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Autor: Little B.

Durchatmen

Durchatmen

Ups, die Pandemie ist wohl vorbei. Oder war kurzfristig vorbei. Der Mann und ich haben das wöchtentliche Wandern schleifen lassen. Wobei er ja immerhin regelmäßig zur Arbeit läuft. Ich laufe nur vom Schlafzimmer ins Bad, in die Küche und dann an den Schreibtisch. Alles innerhalb unserer Wohnung versteht sich. Nicht viel also. Wir waren vor 5 Wochen das letzte Mal wandern. Ups.

Der Mann ist dieses Wochenende (mal wieder) nicht da. Aber ich muss mich bewegen. Das kann ich ja auch ohne ihn. Bis ich heute in die Gänge komme, dauert es etwas. Dann bin ich unleidlich darüber, dass ich nicht weiß, wo ich laufen soll. Letztlich fasse ich einen Stadtwaldbeschluss. Da komme ich gut hin und da war ich schon lange nicht mehr.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie wenig Menschen im Stadtwald unterwegs sind.

Bei Kilometer 10 (von 14) zeigte sich, dass ich seit 5 Wochen nicht mehr wandern war: Ich bekam einen veritablen Krampf in der rechten Wade . Uff. Das war sehr unangenehm. Aber immerhin bekam ich ihn gelöst und konnte entspannt weiterlaufen.

Das tat sehr gut.

Durchatmen.

Ein Abend für mich

Ein Abend für mich

Mein Heute-Ich war meinem Vor-Wochen-Ich sehr dankbar. Denn vor ein paar Wochen, als ich irgendwo in den SoMe darüber gestolpert war, hatte ich mir in meinen Kalender mit Erinnerung eingetragen, dass Justin Sullivan solo heute in Frankfurt spielen wird. Open-Air. Als ich es eintrug, dachte ich noch: Mal schauen, wie das Wetter ist und wenn es dann noch Karten gibt, gehe ich hin. Außerdem war es ja ein Solo-Konzert mit expliziten Solo-Stücken, die ich mir mal angehört hatte, und ich nicht ganz sicher war, ob ich ein Konzert nur damit gut finden könnte. Sie lassen sich gut anhören – so im Hintergrund.

Vor zwei Wochen oder so offenbarte mir der RB, dass er an diesem Wochenende nicht da sein würde. Die Info ist irrelevant, weil sie nichts mit meiner Entscheidung zu tun hat.

Ich hatte heute einen produktiven Tag – danke liebe Hormone, danke liebes Vitamin D – und war am späten Nachmittag, als mein Kalender mich an das Konzert erinnerte, auch nicht k.o. Ich fragte das Kind – rhetorisch -, ob es für ihn problematisch sei, wenn ich heute auf ein Konzert ginge. Er fragte nur, wie lange ich weg sei und hatte Pläne … die ich im Keim erstickte. Vor allem, weil ich mir recht sicher war, dass andere Eltern ihr Kinder nicht abends noch zum Kind lassen würden. Aber gut, ungestörte Zockzeit war auch ausreichend attraktiv, dass ich ausgehen durfte.

Etwas verzögert kam ich los, hatte aber Glück, dass ich just an der Haltestelle ankam, als die Bahn kam (und ich kein 15 Minuten warten musste).

Vor Ort wurden Impfzertifikat in der App und wenigstens der Perso dazu angeguckt. Was so schwer daran ist, den QR-Code vom Impfzertifikat zu scannen, erschließt sich mir nicht. Da ich eine Abendkassenkarte brauchte, die nicht personalisiert war, brauchte es Kontaktverfolgung (gemäß neuer Regelung eigentlich nicht, aber ist ja nicht verkehrt): Zu Wahl standen Luca-App (nein, einfach nein) oder profaner Zettel. Joah, was so schwer daran ist, einen QR-Code fürs Einloggen via CWA zu generieren, erschließt sich mir nicht.

Wie das heutzutage so ist, braucht es beim Konzert einen Sitzplatz. Es ist schon absurd. Vor der Pandemie habe ich sogar auf Konzerte verzichtet, wenn sie nur bestuhlt geplant waren oder ich nur noch einen Sitzplatz bekommen hätte. Nun freut sich eine, überhaupt wieder Live-Musik erleben zu können – auch im Sitzen.

Ich besorgte mir was zu essen und einen Sitzgelegenheit (der Platz ist leider etwas verwinkelt und mit Bäumen, sodass nicht überall ein guter Blick auf die Bühne möglich war und auch schon viele Tische belegt waren).

Justin fing recht pünktlich an und saß da nur mit seiner Stimme und seinen Gitarren auf der Bühne und spielte. Und war wahnsinnig präsent so allein, nur er, seine Stimme und seine Gitarren.

