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Kategorie: Balkonien

#ClosedNovember (14)

#ClosedNovember (14)

Ich durfte ausschlafen. Konnte es aber nur bedingt. Kurz vorm Aufstehen träumte ich davon, dass der RB Covid-19 hat.

Wir frühstücken zusammen nach Der Maus. Dann befüllen der Mann und ich die Kassiopeia.

Der RB will raus. Ich hadere mit mir. Ich musswillsollte arbeiten. Aber ich bin blockiert. Ich kümmere mich erstmal um den Balkon. Der will etwas winterparat gemacht werden. Es ist so mild, dass ich in T-Shirt und Latschen arbeiten kann und die Natur zudem verwirrt ist…

Alles blüht. Zudem haben die Erdbeeren wie wild Ableger gebildet.

Als die Männer wieder da sind, habe ich noch immer nicht gearbeitet. Mein Kopf ist leer. Ich kann nicht. Dafür essen wir Apfelkuchen.

Ich versumpfe vor The Crown und muss mir eingestehen, dass meine innere Unruhe nicht besser wird, wenn ich mich durch die nächste Woche schleppe. Die Crew redet mir auch ins Gewissen.

Nach dem Essen schreibe ich Mails ans Team. Es fühlt sich nicht gut an – fürs Team. Aber wenn ich nicht jetzt die Notbremse ziehe, weiß ich nicht, was nächste Woche ist.

Objektiv ist nicht zu viel auf meinem Tisch. Und ich hätte diesen Verlauf auch nur bedingt vorhersehen können. Das bin nunmal auch ich: Es geht ganz lange gut und dann geht es auf einmal nicht mehr. Da gibt es keine wirklichen Anzeichen. Jetzt gerade kommen Dinge zusammen: Pandemie, Shutdown mit ohne Sport fürs Kind, seit Juli kein Urlaub (im Sinne von frei), Kind krank zu Hause. Letzters hat vermutlich das Fass zum Überlaufen gebracht. Denn bis dahin ging es noch gut mit Wochenende rauskommen, Kopf freiwandern…

Unspektakuläre „Pflichten“

Unspektakuläre „Pflichten“

X-54 Tage bis zur zweiten Welle

So langsam kann ich wohl aufhören zu zählen. Oder wie ist die aktuelle Kurve zu interpretieren?!

Seit einer Woche steigen due Fallzahlen stetig. (Quelle: RKI)

Ansonsten war dieser Samstag unspektakulär. Es war komisch heiß, was mir auf Körper und Gemüt drückte. Ich hing etwas durch. Das Kind und der RB auch.

Wir „mussten“ heute LowCarb-Pause machen. Wir hatten uns aus Bitche Flammkuchen-Teigplatten mitgebracht und die sollten so langsam aber sicher aufgebraucht werden. Das ging mit dem Pizzastahl auf Herrn Weber sehr gut.

Außerdem „mussten“ wir einen Kinoabend machen. Das Kind wünschte sich das. Es ist immer etwas schwer, uns zu dritt auf einen Film zu einigen. Der RB kam glücklicherweise auf „Addams Family“. Das war eine gute Entscheidung.

Auf einen Streich

Auf einen Streich

X-45 Tage bis zur zweiten Welle

Wir haben eine Problem. Ein fliegendes. Ich habe in den vergangen zwei Tagen locker 50 Schmeißfliegen umgebracht und wir können nicht ausfindig machen, wo sie herkommen.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass sie von draußen kommen. Allerdings ist dann die Frage, warum sie vorrangig in der Küche sind. Denn die Mülltonnen stehen im Hof (und da schwirren immer einige rum) und zum Hof gehen die Schlafzimmer raus.

Kleines Intermezzo: Franz und Ferdinand haben sich auf dem Balkon vergnügt. Sie haben Spuren im Strandkorb hinterlassen. Das war nicht so ausgemacht. Schweren Herzens ließ ich den RB Supercat aufstellen. Keine halbe Stunde später meldet der RB Vollzug: Supercat hat Franz UND Ferdinand zusammen erwischt. Uff. Es tut mir schon leid. Und dem Kind auch. Aber tjanun, unser Balkon ist halt kein geeignetes Habitat für Mäuse.

Heute Abend waren der RB und ich uns kurz sicher, dass die Fliegen von draußen kommen müssten. Denn wir hatten in der Küche und angrenzendem Wohnzimmer die Fenster zu und nachdem wir auch die letzte Fliege erschlagen hatten, hatten wir erstmal Ruhe.

Ich bin gespannt, ob wir nun Ruhe haben oder wie wir das Problem lösen können.

