Durchsuchen nach
Kategorie: Leben mit Kind

Haushalten

Haushalten

Lockdown, Tag 35

Ich muss haushalten. Mit meinen Kräften. Deswegen werde ich erstmal nur noch unregelmäßig bloggen. Wenn ich wirklich Zeit und Muße habe.

Ich schlafe schlecht. Das liegt vermutlich an vielem, aber insbesondere auch daran, dass ich so wenig rauskomme. Aber Rausgehen ist mit viel Aufwand verbunden derzeit: drölfzig Schichten, damit eine nicht friert. Ja, ich sollte es machen. Sauerstoff wäre meiner Konzentration sicherlich auch zuträglich. Aber dann denke ich wieder: Wenn ich schon so schlecht schaffe, dann kann ich nicht auch noch ne Stunde für Rausgehen verplempern. Und irgendwie ist das ein Teufelskreis. Ein Teufelskreis ist auch, dass ich wegen schlechtem Nachtschlaf am späten Nachmittag so k.o. bin, dass ich mich für eine Stunde oder so hinlege. Tja und dann kann ich nachts natürlich auch nicht (besser) einschlafen. Wenigstens hier habe ich heute hoffentlich gebremst: Obwohl die Nacht wirklich grottenschlecht war, habe ich am Abend nicht geschlafen.

Die Pandemie zeh/rrt weiter an uns. Das Kind ist unleidlich und unmotiviert. Wir geraten im HomeSchooling sehr aneinander (heute nicht und er hat festgestellt, dass sich das gut anfühlt und dass es sich auch gut anfühlt, Aufgaben wegzuarbeiten). Er vermisst seinen Pre-Pandemie-Alltag: Fahrten nach Frankreich, Familie, Rugby, Bouldern und sogar Schule. Ja, wir sind soweit, dass er es nicht mehr besonders toll findet, nicht in die Schule gehen zu müssen.

Wir wandeln auf einem Grat, an dem sowohl rechts als auch links der Lagerkoller lauert. Ich hoffe, dass es noch so lange gut geht, wie es gut gehen muss.

Noch bin ich guter Dinge, dass wir, also der RB, das Kind und ich – ohne langfristigen (die Autokorrektur schrieb „langfrustigen“) Schaden durch die Pandemie kommen. Aber dafür müssen wir hier gut auf uns aufpassen – und auch jede auf sich.

Und obwohl ich den Winter – vor allem mit Schnee – sehr liebe, sehne ich mich sehr nach Frühling, nach Leben draußen. Selbst wenn dann immer noch Pandemie ist (was sicher so sein wird), lässt sich mit Licht, Frühlingsluft und Sonne einiges besser ertragen.

Und bis dahin haushalte ich mit meinen Kräften…

Schnee

Schnee

Lockdown, Tag 32

In der Nacht schneite es schon. Yeah. Beim Aufstehen lag das weiße Glück immer noch. Da war auch vergessen, dass ich mal wieder grottenschlecht – der verdammten Heizung sei dank – geschlafen. Spätes Frühstück. Dann zog der Schnee das Kind in den Park (jaja, vermutlich nicht 100 % pandemiekonform) und den RB und mich in den nördlichen Grüngürtel. Ein schöner Spaziergang durch den Schnee.

Unabgesprochen kamen wir alle fast zeitgleich wieder zu Hause an. Zum Aufwärmen gab’s Waffeln.

Dann machte ich mit dem Kind HomeSchooling. Es war klar, dass die erste Woche nicht ganz rund laufen würde hinsichtlich Lernen in häuslicher Umgebung. Selbstorganisation will halt gelernt werden.

À propos: Weil ich Freitag so furchtbar unproduktiv war, musste ich eine Nachtschicht einlegen. Sonst erschlägt mich mein To-Do-Liste nächste Woche.

Unproduktiv, sehr.

Unproduktiv, sehr.

Lockdown, Tag 30

So einen unproduktiven Tag hatte ich schon ewig nicht mehr. Ich habe nix, gar nichts, gebacken bekommen.

Das wenige Sinnvolle an diesem Tag war, dass ich dem Kind die Hausaufgaben gescannt und beim Upload assistiert habe. Dass ich im Kanninchenbau „Bücher und DVDs ausmisten“ verloren gegangen bin. Dass ich gekocht habe.

Vor der Twitterkneipe spielten wir eine Runde Carcassonne mit dem Kind. Danach gab es eine Runde Gruppenkuscheln und siehe da, das Kind schlief geisterfrei ein.

Der bleiche Hai

Der bleiche Hai

Noch im letzten Jahr, kurz vor den Ferien, als schon die Präsenzpflicht ausgesetzt war, hatte das Kind einen Kontrolltermin beim Kieferorthopäden. Soweit alles ok, aber er hatte einen gelben Zettel dabei, auf dem der Kieferorthopäde eine Zahnäztin kollegial um die Entfernung eines Milchzahns bat. Wie schon an anderer Stelle kam der bleibende nicht unter dem Milchzahn durch, sondern davor (oder hinter oder neben – je nach Blickwinkel halt). Mein kleiner Hai halt.

