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Kategorie: Leben mit Kind

Reisender

Reisender

Das Kind wird mal ein Reisender. Vielleicht ist er es ja auch schon. Schon immer ist er es gewohnt zu reisen und nicht in Frankfurt zu sein. Mir fällt es gerade etwas schwer „zu Hause in Frankfurt“ zu schreiben. Ich finde es gerade irgendwie vermessen, einfach zu sagen, dass er hier, bei mir, zu Hause ist. Ich glaube aber, dass ich sein sicherer Hafen bin.

Auf jeden Fall ist es soweit: Das Kind ist 12 und reist allein.

Nachdem er im Sommer ja schon alleine als betreutes Flugobjekt zum Kv geflogen ist, ist er heute ganz allein gereist. Mit dem Zug zur Oma. Ich habe ihn heute Morgen in den Zug gesetzt – weil das SparAngebot so günstig war, durfte er sogar 1. Klasse reisen – und er stieg 4 Stunden später bei Oma aus.

Das eröffnet ganz neue Optionen.

Wahl verschoben

Wahl verschoben

Nach der Wahl ist vor der Wahl. Naja, nach der großen Bundestagswahl hätte die kleine Wahl der Elternbeirätin in der neuen Klasse des Kindes stattfinden sollen. Und ich hatte mir vorgenommen, mich nicht wählen zu lassen. Ich war jetzt 6 Jahre lang Elternbeirätin und ich bin retrospektiv nicht ganz sicher, wie gut oder schlecht das fürs Kind war. Denn ich fürchte stark, dass es Lehrkräfte nicht immer schaffen Elternbeirätin von Elter von Kind zu trennen und dann nörgelt halt doch nur Elter von Kind und nicht die Elternbeirätin und schwubbs, steckt das Kind in der falschen Schublade. Und ich bin ja auch nicht unbedingt für meine Diplomatie bekannt.

Der Elternabend lief aber irgendwie speziell, denn es fühlte sich an, als würden sich alle das erste Mal sehen. Selbst Eltern, die sich schon länger kennen eierten zwischen Du und Sie rum. Die Klassenlejkraft war definitiv ganz neu – an der Schule und in der Klasse. 5 neue Schülerinnen hat die Klasse bekommen, jede von einem Elter vertreten.

Die vergangenen zwei Schuljahre scheinen nicht gut gelaufen zu sein. So ganz konnte ich nicht durchdringen, warum. Zumindest wetterten die amtierenden Elternbeirätinnen, dass sie ihr Amt auf jeden Fall niederlegen wollen, weil ihre Kinder darunter leiden würden. Es war etwas kompliziert rauszubekommen, dass das „Leiden“ nicht durch Lehrkräfte, sondern durch Mitschülerinnen verursacht wurde. Ich will das nicht in Abrede stellen, aber ich kann mir nicht vorstellen, warum und wie die Mitschülerinnen das gegen die Kinder verwendet haben. Vielleicht komme ich noch dahinter.

Tja, und bis dahin müssen die beiden amtierenden Elternvertreterinnen das Amt weiter ausüben. Ich habe mir ein halbes Jahr Beobachtungszeit erbeten, bevor ich mich zur Wahl aufstellen lasse.

Lehrbuch

Lehrbuch

Ich halte mich durchaus für aufgeklärt – also im sexuellen Sinne. Aber bis ich auf instagram The Vulva Gallery folgte, war mir nicht wirklich bewusst, wie unterschiedlich Vulven aussehen. Ich habe mir darüber bis dahin keine kaum* Gedanken gemacht. Ich habe das Glück, – achtung, TMI – dass meine Vulva sehr dem gängigen Bild entspricht, das einer in üblichem Aufklärungsmaterial vermittelt wird. So hatte ich nie Bedarf, das zu hinterfragen. Und da ich doch sehr hetero bin, bin ich bislang noch nicht anderen Vulven in freier Wildbahn begegnet. Selbst beim gemeinsamen Duschen sieht eine ja nicht wirklich viel.