Und als er ein paar New-Model-Army-Songs spielte – allein -, war klar, wie sehr die Band von ihm geprägt ist – auch wenn der Sound von New Model Army mit Schlagzeug, Keyboard, Bass und zweiter Gitarre natürlich anders ist. Achja, seufz. Meine New-Model-Army-Karte für ein Konzert im November 2020 ist nun auf 2022 verschoben worden. Aber ich freue mich immer noch vor.

Die Songs von NMA und auch seine Solo-Songs erzählen Geschichten und/oder zeigen Haltung. Und so nehme ich neben toller Musik, „fucking Brexit“ und einer starken anti-nationalistischen Haltung einen inspirierenden Gedanken zur Pandemie mit:

Die Pandemie hat uns alle zu einer extremeren Version von uns selbst werden lassen. Durch die fehlenden Sozialkontakte findet weniger Reibung statt, die unsere Ecken und Kanten abmildert bzw. in Relation setzt.

Das trifft sehr auf mich zu. Ich habe das Gefühl, dass ich sonderbarer, ungnädiger, kompromissloser, eigenbrödlerischer, ungeduldiger geworden zu sein. Auch daher ist es gut, dass die Impfungen und 2G Sozialkontakte wieder möglich machen und ich muss mich noch immer überwinden.

Danke für den großartigen und inspirierenden Abend <3
Plastikfrei(er)

Plastikfrei(er)

Ich komme mir vor wie eine Nachmacherin, dabei war das schon lange geplant, ich war nur von meiner Eingenwilligkeit und Lieferschwierigkeiten ausgebremst.

Der RB hatte sich schon vor einiger Zeit neue Grätschaften zum Rasieren besorgt: Rasierhobel und Rasierseife mit Pinsel*. Um das Rasieren endlich plastikfreier** zu gestalten-. Das erinnerte mich daran, dass ich eigentlich neue Klingen brauche bzw. erinnerte mich daran, dass ich keine neuen Klingen, sondern auch einen Rasierhobel kaufen wollte. Aber gut, dass der Mann schneller war als ich, so konnte ich feststellen, dass mir die anscheinend gängige Grifflänge zu kurz ist. Dazu wollte ich dann auch noch einen Hobel „Made in Germany“. Ich hatte zwar befürchtet, dass es unmöglich wäre, diese beiden Wünsche in einem bezahlbaren Rahmen zu erfüllen, aber ich wurde fündig. Musste halt etwas warten, da das Wunschobjekt vorrübergehend nicht lieferbar war.

Noch unbenutzt, denn ich habe vor der „freien“ Klinge durchaus Respekt.

Wenn ich schon nicht bei meinem Duschgel auf plastikfrei*** umsteigen darf zur Zeit, dann wenigstens schon mal diesen Schritt.

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* mit ohne echten Dachshaaren

** mit ohne echten Dachshaaren ist halt mit echten Polyesterschweinhaaren

*** Dabei liegt hier schon was rum, weil ich so froh war, endlich ein festes Duschgel gefunden zu haben, das nicht nach RoseGurkeKokosMinzeStinkWürg riecht, sondern ganz einfach parfümfrei ist.

Komatös

Komatös

Wetterumschwung, Hormone, Alter, Pandemie, fehlender Sport, wenig frische Luft, suboptimale Ernährung, Eul’ismus – vermutlich ist es eine Kombination aus allem, weswegen ich zur Zeit mal wieder abends so k.o. bin, dass ich zwischen 18 und 20h00 in eimen komatösen Schlaf falle.

Wenigstens trinke ich genug.

Vielleicht Bestimmt sollte ich wieder mit Vitamin D anfangen.

Und Sport.

Und die Ernährung wieder umstellen.

$#§&!

$#§&!

Falls Ihr im Rhein-Main-Gebiet wohnt, habt Ihr heute morgen gegen 9h30 einen wilden Fluch gehört. Ich gebe Entwarnung: Das war ich. Und ich habe mich auch schon wieder beruhigt.

Aber heute morgen war ich tatsächlich den Tränen sehr nahe, denn Word hat mal wieder Arbeit von mir gefressen. Acht Stunden Arbeit waren weg. Einfach weg. Wenigstens konnte ich mich an meinen Denkprozess erinnern, sodass ich nur 5 Stunden brauchte, um das wiederherzustellen.