Das stresste mich kurzfristig, denn zum einen haben wir Pandemie und zum anderen hat das Kind keine feste Zahnärztin. Er war zweimal mit bei meinem, aber a) den will ich wechseln, b) ist der 30 Minuten Fahrzeit weg und das ist mir aktuell zu viel Gegurke (auch der Grund für a). Ich grübelte und befragte den Twitterschwarm, konnte mich aber nicht entscheiden.

Weihnachten kam. Silvester verging. Ich fing wieder an zu arbeiten. Beim Teekochen ließ ich meinen Blick durchs Fenster über die Straße schweifen.

„Ach, stimmt ja“, denke ich „da drüben ist ja auch eine dentalmedizinische Praxis.“ Nein, das ist nicht neu für mich. Seit über acht Jahren kann ich in ein Behandlungs- und das Wartezimmer gucken. Ich war sogar einmal da. Aber da die damals keine PZR anboten, bin ich bei meinem „alten“ Zahnarzt geblieben.

Lustig, wie blind eine wird für Dinge, die direkt vor ihrer Nase stattfinden.

Heute war der Termin. Das Kind war aufgeregt, weil er halt bislang nicht regelmäßig zur Zahnärztin gegangen ist (weil es in Hessen? zumindest in Frankfurt Schulzahnärztinnen gibt – auch an der weiterführenden Schule) und weil klar war, dass etwas gemacht werden müsste (er hat super Zähne und kein Karies, sodass außer dem kieferorthopädischen, kein dentalen Eingriffe bisher nötig waren).

Der Zahnarzt war nett, setzte eine lokale Betäubung und holte dann recht flux den Zahn raus.

Das Kind stand auf und … war recht bleich um die Nase.

Gut, dass der Heimweg nicht so weit war.

Kunst auf der Strecke

Kunst auf der Strecke

Lockdown, Tag 26

Es war klar, dass wir heute raus müssen. Viel zu lange haben wir uns schon nicht mehr wandernd durch die Gegend bewegt. Der Startpunkt sollte nicht zu weit weg sei. Der befand sich zwar jenseits der Stadtgrenzen, aber der größte Teil der Route war dann doch in Frankfurt – umfassenden AssimilierungsEingemeindungsaktionen sei dank.

Auf den ersten 500 Meter durften wir Kunst entlang des Erlenbachs in Massenheim betrachten:

Auch auf den restlichen 11,5 Kilometern orientierten wir uns mehr oder weniger dicht am Erlenbach:

Auch wemm das Kind auf den ersten zwei Kilometern etwas unwillig war, fand auch er die Tour am Ende schön. Es tat wirklich, wirklich gut. Das Wetter war super: blauer Himmel, frische Luft und sonnig. So waren die die – 4 °C nicht so spüren.

Zu Hause kümmerte sich derweil Kassiopeia um unser Abendessen: Grünkohl passte perfekt zu dem Wetter.

Die Kartoffeln (Drillinge) haben wir direkt im Grünkohl gegart. Das geht super und ist sehr lecker. (Und Notiz für mich: Es muss nicht immer frischer Grünkohl sein, TK-Grünkohl tut es sehr gut auch und ist einfacher zu verarbeiten.)

Hadern

Hadern

Lockdown, Tag 24

Puh, ich hadere. Ich hadere mit meinem Muttersein. Ich finde mich gerade so furchtbar schlecht als Mutter: Das Kind und ich leben nebeneinander her. Ich schaffe es zunehmend weniger, mir Zeit für ihn zu nehmen. Ich reagiere so ungehalten, wenn er mich bei der Arbeit unterbricht. Ich reagiere aber auch nach der Abend ungehalten – wenn er den Abend mal wieder verlängert, während ich Feierabend haben will. Während ich mit dem RB einfach auf dem Sofa abhängen will bzw. ich einfach allein sein will.

Ich merke, wie sehr es mir fehlt, dass das Kind seit einem Jahr nicht mehr beim Kv war. Wie sehr mir diese Auszeiten vom Muttersein fehlen. Wie sehr mir aber auch das Alleinsein fehlt. Nein, ich möchte den RB nicht missen, aber ich hätte gerne mal wieder einszweidrei Tage nur für mich. Gerne in der Wohnung. Auch mit Arbeit. Tage, an denen ich ausschließlich in meinen Rhythmus leben und arbeiten kann. Dinge abarbeiten und dann zufrieden mit meinem Tagewerk rausgehen, was für mich tun, mit mir alleine sein. Ich bin nicht dafür geschaffen, dass ständig jemand um mich rum ist.

Ich bin so auch nicht sozialisiert worden: Klar haben sich meine Eltern immer gekümmert und ich habe ja auch Brüder, die „immer“ da waren. Aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir ständig aufeinander geklebt haben bzw. kleben mussten (und auch nicht konnten). Genauer betrachtet: Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich ständig an wem geklebt habe. Ich habe „schon immer“ mein Ding gemacht und ich hatte da auch viele Freiheiten. Nein, ich war als Kind und Teenie alles andere als Einzelgängerin. Aber ich durfte sehr selbstbestimmt meine Freizeit gestalten.

