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Kategorie: Bewegendes

Spät und später (oder auch Freud und Leid)

Spät und später (oder auch Freud und Leid)

Der Tag fing etwas stressig an: Ich fand meinen Haustürschlüssel nicht. Und verschwundene Schlüssel lassen mich höchstirrational werden. Wenn es nicht schon so spät gewesen wäre, hätte ich beim RB deutlich mehr zu Kreuze kriechen müssen, nachdem ich ihn wiederfand*.

Wenig später rangen Menschen, die mir gegenüber saßen, um Contenance, als Dinge zu meiner Person verkündet wurden. Manch eine „good news“ freut die einen und lässt andere zittern. Noch genau elf Wochen Zeit, um sich daran zu gewöhnen. (Und nein, ich möchte die Breitseite, die diese Person im indirekten Zusammenhang abbekommen hat, nicht haben.)

Noch etwas später, aber noch vor dem Mittagessen, habe ich einen Vertrag unterschrieben. Einen Arbeitsvertag. Einen Arbeitsvertrag, mit dem sich nur wenig an meiner jetzigen Arbeitssituation ändert, außer dass ich mich nicht mehr um UStVA, KSK-Beiträge, LS-VZ und andere Auftraggeberinnen kümmern** muss. Zukünftig werde ich mich mehr in der Landeshauptstadt aufhalten. Und ja, ich werde die Selbstständigkeit auch vermissen. (Aber das ganze werde ich nochmal später verbloggen.)

Noch später am Tag, auf dem Rückweg im Auto, habe ich dann den Beschluss gefasst, unsere bisherige Monatskarte (Frankfurt) auf die Städte Offenbach und Wiesbaden auszuweiten. Regelmäßig mit dem Auto zu fahren, ist sicher nicht gut für meine Gesundheit und für die Umwelt schon mal gar nicht. Für diese Flexibilität also eine Erweiterung gen Westen. Falls ich aber doch mit dem Auto fahre und der RB mit den Öffis, braucht er die Erweiterung nach Osten. Am Wochenende und Abends können wir zusammen fahren, sodass ich andere Ausflugsoptionen am Horizont sehe. Außerdem hoffe ich, dass ich uns damit noch etwas unabhängiger vom Auto mache.

Am späten Nachmittag habe ich dann mit meiner Mutter telefoniert. Sie hat heute Geburtstag. Und es ist … ach … schrecklich. Meinem Vater geht es – ein Jahr nach dem Schlaganfall – schlechter als direkt nach dem Schlaganfall. Meine Mutter reibt sich an ihrer Situation auf. Es fallen Sätze, zu denen fällt mir nichts ein außer eine pragmatische Lösung (Pflegedienst oder Kurzzeitpflege), aber ich weiß, dass sie das nicht hören will. Es fallen andere Sätze, die mich nur den Kopf schütteln lassen, weil da so viel Aluhutitis mitschwingt. Ich schlucke meine Meinung runter und es bleibt auch dazu nicht zu sagen. Und dann kommt noch ein „Ich mein ja nur“-Thema und ich muss tief durchatmen und schaffe es nur mit Mühe, meine aufsteigende Wut im Zaum zu halten.
Und trotzdem ist es einfach nur traurig, dass mein Vater heute – nach 49*** gemeinsamen Geburtstagen – meiner Mutter nicht zum Geburtstag gratulierte, weil er das Datum nicht mit etwas in Verbindung brachte. Es ist sogar fraglich, ob er das Datum wirklich als solches noch begreift.

Der Abend endete für das Kind später als geplant****. Aber es ist schön zu sehen, dass nicht nur ich beim Gute-Nacht-Kuscheln dabei sein soll, sondern dass das Kind den RB dabei haben will.

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* Er war _doch_ im Rucksack, der sich zum Zeitpunkt der Suchaktion schon IM Auto befand.

** Wobei andere Auftraggeberinnen nicht komplett ausgeschlossen sind, wenn sie mir zulaufen.

*** Nächstes Jahr wäre also die Goldene Hochzeit und ich habe keine Ahnung, ob mein Papa das noch erlebt oder ob ich ihm wünschen möchte, dass er das noch erlebt.

**** Er war um kurz nach 21h00 im Bett, aber besser wäre vorher.

Angst

Angst

Die Angriffe der Türkei auf Syrien machen mir Angst.

Angst vor einem Krieg, der uns alle betreffen und beschäftigen wird. Der westliche Bündnisse zerbrechen lassen wird und eigentlich noch immer fragile, 70 Jahre alte Freundschaften auf die Probe stellen wird.

Happy Blogday

Happy Blogday

Soso, 12 Jahre also bin ich Bloggerin. Naja, Bloggerin klingt auch eher nach Profession denn Passion bzw. profaner Spaß an der Freude. Außerdem nicht durchgehend und schon gar nicht durchgehend unter der gleichen URL.

Es fing an mit LittleBInBigF.wordpress.com Das Blog schlief aber KV-bedingt bereits nach knapp einem Jahr ein. Und wurde wegen Kind auch nicht wiederbelebt.

