßig stresst.

Dezember: In diesem Haushalt gibt es 7 Adventskalender – zwei davon sind musikalische, die der RB für den midi-monsieur und mich individuell bestückt hat. Ich backe bis zum 13. gefühlt durchgehend Kekse. Was nur kurz unterbrochen wird von einem Job-Trip nach Leipzig, Käsefondue bei einer der besten, Nikolaus, der #frauleinzuhaus-Aktion auf Twitter. Dann ist alles parat für den Adventskaffee, der wie immer sehr toll ist. So viele liebe Menschen! In der letzten Ferienwoche geht es für uns drei zum FeineSahneFischfilet-Konzert. Den Ferienstart beginnen der midi-monsieur und ich in Zürich. Heilig Abend sind wir bei meinen Eltern, am Tag drauf im Saarland beim Vater vom RB. Bevor das Kind nach Frankreich gebracht wird gehen wir zusammen zum Busters-Konzert. Der RB und ich bleiben eine Nacht in Paris, wofür wir eine sehr niedliche Mikro-Wohnung ergattert haben. Der Tag im Centre Pompidou war quasi der Jahresabeschluss, denn am 30. und 31. haben wir nichts gemacht.
Verzichtes hätte ich gerne auf: Der midi-monsieur hat mal wieder Streptokokken und muss Antibiotikum nehmen. Dazu hat der RB sich eine fette Erkältung eingefangen, die er dank Arbeit auch verschleppt. Das Ergebnis: In Paris verbringen wir den Abend in der Wohnung und nicht wie geplant im Restaurant und im Jardin des Plantes.

Mal sehen, was 2019 so bringen wird.

Friedensstiftend

Friedensstiftend

Viele Kinder haben ja im Kindergartenalter eine unsichtbare Freundin. Das ist nichts Schlimmes und zeugt – wie ich las – von geistiger Gesundheit bei der Brut. Die Funktion ist unterschiedlich: Mal ist es die starke Heldin, die sich mehr traut als das Kind selbst. Mal ist es diejenige, die immer den Blödsinn macht, den das Kind selbst ja nieeee machen würde.

Der midi-monsieur hatte einige unsichtbare Begleiterinnen: Lange erzählte er sehr phantasievoll von seinen Brudas. Und das so bildhaft, dass mich die Erzieherinnen darauf ansprachen und fragten, ob er denn wirklich Einzelkind sei. Später kamen dann die Minions. Und immer mal wieder taucht Herr Niemand auf. (Oh Wunder, oh Wunder, vor allem dann, wenn das Kind nicht weiß, warum sein Zimmer aussieht, als sei es explodiert.)

Herr Niemand ist in irgendeiner Weise verwandt mit Karlheinz und Elvira. Genau konnten wir das noch nicht klären. Aber es ist ziemlich sicher, dass sie zusammen mit dem RB eingezogen sind. Und das ist gut so, obwohl bzw. gerade weil die beiden ein Chaotenpärchen sind: Sie lassen Dinge stehen und liegen, wo sie gerade fallen. Sie räumen nicht auf. Sie sind unkonzentriert. Sie kümmern sich nicht ums Putzen. Sie vernachlässigen die Wäsche. Sie vergessen regelmäßig, die Spülmaschine anzuschalten oder auszuräumen. Sie haben kein Problem damit, dass der Biomüll sie persönlich begrüßt. Es stört sie auch nicht sonderlich, dass das Gästezimmer immer noch nicht fertig ist.

Das klingt anstrengend und ist es auch. Aber gleichzeitig ist es auch sehr entspannend. Denn wann immer irgendein Chaos auftritt, ist davon auszugehen, dass es eine der beiden war. Genau können und wollen wir das gar nicht rausfinden. Wir, der RB oder ich, stellen den Makel fest, fluchen kurz über Karlheinz oder Elvira, beheben das Problem und freuen uns, dass wir weder mit Elvira noch Karlheinz zusammen sind und dieses Chaos unsere Beziehung belasten müsste.

Ruhe

Ruhe

Beim Blick auf den kleinen Kalender da in der rechten Menüleiste dreht mein innerer Monk ja etwas hohl: Da gibt mittlerweile ein paar viele Tage, an denen ich nicht täglich gebloggt habe. Und ich weiß auch noch nicht, ob ich sie nachbloggen werde. Denn der Grund fürs Nichtbloggen war: keine Zeit. Der Schreibtisch und die To-Do-Liste quellen (immer noch) über. Aber ich bin ja zum Glück keiner verpflichtet, täglich zu bloggen. Auch wenn nach drei Jahren ja schon fast von Gewohnheitsrechten die Rede sein könnte.

Dazu kommt, dass ich den Blog neu aufsetzen muss, damit ich wieder Bilder bloggen kann. Ich habe dazu schon umfangreiche Hilfestellung bekommen, muss mich aber mal damit auseinandersetzen. ABER: keine Zeit (s.o.).

Vielleicht brauche ich auch einfach eine schöpferische Pause fürs Blog. Vielleicht aber auch nicht. Ich weiß es nicht. Vielleicht überkommt es mich direkt heute Abend und ich komme wieder in den Blogflow. Was weiß ich.

Auf jeden Fall: Mir geht es sehr gut. Das Privatleben ist immer noch sehr primast und glücklich sind der RB und ich auch noch.