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Kategorie: ReiseReise

Zwischen Hamburg und Helgoland

Zwischen Hamburg und Helgoland

Tag 9 (Fortsetzung)
Nach dem Frühstück mit Blick auf Meer und Ulli Potofski fuhren wir 150 Kilometer Richtung Süd-West. Denn nachdem klar war, dass das Kind nicht mit uns in den Urlaub fährt, hatten wir uns entschieden unsere zwei Wochen Urlaub* voll zu nutzen und weil wir unser Häuschen nicht verlängern konnten, hatten wir uns eine weitere Unterkunft gesucht. Im Alten Land. Zu meiner großen Freude „müssen“ wir über die Köhlbrandbrücke fahren.
Nachdem wir eingeräumt haben und ich meinen letzten Text fertig gemacht habe, gehen wir eine Runde durch Jork. Eigentlich wollen wir essen gehen, aber das ausgwählte und alle anderen Restaurants in Jork haben zu. Wir stellen fest, dass sämtliche Restaurants im Alten Land nicht auf urbane Essgewohnheiten ausgelegt sind. Außerdem besteht das Alte Land tatsächlich nur aus Obstbäumen und hübschen Häusern von Obstbauern.

Tag 10
Weil das Wetter gut sein soll, fahren wir nach Hamburg. Ich will unbedingt in den Hagenbeck Tierpark, denn da wohnen Puffins. Und während es die ganze letzte Zeit immer noch kurzfristig Karten gab und es auch auf der Webseite hieß, dass es kein Problem sei, Karten vor Ort zu bekommen, hatte ich nicht mehr daran gedacht, Karten zu reservieren. Tja, heute gibt es keine Karten und die Schlangen sind lang auf unbestimmt. Wir drehen bei und schlendern durch Hamburg und essen im berühmten Café Max leckeren Kuchen**. Gibt schlimmeres. Auf dem Rückweg fahren wir einen Apfelbaum besuchen und dann tappen wir schon wieder in die Essensfalle: Kurzerhand fahren wir nach Stade, drehen eine Runde dort, gehen im Ratskeller essen, drehen noch eine Runde.

Tag 11
Für heute sind die Tierpark-Karten reserviert – inklusive Tropen-Aquarium***. Wir genießen den Tag im Tierpark. Er ist schön angelegt und es gibt wirklich viel zu sehen. Leider gibt es nur einen einzigen Puffin. Und der sich anscheinend auch zwischen den Trottellummen nicht wohl fühlt. Danach fahren wir noch bis zum (neuen) Überseequartier und wandern von dort über die HafenCity zu den Landungsbrücken. Wo wir wieder auf die Fähre nach Finkenwerder stiegen und … ebendort wieder Pech mit dem ausgewählten Restaurant hatten – um 20h15 war die Küche schon zu. Wir finden zum Glück noch – über Umwege – ein griechisches Restaurant (Taverna Elina).

Tag 12
Eigentlich hatten wir führ heute Hin- und Rückfahrt nach Helgoland gebucht. Uneigentlich bekam ich bereits gestern die Nachricht, dass die Fahrt nicht stattfände wegen Sturm. Wir entschließen uns für einen 3. Tag in Hamburg – nachdem ich unsere Fahrt nach Heögoland erfolgreich auf morgen umbuchen konnte. Also fahren wir wieder mit dem Auto bis Finkenwerder, steigen auf die Fähre und steigen wieder … äh … diesmal am Altonaer Fischmarkt aus. Wir kommen 600 Meter weit, um dann erstmal ausgiebig im Café Geyer zu frühstücken. Gestärkt lassen wir uns durch St. Pauli und die Schanze treiben. Nach einem Drink ergibt es sich, dass ich für den Rest den Tages mit einer Kiste Weingläser unterwegs bin. Wir essen im P’Ti Breizh im Karoviertel großartige Galettes und Crêpes. Tschüss, Hamburg. Drei Tage waren definitiv kein Tag zu viel.****

Tag 13
Keine Nachricht, es geht nach Helgoland. Erstmal müssen wir nach Cuxhaven. Als wir abfahren, ist es noch entspannt. Doch irgendwann nimmt der Seegang zu und auch der HalunderJet muss nun über die Wellen hüpfen. Mir ist nicht gut und ich bin froh, dass ich einen Fensterplatz habe und mich auf den Horizont konzentrieren kann. Ich bin froh, als wir endlich anlegen. Auf Helgoland erwartet uns bestes Wetter. Der RB und ich versuchen, jenseits der allgemeinen Menschenströme Wege zu finden. Das ist nur bedingt möglich, aber auf dem Klippenrandweg verläuft es sich etwas. Insgesamt haben wir 4,75 Stunden auf der Hochsee-Insel. Das reicht für einen Gang zur Langen Anna und zurück. Die Rückfahrt ist entspannt. Und als wie wieder Festland unter den Füßen haben, gehen wir im Hus Op’n Diek***** essen. Schöner Urlaubsabschluss.