Das nächste Blog startete ich, als wir in Hamburg lebten: LittleBInHH.wordpress.com Doch kaum hatte ich mich wieder eingebloggt, war klar, dass wir nicht in HH bleiben würden. Ich behielt die URL erstmal und machte das „Beste“* draus. Dieses Blog begleitet mich nun über 5 Jahre. Es bekam mit den Jahren erst eine eigene Domain (littleb.blog). Seit dem 3.8.2015 – verstärkt durch eine Wette mit Frau Novemberregen – blogge ich täglich. Im August vergangenen Jahres legte ich eine gut sechsmonatige Blogpause ein (ja, ein paar einzelne Unterbrechungen ab Ende Dezember gab es). Die Zeit nutzte ich, um mir zu überlegen, dass ich das Blog doch lieber selbst hosten möchte.**

Leider ist der Umzug von der alten Domain auf die aktuelle immer noch nicht ganz vollzogen, weil wordpress.com und wordpress.org nur semikompatibel sind und ich mich immer noch weigere 129 Euro dafür zu zahlen, dass irgendein wordpress.comorg-Heinzel das macht. Vermutlich muss ich das aber machen, wenn ich die noch nicht umgezogenen 1.415 Posts händisch umziehen möchte.** (Vielleicht sollte ich eine Praktikantin einstellen, solange ich es noch kann…)

Vielleicht ist es ein bisschen schade, dass ich 12 Jahre nicht durchgehend gebloggt habe. Aber so ist es halt. Ich weiß auch nicht, ob ich die nächsten 12 Jahre noch bloggen werde. Ich mag das Bloggen. Noch. Es hat schon was von einem Tagebuch und ich gebe sicherlich auch einiges Preis. Aber letztlich ist es doch nur ein kleiner Ausschnitt aus meinem Leben.

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* Aus HH „Hessens heimliche Hauptstadt“ zu machen war sicherlich nicht das „Beste“, aber das Einfachste, um die URL nicht schon wieder zu ändern.

** Vielleicht sollte ich mich nochmal vertrauensvoll und natürlich gegen Bezahlung an einen Profi wenden, um mir nochmal ein paar Tipps oder so geben zu lassen.

Skinheads sind keine Nazis

Skinheads sind keine Nazis

Letztens waren wir auf einem Konzert. Wir, also der RB, das Kind und ich. The Movement machen sogenannten Hard Mod, also recht klassische Skinhead-Musik. Vor Ort trafen wir einen Bekannten, der den RB und dessen politische Haltung schon länger kennt. Kurz darauf traf ich ihn wieder und er fragte mich: „Geht Dein Sohn so wie bei Konzert auch in die Schule?“ So – damit meinte er Docs, Polohemd und Braces*. Dazu hatte das Kind auch ganz frisch auf 3mm gekürzte Haare. Er trug zwar eine kurze Hose dazu, aber sonst sah er aus wie Shaun aus This is England (amazon-PartnerLink). „Naja“, meinte ich, „in der Grundschule nicht. Da war ihm schon klar, dass er damit aneckt**. Mal sehen, wie es auf der weiterführenden aussieht.“ „Ich bin ja schon kurz zusammengezuckt“, meinte der Bekannte. „Ich weiß es ja eigentlich besser, aber diese Assoziation ‚Skinheads sind Nazis‘ ist echt stark.“

Ja, danke auch, liebe Medien, euretwegen wird kaum eine Subkultur so in eine äußerliche Sippenhaft genommen wie die Skinheads.

Doch Nazis gibt es überall. Nazis „verstecken“ sich in jeder Subkultur und am allermeisten sehen sie aus wie die nette Nachbarin und der hilfsbereite Kollege aus. (Wenn wir bedenken, dass durchschnittlich 12-15 Prozent die AfD wählen, dann müssten verdammt viele kahlköpfige Menschen durch Deutschland rennen. Und ja, die AfD sind Nazis!)

Die politische Gesinnung eines Menschen erkennt eine nicht dessen Aussehen.

Dass Skinheads – vor allem in Deutschland – mit Nazis verwechselt werden, hat mit der Entstehungsgeschichte der Skinhead-Subkultur in Deutschland zu tun.

Summer of ’69, Skinheads und Ska
Aber fangen wir vorne an: Der „Summer of ’69“ – also vor 50 Jahren – gilt als Beginn der Skinhead-Bewegung. In England. Wobei Beginn nicht bedeutet, dass die Skins damals auf einmal wie Pilze aus dem Boden schossen. Sie entwickelten sich aus den Jugendlichen der Nachkriegs-Arbeiterklasse. Die Hard-Mods gelten als direkte Skinheadvorgänger. Sie trugen bevorzugt Jeans und Stiefel und zunehmend kurze Haare. Wegen ihnen gilt Ska auch als die Musik der Skinheads gilt.
Ska war damals noch unbekannt und entsprechend unkommerziell. Das gefiel und passte natürlich auch zur Grundhaltung. Den Ska hatten die sogennanten Rude Boys, Einwanderer aus Kingston, Jamaika und Westindien, nach England mitgebracht. Die Rude Boys pflegten ihrerseites einen etwas schickeren Kleidungsstil, der sich mit dem der Hard-Mods mischte. Den Kleidungsstil der Hard-Mods wiederum kopierten ab Mitte der 1960er Jahre die Hooligans (ja, genau, Fußballfans, denen die dritte Halbzeit mindestens so wichtig war, wie das Spiel selbst). Und aus allen drei Subgruppen entwickelten sich dann die Skinheads – wie sie seit 50 Jahren genannt werden.

