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Monat: September 2020

Kein Gang

Kein Gang

Zweite Welle: Tag 65

Weiterhin Össelwetter, zudem muss der RB arbeiten. Wir gehen zum ersten Mal nicht wandern (oder Rad fahren) seit 21 Wochen. Komisch.

Ich stricke.

Ich verräume Wäsche und nötige den RB Platz zu machen.

Im Gegenzug trenne ich mich endlich von einem ordentlichen Stapel Fachbüchern, die tw mehr als 20 Jahre alt sind.

Sonst passiert nix.

Der Herbst ist da

Der Herbst ist da

Zweite Welle: Tag 64

Der Hetbst ist da. Mit Regen und Össelwetter. Der Mann und ich hatten überlegt, heute wandern zu gehen. Aber bei dem Wetter sind wir froh, dass wir es zum Einkaufen schaffen.

Aber auch bei besserem Wetter wäre ich heute nicht wandern gegangen. Der Migränekater maunzt laut.

Stricken geht aber.

Das erste Viertel ist fertig

Das Kind ist unausgelastet. Die zwei Wochen ohne Rugby-Training machen sich bemerkbar. Ihn fehlt Bewegung. Hoffentlich morgen.

K.O.

K.O.

Zweite Welle: Tag 63

Ich wachte trotz wenig Schlaf ohne Wecker so auf, dass ich mit dem Kind. noch diskutieren konnte, ob er heute zur FridaysForFuture-Demo darf oder nicht. Ja, er darf. Ich schreibe einen Zettel, dass ich weiß, dass er nach der 4. Stunde die Schule verlassen wird.

Ich wecke den RB und will mich eigentlich wieder hinlegen. Als ich tat das auch, aber es passierte nix. Gar nix. Gut, dann bin ich halt erstmal wach. Passt ja auch gut, ich wollte ja zur Grippimpfung.

Nicht so gut ist der dröhnige Kopf. Naja, vielleicht kann ich mich nach dem Impfung hinlegen.

Als ich wieder zu Hause bin, ist der Kopf schlimmer. Schlafen kann ich aber immer noch nicht. Arbeiten auch nicht. Ich stricke und gucke einen Film. Mir wird nicht besser.

Dann lege ich mich nochmal hin und schlafe endlich ein. Komatös.

Das war dann wohl mal wieder eine Migräne. Und erklärt auch warum ich die ganze Woche über so durch den Wind war. Prodromi-Phase my Ass.

Donnerschdag

Donnerschdag

Zweite Welle: Tag 62

Das Kind bekam heute ein Kompliment. Und ich damit auch. Oder bekam ich das Kompliment und dadurch das Kind? Zumindest begegnete ich heute einer Nachbarin: „Ich muss Dir mal ein Kompliment machen“, leitete sie ein. Ich war irritiert. „Ich finde, dass Du das mit der Erziehung von Deinem Sohn prima machst.“ Ui, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. „Der ist immer so freundlich und höflich. Er grüßt immer, wenn er uns sieht. Hält die Tür auf.“ „Oh, danke“, stammele ich. „Ich habe mit so vielen Kindern zu tun. Da bin ich schon froh, wenn die mir nicht die Tür vor der Nase zuschlagen. Aber so wie er, das machen die wenigsten“, setzt sie nach und verschwindet die Treppe rauf. Ich bleibe perplex stehen. Und natürlich erfreut. Und ein bisschen stolz.

Anderes Thema:


Wenn eine um 7h30 anfängt zu arbeiten, obwohl die Kernarbeitszeiten zwischen 9h00 und 18h00 liegen, zudem klar kommuniziert ist, dass ich erst ab zwischen 9h30 und 10h00 erreichbar bin, dann kann sich niemand darüber beschweren, dass ich „so schwer erreichbar bin“. Ich beschwere mich ja auch nicht darüber, dass ich nach 18h00 keine mehr erreiche, obwohl ich da oft noch arbeite. Dazu kommt, dass ich als Schreiberling auch immer mal wieder längere Konzentrationsphasen ohne Unterbrechung brauche, damit ich in den Flow komme, und so auch über Tag nicht ständig sofort zur Verfügung stehe. Nöckelig werde ich allerdings, wenn diese Personen – arbeitszeittechnisch zurecht – um 16h30 Feierabend machen, ohne das zu kommunizieren.

Rumdoktern

Rumdoktern

Zweite Welle: Tag 61

Ich muss unbedingt

  • einen Termin beim HNO machen,
  • mich gegen Grippe impfen lassen,
  • zum Zahnarzt*.

Und natürlich fällt mir sowas immer mittwochs ein, wenn Ärztinnen ihren freien Nachmittag haben.

Genug zu tun

Genug zu tun

Zweite Welle: Tag 60

Da es für meine Überstunden eine Regelung gibt, mit der ich sie indirekt abfeiere, brauche ich nicht gucken, wie ich sie sonst abbaue. Natürlich hätte ich in den vergangenen Tagen etwas Luft dafür gehabt, aber ich arbeite einfach zu gerne. Überstundenabbau bringt mir letztlich nur was, wenn ich ausschlafen kann. Da ich das aber zur Zeit nicht kann, weil das Kind ja Schule hat und zwischen 7h15 und 8h00 die Peitsche spüren muss sanft hinaus begleitet werden will, kann ich auch arbeiten – zumindest, wenn ich mich nochmal kurz hingelegt habe, sobald das Kind aus dem Haus ist.