Tag 14
Alles wieder ins Auto und ab nach Hause.

Hach, das tat sehr gut. Urlaub. Was anderes sehen. Und auch, dass wir nur zu zweit sein durften. Mal schauen, wann all das wieder möglich ist.

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* Zwischenzeitlich sah es arbeitsbedingt so aus, als würde ich in der 2. Woche arbeiten müssen – also Urlaub zurück geben.

** Sehr überzeugend auch deren Hygienekonzept, inkl. Impfpassprüfung.

*** Während wir in Hamburg gelebt haben, habe ich es nicht einmal dahin geschafft. Wobei es vermutlich auch eine finazielle Frage war. Hätten der RB und ich voll zahlen müssen, hätte uns der Eintritt 84 Euro gekostet. Und nein, ich diskutiere nicht darüber, ob das zu viel Geld für einen „Zoobesuch“ ist. Denn der Tierpark ist meiner Meinung nach das Geld wert. Die Tiere haben Platz und gute Bedinungen (soweit ich das beurteilen kann).

**** Allein zu Fuß haben wir fast 26 Kilometer in der Hansestadt zurückgelegt.

***** Kindheitserinnerung vom RB, der dort schon vor 40 Jahren mit seinen Eltern essen war.

Tage am Meer

Tage am Meer

Tag 1
Später als geplant – im Garten meines Bruders war es auch sehr schön – kommen wir am Meer an. Aber es ist noch hell und schön und so spazieren wir eine erste Runde ans Meer – nur 400 m von unserem Häuschen entfernt.

Tag 2
Einrichten. Einkaufen. Und wieder ans Meer. Nichtstun und aufs Meer gucken. Lesen.

Tag 3
Genug rumgelegen, wir haben die Fahrräder nicht umsonst mitgenommen. Wir fahren eine gemütliche Runde nach Dahme, spazieren dort rum und radeln wieder zurück. Könnte schlimmer sein.

Tag 4
Wandertag. Wir erlaufen uns die Halbinsel zwischen Großenbrode und Fehmarnsundbrücke. Wir folgten zum Kaffee einer Empfehlung aus der Twitterkneipe (Meerkieker, Großenbrode) und zum Abendessen fragten wir Google* (Fisch-Hütte, Heiligenhafen). Beides können wir weiterempfehlen.

Tag 5
Getrennte Wege für den RB und mich: Er fährt mit dem Auto nach Fehmarn und ich fahre mit dem Rad hin – über die die Sund-Brücke. Das war weniger spektakulär als gedacht. Aber nun habe ich es gemacht. In Albertsdorf machten wir 2 (oder 2) mal Familienurlaub – die wenigen als ganze Familie, denn zu oft waren vorlesungsfreie Zeit von meinem Vater und unsere Schulferien inkompatibel. Burg ist keine Reise wert; das Café Traube aber durchaus nett. Und am Südstrand eine besondere Begegnung gehabt: Den Ex-Mann nach 14 Jahren mal wieder gesehen. Zum Abendessen haben wir Glück, beim ersten Griechen in Ostholstein (Apollo 2, Grube) einen Tisch bekommen zu haben: Das Tzatziki ist so gut, dass ich eine Extraportion mitnehme.

Tag 6
Das Wetter macht keinen guten Eindruck, also fliehen wir und besuchen die Ostsee-Erlebniswelt (nur so semi empfehlenswert). Und weil es danach auf „unserer“ Ostsee-Seite immer noch össelig aussieht, fahren wir nach Heiligenhafen und wandern über Steinwarder und Graswarder.

Tag 7
Das Wetter ist wieder gut und wir gehen nochmal an den Strand. Das Meer ist aufgewühlt und präsentiert sich mit Wellen und Brandung. Hachz. Wir sind früh genug dran, dass wir noch einen Tisch auf der Terrasse des Süssauer Seebrückenrestaurans ergattern. Abends fällt mir ein, dass ich ja Puzzle mitgenommen habe…

Tag 8
Das Wetter ist nicht gut. Ich muss noch Aufträge** bearbeiten. Der RB fährt alleine nach Lübeck. Ich schreibe und puzzele.

