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Kategorie: Alles anders

Tränen

Tränen

Das Kind war heute im Schwimmbad. Er sollte um 19h00 zu Hause sein. Um 19h01 klingelte er und stürmte zur Tür rein. Mit offener Jacke und offener Hoodiejacke drunter. Damit war bei ca 6 °C seine Brust lediglich mit einem T-Shirt geschützt gewesen.

Ich dachte, ich guck nicht richtig und weil ich ja in der Regel meine Zuge nicht im Zaum halten kann, wenn mich was aufregt, blieb es nicht beim Denken, sondern das Kind fing sich eine Predigt deutliche Ansprache ein, wie bescheuert ich es finde, bei diesem Wetter mit allem offen durch die Gegend zu rollern (laufen wäre natürlich auch nicht besser gewesen). Es fielen auch die Worte „Lungenentzündung“ und „Krankenhaus“ und dass er durchaus schon mal bessere Ideen gehabt hatte.

Er war deutlich zerknirscht und ich gehe davon aus, dass er die Botschaft verstanden hat.

Beim Essen kam es noch einmal auf seine Nacktfahrt. Es fielen wieder die Worte „Lungenentzündung“ und „Krankenhaus“. Das Kind guckte bedröppelt, aber da war der RB schon weitergaloppiert und sagte: „Und außerdem kann man an einer Lungenentzündung sterben.“

Bämm.

Das Kind schluckte. Das Kind sackte in sich zusammen. Und dann sah ich schon die Tränen in den Augen.

Uffz.

Trösten. Gut zureden. Relativieren.

Ich seh’s mal positiv: Die Lektion ist gelernt. Das Kind fährt nie wieder mit offener Jacke. Zumindest wenn es kalt ist.

Und wiederum und wiederum

Und wiederum und wiederum

Wenn ich Schlaf nicht so toll finden würde, würde ich ihn mir aktuell abgewöhnen. So wirklich effektiv ist das nämlich alles nicht gerade:

  1. In Anbetracht der aktuellen Arbeitsbelastung wäre es durchaus sinnvoll, die vollen 24 Stunden eines Tages zu nutzen.
  2. Wir gehen grundsätzlich zu spät ins Bett. Ich müsste bestenfalls zwischen 22 und 23h00 im Bett liegen, aber da hat der Abend ja gefühlt erst angefangen. An manchen Tagen kommt dann auch erst der RB nach Hause. Und dann ist es zu spät und ich habe den toten Punkt überwunden und kann vor 2h00 nicht wirklich einschlafen.
  3. Weil wir das eigentlich schön finden, versuchen der RB und ich in einem Bett zu schlafen. Allerdings neigt der RB zum Schnarchen und wenn er das zu laut macht, kann ich nicht einschlafen oder wache sogar davon aus. Dann muss einer von uns ins Gästezimmer umziehen und dann kann ich auch nicht direkt (wieder) einschlafen.
  4. Wenn der RB und ich in weiser Voraussicht direkt getrennt schlafen, ist das dennoch kein Garant für ausreichend Schlaf, denn 2. ist auch dabei ein Problem, außerdem
  5. wohnt hier ja auch noch das Kind und der neigt derzeit wegen Zahnschmerzen oder – heute Nacht – Albträumen zum Rumgeistern. Oder wenn es das nicht ist, dann
  6. kann auch immer nochmal meine Blase dazwischengrätschen und mich am Durchschlafen hindern.

Insgesamt also sehr unbefriedigend und stressig. Um wenigstens nicht ganz matschig zu sein, lege ich mich oft nochmal hin, sobald das Kind aus dem Haus ist. Dann fängt der Tag aber später an als gut ist, was wiederum zu Stress führt. Das wiederum hat zur Folge, dass ich wie besessen durchgehend am Rechner sitzen und zum einen kaum esse und zum anderen noch weniger an die frische Luft komme. Bei beidem eine gewisse Regelmäßigkeit herzustellen wäre natürlich wichtig, um einen etwas geregelteren Tagesrhythmus zu bekommen, zumal den ganzen Tag auf den Bildschirm zu gucken ja auch nicht wirklich müde macht.

