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Kategorie: Leben mit Kind

Komischer Tag

Komischer Tag

  • Ziemlich krank wach geworden. Es ist mindestens Seuche, vermutlich aber auch Dings.
  • Mich über „Die Entdeckung der Langsamkeit“ vom Kind geärgert. Bevorzugt morgens (wie heute).
  • Über eine Stunde in einer Vollsperrung gestanden. Mich über die Rettungsgasse gefreut, aber über die Deppen, die sie zum Spazierengehen nutzten, den Kopf geschüttelt.
  • Von 12h00 bis 16h00 in Heidelberg dem Kind beim Rugby zugeguckt.
  • Staufrei zurückgefahren.
  • Verwundert Dinge gelesen. Schwanke zwischen Irritation und Loyalitätskonflikt.
  • Mich geärgert. Und dann über 2 Stunden geputzt und gekocht.
  • Lecker gegessen.
  • Hustenanfall gehabt. Danke Seuche. Danke RB. Danke Merkel.
  • Noch ne Runde Vikings gucken.
  • Virtuelle Küsse bekommen. Zur Sicherheit.
„Weil ihr uns die Zukunft klaut“

„Weil ihr uns die Zukunft klaut“

Auf 12h00 war der Start der Frankfurter „Fridays for Futur“-Demo angesetzt. 12h00 ist für einen Schulstreik eine recht moderate Uhrzeit. Da zum Beispiel beim Kind die 5. Stunde ausfiel, hatte er um 11h30 Schulschluss. Damit hätten wir es durchaus pünktlich zum Treffpunkt geschafft. Aber die Demo war für 3 Stunden angesetzt, es regnete und ich musste auch noch was zu Ende arbeiten, als der midi-monsieur um 11h40 zu Hause war. Um 13h45 machten wir uns dann endlich auf den Weg. An der Hauptwache trafen wir auf den Demozug und reihten uns ein.

Und ich musste erstmal mit meiner Ergriffenheit fertig werden. Um mich rum ganz viele junge Menschen – im Schnitt ein Vierteljahrhundert jünger als ich – und skandierten so kreative wie treffende Demo-„Gesänge“. Ich hatte einen Kloß ihm Hals und musste mit den Tränen kämpfen. So viele Kinder und Jugendliche, die definitiv nicht einfach nur „schwänzten“, sondern denen es um die Sache geht. Wow! Auch das Kind war zunächst ganz still.

Wir liefen mit bis zum Römer, wo die Demo endete, und blieben auch noch ein Weilchen für die Abschlusskundgebung. Und auch da dachte ich „wow“, denn die Redebeiträge der Schülerinnen waren deutlich, klar und auf den Punkt. Sie machten klar, wofür sie auf die Straße gehen. Und sie machten klar, dass sie nicht „aus Spaß an der Freude“ schwänzten vom Unterricht fernblieben.

Schwänzen bedeutet der Schule aus Faulheit fernbleiben. Wir bleiben aber nicht aus Faulheit fern, sondern aus Notwendigkeit.

Und nein, Bettina Wiesmann, die Schulstreiks müssen jetzt NICHT ein Ende finden. Es hat – hoffentlich – gerade erst angefangen und das Signal ist noch lange nicht angekommen. Weitere Schulstreiks dienen dem Klima nicht direkt, aber sind für die streikenden Schülerinnen ein Mittel, gehört und gesehen zu werden, zu zeigen, dass JETZT was passieren muss, damit auch noch in 25, 50 Jahren dieser Planet bewohnt werden kann.

Erst die Arbeit, dann … die Care-Arbeit

Erst die Arbeit, dann … die Care-Arbeit

Gestern wurde ich auf einen SZ-Artikel zum Thema HomeOffice aufmerksam. Huch. Tja.

Ich fange mal beim Text selbst an:

  • Das Bild geht gar nicht. Bei wem HomeOffice so aussieht, macht meiner Meinung nach was falsch. Aber dazu später mehr.
  • „Beruf und Familie zu vereinbaren, wird für Millionen Deutsche zur Herausforderung, seit Mütter arbeiten gehen.“
    Dieser Satz ist eine Unverschämtheit, denn er suggeriert, dass die Herausforderungen bei der Vereinbarung alleinig daher rühren, dass Mütter arbeiten gehen (von Wollen vs. Müssen will ich gar nicht erst anfangen).
  • Das Beispiel mit der Ärztin hinkt (zudem ist es aus der Studie „geklaut“), denn als Ärztin ist HomeOffice wahrlich nicht so einfach. Insbesondere wenn sie praktisch (also niedergelassen oder in der Klinik) arbeitet. Und selbst wenn die Praxis in dem Haus ist, ist das nun doch nicht HomeOffice (zumal sich wohl jede Ärztin dreimal überlegt, ob sie ihr Kind mit in (ihre) Praxis schleppt).
  • „Beruf und Familie zu vereinbaren, wird für Millionen Deutsche zur Herausforderung, seit oft beide Eltern arbeiten gehen.“
    Ach, der Satz geht auch in etwas neutraler. Tjanun, ist nur nicht so ein plakativer Einstieg.
  • „Homeoffice und flexibles Arbeiten gelten als Abhilfe: Wer den Weg ins Büro spart und den Tag frei einteilen kann, bringt Kinder und Karriere leichter unter einen Hut.“
    Wenn ich bedenke, was manche Menschen täglich an Weg zur und von der Arbeit absolvieren, bringt das nicht nur „Kinder und Karriere“, sondern generell mal „Leben und Karriere“ unter einen Hut.
  • „Homeoffice ermöglicht Müttern, sich jede Woche drei Stunden mehr um ihre Kinder zu kümmern.“
    Ganz einfache Rechnung: Wenn ich nicht mehr 1,5 Stunden pro Weg tote Zeit habe, kann ich die ins Kind investieren. Und wenn ich zu Hause arbeite, kann ich auch früher anfangen und habe effektiv mehr vom Tag.
  • „Sie [die Studie] zeigt aber auch: Flexibles Arbeiten zementiert traditionelle Rollen von Mann und Frau.“
    Dieser Schluss ist an dieser Stelle nicht offensichtlich. Ist mir auch zu einfach. Aber auf die Studie gehe ich später noch ein.
  • „Denn Väter nutzen Homeoffice ganz anders: Sie machen im Durchschnitt einfach zwei Überstunden mehr die Woche als Kollegen, nehmen sich aber nicht mehr Zeit für die Kinder.“
    Ah, hier kommt die vermeintliche Erklärung für den Satz davor. Da ist bei mir eine Werbung zwischen, wodurch natürlich der vorherige Satz erstmal prima wirken kann.
    Ich stehe Überstunden ja kritisch gegenüber. Insbesondere, wenn sie sich kurz- bis mittelfristig nicht ausgleichen. Dann hat eine nämlich grundlegend zu viel zu tun.
  • „Sie [die Mütter] sind doppelt belastet und bleiben mit dem Stress allein.“
    Das liegt aber nicht am HomeOffice, sondern daran, dass da etwas grundlegend ungleich verteilt ist bei diesen Frauen und ihren Partnern. Das kommt dann in den folgenden Zitaten gut raus:
  • „‚Wie es für die Familie genutzt wird, hängt von der Einstellung von Vätern und Müttern ab.‘ Gerade männliche Führungskräfte glaubten, viele Überstunden leisten zu sollen. ‚Die Mütter machen bei dieser Verteilung mit. Sie halten weiter den Männern den Rücken frei.'“
    Ich sagte ja, das Problem ist nicht das HomeOffice, das Problem ist die Partnerschaft, das Verständnis und die Verteilung der Care-Arbeit.
  • „… Mütter … gehen in Teilzeit. Auch wenn dadurch ihre berufliche Entwicklung leidet und sie finanziell von ihrem Mann abhängig werden.“
    Ich sage da ja immer: Erwachsene Menschen treffen da Entscheidungen. Aber auch hier gilt: Das hat nichts damit zu tun, ob die Mutter im HomeOffice arbeitet oder nicht.
  • „Väter arbeiten viele Stunden am Stück. Mütter stückeln ihren Tag, um sich zwischendrin immer wieder mit den Kindern zu beschäftigen. Der Nachwuchs spricht die Mutter an … seltener den Vater, der zu Hause ist.“
    Hier möchte ich beiden Seiten zurufen: „Selbst schuld!“ Es hängt ja viel davon ab, wie der Job geartet ist und ob eine Stückelung überhaupt möglich ist.
  • Der erste Absatz unter dieser Überschrift: „Väter, die traditionelle Muster ändern wollen, stoßen genauso auf Hürden“ ist interessant. Mal abgesehen davon, dass nicht erklärt wird, auf welche Hürden Väter so stoßen. Aber ja, die Sache mit dem HomeOffice hat sich noch nicht so wirklich durchgesetzt. Natürlich ist nicht jeder Job geeignet für HomeOffice. Aber selbst die, die einen Job haben, der auch gut im HomeOffice zu erledigen wäre, stoßen nur allzu oft an irgendwelche obskuren Argumente. Vielleicht sind „die Deutschen“ da zu preußisch: Arbeit wird in der Fabrik, der Wekrstatt, im Büro erledigt. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Und überhaupt, das war schon immer so! Wo kommwa denn hin mit sonnem neumodischen Gedöns.
    Umdenken ist gefragt. Umdenken auf allen Seiten. Ich kann als Arbeitgeberin keine Agilität und Felxibilität von meinen Arbeitnehmerinnen erwarten, wenn ich ihnen keine ermögliche. Und Arbeitnehmerinnen müssen aus der Dankbarkeits- und Beweisfalle raus.
  • Die beiden letzten Absätze hingegen haben – mal wieder – nichts mit HomeOffice zu tun. Es geht viel mehr darum, wie der Ungleichverteilung vor allem von Care-Arbeit entgegengewirkt werden kann. Was da steht ist alles wichtig und richtig, aber hey, es ging um HomeOffice.

Die Studie
Lott Y. Weniger Arbeit, mehr Freizeit? Wofür Mütter und Väter flexible Arbeitsarrangements nutzen. WSI Report 2019; 47.

  • In der Studie geht es darum, wofür Mütter und Väter flexible Arbeitszeitmodelle – HomeOffice, Gleitzeit, selbstbestimmte Arbeitszeiten – nutzen. Also was machen sie mit der Zeit.
  • Deutschland hat im internationalen Vergleich eine höchst ungleiche Verteilung von Sorgearbeit.

Gender Care Gap

  • Mütter wenden pro Woche an Werktagen durchschnittlich 21,01 Stunden für die Kinderbetreuung auf, Väter nur 8,6.
    • Veränderung von 2000 – 2016: Frauen -1,49 Stunden; Männer: +1,3 Stunden. Wenn das in dem Tempo weitergeht, sind wir in 60 Jahren ungefähr auf gleichem Level.
  • Bei der geneuen Betrachtung, wie sich flexible Arbeitszeitmodelle auf die Care-Arbeit auswirken, kommen in der Studie allerdings andere Zahlen raus:
    • Frauen bringen im HomeOffice gut 21 Stunden für die Care-Arbeit auf (vs. 18 Stunden bei Frauen, die nicht im HomeOffice arbeiten).
    • Männer investieren – ob im HomeOffice oder nicht – 13 Stunden pro Woche in die Kinderbetreuung.

Gender Time Gap:

  • Mütter arbeiten im HomeOffice eine Stunde zusätzlich als Mütter ohne Homeoffice.
  • Männer machen im HomeOffice 6 Überstunden (vs. 4 Stunden ohne Homeoffice).