Tag 9
Tschüss, Ostsee. Wir fahren weiter … zum Glück noch nicht nach Hause.

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* Unsere Erfahrung mit Google-Bewertungen ist gut. Alles > 4,0 Sterne ist in der Regel sehr brauchbar.

** Aufträge als freie Journalistin

Wirklich nötig?!

Wirklich nötig?!

X-35 Tage bis zur zweiten Welle

Seit über einer Woche sind wir zurück aus dem Urlaub, an den ich mit äußerst gemischten Gefühlen zurückdenke:

  • Der Urlaub war toll.
  • Mussten wir wirklich wegfahren?
  • Wir hatten mit wirklich wenig Menschen engeren Kontakt.
  • Aber ein Kontakt reicht letztlich aus.
  • Wir waren nur wenig außer Haus essen.
  • Immer draußen sitzen beim Essen wäre besser gewesen.
  • Rotzbremse da getragen, wo es in D Pflicht ist, auch wenn es in B und F nicht Pflicht war.
  • Es tat so gut, aus den eigenen vier Wänden zu kommen.
  • Musste es wirklich ins Ausland gehen?
  • In D am Meer wären wir vermutlich mehr Leuten zu nahe gekommen.
  • In B und F sind die Inzidenzen nicht so niedrig.
  • Die Erholung und die Auszeit tat uns allen gut.
  • Es war an beiden Orten nicht überlaufen.
  • In D wären wir vielleicht nicht ÖPNV gefahren.
  • Dank hessischer früher Ferien, waren wir früh dran.

Es ist … kompliziert. Dennoch kann ich sagen, dass wir uns bestimmt nicht unverantwortlich verhalten haben. Nicht wegfahren wäre sicherlich möglich gewesen, aber ob das so gesund für unser aller Psyche gewesen wäre?! Wir – insbesondere das Kind und ich – haben uns seit Anfang März und spätestens seit der Schulschließung komplett zurückgezogen und letztlich abgeschottet. Das Kind war wirklich wenig draußen. Ich nur zum Einkaufen. Für unsere Wanderungen sind wir mit dem Auto gefahren. Wir haben so gut wie niemanden persönlich getroffen – und wenn dann immer auf Abstand.

Ich musste nicht. Natürlich muss eine sowas nicht und wenn es nicht gegangen wäre, dann wären wir zu Hause geblieben. Aber ein bisschen in mir MUSSTE dennoch trotz aller Stoa und Katastrophenmodus ENDLICH mal wieder raus. Wollte die Gelegenheit, das kurze Zeitfenster nutzen, um den Kopf frei zu bekommen.

Und doch ist das alles Jammern auf hohem Niveau. Uns geht es gut. Wir sind gesund. Haben wir das aufs Spiel gesetzt?

Noch nie war ein Urlaub ein derartiges guilty pleasure.

Aber ich weiß auch nicht, wie es mir heute ginge, wären wir nicht gefahren.

Heimreisetag

Heimreisetag

X-27 Tage bis zur zweiten Welle

Wir haben gestern abend noch gut gepackt. Heute dann also den Rest. Kurzes Frühstück, ein letzter Gang durch die Wohnung, Verabschiedung von den Vermieterinnen und ab nach Deutschland. Erstmal nur bis ins nächste Bundesland, um den Papa vom RB zu besuchen. Wir sind früher als verabredet da, weil der RB die Fahrtzeit etwas länger geschätzt hatte als tatsächlich. Aber das macht nichts.

Nach ein paar Stunden fahren wir wieder. Machen – wie schon auf der Hinfahrt – einen Schlenker über Wiesbaden, um meinen Arbeitsrechner wieder einzusammeln, um um 18h30 wieder zu Hause zu sein. Alles steht noch.** Auch die Strategie mit den Pflanzen auf dem Balkon hat gut geklappt: Es haben alle überlebt. Als ich Essen hole, stellt der RB fest, dass noch was „überlebt“ hat: die Mäuse. Also mindestens eine Maus turnt über unseren Balkon. Der RB stellt zwei Fallen auf.

Beim Ins-Bett-Bringen geraten das Kind und ich aneinander. Mir gefällt sein Verhalten mit dem Tablet gar nicht. Nach einem Moment mit schlechter Laune meinerseits führen wir dann ein ziemlich gutes Gespräch und ich hoffe, er hat da wirklich was mitgenommen.****

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* Es kommt zunächst nicht über den Zaun im Nachbargarten und es flitz panisch umher. Irgendwann dann aber doch. Phew.

