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Kategorie: Leben mit Kind

Film und Fernsehen

Film und Fernsehen

Der RB erkennt in sämtlichen Filmen und Serien andauernd irgendwelche Schnaps- vorzugsweise Whiskyflaschen.

Apropos Schnaps: Ich habe für die Kollegin und mich eine Flasche Lakritzschnaps im Büro deponiert.

Meine cineastische Superkraft hingegen ist es, dass ich die Synchronstimmen zuordnen kann.

Das Kind hat auch eine cineastische Superkraft: der Dramaking… Herrje, es ist echt anstrengend, wie sehr er aus allem ein Drama oder Staatsakt macht. Seine Jammer-und-Klage-Szenen sind wirklich filmreif. Blöderweise ist es nicht mein Genre.

Entzauberung

Entzauberung

Das Kind besitzt einige Kuscheltiere, allerdings gibt es einen erlauchten Kreis von 7 Tieren, die eine Herde bilden und in der Regel das Kind geschlossen nach Frankreich begleiten. Mittlerweile gehören dazu:

  • Hundi
  • Papagei
  • Ohnezahn
  • Tom, der Puffin
  • Huhni
  • Nikita, das Hochlandrind
  • ein kleiner Tagschatten
  • Seit jeher hauche ich den Viechern abends beim Zu-Bett-Bringen Leben ein. Dabei hat jedes eine eigene Persönlichkeit. Sie quatschen einen Moment mit uns, dann schlupfen sie alle unter die Decke vom Kind und belagern ihn. So schläft er ein.

    Immer mal wieder klaut er möchte Scott Tom besuchen. Scott musste schon hart darum kämpfen, dass Hainrich SEIN Kuscheltier ist und bleibt, was Hainrich allerdings auch nicht vor Sharknapping schützt. Meistens hole ich dann Scott und/oder Hainrich nachts noch zurück.

    Das Kind genießt das Spiel mit den Kuscheltieren. Seine Herde ist ihm wichtig und gibt ihm diese Sicherheit, die eben nur die liebsten Kuscheltiere geben können.

    Doch seit einiger Zeit ist da was im Umbruch. „Mama, ich weiß, dass Du die Tiere spielst“, klärt er mich immer wieder auf. „Das ist doch klar“, denke ich. Wann anders ist er fast auf Provokation aus und sagt dann, während gerade Nikita oder Tom sprechen, zu mir: „Mama, mach den Mund zu. Ich will sehen, ob Nikita [oder Tom oder oder] dann immer noch sprechen kann.“ „Aber Du weißt doch, dass ich das bin“, entgegne ich ihm dann und wir gucken uns einen Moment ratlos an, denn wir wissen beide nicht, ob ich damit aufhören soll.

    Die Herde schlüpft dann meist schnell unter die Decke, damit es keine weiteren Diskussionen gibt und sie versuchen, schnell einzuschlafen. Das versucht das Kind dann in der Regel auch.

    Mit allen sieben an sich gedrückt.

    Noch.

    Fast

    Fast

    Gestern Abend – im Zuge des allgemeinen Erziehungsrundumschlags – bekam das Kind die Ansage, dass er heute morgen weder mich noch den RB wecken dürfte, nur weil er die Fernbedienungen, das Tablet oder die Switch braucht haben will. Denn es hat nichts mit Ausschlafen zu tun, wenn das Kind am Sonntag ab 8h00 im maximal Halbstundentakt ankommt, weil ihm ein Bildschirm vor den Augen fehlt.

    Mit zehneinhalb kann er diesen Wunsch ja durchaus verstehen.

    Heute Morgen zeigte er, dass er es tatsächlich annähernd verstanden hat. Er konnte es zwar nicht lassen, mich zu wecken, aber wenigstens nicht mit der Frage nach einem der genannten Dingse, sondern mit: „Mama, es ist schon halb zwölf.“ Als ich mit „echt?“ nachfragte, antwortete er: „Nee, erst halb elf. Ich kuschel jetzt mit Dir.“ Gut, da war es zwar in Wirklichkeit erst 10h00, aber auch das ist besser als viele Sonntage zuvor.

    Wahl

    Wahl

    Der Tag begann etwas verspätet* und damit mit etwas Stress. Ich sollte um 9h00** bei einem Termin sein.

