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Kategorie: wörkfloh

Genervt

Genervt

… meine Ovarien (oder zumindest einer) schulen gerade um auf Seesternmagen – so fühlt es sich jedenfalls an. Erwähnte ich schon, dass ich die Perimenopause echt kacke finde?! Ich könnte auf das Gelärsch auch gut verzichten. Fortpflanzung ist eh abgeschlossen.

… die eine Kollegin ist maximal überfordert und leitet es gerade an mich ab. Erwartungsmanagement bei den Kundinnen kann ich halt nur leisten, wenn ich in den Calls dabei bin. Wenn nicht, erwarte ich das von den Kolleginnen. Aber Kundinnen das Blaue vom Himmel zu versprechen, wenn die Personaldecke dünn ist, ist einfach ein sehr uncooler move. Ich kann aber nix dafür, dass Menschen krank werden und wir Personal nicht von dem Bäumen pflücken können*. Der kleine Anteil Überstunden, den ich mühsam abgebaut habe, ist so ratzfatz wieder auf dem Zeitkonto.

Kombination aus beidem führt halt zu großer Genervtheit. Ich mag mich so ja nicht, aber ändern kann ich es auch nicht. Morgen hoffentlich besser.

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* Und ich habe schon 2,5 neue Kolleginnen angeschleppt.

Hypochrondrisch?

Hypochrondrisch?

Seit dem Urlaub plage ich mich mit einem medizinischen Problem. An einer mur nicht einsehbaren Stellen. Was mich per se ja schon wahnsinnig macht.

Zwei Wochen nach dem Urlau war das Problem so massiv, dass ich zur Hausärztin ging. Ich wäre lieber direkt zu Fachärztin gegangen, aber es betrifft eine Fachrichtung, bei der zeitnahe Termine nahezu unmöglich sind.

Die Hausärztin fühlte sich nicht zuständig überfordert und war meiner Meinung, dass ich zur Fachärztin muss. Sie setzte ihre MTA an und auch ich telefonierte mir die Finger wund und schrieb verzweifelt eine e-Mail an meine Fachärztin. Die erfreulicherweise meine Dringlichkeit sah und mir verhältnismäßig zeitnah einen Termin anbot.

Ja, da ist was. Nein, nicht das von mir befürchtete. Ja, es muss behandelt werden. Was ich seitdem mehr oder weniger konsequent tue. Vielleicht erwarte ich nach 2 Wochen zu viel, denn es ist ja schon deutlich besser geworden, aber es ist halt noch nicht weg. Und irgendwie kommt es immer wieder, wenn auch nicht so massiv wie vor der Behandlung.

Heute musste ich was für die Arbeit eine Erkrankung recherchieren. Medizinische Bilder sind ja eher nicht so lecker und ästhetisch. Doch das macht mir für Gewöhnlich nichts aus. Allerdings verkrampfte sich heute mein Magen merklich mit jedem weiteren Bild und jeder tieferen Info: Denn meine Symptome und die der Erkrankung sind sehr kongruent.

Nun bin ich etwas unentspannt – zumal ich ja vor Montag nicht viel machen kann. Und so richtig beruhigend sind meine Mantra-Versuche à la „die Inzidenz ist total niedrig. Das wäre schon ein arg großer Zufall“ und „ein bisschen wäre es ja Glück im Unglück, denn aktuell wäre es noch ein sehr frühes Stadium“ nicht.

Muss ich wohl etwas in die Tüte atmen.

Und Montag um einen Termin bei der Fachärztin betteln.

Pandemüde?

Pandemüde?

Ich bin so müde. So unendlich müde. Ich weiß gar nicht, ob ich schon mal so müde war. Ich komme morgens nur schwer raus. Mir graust es schon vor der Zeitumstellung. Sobald ich am Schreibtisch sitze, geht es erstmal. Ich trinke einen Liter schwarzen Tee. Das hält auch wach. Erstmal bis zum späten Nachmittag. Ab 17h00 fährt mein Körper runter. Es geht von jetzt auf gleich nichts mehr. Spätestens um 18h00 muss (!) ich mich hinlegen. Seit Tagen Wochen geht das nun schon so. Und wenn ich doch nur wüsste, woran das liegt. Beim Blutspenden hatte ich einen ziemlich guten Hb-Wert. Eisen ist es wohl nicht. Bleiben noch