Außerdem ist es ja nicht so, als gebe es nichts zu tun.

Und eine kurze To-Do-Liste macht mich tatsächlich nervös und lässt mich prokrastinieren*. Also habe ich „hier“ gerufen und nun den Schreibtisch wieder pickepacke voll. So kann ich am besten arbeiten.

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* Und zwar so und produktiv, dass ich hinterher echt schlechte Laune habe. Zum Aufräumen oder Putzen kann ich mich nämlich dann auch nicht aufraffen.

Aufschieberitis

Aufschieberitis

Zweite Welle: Tag 59

Eigentlich mache ich ja Steuererklärungen ganz gerne. Zumindest habe ich sie 15 Jahre lang sehr gerne gemacht. Es fing damit an, dass es meinem Vater sehr wichtig war, dass ich weiß, wie eine Steuererklärung gemacht wird. Und nicht nur dass ich das grundlegende Prozedere kennen sollte, sondern auch noch diverse Tricks und Kniffe.*

Als ich mit der Selbstständigkeit anfing war ich einmal beim Steuerberater. Und später noch einmal.** Ansonsten habe ich mich komplett alleine um meine Steuer gekümmert. Als Freiberuflerin ist es auch nicht so schwierig. Umsatzsteuer-Voranmeldung ist kein Hexenwerk, wenn eine keine Gewerbekacke am Hacken hat. Gut, die Sache mit der Lohnsteuervorauszahlung hätte mich fast die Existenz gekostet, aber auch das ließ sich regeln. Die Steuererklärungen gingen aber recht problemlos von der Hand. Wenn ich mich denn endlich mal dran gesetzt hatte.*** In jedem Jahr allerdings immer erst, wenn das Finanzamt mich schon liebevoll erinnert hatte. So auch in diesem Jahr. Und ich weiß auch schon warum… dieses Jahr – alsp für 2019 – muss ich erstmals nachzahlen. Das war leider zu erwarten, weil ich am Ende des Jahres nochmal einen Batze extra verdient hatte. Tjanun, wenn eine nicht genug Ausgaben hat und zudem aus Steuerklasse 2 rausrutscht. Naja, jetzt ist es gemacht.

Gemacht hat auch das Kind heute was, was er vor sich hergeschoben hat ihm schwer auf der Seele lag. Seit Tagen (oder Wochen?) geht er nicht ans Telefon, wenn eine französische Vorwahl zu sehen ist. Egal, ob es der Kv oder die Großeltern sind, er möchte nicht mit ihnen sprechen. Also mit den Großeltern will er schon telefonieren, aber er hat Angst davor und keine Lust, dass sie ihn bedrängen, ob bzw. wann er das nächste Mal nach Frankreich kommt. Denn er will nicht nach Frankreich. Er will vor allen Dingen nicht zum Kv. Zumindest hat er sich heute ein Herz gefasst und wollte anrufen. Als es allerdings zeitlich passte, sagte er beim Blick auf die Uhr: „Jetzt guckt Papy immer seine Sendung****.“ Ja und?! „Dabei will er nicht gestört werden.“ Bitte? „Er hat gesagt, wenn er dabei gestört wird, wird er sehr böse.“ „Mein lieber Sohn, wenn Du Deine Großeltern anrufen willst, dann ruf sie an. Wenn sie nicht drangehen, weil ihnen der Fernseher wichtig ist, ist das ihr Problem. Aber die rufen ja auch an, wann es ihnen gerade passt und überlegen nicht, ob Du gerade in der Schule bist oder bei Rugbytraining.“ Ich glaube echt, es hackt. Ich bekomme echt die Motten, dass jenseits des Rheins regelmäßig erwartet wird, dass das Kind auf irgendwelche albernen Befindlichkeiten Rücksicht nehmen muss. Dass das Kind schon so „gedrillt“ ist, dass es immer die französischen Befindlichkeiten mitdenkt. Noch ein Grund mehr, warum es gut ist, dass er vorerst nicht hinfährt.*****

Zumindest war das Kind nach dem Telefonat ähnlich erleichtert wie ich nachdem ich auf „Steuererklärung versenden“ gedrückt hatte. Aufschieberitis sucks.

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* Mein älterer Bruder hat das aus irgendwelchen Gründen nicht gelernt oder lernen wollen. Er hatte früh eine Steuerberaterin und regelmäßig Nachzahlungen.

** Also in 4,5 Jahren Freiberuflichkeit nur zwei Termine beim Steuerberater

*** Aber das ganze Eingetöckel von Fahrten, gezahlter USt, geleistete Krankenversicherungsbeiträge etc…

**** irgendeine banale Serie

***** Ganz zynisch könnte ich nun den Französinnen für ihren unachtsamen Umgang mit der Pandemie danken.