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Privilegien

Privilegien

Zweite Welle: Tag 54

Ich kann all diese klugen, allgemein gültig formulierten RatSCHLÄGE nicht mehr hören und lesen. Da möchte ich ganz allgemein die Leute schütteln und fragen, ob sie sich selbst zuhören (oder halt lesen, was sie schreiben).

Was im Einzelfall gut geklappt hat oder eine es sich im Einzelfall ausmalt, dass es gut klappen könnte und sicherlich gut nach außen wirkt, hat maximal anekdotische Evidenz. Letztlich beweisen Anekdoten aber nix. Höchstens die Existenz von Glück. Oder von Pech.

Ich – und ja, es muss was heißen, wenn ich mich das frage – frage mich wirklich, mit was für einem Ego eine ausgestattet sein muss, wenn sie jeder, die es hören will oder auch nicht, fröhlich aufmunternd arrogant zuruft: „Eine muss nur wollen.“

Nicht alles, was eine will, kann sie auch. Sei es, weil ihr die Fähigkeiten dazu fehlen oder weil es keine Möglichkeit/Mittel dazu gibt. Und gesetzliche Rahmenbedingungen müssen auch noch eingehalten werden.

Etwas können können hat extrem viel mit Privilegien zu tun. Privilegien, die eine qua Herkunft in den Schoß gelegt bekommen hat oder sich mehr oder weniger hart erarbeitet hat.

Aber egal wie eine zu Privilegien kam, in jedem Fall besteht Unverständnis über das vermeintlich Unvermögen. Entweder weil eine sich nicht vorstellen kann, dass andere nicht so einfach können, wie sie wollen, oder weil eine auf dem hohen „ich habe es doch auch geschafft“-Ross hockt.

Mein kluger, allgemein gültiger Ratschlag an alle, denen mal wieder „eine muss nur wollen“ auf der Zuge liegt:

Checkt eure Privilegien!

Und überlegt, ob und wie ihr der Person helfen könnt, der ihr gerade ihr vermeintliches Unvermögen vor die Füße rotzen wollt. Und wenn ihr das nicht wollt (sic!), dann einfach mal die Klappe halten.

Via regia

Via regia

Zweite Welle: Tag 37

Weil das Kind derzeit dreimal pro Woche Rugby-Training hat, muss er nicht (mehr) mit uns wandern. Und für den RB und mich ist es durchaus schön, auch mal Zeit zu zweit haben. Schließlich sind wir seit 233 Tage zu dritt. Ohne Pandemie wären wir nur 81 % dieser Zeit zu dritt gewesen. Und auch erst seit 20 Tagen wieder zu dritt.

Und nachdem der RB und ich letzte Woche 3,4 Kilometer auf der Hohen Straße gewandert sind, dachten Else und ich, dass wir heute die ersten 5,6 Kilometer dieses alten Handelswegs ablaufen könnten. Wenn wir so weiter wandern, brauchen wir noch ca 73 Etappen bis Leipzig.

Passend bevor es richtig regnet, sind wir wieder zu Hause. Wir kochen und aus den unterwegs gepflückten Pflaumen mache ich Crumble.

Pflaumen-Nuss-Mohn-Crumble
Immer an der Wand lang

Immer an der Wand lang

Vogel Strauß hat sich den aktuellen RKI-Bericht angeguckt und nunja, die Zählweise muss angepasst werden: Zweite Welle seit 32 Tage

Schon gestern hatte ich mich krank gemeldet. Heute war es nicht besser.

Das Kind ist zum Glück nicht krank und kann so eine neue Sportart ausprobieren. Rugby ist immer noch angesagt, aber leider gab es mit dem Aikido-Trainer einen Eklat. So ist das Kind nun abgemeldet. Aber ihm tat die zweite Nicht-Team-Sportart zum Ausgleich gut und er wollte auch was machen. Weil an der Schule eine Boulder-AG angeboten wird, ksm dieser Sport in seinen Blick. Kurzerhand buchte ich ihm eine Probestunde für heute*. Gerne hätte ich es in der nähergelegenen Boulderhalle versucht, aber die bieten wegen Pandemie keine Schnupperstunden an. So also in der Boulderhalle 5 Kilometer** entfernt.

Es war gut. Er hatte Spaß. Er will das weitermachen.

So soll es sein.

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* Ich buchte für uns zu dritt*** noch eine Schnupperstunde fürs Seilklettern.

** Den Rückweg meisterte er allein. Und ja, dank FamilyLink helikoptere ich. Die Strecke war neu für ihn und zudem ist sie recht stark befahren. Da beruhigte mich der sich kontinuierlich fortbewegende Punkt auf der GoogleMap sehr.

*** Beim DAV ist eine immer in Dreigruppen an Seil und Wand. Und da finde ich es besser, wenn wir das als Haushalt machen und nicht noch eine Unbekannte dazubekommen.