  1. Pandemie
  2. Papas Tod
  3. Vitamin-D-Mangel
  4. schlechter/zu wenig Schlaf
  5. zu wenig Bewegung
  6. zu wenig frische Luft
  7. zu viel zu tun
  8. zu wenig Flüssigkeit
  9. falsche Ernährung

Ad 4:
Ja, ich komme zu spät ins Bett. Ich bin eine Eule und ich leide an Revenge Bedtime Procrastination. Verstärkt durch das abendliche Hinlegen(müssen). Ausschlafen wäre toll, würde aber das Problem nicht lösen, denn ich muss ja zwischen 9 und 10 am Schreibtisch sitzen bzw. wenn das Kind vormittags Schule hat, um spätestens 7h30 aufstehen.

Ad 7:
Das kann ich gerade nicht abstellen und ich sagen schon „nein“. Dennoch schieben sich manche Projekte schon seit Wochen durch meine To-Do-Liste. Und es wird nicht weniger. Es ist auch nur suboptimal, dass ich in der Woche nach Ostern Urlaub habe, aber der ist dringend nötig.
Vom Haushalt will ich gerade nicht reden. Wenn der RB nicht so viel machen würde, würden wir hier heillos untergehen. Außerdem können wir das Problem mit Geld beschmeißen:

  • einmal Pro Woche kommt die Putzhilfe
  • gekocht wird größtenteils mittels Kochbox
  • punktuell wird Essen bestellt
  • die restlichen Einkäufe lassen wir oft liefern.

Vieles andere wird hier einfach mal ignoriert.

Das Kind kommt völlig zu kurz. Ich weiß gar nicht, wie ich das finde. Ich fürchte, ich bin zu müde, um ein schlechtes Gewissen deswegen zu haben. Er hat die Schule, das tut ihm auf gewisse Weise gut. Er hat seinen Sport wieder, das ist sehr wichtig. Er hat verschiedene Kumpel, mit denen er online zocken kann, das genießt er sehr. Und er hat regelmäßig Kontakt mit der Oma, die ihm bei den Hausaufgaben beisteht.

Ad 8:
Das schwankt. Diese Woche war es besser. Allein dadurch, dass ich einen Liter Tee trinke, ist schon mal viel gewonnen. So trinke ich auch sonst mehr. Ich muss darauf aber noch mehr achten.

Ad 9:
Wir lowcarben nicht mehr. Ich esse wieder zu viele Süßigkeiten. Aber ich kann darauf gerade nicht achten. Auch wenn ich weiß, dass es mir gut tut, auf Süßes zu verzichten, ist die „Sucht“ gerade stärker und ich brauche den Zucker auch, um meine Konzentration aufrecht zu halten. Dank der Kochboxen sind derzeit mindestens 4 Mahlzeiten pro Woche vegetarisch.

Ad 5:
Wenn wir nicht einmal pro Woche wandern gingen, würde ich mich vermutlich gar nicht bewegen. Diese Woche war ich bislang nicht einmal draußen. Mein Bewegungsradius ist also maximal klein. Erstaunlicherweise verkrafte ich die Wanderungen (sind ja in der Regel zwischen 12 und 17 Kilometern) recht gut. Ich müsste mich auch zu Sporteinheiten dazwischen aufraffen, aber hier grätschen mir 4 und 7 und natürlich meine unendliche Müdigkeit dazwischen.

Ad 6:
Hat viel mit 5 und 7 zu tun. Ich sollte konsequent in der Mittagspause wenigstens eine halbe Stunde rausgehen. Ich hoffe darauf, dass es bald wärmer wird und ich so wieder BalkonOffice machen kann.

Ad 3:
Joah, mit Blick auf 6 ist das nicht völlig abwegig. Auch habe ich meine Vitamin-D-Einnahme etwas schleifen lassen. Da bin ich gerade wieder hinterher.

Ad 2:
Ich kann nicht sagen, ob und welchen Einfluss Papas Tod und die Beerdigung auf meinen Zustand haben. Ich will gar nicht abstreiten, dass es einen Einfluss hat/haben könnte. Aber ich kann noch nicht richtig ausmachen, welchen bzw. inwiefern. Vielleicht werde ich dazu mehr wissen, wenn ich in meinen Urlaubstagen Ruhe habe.