    Der erste Teil vom Termin verlief so, dass ich sehr um meine Zeit und meinen Schlaf trauerte. Knapp 2 Stunden heiße Luft, wenig Konstruktives und politische Querelen. Ich hätte noch eine wichtige Anmerkung*** gehabt, wollte die Diskussion, aber nicht auch noch auf das Thema lenken.

    Vielleicht war es die Genervtheit über den ersten Teil, dass ich mich im zweiten zur Wahl**** habe aufstellen lassen*****.

    ~~~~~

    Den Rest des Tages damit verbracht, das Kind nicht umzubringen nicht auszusetzen zu erziehen. Aus diesem Grund hätte ich eigentlich nicht mit ihm Schlittschuhe kaufen dürfen. Und auch hätten wir nicht zusammen Film gucken****** dürfen.

    Aber ohne wäre es heute vermutlich noch mehr eskaliert als eh schon.

    *seufz*

    ————–
    * 30 Minuten

    ** spatestens 9h30

    *** Open- und Change-Petitionen sind nicht rechtsbindend wie ePetitionen, die direkt bei der Bundes- oder Landesregierung eingegeben werden.

    **** zu einer von neun Ersatzvertreterinnen

    ***** und auf den 2. Platz gewählt wurde

    ****** nach der Hälfte wegen der Film ist grottenschlecht abgebrochen (Solltet ihr mal überlegen „Year One“ gucken wollen, lasst es! Wirklich!)

    Diskrepanz

    Diskrepanz

    Die Noten zeigen, dass die Schulform die richtige fürs Kind ist.

    Sein Verhalten zeigt, dass irgendetwas nicht stimmt: Pubertät? Klassengefüge? Diese Schule? Die bildungspolitische Mangelverwaltung?

    Es geht um Mobbing, aber auch unzureichende Impulskontrolle.

    Ja, es gibt eine Schul-Zuhause-Diskrepanz, aber die gibt es nur, weil es auch eine Mobbing-Diskrepanz gibt, die zu einer Impulskontroll-Diskrepanz führt.

    Die Resilienz des midi-monsieurs ist bewunderswert. Sein Verständnis ist deutlich weiter als bei den meisten 10-Jährigen. Das macht es ihm einfacher, damit umzugehen, aber das ändert nichts an seinem Wunsch, einfach dazugehören zu wollen.

    Einfach machen

    Einfach machen

    Weil ich heute den ganzen Tag im Büro war und der RB montags frei hat, war der RB heute nach der Schule der Ansprechpartner fürs Kind. Was er, also der midi-monsieur, anscheinend sehr genossen hat: Er hat dem RB alles aus der Schule erzählt, sodass es abends, als ich nach Hause kam, nicht mehr wichtig war, dass er eine 1 in Deutsch geschrieben hatte.

    Außerdem hat er den RB davon überzeugt, dass er nicht alleine im Dunkeln vom Rugby nach Hause fahren kann möchte, sodass der RB ihn per Pedale abholte.

    Da war es natürlich eine Kleinigkeit, dass der RB dem Kind beim Zahnschutzanpassen geholfen hat. Welch blöde Frage von mir, ob das gut geklappt hat… Aber sie fiel mir auch erst abends ein, als ich wieder zu Hause war.

    Der RB hat heute einfach gemacht, was halt so gemacht werden musste. Ohne sich für jeden Schritt Lob abzuholen mir drüber Rapport zu leisten. Ich musste nicht gedanklich auf der Arbeit und beim Kind/ zu Hause sein.

    Das entspannt mich nicht nur, sondern macht den Mann ausgesprochen sexy.

    12von12 (im Januar 2020)

    12von12 (im Januar 2020)

    Einmal (mindestens) im Jahr mache ich bei 12von12 mit – nämlich im Januar. Ich finde es schön, meinen Geburtstag mit (mindestens) 12 Bildern zu begleiten.

    Wenn eine am Sonntag Geburtstag hat, kann sie ja reinfeiern. Also wenn sie feiern würde. Geplant hatte ich nichts und der RB hatte auch nichts angedacht, aber wir – so als Eule(n) – waren um Mitternacht noch wach und stießen kurz nach Mitternacht auf die 43 an.