Nein, das Kind klebt nicht an mir. Meistens zumindest nicht. Also so lange nicht wie er mindestens eines seiner Devices hat. Sobald er sich selbst beschäftigen muss, hat er keine Geduld, keine Muße, keine Idee und er braucht Anleitung und Bestätigung. Er braucht dann Nähe. Wir sind an diesen Punkten so unterschiedlich, dass es sich fremd anfühlt.

Durch die Pandemie und dass dadurch die Freizeitgestaltung vom Kind nicht mehr so ist wie er es braucht und gewohnt ist, driften wir mit unseren Bedürfnissen noch weiter auseinander. Und je mehr mir nach Alleinsein ist, desto mehr sucht er Nähe. Und je mehr er Nähe sucht, desto mehr ist mir nach Alleinsein.

Und dann reagiere ich genervt. Genervt, weil ich ihm nicht geben kann, was er braucht. Genervt, weil meine Idee von Muttersein eine so andere ist, als nötig wäre. Genervt, weil ich damit so schlecht umgehen kann, dass das Kind so anders ist als ich es bin. Genervt, weil ich es nicht schaffe, über meinen Schatten zu springen und auch mal Dinge zu machen, die ich doof finde oder in denen ich keinen Sinn sehe. Genervt, weil ich keine Spielemama bin.

Wir haben natürlich auch gute Momente miteinander. Momente, in denen wir uns nah sind. Wir reden oder auch Dinge machen.

Aber ich bin mir sicher, dass er retrospektiv sagen wird, dass ich zu wenig für ihn da war, zu viel geschimpft habe, zu viel wollte, dass er funktionierte. Und das tut mir regelmäßig abends leid und ich nehme mir vor, am nächsten Tag mehr auf ihn einzugehen. Ihm definitiv Exklusiv-Zeit einzuräumen. Und dann scheitere ich wieder … an mir selbst.

Fehlerteufel 2

Fehlerteufel 2

Lockdown, Tag 22

Ich rege mich nicht über die Beschlüsse der Ministerinnenkonferenz mit der Kanzlerin auf. Es nützt nix. Es ändert nix. Nix ändert irgendwas. Es ist zum Auswandern, wenn ich nur wüsste wohin und wenn es sich nicht nach „die Ratten verlassen das sinkende Schiff“ anfühlen würde.

Wenigstens ist in Hessen die Präsenzpflicht für die Schulen aufgehoben. Zumindest für des Kindes Klassenstufe.

Semi-gute News: Ich habe das 100ste Quadrat vom #AfghanHueShift fertig gestrickt.

Leider hat sich in den letzten 10 Quadraten ein blöder Fehler eingeschlichen – aka: ich habe bei den Knäuel nicht aufgepasst. Und die ersten 25 sind auch nicht so schön wie die restlichen 75 geworden. Daher werde ich wohl 35 Quadrate aufribbeln müssen. Aber erstmal zwei Auftrags-Pussyhats stricken.

1.900/6

1.900/6

Lockdown, Tag 19

Mit heute bin ich binnen sechs Tagen rund 1.900 Kilometer gefahren, also an drei Tagen jeweils 600 und ein paar Kilometer – 315 hin und eben wieder zurück. Nicht nur die Pandemie, sondern auch die Situation bei meinen Eltern machten es unmöglich über Nacht zu bleiben. Außerdem war stellte sich ja erst bei Besuch 1 raus, dass 2 nötig sei und bei 2, dass ich noch ein 3. Mal kommen müsste. Heute dann mit dem RB.

Die Wohnung war leerer als vorgestern. Einiges ist gestern schon zusammen mit meinen Eltern umgezogen*. Dennoch ist noch viel da und es musste auch noch einiges verträumt oder entsorgt werden.

Systematisch ging ich Zimmer für Zimmer durch. Der RB entsorgte fleißig. Irgendwann kamen A und J, um 8 Meter Regal mitzunehmen. Sie nahmen auch die Wohnung ob Vermietbarkeit in Augenschein. Der RB und ich nahmen Keller und Garage in Augenschein.

Das ist eine 8“-Diskette

Mein Entrümpelungsunternehmen-Beschluss erhärtete sich.

Kurze Begegnung der absurden Art: Ein irgendwie zur Verwandtschaft gehörender Bekannter** meiner Eltern, ebenfalls mit Schlüssel für die Wohnung ausgestattet, kam vorbei. Da waren der RB und ich gerade an der Garage. So traf er zunächst A und J in der Wohnung an. Uns erst an der Garage. Aus irgendwelchen Gründen stellte er sich vor und fragte: „Was macht ihr denn hier?“ Was ist das für eine absurde Frage? Tja, was machen wir an einem Sonntag inmitten der Pandemie in Bielefeld während meine Eltern schon, aber die meisten Möbel und Kisten noch nicht umgezogen sind?!***

Das Kind war übrigens nicht mit. Der genoss sturmfrei und übte sich in „Kevin allein zu Haus“. Er rief an, als er wach wurde (9h30, da waren wir schon kurz vor Kassel), als er Internet bzw. Freischaltung von Switch und Tablet brauchte, versorgte die Nachbarinnen mit Lorbeerblättern, machte Kassiopeia rechtzeitig an und zockte sich durch den Tag. Abends brauchte er dann aber doch eine Extra-Kuscheleinheit.