Gender Leisure Gap
(Keine Zahlen zum HomeOffice)

  • Generell verbringen Mütter 1,5 Stunden weniger mit Freizeitaktivitäten als Väter (4,5 vs. 6 Stunden).
  • Väter mit festen Arbeitszeiten haben die meiste Zeit für Freizeitaktivitäten (> 6 Stunden).
  • Bei Müttern ist die Auswirkung des Arbeitszeitmodels nicht so stark ausgeprägt.

Fazit

  • Väter arbeiten bei flexiblen Arbeitszeitmodellen mehr und wenden gleichzeitig weniger Zeit für die Care-Arbeit auf.
  • Mütter arbeiten mit flexiblen Arbeitszeitmodellen mehr als ohne, wende dabei aber mehr Zeit fr die Care-Arbeit auf.

Tja, was zeigt uns das?! Frauen müssen ihre Partner mehr in die Pflicht nehmen. Sie müssen sich weniger verantwortlich für alles fühlen und sich auch das Recht rausnehmen, etwas für sich zu tun. Flexible Arbeitszeiten können dazu viel beitragen, aber wenn das Potenzial nur von den Vätern genutzt wird, ist es halt auch eine Einbahnstraße. Und damit wären wir wieder bei meinem Frauentags-Appell.

Mein HomeOffice

Ich konnte mir lange Zeit nicht vorstellen, im HomeOffice effektiv zu arbeiten. Und nutzte es als Arbeitnehmerin auch nur selten. Außerdem fand und finde ich den zwischenmenschlichen Austausch im Büro ja durchaus nett. Er kann allerdings auch nerven. Als ich im ersten Jahr alleinerziehend (noch) festangestellt war, wollte ich keine HomeOffice-Lösung. Ich wollte, dass der Job zu Ende ist, wenn ich das Büro verlasse. Mir hatten die drei Monate alleinerziehend mit Wurschtel-HomeOffice-Lösung in Hamburg gereicht, danach war ich fertig.

Doch dann kam die Entscheidung, selbstständig freiberuflich zu arbeiten, was natürlich impliziert, dass ich erstmal in der Regel im HomeOffice arbeiten muss (außer ich hätte mir ein Extra-Büro gemietet). Mein erster Auftraggeber bot mir dann aber tatsächlich an, auch vor Ort zu arbeiten, was ich aber aufgrund der Entfernung nur gelegentlich in Anspruch nahm.

Anfangs war es etwas schwer, wirklich in den Tritt zu kommen. Das Kind war zwar vormittags in der Schule und danach im Hort, aber oft machte ich erstmal dieses und jenes, bevor ich anfing zu arbeiten. Erschwerend kommt dazu, dass ich morgens oft unglaublich langsam bin. Was ich abends in zwei Stunden schaffe, dafür brauche ich vormittags oft zweieinhalb bis drei Stunden. Und ich mag auch die Ruhe am späten Abend.

Mittlerweile hat sich das alles ganz gut eingependelt mit dem HomeOffice. Was sicherlich auch daran liegt, dass ich als Festfreie mit einem definierten Stundenkontingent pro Monat dieses erstmal abarbeiten muss. Das alles in die Abendstunden zu legen, wäre höchst ambitioniert. Außerdem arbeite ich meiner Auftraggeberin nicht nur zu, sondern stehe auch selbst im direkten Kundenkontakt, was eine gewisse Erreichbarkeit voraussetzt.

Vom Prinzip her gibt es feste Zeiten, zu denen ich grundlegend verfügbar bin. Was aber nicht bedeutet, dass ich außerhalb dieser Zeiten nicht arbeite. Entweder nutze ich die Zeit für andere Aufträge oder halt um aktuelle Projekte, die jetztsofort fertig werden müssen, zu bearbeiten. Diese Projekt-Peaks gibt es in meinem Bereich immer wieder. Genauso wie Flauten. Was auch ein Grund ist, warum ich lieber selbstständig denn angestellt arbeiten möchte. Gerade bei Flauten kann ich so einfacher sagen: „Diese Woche stehen nur wenig an. Ich bin an den und den Tagen nicht erreichbar.“ Das ist angestellt (immer noch) schwierig. Dazu kommt, dass ich stundengenau abrrechne. Es wird nicht erwartet, dass ein gewisser Anteil an Überstunden schon direkt abgegolten ist (in „meiner“ Branche durchaus üblich). Umgekehrt habe ich natürlich keinen Urlaubsanspruch und auch bei Krankheit ist das mein Problem. Doch das Stundenkontigent lässt es zu, dass auch das möglich ist.

Ich bin regelmäßig bei meiner Hauptauftraggeberin, aber täglich würde ich nicht hin wollen. Denn es würde mich täglich zwischen 2-3 Stunden Fahrtzeit kosten. Das ist wertvolle Zeit, die ich nich abrechnen kann, die ich aber auch nicht fürs Kind, den Haushalt oder mich nutzen kann. So bin ich in der Regel zu Hause, wenn das Kind nach Hause kommt. Wenn es die Zeit zulässt und meine Motivation ausreichend hoch ist, habe ich dann auch schon eine Sporteinheit absolviert. Außerdem können der RB und ich durchs HomeOffice morgens entspannt zusammen frühstücken. Allein unter diesen Aspekten ist das HomeOffice für die Vereinbarkeit super.