Ich will nicht sagen, dass ich ein völlig unverkrampftes Verhältnis zur Sexualität habe, aber ich würde mich als sehr offen bezeichnen und möchte auch, dass das Kind da gewisse Dinge mitnimmt: Neben einem korrekten Wording (Vulva vs. Vagina) möchte ich, dass er einerseits gelassen mit Sex umgeht, aber immer „Safety first“ im Kopf hat. Erlaubt ist, was den Beteiligten gefällt und ohne Konsens geht es nicht. Ich rede offen mit ihm – sei es, weil er fragt, weil es gerade Thema in der Schule ist oder weil ich meine, er müsste mir gerade mal wieder zuhören.

Letztens habe ich ja den Wohnbereich umgestaltet. Dazu zählte auch die Neuanordnung von Bildern. So, dass wir noch Platz für neue Bilder hatten. Ein Loch füllten wir mit einer Eule. Aber dann war da noch ein Loch.

Das ich kurzerhand mit einem Druck von The Vulva Gallery füllte.

Nicht nur, dass es sich gut einfügt. Ich finde es darüber hinaus auch gut, dass das Wording (fürs Kind) so ganz normal im Alltag präsent ist.

Neben dem Bild habe ich auch noch das Buch bestellt.

Und ich möchte Eltern – gerade auch – mit weiblich gelesenen Kindern dieses Buch empfehlen. Auch wenn es auf Englisch ist, sprechen die vielen Bilder der unterschiedlichen Vulven für sich. Ich kann mir vorstellen, dass es den Kindern die Angst nehmen kann, dass mit ihnen etwas „nicht stimmt“, nur weil ihre Vulven nicht aussehen wie im Schulbuch.

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* Ich habe mich immer mal wieder darüber gewundert, wenn ich über Schamlippen-Schönheits-OPs las.

Unsortiertes

Unsortiertes

Ich sehe, dass der Mord von Idar-Oberstein nur der Anfang war. Dämme sind gebrochen. Es wird noch mehr Tote geben. Und ich weiß nicht, ob und wann etwas passieren wird – politisch.

Das Kind teilt dem Kv mit, dass er in den Herbstferien nicht kommen will. Der Kv rastet aus. Das Kind legt auf. Die Abgeklärtheit von diesem 12jährigen Kind ist der Wahnsinn. Es ist eine Unverschämtheit vom Kv, das Kind so in die Erwachsenenrolle zu drängen.

Morgen geht es zu Friseur. Ich habe mir schon überlegt, das ich einleiten werden mit den Worten: „Du wirst zaubern müssen.“ Es darf ja nicht gefärbt werden, mein Ansatz ist mittlerweile ca. 4 cm lang. Für den Unterschied schwarz-blond ist das viel fürs Schneiden ist es wenig. Mal sehen, was mein Friseur sich einfallen lässt.

Ich habe gewählt. Ich bin gespannt, wie es am Sonntag ausgeht, fürchte aber nichts Gutes.


Aber für mich wäre vieles nichts Gutes. Nein, auch die Grünen sind für mich nichts Gutes und auch noch nicht einmal das kleinest Übel. Aber wie eingangs steht: Ich habe gewählt, es nützt nichts mich von irgendwas überzeugen zu wollen.

Nochmal das Kind: Heute morgen hat er sich selbst sein Pausenbrot gemacht und ist dann früher als eh schon losgefahren. Und auch sonst sehen wir uns wenig(er). Er kommt nach Hause und zieht los zum Sport: Rugby, Schwimmen, Bouldern. Er würde gerne noch Rudern testen. Ich gehe dann mal recherchieren.

Ach und nochwas zur BTW:

Das mit der Müdigkeit ist noch nicht besser. Könnte sein, dass ich zu wenig schlafe… Ich bin nicht gemacht für einen Tagesrhythmus, der vor 10h00 anfängt. Vielleicht schule ich aber wie der RB irgendwann mal auf Lerche um.

Möge es so weiter gehen

Möge es so weiter gehen

Über drei Wochen vom neuen Schuljahr sind um. Drei Wochen an der neuen Schule fürs Kind.

Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, ob er wirklich wechseln soll. Aber nachdem wir ja schon zu Grundschulzeiten das Thema hatten und ich es vermutlich da auch nochmal forciert hätte, wenn die unsägliche Klassenlehrerin nicht schwanger geworden wäre. Aber sie hatte in den ersten zwei Jahren schon sehr viel verbockt – beim Kind und für die Klassengemeinschat, in der er erst ganz am Schluss Fuß fassen konnte. Dem Kind hätten noch ein bis zwei Jahre Grundschule gut getan. Um Klassengemeinschaft zu erleben, um die ersten beiden Schuljahre zu „vergessen“, naja wenigstenszu kompensieren. Das gibt das deutsche Schulsystem aber nicht her (außer in Berlin).

Der Wechsel auf die weiterführende Schule war ähnlich blöd wie der auf die Grundschule: Kein Kind, mit dem er gut klarkam, wechselte auf diese Schule. Er stand – wieder – allein auf weiter Flur und in der neuen Klasse eingeschworenen Cliquen gegenüber. Es lief von Anfang an nicht rund. Früh sprach er von Schul- oder wenigstens Klassenwechsel. Ich führte Gespräche mit den Klassenlehrkräften. Ich war nicht happy. Das Kind auch nicht. Aber dann kam die Pandemie und Schule war anders, war nicht mehr Klassenverband, in dem er sich nicht wohlfühlte, sondern lernen, wann und wie es ihm gefiel. Das tat ihm gut. Auch der Wechselunterricht war okay. Das Kind hatte Spaß an Schule, Bock auf Lernen.

Doch als das 6. Schuljahr wieder mit Vollpräsenz lief, war er wieder unglücklich. Ihm ging es nicht gut. Diese Klasse tat ihm nicht gut. Ich führte wieder Gespräche. Wie schon ein Jahr zuvor schwang „victim blaming“ mit: Das Kind sei auch kein Engel. Er würde diesdasjenes machen. Er bräuchte sich nicht wundern, wenn die anderen Kinder darauf reagieren. Die Lehrkräfte sahen wohl nur eine Henne-Ei-Frage dabei. Außerdem müsse das Kind verstehen, dass in der Klasse einige halt Schwierigkeiten hätten. Er sei ja ein Leistungsträger in der Klasse, die anderen bräuchten mehr Unterstützung. Uff. Wenn das Inklusion sein soll, dann will ich das nicht. Es kann nicht sein, dass von unten in das System gestopft wird und die Leistungsstarken dadurch „oben“ rausfallen. Und gerade eine IGS muss das mit der Binnendifferenzierung schaffen.

Als nach der Winter-Schulschließung der Wechselunterricht wieder startete, blieb das Kind zunächst zu Hause. In Hessen war das zum Glück möglich. Dann kam der Vollpräsenzunterricht und die Lehrkräfte bestückten die Lernplattform nicht mehr (auch wenn sie gemusst hätten). Nach reiflichem Abwägen ging das Kind wieder in die Schule. 6 Tage lang. Dann eskalierte die Situation. Der RB nannte es so treffend: „Schule ist nicht Survival of the Fittest, sondern Survival of the Fiesest.“

Auf jeden Fall war die Situation so nicht mehr tragbar und ich kümmerte mich umgehend, wohin das Kind wechseln könnte. Es ging alles schnell und vielleicht war das auch gut so. Die Frankfurter Schulsituation ist so dermaßen angespannt, dass wir keine Wahl, aber wenigstens einen Alternative hatten.

Schlussendlich fällte das Kind die Entscheidung, denn ihn betrifft es hauptsächlich: Der Wechsel sollte geschehen.

Was mich durchaus erleichtert: Während die Schulleitung der alten Schule sich auf die Wechselnachricht gar nicht rührte*, war sich die eine Klassenlehrkraft nicht zu blöde, dem Kind noch einen „schlechte“ Note** reinzuwürgen. Die andere Klassenlehrkraft hat sich gar nicht mehr gemeldet.

