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Autor: Little B.

Komischer Tag

Komischer Tag

  • Ziemlich krank wach geworden. Es ist mindestens Seuche, vermutlich aber auch Dings.
  • Mich über „Die Entdeckung der Langsamkeit“ vom Kind geärgert. Bevorzugt morgens (wie heute).
  • Über eine Stunde in einer Vollsperrung gestanden. Mich über die Rettungsgasse gefreut, aber über die Deppen, die sie zum Spazierengehen nutzten, den Kopf geschüttelt.
  • Von 12h00 bis 16h00 in Heidelberg dem Kind beim Rugby zugeguckt.
  • Staufrei zurückgefahren.
  • Verwundert Dinge gelesen. Schwanke zwischen Irritation und Loyalitätskonflikt.
  • Mich geärgert. Und dann über 2 Stunden geputzt und gekocht.
  • Lecker gegessen.
  • Hustenanfall gehabt. Danke Seuche. Danke RB. Danke Merkel.
  • Noch ne Runde Vikings gucken.
  • Virtuelle Küsse bekommen. Zur Sicherheit.
Dem Ruf gerecht werden

Dem Ruf gerecht werden

Kürzlich erst schrieb das Zeitmagazin, dass Frankfurt Deutschlands Demo-Hauptstadt sei.

Und als wollten die Frankfurter diesem Ruf unbedingt gerecht werden, gab es heute allein 3 Großdemonstration. Dazu waren noch 9 kleinere angemeldet. Also insgesamt 12 Demos. In der Innenstadt.

Und nachdem heute Morgen der Wecker so klingelte, dass der RB und ich vor 10h30 vom Markt zurück waren. Und ich danach direkt die restlichen Sachen einkaufen ging, sodass ich um 12h00 wieder zu Hause war, als der Kumpel vom Kind kam, die beide bis 14h40 bei uns spielten und dann zusammen zum Kumpel gingen, konnte ich mich trotz Dings (oder halt doch Seuche) dann doch aufmachen, um zur #SaveyourInternet-Demo dazuzustoßen.

Als ich 15h20 an der Paulskirche ankam, war die Demo, die eigentlich um 14h00 losgehen sollte, immer noch da. Gut für mich, so musste ich nicht suchen.

Ich ging bis zur Zwischenkundgebung am Willy-Brandt-Platz mit. Die Stimmung war entspannt. Erfreulich viele junge Menschen beteiligten sich. Es war wenig Polizei zu sehen.

Dann wechselte ich folgte ich den Wasserwerfern über Friedensstraße und Kaiserstraße zur Hauptwache, wo die #GegendenRechtsruck-Demo erwartet wurde …

… von einem großen, wirklich großen Polizeiaufgebot (inkl. Bundespolizei, USK und Beamten aus „allen“ Bundesländern).

Die Stimmung war schon sehr angespannt. Ich habe noch nie so viel Polizisten in voller Montur gesehen. Es war kurz beängstigend. Aber die Demo endete friedlich (zumindest soweit ich das gesehen habe).

Dann kündigte sich an, dass die #SaveyourInternet-Demo auf dem Rossmarkt nebenan zur Abschlusskundgebung eintreffen würde.

Wow, da waren immer noch 10.000 unterwegs.

Aber da musste ich dann nach Hause.

Nicht mal das

Nicht mal das

Heute war ich genervt. Und das betraf auch den RB. Also kommunizierte ich das. Direkt. Ohne Rumgeeier. Jaja, ich hab schon darauf geachtet, keine blöden Du-Botschaften rauszuhauen, weil es halt kein „Du-Thema“ sondern ein „Wir-Dings“ ist. Aber es ging an ihn.

Und was macht er?!

Er versteht mich. Sieht die Dinge auch so. Macht konstruktive Vorschläge.

Orrrr, nicht mal streiten kann muss ich mit diesem Mann*.

——————————
* Stimmt nicht ganz. Wir haben uns auch schon mal sehrsehrsehr heftig gefetzt.

Hier

Hier

Der RB hat „hier“ gerufen. Schon im Dezember. Als fiese hartnäckige Viren sich anwanzten und bleiben wollte. Bisschen gutemütig, der Gute. Nun hat er sie am im Hals. In den Nebenhöhlen. In der Lunge. Im Auge.