Allerdings geht das Kind zwar vormittags in die Schule, aber nur an drei Tagen in den Hort (demnächst nur noch zwei und ab Sommer dann hoffentlich auf eine Ganztagsschule). An Tagen, an denen er nicht in den Hort geht, heißt das aber nicht, dass ich mit ihm Halligalli mache (außer es ist gerade mal Flaute). Dann wird gegessen. Danach macht er Hausaufgaben. Allein. In seinem Zimmer. Danach muss er – sofern ich arbeiten muss – in seinem Zimmer spielen. Ja, da hilft uns das Tablet viel. Aber auch an Tagen, an denen – warum auch immer – Tablet-Verbot besteht, klappt das in der Regel gut. Mittlerweile. Anfangs hat er nicht verstanden, dass ich zwar zu Hause, aber letztlich – für ihn – nur anwesend und nur bedingt verfügbar bin. Aber ich kann meine Arbeit nicht machen, wenn ich mich nicht mal eine Weile am Stück konzentrieren kann. Das führt auch dazu, dass der RB nicht immer Musik hören darf, wenn er morgens mit mir im Wohnzimmerbüro sitzt.

Was aber ohne HomeOffice nicht möglich gewesen wäre: Dass das Kind zum Rugby geht. Ich wüsste nicht, wie ich es hätte schaffen sollen, dass er pünktlich um 17h00 am Pitch ist – außer mit einer externen Bereuungsperson.

Die Hausarbeit hat nichts vom HomeOffice. Ja, vielleicht werfe ich mal eine Waschmaschine mehr an. Und die Maschine muss nicht nur abends laufen, aber sauberer ist es bei uns auch nicht und das Thema Putzhilfe ist weiterhin ein großes. Wobei ich mich frage, wo ich dann hin soll, wenn die Person gerade in der Wohnung wirbelt.

10 Zentimeter

10 Zentimeter

Eigentlich wollte ich heute übers HomeOffice schreiben. Darüber, was das so für mich, fürs Kind und für den Haushalt im Allgemeinen bedeutet. Aber ich bin zu k.o.

Dafür ist das Kind heute zum ersten Mal alleine mit dem Fahrrad zum Rugby-Training gefahren.*

Seit er beim Rugby ist, fahren wir fast ausschließlich mit dem Rad dahin. Der midi-monsieur kennt also die Strecke in- und auswendig. Allerdings hat sie ein paar Tücken: teilweise keine Radwege oder nur ein Schutzstreifen auf der Straße, eine Tankstellen Ein- und Ausfahrt, Straßenkreuzungen ohne Zebrastreifen oder Ampel, einen nicht optimal einzusehenden Zebrastreifen und zwei riesige, wirklich riesige Ampel-Kreuzungen** mit mindestens 2spurig in alle Richtungen und Schienen noch dazu. Und gerade diese Kreuzungen mach(t)en mir Bauchschmerzen. Ich selbst habe da immer einen Adrenalinstoß extra, weil nie ganz sicher ist, ob nicht doch ein Rechtsabbieger die Radfahrer übersieht oder ob nicht irgendwer einen verbotenen U-Turn macht. Insgesamt sehr unübersichtlich.

Als es heute Zeit wurde, um zum Training zu kommen, saß ich noch an der Arbeit (ja, im HomeOffice) und war auch gedanklich mittendrin. Ich überlegte, ob ich das Kind nur kurz zum Training bringen sollte, direkt zurück fahren und dann später zum Abholen wieder hin. Denn vor Ort arbeiten geht nur bedingt. Irgendwie ist dann da immer eine, mit der ich mich verquatsche. Doch nur hin- und herfahren kostet mich gut 35 Minuten. Zeit, die ich heute wirklich brauchte (im HomeOffice). Also fragte ich das Kind, ob er sich zutrauen würde, ganz allein zum Training zu fahren. Ich würde ihn später abholen. Er überlegte nicht lange und wollte es wagen. Als er sich verabschiedete, war uns beiden etwas mulmig. Ich sagte zu ihm: „Ich vertraue dir, dass du das kannst. Aber ich vertraue den Autofahrern nur bedingt. Du musst auf Dich aufpassen.“ Er düste los und ich bat eine Mutter, mit Bescheid zu geben, wenn sie das Kind wohlbehalten am Platz sähe. Ich arbeitete weiter. Um 17h06 hieß es „Kind ist da“. Ich schrieb noch weiter und weiter und war um 17h50 passend fertig, um das Kind pünktlich abzuholen. Nach dem Training nahm ich ein sehr stolzes Kind in die Arme, das auf wundersame Weise binnen zwei Stunden um 10 Zentimeter gewachsen ist.

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* Stimmt nicht ganz, er ist vor knapp 2 Wochen erstmals einen Teil der Strecke alleine gefahren, weil mir unterwegs die Kette gerissen war und er sonst zu spät zum Training gekommen wäre.

** Für Einheimische: via Alleenring über die Friedberger und die Eckenheimer Landstraße

Wochenplan

Wochenplan

Seit einiger Zeit haben wir einen Essensplan bei uns eingeführt. Das Grundprinzip dabei ist: Freitagabend und/ oder Samstagmorgen setzen wir uns zusammen und überlegen, was wir in der kommenden Woche essen wollen. Oder ich mache freitagabends einen Plan und lasse ihn vom RB und dem Kind absegnen. Dabei müssen wir überlegen: Wer ist an welchen Tagen abends zu Hause? Wer kommt an welchen Tagen abends wann nach Hause? Wer ist wann da und kann kochen? So sind die Montage, Dienstage und Samstag eher Kochtage vom RB, mittwochs gibt es tendenziell eher kalt (also AbendBROT) oder Reste, donnerstags, freitags und sonntags koche ich. Der RB ist bis zu drei Tage pro Woche nicht da zum gemeinsamen Essen, was das Kind einerseits schade findet, aber andererseits die Chance auf süßes Hauptgericht erhöht.

Wenn die Liste steht, wird sie auf unser „Whiteboard“ übertragen.