Ad 1:
Joah, das liegt auf der Hand. Ich bin immer noch im Katastrophen-Modus: Dinge und ich sollen funktionieren. Ich lebe im Moment. Ich habe keine Angst vor dem Virus bzw. einer Erkrankung. Ich habe Respekt. Aber es ist nun mal Pandemie und damit eine Naturkatastrophe. Ich mache das, was ich machen kann, was ich für richtig halte: Mich soweit wie möglich abschotten, FFP2-Maske tragen, Händewaschen. Und ich mache das unabhängig von den politischen Entscheidungen, denen ich mich aber auch nicht machtlos ausgeliefert fühle, denn ich kann ja das machen, was ich für richtig halte. Hinsichtlich der Politik habe ich gewissermaßen resigniert. Das macht mich durchaus müde.

Ich denke nicht darüber nach, was in einszweidrei Monaten ist. Ich denke tatsächlich auch nicht drüber nach, wann ich geimpft werde und dass es hoffentlich bald ist. Ich werde geimpft, wenn ich dran bin. Daran ändert sich auch nichts durch den kurzfristigen (!) AstraZeneca-Stopp oder weil sich Hinz und Kunz sich irgendwie in die Impflingliste drängeln (können). Vielleicht habe ich einfach keine Kraft mehr, mich darüber aufzuregen. Vielleicht bin ich auch einfach zu pragmatisch, dass ich weiß, dass sich darüber aufregen nicht lohnt.

Und in diesem Pragmatismus machen mich die 80 Millionen Virologinnen, Epidemiologinnen, Logistikerinnen, Pharmaproduzentinnen, Immunologinnen, Impfstoff- und Zulassungsexpertinnen sehr müde. So viel Meinung basierend auf Halbwissen Überschriften ist gruselig. Und ja, da spielt viel rein: Verunsicherung, Angst, fehlende Kommunikation, Vertrauensverlust. Aber Füße stillhalten und die wahren Expertinnen ihren Job machen lassen, scheint nicht mehr zu gehen.

Mich macht es sehr müde, wie wenig solidarisch unsere Gesellschaft ist bzw. wie deutlich wird, wie wenig solidarisch unsere Gesellschaft in den letzten Jahren geworden ist. Es wird auf die Politik – zurecht – geschimpft. Aber Kraft für wirklich effektive Schritte hat anscheinend keine. Es wird nur geschimpft. Es werden Stellvertreterkriege angezettelt, bei denen ich so viel „ich, ich, ich“ raushöre, dass ich echt erschrecke. Wie Menschen auf einmal bereit sind, über Leichen zu gehen.

Natürlich wäre es super, wenn die Pandemie vorbei wäre. Auch ich freue mich auf das Ende. Aber nur weil die Politik uns was anderes vorlebt, kann ich doch nicht unsere Gesellschaft noch weiter einzweien. Es läuft viel schief in diesem Land, in diesem Staat. Aber die Gesellschaft zu verraten, weil ich nicht an erster Stelle der Impfreihenfolge stehe, während ich abgesichert, mit einem Job ohne Existenzsorgen zu Hause im warmen HomeOffice arbeiten kann, das will mir nicht in den Kopf. Unser Problem ist eine kapitalistische und korrupte Politik und nicht, dass ein Impfstoff geprüft wird und dadurch für drei Tage nicht verimpft wird. Aber ich bin sicher, dass das die meisten nicht mehr interessiert, sobald sie dann endlich geimpft sind und ihre Freiheit, die ihnen weder jemals genommen, noch wirklich eingeschränkt wurde, wiederhaben.

Vielleicht bin ich nicht pandemüde, sondern gesellschaftsmüde.

Haushalten

Haushalten

Lockdown, Tag 35

Ich muss haushalten. Mit meinen Kräften. Deswegen werde ich erstmal nur noch unregelmäßig bloggen. Wenn ich wirklich Zeit und Muße habe.

Ich schlafe schlecht. Das liegt vermutlich an vielem, aber insbesondere auch daran, dass ich so wenig rauskomme. Aber Rausgehen ist mit viel Aufwand verbunden derzeit: drölfzig Schichten, damit eine nicht friert. Ja, ich sollte es machen. Sauerstoff wäre meiner Konzentration sicherlich auch zuträglich. Aber dann denke ich wieder: Wenn ich schon so schlecht schaffe, dann kann ich nicht auch noch ne Stunde für Rausgehen verplempern. Und irgendwie ist das ein Teufelskreis. Ein Teufelskreis ist auch, dass ich wegen schlechtem Nachtschlaf am späten Nachmittag so k.o. bin, dass ich mich für eine Stunde oder so hinlege. Tja und dann kann ich nachts natürlich auch nicht (besser) einschlafen. Wenigstens hier habe ich heute hoffentlich gebremst: Obwohl die Nacht wirklich grottenschlecht war, habe ich am Abend nicht geschlafen.

