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Kategorie: Bewegendes

Zwischen Hamburg und Helgoland

Zwischen Hamburg und Helgoland

Tag 9 (Fortsetzung)
Nach dem Frühstück mit Blick auf Meer und Ulli Potofski fuhren wir 150 Kilometer Richtung Süd-West. Denn nachdem klar war, dass das Kind nicht mit uns in den Urlaub fährt, hatten wir uns entschieden unsere zwei Wochen Urlaub* voll zu nutzen und weil wir unser Häuschen nicht verlängern konnten, hatten wir uns eine weitere Unterkunft gesucht. Im Alten Land. Zu meiner großen Freude „müssen“ wir über die Köhlbrandbrücke fahren.
Nachdem wir eingeräumt haben und ich meinen letzten Text fertig gemacht habe, gehen wir eine Runde durch Jork. Eigentlich wollen wir essen gehen, aber das ausgwählte und alle anderen Restaurants in Jork haben zu. Wir stellen fest, dass sämtliche Restaurants im Alten Land nicht auf urbane Essgewohnheiten ausgelegt sind. Außerdem besteht das Alte Land tatsächlich nur aus Obstbäumen und hübschen Häusern von Obstbauern.

Tag 10
Weil das Wetter gut sein soll, fahren wir nach Hamburg. Ich will unbedingt in den Hagenbeck Tierpark, denn da wohnen Puffins. Und während es die ganze letzte Zeit immer noch kurzfristig Karten gab und es auch auf der Webseite hieß, dass es kein Problem sei, Karten vor Ort zu bekommen, hatte ich nicht mehr daran gedacht, Karten zu reservieren. Tja, heute gibt es keine Karten und die Schlangen sind lang auf unbestimmt. Wir drehen bei und schlendern durch Hamburg und essen im berühmten Café Max leckeren Kuchen**. Gibt schlimmeres. Auf dem Rückweg fahren wir einen Apfelbaum besuchen und dann tappen wir schon wieder in die Essensfalle: Kurzerhand fahren wir nach Stade, drehen eine Runde dort, gehen im Ratskeller essen, drehen noch eine Runde.

Tag 11
Für heute sind die Tierpark-Karten reserviert – inklusive Tropen-Aquarium***. Wir genießen den Tag im Tierpark. Er ist schön angelegt und es gibt wirklich viel zu sehen. Leider gibt es nur einen einzigen Puffin. Und der sich anscheinend auch zwischen den Trottellummen nicht wohl fühlt. Danach fahren wir noch bis zum (neuen) Überseequartier und wandern von dort über die HafenCity zu den Landungsbrücken. Wo wir wieder auf die Fähre nach Finkenwerder stiegen und … ebendort wieder Pech mit dem ausgewählten Restaurant hatten – um 20h15 war die Küche schon zu. Wir finden zum Glück noch – über Umwege – ein griechisches Restaurant (Taverna Elina).

Tag 12
Eigentlich hatten wir führ heute Hin- und Rückfahrt nach Helgoland gebucht. Uneigentlich bekam ich bereits gestern die Nachricht, dass die Fahrt nicht stattfände wegen Sturm. Wir entschließen uns für einen 3. Tag in Hamburg – nachdem ich unsere Fahrt nach Heögoland erfolgreich auf morgen umbuchen konnte. Also fahren wir wieder mit dem Auto bis Finkenwerder, steigen auf die Fähre und steigen wieder … äh … diesmal am Altonaer Fischmarkt aus. Wir kommen 600 Meter weit, um dann erstmal ausgiebig im Café Geyer zu frühstücken. Gestärkt lassen wir uns durch St. Pauli und die Schanze treiben. Nach einem Drink ergibt es sich, dass ich für den Rest den Tages mit einer Kiste Weingläser unterwegs bin. Wir essen im P’Ti Breizh im Karoviertel großartige Galettes und Crêpes. Tschüss, Hamburg. Drei Tage waren definitiv kein Tag zu viel.****

Tag 13
Keine Nachricht, es geht nach Helgoland. Erstmal müssen wir nach Cuxhaven. Als wir abfahren, ist es noch entspannt. Doch irgendwann nimmt der Seegang zu und auch der HalunderJet muss nun über die Wellen hüpfen. Mir ist nicht gut und ich bin froh, dass ich einen Fensterplatz habe und mich auf den Horizont konzentrieren kann. Ich bin froh, als wir endlich anlegen. Auf Helgoland erwartet uns bestes Wetter. Der RB und ich versuchen, jenseits der allgemeinen Menschenströme Wege zu finden. Das ist nur bedingt möglich, aber auf dem Klippenrandweg verläuft es sich etwas. Insgesamt haben wir 4,75 Stunden auf der Hochsee-Insel. Das reicht für einen Gang zur Langen Anna und zurück. Die Rückfahrt ist entspannt. Und als wie wieder Festland unter den Füßen haben, gehen wir im Hus Op’n Diek***** essen. Schöner Urlaubsabschluss.

Tag 14
Alles wieder ins Auto und ab nach Hause.