Also habe ich heute Nachmittag den Rechner zugeklappt, bin rausgegangen, um Erledigungen zu machen und habe mir danach die Haare blondiert. Dann habe ich mit dem Kind gegessen und dann – haha – war ich so k.o., dass ich für 2 Stunden auf der Fakirmatte eingeschlafen bin. Das hilft natürlich super.

Nicht.

Eigene Laufart

Eigene Laufart

Es läuft und es läuft nicht. Wenn ich nicht schon viele andere Pferde hätten kotzen gesehen, dann hätte ich mich heute vermutlich vor Frust  und Wut heulend ins Bett verkrochen. So bleibt nur das weise Kopfschütteln. Tjanun. Manchen Menschen ist nicht zu helfen. Und manche Menschen wollen wohl auch nicht helfen.

Wenn ich eins in meinem Job gelernt habe, dann, dass Ego-Probleme äußerst kontrapoduktiv sind. Ich bin Dienstleisterin. Ich biete Dienste an, die ich – mittlerweile – ziemlich gut kann, die geschätzt werden. Und ich mag meinen Job wirklich.

Ich arbeite gern im Team zusammen. Es ist gut, wenn es zwischenmenschlich auch passt, aber ich halte es mit der Devise „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“. Soll heißen: Erstmal muss es auf der Arbeitsebene gut laufen, dann kann ich auch Privates teilen. Der umgekehrte Weg ist mir in der Regel sehr suspekt. Vielleicht bin ich dafür zu preußisch, aber dDieses schäkernde Angebieder befremdet mich sehr. Und nicht selten beweisen diese Menschen mehr Inkompetenzen als eine befürchtet geahnt hat.

Und als hätte es der RB geahnt, dass der heutige Tag recht eigenwillig verlief, brachte er mir ein Geschenk mit.

Die Blumen eines Schnapshändlers

Er ist und bleibt der Beste!

Fünf

Fünf

5 Weine für 4 Personen reichen aus, um mindestens eine Person ausreichend betrunken zu machen.

Nüchtern sind die anderen drei aber auch nicht am Ende des Abends.

NaSch

NaSch

Eigentlich wollte ich ja nach letzter Woche keine Nachtschicht mehr einlegen. Aber es ist leider so, dass ich nachts besonders gut in den Schreibflow komme. Und diesen brauche ich, wenn ich Texte schreiben muss, in deren Themen ich mich neu eindenken muss.

Es ist die Ruhe und die Stille. Das Wissen, dass kein Telefon klingeln kann. Auch das Kind schläft und will nichts von mir. Der RB ist auch eine Eule und sitzt mir gegenüber am Rechner.

Das Feedback auf die letzten beiden Nachtschichten war sehr gut und zeigt, dass die Strategie nicht so falsch ist. Nur gesund ist halt was anderes.

Sonntag vs. Montag

Sonntag vs. Montag

Irgendwie war das heute ein zähes Ringen um den Tag. Während das Denken heute halbwegs auf Zack war, fiel das Schreiben recht schwer.

Mein Geduldsfaden hatte eher was von einer Zündschnur. Ich bin nicht ganz happy mit meinen Reaktionen auf bestimmte Situationen. Doch noch hallt mir die letzte Woche zu sehr nach, sodass ich weiterhin ungnädig bin. Ein Gespräch – früher oder später – ist sicherlich erforderlich, aber ein wenig bin ich noch zu bockig und denke: Komm Du doch auf mich zu, wenn Du ein Problem hast. Dadurch wird der Elefant im Raum aber sicherlich nicht kleiner. Im Gegenteil. Vielleicht habe ich über Nacht eine Erleuchtung zur Gesprächsstrategie und räume morgen auf.

Das Kind rief nach der 6. bereits an, dass es im schlecht ginge und er nach Hause wolle. Hier kam ein glühiges Kind an, dass sich aber noch seine Mathearbeit hat zurückgeben lassen. Möglicherweise war eine Teil des Glühens auch der Stolz über die sehr, sehr gute Note. Trotzdem ging er anstandslos ins Bett und schlief erstmal.

Der RB war heute – unser Montag ist sein Sonntag* – den ganzen Tag zu Hause. Erfreulicherweise können wir uns problemlos gegenüber sitzen und jede arbeitet vor sich hin.