Die Pandemie zeh/rrt weiter an uns. Das Kind ist unleidlich und unmotiviert. Wir geraten im HomeSchooling sehr aneinander (heute nicht und er hat festgestellt, dass sich das gut anfühlt und dass es sich auch gut anfühlt, Aufgaben wegzuarbeiten). Er vermisst seinen Pre-Pandemie-Alltag: Fahrten nach Frankreich, Familie, Rugby, Bouldern und sogar Schule. Ja, wir sind soweit, dass er es nicht mehr besonders toll findet, nicht in die Schule gehen zu müssen.

Wir wandeln auf einem Grat, an dem sowohl rechts als auch links der Lagerkoller lauert. Ich hoffe, dass es noch so lange gut geht, wie es gut gehen muss.

Noch bin ich guter Dinge, dass wir, also der RB, das Kind und ich – ohne langfristigen (die Autokorrektur schrieb „langfrustigen“) Schaden durch die Pandemie kommen. Aber dafür müssen wir hier gut auf uns aufpassen – und auch jede auf sich.

Und obwohl ich den Winter – vor allem mit Schnee – sehr liebe, sehne ich mich sehr nach Frühling, nach Leben draußen. Selbst wenn dann immer noch Pandemie ist (was sicher so sein wird), lässt sich mit Licht, Frühlingsluft und Sonne einiges besser ertragen.

Und bis dahin haushalte ich mit meinen Kräften…

Schnee

Schnee

Lockdown, Tag 32

In der Nacht schneite es schon. Yeah. Beim Aufstehen lag das weiße Glück immer noch. Da war auch vergessen, dass ich mal wieder grottenschlecht – der verdammten Heizung sei dank – geschlafen. Spätes Frühstück. Dann zog der Schnee das Kind in den Park (jaja, vermutlich nicht 100 % pandemiekonform) und den RB und mich in den nördlichen Grüngürtel. Ein schöner Spaziergang durch den Schnee.

Unabgesprochen kamen wir alle fast zeitgleich wieder zu Hause an. Zum Aufwärmen gab’s Waffeln.

Dann machte ich mit dem Kind HomeSchooling. Es war klar, dass die erste Woche nicht ganz rund laufen würde hinsichtlich Lernen in häuslicher Umgebung. Selbstorganisation will halt gelernt werden.

À propos: Weil ich Freitag so furchtbar unproduktiv war, musste ich eine Nachtschicht einlegen. Sonst erschlägt mich mein To-Do-Liste nächste Woche.

Unproduktiv, sehr.

Unproduktiv, sehr.

Lockdown, Tag 30

So einen unproduktiven Tag hatte ich schon ewig nicht mehr. Ich habe nix, gar nichts, gebacken bekommen.

Das wenige Sinnvolle an diesem Tag war, dass ich dem Kind die Hausaufgaben gescannt und beim Upload assistiert habe. Dass ich im Kanninchenbau „Bücher und DVDs ausmisten“ verloren gegangen bin. Dass ich gekocht habe.

Vor der Twitterkneipe spielten wir eine Runde Carcassonne mit dem Kind. Danach gab es eine Runde Gruppenkuscheln und siehe da, das Kind schlief geisterfrei ein.

Finderin

Finderin

Lockdown, Tag 21

Ich komme etwas besser bin den Arbeitsflow. Etwas. Aber es fühlt sich auch komisch an, dass ich nur halbe Tage arbeite – und auch versuche, mich daran zu halten. Zu wirklich viel komme ich in 4,5 Stunden nicht. Immerhin habe ich heute einen Text fertig gemacht.

Als ich den Rechner ausmache, ist mir danach rauszugehen. Ich überlege, ein Stück meines Erbes auszuliefern, aber da kommt der RB nach Hause. Mit Laune. Ich werde mit: „Der Tag kann weg.“ begrüßt. Es stellt sich heraus, dass er auf seinem gerade gelaufenen Weg seine Brille verloren hat.

Ich lasse mir seinen Weg genau beschreiben. Wann ist er auf welcher Seite von welcher Straße gelaufen. Mit Musik auf den Ohren und Maske über Nase und Mund gehe ich los.

