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Kategorie: Leben mit Kind

Abschottung, Tag 27

Abschottung, Tag 27

Ich werde erstmals um kurz vor 7h00 wach. Die Blase drängt. Ich versuche einen kleinen Moment, ob ich nicht trotzdem wieder einschlafen kann, muss mich aber meiner Vesicae urinariae geschlagen geben. Dann habe ich kurz die Befürchtung nicht wieder einschlafen zu können, aber noch während ich mir Gedanken mache, bin ich schon wieder eingeschlafen. Um 9h30 geht der Wecker. Nein, das ist kein Einstimmung auf den Urlaub, der Karfreitag beginnt. Der Wecker geht schon die ganze Zeit, seit das Kind nicht mehr in die Schule muss, um diese Uhrzeit (außer ich habe eine Telko vor dieser Zeit, dann stehe ich früher auf).

Ich schlurfe zum Rechner. Der RB ist schon wach. Das Kind natürlich auch. Ich öffne den Rechner, telefoniere mit einer Kollegin. Der RB stellt mir einen Tee hin. Ich kümmere mich um dies und jenes. So richtig viel steht (erstmal) nicht an. Ich warte auf Projekte. Ich versuche mich an einem Text, aber tue mich extrem schwer. Die Luft ist gerade raus. Gegen Mittag trudeln die Projekte ein und ich habe am Nachmittag noch gut zu tun.

Weil es auf dem Balkon wärmer ist als in der Wohnung, will ich da arbeiten. Aber im Hof unterhalten sich zwei Nachbarinnen – junge Frauen, maximal 35 Jahre alt – über Corona. Es fallen Sätze wie „Ich überlege ja echt, mich irgendwo anzustecken. Dann gehe ich halt 2 Wochen in Quarantäne, aber dann hab ich’s durch und bin immun und kann wieder raus.“ Ich bin kurz davor ihr zuzubrüllen, wer sie als alleinstehende Frau den pflegen würde bzw. auf sie achten, falls der Verlauf nicht so harmlos sein sollte. Die andere führt das Schwedische Modell an und ich muss an mich halten, damit ich die Unterhaltung nicht mit „Super-System, funktioniert auch super“ zu sprengen. Ich bin kurz davor wieder reinzugehen, da fällt mir ein, dass ich mich ja schützen kann.

Auch eine Form der Isolierung

Mit dem einen Text* komme ich nicht weiter, aber dafür bringe ich alle anderen Projekte, die ich auf den Weg bringen kann vor meinem Urlaub, so auf den Weg, dass ich beruhigt nächste Woche nicht erreichbar sein kann.

Gegen 17h30 bin ich fertig. Ich gehe schnell einkaufen. Als ich wieder da bin, hat das Kind kein Internet mehr und will mit mir Passen üben. Also gehen wir mit dem Rugbyball in den Hof.

Weil der RB noch Auslieferungen mach, dauert es, bis er nach Hause kommt. Ich gucke derweil Mrs. Maisel und stelle fest, dass ich Bock auf Pizza habe. Als der RB endlich da ist, bestellen wir Pizza** und gehen sie zusammen abholen (also der RB und ich).

Nach dem Pizzapicknick auf der Couch ist es Zeit fürs Bett – also fürs Kind.

Bei zwei weiteren Folgen Mrs. Maisel blogge ich und der RB entspannt sich.

Morgen ausschlafen***! Yeah.

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* Der Text ist eh ein Extra-Auftag, also Privat-Vergnügen und muss am Dienstag fertig sein.

** Okay, wir bestellen nicht sofort Pizza, denn als erstes halte ich dem RB, nachdem er mir berichtete, wie gut sein Tag gelaufen war, eine Standpauke, dass er aufhören soll, immer so pessimistisch und sorgenvoll zu sein.

*** und übermorgen und überübermorgen und überüberübermorgen und … überüberüberüberüberüberüberüberübermorgen.

Abschottung, Tag 26

Abschottung, Tag 26

Der Tag fängt etwas verspätet an. Ich fühle mich matschig. Also erstmal eine Ibu und ne Dusche.

Immer noch viel Arbeit. Was auch daran liegt, das ich nächste Woche Urlaub habe und einfach ein paar Dinge auf den Weg bringen will, damit mich danach nicht der Schlag trifft.

Ich schicke den RB zum Markt und überrede das Kind, dass er sich um den Apple Crumble kümmert. Während ich brav arbeite, schält und schnippelt das Kind also Äpfel, dann wiegt er die Zutaten ein und lässt den Tatort unvollendet zurück. Also knete ich schnell die Streusel und schiebe alles in den Ofen. Dann lässt langsam die Ibu nach und bevor ich noch eine nehme, gehe ich lieber eine Runde raus. Hui, ist das warm.