Friedlich

Friedlich

X-44 Tage bis zur zweiten Welle

Kacknacht. Natürlich. Wie hätte ich gut schlafen können. Und dann muss ich auch noch um 9h00 in einer Telko sein. Ich stehe also um 8h30 auf und wecke das Kind um 8h45.

Der Tag ist zäh. Das Kind ist zerknirscht. Ich bin auch nicht happy. Wir sprechen über die Nacht. Vertragen uns.

Das Kind beschäftigt sich mit Bibliothek, Park und seinem Blumengießjob.

Die Putzhilfe kommt. Ich mache BalkonOffice.

Irgendwann ist es dem Kind zu heiß und er kommt nach Hause.

Bei mir macht sich die kurze Nacht bemerkbar und ich mache um 17h18 den Rechner aus und lege mich hin.

Das Kind darf daddeln. Wir vereinbaren, dass er bis zum Essen seine digitalen Medien nutzen darf. Danach nicht mehr.

Das klappt gut.

Nach dem Essen lese ich ihm vor und um 22h00 mache ich das Licht in seinem Zimmer aus.

Als ich ins Bett gehe, gucke ich nochmal nach ihm. Er schnurchelt entspannt, hat seinen großen Plüsch-Orka fest im Arm. Dieses Riesenkind füllt das Bett in der Länge so gut wie aus. Trotzdem ist er noch so klein. Mich überkommt – wie immer, wenn ich ihn beim Schlafen beobachte – eine Gefühlswelle. Ich lieb den so. ❤️

Franz und Ferdinand

Franz und Ferdinand

X-29 Tage bis zur nächsten Welle

Yeah, immer noch Urlaub. Das fühlt sich echt gut an. Ich könnte jetzt so weitermachen, aber morgen muss ich wohl wieder ran. Der RB hat nicht mehr frei und ist schon relativ früh gen Laden aufgebrochen. Das Kind zieht am frühen Nachmittag auch los, um sich im Park die Zeit zu vertreiben. Yeah, yeah, ich habe die Wohnung für mich. Ruhe ist doch was Feines.* Ich mache was, was ich schon seit dem Urlaub machen wollte: ausgiebige Mani- und Pediküre.** Ich schlumpere ein wenig durch die Wohnung, bereite das Essen vor, gehe duschen und dann fällt mir ein, dass ich ja eine Lebendfall für die Mausbabys besorgen wollte. Auf zum besten Mini-Baumarkt überhaupt. Passend denke ich daran, dass wir noch Ersatz für den weg’gen Ameisenbaum brauchen. Und wenn ich eh schon mal unterwegs bin, dann kann ich auch gleich mal einen neuen Föhn kaufen.***

Zu Hause bestücke ich die Lebendfalle und stelle sie auf. Und auch der Baumersatz wird direkt montiert, damit Lichter- und Wimpelkette nicht mehr beim Grillen stören.

Das Kind kommt nach Hause und wir beobachten die Mausbabys, die das Kind Franz und Ferdinand genannt hat.

Der RB kommt nach Hause und wir esssen.

Tomatensuppe mit Pute, Avocado und – nicht im Rezept – Erdnüssen.*****

Dann bin ich auf einmal sehr müde. Sehr, sehr müde und ich lege mich erstmal hin, während die #CorotäneKneipe schon anfängt. Der RB hält erstmal die Stellung. Ich komme später dazu.

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* Das zum Thema, dass ich dem Kind Umgang mit dem Vater verweigern würde: MIT.NICH.TEN! Ich liebe diese Auszeiten voneinander.

** Für Lack habe ich mal wieder keinen Nerv.

*** Der alte ist mittlerweile in mehrere Teile zerfallen. Er föhnte zwar noch, aber so ganz geheuer war mir das nicht.

**** Diese Sonnenschirmhalterung begleitet mich seit ca. 18 Jahren. Ich konnte mich bislang nicht trennen. Und nun, tadaaaa, hat sie wieder einen Zweck.

***** Für die Erwachsenen des Haushalts mit Koriander.

Verwaist

Verwaist

X-28 Tage bis zur zweiten Welle

Es war sooo schlau, noch heute (und morgen) noch frei zu haben. Der RB hat heute auch noch frei.

Der Tag beginnt mit einer Leiche: Die eine der gestern aufgestellten Fallen war „erfolgreich. Eine Maus ist mausetot. Der RB muss sie entsorgen, war für einen Lachflash sorgt. Denn der RB kommt kurz nach Entsorgung wieder: „Ich brauche einen Spaten.“ ??? „SuperCat ist der Maus hinterher gesprungen.“ Ich finde das lustig, weil ich das Bild so lustig finde, wie die Mausefalle dem RB aus der Hand in die Biotonne flitscht. Das Kind lacht, weil er zunächst denkt, dass SuperCat eine echte Katze ist.