Insgesamt hatte das Kind durch das alles 9 Wochen Sommerferien, in denen viel passierte und wir viel sprachen. Auch darüber, dass der Schulwechsel eine Chance für einen Neuanfang ist.

Er scheint es verinnerlicht zu haben. Er hat direkt erste Kontakte geknüpft und kommt gut gelaunt aus der Schule.***

(Und ich merke, wie mich allein diese drei Wochen mit einem entspannteren Kind entspannen.)

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* Ich habe aus AG-Zeiten immer noch einen Schlüssel der alten Schule.

** eine 3 in einem Fach, in dem das Kind bislang IMMER eine 1 oder 2 hatte. Außerdem wurde bei den Kopfnoten nochmal nachgetreten. Danke für nichts, Du arme Wurst.

*** Ich glaube ja auch, dass es ihm gut tut, dass er morgens und nachmittags 6 Kilometer mit dem Rad fährt.

Wo leben wir …

Wo leben wir …

… wenn so ein verdammter Coronaignorant und Egoist einfach jemensch erschießen kann, nur weil er ein Maske tragen sollte.

Es ist erschreckend.

Wütend machend.

Angsteinflößend.

Widerlich.

Wieso habe ich ein Kind in diese Welt gesetzt?!

Ein Abend für mich

Ein Abend für mich

Mein Heute-Ich war meinem Vor-Wochen-Ich sehr dankbar. Denn vor ein paar Wochen, als ich irgendwo in den SoMe darüber gestolpert war, hatte ich mir in meinen Kalender mit Erinnerung eingetragen, dass Justin Sullivan solo heute in Frankfurt spielen wird. Open-Air. Als ich es eintrug, dachte ich noch: Mal schauen, wie das Wetter ist und wenn es dann noch Karten gibt, gehe ich hin. Außerdem war es ja ein Solo-Konzert mit expliziten Solo-Stücken, die ich mir mal angehört hatte, und ich nicht ganz sicher war, ob ich ein Konzert nur damit gut finden könnte. Sie lassen sich gut anhören – so im Hintergrund.

Vor zwei Wochen oder so offenbarte mir der RB, dass er an diesem Wochenende nicht da sein würde. Die Info ist irrelevant, weil sie nichts mit meiner Entscheidung zu tun hat.

Ich hatte heute einen produktiven Tag – danke liebe Hormone, danke liebes Vitamin D – und war am späten Nachmittag, als mein Kalender mich an das Konzert erinnerte, auch nicht k.o. Ich fragte das Kind – rhetorisch -, ob es für ihn problematisch sei, wenn ich heute auf ein Konzert ginge. Er fragte nur, wie lange ich weg sei und hatte Pläne … die ich im Keim erstickte. Vor allem, weil ich mir recht sicher war, dass andere Eltern ihr Kinder nicht abends noch zum Kind lassen würden. Aber gut, ungestörte Zockzeit war auch ausreichend attraktiv, dass ich ausgehen durfte.

Etwas verzögert kam ich los, hatte aber Glück, dass ich just an der Haltestelle ankam, als die Bahn kam (und ich kein 15 Minuten warten musste).

Vor Ort wurden Impfzertifikat in der App und wenigstens der Perso dazu angeguckt. Was so schwer daran ist, den QR-Code vom Impfzertifikat zu scannen, erschließt sich mir nicht. Da ich eine Abendkassenkarte brauchte, die nicht personalisiert war, brauchte es Kontaktverfolgung (gemäß neuer Regelung eigentlich nicht, aber ist ja nicht verkehrt): Zu Wahl standen Luca-App (nein, einfach nein) oder profaner Zettel. Joah, was so schwer daran ist, einen QR-Code fürs Einloggen via CWA zu generieren, erschließt sich mir nicht.

Wie das heutzutage so ist, braucht es beim Konzert einen Sitzplatz. Es ist schon absurd. Vor der Pandemie habe ich sogar auf Konzerte verzichtet, wenn sie nur bestuhlt geplant waren oder ich nur noch einen Sitzplatz bekommen hätte. Nun freut sich eine, überhaupt wieder Live-Musik erleben zu können – auch im Sitzen.

