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Monat: Oktober 2019

NaSch

NaSch

Eigentlich wollte ich ja nach letzter Woche keine Nachtschicht mehr einlegen. Aber es ist leider so, dass ich nachts besonders gut in den Schreibflow komme. Und diesen brauche ich, wenn ich Texte schreiben muss, in deren Themen ich mich neu eindenken muss.

Es ist die Ruhe und die Stille. Das Wissen, dass kein Telefon klingeln kann. Auch das Kind schläft und will nichts von mir. Der RB ist auch eine Eule und sitzt mir gegenüber am Rechner.

Das Feedback auf die letzten beiden Nachtschichten war sehr gut und zeigt, dass die Strategie nicht so falsch ist. Nur gesund ist halt was anderes.

Verbockt

Verbockt

„Mama, ich bekomme morgen wohl einen zweiten Strich*.“

„Strich wofür?“

„Weil ich krank war.“

„So ein Quatsch. Doch nicht weil Du krank** warst.“

„Aber ich hab die Hausaufgaben in Deutsch nicht fertig gemacht.“

„Ich dachte, die Lehrerin war Montag nicht da. Wann gab es denn die Hausaufgaben?“

„Letzten Freitag.“

„Aber da warst Du doch auch krank.“

„Die anderen haben es mir Montag erklärt.“

„Okay. Und was hast Du heute in der Lernzeit gemacht?“

„Schon was.“

„Und wie viel fehlt noch?“

„Geht so.“

„Hättest Du das heute Nachmittag schaffen können?“

„Ja… schon.“

„Und was hast Du gemacht? Hast Du Deine Deutschsachen mitgenommen?“

„Öhm… hm… nee, mitgenommen hab ich nichts.“

„Du hast den ganzen Nachmittag*** gedaddelt, nachdem Du nach Hause gekommen bist. Du hättest heute Nachmittag problemlos Deutsch machen können und hättest dann immer noch genug Zeit gehabt, um Switch zu zocken.“

Das Kind druckst rum.

„Bei allem Verständnis dafür, dass Du krank warst, aber Du hättest es heute schaffen können. Wenn du tatsächlich einen Strich bekommen solltest, hast Du Dir das selbst zuzuschreiben.“

Er nickt.

„Davon wird die Welt nicht untergehen, aber Du muss Dich besser organisieren. Und vor allen Dingen: Du kannst das.“

Mal sehen, wie’s ausgeht.

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* Wer sich massiv daneben benimmt oder die Wochenhausaufgabe nicht macht, bekommt einen Strich. Bei drei Strichen wird ein Elter angerufen.

** am Dienstag

*** Das Gespräch fand um 18h00 statt, als ich nach Hause kam.

Viel nichts

Viel nichts

Es ist erschreckend, zu wie viel ich im Büro nicht komme.

15 Minuten Projektbarbeitung
15 Minuten Besprechung 1
60 Minuten Telko 1
15 Minuten Projektabsprache
30 Minuten Projektbearbeitung
45 Minuten Pause
45 Minuten Besprechung 2
60 Minuten Besprechung 3
15 Minuten Projektbarbeitung*

Und dann war es schon 17h15 und fuhr ich nach Hause.

Der Text, den ich heute schreiben wollte, habe ich gerade mal vorstrukturiert.

Gut, dass ich auch mit Vertrag nicht täglich im Büro sein muss. Ich muss ja auch mal arbeiten.

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* Ich war schon länger als 5 Stunden im Büro

Sonntag vs. Montag

Sonntag vs. Montag

Irgendwie war das heute ein zähes Ringen um den Tag. Während das Denken heute halbwegs auf Zack war, fiel das Schreiben recht schwer.

Mein Geduldsfaden hatte eher was von einer Zündschnur. Ich bin nicht ganz happy mit meinen Reaktionen auf bestimmte Situationen. Doch noch hallt mir die letzte Woche zu sehr nach, sodass ich weiterhin ungnädig bin. Ein Gespräch – früher oder später – ist sicherlich erforderlich, aber ein wenig bin ich noch zu bockig und denke: Komm Du doch auf mich zu, wenn Du ein Problem hast. Dadurch wird der Elefant im Raum aber sicherlich nicht kleiner. Im Gegenteil. Vielleicht habe ich über Nacht eine Erleuchtung zur Gesprächsstrategie und räume morgen auf.