** Nicht ganz: Der schon länger tote ehemalige Ameisenbaum*** hat sich selbst gefällt. Ein Zeichen! Ein Zeichen!

*** Als wir hier einzogen war der Baum bereits tot. Allerdings wohnten Ameisen darin. Die sind allerdings schon vor 3 oder 4 Jahren ausgezogen.

**** Er lässt sich davon nur berieseln. Er schafft es nicht sich anderweitig zu beschäftigen und in dem aktuellen Ausmaß macht mir sein Verhalten durchaus Sorgen. Sorgen macht mir auch, dass ich ihm drohen muss, damit er wenigstens etwas darüber nachdenkt, was ich ihm mitteilen will.

RudeVoges, Tag 6

RudeVoges, Tag 6

X-26 Tage bis zur zweiten Welle

Schon gestern war mir nicht so richtig wohl. Heute ist es nicht besser, als ich wach werde. Ich leide etwas und lasse mir Wasser, Tee und Ibu kredenzen. Erstmal fühle ich mich nicht nach Unternehmungen.

Allerdings ist es mir irgendwann zu blöd einfach nur rumliegen. Wir wollten heute nochmal Burgen Ruinen gucken. Ich plane mit Else (aka Komoot) eine Tour. Wir gucken, wo wir essen können. Herrje, ist das schwierig, hier was Passables zum Essen zu finden. Aber wir einigen uns auf ein Restaurant in der Nähe der geplanten Tour. Der RB reserviert zur Sicherheit. Dann geht es los. Um uns schon mal aufs Rhein-Main-Gebiet einzustimmen, beginnt die Tour am Étang de Hanau-Weiher.

Hui, da brannte ganz schön die Sonne – so hoch oben. Ich habe eine ziemlich rote Birne, als wir weiterlaufen. Irgendwas stimmt mit Hasi meinem Blutdruck nicht. Aber eigentlich fühle ich mich nicht wirklich schlecht. Zumindest nicht schlechter als heute morgen. Außerdem kann ich ja schlecht hier liegen bleiben. Und so treten Käpt’n Pritt* das Kind, der RB und ich den geplanten Rückweg an.

Ein schöne letzte Wanderung. Den Schlenker zum Chateau de Waldeck sparen wir uns, wir sind ausgepowert und hungrig und fahren entspannt zum ausgewählten Lokal. Das sich als sehr gute Wahl herausstellt.

Das Kind aß Froschschenkel als Vorspeise. Und auch sonst waren die Speisen der Herren sehr lecker.

Ein sehr leckerer Urlaubsabschluss.

(Ein bisschen freue ich mich jetzt aber schon wieder auf die eigene Wohnung.***)

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* So hat der RB das Kind unterwegs getauft, weil er, also das Kind, beim Wandern immer mit mir kuscheln will. Bei breiten Wegen verlange ich daher vom Kind, dass er eine Armlänge Abstand hält. Bei fortwirtschaftlich genutzten Wegen mit Fahrzeugspuren geht das Kind in der einen „Fahrrinne“ und ich in der anderen. Sorry Kind, aber so gerne ich dich kuschel, aber NICHT beim Wandern!

** Nein, ich liege nicht auf dem Bohlenweg, sondern sitzliege auf einer corbousierartigen Sitzgelegenheit.

*** Was auch daran liegt, dass Bitche und die Nordvogesen mich nicht so vom Hocker hauen. Es ist insgesamt alles recht tot.

RudeVoges, Tag 5

RudeVoges, Tag 5

X-25 Tage bis zur zweiten Welle

Keine Wanderung heute. Immerhin können wir Bitche nicht verlassen, ohne auf der Burg gewesen zu sein. Nach einen späten Frühstück gehen wir zur Mittagszeit los. Der Aufstieg ist immer noch steil und anstrengend. Um zum Eingang zu kommen müssen wir einmal an der Langseite lang.

Das ist kein so ungünstiger Zeitpunkt, um in Ruhe etwas zu besichtigen in Frankreich, denn zwischen 12h30 und 14h00 bleibt in Frankreich vielerorts die Zeit stehen, weil Mittag gemacht wird.*

Und weil er eh auf dem Rückweg lag, gingen wir noch durch die Jardin pour la Paix.

Nach einer kurzen Kaffeepause zu Hause gehen der RB und ich einkaufen. Da es ingesamt etwas schwierig ist, hier fußläufig essen zu gehen, entscheiden wir uns fürs Kochen. Außerdem ist ja später wieder #CorotäneKneipe.