Ich habe aber auch „hier“ gerufen. Gestern Abend oder Nacht. Das weiß ich nicht genau. Vermutlich im Schlaf. Denn ich habe Dings. Also Heuschnupfen. Die Augen tränen, der Hals krazt, nur die Nase will nicht recht laufen. Aber ich muss auch nicht alles haben. Ich hoffe nur, dass es wie schon in den letzten Jahren nur die Frühblüher sind und sich der Spuk nicht bis zum Herbst hält.

Systemisches Antihistaminikum und eines in Augetropfenform werden es – bei mir – wohl richten.

Der RB kann sich schon ein Hochbeet auf dem Balkon aussuchen.

Olé

Olé

Ein Grund für den Wochenplan war ja, dass ich bei unserem Essen die Abwechselung, das Neue vermisste. Denn wenn eine sich nicht rechtzeitig kümmert, dann kocht eine abends nämlich vorangig das, was sie so kann und kennt. Und das, weil eine es kann und kennt, schnell geht. Wofür eine keine Kochbücher wälzen und die Vorräte prüfen muss. Wenn eine sich allerdings Tage vorher und ohne Hunger Gedanken macht, was denn mal gekocht werden könnte und sich dabei von den Kochbüchern inspirieren lässt, dann kommen mitunter sehr interessante und leckere Gerichte auf den Tisch. Wie heute, da gab es nämlich andalusische Mandelsuppe:

Zutaten
6 Knoblauchzehen
50 g grüne Oliven ohne Stein
1 Bund Petersilie (ich hatte ein halbes, das ging auch gut)
200 g gemahlene Mandeln mit Haut
1 L Gemüsebrühe (ich hatte extra welche selbstgemacht, ansonsten Instant ansetzen)
1 Döschen Safran (0,1 g; ich hatte gemahlenen, Fäden gehen aber auch)
2 Scheiben Brot (ich hatte frisches Kartoffelbrot, im Rezept steht albackenes Weißbrot)
Pfeffer, Salz, edelsüßes Paprikapulver
Olivenöl

Zubereitung
Knoblauch schälen und klein hacken (ich nehme die Knobipresse, ich Heidin), Oliven klein hacken, Hälfte der Petersilienblätter (also ohne die dicken Hauptstengel) kleinhacken; 2-3 EL Olivenöl im Suppentopf erhitzen und das vorbereitete Zeug andünsten

Mandeln zugeben und unter Rühren anrösten, bis sie duften, dann mit Gemüsebrühe ablöschen, aufkochen und dann auf niedriger Flamme köcheln lassen

Brot in Würfel schneiden (ich habe es nicht entrindet) und in Olivenöl knusprig anrösten

Safran (ggf. zerreiben) und in etwas warmem Wasser auflösen, zur Suppe geben; Suppe mit Paprikapulver, Salz und etwas Pfeffer abschmecken

restliche Petersilienblätter hacken, kurz zu den Croutons geben und zusammen auf die Suppe geben, dann servieren.

Guten Appetit!

rrb

rrb

Nein, ich habe mich nicht verschrieben. Es geht nicht um den Rundfunk Berlin-Brandenburg. Es geht um ein Thema, dass beim heutigen Tweep-Meet irgendwann zwischen Vorspeise und Kaffee aufkam. Also genau genommen von Silke aufgebracht wurde. Es gibt ja viele Dinge (in unserem Land), die fallen in die Kategorie „Die Menschheit hat zu viel Zeit“. So auch das Event, das auf einem Aushang, den Silke fotografierthatte, angeboten wurde: eine Rauf-Party bzw. eine Rauf-Kuschel-Party. Ja, googelt das ruhig. Ich bin aus dem Staunen nicht rausgekommen.

Ehrlich Leute, ihr trefft euch mit Wildfremden zum Raufen*, Rangeln**, Balgen***?

Und um das fachmännisch (sic!) anzuleiten – es gibt nämlich ein umfangreiches Regelwerk – reist Siggi doch tatsächlich nach Darmstadt. Denn dieses Happening findet in der – und ja, das denke ich mir nicht aus – Bessunger Knabenschule statt.