Kurz mit meiner Mutter telepathiert. Es ist so hilfreich, dass eine über Skype den Bildschirm teilen kann. (Irgendwer sagte letztens, dass es Skype bald nicht mehr geben solle. Ich finde dazu allerdings keine weiteren Infos.)

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* Stimmt natürlich nur bedingt, denn wenn er den Sonntag genau nehmen würde, würde er nicht arbeiten.

Entspannt

Entspannt

Entspanntes Nixtun weiterhin.

Ausschlafen. Frühstücken. Halloween-Kostüm vom bzw. fürs Kind fertigmachen.

Mr Pumpkin

Gestrickt. Gequatscht. Geduscht. Kind abgeholt. Zur nächsten Party gedüst.

Aufpassen

Aufpassen

Ich muss auf mich aufpassen, dass ich mich in dem Job nicht verliere. Es ist gerade sehr viel zu tun und bei nur wenig habe ich das Gefühl, es gut abgeben zu können. Natürlich bauchpinselt es mich, dass ich und vor allem meine Erfahrung und mein Wissen von allen anerkannt wird. Aber ich mag das Gefühl „wenn ich’s nicht mache, macht es keine andere richtig“ nicht.

Es war aufreibend die letzten Tage. Und es wird noch viel zu tun sein in den kommenden Monaten. Ich mag meine Arbeit und ich arbeite auch gerne.

Das Verständnis vom RB und wie er mir den Rücken frei hält zusammen mit der Selbstständigkeit vom Kind unterstützen mich sehr bei meiner Art zu arbeiten.

Umso mehr weiß ich, dass ich aufpassen muss, mich nicht in der Arbeit zu verlieren. Das ist nicht immer einfach, wenn die Projekt-Timelines eng gesteckt sind. Aber Nachtschichten dürfen nicht die Regel werden. Dafür muss es wieder mehr Pausen geben. (Immerhin habe ich meinen FreiTag.)

Und weil heute eh nichts mehr ging nach der zweiten Nachtschicht in dieser Woche, machte ich um kurz vor 16h00 den Rechner aus und kümmerte mich um mich. Ich duschte ausgiebig, ließ die Silberspülung im Haar wirken, während die Maske auf dem Gesicht einzog. Ich kümmerte mich ein wenig um die Wäsche und dann fuhren das Kind und ich nach Offenbach.

Auf dem Märktchen waren viele liebe Menschen und es tat einfach gut, mal was anderes zu sehen als den Bildschirm von meinem Laptop. Das Kind hatte Spaß dem RB zur Hand zu gehen.

Zu Hause musste ich auf LowCarb pfeifen und der RB und ich ließen den Abend bei Wein und Süßkram ausklingen.

Vor 49

Vor 49

Sowas wie ausgeschlafen. Freitag ist mein brotjobfreier Tag (wird er auch bleiben). Aber frei habe ich ja nicht. Denn Freitag ist AG-Tag.

Trotzdem kurz in die Mails geschaut und ein paar Dinge beantwortet. Kleinkram, den ich dann aus den Füßen habe.

Schnell die Sachen für die AG zusammengesucht und Fehlendes gekauft.

Mich kurz mit dem RB abgeklatscht, der wegen was Blödem auf halben Weg zur Arbeit umdrehen musste.

AG gut durchgebracht.

Mich mit dem Kind abgeklatscht. Er musste zum Aikido und ich musste los zu einem Essen. (Vergessen den Rucksack auszuräumen, daher Hefe, Natron und Backpulver durch Teile Hessens transportiert.)

Beim Essen fehl sm Platz gefühlt. Ich war sicherlich nicht ganz bei der Sache, aber es lag nicht nur daran. Mal sehen, was noch passiert.

Auf dem Rückweg schnell Zutaten für den Geburtstagskuchen für den RB geholt. Zusammen mit dem Kind gebacken. Während das Kind auf den Kuchen aufpasste nochmal einkaufen gewesen. Dann war der Kuchen auch fertig.

Die (hoffentlich) perfekte Kombination von Wunsch und Obligatorischem

Mit dem Kind dekoriert.