Wenn ich einen BH anhätte, würde ich den Hoodie ausziehen, aber T-Shirt ohne BH finde ich dann doch komisch*.

Wieder zu Hause ziehe ich einen BH Rock an und den Hoodie aus. Der Crumble ist fertig und wir essen auf dem Balkon. Dann arbeite ich weiter.

Heute Abend kocht der RB – was sich so kochen nennt: Er mischt Dinge zusammen. Aber es wird lecker. Wir essen auf dem Balkon. Das Kind ist auf dem Absprung, weil er wieder zum Zocken verarbredet ist. Ich freue mich im Großen und Ganzen für ihn. Auch wenn ich dem sehr ambivalent gegenüberstehe, dass er so viel vor irgendwelchen elektrischen Geräten abhängt.

Beim ins-Bett-Bringen hat er wenigstens keinen Papa-Blues und wir albern ein bisschen rum.

Ich mach spät noch was für die Arbeit fertig.

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* Scheiß-Gesellschaftszwänge

Abschottung, Tag 25

Abschottung, Tag 25

Ich arbeite (zu) viel. Ich bin eine schlechte Mutter, denn ich bin so auf „das Kind ist in den Ferien nicht da, also arbeite ich viel und genieße die Abende mit dem RB“ gepolt, dass es mir schwer fällt, ihn wahrzunehmen mich auf ihn einzulassen und Arbeit mal sein zu lassen. Aber dann bin ich gerade an einer Sache und will die wenigstens noch fertig machen. Blöd halt, wenn parallel drölfzig Mails ankommen, die eine, also ich, dann nur mal eben kurz anschaut und schwubbs, ins nächste Projekt rutscht.

Nachdem ich das Kind heute wiederholt angeranzt hatte, mich nicht zu stören, war klar, dass das nicht so weitergehen kann. Ich machte das Mailprogramm zu, schloss Teams und machte wirklich dieses eine Projekt zu Ende. Dann machte ich mir was zu essen. Das Kind suchte ein Spiel raus und wir spielten ein paar Partien Drecksau. Geht auch – wenn eine wirklich will. Trotzdem ist es gut, dass ich nächste Woche Urlaub habe.

Beim abendlichen Kochen verschätzte ich mich irgendwie hinsichtlich des Volumens vom Weißkohl. Aber lecker er, …

… der vietnamesische Hähnchen-Krautsalat …

… und gereicht hätte es vermutlich wirklich für alle, die später in der #CorotäneKneipe waren.

Achja, das ist schon eine feine Sache mit der Online-Kneipe für alle, die mal was anderes sehen wollen als die eigenen Primärkontakte.

Abschottung, Tag 24

Abschottung, Tag 24

Ich bin eine schlechte HomeSchooling-Mutter. Ich habe noch immer nicht die letzten Hausaufgaben von letzter Woche an die Lehrerinnen geschickt. Das Kind hat aber auch noch kein Feedback von ebendiesen Lehrerinnen zu vorherigen Aufgaben. Da fällt es mir etwas schwer, da so streng nachzuhalten. Wobei das Kind wohl fertig ist mit den Aufgaben.

Nächste Woche habe ich Urlaub und das ist auch wirklich gut so. Es war ja eh nicht geplant, dass wir wegfahren. Dass das Kind da ist, war ja auch nicht geplant. Aber gerade ist eh nichts geplant. Dennoch wird es uns allen gut tun, wenn ich nicht arbeiten muss. Ausschlafen, wirklich Zeit miteinander – vor allem das Kind und ich. Mein Job fordert mich gerade sehr. So wie immer. Covid-19 hat auf meine Projekte noch keinen direkten Einfluss. Hier und da indirekten, aber sicherlich haben wir dadurch weniger, sondern eher mehr zu tun.

Arbeit besteht heute aus vielen Telefonaten. Als das letzte Telefonat geschafft ist, ist es spät genug, dass ich den Teig für die Burgerbuns vorbereiten. Während der Teig geht und ich nochmal arbeite, kümmern sich der RB und das Kind ums Hack.

Das Kind am Fleischwolf

Ich klappe den Rechner zu und forme mit dem Kind Patties. Dann ist der Teig gegangen und ich forme Buns. Während die gehen, kümmern wir uns um die weiteren Burgerzutaten. Dann kommen die Buns in den Ofen.

Perfect Buns*

Der RB verschwindet auf den Balkon. Dort ist es angenehmer als auf dem Balkon und so beschließen wir zu ersten Mal** in diesem Jahr draußen zu essen.