Enganliegende Wechselkleidung sowie ein Spannbettlaken müssen mitgebracht werden.

Ich habe Fragen. Aber ich glaube nicht, dass ich die Antworten darauf haben möchte.

——————
* Verhörer vom RB: saufen

** Verhörer von C.: rammeln

*** mein Verhörer: blasen

Stecker

Stecker

Heute wabere ich schon den ganzen Tag vor mich hin. Ich komme nicht in den Tritt und bekomme auch keinen Zugang zu meinem Text. Stattdessen telepathiere ich mit meiner Mutter. Immerhin erfolgreich. Und lasse mich vom Muserich küssen. Immer gut, aber mit Blick auf den Text nicht erfolgreich.

Nach dem Essen fängt es dann an. Als das Kind im Bett ist, geht … nichts mehr. Mir hat eine den Stecker gezogen. Ich muss mich hinlegen und schlafe prompt ein. Nach zwei Stunden werde ich wach. Der Text drängt. Der Kreislauf ist weg.

Nach Vikings und Cola dann wohl eine Nachtschicht.

Fridays For Future – ein Statement

Fridays For Future – ein Statement

Dem höchst treffenden rantigen Thread bzw. Thread-Rant von Ulrike auf Twitter zu #FridaysforFuture ist nix hinzuzufügen:

Diese Diskreditierungsversuche von #FridaysForFurture aus der (deutschen) Politik machen mich so wütend, dass ich jetzt mal einen Sonntagmorgenthread dazu ablassen muss.

1) Verweis auf die Schulpflicht: Ich halte die allgemeine Schulpflicht insgesamt für eine gute Sache, aber für dieses Argument wird sie instrumentalisiert – u. a. von denen, die es seit Jahrzehnten (!!) nicht nur nicht hinbekommen, die Schulen zu erfolgreichen Lernorten für alle zu machen, sondern die es offenkundig überhaupt nicht juckt, wie viel Unterreicht wegen Lehrkraftmangel sowieso ständig ausfällt. Ich brauche nur an die Diskussion mit einem Bremer Lokalpolitiker zu denken, der mir allen Ernstes erklärt hat, Eltern würden den Unterrichtsausfall überschätzen, seine Statistiken zeigten, dass Unterricht zu 98 % stattfinden könnte.

2) Seit Beginn der PISA-Studien (die auch problematisch sind, aber anderes Fass) wissen wir, dass es auch in den deutschen Schulen massive Probleme gibt. Die Politik reagiert darauf mit hektischem Hin und Her in der Schulpolitik, echte Besserung ist m.E. nicht in Sicht. Trotzdem soll oberste Piorität sein, auch nur ja keine Stunde des schulischen Angebots zu versäumen?

3) Wen das PISA-Argument nicht überzeugt, braucht nur mal darauf zu schauen, wie sich schulische Bildung zum Rest des gesellschaftlichen Lebens verhält – angefangen von dem Konsens, dass Schule ein notwendiges Übel sei („soll ja auch keinen Spaß machen“, „muss halt sein“, „Horrorfach Mathe“), über die wenig nachhaltige Wissensvermittlung („braucht man nie wieder im Leben“, „habe ich mal in der Schule gelernt, aber soooo lange her“) bis hin zu Phänomenen wie Flat Earthern Homöoopathiegläubigen und Impfverweigerern, die es gar nicht geben dürfte, wenn die Schule flächendeckend ihren Bildungsauftrag erfüllen würde. Mal ganz abgesehen von dem mangelnden Verständnis der Ergebnisse der Klimaforschung.

3) Ähnlich wie 2): Alle, die es bisher in verantwortlichen politischen/gesellschaftlichen Positionen verbockt haben, das Ruder rumzureißen, um die globale Erwärmung zu stoppen, haben doch die schulische und in der Regel noch weitere Bildungsanstalten durchlaufen – das allein nützt offensichtlich nichts.