Skinhead-Mode
Die Skinheads kamen aus der Arbeiterklasse und es war ihnen wichtig, das zu zeigen und sich auch von den Hippies, die sich ebenfalls gerade entwickelten, abzugrenzen. Auch deswegen wählten sie einen eher derben Look aus Jeans, Stiefeln und kurz (nicht kahl) geschorenen Haaren. Dazu jedoch Hemden, Jeans- oder Harringtonjacken. Fred-Perry-Polos waren auch immer dabei. Die Skin-Girls trugen nicht selten Kostüme und oft einen Feather-Cut. Den Skinheads ging es dabei um eine Würdigung ihres Milieus. Militärische Uniformstücke waren verpönt. Lediglich die Bomberjacke wurde ab Ende der 1970er fester Bestandteil der Skinhead-Uniform. Die vermeintlichen Springerstiefel waren Arbeiter- oder DocMartens-Stiefel. Sicherlich von der Hooligan-Seite her kam die Sportmarke Lonsdale zu den Skins.

Farbige Schürsenkel gab es schon „immer“ in der Szene: Aus rein modischen Gründen oder auch, um die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Fußballverein, einer Gang darzustellen. Aber sicherlich NICHT aus politischen Gründen.

Politische Gesinnung
Dazu muss eine auch bedenken: Anfangs waren die Skins ziemlich unpolitisch und rassistisch schon mal gar nicht. Wie auch?! Viele Ska-Musikerinnen waren farbig. Möglicherweise stammt auch daher das Ska-typische Black&White-Muster: eine Banderole aus 3-4 Reihen Schachbrett-Muster.

Kein Skin kann Rassist sein, weil er sonst seine schwarzen Wurzeln verleugnet.

Roddy Moreno

Allerdings waren die Skinheads damals keine lieben Jungs, die nur friedlich Musik hörten. Sie haben sich durchaus einen etwas härteren Ruf erarbeitet – sei es als Hooligans, in Bandenkämpfen oder welchen Auseinandersetzungen auch immer***.

Skin-Punks
In den 1970ern entstand der Punk, der tatsächlich zu einer ziemlichen Modeerscheinung aufstieg. Aus der vermeintlichen Jugendbewegung entwickelten sich bald die Edel-Punks, von denen sich die Street-Punks abgrenzen wollten – sowohl optisch als auch musikalisch. Der Iro wurde abrasiert und der Oi-Punk aus der Taufe gehoben. Dieser neue Musikstil war (bzw. ist) deutlich mehr vom Rock geprägt und auch viel härter als Ska. Auch wenn sich die Skin-Punks insgesamt etwas derber kleideten als die Skinheads, ließ es sich kaum vermeiden, dass sie in einen Topf geworfen wurden. Zudem gab es durchaus auch eine Vermischung der beiden Subkulturen.

Als Ende der 1970er in England die Arbeitslosigkeit ziemlich hoch war, fruchtete Propaganda gegen Ausländer besonders gut. (Das Spiel war und ist nicht neu und wird wohl bis zum Ende der Menschheit funktionieren. Das zum Thema „der Mensch lernt aus der Geschichte“.) Gerade Teile der Skin-Punks waren empfänglich für diese rassistischen Botschaften, mit denen National Front und British Movement Stimmung machten und Anhänger fanden. Und für die Oi-Bands wuchs die Notwendigkeit, sich politisch zu positionieren: Von vielen gingen eindeutige antifaschistische und antirassistische Botschaften aus. Was allerdings einen Teil ihrer – mittlerweile – rassistischen Fans nicht davon abhielt, an „ihren“ Bands festzuhalten. Auf Konzerten kam es so immer wieder zu Ausschreitungen zwischen rechten und linken Konzertbesuchern, die teilweise sehr massiv waren und in den Medien – trotz kleiner Subgruppe – Erwähnung fanden. Die Gleichung, die sich aus den Berichten ergab, war einfach: Skinheads sind Rassisten. In diesem Fahrwasser entstanden Anfang der 1980er auch Blood&Honor und Combat18.