Hach, das tat sehr gut. Urlaub. Was anderes sehen. Und auch, dass wir nur zu zweit sein durften. Mal schauen, wann all das wieder möglich ist.

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* Zwischenzeitlich sah es arbeitsbedingt so aus, als würde ich in der 2. Woche arbeiten müssen – also Urlaub zurück geben.

** Sehr überzeugend auch deren Hygienekonzept, inkl. Impfpassprüfung.

*** Während wir in Hamburg gelebt haben, habe ich es nicht einmal dahin geschafft. Wobei es vermutlich auch eine finazielle Frage war. Hätten der RB und ich voll zahlen müssen, hätte uns der Eintritt 84 Euro gekostet. Und nein, ich diskutiere nicht darüber, ob das zu viel Geld für einen „Zoobesuch“ ist. Denn der Tierpark ist meiner Meinung nach das Geld wert. Die Tiere haben Platz und gute Bedinungen (soweit ich das beurteilen kann).

**** Allein zu Fuß haben wir fast 26 Kilometer in der Hansestadt zurückgelegt.

***** Kindheitserinnerung vom RB, der dort schon vor 40 Jahren mit seinen Eltern essen war.

Frohes …

Frohes …

… Schaffen.

Als ich am Dienstag von meinen Eltern wegfuhr, war klar: Da ist noch viel zu viel zu tun. Das schafft meine Mutter niemals bis Samstag. Wir vereinbarten, dass ich heute wiederkommen werde. Gut, dass ich Silvester schon immer nicht so wichtig fand. Wir vereinbarten auch, dass es doch ok ist, wenn das Kind mitkäme, um Oma und Opa nochmal* zu sehen.

Also fuhren das Kind und ich heute morgen um 8h00 los und kamen bestens durch. Soo leer habe ich die A5/A7 noch nie erlebt. Zeitweise waren wir das einzige Auto auf der Bahn – inmitten des Winterwinderlands.

Bei meinen Eltern hatte ich den Eindruck, dass seit Dienstag nicht viel passiert ist. Meine Mutter tigerte kopflos durch die Wohnung und war alles andere als strukturiert. Sie war aber auch erstmal nicht zugänglich für Strukturierungsvorschläge und so kümmerte ich mich um die Küche – bis auf Geschirr, das wird vom Umzugsunternehmen verpackt, und Dingen, die meine Eltern noch bis morgen Vormittag brauchen. Dabei sortierte ich sehr kräftig aus**. Trotzdem muss meine Mutter mit ihren Vorräten nach dem Umzug erstmal nicht mehr einkaufen – so für 3-4 Wochen.

Hihi, DAS musste ich dem RB mitbringen.***

Das Kind half hier und da, aber vor allem kümmerte er sich um Opa. Spielte mit ihm Mau-Mau.

Irgendwann ließ meine Mutter zu, dass ich etwas mehr Struktur in das Kistenchaos bringen durfte. Und so wurden auch wieder Wege frei. Uff.

Kurz bevor wir wieder fahren wollten, war klar, dass meine Mutter es nicht mehr schaffen würde, die Wohnung morgen so zu hinterlassen, dass die Möbelpacker ohne weitere Anweisung aktiv sein können. „Sehen wir der Realität ins Auge, H.“, stieg ich direkt ein, „Du wirst bist morgen nicht mehr viel schaffen.“ „Vermutlich nicht“, antwortete meine Mutter etwas kläglich. „Du musst Dich jetzt auf das konzentrieren, was wichtig ist: Du packst noch die Sachen, die morgen unbedingt mitgenommen werden müssen. Und um den Rest kümmer ich mich. Ich komme am Sonntag nochmal her und dann mache ich alles fertig, damit die Möbelpacker problemlos arbeiten können.“ Meine Mutter war zu dem Zeitpunkt schon so durch, dass sie meine klare Ansage widerspruchslos akzeptierte.

Mit gemischten Gefühlen fuhren wir nach Hause:

  • Für das Kind war es schön, Oma und Opa gesehen zu haben. Aber er hat sehr darunter gelitten, sie nicht umarmen zu können.
  • Ich bin etwas genervt, weil meine Mutter mir erst am 27.12. Bescheid gegeben hat, dass sie umziehen. Ich hatte schon in der Woche davor Urlaub und an #NixMas hätte ich auch Kisten packen können.
  • Zwischenzeitlich war ich sehr frustriert darüber, dass meine Eltern nach Lüneburg ziehen. Zum einen, weil es so viel weiter weg ist und zum anderen weil es „feindliches Territorium“ (danke M. für die Beschreibung) ist. Aber ich gönne ihnen den Neuanfang und ich gönne ihnen auch, dass sie nun ganz nah bei einem ihrer Kinder wohnen.
  • Hoffentlich geht morgen alles gut. Hoffentlich übersteht mein Vater die Fahrt gut. (Warum geht auf einmal eine 2-Stunden-Fahrt nach Lüneburg, aber 20 Minuten in die Nachbarstadt zu dem Schlaganfallexperten waren nie möglich.)

