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Kategorie: wörkfloh

Haushalten

Haushalten

Lockdown, Tag 35

Ich muss haushalten. Mit meinen Kräften. Deswegen werde ich erstmal nur noch unregelmäßig bloggen. Wenn ich wirklich Zeit und Muße habe.

Ich schlafe schlecht. Das liegt vermutlich an vielem, aber insbesondere auch daran, dass ich so wenig rauskomme. Aber Rausgehen ist mit viel Aufwand verbunden derzeit: drölfzig Schichten, damit eine nicht friert. Ja, ich sollte es machen. Sauerstoff wäre meiner Konzentration sicherlich auch zuträglich. Aber dann denke ich wieder: Wenn ich schon so schlecht schaffe, dann kann ich nicht auch noch ne Stunde für Rausgehen verplempern. Und irgendwie ist das ein Teufelskreis. Ein Teufelskreis ist auch, dass ich wegen schlechtem Nachtschlaf am späten Nachmittag so k.o. bin, dass ich mich für eine Stunde oder so hinlege. Tja und dann kann ich nachts natürlich auch nicht (besser) einschlafen. Wenigstens hier habe ich heute hoffentlich gebremst: Obwohl die Nacht wirklich grottenschlecht war, habe ich am Abend nicht geschlafen.

Die Pandemie zeh/rrt weiter an uns. Das Kind ist unleidlich und unmotiviert. Wir geraten im HomeSchooling sehr aneinander (heute nicht und er hat festgestellt, dass sich das gut anfühlt und dass es sich auch gut anfühlt, Aufgaben wegzuarbeiten). Er vermisst seinen Pre-Pandemie-Alltag: Fahrten nach Frankreich, Familie, Rugby, Bouldern und sogar Schule. Ja, wir sind soweit, dass er es nicht mehr besonders toll findet, nicht in die Schule gehen zu müssen.

Wir wandeln auf einem Grat, an dem sowohl rechts als auch links der Lagerkoller lauert. Ich hoffe, dass es noch so lange gut geht, wie es gut gehen muss.

Noch bin ich guter Dinge, dass wir, also der RB, das Kind und ich – ohne langfristigen (die Autokorrektur schrieb „langfrustigen“) Schaden durch die Pandemie kommen. Aber dafür müssen wir hier gut auf uns aufpassen – und auch jede auf sich.

Und obwohl ich den Winter – vor allem mit Schnee – sehr liebe, sehne ich mich sehr nach Frühling, nach Leben draußen. Selbst wenn dann immer noch Pandemie ist (was sicher so sein wird), lässt sich mit Licht, Frühlingsluft und Sonne einiges besser ertragen.

Und bis dahin haushalte ich mit meinen Kräften…

Schnee

Schnee

Lockdown, Tag 32

In der Nacht schneite es schon. Yeah. Beim Aufstehen lag das weiße Glück immer noch. Da war auch vergessen, dass ich mal wieder grottenschlecht – der verdammten Heizung sei dank – geschlafen. Spätes Frühstück. Dann zog der Schnee das Kind in den Park (jaja, vermutlich nicht 100 % pandemiekonform) und den RB und mich in den nördlichen Grüngürtel. Ein schöner Spaziergang durch den Schnee.

Unabgesprochen kamen wir alle fast zeitgleich wieder zu Hause an. Zum Aufwärmen gab’s Waffeln.

Dann machte ich mit dem Kind HomeSchooling. Es war klar, dass die erste Woche nicht ganz rund laufen würde hinsichtlich Lernen in häuslicher Umgebung. Selbstorganisation will halt gelernt werden.

À propos: Weil ich Freitag so furchtbar unproduktiv war, musste ich eine Nachtschicht einlegen. Sonst erschlägt mich mein To-Do-Liste nächste Woche.

Unproduktiv, sehr.

Unproduktiv, sehr.

Lockdown, Tag 30

So einen unproduktiven Tag hatte ich schon ewig nicht mehr. Ich habe nix, gar nichts, gebacken bekommen.

Das wenige Sinnvolle an diesem Tag war, dass ich dem Kind die Hausaufgaben gescannt und beim Upload assistiert habe. Dass ich im Kanninchenbau „Bücher und DVDs ausmisten“ verloren gegangen bin. Dass ich gekocht habe.

Vor der Twitterkneipe spielten wir eine Runde Carcassonne mit dem Kind. Danach gab es eine Runde Gruppenkuscheln und siehe da, das Kind schlief geisterfrei ein.

Finderin

Finderin

Lockdown, Tag 21

Ich komme etwas besser bin den Arbeitsflow. Etwas. Aber es fühlt sich auch komisch an, dass ich nur halbe Tage arbeite – und auch versuche, mich daran zu halten. Zu wirklich viel komme ich in 4,5 Stunden nicht. Immerhin habe ich heute einen Text fertig gemacht.