Ich besorgte mir was zu essen und einen Sitzgelegenheit (der Platz ist leider etwas verwinkelt und mit Bäumen, sodass nicht überall ein guter Blick auf die Bühne möglich war und auch schon viele Tische belegt waren).

Justin fing recht pünktlich an und saß da nur mit seiner Stimme und seinen Gitarren auf der Bühne und spielte. Und war wahnsinnig präsent so allein, nur er, seine Stimme und seine Gitarren.

Und als er ein paar New-Model-Army-Songs spielte – allein -, war klar, wie sehr die Band von ihm geprägt ist – auch wenn der Sound von New Model Army mit Schlagzeug, Keyboard, Bass und zweiter Gitarre natürlich anders ist. Achja, seufz. Meine New-Model-Army-Karte für ein Konzert im November 2020 ist nun auf 2022 verschoben worden. Aber ich freue mich immer noch vor.

Die Songs von NMA und auch seine Solo-Songs erzählen Geschichten und/oder zeigen Haltung. Und so nehme ich neben toller Musik, „fucking Brexit“ und einer starken anti-nationalistischen Haltung einen inspirierenden Gedanken zur Pandemie mit:

Die Pandemie hat uns alle zu einer extremeren Version von uns selbst werden lassen. Durch die fehlenden Sozialkontakte findet weniger Reibung statt, die unsere Ecken und Kanten abmildert bzw. in Relation setzt.

Das trifft sehr auf mich zu. Ich habe das Gefühl, dass ich sonderbarer, ungnädiger, kompromissloser, eigenbrödlerischer, ungeduldiger geworden zu sein. Auch daher ist es gut, dass die Impfungen und 2G Sozialkontakte wieder möglich machen und ich muss mich noch immer überwinden.

Danke für den großartigen und inspirierenden Abend <3
Place to zock

Place to zock

Das Kind ist mit 12 schon sehr pubertär. Es gibt Tage, da möchte ich ihn an die Wand tackern oder zumindest wie seine sechs Kuscheltierfledermäuse unter sein Hochbett hängen. Aber gleichzeitig ist er sehr selbstständig und zuverlässig, dass ich die hormonbedingten zerebralen Aussetzer weiterhin weglächeln und schnell vergessen kann.

Zum Pubertieren gehört auch dazu, dass er eigene Welten hat. Welten, die mich nichts angehen, die mich nur bedingt interessieren. Bei uns ist es hauptsächlich das Zocken. Ich habe damit keinen Vertrag. Meine Computerspiel-Karriere endete bei Lemmings. Videospiele finde ich seit jeher uninteressant*. Und Handyspiele sind auch nichts meins**.

Das Kind also zockt. Aber nicht allein und so war bzw ist es während der Pandemie ein großer Teil seines Soziallebens. Eine Win-Win-Situation. Eigentlich sogar eine Win-Win-Win-Situation, denn er zockt zu Hause und ich muss keine Angst haben, dass er mit seinen Kumpels irgendwo draußen rumhängt, wo ich Angst haben muss, dass er in Situationen gerät, die er (noch) nicht kontrollieren kann***.

Und da ich seine Hobbies in d er Regel gerne unterstütze, unterstütze ich auch das Zocken – mit Equipement zum Geburtstag, Spielen zu Weihnachten, ein neuer Stuhl, weil nötig und gerade im Angebot etc. Oder halt wie gerade – weil ich gerade in meiner „Schöner Wohnen“-Phase bin – mit einem vernünftigen und Pubertier-gerechten Platz zum Zocken in seinem Zimmer:

 

Das Grün haben wir gestern zusammen gestrichen. Die Tischplatte haben der RB und ich zugeschnitten, die Böcke hatte der RB noch übrig. Die Haken für die Kopfhörer dümpelten seit mindestens acht Jahren hier rum.

Das Kind ist happy. Ich bin es auch (und hoffe ein bisschen, dass es ihn animiert, etwas mehr Ordnung zu halten.)