Skinheads in Deutschland
Ende der 1970er Jahre kamen zunächst der und die Punk(s) nach Deutschland. In den frühen 1980er folgten dann die Oi-Skins inklusive Musik. Es ließ sich nicht vermeiden, dass auch kurz drauf die rassistische Skinheadbewegung über den Ärmelkanal schwappte. Ein ideales Biotop für Bands wie Böhse Onkelz, Endstufe, Kraft durch Froide. Sie nahmen den Oi-Trend musikalischen auf und waren schnell in der Hooligan-Szene beliebt. Wie schon in England hatten es rechte Parteien auch in Deutschland recht leicht, gerade in dieser Subkultur Anhänger zu finden.

Die Ska-Skinheads waren zu diesem Zeitpunkt eine Randerscheiung in Deutschland.

Der Non-Spirit of ’89
Mit der Wende bekam die Boneheadbewegung**** noch einmal deutlichen Zulauf und dank Hoyerswerda (1991), Rostock-Lichtenhagen (1992), Mölln (1992) und Solingen (1993) waren sie omnipräsent in allen Medien.

DWDS-Wortverlaufskurve für „Skinhead“,
erstellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache,
abgerufen am 22.7.2019

Natürlich war in dieser Zeit die Rechnung „glatzköpfige Person = Nazi“ nicht falsch.

DWDS-Wortverlaufskurve für „Skinhead · Nazi · Neonazi“,
erstellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache,
abgerufen am 22.7.2019.

Aber die Rechnung war auch nicht ganz richtig. Wie viele Red- oder Oi-Skins haben in der Zeit schon aktiv dagegen gekämpft – immerhin waren sie zuerst da und die Boneheads haben sich vieles nur abgeguckt. Bezeichnend ist auch, dass sich bereits 1989 die erste S.H.A.R.P.-Gruppe in Berlin gründete.

À propos abgucken: Die Boneheads trugen anfangs aus Ermangelung an Alternativen und Gehirnzellen halt auch alles, was die Skinheads trugen. So ganz verbrieft ist es zwar nicht, dass Fred Perry tatsächlich jüdischer Abstammung war, aber allein die Option scheint Grund genug zu sein, dass die Nazis mittlerweile lieber ihrer eigenen Marken haben. Und auch Lonsdale ist so eine okkupierte Marke: Weil die britischen Skinheads damit rumliefen, wurde der Look erstmal von den Bonehads kopiert. Irgendwann kamen sie dann wohl auf den Trichter mit der halbgeöffneten Jacke und dass dann da NSDA steht. Das war niemals das Ansinnen der Marke und das Unternehmen positioniert sich schon seit Längerem eindeutig antirassistisch/ -faschistisch. Mehr dazu kann bei Lonsdale selbst nachgelesen werden.

Im Gegensatz zu den Skinheads rasierten sich Boneheads in der Regel nass und waren damit kahl. Aus der Riege der Alt-Nazis hieß es deswegen nicht selten, dass sie aussehen würden wie KZ-Häftlinge. Das war sicherlich auch ein Grund, warum sich der Look der (Neo-)Nazis immer mehr mäßigte. Natürlich gibt es auch heute noch Boneheads, aber das ist sicherlich nicht die Mehrheit. Guckt Euch die Bilder von aktuellen Nazi-Demos an: Die meisten sehen aus wie der nette Nachbar oder die freundliche Kollegin.

Und doch haben es die deutschen Boneheads und rechten Skin-Punks aus England geschafft, dass bei keiner anderen eigentlich musikalischen geprägten Subkultur die Assoziationsfalle so schnell zuschnappt. Es steckt in vielen Köpfen sehrsehr tief drin: Ein Mann mit Glatze ist ein Skinhead ist ein Nazi. Kommen dann noch weitere äußerliche Attribute wie DocMartens / Springerstiefel*****, Jeans, Polohemd, Hosenträger und (viele) Tattoos dazu, kommt die Person so schnell nicht mehr aus der Klischee-Schublade raus. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Mensch NICHT rechts ist, ist heutzutage sehr groß. Musikalische sind sie „traditionell“ im Ska oder (linken) Oi-Punk zu Hause. (Gerne nehmen der RB und ich Euch mit auf ein Konzert, zu denen ich auch ohne Bedenken das Kind mitnehme.)

Die Nazis haben mittlerweile andere Symbole und Marken. Oft versteckter und eine muss und sollte sie kennen. Eine Übersicht findet ihr hier oder da.

So. Und nun habe ich fertig. Wer bis hier gelesen hat, bekommt noch was auf die Ohren:

Ach, und hier noch ein paar Links, für alle, die noch mehr lesen wollen:

Geschichte der Skinheads

– die Magisterarbeit eines schwulen Skinheads

Belltower

– Mut gegen Rechts

www.rash-darmstadt.de/index2.php?Geschichte

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* Hosenträger

** Im Sinne von einfach anders aussehen

*** Hier will und darf ich nicht das Pakistani-Klatschen verschweigen. Das hatte sicherlich (alltags-)rassistische Momente, aber fällt sicherlich nicht unter den systematischen Rassismus / Faschismus der späteren Boneheads.