Morgen werde ich dann ein paar Dinge anleihern (Entrümpelung, Parkettaufbereitung) und dann wird sich zeigen, wann ich nochmal nach Bielefeld fahren muss.

—————————
* Unterstützt von meinen Brüdern. Ich sage jetzt nichts dazu, wie bekloppt ich es finde, dass der eine aus der Schweiz kommt und vermutlich sämtliche Quarantäneregeln ignorieren wird****.

** angeheiratet

*** Spaziergang im Schneeregen? Uns wundern, dass meine Eltern nicht da sind? Die Wohnung ausräumen?

**** Jaja, ich weiß es nicht.

Frohes …

Frohes …

… Schaffen.

Als ich am Dienstag von meinen Eltern wegfuhr, war klar: Da ist noch viel zu viel zu tun. Das schafft meine Mutter niemals bis Samstag. Wir vereinbarten, dass ich heute wiederkommen werde. Gut, dass ich Silvester schon immer nicht so wichtig fand. Wir vereinbarten auch, dass es doch ok ist, wenn das Kind mitkäme, um Oma und Opa nochmal* zu sehen.

Also fuhren das Kind und ich heute morgen um 8h00 los und kamen bestens durch. Soo leer habe ich die A5/A7 noch nie erlebt. Zeitweise waren wir das einzige Auto auf der Bahn – inmitten des Winterwinderlands.

Bei meinen Eltern hatte ich den Eindruck, dass seit Dienstag nicht viel passiert ist. Meine Mutter tigerte kopflos durch die Wohnung und war alles andere als strukturiert. Sie war aber auch erstmal nicht zugänglich für Strukturierungsvorschläge und so kümmerte ich mich um die Küche – bis auf Geschirr, das wird vom Umzugsunternehmen verpackt, und Dingen, die meine Eltern noch bis morgen Vormittag brauchen. Dabei sortierte ich sehr kräftig aus**. Trotzdem muss meine Mutter mit ihren Vorräten nach dem Umzug erstmal nicht mehr einkaufen – so für 3-4 Wochen.

Hihi, DAS musste ich dem RB mitbringen.***

Das Kind half hier und da, aber vor allem kümmerte er sich um Opa. Spielte mit ihm Mau-Mau.

Irgendwann ließ meine Mutter zu, dass ich etwas mehr Struktur in das Kistenchaos bringen durfte. Und so wurden auch wieder Wege frei. Uff.

Kurz bevor wir wieder fahren wollten, war klar, dass meine Mutter es nicht mehr schaffen würde, die Wohnung morgen so zu hinterlassen, dass die Möbelpacker ohne weitere Anweisung aktiv sein können. „Sehen wir der Realität ins Auge, H.“, stieg ich direkt ein, „Du wirst bist morgen nicht mehr viel schaffen.“ „Vermutlich nicht“, antwortete meine Mutter etwas kläglich. „Du musst Dich jetzt auf das konzentrieren, was wichtig ist: Du packst noch die Sachen, die morgen unbedingt mitgenommen werden müssen. Und um den Rest kümmer ich mich. Ich komme am Sonntag nochmal her und dann mache ich alles fertig, damit die Möbelpacker problemlos arbeiten können.“ Meine Mutter war zu dem Zeitpunkt schon so durch, dass sie meine klare Ansage widerspruchslos akzeptierte.

Mit gemischten Gefühlen fuhren wir nach Hause:

  • Für das Kind war es schön, Oma und Opa gesehen zu haben. Aber er hat sehr darunter gelitten, sie nicht umarmen zu können.
  • Ich bin etwas genervt, weil meine Mutter mir erst am 27.12. Bescheid gegeben hat, dass sie umziehen. Ich hatte schon in der Woche davor Urlaub und an #NixMas hätte ich auch Kisten packen können.
  • Zwischenzeitlich war ich sehr frustriert darüber, dass meine Eltern nach Lüneburg ziehen. Zum einen, weil es so viel weiter weg ist und zum anderen weil es „feindliches Territorium“ (danke M. für die Beschreibung) ist. Aber ich gönne ihnen den Neuanfang und ich gönne ihnen auch, dass sie nun ganz nah bei einem ihrer Kinder wohnen.
  • Hoffentlich geht morgen alles gut. Hoffentlich übersteht mein Vater die Fahrt gut. (Warum geht auf einmal eine 2-Stunden-Fahrt nach Lüneburg, aber 20 Minuten in die Nachbarstadt zu dem Schlaganfallexperten waren nie möglich.)

Zudem hatten wir Erbstücke Schätze im Gepäck (ein Hoch auf das Auto vom RB):

Ich war durchaus gerührt (und auch ein bisschen versöhnt), dass meine Eltern mir das Besteckset und auch den Schreibtisch (beide von meinem Vater) angeboten haben. Dazu habe ich noch ganz viele Flaschen alkoholische Getränke mitgenommen, die der RB via WhatsApp auswählte.

Die Rückfahrt verlief auch erfreulich unspektakulär – abgesehen davon, dass das Navi ab Kirchheimer Dreieck komische Ideen hatte (via A7 und A66 nach Frankfurt), die sehr zur Belustigung vom Kind und mir beitrugen.