Nomnomnom

Danach mache ich noch was für die Arbeit, das Kind skypt mit dem. Kv, der RB verflucht seinen Apfel***.

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* Der Trick war unbeasichtigt: Kurz vor Backende hatte irgendwer versehentlich die Temperatur auf 250 °C hochgedreht.

** Stimmt nicht ganz, wir hatte Anfang der Abschottung schon Kaffee und Kuchen auf dem Balkon.

*** Hah! Meine Rede. Seit 3 Monaten.

Abschottung, Tag 23

Abschottung, Tag 23

Nach dem Spaziergang durch den Osten Frankfurts gestern wachte ich heute mit einem angenehmen Muskelkater aufgewacht. Hach, das tut gut.

Zum Frühstück gab es Bananenbrot, das ich gestern noch gebacken hatte. Gestärkt rasierte ich dem Kind die Haare. Weil Ferien sind, traute er sich endlich zum Iro. Und hey, es sieht verdammt cool aus. Dann durfte der RB an meinen Hinterkopf. Und ich durfte an seinen ganzen Kopf. Nach dem Duschen stellte ich allerdings fest, dass des RBs 3D-Schwäche Zögerlichkeit zu ein paar Besonderheiten geführt hatten. Kurzerhand schnappte ich mir den Bartschneider und arbeitete nach. Dann nahm ich auch die Schere und kümmerte mich um den Pony und die Kotletten.

Die gute Seite 😉

Während das Kind sich durch die Welt videokonferierte – zunächst war Norwegen dabei, später Frankreich -, brachte ich der Nachbarin das kleine Extra-Bananenbrot. Dann saugte ich ein paar Spinnweben von der Decke, aber Saugfried streikte irgendwann. Tja, da kann ich nichts machen. Dann videokonferierte ich mich mit einem befreundeten Paar. Der RB videokonferierte mit anderen Menschen.

Dann kam ich auf die Idee, dass ich endlich mal das Flugticket vom Kind stornieren sollte und griff zum Telefon – ja, natürlich hatte ich den Buchungscode parat. Und weil ich von lange Wartezeiten in der Hotline ausging, fing ich beim ersten Tuten an, die Grie Soß zubereiten. Dann musste ich irgendwelche Zahlen drücken und kurz hatte ich Angst, wieder in den englischsprachigen Teil geraten zu sein. Doch dann – ich war noch immer bei der Petersilie* – sprach mich eine Dame viel, viel, viel schneller als erwartet an. Ich gab den Buchungscode an. Nein, umbuchen kann ich leider nicht, ich weiß ja nicht, wann es weitergeht. Die Rückbuchung würde etwas dauern. Ja, kein Problem. Ist ja alles unschön genug so.

Danach machte ich die Grie Soß fertig – die Petersilie war ja noch gar nicht verarbarbeitet. Der RB kümmerte sich um Herrn Weber und das Grillen.

Und damit das Kind wenigstens etwas frische Luft bekam, musste er noch mit mir auf den Balkon, um die beiden Avocados endlich einzuplanzen und die Pilea-Babys in ihre Kinderzimmer eigene Blumentöpfe zu überführen.

Danach videokonferierten der RB und ich noch mit einem anderen befreundeten Paar. Es tut gut, sich wenigstens so zu sehen und zu sprechen.

Und als hätte das Kind mitbekommen, dass ich heute das Flugticket zu seinem Papa storniert hatte**, hatte er heute abend besonders großes Vermissen. Wäre er doch auch, wenn keine Pandemie wäre, bereits seit gestern beim Kv. Er weinte und schluchzte viel. Er war traurig und brauchte Einschlafbegleitung. Ich hoffe nur, dass er sich nicht die kommenden zwei Wochen weiter reinsteigert***.

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* Wenn ich Grie Soß mache, rolle ich das Päggscher auf, vereinzele die verschiedenen Kräutersorten. Dann fange ich immer mit der Petersilie an, die anderen Kräuter folgen dann auch sortenrein und in einer bestimmten Reihenfolgen. Am Ende kommt immer die Kresse rein.

** Ich hatte es ihm extra nicht gesagt.

*** ja, das klingt nicht sehr nett. Ich brauche Urlaub.

Abschottung, Tag 22

Abschottung, Tag 22

Das Kind hatte gestern wieder einen Fotoauftrag*, damit er sich an der frischen Luft bewegt:

Das Wochenende fing mit Quasi-Ausschlafen an. Hätte ich nicht noch unbedingt eine Folge Mrs. Maisel gucken müssen, hätte ich auch eine Stunde mehr Schlaf bekommen. Aber es war schon okay.