Das Kind rief nach der 6. bereits an, dass es im schlecht ginge und er nach Hause wolle. Hier kam ein glühiges Kind an, dass sich aber noch seine Mathearbeit hat zurückgeben lassen. Möglicherweise war eine Teil des Glühens auch der Stolz über die sehr, sehr gute Note. Trotzdem ging er anstandslos ins Bett und schlief erstmal.

Der RB war heute – unser Montag ist sein Sonntag* – den ganzen Tag zu Hause. Erfreulicherweise können wir uns problemlos gegenüber sitzen und jede arbeitet vor sich hin.

Kurz mit meiner Mutter telepathiert. Es ist so hilfreich, dass eine über Skype den Bildschirm teilen kann. (Irgendwer sagte letztens, dass es Skype bald nicht mehr geben solle. Ich finde dazu allerdings keine weiteren Infos.)

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* Stimmt natürlich nur bedingt, denn wenn er den Sonntag genau nehmen würde, würde er nicht arbeiten.

Aufs Maul

Aufs Maul

In meinem Blog darf ich ja schreiben, was ich will, daher hier ganz deutlich: Nicht nur #NazisRaus sondern auch

Nazis aufs Maul.

Ja, das mag ein Aufruf zur Gewalt sein.* Und nein, ich bin keine Freundin von Gewalt, ABER (und ich zitiere mich selbst) die Alliierten haben damals die Nazis auch nicht mit Gesprächskreisen besiegt. Und ganz ehrlich konnten viel zu viele danach immer noch unbehelligt ihrer Überzeugung fröhnen. In Ämtern und Posten. Konnten es weitergeben und der „guten alten Zeit“ nachtrauern.

Zudem zeigen die 1990er: Da, wo die Nazis die meiste (physische) Gegenwehr erlebten, wurden sie gar nicht erst groß. Sie gingen in den Untergrund. Die Gesellschaft war froh, dass das Problem nicht mehr zu sehen war. Tjanun, das Ergebnis sehen wir jetzt. Sie mögen für einige wie „Kai aus der Kiste“ gesprungen sein, aber nein… SIE WAREN NIE WIRKLICH WEG!

Wir müssen aufhören, den Rechtsruck akademisch überlegen zu betrachten und zu analysieren. Denn während all die schlauen, gewaltfreien Menschen sich in ihren vier Wänden versichern, dass sie gegen Nazis sind, marschiert der braune Mob weiter, bedroht und jagt Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen, tötet diese Menschen und auch Politiker, zündet Flüchtlingsunterkünfte an und verbreitet so viel Angst und Schrecken, dass alle lieber in ihren vier Wänden bleiben und sich versichern, dass sie gegen Nazis sind.

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* Drüben auf Twitter sind viele – zumindest temporär – gesperrt worden, die „Nazis / Faschos aufs Maul“ getwittert hatten. Mein Versuch ging höchst interessant aus.

Entspannt

Entspannt

Entspanntes Nixtun weiterhin.

Ausschlafen. Frühstücken. Halloween-Kostüm vom bzw. fürs Kind fertigmachen.

Mr Pumpkin

Gestrickt. Gequatscht. Geduscht. Kind abgeholt. Zur nächsten Party gedüst.

Uffbasse

Uffbasse

Natürlich hat der RB Recht, dass „Aufapssen“ falsch ist. Es muss „Uffbasse“ heißen. Und das habe ich heute nochmal sehr intensiv gemacht.

Nachdem klar war, dass das Kind nicht in die Schule gehen wird wegen beginnendem Rotz, habe ich mich nochmal umgedreht und habe weitergeschlafen. Irgendwann weckte mich der RB so halb, weil er loswollte, um gegen die Nazis in Offenbachen Präsenz zu zeigen. Ich sollte eigentlich mit, denn der Faschismus wird sicherlich nicht darauf warten, dass ich ausgeschlafen bin.

Aus Selfcare-Gründen auch die AG für heute abgesagt.

Mit dem Kind Pfannkuchen gefrühstückt. Danach gingen wir los. Ich begleitete ihn bis zum Kieferorthopäden. Er ging rein und ich ging weiter. Kurz zum Optiker, dann Backmatten und anderes erstes Gedöns für die Weihnachtsbäckerei. Zudem brachte ich mir Blumen mit.

Seit langem mal wieder Blumen auf dem Tisch

Den restlichen Nachmittag strickend auf dem Sofa verbracht.