Das – also nicht immer in dem Umfang – ist mir, seit ich festangestellt bin, schon ein paar mal passiert und der Grund dafür ist auch einfach frustrierend, weil einfach zu lösen, aber Lösung wird nicht akzeptiert, weil es nicht zum Agentur-CD passt. Denn wir müssen mit Mac arbeiten. Da aber die meisten unserer Kundinnen in der Regel PCs haben und wir ja eine gewisse Kompatibilität gewährleisten wollen und sollen, haben wir natürlich ein Office-Paket. Ich habe mal im Studium Word und Excel gelernt und bin seitdem der Überzeugung: In der Regel sitzt der größte Fehler davor. Word, Excel und auch PowerPoint können mittlerweile ne Menge, wenn eine es weiß. Und wenn sie auf einem Windows-Rechner laufen.

Nicht nur, dass Word auf dem Mac nicht alle Funktionen hat, die eine Windows-Userin kennt, nein, wichtige Basics wie Sicherungskopie und Autospeichern funktionieren nur bei Vollmond und wenn die Venus im Skorpion steht extrem unzuverlässig. Gerne hängt sich Word auch einfach mal auf, wenn ich beim Speichern einen neuen Ordner eröffne.

Ich sage ja immer: Für Schreiberlinge ist Word auf dem Mac wie Backhandschuhe für Menschen, die im Labor arbeiten.

Wie ich …

Wie ich …

… mal früh ins Bett wollte, aber als der Mann sich Richtung Horizontale bewegte, gerade feststellte, dass es eine neue Staffel von „The Bold Type“ gibt und ich erstmal 3 Folge weggebingt habe.

Vielleicht werde ich irgendwann mal so schlau wie der Mann und gehe ins Bett, wenn ich müde bin.

Place to zock

Place to zock

Das Kind ist mit 12 schon sehr pubertär. Es gibt Tage, da möchte ich ihn an die Wand tackern oder zumindest wie seine sechs Kuscheltierfledermäuse unter sein Hochbett hängen. Aber gleichzeitig ist er sehr selbstständig und zuverlässig, dass ich die hormonbedingten zerebralen Aussetzer weiterhin weglächeln und schnell vergessen kann.

Zum Pubertieren gehört auch dazu, dass er eigene Welten hat. Welten, die mich nichts angehen, die mich nur bedingt interessieren. Bei uns ist es hauptsächlich das Zocken. Ich habe damit keinen Vertrag. Meine Computerspiel-Karriere endete bei Lemmings. Videospiele finde ich seit jeher uninteressant*. Und Handyspiele sind auch nichts meins**.

Das Kind also zockt. Aber nicht allein und so war bzw ist es während der Pandemie ein großer Teil seines Soziallebens. Eine Win-Win-Situation. Eigentlich sogar eine Win-Win-Win-Situation, denn er zockt zu Hause und ich muss keine Angst haben, dass er mit seinen Kumpels irgendwo draußen rumhängt, wo ich Angst haben muss, dass er in Situationen gerät, die er (noch) nicht kontrollieren kann***.

Und da ich seine Hobbies in d er Regel gerne unterstütze, unterstütze ich auch das Zocken – mit Equipement zum Geburtstag, Spielen zu Weihnachten, ein neuer Stuhl, weil nötig und gerade im Angebot etc. Oder halt wie gerade – weil ich gerade in meiner „Schöner Wohnen“-Phase bin – mit einem vernünftigen und Pubertier-gerechten Platz zum Zocken in seinem Zimmer:

 

Das Grün haben wir gestern zusammen gestrichen. Die Tischplatte haben der RB und ich zugeschnitten, die Böcke hatte der RB noch übrig. Die Haken für die Kopfhörer dümpelten seit mindestens acht Jahren hier rum.

Das Kind ist happy. Ich bin es auch (und hoffe ein bisschen, dass es ihn animiert, etwas mehr Ordnung zu halten.)

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* Ich erinnere mich dunkel daran, dass während meines Studiums für einige Zeit die Konsole meines jüngeren Bruders an unserem Fernseher angeschlossen war und dass ich da irgendwas durchgespielt habe.

** Ab und an überkommt es mich und ein Spiel ist sehr temporär installiert.

*** Ich vertraue ihm sehr und weiß, dass er sehr umsichtig ist, daher darf er auch allein durch den Frankfurter Straßenverkrehr radeln. Wobei ich immer auch etwas Angst habe, das ich den motorisierten Verkehrsteilnehmern nicht traue.

Feuchtgebiete

Feuchtgebiete

Als ich Richtung Baumarkt fuhr, sah ich fette graue Wolken, die nichts Gutes versprachen. Ich dachte noch: „Oh, hoffentlich kommt das nicht runter, wenn die Kommode angeholt wird.“

Dass es runterkommen könnte, wenn ich mich draußen bewegen muss, habe ich nicht gedacht.