Unser erster Wochenplan

Dann schreiben wir dazu eine entsprechende Einkaufliste. Natürlich unter Berücksichtigung der prepper-artigen Vorräte. Eingekauft wird auch am Samstag. Wenn es gut klappt*, schaffen es der RB und ich zusammen auf den Markt und ich kaufe dann die restlichen Sachen im Supermarkt. Oder ich mache beide Einkaufstouren alleine**. Gelegentlich können wir auch zusammen auf den Markt und in den Supermarkt***. Das Kind will in den seltensten Fällen mit.

Ich war ja direkt nach der ersten Woche begeistert: Die Koch- und Einkaufssituation hat sich dadurch total entspannt. Sind wir davor fast täglich einkaufen gewesen – und das meist auch nur kurz vor Kochen -, so müssen wir jetzt nur noch gelegentlich Milch**** und Brot***** nachkaufen. Außerdem können wir beim Kochen wieder mehr experimentieren bzw. neue Rezepte testen, denn wie oft wurde es Nudel-Hühnchen-Irgendwas, wenn wir hangry und erst kurz vor Kochen einkaufen gingen.

Diese Woche sind wir quasi einen Schritt weiter gegangen: Letztens war Land&Genuss-Messe in Frankfurt. Und weil der RB da einen Stand hatte, waren das Kind und ich einen Tag auch da. Wir guckten uns die Stände an und gerieten in die Fänge einer HelloFresh-Hostess. Ich fühlte ihr wegen Müll, Portionsgrößen und auch Bestell-Verpflichtung sehr auf den Zahn. Aber wer so viel stereotypen, fast archaischen Mist von sich gibt (zum Kind gewand: „Dann kann die Mutti Dir was tolles kochen.“ zu mir „Das müssen sie sicherlich mit Ihrem Mann entscheiden.“ oder „Und wenn das Kind nicht so viel isst, bleibt ja auch was für den Vati übrig.“), hat es nicht anders verdient. Immerhin gab es einen ordentlichen Messerabatt, wodurch der durchschnittliche Preis für eine Mahlzeit zu Dritt wirklich sehr in Ordnung ist. Und weil wir ja am Wochenende nicht zu Hause waren und so auch nicht unsere Wochenplanung machen konnten, hatten wir für diese Woche eine Box mit drei Gerichten bestellt.

Ich war ja durchaus skeptisch: Wie schmeckt das? Reicht das? Wieviel Müll produzieren wir damit?

Aber wir sind begeistert. Es war alles lecker. Es war mal was anderes. Es war wirklich ausreichend (3 Portionen für 3 Menschen). Die Müllmenge hält sich auch in Grenzen. Es kam sehr gut gekühlt an. Die Rezeptkarten dazu sind auch okay Für eine, die durchaus schon mal gekocht hat, vielleicht etwas zu basic beschrieben, aber es muss ja für alle passen. Wobei es so heute dem midi-monsieur leicht fiel, das Kochen zu übernehmen.

Für nächste Woche haben wir auch ein Box bestellt, was uns aber nicht vom Wochenplan entbindet. Denn da nur drei****** Gerichte drin sind, müssen wir uns noch was für die anderen Tage ausdenken.

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* Der Laden vom RB ist samstags geöffnet, sodass wir bis 11h30 den Markteinkauf erledigt haben müssen.

** Wenn mir mein Schlaf und ein gemütliches Frühstück zusammen wichtiger sind.

*** Wenn der RB keinen Ladendienst hat.

**** H-Milch ist für den Notfall und für 5 L Milch ist einfach kein Platz im Kühlschrank.

***** Das verbraucht sich bei uns unterschiedlich schnell, wodurch die Gefahr, dass gelagertes Brot trocken wird, zu groß ist.

****** Eine kann zwischen 3-5 Gerichten für 2-4 Personen bestellen.

Lichtblicke 2018

Lichtblicke 2018

Seit 2013 gibt es zum alljährlichen Fragebogen auch einen persönlicheren Rückblick: meine Lichtblicke. 2018 habe ich ja das Bloggen temporär eingestellt. Nun versuche ich wieder in den Flow zu kommen. Keine Ahnung, ob es wieder täglich etwas zu lesen gibt. Derzeit noch nicht. Aber irgendwie kann ich auch noch nicht wirklich weiterbloggen, ohne das letzte Jahr Revue passieren zu lassen. Seit der letzten Dezemberwoche bewege ich im Hinterkopf, was ich über 2018 zu schreiben habe. Wenn ich das alte Blog, Twitter und instagram überfliege, habe ich im letzten Jahr insbesondere nachgedacht über:

  • Impfen bzw. die Idiotie von Impfgegnerinnen
  • §218/218a und §219
  • #Seebrücke
  • Menschen, die im Mittelmeer ertrinken und Menschen, die Menschen im Mittelmeer ertrinken lassen
  • die immer deutlicher werdenden Rechtsrücke in diversen Parteien
  • das Dasein als (steuerrechtliche Ex-) Alleinerziehende
  • DSGVO und was mit dem Blog passieren soll
  • Krankheit, Alter und Tod
  • Menschen, die meinen in Handlungen und insbesondere Nichthandlungen von Menschen deren Grundhaltung zu erkennen
  • Gin und Whisky
  • das generische Femininum (je länger ich es privat verwende, desto mehr muss ich darauf aufpassen, dass ich es nicht beruflich verwende)
  • links und rechts
  • Krisen-PR
  • Frauenrechte und Feminismus

Dennoch war das letzte Jahr – wenn ich es mit einem Wort beschreiben müsste – „GlittaFlitta“ und deswegen werde ich etwas von meiner bisherigen Form abweichen, aber chronologisch bleibe ich doch (Verlinkungen kommen dann, sobald ich das alte Blog weiter umgezogen habe):

Januar: Das Jahr beginnt mit Glitza, (viel) Gin und Kultur (Museum und Kino). Wie „immer“ kommt das Kind am Ferienende wieder nach Hause, ich habe Geburtstag und der Alltag rückelt sich wieder ein – also Arbeit, Rugby-Training, Aikido, Unternehmungen.
Verzichtes hätte ich gerne auf: Nicht ganz so toll sind die 350 Euro fürs Falschparken und meine Begegnung in Genf.

