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Der bleiche Hai

Der bleiche Hai

Noch im letzten Jahr, kurz vor den Ferien, als schon die Präsenzpflicht ausgesetzt war, hatte das Kind einen Kontrolltermin beim Kieferorthopäden. Soweit alles ok, aber er hatte einen gelben Zettel dabei, auf dem der Kieferorthopäde eine Zahnäztin kollegial um die Entfernung eines Milchzahns bat. Wie schon an anderer Stelle kam der bleibende nicht unter dem Milchzahn durch, sondern davor (oder hinter oder neben – je nach Blickwinkel halt). Mein kleiner Hai halt.

Das stresste mich kurzfristig, denn zum einen haben wir Pandemie und zum anderen hat das Kind keine feste Zahnärztin. Er war zweimal mit bei meinem, aber a) den will ich wechseln, b) ist der 30 Minuten Fahrzeit weg und das ist mir aktuell zu viel Gegurke (auch der Grund für a). Ich grübelte und befragte den Twitterschwarm, konnte mich aber nicht entscheiden.

Weihnachten kam. Silvester verging. Ich fing wieder an zu arbeiten. Beim Teekochen ließ ich meinen Blick durchs Fenster über die Straße schweifen.

„Ach, stimmt ja“, denke ich „da drüben ist ja auch eine dentalmedizinische Praxis.“ Nein, das ist nicht neu für mich. Seit über acht Jahren kann ich in ein Behandlungs- und das Wartezimmer gucken. Ich war sogar einmal da. Aber da die damals keine PZR anboten, bin ich bei meinem „alten“ Zahnarzt geblieben.

Lustig, wie blind eine wird für Dinge, die direkt vor ihrer Nase stattfinden.

Heute war der Termin. Das Kind war aufgeregt, weil er halt bislang nicht regelmäßig zur Zahnärztin gegangen ist (weil es in Hessen? zumindest in Frankfurt Schulzahnärztinnen gibt – auch an der weiterführenden Schule) und weil klar war, dass etwas gemacht werden müsste (er hat super Zähne und kein Karies, sodass außer dem kieferorthopädischen, kein dentalen Eingriffe bisher nötig waren).

Der Zahnarzt war nett, setzte eine lokale Betäubung und holte dann recht flux den Zahn raus.

Das Kind stand auf und … war recht bleich um die Nase.

Gut, dass der Heimweg nicht so weit war.

Entspannung zwischen zwei Filmen

Entspannung zwischen zwei Filmen

#ClosedAdvent (26) // Lockdown, Tag 11

Zum Wachwerden guckte ich Der Kleine Lord. Dabei gab es Frühstück – am Wohnzimmertisch. Danach verließ ich den Raum nicht mehr. Der einzige, der heute draußen war, war das Kind. Der RB hat sein HerrenMusikzimmer weiter eingerichtet und ich habe auf dem Sofa gelegen, Druckstellen bekommen Podcast gehört und gestrickt. Und ganz kurz

Abendessen gab es auch am Wohnzimmertisch – wieder mit Filmbegleitung. Denn das Kind wünschte sich einen Kinoabend.

Selbstgeschnitzte Fritten aus Eve mit Käsesoße

Die Käsesoße war großartig, daher notiere ich hier mal das Rezept.

Zutaten
25 g Butter
2 EL Mehl
250 ml Milch
125 g Cheddar (hier v.a. heller alter und etwas oranger für die Farbe)
Pfeffer, Muskat, Salz (wohl dosiert)

Zubereitung
Mehlschwitze herstellen

Milch zugeben, mit frisch gemahlener Muskatnuss würzen, kurz aufkochen

Geriebenen Käse etappenweise einrühren und schmelzen lassen

Mit Pfeffer würzen, ggf. salzen

Alles entspannt sich

Alles entspannt sich

#ClosedAdvent (25) // Lockdown, Tag 10

Ausschlafen, spätstücken, Krustenbraten in Kassiopeia, rausgehen, Stollen essen, Möbel rücken, Krustenbraten in Eve, aufräumen, sehr leckeren Krustenbraten essen, Bratäpfel in Eve, leckere Bratäpfel mit Ziegenmilcheis essen, #CorotäneKneipe, stricken, räumen, Wäsche aufhängen.

#ClosedNovember (15)

#ClosedNovember (15)

Ich habe grottenschlecht geschlafen. Ich fühle mich schlecht – konstitutionell, aber auch wegen der Arbeit. Ich komme nicht zur Ruhe. Es ist nach 4h00, als ich endlich einschlafe. Um 7h30 geht der Wecker, damit das Kind zur Schule kommt. Als er weg ist, rufe ich bei der Ärztin an. Ich soll bis 11h00 hinkommen. Ich lege mich trotzdem nochmal ins Bett, aber ich schlafe nicht nochmal ein. Um 10h00 gehe ich los.

Krankschreibung für die ganze Woche. Das erleichtert mich doch sehr. Ein Rest Anspannung bleibt über den ganzen Tag*…

… bis abends meine Vorgesetzte schreibt, dass das kritische Projekt** steht und alles gut ist und dass ich mich erholen soll.

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* Den ich damit verbringe, The Crown wegzubingen.

** Ein großer Grund für meinen Stress. Nicht das Projekt selbst, aber ein Teilnehmer macht(e) mir Bauchschmerzen und hätte viel Diplomatie von mir gefordert. Etwas, das mir so schon nicht immer leicht fällt, aber gestresst halt noch viel weniger.

#ClosedNovember (8)

#ClosedNovember (8)

Nach den Bildern von Samstag und während Pegida trotz Pandemie marschieren darf, bleibt mir heute in Gedenken an den Novemberpogrom nur zu sagen:

Nie wieder!