——————————–
* Das klingt ein bisschen final. Aber es wird mit dem Umzug und besteheder Pandemie durchaus unmöglich sie zu besuchen, denn: Zum Autofahren ist es für einen Tagestrip zu weit, Übernachtungen**** sind aber – wegen Pandemie – nicht möglich. Zugfahren ginge für einen Tagestrip, aber ich fahre während der Pandemie nicht Zug.

**Aaarghs, ich habe diverse Gewürze und andere Lebensmittel mit schon lange abgelaufenen MHD***** gefunden und entsorgt. Auch unbeschriftete selbstgemachte Marmeladen mussten weg.

*** Der RB kommt aus dem Saarland. Und im Saarland nutzt einen Maggi (flüssig) oder halt Fondor. Und in einem Maggi-Flüssig-Haushalt gibt es kein Fondor und umgekehrt. Der RB kommt aus einem Maggi-Haushalt – findet das Zeug allerdings – glücklicherweise – grauslich.

**** Ich möchte auch nicht in Lüneburg übernachten. Aber dazu haben der RB und ich ja schon eruiert, dass wir dann einen Besuch bei meinen Eltern mit einem Hamburg-Trip verbinden können.

***** Jaha, ich weiß, dass MHD nicht bedeutet, dass das Lebensmittel sofort nicht mehr essbar ist, aber Gewürze schmecken sicherlich nicht mehr so gut, wenn ihr MHD seit 2014 abgelaufen ist und Trockenhefe funktioniert irgendwann auch nicht mehr, wenn sie zu halt ist.

Lichtblicke 2020

Lichtblicke 2020

Was für ein Jahr.
Wow.
Uff.

Gesellschaftlich stehen wir – nicht nur, aber insbesondere – wegen der Covid-19-Pandemie vor großen Herausforderungen. Global, aber auch in Deutschland. Ich spüre, dass ich meinen Optimismus verliere und auf vieles nur noch zynisch reagiere.

Im letzten und vorletzten Jahr habe ich das ganze Jahr als Lichtblick empfunden und habe die Monaten auch unter „negativen“ Aspekten – Verzichtet hätte ich gerne auf – betrachtet. Trotz Pandemie war 2020 für mich persönlich nicht so schlimm, aber so ohne weiter nachzudenken, war dieses Jahr recht eintönig (nur zu Hause). Daher ist es mir wichtig, mich in diesem Jahr wieder auf Lichtblicke zu konzentrieren. Was sich für die ganze Zeit festhalten lässt: Der RB und ich sind zusammen – als Paar – gut durch die Pandemie gekommen.

Januar: Seit dem 1.1. bin ich nicht mehr hauptberuflich selbstständig, sondern wieder festangestellt. (Die zwei wöchtentlichen Präsenztage überzeugen mich noch nicht so.) China mit dem SARS-CoV-2 ist weit weg und so startet das Jahr ohne irgendwelche schlimmen Gedanken. Im Gegenteil ich freue mich auf das, was das Jahr bringen sollte. Ich kümmere mich um neue Brillen, ärgere mich über Hello Fresh. Ich hole das Kind aus Paris ab und dreh die obligate Runde durch Frankreichs Hauptstadt. Ich habe Geburtstag. Schule fängt wieder an. Wir gehen auf ein Konzert. Ich muss zu einem Kundentermin über Nacht. Den Monat beende ich mit einem Konzert.
Lichtblicke: dass beim Kind-Abholen trotz Streik alles geklappt hat, der „Teekocher“ zum Geburtstag, #NazisRaus-Merch

Februar: Zum Halbjahreszeugnis gibt es ein längeres Gespräch mit den Klassenlehrkräften des Kindes. Das hallt noch den ganzen Monat über nach. Der RB und ich lowcarben wieder. Der neue Virus kommt näher und es wird diskutiert, ob er gefährlicher als die Grippe ist. Wir gehen mit S und M essen. (Hihi, sie hat SM gesagt.) Ich bin diesen Monat nicht so ganz fit, also ziemlich k.o. Wir gehen zum Circus FlicFlac und mit der Twittergruppe vegan essen. Das Festangestellten-Dasein pendelt sich ein. Ein wenig hadere ich noch – insbesondere wegen der vielen unnötige Meetings, die mich von Arbeiten abhalten. In Hanau erschießt ein Rassist zehn Menschen. Wir fahren nach Berlin und treffen Menschen aus dem Internet. Danach ist klar: Der Virus ist gefährlich(er als gedacht). Es gilt Abstand zu halten und Hände zu waschen. (Was ich in der AG die den Kindern übe.) Der Monate endet mit einem letzten privaten Termin für dieses Jahr mit vielen Menschen an einem Ort. Wir starten das Projekt Putzhilfe.
Post, der mit wichtig ist: Menschen, keine Tweetvorlagen
Lichtblicke: so viele Leute bestellen #NazisRaus-Merch, Circus FlicFlac, Berlin-Trip