Letztlich ist es aber auch traurig, denn die Leiche war wohl eine Mausmama. Später, als wir auf dem Balkon sind, sehen wir zwei Mausbabys: Oh nein, wir haben kleine unschuldige Mäuse zu Waisen gemacht. Ich fühle mich schlecht.

Ansonsten schlumpern wir so in den Tag, machen einen Essensplan für die Woche – nach Urlaub und „Lockdown“ ist hier wieder LowCarb angesagt -, das Kind hat sich unsere Unterhaltung von gestern zu Herzen genommen und geht raus. Der RB und ich gehen einkaufen. Am Ende der Pflicht setzen wir uns tatsächlich ins draußen vor ein Café und trinken Cappuccini (also jede einen).

Als wir nach Hause kommen, ist das Kind immer noch draußen. Um 19h00 ruft er (pünktlich) an, um zu sagen, dass er erst um 19h30 nach Hause kommt.

Der Rest des Abends verläuft unspektakulär.

X-13 bis zur zweiten Welle

X-13 bis zur zweiten Welle

Der Tag ist etwas unkoordiniert. Wir schlafen zwar nicht bis in die Puppen, aber irgendwie fehlen hinten raus zweidrei Stunden.

Weil ich mich gestern noch weiter über die Ignoranz der Schule uffgerescht hab, werde ich noch nachts ak- und kreativ. Das Ergebnis überreiche ich dem Kind, als er morgens ins Bett kommt.

Alles muss eine selber machen*

Er hat sich sehr gefreut (und ich mich auch, weil er meine Schrift lesen konnte ).

Dann Frühstück, rumkruschen, packen bzw. Sachen zusammensuchen, mit meiner Mutter telefonieren. Wir wurschteln so nebeneinander her. Weder effizient noch effektiv. Um wenigstens produktiv zu sein, mache ich mich an das eine Textprojekt. Als ich es wegschicke, ist es viel später als gehofft. Der RB fängt an zu kochen. Ich tetrisiere unsere drei Fahrräder ins Auto.**

Weil ich seit Tagen unkoordiniert wegen der Blumen bin, haben wir keine Blumensitterin. Also stellen wir alle Blumen auf den Balkon und hoffen, dass es hin und wieder regnet in unserer Abwesenheit.

Wir freuen uns alle sehr auf Urlaub. Das Kind ist dennoch angespannt. Die Situation mit dem Kv ist ungeklärt. Er, also das Kind, möchte nicht mit dem Kv sprechen und verweigert die Annahme jedes Anrufes. Ich will auch nicht mit ihm kommunizieren. Seine letzten Nachrichten zeigen deutlich, dass er eh nicht auf mich hören würde. Wir werden ihn wohl morgen Abend, wenn wir angekommen sind, darüber unterrichten, dass wir im Urlaub sind.

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* Idee darf gerne geklaut werden.

** Der RB und ich sind unszum Glück einig, dass ich besser packe.

X-6 Tage bis zur zweiten Welle

X-6 Tage bis zur zweiten Welle

Sonntag – wir müssen raus.

Zunächst erstmal auf den Balkon zu einem späten Frühstück.

Dann wabern wir so rum. Ich plane die Route für die Radtour. Und schicke kurz, bevor wir losfahren, eine e-Mail an den Kv ab. Auf Deutsch.

Gegen 14h45 kommen wir endlich mal los. Es ist bewölkt und nicht zu heiß. Ideales Radfahrwetter. Unser Ziel: Ein Gadde nordwestlich von uns. Die Tour ist sehr entspannt, so gut wie keine fiese Steigung und 13 Kilometer sind auch nicht so lang. Der RB ist aber nicht gut drauf und ich habe schon fast ein schlechtes Gewissen.

Im Gadde angekommen fängt es an zu regnen. Zum Glück ist der Schirm groß genug. Es wird gequatscht, gegrillt, gekokelt. Es hört auf zu regnen und wir müssen uns wieder auf den Rückweg machen. Ein anderer Weg als hin, um Steigungen zu vermeiden. Ich bin schon ein bisschen froh, dass der RB heile zu Hause ankommt. Er ist nicht fit.

Zu Hause beschäftigen uns die Reaktionen des Kv: Ich habe drei e-Mails* bekommen und das Kind eine Sprachnachricht**. Sie trieft vor Ironie. Das Kind ist angewidert. Er ist fertig. Ich bin es auch. Auf einmal merke ich, dass ich nicht mehr kann*** und vor allem auch warum: Seit > 15 Wochen ist mein Gehirn dauerhaft angeschaltet. Neuer Alltag, Job, Ängste vom Kind, Hilfe beim HomeSchooling, Diskussionen mit Lehrkräften, Virtuelles Klassenzimmer organisieren, Sorgen um meine Eltern, Ängste vom RB, Job, immer nerviger werdende Absprachen mit dem Kv, Mischung aus Präsenzunterricht und HomeSchooling, wieder geänderter Alltag.