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* Ich erinnere mich dunkel daran, dass während meines Studiums für einige Zeit die Konsole meines jüngeren Bruders an unserem Fernseher angeschlossen war und dass ich da irgendwas durchgespielt habe.

** Ab und an überkommt es mich und ein Spiel ist sehr temporär installiert.

*** Ich vertraue ihm sehr und weiß, dass er sehr umsichtig ist, daher darf er auch allein durch den Frankfurter Straßenverkrehr radeln. Wobei ich immer auch etwas Angst habe, das ich den motorisierten Verkehrsteilnehmern nicht traue.

Feuchtgebiete

Feuchtgebiete

Als ich Richtung Baumarkt fuhr, sah ich fette graue Wolken, die nichts Gutes versprachen. Ich dachte noch: „Oh, hoffentlich kommt das nicht runter, wenn die Kommode angeholt wird.“

Dass es runterkommen könnte, wenn ich mich draußen bewegen muss, habe ich nicht gedacht.

Ich holte meinen Zuschnitt ab und suchte noch Kleinkram im Baumarkt. Plan war eigentlich, danach nur kurz zum Möbelschweden, um Rahmen (für Bilder, keine Nudelsuppe) zu kaufen.

Als ich aber gezahlt hatte und Richtung Ausgang schob, fuhr ich fast ein paar Leuten auf, denn es hatte sich im Ausgangsbereich ein Stau entwickelt. Keine traute sich unter dem Vordach hervor, denn der Himmel kam gerade runter. Und zwar so dermaßen, dass das Wasser nicht vom Parkplatz ablaufen konnte.

Als der Regen nach 10 Minuten etwas weniger wurde, stand das Wasser auf dem Parkplatz so hoch, dass ich mir meine Schuhe ruiniert hätte. Also zog ich sie kurzerhand aus und watete zum Auto.

Zuletzt bin ich barfuß durchs regenüberflutete Paris gelaufen. Das war 1994.

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Nach einem etwas unrunden Spätnachmittag mit dem Kind, an dem wir aber wenigstens zusammen die eine Wand gestrichen haben, verzog er sich auf sein 2-Meter-Hochbett.

Mit etwas zu trinken.

In einer Glasflasche, denn hier gibt es im Normalfall alle Getränke in Glasflaschen.

Es kam, wie ich es schon seit Tagen vorhergesehen habe: Die volle Wasserflasche fiel vom Bett und zerbarst.

Da war es vorbei mit gemütlich. Ich war not amused und das Kind lernte, wie weit Splitter sich verteilen können, dass Wasser in und unter alles fließt, was ihm im Weg ist. Er weiß jetzt, was so ein Mist für eine Arbeit nach sich zieht und dass wir dafür keine Heinzelmenschen haben. Und dass es gar nichts bringt, sich unfähig anzustellen, denn dann werde ich noch weniger amused und das will hier eigentlich keine.

Morgen bleibt es hoffentlich trocken.

Jieper

Jieper

Im Laufe des Nachmittahs entwickelte ich – gefördert von einem Instagrambild – eine großen Jieper auf CurrywurstPommes von Best Worscht.

Ich teilte dem Mann meine Gelüste mit und er war d’accord. Wir wollten uns am Best Worscht treffen.

Ich klärte mit dem Kind, der im Freibad weilte, dass er rechtzeitig da zurück kommen sollte. Während wir das klärten, fing es an zu regnen, was das Heimkommen des Kindes beschleunigte.

Während ich immer hungriger wurde, regnete es sich ein und der Mann wurde auf seinem Weg so nass, dass er nach Hause kommen wollte. Verständlich, änderte aber nix an meinem Hunger. Der schon so weit fortgeschritten war, dass ich nicht mehr in der Lage war, über eine Essensalternative nachzudenken.

Der Mann kam pitschnass, aber es hatte aufgehört zu regnen. Also ließ ich den Mann sich warmduschen und dann gingen wir los. Zum Glück.

Scharf war’s (B+). Lecker war’s. Und es hätte mich heute Abend nichts anderes so glücklich gemacht.

(Und wer nach Frankfurt kommt, der kann ich Best Worscht sehr empfehlen.)