Der RB und ich machten schnell einen Essensplan bis Donnerstag. Dann ging (!!!) er los Richtung Laden (und kam da auch zu Fuß an). Ich ging schnell einkaufen. Das Kind hing derweil im Internet rum.

Allerdings hatte ich gestern einen Rausgeh-Deal vorgegeben: Heute geht das Kind mit mir raus, dafür machen einen Kinoabend.

Also gingen wir gegen 14h00 los. Weil ich kein Mehl bekommen hatte (und tatsächlich mal ein Kilo brauche), gingen wir zunächst so, dass wir an ein paar Supermärkten vorbeikamen. Allerdings war mir entweder die Schlange zu lang oder es gab halt keins. Dafür war „unsere“ Metzger auf dem Markt (das hätte ich 2 Stunden früher wissen sollen), ich kaufte etwas Uffschnitt und Notfall-Grillgut. Und wenn wir schon mal unterwegs waren, konnten wir auch gleich gucken gehen, ob das eine Spargelbüdchen schon an Ort und Stelle ist. Ist es. Also nahm ich auch Spargel für morgen mit.

Dann ging es weiter (bzw. das Kind rollerte) – Richtung Offenbach und damit RB.

Während der Osthafenpark wirklich leer war, …

… war der südliche Main-Uferweg total überlaufen bzw. voll mit Radfahrern.

Ein Radfahrer fuhr mit Vollspeed erstmal in einen Zaun. Eine andere Radfahrerin musste vor unseren Augen notärztlich behandelt werden**.

Dann machten wir uns zusammen mit dem RB, der zwischenzeitlich zu uns gestoßen war, auf dem Weg nach Hause. Weil ich noch einen Mehlversuch starten wollte, ging es über die Kaiserleibrücke zur Metro.

Und dann auch endlich zurück. Wir waren alle schon ziemlich k.o. und als wir zu Hause waren hatten das Kind und ich auch gut 11 Kilometer in den Beinen.

Der Kinoabend war redlich verdient.

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* Farben des Regenbogen sammeln.

** So makaber es ist, aber das Kind weiß jetzt, warum ich darauf bestehe, dass er Helm trägt. Auch beim Rollerfahren.

Abschottung, Tag 20

Abschottung, Tag 20

Der Tag begann gut. Ich hatte verhindert, dass ich bereits um 9h00 telefonieren musste. So begann der Tag um 10h00. Ich arbeitete vor mich hin. Half dem Kind hier und da bei den Hausaufgaben. Überlegte mit ihm zusammen, wie wichtig oder nicht Grammatik ist (sehr wichtig).

Gegen 15h00 dachte ich, ich könne eine Yoga-Einheit einschieben. Gegen 16h00 saß ich dann – ohne Yoga – mit Wärmflasche auf dem Sofa, weil ich auf einmal fieses Magendrücken hatte. Das war gar nicht lustig. Promt fand ich mich nach Covid19-Symptomen googelnd wieder. Da war doch was mit Magen-Darm-Irgendwas. Um mich weiter abzulenken, geben ich „The Marvelous Mrs. Maisel“ eine neue Chance mich zu überzeugen. Was soll ich sagen?! Am Ende des Tages bin ich mit der ersten Staffel durch.

Ich wohne für den Rest des Tages auf dem Sofa. Nicke zwischendurch immer mal wieder weg oder stricke an einem Pussyhat weiter (der ebenfalls am Ende des Tages fertig ist).

Nachts hatte das Kind Spukerei (nicht SpuCKerei). Das ist nicht so wirklich verwunderlich, denn er ist körperlich überhaupt nicht ausgelastet, frische Luft kommt maximal durchs gekippte Fenster. Dazu noch die Dauerberieselung durch Let’s-Play-Videos und seinen digitalen Spielen. Aber jeder Hinweis darauf, dass er sein Verhalten etwas ändern sollte, wird höchst prä-pubertär kommentiert.

Ich warte jetzt erstmal darauf, ob ich kurzatmiger werde oder nichts mehr schmecke.

Abschottung, Tag 19

Abschottung, Tag 19

Puh, der Tag fing mit einer Telefonkonferenz um 9h00 an. Dann schickte ich das Kind zum Bäcker und wir frühstückten zu dritt. Insgesamt lief der Tag sehr fluffig. Das Kind hatte hier und da Fragen zu seinen Aufgaben. Ich konnte aber dies das und jenes abarbeiten. Irgendwann war die Konzentration weg und ich beschloss eine kurze Yoga-Einheit einzulegen. Dann kochte ich und wir aßen zusammen. Anschließend ging ich duschen, um mich dann aufzuhübschen für die #CorotäneKneipe. Heutiges Thema war „Formell“ und es hatten sich viele in Schale geworfen. Toll. Es waren auch ein paar Neue dabei. Das war auch toll.