März: Der Monat beginnt mit einer Hochzeit – der Fake-Heirat zwischen dem RB und mir, vollzogen vom Kind. SARS-CoV-2 ist überall auf der Welt angekommen und damit leben wir nun amtlich in einer Pandemie. Ich bin seit Anfang des Monats bereits im HomeOffice, muss aber noch für einen beruflichen Termin an den Flughafen (mit ohne Händeschütteln). Die AG sage ich ab und meine FREItage gehen zunehmend für die Arbeit darauf. Ab dem 18.3. ist das Kind zu Hause. Die Schulen sind geschlossen. Auch der Laden vom RB schließt für den direkten Verkauf (er stellt sich schnell auf digital ein: Online-Shop und virtuelle Tastings). Alle Kontakte werden reduziert und so kommt auch die Putzhilfe nicht mehr. Ich mache erstmals sowas wie einen HamsterPrepperkauf. Das Kind ist im Großen und Ganzen kooperativ beim Lernen in häuslicher Umgebung. Ich komme zu wenig raus und es muss sich alles noch einspielen.
Lichtblicke: Start der #CorotäneKneipe

April: Der Monat plätschert so vor sich hin. HomeOffice und „HomeSchooling“ pendeln sich nur langsam ein und dann sind auch schon Ferien. Wir nutzen, dass Kino nun gestreamt wird und machen einen Kinoabend mit dem Känguru. Die Balkonsaison beginnt mit BalkonOffice und Grillen. Wir machen die erste große Wanderung. Wir fangen an, Masken zu tragen. zum ersten und einzigen Mal während der Pandemie nähe ich selbst Masken. Ich rege mich zunehmend über die Schule und deren Nicht-Kommunikation auf. Auch mit den Lehrkräften rappelt es gewaltig. Aber mach ein Gewitter wirkt reinigend. Noch mehr rege ich mich über die verpasste Digitalisierung auf. Der RB versucht mir die Haar zu schneiden (ich muss nacharbeiten). Nach meinen Urlaubstagen komme ich nur schwer wieder in einen vernünftigen Schalfrhythmus. Auf gewisse Weise zehrt das alles. Aber uns geht es gut. Uns fehlt nix und wir haben genug Platz. Trotzdem balancieren wir immer mal wieder an der Grenze zum Lagerkoller. Das Kind bekommt neue Möbel und wir rücken Möbel in der Wohnung. Für das Kind ist die Schulschließung super und er traut sich, endlich einen Iro stehen zu lassen. Er vermisst nicht die Schule und noch weniger seine Mitschülerinnen. Ab Ende des Monats geht es los mit dem virtuellen Klassenzimmer (das auch nur möglich ist, weil ich es einrichte).
Lichtblicke: Urlaub, die #CorotäneKneipe etabliert sich und findet zweimal pro Woche statt, wir können viel auf dem Balkon sein, Wanderung allein

Mai: Gleich am 1. Mai machen wir eine große Wanderung und das soll der Startschuss für unsere wöchentlichen Wanderungen sein. Der Kv macht zunehmend Druck, dass er das Kind sehen will. Also in Echt. Aber die Pandemie lässt es nicht zu. Das Kind will auch nicht. Wir verbringen weiterhin viel Zeit auf dem Balkon. Ich habe viel zu tun. Für einige Projekte stehen wichtig Deadlines an und es muss einiges weggeschafft werden. Mein FREItag ist nicht mehr existent und mein Überstundenkonto füllt sich. Die Schule geht wieder – im Wechselmodell – los. Das funktioniert gut. Auch das Rugby-Training geht wieder los. Beides tut dem Kind gut. Das restliche Leben öffnet sich ebenfalls wieder und es fühlt sich komisch an. Ich komme nicht umhin zu nutzen, dass ich wieder zum Friseur kann.
Lichtblicke: Wanderungen, Friseur, Schule und Rugby fürs Kind laufen wieder an

Juni: Deutschland ist echt gut durch die erste Welle gekommen. Die Hoffnung ist groß, dass das nicht verspielt wird. (Ich brauche nicht spoilern, denn wir waren ja alle dabei.) Ich habe weiterhin viel zu tun. Sehr viel. Gut, dass die Putzhilfe wieder kommt, zum Putzen kommt hier gerade keine. Wir stornieren den Urlaub in Irland, weil dort alles – richtigerweise – strenger gehandhabt wird als anderswo. Wir überlegen hin und her, aber entscheiden, dass wir raus müssen und buchen für die geplante Urlaubszeit kurzfristig eine Woche Belgien und eine Woche Lothringen. Das Kind hat Geburtstag und wir lassen, weil es ein Sonntag ist, den ganzen Tag zoom laufen und so schauen immer mal wieder Menschen vorbei und gratulieren ihm. Das gefällt ihm sehr. Die Corona-Warn-App geht an den Start. Ich spende erstmals Blut. Die Situation mit dem KV spitzt sich zu. Das Kind will nicht zu ihm fahren. Auch wenn das Kind zur Zeugnisvergabe nochmal kurz hin muss, ist das Schuljahr am 30.6. für ihn zu Ende.
Lichtblicke: Wir wandern weiterhin, das Kind hat einen schönen Geburtstag – trotz aller Widrigkeiten, Frau Rabe kurz gesehen, mit Herrn Fischer im Gadde gegrillt