Vielleichtermutlich könnte ich noch mehr fürs Kind tun. Eine könnte immer mehr tun. Aber dennoch sind wir bislang gut durch diesen neuen Alltag gekommen. Und anstatt rumzuspinnen und durchzudrehen, sollte der Kv mir lieber danken.****

Auf dem Weg ins Bett fielen noch ein paar sehr heftige Sätze. Dieser Sommer wird eine Zäsur sein. Die Kind-Kv-Beziehung hat einen Knacks.*****

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* Weniger impulsiv, dafür mit mehr Hirn hätte es auch getan, aber das ist einfach zu viel verlangt.

** Eigentlich sind es zwei, aber die zweite ist mal wieder das übliche „Je t’aime“-Blabla, das das Kind schon nicht mehr ernst nimmt.

*** Ich kann ja dann doch irgendwie immer wieder.

**** Das wird natürlich nie passieren.

***** Wobei „Knacks“ halt ein Euphemismus ist.

X-4 Tage bis zur zweiten Welle

X-4 Tage bis zur zweiten Welle

Ich hoffe sehr, dass ich in einer Woche tatsächlich nicht doch noch mal eben an den Arbeitsrechner muss. Die To-Do-Liste ist seit gestern nicht wirklich kürzer geworden, weil ich heute noch mehr auf Sparflamme gearbeitet habe als gestern schon. Das Wetter, die Urlaubsreife, der unterschwellige Stress mit dem Kv zehren an meinen Nerven und an meiner Konzentration. Es lauern noch ein paar Mamutprojekte auf mich für die kommenden 4 Arbeitstage.*

Das Kind verabschiedete sich gegen Mittag, um mal wieder im Park zu gehen, um mit anderen Kindern zu spielen. Möglicherweise haben der RB und ich diese Erkenntnis etwas gefeiert.

Um 16h00 kam das Kind ziemlich glücklich und ausgepowert nach Hause.

Ich musste mich zwischendurch mal hinlegen – das Wetter, die Urlaubsreife, der unterschwellige Stress mit dem Kv…

Als der RB nach Hause kam, hatte ich wenigstens schon das Abendessen fertig. Wir konnten auf dem Balkon essen. Für die #CorotäneKneipe gingen wir dann aber rein. Nicht, dass uns noch irgendwelche Viecher in den Wein geflogen wären.

Als diese sehr spät (und mit 1L Wein intus) endete, genossen wir noch einen Moment die kühle Luft auf dem Balkon.

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* Ich werde wohl nicht um Wochendarbeit drumherum kommen.

X-3 Tage bis zur zweiten Welle

X-3 Tage bis zur zweiten Welle

Bis zum Urlaubsbeginn wird es hier nicht wirklich spannender: Meine To-Do-Liste ist ziemlich lang und ich arbeite sie nur im Schneckentempo ab. Weil immer wieder irgendwas geklärt werden muss, oder den Job anderer Leute machen muss. Orrrr.

Mittags rief die Anwältin an und bestätigte meine Wunschvorgehensweise*.

Das Kind hat festgestellt, dass er bei dem guten Wetter rausgehen kann und war am nachmittag im Park.

Ich habe am Nachmittag mal wieder gesportelt. Und war danach irgendwie so ausgepowert, dass ich nicht mehr richtig denken konnte. Mit Blick auf die To-Do-Liste nur suboptimal. Aber mei. Das wird schon irgendwie.

Weil der RB abends Tasting hatte**, gingen das Kind und ich uns ein Eis holen. Und redeten etwas darüber, wie das mit dem Kv und Frankreich weitergehen sollte. Er hatte am Nachmittag versucht, der französischen Oma zu erklären, was das Problem sei.***

Wir haben ein Amselbaby im Hof wohnen.**** Das ist schon ein bisschen niedlich. Und das Kind ist auch niedlich, wie andächtig er zuguckt und auf dem Balkon rumschleicht, um es nicht zu erschrecken und zu beobachten.

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* Aussitzen und abwarten, was da kommt.

** online von zu Hause aus

*** Ich fürchte, sie kann und will es nicht verstehen. Und letztlich ist ihre einzige Sorge, ob das Kind ihr in irgendeiner Weise gram ist. Das hilft dem Kind echt weiter.

**** Und ein Taubenprächen brütet in der Zierkirsche.