    #1: <3 Der RB hat mir einen Rüblikuchen gebacken und den Geburtstagskranz hat er auch ohne nachzufragen gefunden. Und ein tolles Geschenk hat er mir auch gemacht. Darf ich vorstellen: Little Jim, meine neue Tee-Maschine.

    #2: Fürs Durchmachen bin ich (nun) zu alt, also geht es dann doch mal ins Bett. Davor müssen wir natürlich Zähne putzen.

    #3: Nachdem ich das Kind um 7h50 nochmal zum Schlafen bis 10h20 genötigt, ist er sehr umgänglich und möchte seinen Anteil an meinem Geurtstag beitragen. So bringt er mir Tee ans Bett. Und Kekse.

    #4: Frühstück im Bett ist mMn grundlegend doof. Full Scottisch Breakfast allerdings wirklich ungeeignet für den Genuss in der Schlafstatt. (Gut, dass ich am Freitag in Paris war, da bekomme ich problemlos den typischen Breakfast-Bacon.)

    #5: Kleiner Blick auf den Rechner: Gestern startete ich ein Upload zur Sicherung meiner Daten aus der Freiberuflichkeit. Knapp 30 GB dauern halt. Aber gegen 12h00 ist schon über die Hälfte geschafft. (Um 22h00 war er dann auch wirklich fertig.)

    #6: Ich wollte an die frische Luft, aber ich wollte auch nicht zu weit weg von unserem Abendessen, das seit 11h30 im Backofen schmorte niedertemperaturgarte (und noch bis 20h00 drin bleiben sollte) und auch nicht zu weit weg vom Geburtstagskuchen sein. Also wünschte ich mir, dass der RB und ich den Balkon aufräumen.

    #7: Nach dem Aufräumen ist vor dem Aufräumen. Heute kam auch die Weihnachtsdeko runter. Und weil es das Gesetz so will, wird danach Läppar (so heißen die skandinavischen Dickmilch Pfannkuchen wohl nur bei meiner Mutter und mir … ich tippe auf einen StillePost-Effekt vor Jahrzehnten) gegessen. Zu den Läppar gab es wahlweise Lachs und saure Sahne oder Heidelbeeren und Sahne uuuuund natürlich Geburtstagskuchen.

    #8: Für den allgemeinen Spaß probierten wir zusammen dendiedas RingFit vom Kind aus. Huiii, das ist ganz schön anstrengend.

    #9: Ich hatte mir als Geburtstagsessen Pulled Beef mit Cole Slaw gewünscht. Selbstgemacht natürlich. Sooooo lecker.

    #10: Das Kind musste noch duschen und damit sich das Duschen auch lohnt, durfte ich ihm davor die Haare schneiden. Kurzfristig durfte ein Iro stehen bleiben. (Er fand ihn eigentlich ziemlich gut, hat aber Angst vor den Reaktionen in der Schule. Wir klärten, dass er mit Iro in den Sommerurlaub fahren wolle.)

    #11: Dem Kind „graut“ es vor der Schule morgen, außerdem hat er Papa-Jetlag. Zusammen macht das, dass er Kuscheln und Vorlesen und Einschlafbegleitung braucht.

    #12: Wir gucken Wilsberg (wegen Bielefeld), ich blogge und trinken Tee.

    Mehr 12von12 gibt es bei „Draußen nur Kännchen„.

    Zerreißen

    Zerreißen

    Das Kind ist zerrissen. Zerrissen zwischen Deutschland und Frankreich. Zwischen dem Kv und mir. Zwischen zwei Sprachen. Zwischen Freizeit und Alltag. Zwischen aluhutesken Populizismen und eindeutig antifaschistischen Ansichten.

    Ich kann das mit dem Kopf nachvollziehen, aber ich kann es nicht nachempfinden. Das kann wohl nur eine, die das selbst erleben musste.

    Aber es zerreißt mich, ihn so zu sehen und zu erleben. Er ist auf der Suche. Er sucht seinen Platz. Seine innere Heimat. Sich selbst.

    Und ich weiß nicht, ob und wie ich ihm helfen kann.

    Rien ne va plus*

    Rien ne va plus*

    Nein, es ging nicht (gar) nichts mehr heute, aber es ging recht wenig, so zum Beispiel ging

    • ein Zug morgens nach Paris,
    • ich 6,6 Kilometer durchs 9. Arrondissement,
    • die eine oder andere Busverbindung,
    • fast am Gare du Nord verloren,
    • das alltäglich Leben in Paris weiter,
    • das Taxibusiness in Paris sehr gut,
    • der midi-monsieur mit mir 500 Meter stramm den Boulevard de Strasbourg entlang,
    • die Rückverbindung trotz dreimal Umsteigen sehr gut.