Als ich den Rechner ausmache, ist mir danach rauszugehen. Ich überlege, ein Stück meines Erbes auszuliefern, aber da kommt der RB nach Hause. Mit Laune. Ich werde mit: „Der Tag kann weg.“ begrüßt. Es stellt sich heraus, dass er auf seinem gerade gelaufenen Weg seine Brille verloren hat.

Ich lasse mir seinen Weg genau beschreiben. Wann ist er auf welcher Seite von welcher Straße gelaufen. Mit Musik auf den Ohren und Maske über Nase und Mund gehe ich los.

Es ist erstaunlich, wie schnell die eine den Fokus verlieren kann, wenn sie sich darauf konzentriert, etwas zu sehen bzw. zu finden. Ich muss ja nicht nur auf dem Boden gucken, sondern auch auf Fenstersimsen, Stromkästen, Zäunen oder wo Menschen gefundene Dinge hinlegen, damit sie wiedergefunden werden. Immer wieder halte ich inne und ermahne mich. Der Weg bis zu dem Punkt, an dem der RB feststellte, dass seine Brille weg ist, ist gut 2 Kilometer lang. Unterwegs komme ich an vielen Geschäften vorbei und ich beschließe, dass ich auf dem Rückweg in diesen Geschäften frage.

Als ich beidrehe, ist es schon ziemlich dunkel. Nach 370 Metern kommt ein kleiner Imbiss. Nein, dort wurde keine Brille abgegeben. 100 Meter weiter ist ein Getränkmarkt. Auch da wurde die Brille nicht abgegeben. Nach weiteren 100 Meter, an einer Kreuzung, halte ich kurz inne und schaue mich intensiv um. Joah, dunkel. Mist. Doch, halt, was ist das?! Auf Augenhöhe gucken mich aus einem Zaun (Foto vergessen, ich werde in die Blogerinnen-Hölle kommen) zwei Gläser an. Zwei Brillengläser einer Brille mit halber Fassung – so einer Brille wie der RB sie hat. Und ja, es ist die Brille vom RB. Ich überlege kurz, ob ich ihm direkt Erfolg vermelde. Aber ich stecke die Brille ein und behalte die freudige Nachricht auf den 900 Metern nach Hause für mich.

Nach einem kurzen foppenden Moment („war nicht so schlau, im Dunkeln suchen zu gehen“) ist die Freude aber sehr groß. Er hat es wirklich nicht erwartet und war schon kurz davor, einen Optikerinnen-Termin zu machen. Ich war mir ja recht sicher, dass ich erfolgreich sein werde – immerhin habe ich ja schon meinen Lieblings-Ohrring mehrfach wiedergefunden. Und der ist deutlich kleiner als eine Brille.

Halber Tritt

Halber Tritt

Lockdown, Tag 20

Uarg, bin ich gerädert. Die Gurkerei gestern war durchaus anstrengend, obwohl der RB wenigstens die Rückfahrt bestritten hat.

Gut, dass diese Woche smooth anfängt. Ich musste noch Urlaub aus 2020 abbauen und habe 4 halbe Tage auf Montag bis Donnerstag gelegt. Freitag ist ja frei (mal sehen ob wirklich). So fange ich die Tage erst um 11h00 an und kann gegen 15h30 den Rechner zuklappen.

Ich komme heute aber nicht in den Tritt. Es wäre schon gut gewesen, wenn ich meiner Mutter vor und/oder über Weihnachten beim Packen geholfen hätte und halt nicht auf dem letzten Drücker. Das Wochenende fehlt mir tatsächlich zum Urlaubsabschluss. Außerdem müsste ich mich dann nicht um die Entrümpelung parallel zum Arbeiten kümmern.

Nun denn, es ist wie es ist.

Endspurt

Endspurt

#ClosedAdvent (23) // Lockdown, Tag 8

Der RB hat Spätschicht im Laden. So können wir zusammen auf den Markt gehen, was ganz praktisch ist, denn so kann er sich schon mal bei Metzger anstellen, während ich Feldsalat, Maronen und Äpfel kaufe.

Kurzer Schreckmoment beim Metzger: Unsere Krustenbratenbestellung ist untergegangen. Aber zum Glück hat der Metzger noch unvorbestellten. Essensplan ist gerettet.

Im Supermarkt ist es auch easy. Wenig Menschen, viele offene Kassen. Es geht schnell. Einmal mehr liebe ich den Hackenporsche, in den viel passt und der sich wirklich gut ziehen lässt.

