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Kategorie: KuKu

Geht immer

Geht immer

Es ist und bleibt mein liebstes Frankfurter Museum: das Museum für Kommunikation.

Heute spontan hin und in der neuen Sonderausstellung, Neues und Spannendes über e-Mobilität gelernt:

Dann das Kind eine Stunde in der Werkstatt abgegeben und bevor wir wieder nach Hause radelten, noch gestärkt.

Wohin?

Wohin?

Eigentlich bin ich ja mit einem recht unerschütterlichen Optimismus gesegnet. Irgendwie wird (und wurde bislang) alles schon gut. Irgendwann. Aber heute hat es mir ein bisschen den Boden unter den Füßen weggerissen.

Obwohl ich noch sehr optimistisch aufgewacht war, denn


hatte es mir dann doch erstmal die Laune verhagelt. Neben organisationsbedingter schlechter Laune scheint es da was zu geben, das wohl nicht wieder gut wird. Es wurde dann aber bei mir nach Tee und Dusche besser und war wieder bestens, als ich mit dem RB auf dem Weg ins Museum war. Die aktuelle Austellung des Museums für angewandte Kunst „Moderne am Main“ wollte schon länger von uns besucht werden (und sie läuft nur noch bis zum 14.4.).

Sehr interessante Ausstellung. Wer noch kann, sollte sie besuchen.

Unser Kultur-Date rundeten wir mir einem kleinen Snack in meinem liebsten Innenstadtcafé, dem Naschmarkt, ab. Dann musste der RB in den Laden und ich dringend arbeiten. Als ich wieder am EssSchreibArbeitstisch saß, gab es ein bisschen dies und das. Die Kundin war nicht ganz zufrieden, aber gut. Dafür war es an anderer Stelle erfreulicher. Parallel schrieb ich mit meiner Mutter und da musste ich schon sehr schlucken. Meinem Vater geht es echt schlecht. Auf der einen Seite bräuchte er wohl Ruhe, aber auf der anderen Seite muss er therapeutisch am Ball bleiben. Ihm fehlen Kraft und Antrieb. Und gerade letzteres macht mir große Sorgen.

Später dann kam das Abstimmungsergebnis des Europäischen Parlaments zum Urheberrecht.

Und ich frage mich (nicht nur) seitdem: Wohin wird das alles noch führen? Es ist so viel passiert, beschlossen worden in den letzten wenigen Jahren, das in die allgemeine Freiheit eingreift. Nein, die wenigsten von uns, also aus meinem direkten Umfeld, sind unmittelbar davon betroffen oder spüren es. Aber es ist da. Vorneweg krakelen die Blaubraunen und hintenrum beschließt unsere (haha, meine ist das nicht) Regierung genau das, was die Blaubraunen krakelt haben. Nur, dass die nun den nächsten Schritt nach recht gegangen sind.

Ich habe noch nie damit gehadert, ein Kind in die(se) Welt gesetzt zu haben. Aber gerade frage ich mich, ob das so sinnig war. Was hinterlasse ich ihm? Wie wird er leben? Noch geht es ihm und uns gut. Gefühlt seht ihm noch alles offen. So wie mir – damals in den 1980ern und 1990ern. Im 29. Jahr nach der Wende frage ich mich allerdings: Wo stehen wir, also die Gesellschaft? Sind wir wirklich 29 Jahre weiter? Oder haben wir uns seitdem kontinuierlich zurückentwickelt? Mir fehlt der Zukunftswille, ach, allein schon ein leises Blinzeln in die Zukunft von unserer Politik. Ich sehe kein Gestalten mehr, kein „wir wollen eine bessere, gerechtere Gesellschaft“. Es wirkt alles zu machtgierig und machterhaltend, rückwärtsgewandt.

Ich würde die Gedanken gerne abschütteln, aber es geht nicht. Denn es kommt immer mehr dazu. Dieser massive Rechtsruck macht mir Angst und ich habe noch mehr Angst, dass viele es unter „DAS wird uns nicht wieder passieren“ abtun. Es war toll, dass am Wochenende 10.000 für #FrankfurtGegen13 demonstriert haben, aber es ist erschreckend, dass bei der Demo #GegenDenRechtsruck maximal nur ein Viertel dabei waren. So ändert sich nichts.

Es wird nur noch schlimmer, während wir uns gleichzeitig schleichend immer mehr daran gewöhnen.

An rechte Parolen.
An Freiheitseinschränkungen.
An ertrinkende Menschen im Mittelmeer.
An die zu wenigen Insekten und zu heiße Sommer.

Daran, dass unsere Stimme(n) nicht interessieren.