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* So sind mittags die Rastplätze an Autobahnen und auch an Bundesstraßen immer gut belegt.

** Für das Kind etwas zu authentisch. Sein O-Ton: „verstörend“. Und ja, es ist sehr grenzwertig für Kinder. Eher so FSK 16.

*** Ja, das sind Eidechsen, keine Lurchis (aka Salamander)

RudeVoges, Tag 4

RudeVoges, Tag 4

X-24 Tage bis zur zweiten Welle

Es regnet. Als nehmen wir das Auto und fahren los. Richtung Süden. Sonne sehen wir da auch nicht, aber dafür ein Schiffshebewerk. Immerhin regnet es nicht.

Das ist durchaus beeindruckend. Ingenieurinnenkunst par excellence.

Danach will das Kind auf die Sommerrodelbahn, doch die hat wegen „heute hat es mal geregnet“ zu. Auch die Suche nach einem Restaurant erweist sich als etwas schwierig. Die Restaurant machen erst um 18h00/18h30 auf. Im nächstgrößeren Städtchen wird uns in einer Brasserie mitgeteilt, wir könnten doch zu McDo gehen. Ich glaube, es hackt. Wir sind kurz davor nach Strasbourg zu fahren, aber eigentlich graut es mir davor, mit dem Auto in die Stadt zu fahren. So wird es Hagenau, wo wir auch etwas zu früh ankommen, dann nach eine kleinen Runde durch die Stadt durchaus gut im Restaurant L’Industrie essen. Wir müssen drinnen sitzen, weil es regnet, und so ganz behagt uns das allen nicht. Aber die Alternative wäre, dass wir uns wegen allgemeiner Hangryness gegenseitig auffressen. Zumindest verbal.

Nachdem wir den ganzen Tag des RBs Playlist – weil die Fahrerin bestimmt die Musik – hören müssen, fahre ich uns zu meiner Musik zurück.

Auf dem Rückweg müssen wir uns noch einen kleinen Spaß erlauben:

Die Sache mit dem Kv ist noch nicht ausgestanden und ich bin kurz davor, ihm zu schreiben, dass er uns in Ruhe lassen soll, da wir im Urlaub sind. Ich habe keine Lust mehr. Das Kind will nicht zu ihm. Basta. (Gestern „musste“ sich ja die Tante auf einmal einmischen. Orrr, sie nimmt den Kv in Schutz, was das Kind richtig Kacke findet. Und auch sonst ist sie wenig hilfreich, aber sie musste wohl auch mal was dazu sagen.)

RudeVoges, Tag 3

RudeVoges, Tag 3

X-23 Tage bis zur zweiten Welle

Gut, dass wir gestern wandern waren. Denn heute ist Össelwetter. Össelwetter wäre natürlich ein guter Grund einfach zu Hause zu bleiben. Aber hmmm, dazu haben der RB und ich keine Lust. Das Kind aber schon. Also machen wir etwas total Verwegenes: Der RB und ich machen was zu zweit und das Kind bleibt allein in der Ferienwohnung. Uiuiui, der RB und ich ganz allein. Mal sehen, wie weit wir überhaupt kommen.

Der RB hat ein Ziel. Ein berufliches. *seufz* Auch im Elsass gibt es Whiskybrennereien.

Nach drei Whiskys, ein Biersky und einem Gin aus zwei verschiedenen Brennereien können wir uns weiter dem Urlaub widmen und Dinge angucken: die Felsenhäuser in Graufthal. Sehr interessant. Da haben tatsächlich bis in die 1950er Jahre Menschen gelebt.

Auf dem Rückweg gönnen wir uns eine Pause …

Am Abend sind wir zum Flammkuchen-Essen bei unseren Vermieterinnen eingeladen. Es ist sehr lecker. Es geht lange. Das Kind kann jetzt Flammekuchen machen.