Juli: Zunächst einmal Endpsurt vor dem dringend benötigten Urlaub. Friseur quetsche ich irgendwie auch noch rein. Ich ärgere mich, dass beim Zeugnis „business as usual“ gemacht wird. Aber freue mich dann nur noch auf den Urlaub. Wir fahren mit gemischten Gefühlen weg: Der Urlaub ist nötig, aber müssen wir wirklich wegfahren? (Retrospektiv: Wir haben einen sehr günstigen Moment erwischt, dank früher hessischer Sommerferien und sehr niedrigen Inzidenzen. Es war okay.) Die Tage am Meer waren toll. Da können wir gerne nochmal hinfahren. (Wobei Belgien recht teuer ist.) Die eine Freundin zu sehen war schön (und) schmerzlich: Unsere Ansichten – allgemein und hinsichtlich der Pandemie – driften zunehmend deutlich auseinander. Lothringen war auch okay, aber nochmal müssen wir nicht dahin. Aber es tat gut, rauszukommen, nicht mehr im eigenen Saft zu schmoren. Auf dem Rückweg fahren wir beim Vater vom RB vorbei. Es eskaliert zwischen dem Kv und dem Kind, da das Kind nicht zu ihm will. Wir starten wieder mit LowCarb. Ich starte wieder in die Arbeit. Das Geburtstagsgeschenk vom Kind wird eingelöst und er darf in einem Sportflogzeug mitfliegen.
Lichtblicke: Urlaub mit vielen schönen Ausflügen, glückliches Kind nach Flug

August: Ein insgesamt schöner Sommermonat – teilweise sehr heiß, was das Arbeiten erschwert. Wir wandern. Ich habe viel zu arbeiten. Wir haben eine Fliegenproblem. Außerdem wohne Franz und Ferdinand im Hof. Wir sind bei anderen Menschen (auf der Terrasse) zu Besuch. Ich ägere mich sehr über die Situation im Schulelternbeirat. Ich gehe mal wieder zu Friseur (kurze Haare wollen alle 6 Wochen geschnitten werden). Nachdem Juni und Juli hinsichtlich der Pandemie wirklich entspannt waren, zeichnet sich nur sehr deutlich der Beginn einer zweiten Welle ab. Die Schule fängt wieder an. Ganz normal. Ich bin zum ersten Mal seit Pandemiebeginn bei einer Ärztin. Ich beschließe nur noch Röcke zu tragen. Am Ende des Monats bin ich krank. In Berlin findet die erste große Demo von Nazis und Coronaleugnerinnen statt.
Post, der mit wichtig ist: Mit beiden Beinen im Leben
Lichtblicke: unsere Wanderungen, Normalität mit Maske, der RB ist sehr bewegungsmotiviert

September: Wir starten mit einem Twitter-Essenstreffen in den Monat. So schön, wieder andere Menschen zu sehen (draußen). Meine Arbeit wird nicht weniger. Ich fahre für einen Tag ins Büro. Das ist zwar unproduktiv wie eh schon, aber halt auch eine Abwechselung – wenn auch komisch, weil so viele im HomeOffice sind. Ich netzwerke und habe im nächsten Jahr eine neue Kollegin. Ich komme ein bisschen mehr aus meiner HomeOffice-Höhle raus. Das ist wichtig. Ich starte das AfghanHueShift-Strickprojekt. Kassiopeia zieht bei uns ein (erfolgreich durch die Twitterkneipe geinfluencet). Das Kind hat gar keinen Kontakt mehr zum Kv. Ich mache meine letzte Steuererklärung für die Freiberuflilchkeit. So rückblickend ist dieser Monat der mit den meisten Fremdbegegnungen während der Pandemie.
Post, der mit wichtig ist: Privilegien
Lichtblicke: so viele Spenden für Nils, viele Menschen gesehen

Oktober: Das Kind übernachtet zum einzigen Mal in diesem Jahr aushäusig. Wir helfen zweimal bei der Weinlese für meine Lieblingsweine. Ich habe weiterhin viel zu tun. Das Kind hat Herbstferien und hat – allen steigenden Zahlen zum Trotz – Boulder-Camp, das ihm viel Spaß macht. Ich war noch einmal im Büro. Der RB hat runden Geburtstag und er freut sich sehr über die Video-Glückwünsche. Ich habe Termine bei Ärztinnen (impfen, HNO, CT). Mein Vater muss wegen Lungenentzündung ins Krankenhaus. Wir treffen uns erstmals mit anderen Menschen zum Wandern. Ich beginne mit der Planung des digitalen BAdventskaffees. Übers virtuelle Dorf bekommen wir die Gelegenheit Äpfel und Walnüsse zu ernten.
Lichtblicke: Weinlese, NMA-Konzert, Apfelernte