Kein Vergessen.

Lasst uns bitte alle unseren Beitrag leisten, dass sich Geschichte nicht wiederholt.

#ClosedNovember (5)

#ClosedNovember (5)

FREItag. Das Kind ist rezidiv und bleibt zu Hause. Also Ausschlafen. Dringend nötig, denn nun habe ich Männergrippen-Rüsselpest.

Eigentlich will ich mich in was einlesen. Uneigentlich schaffe ich es nur, mir die Unterlagen auszudrucken.

Essensplanung und Großeinkauf.

Danach bin ich platt und ich muss mich hinlegen.

Ich stehe kurz zum Essen auf verkrümel mich dann aber erstmal wieder ins Bett. Die #CorotäneKneipe fängt erstmal ohne mich an.

#ClosedNovember (1)

#ClosedNovember (1)

Das Kind hat sich heute ein Herz gefasst und endlich seinen Vater angerufen. Das hat er mittlerweile seit – wenn ich mich nicht völlig irre – Ende August vor sich hergeschoben.

Das war ganz schön belastend für ihn. Also das aktive Nichtmelden und auch Nichtdrangehen, wenn der Kv von sich aus anrief.

Aber die letzten Gespräche zwischen Vater und Sohn waren vermutlich belastender. Sonst wäre das Kind dem Kontakt nicht so aus dem Weg gegangen.

Über zwei Monate sind natürlich eine lange Zeit, in der sich auch Angst vor der Angst aufbauen und einem – also dem Kind – hin und wieder den Schlaf torpedieren kann.

Ich lasse dem Kind die Entscheidung, ob und wann er mit seinem Vater kommunizieren will, aber wir sprachen die vergangenen Tage vermehrt darüber. Und dass das Gefühl nicht besser wird mit der Zeit. Dass er das Telefonat aber selbst führen muss (auch wenn ich natürlich für ihn da bin).

Also rief er an.

Und nun ist er erleichtert. Weil es getan ist. Weil es fast überfällig war.

Ernte

Ernte

Zweite Welle: Tag 99

Was früher das Dorf war, ist heute Twitter. Im Guten wie im Schlechten. Ich bin rigoros und versuche mir das Schlechte so weit wie möglich vom Hals zu blocken. Und mit schlecht meine ich nicht schlechte Nachrichten. Sondern das Gepöbel und Lästern. Ich versuche idR Säue an mir vorbeitreiben zu lassen, während ich im Eingang unserer Kneipe stehe und kurz dem wilden Treiben zuschaue, bevor ich wieder reingehe. Und damit wären wir auch beim Guten von Twitter: unsere Kneipe. Große Liebe für die Crew, für den Austausch, für das Füreinanderdasein.

Doch Twitter hat mir darüber hinaus viele tolle Menschen in mein Leben gebracht.

Twitter ist auch Hilfe oft getreu dem Motto „Eine für alle, alle für eine“. Hinter diesem komischen Vögelchen stecken tatsächlich Leute, auf die eine sich verlassen kann, die altruistisch handeln, die Ideen haben, die wen kennen, die wen kennen… ihr wisst schon. Wobei Twitter da schon oft sein globales Wesen zeigt.

Sein höchst dörfliches Dasein zeigte Twitter, als ich den Tweet vom Bad Vilbeler Teufelszeug in die TL gespült bekam:

Nach einszwei dm war geklärt, dass wir heute hinfahren würden.

Das Kind hatte ein letztes Mal Rugby-Training vor #ClosedNovember und freute sich darauf, dass wir weg sein würden, wenn er nach Hause kommt.

In Bad Vilbel empfing uns nicht nur bestes Wetter (für das wir zu warm angezogen waren), sondern auch ein sehr sympathischer Apfelplantagenbesitzer, der uns freundlicherweise auch mit Obstpflückern aushalf und uns dann die noch sehr vollen Bäume auf zwei Streuobstwiesen zeigte.

Das war auf der einen Wiese und danach waren zwei Wäschekörbe voll. Mehr Äpfel brauchen wir nun wirklich nicht. Also fuhren wir die zweite Wiese nicht mehr an, sondern „nur noch“ zum Walnussbaum.

Mit reicher Beute machten wir einen Schlenker durch Kalbach und tauschten einen Teil der Äpfel gegen Quitten ein.

Etwas (sehr) ausgehungert kamen wir zu Hause an. Ich kochte schnell und verarbeitete die ersten Äpfel für den Nachttisch.

Bratsäpfel

(Für die Füllung habe ich etwas Butter – vermutlich so 30 g – mit gemahlenen Mandeln vemengt, bis es etwas teigig war, noch eine Handvoll Rosinen dazu und dann in die Kerngehäuselöcher gedrückt…)

LDo

LDo

Zweite Welle: Tag 69

Krank gemeldet wegen Magen-Darm. Geschlafen, auf dem Sofa vegetiert, gestrickt.

Kind kurzfristig verschwunden.* Natürlich ohne Handy dabei.

Blacklist.

Tag spät zu Ende.

———————
* Brauchte > 1 Stunde vom Bouldern nach Hause (Strecke eigentlich 20 Minuten)

Kein Gang

Kein Gang

Zweite Welle: Tag 65

Weiterhin Össelwetter, zudem muss der RB arbeiten. Wir gehen zum ersten Mal nicht wandern (oder Rad fahren) seit 21 Wochen. Komisch.

Ich stricke.

Ich verräume Wäsche und nötige den RB Platz zu machen.

Im Gegenzug trenne ich mich endlich von einem ordentlichen Stapel Fachbüchern, die tw mehr als 20 Jahre alt sind.

Sonst passiert nix.