FREItag oder nicht FREItag

FREItag oder nicht FREItag

X-46 Tage bis zur zweiten Welle

Es ist heiß. Uff. Ich hätte die noch halbwegs kühle Nacht nutzen sollen, um zu schlafen. Tja, ich habe die ganze Nacht gelesen. Normalerweise schlafe ich beim Lesen ein. Heute Nacht nicht. Ich las digitale Seite um digitale Seite, bis das Buch zu Ende und es dann 6h00 war. Ist mir ja auch schon länger nicht passiert. Fühlt sich gut an.

Und weil ich heute FREItag habe, ist es auch nicht schlimm, dass ich bis 11h00 schlafe. Allerdings muss ich heute dennoch einen Text fertig machen. Es ist viel zu tun. Ich spiele mit dem Gedanken, meine Stunden zu erhöhen.

Mein Kreislauf mag bei der Hitze nicht, wenn ich aufrecht sitze, also mache ich …

… BedOffice mit Kompression.

Irgendwann bin ich fertig und gehe dann nochmal ins Dörfchen, Besorgungen machen. Unter anderem diverse Fliegenfallen.

Nach dem Essen bin ich k.o. und muss mich vor der #CorotäneKneipe nochmal hinlegen.

Dann ist es aber wieder schön, die Crew zu sehen.

Das Kind ist halbwegs früh im Bett und geistert nur kurz wegen Hunger rum. Nächste Woche ist Rugby-Camp. Ich hoffe, dass der Rhythmus sich dann reguliert, wenn er von 9h00 bis 15h00 draußen ausgepowert wird.

Nur Fliegen ist schöner

Nur Fliegen ist schöner

X-33 Tage bis zur zweiten Welle

Für heute ergab sich, dass das Kind seinen Geburtstagsgutschein einlösen konnte. Dank dem Internet – insbesondere Rainer – konnte ich ihm nämlich einen Mitflug in einem „kleinen“ Traktor* Motorsportflugzeug schenken.

Nach Einkauf und spätem Essen** fuhren wir dann endlich*** los gen Egelsbach.

Weil es des Kindes Geschenk war, durfte er entscheiden, ob er allein mitfliegen wollte oder ob ich**** ihn begleiten sollte. Er wollte allein.

Das Kind war sehr happy, als er wieder am Boden war. Er durfte selbst steuern. Hatte wohl einen guten Bluck für die Gegend und erkannte von oben das Felsenmeer, die Grube Messel.

Nun schwebt er weiter… Und sein Wunsch, Pilot zu werden, ist nicht kleiner geworden.

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* O-Ton des Piloten

** hatten kein Frühstück und kein Mittag, sondern erst um 14h30 einen erweiterten Snack für alle

*** Das Kind jibbelte schon seit 10h00.

**** oder der RB

Abschottung, Tag 74

Abschottung, Tag 74

Heute wäre Frühschicht-Schule fürs Kind. Allerdings kommt er um 7h30 zu mir und klagt über Schluckbeschwerden. Na, dann bleibt er halt zu Hause. Ich verdonnere ihn dazu, sich neben mich zu legen und noch etwas zu schlafen. Um 9h30 stehe ich auf und gehe an den Schreibtisch.

Uff, dieser Dienstag ist ein Montag. Das erste, was ich lese, ist Nachricht, die mich sehr ärgert. Ich mache meinem Ärger Luft und das ganze zieht einen Rattenschwanz nach sich. Ich habe dafür keine Zeit. Dafür eben nicht.

Ich kümmere mich um diverse Projekte. Habe eine Telko. Kümmere mich um weitere Projekte. Kurze Unterbrechung für den Rattenschwanz. Habe noch eine Telko. Ich gerate kurz mit dem RB aneinander, weil er mich erschreckt. Schnell ein weiteres Projekt. Dann was essen und dabei mit dem Kind Karten spielen. Dann noch ein paar Projekte. Mein Ärger ist noch nicht verrraucht. Da ist es auch nicht hilfreich, dass ich auf eine e-Mail keine Antwort bekomme.

Gegen 18h00 bin ich total k.o. und muss mich hinlegen. Um 19h15 mache ich mich ans Kochen.

Da wir mit dem Essen spät dran sind, beginnt für uns die #CorotäneKneipe etwas später. Die tolle Runde nimmt dem Dienstag etwas die Montagigkeit. Allerdings muss ich zwischendrin mit dem Kind ein sehr ernstes Wort reden.

Ja, wir sind alle gerade genervt. Wir haben einen Lagerkoller. Das Kind kommt zu kurz und muss viel zu viel funktionieren und still sein, während ich undoder der RB arbeiten. Das ist nicht gut. Gar nicht. Und klar schlägt es dem Kind aufs Gemüt. Klar, will er Aufmerksamkeit. Und ich will wieder mehr Zeit für ihn und weniger für Arbeit. Hoffentlich bald.

Nach der Twitterkneipe einigen der RB und ich uns darauf, dass wir – sollten wir wirklich nicht nach Irland fahren können – spontan gucken, wo wir noch eine Ferienwohnung bekommen, um wenigstens mal einen Tapetenwechsel zu haben.