**** Zur Abgrenzung von der ursprünglichen Skinhead-Bewegung und bezugnehmen auf die bei Nazis beliebte polierte Glatze, wurden und werden Nazi-Skins „Boneheads“ genannt.

***** Als ob jede direkt hohe Docs von Springerstiefeln unterscheiden könnte.

Insel der Glückseeligen?

Insel der Glückseeligen?

Heute auf dem Bahnhofsvorplatz war es durchaus skurril bis widerlich.

Die Nazis hatten 37 (?) Gedenktafel vorbereitet und aufgestellt. Darauf waren Mensch (teilweise nicht unkenntlich gemacht) zu sehen, die angeblich von Ausländer umgebracht worden sein sollen. Diese Vereinnahmung und Instrumentalisierung der Toten hat mich sehr abgestoßen.

Diese Aufsteller wurden allerdings von den Bannern des Vereinigung der Verfolgten des Naziregims und Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten verdeckt.

Hinter diesen Bannern standen neben dem RB und mir maximal 15 Leute. Das war für die Polizei wohl ausreichend, um mit ca 10 Personen vor und 10 Personen hinter uns zu stehen.

Währenddessen spukten die Nazis durch die Menge und hetzten rum. Eine bekommt ganz ekelige Phantasien bei sowas. Ich weiß nicht, ob das auf Dauer gesund ist.

Unsere Demoseite war nicht wegen des von der Bahnhofsmission initiierten Trauergottestdienst da. Das hinderte uns aber nicht daran, das Bedürfnis der Menschen, die wirklich deswegen gekommen waren, zu respektieren. Im Gegensatz zu den Nazis, die die Ruhe nutzten, um immer wieder rumzupöbeln.

Peter Feldman, Frankfurts Oberbürgermeister, hielt eine sehr gute Ansprache, wie ich fand. Er positionierte sich und Frankfurt gegen die Hetze und gegen jede Instrumentalisierung der Tat. Er betonte, dass Nationalitäten weder bei der Tat noch in Frankfurt eine Rolle spielen.

Die Nazis nutzten diesen Moment, um sich vermeintlich unbehelligt am fraglichen Bahngleis selbst zu inszenieren.

Als sich die Veranstaltung langsam auflöste, kam der OB zu uns und gab uns allen die Hand und bedankte sich fürs Kommen.

Ja, Frankfurt ist bunt. Und ja, wir konnten die Aktion der Nazis stören. Manchmal fühlt es sich an, als lebten wir auf der Insel Glückseeligen.

Aber wir haben auch den NSU2.0 und leben im Land der Einzeltäter. Und Kassel gehört auch zu Hessen.

Rassismus und das verstärkte Wieder-aus-den-Löchern-Kriechen der Nazis ist kein Ost-Problem. Es ist ein bundesweites.

Es geht uns alle an!
Jetzt!

Alles Glatzen?!

Alles Glatzen?!

Vielleicht war es mein Glück, dass ich einen großen Bruder habe, der sechs Jahre älter ist. So kam ich bereits ab Mitte der 1980er Jahre in den Kontakt mit verschieden Subkulturen/ -gruppen. Wobei Kontakt zu viel gesagt ist, aber die Freundinnen von meinem Bruder, die bei uns ein- und ausgingen, waren in der Regel alles andere als Mainstream: Ich sah Gruftis, Punks und Skinheads. Das konnte ich im Alter von 10 Jahren zwar noch nicht so benennen, aber was der große Bruder macht, kann nicht so verkehrt sein, und so fand ich den Anblick nicht schlimm. Vielmehr war ich am durchaus konservativen Gymnasium immer wieder irritiert, wie wichtig bestimmte bunte Marken* und ein relativ einheitlicher Look sein sollten.

Ich bekomme es zeitlich nicht mehr ganz zusammen (und fragen kann ich leider** auch nicht): Es muss grob Anfang der 1990er gewesen sein. Da hatten wir in der Schule eine Projektwoche zum Thema Neonazis und Rassismus. Zumindest war ich in einer Projektgruppe zu dem Thema. Und weil das alles irgendwie theoretisch war und sehr historisch aufbereitet, und alle dachten, dass sie Neonazis gaaaanz einfach an den abrasierten Haaren erkennen könnten, lud ich kurzerhand meinen großen Bruder ein. Er erzählte uns was von den „Glatzen“, mit denen er immer abhing. Die anderen in der Gruppe bekamen große Augen und Ohren und dachten wohl anfangs kurz, dass sie einen waschechten Neonazis vor sich sitzen haben. Aber weit gefehlt: Die Glatzenkumpels meines Bruders waren Skinheads. Ich weiß noch, dass er sie immer wieder Oi-Skins nannte, um sie von den Nazi-Skins abzugrenzen.
Er erklärte uns auch, dass es keine Neonazi-Checkliste gibt, anhand derer eine einen Neonazis eindeutig erkennen könne: Weder Glatze, Londsdale-Hoodie, Fred-Perry-Shirt, Harrington-Jacke noch DocMartens – egal in welcher Farbe und mit welchen Schnürsenkeln – seien eindeutige Merkmale. Durch meinen Bruder lief ich früh mit Docs rum und trug auch seine Londsdale-Pullis und Harrington-Jacke (beides einiges zu groß) auf.