Ich holte meinen Zuschnitt ab und suchte noch Kleinkram im Baumarkt. Plan war eigentlich, danach nur kurz zum Möbelschweden, um Rahmen (für Bilder, keine Nudelsuppe) zu kaufen.

Als ich aber gezahlt hatte und Richtung Ausgang schob, fuhr ich fast ein paar Leuten auf, denn es hatte sich im Ausgangsbereich ein Stau entwickelt. Keine traute sich unter dem Vordach hervor, denn der Himmel kam gerade runter. Und zwar so dermaßen, dass das Wasser nicht vom Parkplatz ablaufen konnte.

Als der Regen nach 10 Minuten etwas weniger wurde, stand das Wasser auf dem Parkplatz so hoch, dass ich mir meine Schuhe ruiniert hätte. Also zog ich sie kurzerhand aus und watete zum Auto.

Zuletzt bin ich barfuß durchs regenüberflutete Paris gelaufen. Das war 1994.

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Nach einem etwas unrunden Spätnachmittag mit dem Kind, an dem wir aber wenigstens zusammen die eine Wand gestrichen haben, verzog er sich auf sein 2-Meter-Hochbett.

Mit etwas zu trinken.

In einer Glasflasche, denn hier gibt es im Normalfall alle Getränke in Glasflaschen.

Es kam, wie ich es schon seit Tagen vorhergesehen habe: Die volle Wasserflasche fiel vom Bett und zerbarst.

Da war es vorbei mit gemütlich. Ich war not amused und das Kind lernte, wie weit Splitter sich verteilen können, dass Wasser in und unter alles fließt, was ihm im Weg ist. Er weiß jetzt, was so ein Mist für eine Arbeit nach sich zieht und dass wir dafür keine Heinzelmenschen haben. Und dass es gar nichts bringt, sich unfähig anzustellen, denn dann werde ich noch weniger amused und das will hier eigentlich keine.

Morgen bleibt es hoffentlich trocken.

Jieper

Jieper

Im Laufe des Nachmittahs entwickelte ich – gefördert von einem Instagrambild – eine großen Jieper auf CurrywurstPommes von Best Worscht.

Ich teilte dem Mann meine Gelüste mit und er war d’accord. Wir wollten uns am Best Worscht treffen.

Ich klärte mit dem Kind, der im Freibad weilte, dass er rechtzeitig da zurück kommen sollte. Während wir das klärten, fing es an zu regnen, was das Heimkommen des Kindes beschleunigte.

Während ich immer hungriger wurde, regnete es sich ein und der Mann wurde auf seinem Weg so nass, dass er nach Hause kommen wollte. Verständlich, änderte aber nix an meinem Hunger. Der schon so weit fortgeschritten war, dass ich nicht mehr in der Lage war, über eine Essensalternative nachzudenken.

Der Mann kam pitschnass, aber es hatte aufgehört zu regnen. Also ließ ich den Mann sich warmduschen und dann gingen wir los. Zum Glück.

Scharf war’s (B+). Lecker war’s. Und es hätte mich heute Abend nichts anderes so glücklich gemacht.

(Und wer nach Frankfurt kommt, der kann ich Best Worscht sehr empfehlen.)

Darf nicht

Darf nicht

Grummel, grummel… vor 13 Wochen war ich zuletzt beim Friseur. Und das ist mit einem Kurzhaarschnitt ja nicht so empfehlenswert. Zumal meine Haare ja auch tatsächlich gerne wachsen.

Normalerweise wäre ich in den 13 Wochen schon zweimal da gewesen.

War ich aber nicht, denn ich habe da was an der Kopfhaut. Ein fieses Ekzem, mit dem ich tatsächlich einen Akuttermin bei der Hautärztin brauchte. Was ja quasi unmöglich ist. Aber ich zum Glück einen bekam.

Die Therapie schlug insgesamt gut an. Die Kopfhaut wurde besser, aber dann bildete sich auf dem Rücken Ähnliches. Mit der Therapie für die Kopfhaut wurde es besser. Aber es beunruhigte mich trotzdem. Die Hautärztin sollte nochmal draufschauen. Was sie tat. Lang und ausgiebig. Sie nahm mein Sorgen ernst. Wir gehen weiter auf Ursachenforschung – wenn der Rücken wieder gut ist. Bis dahin muss ich Shampoo und Duschgel wechseln und auch sonst auf alles verzichten, was die Haut reizen könnte.

Heißt auch, dass ich nicht Haare färben darf. Und wenn ich zum Friseur gehe, dann bitte mit meinem neuen Shampoo. Argh.

Vielleicht lasse ich mir einfach die Haare abrasieren. Oder zumindest raspelkurz, damit der Ansatz verschwindet. Dann bin ich halt wieder blond.

Grummel, grummel.