Es ist erstaunlich, wie schnell die eine den Fokus verlieren kann, wenn sie sich darauf konzentriert, etwas zu sehen bzw. zu finden. Ich muss ja nicht nur auf dem Boden gucken, sondern auch auf Fenstersimsen, Stromkästen, Zäunen oder wo Menschen gefundene Dinge hinlegen, damit sie wiedergefunden werden. Immer wieder halte ich inne und ermahne mich. Der Weg bis zu dem Punkt, an dem der RB feststellte, dass seine Brille weg ist, ist gut 2 Kilometer lang. Unterwegs komme ich an vielen Geschäften vorbei und ich beschließe, dass ich auf dem Rückweg in diesen Geschäften frage.

Als ich beidrehe, ist es schon ziemlich dunkel. Nach 370 Metern kommt ein kleiner Imbiss. Nein, dort wurde keine Brille abgegeben. 100 Meter weiter ist ein Getränkmarkt. Auch da wurde die Brille nicht abgegeben. Nach weiteren 100 Meter, an einer Kreuzung, halte ich kurz inne und schaue mich intensiv um. Joah, dunkel. Mist. Doch, halt, was ist das?! Auf Augenhöhe gucken mich aus einem Zaun (Foto vergessen, ich werde in die Blogerinnen-Hölle kommen) zwei Gläser an. Zwei Brillengläser einer Brille mit halber Fassung – so einer Brille wie der RB sie hat. Und ja, es ist die Brille vom RB. Ich überlege kurz, ob ich ihm direkt Erfolg vermelde. Aber ich stecke die Brille ein und behalte die freudige Nachricht auf den 900 Metern nach Hause für mich.

Nach einem kurzen foppenden Moment („war nicht so schlau, im Dunkeln suchen zu gehen“) ist die Freude aber sehr groß. Er hat es wirklich nicht erwartet und war schon kurz davor, einen Optikerinnen-Termin zu machen. Ich war mir ja recht sicher, dass ich erfolgreich sein werde – immerhin habe ich ja schon meinen Lieblings-Ohrring mehrfach wiedergefunden. Und der ist deutlich kleiner als eine Brille.

Halber Tritt

Halber Tritt

Lockdown, Tag 20

Uarg, bin ich gerädert. Die Gurkerei gestern war durchaus anstrengend, obwohl der RB wenigstens die Rückfahrt bestritten hat.

Gut, dass diese Woche smooth anfängt. Ich musste noch Urlaub aus 2020 abbauen und habe 4 halbe Tage auf Montag bis Donnerstag gelegt. Freitag ist ja frei (mal sehen ob wirklich). So fange ich die Tage erst um 11h00 an und kann gegen 15h30 den Rechner zuklappen.

Ich komme heute aber nicht in den Tritt. Es wäre schon gut gewesen, wenn ich meiner Mutter vor und/oder über Weihnachten beim Packen geholfen hätte und halt nicht auf dem letzten Drücker. Das Wochenende fehlt mir tatsächlich zum Urlaubsabschluss. Außerdem müsste ich mich dann nicht um die Entrümpelung parallel zum Arbeiten kümmern.

Nun denn, es ist wie es ist.

Endspurt

Endspurt

#ClosedAdvent (23) // Lockdown, Tag 8

Der RB hat Spätschicht im Laden. So können wir zusammen auf den Markt gehen, was ganz praktisch ist, denn so kann er sich schon mal bei Metzger anstellen, während ich Feldsalat, Maronen und Äpfel kaufe.

Kurzer Schreckmoment beim Metzger: Unsere Krustenbratenbestellung ist untergegangen. Aber zum Glück hat der Metzger noch unvorbestellten. Essensplan ist gerettet.

Im Supermarkt ist es auch easy. Wenig Menschen, viele offene Kassen. Es geht schnell. Einmal mehr liebe ich den Hackenporsche, in den viel passt und der sich wirklich gut ziehen lässt.

Das Kind geht raus, der RB fährt zur Arbeit. Ich trage endlich meine Stunden nach. Uff, ich beende das Jahr trotz allem* mit Überstunden**. Dann montierte ich ein programmierbares Thermostat im Gäste- und Musikzimmer, denn – tadaa – die Heizung dort heizt(e) nicht, weil ein Tisch vor der Heizung stand, sondern weil das Thermostat defekt war. Und auch im Bad montierte ich eins, denn im Bad war es oft zu warm, aber auf moderat runterdrehen, ging nicht so einfach.