Seitdem zucke ich immer zusammen, wenn die Medien Nazis/ Rechte mit Skinheads gleichsetzen oder mir jemand erzählen will, dass eine bestimmte Schnürsenkel-Farbe in DocMartens DAS eindeutige Indiz für einen Nazis sei.

Und was damals galt, gilt heute erst recht.

Ich kann den Wunsch, Nazis eindeutig an Äußerlichkeiten zu identifizieren, ja durchaus verstehen. Und es wäre schön, wenn es ginge. Aber Nazis sind keine Subkultur.

Subkulturen sind entstanden, um sich – auch optisch – vom Mainstream und ja auch von der Gesellschaft abzugrenzen wie z.B. Goths, Punks, Techno, HipHop, Skater, Hippies. Oft auch, wie eine an den aufgezählten Gruppen sieht, durch oder mit einer bestimmte Musikrichtung. Diese Subkulturen waren und sind im Normallfall nicht (partei-)politisch motiviert. Klar ist ihre Abgrenzung Gesellschaftskritik, aber dahingehend, dass sie eine bunte offene Gesellschaft wünschen, in der jede ihren Platz hat.

Und an diesen Punkten unterschieden sich die Nazis

1. Nazis definieren sich nicht als Subkultur. Sie empfinden sich als den (verkannten) Mainstream („das Volk“).

2. Sie wollen sich nicht abgrenzen, sie wollen andere AUSgrenzen.

3. Nazis sind rassistisch, antisemitisch, homophob und ableistisch***. Kurz: Sie sind klar gegen eine offene und bunte Gesellschaft.

Und insbesondere wegen der beiden ersten Punkte sehen Nazis nicht aus wie Nazis. Es gibt (noch) keine Nazi-Uniform. Guckt euch die ganzen Bilder von Nazi-Demos an: Es ist ein relativ bunter Haufen. Viele sehen aus wie der Mainstream und je älter die Leute sind, desto „normaler“ wirken sie auf den ersten Blick. Wie bei vielen anderen jüngeren Menschen sind Piercings und Tunnels gerade total en vogue. Und ja, es gibt auch „immer noch“ Nazis, die keine Haar auf dem Kopf haben.

Aber ihre Frisur macht aus ihnen keine Nazis. Nazi ist eine nicht auf, sondern IM Kopf!

Guckt Euch doch mal in der Nachbarschaft, im Büro oder im Freundeskreis um: Da wird sicherlich der eine oder andere Mensch keine Haare auf dem Kopf haben. Vermutlich würdet Ihr sie weder als Skinheads (im politschen Sinne) bezeichnen, noch sind es (hoffentlich) Nazis.

Dass Skinheads und Nazis gleichgesetzt werden, hat zum einen mit der Geschichte der Skinheads und zum anderen – gerade in Deutschland – mit den journalistisch unsauberen Medienberichten zu den Neonazis in den 1990er Jahren zu tun. Aber dazu in einem weiteren Blogpost mehr.

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* Marken-Kult oder zumindest einen bestimmter Look gibt es ebenso bei Subgruppen. Teilweise noch unifomiger als beim „Mainstream“.

** Naja, „leider“ ist relativ. Ich habe meine guten Gründe, warum ich den Kontakt zu meinem großen Bruder abgebrochen habe.

*** Hier fehlen sicherlich noch viele Subgruppen.

Rigoros

Rigoros

Heute bekam ich auf Twitter folgende Reply:

Nur semi-kokettierend fragte ich nach, ob das ein Kompliment sei (ja, ist es). Dann erinnerte ich mich, dass ich diesen Satz schon einmal gehört habe – von meiner Mutter.

Ja, vielleicht sollte eine es nicht darauf anlegen, sich mit mir anzulegen. Und schon gar nicht irgendwelche Stellvertreterkämpfchen mit mir ausfechten zu wollen. Ich habe kein Problem damit, dass mich wer nicht mag und seine Zeit nicht mit mir verbringen möchte. (Ich spreche hier vorrangig von privaten Situationen. Im Jobberreich erwarte ich da von allen Seiten ein gewisse Ignoranz den einzelnen Persönlichkeiten gegenüber.)

Ich hasse nichts mehr als einen Konsens um des Konses Willen. Ich kann und muss nicht alle Menschen lieb haben und ich muss auch nicht mit allen Menschen klarkommen. Wenn ich Menschen (sei es von meiner Seite oder auch von deren Seite aus) nicht mal mehr auf der Ebene „Guten Tag, schönes Wetter, Tschüss“ begegnen kann, gehe ich diesen Menschen aus dem Weg. Das macht Gruppengefüge manchmal schwierig oder gar unmöglich. Aber ich kann und will mich an diesen Stellen nicht verbiegen.