Februar: Direkt am 1.2.2018 sehen der RB und ich uns das erste Mal in Echt und alles ist anders. Es beginnt die Tweep-Smørgås-Essensreihe. Ich habe wieder Kultur (Museum, Theater) und Wellness mit einer der Besten. Der Kv ist zum vorerst letzten Mal bei uns. Für den midi-monsieur klärt sich endlich die Schulsituation und er wird die verhasste bisherige Klassenlehrkraft nie wieder sehen müssen.
Verzichtes hätte ich gerne auf: Überhaupt nicht schön ist dass mein Vater im Krankenhaus wegen Lungenkrebsverdacht vorstellig wird (und es für lange Zeit nicht mehr verlassen kann).

März: Der März ist „bipolar“: Auf der einen Seite sind der RB und ich sehr glücklich miteinander. Auch das Kind ist mir der Situation durchaus zufrieden. Auf der anderen Seite ist da die Sorge um meinen Vater. Es vergeht Woche um Woche, ohne dass es eine Diagnose gibt. Dennoch genießen der midi-monsieur und ich noch den letzten Schnee, fahren Rad. Zu dritt verbringen einen schönen Abend im tiefsten Taunus. Der RB beschließt bei uns einzuziehen. Als das Kind in die Ferien beim Kv aufgebrochen ist, kommen liebe Freunde zu Besuch. Ich mache eine Stadtführung mit und meine Haare wechseln von schwarz zu rot. Ende des Monats gibt es endlich Entwarnung bei meinem Vater: kein Krebs.
Verzichtes hätte ich gerne auf: Die Sorge um Papa stresst mich sehr und die blöde Sehnenscheidenentzündung im Fuß ist auch – tadaa – für die Füß.

April: Zu Ostern kommt dem RB sein Vater zu besucht. Der RB und ich machen Urlaubspläne für Sommer und Herbst. Es geht – für mich – auf die ersten Konzerte des Jahres (insgesamt 3). Wir holen zusammen das Kind in Paris ab. Dann ziehen wir die Zimmer in der Wohnung um (und das Gästezimmer wird sehr lange Baustelle sein). Ich trenne mich von uralten Unterlagen. Es ist viel schön, sodass wir viel Zeit mit Herrn Weber und auf dem Balkon verbringen. Ich muss beruflich über Nacht weg, was die erste Feuerprobe für den midi-monsieur und den RB allein ist. Zudem hat die Rugby-Saison wieder richtig begonnen.
Verzichtes hätte ich gerne auf: Aus irgendwelchen Günden hakt die Kommunikation zwischen meiner Mutter und mir, was zu einer gewissen Aufgewühltheit meinerseits führt.

Mai: Der Mai beginnt mit einem gemeinsamen Ausflug ins Schwimmbad. Wir machen ein paar Radtouren (allein, zu zweit, zu dritt). Nach dem Rugby-Festival hat das Kind Klassenfahrt. Dann geht es zur Garty-Party. Ich hatte mich angeboten, im Rahmen der Projektwoche an der Schule ein Projekt zu leiten. Das war zwar anstrengend, aber auch sehr schön. Am Ende des Monats zieht der RB zieht mit seinen Möbeln ein. Der Balkon wird endlich sommerfit gemacht.
Verzichtes hätte ich gerne auf: Wer auch immer die Maus auf den Balkon eingeladen hat, hätte sie auch gerne abholen können. Noch nerviger sind allerdings die Streptokokken beim Kind (inkl. ärztlicher Notdienst und schlecht vertragenes Antibiotikum).

Juni: Da wir aufgrund von Feiertagen, Rugby und Ferienanfang die Kindergeburtstagsfeier verschieben, entspannt sich der Kind-Geburtstagsmonat etwas. Doch wir haben trotzdem noch viele Termine und viel zu tun: das Kind auf seinem ersten Mini-Festival, viel Arbeit, Fahrt mit dem Rugby nach Frankreich, das Kind spielt Theater, ich bringe dem midi-monsieur nach Frankreich, Konzert und ich muss zwei Hautstellen prophylaktisch stanzen lassen. Dafür haben wir endlich einen Standkorb. Spannend war es für das Kind und mich am Computer live dabei sein zu können, als Alexander Gerst auf der ISS ankommt. Ich bin das Rot in den Haaren leid und lasse mir zum Übergang einen halben Feather-Cut schneiden,
Verzichtes hätte ich gerne auf: Der Juni ist immer stressig. Wir müssen eine Mausefalle anschaffen. Mein Vater muss nun doch operiert werden.

Juli: Der RB und ich fliegen nach Berlin für ein Festival in Potstdam. Weil wir schon mal da sind, nehmen wir an der (ersten?) Seebrücke-Demo in Berlin teil. Wir treffen meine Nichte. Dann fahren wir Tandem um die Seen und treffen dabei Mademoiselle ReadOn. Wieder zu Hause wird eine Woche gearbeitet und Tattoo Nr. 4 kommt unter meine Haut. Dann geht es in den Urlaub in die Bretagne. Mein erster wirklich echter Urlaub seit 2015 (abgesehen von Wochenendtrips mit dem Kind). Auf dem Rückweg sammeln wir das Kind beim Kv ein. Am 27. fahren zusammen zur Heppenheimer Sternenwarte, um die Mondfinsternis zu erleben.
Verzichtes hätte ich gerne auf: Die Hitze in Frankfurt schlaucht mich schon sehr. Und unserer französischer Vermieter zerrt auch an den Nerven. Dass ich mir die Nase am Rollladen kaputt mache, hätte auch nicht sein müssen.