Das Kind geht raus, der RB fährt zur Arbeit. Ich trage endlich meine Stunden nach. Uff, ich beende das Jahr trotz allem* mit Überstunden**. Dann montierte ich ein programmierbares Thermostat im Gäste- und Musikzimmer, denn – tadaa – die Heizung dort heizt(e) nicht, weil ein Tisch vor der Heizung stand, sondern weil das Thermostat defekt war. Und auch im Bad montierte ich eins, denn im Bad war es oft zu warm, aber auf moderat runterdrehen, ging nicht so einfach.

Aber ja, die Heizung ist ein leidiges Thema hier.

Als das Kind wieder zu Hause ist, gibt es Kakao mit Sahne und Marshmallows und er darf sich die nächsten Geschenke erlosen. Neben zwei Büchern gab es heute das große Geschenk von Oma:
LEGO Star Wars 75253 BOOST Droide. Und damit war er dann für den Rest des Tages beschäftigt.

Als der RB sich für den Heimweg ankündigt, starte ich mit dem Abendessen. Ich bin ein bisschen aufgeregt, denn – juhu – es werden Pommes geföhnt.

Lecker war’s. Jetzt hat der RB auch 2,5 Wochen frei und wir werden #NixMas genießen.

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* Zwischenzeitliche Durchhänger bedingt durch Migräne, Pandemie und fehlendem Urlaub.

** < 20 Stunden

*** Nach dem weißen Roboter aus WALL-E

Vorfreude

Vorfreude

#ClosedAdvent (17) // Lockdown, Tag 2

Dass der Wecker nicht um 7h15 klingelt ist eine Wohltat. Nicht nur wegen der Nachtschicht. Denn auch ohne ist das einfach nicht meine Aufstehzeit. Um kurz nach 9h00 sitze ich am Schreibtisch. Um 10h00 ist die este Videokonferenz (für mich ohne Video, weil ungeduscht und mit geplatzem Haarhelm). Meine gestern Nacht noch erstellte To-Do-Liste sagt, dass der Tag heute noch tough wird, aber vermutlich einiges nicht mehr vor meinem Urlaub erledigt werden muss bzw. ich post-Urlaub es besser erledigt bekomme. Irgendwann streikt der Kopf dann einfach doch. Zumal ich derzeit meinen Kopf in fünf verschiedenen Indikationen / Themengebieten stecken habe. Und echt aufpassen muss, dass ich nichts vertausche.

Das Kind hat Aufgaben in Moodle gefunden und bearbeitet die. Zumindest immer dann, wenn ich mal den Kopf zur Tür reinstrecke und er panisch WhatsApp Web wegklickt. Naja, soll er. Er macht seine Aufgaben dennoch. Und lernt was über pdf und darüber, dass seine Mama echt viel technischen Kram kann.

Der RB muss außerplanmäßig in den Laden inkl. anschließendes Online-Tasting. Er kommt also erst spät nach Hause.

Das Kind wünscht sich Milchreis – auch so ein Essen, dass der RB nicht mag als vollwertige Mahlzeit ansieht. Blöd nur, dass es uns zu spät einfällt. So muss ich es auf dem Herd machen, was – wie immer – mit überkochender Milch und angesetztem Reis im Topf einhergeht. Hoffentlich denken wir das nächste Mahl rechtzeiger dran, dann soll sich Kassiopeia ums Milchreis-Kochen kümmern.

Um 19h00 mache ich den Arbeitsrechner aus. Auf meiner To-Do-Liste stehen noch einige Dinge, aber nichts* davon muss unbedingt noch vor meinem Urlaub gemacht werden. Es ist erstaunlich, welch entspannden Wirkung diese Erkenntnis hat. Ich lege mich aufs Sofa. Ich bin müüüüüde. Das Kind gesellt sich dazu. Der Fernseher läuft. Gegen 20h00 schlafe ich ein und werde wach, weil das Kind mich zudeckt – mit seinem Kolder. Das ist so süß. Er macht sich bettfertig und sagt mir gute Nacht. Da bin ich aber auch schon wieder wacher.

Irgendwann kommt der RB nach Hause – als luftleerer Luftballon. Ich hoffe sehr, dass nicht noch eine Mitarbeiterin ausfällt, sondern er zwei Tage nicht in den Laden muss. Zu tun hat er ja auch so genug.

Ansonsten freue ich mich auf den Urlaub. Auf die Ferien. Aufs Stricken. Aufs Puzzlen. Darüber, dass ich nicht so schlecht im Netzwerken bin. Über meine Organisiertheit. Aufs Nichtstun. Auf NixMas. Aufs Kochen. Aufs Bekocht werden**. Aufs Ausschlafen.

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* Ich muss noch meine Stunden eintragen und einen internen Text schreiben, aber halt nichts Kundenkritisches mehr.