Aber ja, die Heizung ist ein leidiges Thema hier.

Als das Kind wieder zu Hause ist, gibt es Kakao mit Sahne und Marshmallows und er darf sich die nächsten Geschenke erlosen. Neben zwei Büchern gab es heute das große Geschenk von Oma:
LEGO Star Wars 75253 BOOST Droide. Und damit war er dann für den Rest des Tages beschäftigt.

Als der RB sich für den Heimweg ankündigt, starte ich mit dem Abendessen. Ich bin ein bisschen aufgeregt, denn – juhu – es werden Pommes geföhnt.

Lecker war’s. Jetzt hat der RB auch 2,5 Wochen frei und wir werden #NixMas genießen.

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* Zwischenzeitliche Durchhänger bedingt durch Migräne, Pandemie und fehlendem Urlaub.

** < 20 Stunden

*** Nach dem weißen Roboter aus WALL-E

Vorfreude

Vorfreude

#ClosedAdvent (17) // Lockdown, Tag 2

Dass der Wecker nicht um 7h15 klingelt ist eine Wohltat. Nicht nur wegen der Nachtschicht. Denn auch ohne ist das einfach nicht meine Aufstehzeit. Um kurz nach 9h00 sitze ich am Schreibtisch. Um 10h00 ist die este Videokonferenz (für mich ohne Video, weil ungeduscht und mit geplatzem Haarhelm). Meine gestern Nacht noch erstellte To-Do-Liste sagt, dass der Tag heute noch tough wird, aber vermutlich einiges nicht mehr vor meinem Urlaub erledigt werden muss bzw. ich post-Urlaub es besser erledigt bekomme. Irgendwann streikt der Kopf dann einfach doch. Zumal ich derzeit meinen Kopf in fünf verschiedenen Indikationen / Themengebieten stecken habe. Und echt aufpassen muss, dass ich nichts vertausche.

Das Kind hat Aufgaben in Moodle gefunden und bearbeitet die. Zumindest immer dann, wenn ich mal den Kopf zur Tür reinstrecke und er panisch WhatsApp Web wegklickt. Naja, soll er. Er macht seine Aufgaben dennoch. Und lernt was über pdf und darüber, dass seine Mama echt viel technischen Kram kann.

Der RB muss außerplanmäßig in den Laden inkl. anschließendes Online-Tasting. Er kommt also erst spät nach Hause.

Das Kind wünscht sich Milchreis – auch so ein Essen, dass der RB nicht mag als vollwertige Mahlzeit ansieht. Blöd nur, dass es uns zu spät einfällt. So muss ich es auf dem Herd machen, was – wie immer – mit überkochender Milch und angesetztem Reis im Topf einhergeht. Hoffentlich denken wir das nächste Mahl rechtzeiger dran, dann soll sich Kassiopeia ums Milchreis-Kochen kümmern.

Um 19h00 mache ich den Arbeitsrechner aus. Auf meiner To-Do-Liste stehen noch einige Dinge, aber nichts* davon muss unbedingt noch vor meinem Urlaub gemacht werden. Es ist erstaunlich, welch entspannden Wirkung diese Erkenntnis hat. Ich lege mich aufs Sofa. Ich bin müüüüüde. Das Kind gesellt sich dazu. Der Fernseher läuft. Gegen 20h00 schlafe ich ein und werde wach, weil das Kind mich zudeckt – mit seinem Kolder. Das ist so süß. Er macht sich bettfertig und sagt mir gute Nacht. Da bin ich aber auch schon wieder wacher.

Irgendwann kommt der RB nach Hause – als luftleerer Luftballon. Ich hoffe sehr, dass nicht noch eine Mitarbeiterin ausfällt, sondern er zwei Tage nicht in den Laden muss. Zu tun hat er ja auch so genug.

Ansonsten freue ich mich auf den Urlaub. Auf die Ferien. Aufs Stricken. Aufs Puzzlen. Darüber, dass ich nicht so schlecht im Netzwerken bin. Über meine Organisiertheit. Aufs Nichtstun. Auf NixMas. Aufs Kochen. Aufs Bekocht werden**. Aufs Ausschlafen.

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* Ich muss noch meine Stunden eintragen und einen internen Text schreiben, aber halt nichts Kundenkritisches mehr.

** Für dne 24.12. haben wir Essen bestellt: Kein Kochen für uns und Unterstützung der Gastronomie. Win-win.