August: Das Kind hat in der letzten Ferienwoche noch Rugby-Camp, dann geht der Alltag langsam los. Wobei der Schulalltag erstmal noch eine Übrgangslösung ist. Dafür beschließe ich mit dem Kind eine Abmachung, die Schule, Hausarbeiten und Lernen anbelangt, die immer noch erfolgreich wirkt. Scott zieht bei uns ein. Es geht auf ein Konzert, zu dem der midi-monsieur aus reinem Pragmatismus mitkommt. Es finden einige Radtouren statt (zusammen und alleine). Wir falten viele Seebrücke-Boote – für so und für die Demo -, denn Seenotrettung ist kein Verbrechen. Am Ende des Monats wird der Geburtstag vom Kind mit einer Übernachtungsparty nachgefeiert.
Verzichtes hätte ich gerne auf: Es ist immer noch sehr heiß. Die Reperatur meiner Brille zieht sich etwas (zu) lag). Die Ereignisse in Chemnitz erschüttern mich. Aber das Schlimmste ist der Schlaganfall bei meinem Vater.

So und nun wird es etwas schwieriger, denn ich hatte ja im August beschlossen, eine Blogpause einzulegen. Das war gut. Denn ich merkte, dass mich das tägliche Bloggen stresste: Immer der Gedanke „oh, ich muss ja noch“ und dazu mein Anspruch bestimmte Themen tagesaktuell zu verbloggen.

September: Der Monat fängt mit Rock gegen Rechts an. Die neue Lehrerin vom Kind tritt ihren Dienst an und ich freue mich. Ich muss auf Jobtrip nach Wales. Es geht auf die große Frankfurter Seebrücke-Demo – ja, auch hier „muss“ das Kind mit. Er soll das ruhig frühzeitig lernen. Ansonsten plätschert der Monat mit Arbeit so vor sich hin, bis wir für den zweiten Urlaub des Jahres (yeah!) packen müssen. Ich freue mich riesig über das Objektiv, dass mir Giardino schenkt und das rechtzeitig vor unserem Abflug nach Schottland ankommt.
Verzichtes hätte ich gerne auf: Die Auswirkungen des Schlaganfalls bei meinem Vater (v.a. Aphasie) sind heftig. Mich erschüttern trotz aller „linker“ Aktivitäten die politschen Entwicklungen in Deutschland. Und dass kurz vor Abflug die Karten für das New-Model-Army-Konzert unauffindbar sind, verhagelt mir doch sehr die Laune (zum Glück lässt es sich lösen).

Oktober: Die erste Woche sind wir im Urlaub auf Pressereise in Schottland. Wir sehen und erleben viel. Toll war auch, dass die Freunde, die im April bei uns waren, auch in Schottland sind und sich unsere Wege für 2 Tage kreuzen. Das New-Model-Army-Konzert in Glasgow war für mich als Fangirl natürlich ein besonderes Highlight. Nach dem Urlaub heißt es: Arbeit, Arbeit, Arbeit mit Job-Trip nach München. Dazwischen bleibt auch noch Zeit für Tattoo Nr. 5 (Erdbert auf dem rechten Arm), zum Seebrücke-Pussyhat stricken. Das Kind ist dann auch wieder aus den Ferien da. Der RB hat Geburtstag und wir gehen (diesmal nur zu zweit) auf ein Konzert.
Verzichtes hätte ich gerne auf: … die Landtagswahl, weil ich mich nicht entscheiden kann und das Ergebnis (der Wahl gesamt) ist auch … tjanun … bescheiden.

November: Arbeit, Arbeit, Arbeit – ich muss u.a. nach Berlin (wie immer hinfliegen, Veranstaltung und zurückfliegen). Es laufen die letzten Rugby-Turniere bei nochmal schönem Wetter. Wir nutzen die Gelegenheit und besuchen eine liebe Internet-Freundin. Es gibt erstmals Grippeimpfung für alle. Ich gehe mit dem Kind (und einem Kumpel) zur Kinder-Kunst-Nacht. Und dann machen wir einen Ausflug nach Marburg. Ich beginne die alljährliche Keksbackaktion zu planen, während wir zusammen schon den nächsten Urlaub in Schottland organisieren.
Verzichtes hätte ich gerne auf: Der November ist recht entspannt. Es gibt so gut wie nichts, das mich übermäßig stresst.

Dezember: In diesem Haushalt gibt es 7 Adventskalender – zwei davon sind musikalische, die der RB für den midi-monsieur und mich individuell bestückt hat. Ich backe bis zum 13. gefühlt durchgehend Kekse. Was nur kurz unterbrochen wird von einem Job-Trip nach Leipzig, Käsefondue bei einer der besten, Nikolaus, der #frauleinzuhaus-Aktion auf Twitter. Dann ist alles parat für den Adventskaffee, der wie immer sehr toll ist. So viele liebe Menschen! In der letzten Ferienwoche geht es für uns drei zum FeineSahneFischfilet-Konzert. Den Ferienstart beginnen der midi-monsieur und ich in Zürich. Heilig Abend sind wir bei meinen Eltern, am Tag drauf im Saarland beim Vater vom RB. Bevor das Kind nach Frankreich gebracht wird gehen wir zusammen zum Busters-Konzert. Der RB und ich bleiben eine Nacht in Paris, wofür wir eine sehr niedliche Mikro-Wohnung ergattert haben. Der Tag im Centre Pompidou war quasi der Jahresabeschluss, denn am 30. und 31. haben wir nichts gemacht.
Verzichtes hätte ich gerne auf: Der midi-monsieur hat mal wieder Streptokokken und muss Antibiotikum nehmen. Dazu hat der RB sich eine fette Erkältung eingefangen, die er dank Arbeit auch verschleppt. Das Ergebnis: In Paris verbringen wir den Abend in der Wohnung und nicht wie geplant im Restaurant und im Jardin des Plantes.