    Nicht (mehr) ging

    • meine ursprünglich geplante Verbindung hin (daher 2 Stunden früher los**),
    • der größte Teil des Pariser ÖPNV, insbesondere die Metros,
    • irgendwann der Bus, in dem ich saß,
    • es mit dem Taxi weiter, als wir 500 Meter vor dem Gare de l’Est waren,
    • was bei mir am Abend zu Hause nach dem Essen*** und als das Kind im Bett war.

    Ich stehe dem Streik in Frankreich recht wohlwollend gegenüber****, denn ich kann wirklich verstehen, dass die Französinnen keine Agenda2010 haben wollen*****. Und so normal das Leben in Paris weiterging, so zeigte sich deutlicher als sonst schon:

    • Die Stadt ist nicht für den motorisierten Individualverkehr ausgelegt.
    • Die Maßnahmen, die die Stadt sehr massiv getroffen hat, um den ÖPNV (Busse) und den nicht-(verbrenner)motorisierten Individiualverkehr (Fahrrad, e-Roller) zu stärken******, schränken den motorisierten Individualverkehr ein. Das ist gut so, funktioniert aber nicht, wenn der unterirdische ÖPNV nicht zur Verfügung steht.

    Und abgesehen von dem Stress wegen des ausgefallenen Busses auf dem Weg zum Montparnasse und der Taxifahrt vom Gare Montparnasse zum Gare de l’Est (nach 40 Minuten stiegen wir aus (s.o.), mit der Métro 20 Minuten) hatten, hatte ich eine insgesamt gute Zeit und einiges zu sehen:

    ——————–
    * Nicht geht mehr.

    ** weswegen ich gefühlt gar nicht total schlecht geschlafen hatte

    *** total fertig

    **** ja, so von außen und ohne betroffen zu sein, sagt sich das leicht, aber dennoch…

    ***** auch wenn sich sicher nicht um eine Renten- und auch Arbeitsmarktreform herumkommen werden, aber das schlechteste vom Schlechten aus Deutschland zu übernehmen kann es nicht sein.

    ****** Aus normalen Fahrspuren wurden Busspuren (auf denen auch Fahrräder und Limes, aber auch Taxis fahren dürfen) oder baulich abgetrennte Fahrradwege.

    Lichtblicke 2019

    Lichtblicke 2019

    Zum Glück steuere ich hart auf die 43 zu. Das ist wohl dieses Alter, in dem eine vieles gelassener nimmt. Ansonsten wäre ich total gestresst, weil mein umfassender Jahresrückblick erst jetzt (und halt nicht noch Ende 2019) erscheint. Aber hey, eine muss sich von Zwängen auch mal frei machen.

    Januar: Nach einem sehr beschaulichen Silvester, weil der RB krank ist, haben wir ein paar Tage drauf umso mehr Spaß. Die Geschichte mit dem Poller erzählt der RB sehr gerne, aber weil ich mich vor einem Jahr noch in Blogpause befand, konnte sie leiderleider nicht notiert werden. Tjanun. Wie so oft war der Monat geprägt von Kultur (Museum, Konzerte, Winterlichter). WIZO spielt erfreulicherweise an meinem Geburtstag in der Landeshauptstadt und das ist schon toll, sie mal live zu erleben. Im Job geht es erstmal ruhig los. Unsere lustige Twitteressensrunde trifft sich, um zusammen ukrainisch zu essen. Und in unseren Haushalt zieht die wochenweise Essensplanung ein. Ansonsten plätschert es gemächlich ins Jahr rein.
    Verzichtes hätte ich gerne auf: die ersten 12 Stunden meines Geburtstags.

    Februar: Auch der Februar ist insgesamt recht entspannt. Das Blog pausiert weiterhin. Es steht wieder Kultur auf dem Programm: Zaz-Konzert, Kino und Theater. Das Kind und ich fahren nach Bielefeld und übernachten erstmals in der Jugendherberge. Die Twitterrunde geht zum letzten Mal im Smørgås essen. Es ist erstaunlich warm – für Februar, dennoch gehen das Kind uns ich zum ersten Mal überhaupt auf die Eisbahn. Im Job nimmt es besonders zum Monatsende hin sehr an Fahrt auf. Ich muss die Anmeldung für die weiterführende Schule vom Kind abgeben.
    Verzichtes hätte ich gerne auf: dass mein Vater wieder schlechter drauf ist.