4) Da es mir hier bes. um die Äußerungen aus der dt. Politik geht: Eure Parteien haben alle Jugendorganisationen. Viele eurer Promis sind als ganz junge Leute in eben diese Jugendorganisationen eingetreten – & jetzt argumentiert ihr, in dem Alter hätte man keine Ahnung? Meint ihr im Ernst, so lockt man Nachwuchs an? Indem man jungen Leuten sagt, sie wüssten nix, könnten nix und sollten erstmal alt werden, wenn sie mitreden wollen? Mir bleibt da echt der Mund offen stehen.

5) Oft gesagt, aber offensichtlich immer noch nicht verstanden: die Forderungen von #FridaysForFuture sind doch gar nicht neu – das fordern Wissenschaft und große Teile der Gesellschaft schon lange, nur bisher leider nicht in dieser Radikalität. Ich bin soooo dankbar, dass die Jungen ihre Energie und Leidenschaft und Freiheit einsetzen, um so laut zu sein.

6) Zu allen diesen Punkten, besonders zu den Mängeln in der Schullandschaft (hallo, liebe dt. Politik, schon vergessen, wie lange ihr euch gerade erst beharkt hab, als es darum ging, dt. Schulen langsam mal auf den Stand zu bringen, der in jedem Unternehmen Mindeststandard ist?) könnte ich noch erweiternde Unterpunkte aufmachen, aber das erspare ich euch & mir.

Ich mache jetzt Waffeln & Tee & gehe laufen, & wenn ich zurückkomme, will ich in meiner TL keine Anti#FridaysForFuture-Statments aus der dt. Politik mehr sehen. Danke und schönen Sonntag!

Satt

Satt

Kennt Ihr das Gefühl, so gut und etwas zu viel gegessen zu haben, dass Ihr Euch nicht mehr rühren könnt?!

So geht es mir gerade. Nach höchst leckeren drei Gängen Frankfurter Küche im Malepartus.

Ich bin so pappsatt, dass ich nicht mehr klar denken kann. Und daher auch nichts schreiben.

„Weil ihr uns die Zukunft klaut“

„Weil ihr uns die Zukunft klaut“

Auf 12h00 war der Start der Frankfurter „Fridays for Futur“-Demo angesetzt. 12h00 ist für einen Schulstreik eine recht moderate Uhrzeit. Da zum Beispiel beim Kind die 5. Stunde ausfiel, hatte er um 11h30 Schulschluss. Damit hätten wir es durchaus pünktlich zum Treffpunkt geschafft. Aber die Demo war für 3 Stunden angesetzt, es regnete und ich musste auch noch was zu Ende arbeiten, als der midi-monsieur um 11h40 zu Hause war. Um 13h45 machten wir uns dann endlich auf den Weg. An der Hauptwache trafen wir auf den Demozug und reihten uns ein.

Und ich musste erstmal mit meiner Ergriffenheit fertig werden. Um mich rum ganz viele junge Menschen – im Schnitt ein Vierteljahrhundert jünger als ich – und skandierten so kreative wie treffende Demo-„Gesänge“. Ich hatte einen Kloß ihm Hals und musste mit den Tränen kämpfen. So viele Kinder und Jugendliche, die definitiv nicht einfach nur „schwänzten“, sondern denen es um die Sache geht. Wow! Auch das Kind war zunächst ganz still.

Wir liefen mit bis zum Römer, wo die Demo endete, und blieben auch noch ein Weilchen für die Abschlusskundgebung. Und auch da dachte ich „wow“, denn die Redebeiträge der Schülerinnen waren deutlich, klar und auf den Punkt. Sie machten klar, wofür sie auf die Straße gehen. Und sie machten klar, dass sie nicht „aus Spaß an der Freude“ schwänzten vom Unterricht fernblieben.

Schwänzen bedeutet der Schule aus Faulheit fernbleiben. Wir bleiben aber nicht aus Faulheit fern, sondern aus Notwendigkeit.

Und nein, Bettina Wiesmann, die Schulstreiks müssen jetzt NICHT ein Ende finden. Es hat – hoffentlich – gerade erst angefangen und das Signal ist noch lange nicht angekommen. Weitere Schulstreiks dienen dem Klima nicht direkt, aber sind für die streikenden Schülerinnen ein Mittel, gehört und gesehen zu werden, zu zeigen, dass JETZT was passieren muss, damit auch noch in 25, 50 Jahren dieser Planet bewohnt werden kann.