Mal sehen, was 2019 so bringen wird.

Geht auch ohne

Geht auch ohne

Ich hatte mich schon im Frühjahr geärgert, dass dieses Jahr die Sommerwerft und das StOffeL zeitgleich stattfinden würden. Und auch wenn ich – obwohl das StOffeL nur einen Katzensprung entfernt ist – eher zur Sommerwerft gehe, habe ich diesen Sommer weder das eine noch das andere besucht. Nicht ein einziges Mal. Zum einen lag es daran, dass sie an dem Wochenende starteten, an dem wir aus dem Urlaub zurückkamen. Und die Woche danach waren wir mit wieder aneinander gewöhnen – also der midi-monsieur vor allem wieder eingewöhnen – beschäftigt. Beim StOffeL war das Programm an Tagen interessant, an den der RB nicht konnte und bei der Sommerwerft habe ich gar nicht froß geguckt, weil es dann einfach zu heiß war. Also mir war zu heiß. Dazu kam noch wirklich zu tun und ein durch die Hitze verschobener Tagesrhythmus.

Der Sommer war bislang trotzdem toll.

12von12

12von12

Mit dem Bloggen hakt es derzeit etwas – Hitze, viel zu tun, RL und so -, da nutze ich gerne 12von12, um das Blog zu füllen.

Mehr 12von12 wie immer bei Draußen nur Kännchen.

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* hat leider nur bedingt geholfen

** Rumpenheimer Fähre

*** Main

**** Accra Circle in Offenbach, Ghanaisches Restaurant

Kurze und K7

Kurze und K7

  • Sowas wie ausgeschlafen.
  • Mich als Kammerjägerin versucht.
  • Zu spät auf dem Markt gewesen.
  • Kuchendate mit dem midi-monsieur.
  • Eine der Besten sehen und drücken können.
  • Konzert mit meinen beiden Männern.
  • Mitternachtsschnittchen als Mandala.
Lagerkoller

Lagerkoller

Seit Tagen habe ich mich wegen der Hitze und Arbeit kaum außerhalb der Wohnung bewegt. Das Weiteste waren die Fahrten mit dem midi-monsieur zum Rugby. Umso mehr habe ich mich darauf gefreu, heute Abend mit dem RB und dem midi-monsieur essen zu gehen. Geplant war, dass der midi-monsieur und ich den RB nach Ladenschluss abholen und dann zusammen ghanaisch essen gehen.

In der Ausführung sah das dann so aus, dass ich bis 18h30 gearbeitet habe (und seit ca 14h30 nichts mehr gegessen hatte), mich dann schnell schick gemacht habe und dann mit dem midi-monsieur richtig Bushaltestelle gelaufen bin. Also ich bin gelaufen und das Kind gerollert. Wir waren etwas zu früh an der Haltestelle, weswegen der midi-monsieur so rumkurvte, während ich mal wieder eine Mitteilung über die Onlinewache der hessischen Polizei machte. Dann hörte ich den Rolle vom Kind, sah ihn im Augenwinkel stürzen und dann hörte ich ihn auch schon brüllen. Ich ließ von der Anzeige (erstmal) ab und rannte zu Kind, hob ihn hoch, besah mir das Knie, das gut aufgeschürft war und nahm ihn in den Arm. Passantinnen guckten interessiert; einer kam an und meinte: „Der muss atmen.“ Ich erwiederte etwas schroff, weil etwas genervt: „Solange der so brüllt, atmet er auch.“ Ich kümmerte mich um den midi-monsieur, der dann unbedingt nach Hause wollte. Natürlich konnte ich das verstehen. Mein Hunger und mein Lagerkoller allerdings nicht. Ich schnappte mir seinen Roller und stapfte los. Mit jedem Schritt wurde mein Groll größer und mein Hunger auch. Als ich dann den Bus um die Ecke kurven sah, war ich schon sehr ungehalten. Auf dem Weg schrieb ich noch dem RB, dass wir nicht kämen.

Zu Hause kümmerte ich mich um das Knie vom Kind – reinigen, desinfizieren. Ich war mittlerweile so hangry, dass ich Empathie gar nicht mehr hätte buchstabieren können. Ich schickte das Kind also Richtung Bett, er solle ein Hörspiel hören… ich legte mich auch hin. Grummelnd – in Kopf und Magen.

Ich sollte in so einem Zustand nicht kommunizieren. Gar nicht*. Aber ich hätte dem RB ja auch nicht nicht antworten können. Und so bekam er ganz viel Laune ab. Nein, nett ist was anderes. Und ja Gedanken lesen kann er nunmal nicht. Da kann ich noch so kryptisch Dinge andeuten und meinen, dass ich damit total direkt kommuniziert habe, aber eben*.

Es dauerte auch recht lange, bis ich aus meinem Groll rauskam. Da konnte ich dann erstmal das Kind wieder in den Arm nehmen und bekuscheln. Und dann – nach einem Apfel und einem trockenen Brötchen – konnte ich auch dem RB sagen, was er „falsch gemacht“ hatte.**

Tja und dann war auch alles verraucht: Ich machte mir noch was zu essen, damit ich eine Grundlage für den weitere Verlauf des Abends der Nacht hatte, denn es „mussten“*** …

… probiert und kommentiert werden. Ich fasse es mal kurz: lecker (manches mehr, aber alles lecker oder wird es**** zumindest mal – so in 1-2 Jahren).

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* Denn ich bin in einem solchen Status einfach nicht mehr in der Lage, richtig zu kommunizieren.

** Also außer, dass er nicht Gedanken lesen kann, hat er eigentlich nichts falsch gemacht. Aber ich „genieße“ es dennoch sehr, dass Streits zwischen dem RB und mir so entspannt sind.

*** So ist das Leben als Geschäftsverstärkerin mit einem Schnapshändler.

**** die 2017er Weine