In Diskussionen muss es auch keinen Konsens geben (und schon gar nicht den einen, den eine der beiden Seiten bestimmt gerne hätte): Mein Gegenüber kann gerne eine eigene Meinung bzw. Sichtweise haben. Das kann und muss ich akzeptieren, insbesondere wenn es um Erlebnisse geht. Bei sachlich belgebaren falschen Meinungen tue ich das nicht. Ich bringe die sachlichen Argumente vor und hoffe, dass sie verstanden werden. Ist das nicht der Fall, wundere ich mich zwar darüber, aber dann bin ich irgendwann halt raus. Früher oder später – je nach Gegenüber – komme ich dann zu dem Punkt: „Kannste so meinen, ist halt falsch, aber es ist NICHT meine Aufgabe, dich zu bekehren.“ Wie auch?! Siehe Diskussionen übers Impfen, zu Homöopathie oder zum Rechtsruck in Deutschland. Da muss ich nicht persönlich werden. ABER ich kann persönliche Konsequenzen daraus ziehen: sich aus dem Weg gehen bishin zum Kontaktabbruch. Ich bin bei sowas rigoros.

Ich muss dann auch nicht im Nachgang noch drölfzig mal über den Sachverhalt diskutieren. Wenn die Standpunkte allen klar sind und keine von ihrem abrücken will, dann lautet der „Konsens“: Agree to disagree. Wir sind uns nicht einig. Davon geht die Welt in der Regel nicht unter.

Gerade dieser Punkt ist mir wichtig: Ich hasse nichts mehr als Dinge nochmal und nochmal und nochmal aufs Brot geschmiert zu bekommen. Einer meiner Grundsätze für Diskussionen, respektive Streits ist: Wer nachtragend ist, hat viel zu schleppen. Dazu gehört auch zu wissen, wann eine Diskussion Sinn macht oder halt auch nicht. Das spart ungemein viele Nerven und Energien.

Ein weiterer: Ich darf mich nicht so provozieren lassen bzw. so reinsteigern, dass ich den Respekt vor meinem Gegenüber verliere. Wenn ich mit mir nahestehenden Menschen streite, muss ich jederzeit in der Lage sein, ihr zu sagen, was sie mir bedeutet.

Zudem gilt für mich: Worte können messerschaft sein und so tief gehen, dass sie nicht wieder rausgehen. Wenn es so weit ist, dass ich mein Gegenüber mit Worten bewusst verletze, dann stimmt etwas in meiner Beziehung zu dieser Person nicht. Und je besser ich eine Person kenne, desto genauer weiß ich, wo und wie ich sie am tiefsten verletzen kann. Gesagtes ist gesagt und ich halte nicht viel davon, sich danach wortreich zu entschuldigen, eine habe es nicht so gemeint. Denn in der Regel hat eine es genauso gemeint, wie sie es gesagt hat. (Und wer so außer sich gerät, dass sie nicht mehr weiß, was sie sagt, hat ein ernstes Problem.)

Menschen, die mich länger und/oder besser kennen, wissen ob dieser Grundsätze. Ob es das einfacher macht, weiß ich nicht.

Gastbeitrag*

Gastbeitrag*

Ich vermute stark, dass heute ein Post zum Thema Erwartungen erwartet wird. Oder zu einem anderen Thema. Wer weiß das schon so genau.

Heute wurden zumindest Erwartungen an mich herangetragen, die ich in ihrer Absolutheit nicht erfüllen kann und will. Die auch – zumindest teilweise – letztlich keinen Sinn machen. Denn würde ich sie erfüllen, würde es etwas in den Fokus rücken, was durch die Erwartungen eigentlich eben aus dem Fokus soll.

Aber nun, ich kam ja nicht dazu, mein Erwartungen zu formulieren:

  • Nachdenken.
  • Weniger reinsteigern.
  • Die Kirche im Dorf lassen.
  • Reflektieren.
  • Den Menschen offen begegnen.
  • Versuchen, Dinge zu verstehen.

Nun sind die Fronten verhärtet.

Das ist sicherlich nicht gut. Aber nicht zu ändern.

Gez. die Krawallschachtel

——————
* irgendwie

Wahlsonntag

Wahlsonntag

Erstaunlich, was alles in so einen Sonntag passt, obwohl wir erst um 2h00 im Bett waren. Und zu dem Zeitpunkt auch nicht nüchtern.