RudeVoges, Tag 2

RudeVoges, Tag 2

X-22 Tage bis zur zweiten Welle

Dass heute Nationalfeiertag in Frankreich ist, merken wir hier nur daran, dass alles Geschäfte und Restaurants geschlossen sind.* Aber eigentlich ist das egal, denn mittlerweile wissen wir eh nicht mehr genau, welcher Wochentag ist.**

Das Kind ist füh wach und versucht uns ab kurz vo 8h00 zu wecken. Bei mir ist er ganz kurz erfolgreich, aber ich schmeiße ihn wieder raus. Beim RB ist er erfolgreicher, sodass dieser mit schlechter Laune um 8h45 das Bett verlässt. Davon hat das Kind allerdings nicht so viel.*** Um 10h30 werde ich dann wach. Wir frühstücken, machen uns fertig und fahren los zum Startpunkt unserer heutigen Wanderung zum Altschlossfelsen und Teufelstisch:

Das war sehr toll und auch anstrengend. Unterwegs teilte mir das Kind mit, dass er – wie erwartet – nicht zum Kv fahren wolle im Sommer.****

Im Feriendomizil kochten***** wir dann und bekamen passend einen Flammkuchen von den Vermieterinnen zur Vorspeise gebracht.

Danach war Twitterkneipe angesagt. Auch im Urlaub toll.

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* Wenn irgendwas total wichtig gewesen wäre, hätten wir auch in Deutschland einkaufen gehen können. Über die Granze sind es ja nur ein paar Kilometer.

** So soll es im Urlaub irgendwann sein, oder?!

*** außer halt einem schlecht gelaunten RB

**** Nein, ich freue****** mich nicht über diese Entscheidung. Ich akzeptiere schlichtweg seine Entscheidung. So wie ich ihn nicht dazu zwinge, in Deutschland zu bleiben in den Ferien, wenn er das nicht will, so zwinge ich ihn auch nicht, nach Frankreich zu fahren, wenn er das nicht will. Er darf mit 11 Jahren einen eigenen Willen und eine eigene Meinung haben. Die ich respektiere. Ja, ich kann ihn durchaus verstehen, dass er keine Lust hat, wenn er sieht, wie ein ihm nicht logisches Recht über sein eigenes Recht gestellt werden soll.

***** Ich hab erstmals thunfisch gebraten und er ist mir wirklich gut gelungen. Tschakka.

****** Ich bin ehrlich gesagt ziemlich sauer, dass der Kv das so mit Ansage und Vollschwung verbockt, obwohl anderes möglich gewesen wäre.

RudeVoges, Tag 1

RudeVoges, Tag 1

X-21 Tage bis zur zweiten Welle

Wir schlafen sowas wie aus. Genehmigen uns unsere Heißgetränke auf dem Balkon mit Blick auf die Zitadelle*. Anschließend gehen der RB und ich einkaufen. Wir bringen ein kleines Mittagessen mit. Danach machen wir uns fertig, um eine Runde durch Gegend.

Eigentlich wollen wir essen gehen. Uneigentlich ist morgen Nationalfeiertag und deswegen haben heute Abend schon keine Restaurants mehr auf. Zum Glück haben wir genug eingekauft, so gibt es Abendbrot und Salat auf dem Balkon. Den Schinken müssen wir teilen:

Das Kind hat heute nach 3,5 Wochen erstmals wieder mit dem Kv geskypt. Er hatte nach der letzten Nachricht vom Kv leise Hoffnung, dass der Kv verstanden hätte, worum es ihm geht. Doch mitnichten. Der Kv möchte sich nicht einschränken, wenn das Kind kommt. Er hat auch nochmal wiederholt, dass es nicht so schlimm sei, wenn Kinder an Covid19 erkranken. Er signalisierte dem Kind auch, dass er sauer auf ihn sei. Und auf mivh sowieso. Und er betonte nochmal, dass er ein Recht am Kind habe. Tjanun, nur blöd, dass das Kind erst kürzlich in der Schule das Thema Kinderrechte hatte und auch so ziemlich genau weiß, was er will. Besonderer Knaller war auch, dass der Kv das Kind allen Ernstes fragte, ob er wirklich lieber bei mir bleiben möchte (während der Ferien), obwohl ich mich ja so wenig um ihn kümmere, weil ich ja arbeite(n muss).** Die traurige Quintessenz vom Kind ist: „Ich weiß gar nicht, ob der Papa sich wirklich für mich interessiert.“

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* Eine Zitadelle ist übrigens eine Hochburg. Hier in Bitche nehmen sie das sehr genau. Sehr hoch über der Stadt. Sehr Burg.

** Dass diese Arbeit dem Kind ein Leben mit seinen Hobbys überhaupt ermöglicht, während der Kv keinen Cent zahlt. Ich zudem seit 5 Jahren jede Ferien Geld dafür ausgebe, um dem Kv Umgang mit seinem Kind zu ermöglichen. Das alles wird undankend einfach hingenommen. Zukünftig arbeite ich leider (zu viel), um das Kind durch die Gegend zu begleiten.