    März: Ich entschließe mich dazu, wieder täglich zu bloggen. Wir fliegen zu dritt übers verlängerte Wochenende nach Oslo, um Familie Rabe zu besuchen. Der RB und ich gehen mal wieder zusammen ins Museum. Die Twittergruppe trifft sich mal wieder zu Essen. Ende des Monats geht es dann zu dritt nach Köln: Sightseeing und Konzert von The Specials (ein Glück mag das Kind unsere Musik). Fürs Kind geht die Rugby-Saison wieder richtig los. Im Hort läuft es alles andere als rund und wir zählen die Tage bis zum Ende. Beruflich ist ausreichend viel zu tun (und soll auch nicht weniger werden die kommenden Monate).
    Verzichtes hätte ich gerne auf: Job-Stress Anfang des Monats.

    April: Die Grie-Soß- und Spargel-Saison ist eröffnet. Und auch auf dem Balkon lässt es sich schon aushalten. Dann sind Osterferien und das Kind ist weg. Die Twitterrunde kommt zu uns zum Essen. Der RB und ich gehen auf Konzerte, machen Ausflüge. Ich bekomme über das böse Internet eine Nudelmaschine geschenkt. Am Ende des Monats kommt das Kind wieder, um direkt danach wieder wegzufliegen – nach London zum Rugbyspielen.
    Verzichtes hätte ich gerne auf: Lungenentzündung bei meinem Vater.


    Mai: Im Mai ist viel los: Rugby-Festival, Ausflüge, Konzerte. Ich muss echt viel arbeiten und es läuft nicht sonderlich rund. Ich schleppe das Kind zum ersten Mal zum Kieferorthopäden. Es wurde europagewählt. Das Kind hat mal wieder Aikido-Passage und – endlich – seinen letzten Horttag.
    Verzichtes hätte ich gerne auf: Ich muss ernsthaft über Migräne nachdenken.


    Juni: Der Monat beginnt mit einer Vernissage. Wir haben die Zusage für die gewünschte weiterführende Schule. Das Kind fährt auf Klassen-Abschlussfahrt. Wir sind insgesamt viel auf dem Balkon und unterwegs. Anfang des Monats ist nochmal viel Rugby auf dem Plan, dann ist es ruhig. Ich muss weiterhin viel arbeiten. Das Kind hat – wie immer im Juni – Geburtstag. Wir besuchen meine Eltern. Das Kind hat auch seinen letzten Schultag an der Grundschule und dann geht es auch schon direkt in den Urlaub – alle zusammen.
    Verzichtes hätte ich gerne auf: Das Internet bröselt. Das Kind ist im Eskalationsmodus. Der Schlüsselbund vom Kind ist weg.


    Juli: Wir sind im Urlaub und wir sehen Puffins. Und auch sonst haben wir eine schöne Zeit zu dritt. Das Kind ist umgänglich und ich bewundere sehr, wie unerschrocken er seine dreieinhalb Brocken Englisch an die Schottin bringt. Nach dem Urlaub geht es mit Freizeitstress weiter: Konzert, das Kind fährt zum Kv und der RB und ich mit Freunden nach Saarbrücken. Die kindfreie Zeit genießen wir zu zweit. Mein Arbeitspensum hält sich auch in Grenzen. Ich lasse mich mal wieder tätowieren. Der RB und ich lowcarben. Es ist echt heiß in Frankfurt.
    Verzichtes hätte ich gerne auf: Der Gruppenurlaub (zum Glück nur 4 Tage) läuft nicht ganz rund und der alberne Uffriss danach hätte nun wirklich nicht sein müssen.