Abschottung, Tag 44

Abschottung, Tag 44

Eigentlich wollte ich heute raus und zu dritt irgendwo rumwandern.

Uneigentlich war ich zwar um 9h30 wach, bin dann aber mit dem Kind im Bett nochmal eingeschlafen und habe auch noch weitergeschlafen, als dieser das Zimmer wieder verließ. Gegen 12h00 wurde ich etwas verstört (wegen komischen Traum, in dem es auch um den Rugbyverein ging) wach und war dann erschreckt, wie spät es war. Wandern ist heute nicht mehr. Tjanun, ist dann so.

Wir frühstückten auf dem Balkon.

Das Kind machte es sich danach zum Lesen gemütlich.

Ich kümmerte mich dann parallel um Kuchen, den Spielzeugpakete und sortierte mit Kind noch die letzte Baustelle in seinem Zimmer. Dann war es auch schon Zeit für unser Sonntagskaffeedate.

Das Kind litt unter Digitalentzug und brutzte vor sich hin. Er aß kurz Kuchen mit uns, aber musste dann substituieren und anstatt RingFit zu machen, nutzte er die freie Bahn Sicht am Fernseher dafür, sich wenigstens seine LetsPlay-Videos anzugucken.

Dann scannte ich die Hausaufgaben vom Kind und verschickte sie an die jeweilige Lehrkraft. Zudem teilte ich noch den Lehrkräften der Klasse mit, dass ein virtuelles Klassenzimmer erwünscht sei. Ich bin gespannt, was da noch kommen wird.

Und vermutlich wäre es sehr schlau gewesen, das Kind direkt nach dem Abendbrot – es gab Currywurst mit sehr leckeren vom RB selbst gemachten Currysoßen – ins Bett zu stecken. Aber er kuschelte noch etwas vor dem Fernseher, schaute Kitchen Impossible, während der RB und ich am Rechner wurschtelten. So wurde es dann viel zu spät und der Abend endete fürs Kind mit zwei – von mir – zugeknallten Türen, weil er unbedingt meinte, mich in der Wohnung mit Wasser anzuspritzen.

Ich verstehe es nicht. Ich verstehe es wirklich nicht. Zumal wir eine Minute zuvor noch kuschelten und er mir sein Leid über die ganze doofe Situation klagte. Und dann geht er nochmal ins Bad, findet da eine Sprühflasche und es geht mit ihm durch.

Er kam nach 30 Minuten nochmal aus seinem Zimmer und entschuldigte sich. Er hat schon ganz schön viel Größe, der kleine Mann. <3

Kinderquatsch(en) II

Kinderquatsch(en) II

Der vorherige Blogpost beinhaltet nur Informationen für Eltern, dernen Kind(er) sich morgen zum Quatschen via zoom treffen wollen.

Daher gebe ich das PW auch nur an die raus, die Kinder haben und die sich vorstellen können mitzumachen.

Grauzone

Grauzone

Ich freue mich, dass die ersten Merch-Päckchen schon unterwegs sind. Im Sinne von #WirSindMehr muss #NazisRaus mehr sichtbar sein. Es muss sichtbar sein, dass wir wirklich mehr sind.

Beim Sabaton-Konzert extra einen Button am T-Shirt getragen. Ich mag den Sound von Sabaton sehr und auch die Show war toll, aber mich durchzuckt es dennoch immer wieder ob der Songtexte. Wie verherrlichend sind vermeintlich neutrale Texte über real stattgefundene Kriege? Wie richtig ist es in der heutigen Zeit, keine Position zu beziehen und damit alle Tore offen zu halten? Das Publikum wirkte hier und da doch recht grauzonig. Ich verbuche das Konzert unter guilty pleasure und werde sehr überlegen müssen, ob ich nochmal zu einem Sabaton-Konzert gehen kann.

Apropos Grauzone*: In der Bahn zurück hatte ich meine Mütze mit dem großen petrolfarbenem #NazisRaus-Button auf. Neben mir saß eine Frau. Ihr Partner stand neben ihr im Gang – er hatte gute Sicht auf den Button. Am Bahnhof kam ein Obdachloser in die Bahn und fragte nach Geld. Als er am stehenden Mann vorbei war, sagt dieser: „Hier, die Dame gibt bestimmt was.“ und zeigte mit einer unwirschen Handbewegung an seiner Partnerin vorbei auf mich. Der Obdachlose hatte es nicht mehr gehört. Und ich bin mir auch nicht sichet, ob er das unbedingt sollte. Aber ich sollte es hören. Ich sollte hören, dass er mich als „linke Zecke“ erkannt hat. Ich ging nicht drauf ein, reckt aber den Kopf etwas höher.

Dennoch war ich froh, dass dieses Paar eine Stationen vor mir ausgestiegen ist.

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* Ich bin mir nicht sicher, ob der Typ und die Frau auch auf dem Konzert waren.