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Tag: 24. September 2020

Donnerschdag

Donnerschdag

Zweite Welle: Tag 62

Das Kind bekam heute ein Kompliment. Und ich damit auch. Oder bekam ich das Kompliment und dadurch das Kind? Zumindest begegnete ich heute einer Nachbarin: „Ich muss Dir mal ein Kompliment machen“, leitete sie ein. Ich war irritiert. „Ich finde, dass Du das mit der Erziehung von Deinem Sohn prima machst.“ Ui, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. „Der ist immer so freundlich und höflich. Er grüßt immer, wenn er uns sieht. Hält die Tür auf.“ „Oh, danke“, stammele ich. „Ich habe mit so vielen Kindern zu tun. Da bin ich schon froh, wenn die mir nicht die Tür vor der Nase zuschlagen. Aber so wie er, das machen die wenigsten“, setzt sie nach und verschwindet die Treppe rauf. Ich bleibe perplex stehen. Und natürlich erfreut. Und ein bisschen stolz.

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Wenn eine um 7h30 anfängt zu arbeiten, obwohl die Kernarbeitszeiten zwischen 9h00 und 18h00 liegen, zudem klar kommuniziert ist, dass ich erst ab zwischen 9h30 und 10h00 erreichbar bin, dann kann sich niemand darüber beschweren, dass ich „so schwer erreichbar bin“. Ich beschwere mich ja auch nicht darüber, dass ich nach 18h00 keine mehr erreiche, obwohl ich da oft noch arbeite. Dazu kommt, dass ich als Schreiberling auch immer mal wieder längere Konzentrationsphasen ohne Unterbrechung brauche, damit ich in den Flow komme, und so auch über Tag nicht ständig sofort zur Verfügung stehe. Nöckelig werde ich allerdings, wenn diese Personen – arbeitszeittechnisch zurecht – um 16h30 Feierabend machen, ohne das zu kommunizieren.