    August: Der Alltag kommt langsam zurück. Das Kind will in Paris abgeholt werden, fährt aber direkt wieder auf Rugby-Freizeit. Es klärt sich, dass ich an des Kindes Schule eine AG leiten werde. Wir feiern den Geburtstag vom Kind nach, bekommen spontanen Besuch aus dem Internet. Konzerte stehen wieder auf dem Plan; es ist MuF. Das Fahrrad-Tattoo wird fertig. Ich darf durch den Frankfurter Untergrund wandern. Das Kind wird eingeschult und ich fange mit der AG an. Parallel nimmt es im Job wieder an Fahrt auf.
    Verzichtes hätte ich gerne auf: Wieder Mäuse auf dem Balkon.


    September: Es plätschert alles so vor sich hin. Es läuft alles noch nicht ganz rund. Das Kind muss sich an die Schule gewöhnen. Ich mich an … den normalen Alltag nach dem Sommer. Ich treffe eine berufliche Entscheidung. Beim ersten Elternabend an der neuen Schule lasse ich mich zur Elternbeirätin wählen. Rugby will – vom Kind – gespielt werden. Wir gehen auf Konzerte und es geht – für das Kind und mich – zum ersten Mal ins Fußballstadion. Ich gehe auf eine Lesung und mache im Internet wen glücklich. Am Monatsende fängt endlich die kieferorthopädische Behandlung beim Kind an und dann „muss“ er auch direkt nach Frankreich. Ich treffe mich mit erfreulich vielen verschiedenen Tweeps Menschen.
    Verzichtes hätte ich gerne auf: Die Schmerzen, die das Kind von der Hyrax-Apparatur hatte, Schlafstörungen.


    Oktober: Huch, schon wieder Ferien und schon wieder kindfrei. Der RB und ich gehen auf eine Party, machen Pärchenkacke in Marburg. Ich fahre nach Stuttgart. Dann fahreb wir nach Paris und sehen New Model Army in einem kleinen feinen Club. Dann hat der RB Geburtstag und wir finden den Schlüsselbund vom Kind wieder. Ich muss (ja, muss) für die Arbeit ein paar Nachtschichten einlegen und auch sonst ist viel zu tun. Zum Ausgleich fange ich wieder an zu stricken (Es können nicht genug Pussyhats durch die Welt wandern). Am Ende des Monats geht es noch mal zum New-Model-Army-Konzert.
    Verzichtes hätte ich gerne auf: Nachtschichten, Eskalation im Job.


    November: Wie schon im letzten Jahr: Arbeit, Arbeit, Arbeit. Ich muss nach Bern und Berlin. Erwähnte ich, dass ich viel gearbeitet habe? Parallel stricke ich. Ich plane und beginne die diesjährige Keksbackaktion. Ab Mitte des Monats haben wir eine temporäre Mitbewohnerin. Ich darf abends in die Schirn. Ende des Monats geht es mal wieder zum Konzert. Mit dem Kind läuft irgendwas nicht ganz rund in der Schule, aber die Noten stimmen. Ich ergattere für Frau Rabe und mich Konzertkarten für Die Ärzte. Wir haben endlich mal wieder eine Twitteressensrunde.
    Verzichtes hätte ich gerne auf: Kolik dank Romanesco, Seuche


    Dezember: Ich bin stolz, dass zum 1. Advent immerhin ein bisschen adventlich dekoriert ist. Ich muss weiterhin viel arbeiten, aber es werden parallel auch insgesamt 20 Sorten Kekse fertiggestellt. Ich fahre mit dem Kind nach Bielefeld und es ist gut zu sehen, wie fit mein Vater ist. Es ist Weihnachtsfeier von meiner Noch-Auftraggeberin und Bald-Arbeitgeberin. Irgendwie läuft es mit dem Kind recht unrund (ihm fehlt das Rugby-Training). Ich stricke weiter. Der Badventskaffee ist wie immer ein Highlight. Der RB und ich machen beim Pegelwichteln mit (werden das aber aus Gründen in diesem Jahr nicht noch einmal machen). Ich muss noch deutlich mehr arbeiten als geplant und mir lieb ist. Wir haben unser jährliches Adventsessen mit Freundinnen und dann fahre ich für drei Tage nach Bielefeld. Der RB und ich gehen noch auf zwei Konzerte und fahren dann ans Meer.
    Verzichtes hätte ich gerne auf: Stress mit dem Kind bzw. seinetwegen, geplatzter Reifen vom Kv, Streit mit dem RB.

    Persönlich freue ich mich sehr auf 2020, politisch und gesellschaftlich sehe ich allerdings in eine düstere Zukunft.