Die neuen Plätzchen-Sonderhefte durchgeguckt. Zwei sind schon erschienen. Das dritte kommt kommende Woche. Danach werden die Sorten für den Adventskaffee ausgesucht. Das Prozedere ist festgelegt. Da bekomm ich den Monk nicht aus mir raus.

So ein Tag ohne Arbeit fühlte sich so gut an wie er nötig war.

Aufpassen

Aufpassen

Ich muss auf mich aufpassen, dass ich mich in dem Job nicht verliere. Es ist gerade sehr viel zu tun und bei nur wenig habe ich das Gefühl, es gut abgeben zu können. Natürlich bauchpinselt es mich, dass ich und vor allem meine Erfahrung und mein Wissen von allen anerkannt wird. Aber ich mag das Gefühl „wenn ich’s nicht mache, macht es keine andere richtig“ nicht.

Es war aufreibend die letzten Tage. Und es wird noch viel zu tun sein in den kommenden Monaten. Ich mag meine Arbeit und ich arbeite auch gerne.

Das Verständnis vom RB und wie er mir den Rücken frei hält zusammen mit der Selbstständigkeit vom Kind unterstützen mich sehr bei meiner Art zu arbeiten.

Umso mehr weiß ich, dass ich aufpassen muss, mich nicht in der Arbeit zu verlieren. Das ist nicht immer einfach, wenn die Projekt-Timelines eng gesteckt sind. Aber Nachtschichten dürfen nicht die Regel werden. Dafür muss es wieder mehr Pausen geben. (Immerhin habe ich meinen FreiTag.)

Und weil heute eh nichts mehr ging nach der zweiten Nachtschicht in dieser Woche, machte ich um kurz vor 16h00 den Rechner aus und kümmerte mich um mich. Ich duschte ausgiebig, ließ die Silberspülung im Haar wirken, während die Maske auf dem Gesicht einzog. Ich kümmerte mich ein wenig um die Wäsche und dann fuhren das Kind und ich nach Offenbach.

Auf dem Märktchen waren viele liebe Menschen und es tat einfach gut, mal was anderes zu sehen als den Bildschirm von meinem Laptop. Das Kind hatte Spaß dem RB zur Hand zu gehen.

Zu Hause musste ich auf LowCarb pfeifen und der RB und ich ließen den Abend bei Wein und Süßkram ausklingen.

Nachts um halb vier

Nachts um halb vier

Nach der Nicht-Nacht und dem kurzen Schläfchen am Morgen dachte ich ja, ich bin abends bestimmt total müde. War ich auch. so gegen 20h00. Da legte ich mich auf die Fakirmatte vom RB und schlief BelaB.-Interview hörend ein. Tief schlafen geht natürlich nicht auf der Matte, da es bei Bewegung doch recht pieksig wird. Außerdem sagte das Kind um 20h40 gute Nacht und verschwand im Bett.

Ich wurde dann wieder wacher, als der RB nach mir guckte. Und war irgendwann so wach, dass wir zusammen eine Folge einer Serie anguckten. Der RB schimpft bestimmt wieder, wenn er liest, dass ich nicht mehr weiß, wie die heißt, aber ich weiß, dass sie in Wales spielt und der Kommissar Mathias heißt (englisch mit th ausgesprochen, so dass es ein bisschen wie Messias klingt). An die Handlung kann ich mich auch erinnern, auch wenn ich nebenbei gebloggt und gefitzelt (die Sommerschrunden mussten mal runter) habe.

Als wir ins Bett gingen, war ich eigentlich auch wieder müde.

Doch kaum war das Licht aus und der RB im Land der Träume verschwunden, war ich knallwach und starrte mit aufgerissenen Augen Löcher in die Dunkelheit. Ich las etwas (Notiz an mich: keine politischen Bücher zum Einschlafen!), versuchte es mit ASMR, nickte kurz weg. Allerdings nur, um danach noch wacher zu sein und zudem Hunger zu haben. Da war es 3h30 und ich war etwas genervt. Denn es nervt sehr mich, wenn ich nachts essen muss. Aber hungrig im Bett liegen ist natürlich keine Option, da kann ich erst recht nicht schlafen.

Irgendwann schlief ich dann doch – ausgelagert im Gästezimmer – ein.

Der Tag war anstrengend, weil viel zu tun, ein Projekt zum Ärgern, viel Telefon und halt zu wenig Schlaf, keine frische Luft und eine gewisse Genervtheit.