** Für dne 24.12. haben wir Essen bestellt: Kein Kochen für uns und Unterstützung der Gastronomie. Win-win.

#ClosedNovember (24)

#ClosedNovember (24)

Die Nächte sind durchwachsen. Ich muss früh raus, um das Kind zur Schule zu schicken. Ich will mich nochmal hinlegen, aber dann fällt mir ein, dass ich noch ein Briefing fertig machen muss. Dann noch eine Kleinigkeit. Vor meiner 1. Kunden-Videokonferenz mache ich mich fertig. Schlauerweise habe ich gestern Abend, als das warme Wasser da war, geduscht. Heute morgen war wieder alles kalt…

Nach der Videokonferenz ist vor der Videokonferenz.

Als mittags die Putzhilfe kommt, gehe ich los, um die Zutaten fürs Backen zu besorgen.

Alles bekommen – inklusive Konter-Guinness

Der Nachmittag ist zäh. Ich kümmere mich um Geburtstagspost. Ich bin irgendwann total k.o. und muss mich hinlegen. Ich weiß, dass sich das hinten raus rächen wird, aber ich kann mich nicht mehr auf den Beinen halten.

Während ich das Essen auftaue, werde ich auf eine lustige Spielerei am Handy aufmerksam gemacht und so haben wir auf einmal Viechzeug in der Wohnung.

Allerdings gibt es weder Puffins noch Erdmännchen.

#CorotäneKneipe heute ohne uns.

#ClosedNovember (15)

#ClosedNovember (15)

Ich habe grottenschlecht geschlafen. Ich fühle mich schlecht – konstitutionell, aber auch wegen der Arbeit. Ich komme nicht zur Ruhe. Es ist nach 4h00, als ich endlich einschlafe. Um 7h30 geht der Wecker, damit das Kind zur Schule kommt. Als er weg ist, rufe ich bei der Ärztin an. Ich soll bis 11h00 hinkommen. Ich lege mich trotzdem nochmal ins Bett, aber ich schlafe nicht nochmal ein. Um 10h00 gehe ich los.

Krankschreibung für die ganze Woche. Das erleichtert mich doch sehr. Ein Rest Anspannung bleibt über den ganzen Tag*…

… bis abends meine Vorgesetzte schreibt, dass das kritische Projekt** steht und alles gut ist und dass ich mich erholen soll.

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* Den ich damit verbringe, The Crown wegzubingen.

** Ein großer Grund für meinen Stress. Nicht das Projekt selbst, aber ein Teilnehmer macht(e) mir Bauchschmerzen und hätte viel Diplomatie von mir gefordert. Etwas, das mir so schon nicht immer leicht fällt, aber gestresst halt noch viel weniger.

#ClosedNovember (14)

#ClosedNovember (14)

Ich durfte ausschlafen. Konnte es aber nur bedingt. Kurz vorm Aufstehen träumte ich davon, dass der RB Covid-19 hat.

Wir frühstücken zusammen nach Der Maus. Dann befüllen der Mann und ich die Kassiopeia.

Der RB will raus. Ich hadere mit mir. Ich musswillsollte arbeiten. Aber ich bin blockiert. Ich kümmere mich erstmal um den Balkon. Der will etwas winterparat gemacht werden. Es ist so mild, dass ich in T-Shirt und Latschen arbeiten kann und die Natur zudem verwirrt ist…

Alles blüht. Zudem haben die Erdbeeren wie wild Ableger gebildet.

Als die Männer wieder da sind, habe ich noch immer nicht gearbeitet. Mein Kopf ist leer. Ich kann nicht. Dafür essen wir Apfelkuchen.

Ich versumpfe vor The Crown und muss mir eingestehen, dass meine innere Unruhe nicht besser wird, wenn ich mich durch die nächste Woche schleppe. Die Crew redet mir auch ins Gewissen.

Nach dem Essen schreibe ich Mails ans Team. Es fühlt sich nicht gut an – fürs Team. Aber wenn ich nicht jetzt die Notbremse ziehe, weiß ich nicht, was nächste Woche ist.

Objektiv ist nicht zu viel auf meinem Tisch. Und ich hätte diesen Verlauf auch nur bedingt vorhersehen können. Das bin nunmal auch ich: Es geht ganz lange gut und dann geht es auf einmal nicht mehr. Da gibt es keine wirklichen Anzeichen. Jetzt gerade kommen Dinge zusammen: Pandemie, Shutdown mit ohne Sport fürs Kind, seit Juli kein Urlaub (im Sinne von frei), Kind krank zu Hause. Letzters hat vermutlich das Fass zum Überlaufen gebracht. Denn bis dahin ging es noch gut mit Wochenende rauskommen, Kopf freiwandern…