  • pünktlich aufgestanden (10h00)
  • Kind befrühstückt und
  • zum Aikido geschickt
  • Himbeer-Mohn-Eis angesetzt
  • geduscht
  • zum Bäcker gegangen
  • wählen gegangen
  • Thunfisch-Dip angerührt
  • gefrühstückt, parallel
  • Dinge gesucht und
  • Dinge ausgedruckt
  • zum Dojo gegangen
  • dem Kind beim passagieren zugeguckt

    Stolzer Aikidoka mit organgem Gürtel
  • mich mit der Co-Elterbeirätin besprochen
  • geschwätzt und gegessen
  • nach Hause gegangen
  • Balkon hergerichtet
  • Pastis getrunken
  • Bärlauch-Butter gemacht
  • Gäste empfangen
  • getrunken, gegrillt, gegessen, gelacht
  • diskutiert
  • Wahlergebnisse beobachtet
  • Eis gegessen
  • diskutiert
  • Gäste verabschiedet*
  • mit meiner Mutter telefoniert**
  • Kind ins Bett gebracht***
  • diskutiert
  • Eis gegessen
  • versucht, Tatort nachzugucken
  • kurze Panik gehabt, dass meine Stimme heute nicht gezählt wurde

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* Die lustige Schottland-Reisegruppe, also die für die ersten 4 Tage, hat sich heute erstmals komplett kennengelernt. Jetzt bin ich etwas entspannter, was diese Reisekonstellation anbelangt.

** schlucken müssen, weil meine Mutter erkannt hat, dass es bei meinem Vater nicht mehr um Heilung geht

*** genau genommen der RB, nachdem er Männergespräche mit dem Kind geführt hat. Ich kam nur zum Kuss geben dazu.

Impfen hilft

Impfen hilft


Entsprechend liege ich dem RB seit über einem Jahr in den Ohren, dass er sich um seinen Impfstatus kümmern muss. Wobei der Status mittlerweile eindeutig ist: unklar. Das sieht auch seine neue Hausärztin so. Er müsste also endlich mal einen Termin machen.


Immerhin hat er es VOR der Saison zur Grippeimpfung geschafft (bei seinem Job ja nicht total doof) und so verseucht (Nebenhöhlen, nech?!) wie er dennoch den Winter über war, hat ihn das vermutlich vor Schlimmerem bewahrt.

Nun braucht er also – wie alle Erwachsenen nach StIKo-Empfehlung – eine Auffrischung der Impfungen Tetanus, Diphterie und Pertussis (Keuchhusten; TDP) und Masern. Das sind zwei Spritzen: Einmal mit dem TDP-Kombinationsimpfstoff und einmal mit einem MMR-Kombiimpfstoff, da es Masern nicht als Mono-Impfstoff gibt. Danach gilt es, die TD-Impfung (NICHT Pertussis und Masern) halbwegs regelmäßig etwa alle 10 Jahre aufzufrischen. Gibt es übrigens eine belegte Grundimmunisierung mit TDP, ist keine erneute Grundimmunisierung erforderlich, auch wenn die letzte Auffrischung mehr als 10 Jahre her ist.

Kurz gefasst gilt für erwachsene, „normal gesunde“* Erwachsene, die im Kindesalter bereits einmal mit mindestens TDP grundimmunisiert wurden, aber jetzt nicht mehr wissen, wann und was bei der letzten Auffrischung geimpft wurde**:

  • einmalig TDP und MMR
  • danach alle 10 Jahre TD***

Und ganz ehrlich: Da weiß ich wirklich nicht, wann welche Titer warum bestimmt werden sollten.****

Für alle, die keine Ahnung von ihrem Impfstatus haben und auch nicht belegen können, dass sie im Kindesalter grundimmunisiert wurden, gilt:

  • einmalig Grundimmunisierung TDP und Polio
  • einmalig MMR
  • danach alle 10 Jahre TD

Und es ist auch wirklich kein Beinbruch, wenn Ihr Euren Impfpass verschlampt verloren verlegt habt: Dafür gibt es keine Strafen und die Ärztin wird sicherlich auch nicht schimpfen, sondern vielmehr froh sein um jede, die sich impfen lässt. Und zur weiteren Beruhigung sei der Twitter-Thread von Anna Aridzanjan empfohlen:

Zu weiteren „individuell“ erforderlichen Impfungen aufgrund des Berufs oder für Reisen (z.B. Hepatitis A/B) klärt Euch Eure Ärztin sicherlich gerne auf. Auch Schwangere und Menschen, die schwanger werden wollen, sollten sich von ihrer Ärztin bzw. Frauenärztin beraten lassen.

Aber lasst Euch bitte impfen.*****

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* also ohne chronischen Erkrankungen u/o nicht-immunsupprimierte

** Wer nach StIKo geimpft wurde hatte mit ca. 10 Jahren die letzte TDP-Polio-Auffrischung im Kindesalter und sollte so mit 20 Jahre die erste Auffrischung als Erwachsene haben

*** Tetanus gibt es als Mono-Impfstoff, Diphterie jedoch nicht.

**** Ich weiß gar nicht, wann dieser Titerbestimmungshype aufkam. Auf jeden Fall ist er relativ fehlgeleitet. Letztlich macht er ja nur Sinn bei Menschen, die nicht geimpft werden können, um zu gucken, ob sie einer besonderen Gefährdung ausgesetzt sind. Oder halt bei Schwangeren oder Menschen, die schwanger werden wollen, um zu gucken, ob sie gegen impfbare teratogene Erkrankungen ausreichend geschützt sind.