Warten, dass der RB kommt…

Spät und später (oder auch Freud und Leid)

Spät und später (oder auch Freud und Leid)

Der Tag fing etwas stressig an: Ich fand meinen Haustürschlüssel nicht. Und verschwundene Schlüssel lassen mich höchstirrational werden. Wenn es nicht schon so spät gewesen wäre, hätte ich beim RB deutlich mehr zu Kreuze kriechen müssen, nachdem ich ihn wiederfand*.

Wenig später rangen Menschen, die mir gegenüber saßen, um Contenance, als Dinge zu meiner Person verkündet wurden. Manch eine „good news“ freut die einen und lässt andere zittern. Noch genau elf Wochen Zeit, um sich daran zu gewöhnen. (Und nein, ich möchte die Breitseite, die diese Person im indirekten Zusammenhang abbekommen hat, nicht haben.)

Noch etwas später, aber noch vor dem Mittagessen, habe ich einen Vertrag unterschrieben. Einen Arbeitsvertag. Einen Arbeitsvertrag, mit dem sich nur wenig an meiner jetzigen Arbeitssituation ändert, außer dass ich mich nicht mehr um UStVA, KSK-Beiträge, LS-VZ und andere Auftraggeberinnen kümmern** muss. Zukünftig werde ich mich mehr in der Landeshauptstadt aufhalten. Und ja, ich werde die Selbstständigkeit auch vermissen. (Aber das ganze werde ich nochmal später verbloggen.)

Noch später am Tag, auf dem Rückweg im Auto, habe ich dann den Beschluss gefasst, unsere bisherige Monatskarte (Frankfurt) auf die Städte Offenbach und Wiesbaden auszuweiten. Regelmäßig mit dem Auto zu fahren, ist sicher nicht gut für meine Gesundheit und für die Umwelt schon mal gar nicht. Für diese Flexibilität also eine Erweiterung gen Westen. Falls ich aber doch mit dem Auto fahre und der RB mit den Öffis, braucht er die Erweiterung nach Osten. Am Wochenende und Abends können wir zusammen fahren, sodass ich andere Ausflugsoptionen am Horizont sehe. Außerdem hoffe ich, dass ich uns damit noch etwas unabhängiger vom Auto mache.

Am späten Nachmittag habe ich dann mit meiner Mutter telefoniert. Sie hat heute Geburtstag. Und es ist … ach … schrecklich. Meinem Vater geht es – ein Jahr nach dem Schlaganfall – schlechter als direkt nach dem Schlaganfall. Meine Mutter reibt sich an ihrer Situation auf. Es fallen Sätze, zu denen fällt mir nichts ein außer eine pragmatische Lösung (Pflegedienst oder Kurzzeitpflege), aber ich weiß, dass sie das nicht hören will. Es fallen andere Sätze, die mich nur den Kopf schütteln lassen, weil da so viel Aluhutitis mitschwingt. Ich schlucke meine Meinung runter und es bleibt auch dazu nicht zu sagen. Und dann kommt noch ein „Ich mein ja nur“-Thema und ich muss tief durchatmen und schaffe es nur mit Mühe, meine aufsteigende Wut im Zaum zu halten.
Und trotzdem ist es einfach nur traurig, dass mein Vater heute – nach 49*** gemeinsamen Geburtstagen – meiner Mutter nicht zum Geburtstag gratulierte, weil er das Datum nicht mit etwas in Verbindung brachte. Es ist sogar fraglich, ob er das Datum wirklich als solches noch begreift.

Der Abend endete für das Kind später als geplant****. Aber es ist schön zu sehen, dass nicht nur ich beim Gute-Nacht-Kuscheln dabei sein soll, sondern dass das Kind den RB dabei haben will.

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* Er war _doch_ im Rucksack, der sich zum Zeitpunkt der Suchaktion schon IM Auto befand.

** Wobei andere Auftraggeberinnen nicht komplett ausgeschlossen sind, wenn sie mir zulaufen.

*** Nächstes Jahr wäre also die Goldene Hochzeit und ich habe keine Ahnung, ob mein Papa das noch erlebt oder ob ich ihm wünschen möchte, dass er das noch erlebt.

**** Er war um kurz nach 21h00 im Bett, aber besser wäre vorher.