November: Ich bin in diesem Monat nicht auf der Höhe. Aber das ist der Monat auch nicht. Es gibt „Lockdown light“ und es ist eigentlich ziemlich klar, dass das nicht das bringen wird, was sich damit erhofft wird. Nach über zwei Monaten ohne Kontakt zum Kv nimmt das Kind den Faden wieder auf – ganz rund läuft es nicht. Ich komme endlich auf die schlaue Idee, meinen Blog-Umzug in professionelle Hände zu geben und auf einmal geht alles ganz schnell. Das Kind kränkelt ein wenig vor sich hin und geht ein paar Tage nicht in die Schule. Das ist zwar richtig so, aber tut mir nicht gut. Joe Biden gewinnt die US-Wahl. Die Corona-Leugnerinnen drehen weiter frei. Wir wandern „schon wieder“ mit anderen Menschen. Ich besorge mir einen richtigen Schreibtisch (der erstmal sehr prominent im Wohnzimmer steht). Ich merke zunehmend, dass ich nicht mehr kann, wie ich will. Zum Glück gestehe ich mir irgendwann auch ein, dass ich auch nicht wollen muss, sondern einfach nicht mehr kann. Die Woche Krankschreibung war richtig und gut. In der Schule eskaliert es auch und ich habe ein langes Gespräch mit der einen Klassenlehrkraft. Wir fassen einen #NixMas-Beschluss und ich starte in den alljährlichen Backwahn. Am Ende des Monats schneit es sogar.
Lichtblicke: Blog-Umzug, Wanderung alleine, ärztlich verordnete Auszeit, Schnee

Dezember: Arbeit, Arbeit. Und Keksbacken. Und viele Kekspäckchen packen. Der „Lockdown Light“ hat nicht viel genützt. Die Zahlen steigen zwar nicht mehr exponetiell, aber die Zahl der Toten steigt. Das ist alles nicht schön. Freundin A infiziert sich mit Covid-19 und ich mache für sie einen Quarantäne-Einkauf. Es zeichnet sich ab, dass es wieder einen Lockdown geben muss – mit vorgezogenen bzw. verlängerten Winterferien (nicht in Hessen, aber wir fangen eh früh mit den Ferien an und haben drei Wochen), dennoch ist das Kind drei Tag vor offiziellem Ferienbeginn zu Hause. Der digitale BAdventskaffee funktioniert super. Ich komme extrem wenig raus und wandern fällt an zwei Wochenenden aus. Die Woche, in der mein Urlaub startet, verlangt nochmal viel. Der RB hat Weihnachtsgeschäft und so kommen wir zu nichts – noch nicht einmal zum Kochen. Unsere #NixMas-Gestaltung gefällt uns allen sehr gut und nimmt viel Druck und Stress raus – insbesondere auch, dass das Kind die vielen Geschenke nicht auf einmal bekommt. Wir gestalten das Arbeits- zum Herrenzimmer um und auch das Wohnzimmer wird umgestellt. Ich ärgere mich über die Heizung. Eve zieht bei uns ein (noch so ein Twitterkneipen-Influence-Ding). Ich färbe mir, weil ich nicht mehr zu Friseur kann, die Haar schwarz. Wir haben zwei Outdoor-Dates und ich fahre sehr spontan zu meinen Eltern.
Post, der mit wichtig ist: Kein Allheilmittel
Lichtblicke: digitaler Badventskaffee, wir können „problemlos“ Essen bestellen, meine Eltern doch noch gesehen

Es geht ein Jahr zu Ende, in dem

  • es normal wurde, Maske zu tragen,
  • ich viel zu wenig Menschen umarmt habe,
  • auf einmal vieles virtuell möglich war – eigentlich alles außer Tiernahrung Schule,
  • ich nicht einmal im Museum war,
  • das Kind das Bouldern für sich entdeckte,
  • wir Hessen vorranig zu Fuß erkundeten,
  • wir viele Serien schauten,
  • ich als Elternbeirätin viel zu tun hatte,
  • die Twitterkneipe zu einer festen Institution wurde und uns allen die Pandemie etwas leichter macht(e),
  • wir sehr gut gegessen haben – sowohl aushäusig als auch selbst gekocht,
  • wir zwei richtige Arbeitsplätze in der Wohung eingerichtet haben,
  • das Kind immer mal wieder pubertäre Anflüge hatte,
  • ich wieder festangestellt arbeitete (und diese Entscheidung genau richtig war),
  • uns Konzerte sehr fehlten,
  • wir viel über die Menschheit und deren Abgründe lernen durften und mussten,
  • sich – leider – zeigte, dass nicht alle Menschen mit Eigenverantwortung umgehen können und/oder solidarisch leben wollen,
  • viele, viele Menschen im Mittelmeer ertrunken sind oder in Camps IN EUROPA unter allerschlimmsten Bedingungen vegetieren müssen,
  • Faschismus und Rassismus noch ein Stück weiter in die Gesellschaft gedrungen sind (überall in Europa),
  • sich zeigte, dass Gleichberechtigung nur leidlich funktioniert,
  • die Wissenschaft wahnsinnige Leistungen vollbracht hat,
  • Kommunikation wichtiger denn je war,
  • der Föderalismus keinen Sinn machte,
  • sich alle Fehler und Versäumnisse im Schulsystem mit geballte Macht offenbarten,
  • dem wir – der RB, das Kind und ich – gesund geblieben sind und zum Glück auch die meisten andere Menschen, die uns lieb und wichtig sind.

2021 wird uns nochmal viel abverlangen, da brauchen wir uns nichts vormachen. 2020 ist vielleicht vorbei, aber die Pandemie noch lange nicht. Daher wünsche ich allen:

Durchhaltevermögen, Geduld, Mut, Resilienz, Menschen, die Halt geben, Gesundheit.