Abschottung, Tag 18

Abschottung, Tag 18

Auf und ab und auf und ab. So ist das wohl dieser Tage. Es gibt gute Tag und es gibt schlechte Tage. Die gibt es eigentlich immer und vielleicht wäre gestern eh doof gewesen, auch wenn wir nicht in der Abschottung wären. Vielleicht waren Zeitumstellung, wenig Schlaf und vermutlich auch noch Zyklus ausreichend, dass der Tag doof war. Womöglich hören wir höre ich nur besser in mich rein. Vielleicht höre ich auch einfach nur Stimmen, weil mir der Input von außen fehlt. Ich versuche mein Nicht-Fuktionieren von mir zu weisen und auf äußere Umstände zu schieben. Das ist dieser Tage auch einfach und nimmt eine dann ja prima aus der Schuld bzw. Pflicht.

Wie auch immer: Heute war ein guter Tag. Ich hing zwar viel in Telkos und Teams-Meetings, aber ich habe mich gut gefühlt. Etwas müde, denn die Nacht war wieder kürzer als geplant. Doch wenn ich erstmal wach bin und Tee getrunken habe, geht es in der Regel.

Am späten Nachmittag beschlossen, dass es nun auch mal gut ist. Alles zugemacht und dann mit dem RB und dem Kind eine Runde durch Viertel gemacht.

Abends dann in Ruhe gekocht.

Das Kind ging früh(er als sonst) ins Bett, aber konnte zunächst nicht einschlafen. Er wollte mit mir in einem Bett schlafen (was theoretisch ginge, weil der RB wegen angeseucht und Schnarch im Gästezimmer schläft), aber das ertrage ich nicht. Das haben wir letztens versucht. Dieses Kind ist zu groß und zu schlafaktiv. Ich habe keinen Platz neben ihm. Ich schlafe nicht gut und schon gar nicht durch.
Ich kann sein Bedürfnis verstehen. Er ist verunsichert und braucht Mamawärme. Aber wir müssen einen Weg finden, wie ich sie ihm anders geben kann.

Abschottung, Tag 16

Abschottung, Tag 16

Zeitumstellung, Nachteuleritis und zack, ist es echt spät, als ich ins Bett gehe. Entsprechend anstrengend ist es, als ich um 11h30 aufstehe. Das Kind weiß noch nicht, dass um 12h00 wieder Kinderquatsch(en) angesagt ist. Er freut sich sehr, dass es doch ein paar Kinder gibt, die Lust haben.

Während er also in seiner Online-Konferenz hängt und der RB die Bäder putzt, yogiere ich. Endlich mal wieder. Das tut gut. Dann muss ich das Kind aus zoom schmeißen, da ich verabredet bin. Es tut gut, andere Gesichter zu sehen.

Danach müsste ich mich eigentlich an einen Text setzen*, aber irgendwie ist mir mehr danach, das Küchenfenster zu putzen. Huiuiui, da kommt eine ziemliche Brühe runter**. Währenddessen hat der RB eine Verabredung auf zoom. Das Kind daddelt in seinem Zimmer.

Ich setze Pizzateig an und brauche diverse Mehlreste auf, die wir so haben***. Der Teig geht und ich räume die Küche auf. Dann ist Pizzaparty angesagt.

Durch die Zeitumstellung fühlt sich alles irgendwie komisch an****. Das Kind bleibt auch bis 23h30 auf. Ich will dann eigentlich endlich meinen Text schreiben, aber beim Ins-Bett-Bringen zeigt sich, dass die letzten zwei Wochen nicht gut für das Mutter-Kind-Verhältnis waren. Er fühlt sich vernachlässigt. Und retrospektiv hat er auch Recht. Dadurch, dass ich es gewohnt bin, im HomeOffice zu arbeiten, habe ich halt mehr oder weniger weitergearbeitet wie sonst. Er lief halt mit. Nicht gut. Wir müssen uns ein anderes System ausdenken.

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* Ja, am Wochenende, da Extra-Auftrag

** Das habe ich wurde auch sicherlich seit 2 Jahren nicht mehr geputzt.

*** Ich mag es ja eh gern, wenn im Pizzateig ein Teil Vollkornmehl ist. Das Geheimnis ist eh, einen Teil (10-15%) durch Hartweißengrieß zu ersetzen.

**** Für mich ist es nicht nur eine Stunde. Es beeinflusst sehr meinen Biorhythmus und mein Zeitgefühl.