Zudem hatten wir Erbstücke Schätze im Gepäck (ein Hoch auf das Auto vom RB):

Ich war durchaus gerührt (und auch ein bisschen versöhnt), dass meine Eltern mir das Besteckset und auch den Schreibtisch (beide von meinem Vater) angeboten haben. Dazu habe ich noch ganz viele Flaschen alkoholische Getränke mitgenommen, die der RB via WhatsApp auswählte.

Die Rückfahrt verlief auch erfreulich unspektakulär – abgesehen davon, dass das Navi ab Kirchheimer Dreieck komische Ideen hatte (via A7 und A66 nach Frankfurt), die sehr zur Belustigung vom Kind und mir beitrugen.

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* Das klingt ein bisschen final. Aber es wird mit dem Umzug und besteheder Pandemie durchaus unmöglich sie zu besuchen, denn: Zum Autofahren ist es für einen Tagestrip zu weit, Übernachtungen**** sind aber – wegen Pandemie – nicht möglich. Zugfahren ginge für einen Tagestrip, aber ich fahre während der Pandemie nicht Zug.

**Aaarghs, ich habe diverse Gewürze und andere Lebensmittel mit schon lange abgelaufenen MHD***** gefunden und entsorgt. Auch unbeschriftete selbstgemachte Marmeladen mussten weg.

*** Der RB kommt aus dem Saarland. Und im Saarland nutzt einen Maggi (flüssig) oder halt Fondor. Und in einem Maggi-Flüssig-Haushalt gibt es kein Fondor und umgekehrt. Der RB kommt aus einem Maggi-Haushalt – findet das Zeug allerdings – glücklicherweise – grauslich.

**** Ich möchte auch nicht in Lüneburg übernachten. Aber dazu haben der RB und ich ja schon eruiert, dass wir dann einen Besuch bei meinen Eltern mit einem Hamburg-Trip verbinden können.

***** Jaha, ich weiß, dass MHD nicht bedeutet, dass das Lebensmittel sofort nicht mehr essbar ist, aber Gewürze schmecken sicherlich nicht mehr so gut, wenn ihr MHD seit 2014 abgelaufen ist und Trockenhefe funktioniert irgendwann auch nicht mehr, wenn sie zu halt ist.

Aufräumkommando

Aufräumkommando

#ClosedAdvent (29) // Lockdown, Tag 14

Was für ein Mist: Trotz früh im Bett konnte ich bis 3h00 nicht richtig einschlafen. Mir schwante schon Schlimmes für den heutigen Tag, denn der Wecker ging um 6h20. Ich war erstaunlich fit, saß um 7h20 im Auto und war nach unspektakulärer Fahrt um 10h25 bei meinen Eltern.

Kurzes Hallo, keine Umarmung, Maske. Ich verschwand im Arbeitszimmer, packte Kisten, rangierte Möbel und fand Dinge* wieder:

Am Ende des Tages war das Zimmer soweit geordnet, dass die Möbelpacker problemlos alles rausräumen können, was sie rausräumen sollen.

Am Anfang hätte ich gerne einfach eine Mulde gehabt, um Dinge, insbesondere Papier, wegzuschmeißen. Ich habe gefühlt tausend Standordner in der Hand gehabt und davon wenigstens die Hälfte geleert. Ich habe noch mehr Bücher in der Hand gehabt, die teilweise älter als ich sind. Alle Fachbücher meiner Eltern werden erstmal eingelagert. Was nicht eingelagert wird, sind die Bücher meines Vaters, also Bücher, die er geschrieben oder herausgegeben hat oder ein Kapitel beigetragen hat. Und uff, schon bei der Dissertationsschrift hatte ich einen Kloß im Hals und ein Tränchen im Auge. Aber bei einem anderen Buch – ich musste gucken, ob er einen Beitrag darin hatte – hat es mich zerrissen:

aus: Thomas Eckert (Hrsg.). Übergänge im Bildungswesen. Waxmann, 2007

Mein Vater ist Erziehungswissenschaftler und brannte für die Themen Lernchancen und Interessenforschung. Gerade auch welchen Beitrag die schulische Bildung auf das MINT-Interesse hat. Wobei er eigentlich eher den M-I-T-Part betrachtete. Zu den „klassischen“ Naturwissenschaften Biologie und Chemie (und Ableger) hatte er keinen direkten Draht. Aber er fand es sehr faszinierend, dass ich Biochemie studiert habe – obwohl ich Chemie ganz bewusst zur Oberstufe hin abgewählt hatte. Er hat mein Studium sehr interessiert verfolgt und wollte damals auch unbedingt meine Diplomarbeit lesen, obwohl er nichts davon verstanden hat.
Daher kann ich diesen Text durchaus als Widmung an mich verstehen. Und da musste ich zwischen all den Kisten und Regalen sehr weinen. Weinen, weil mir (mal wieder) bewusst wurde, wie sehr mein Vater mich liebt und wie sehr er meinen eigenen Weg gutheißt. Aber ich musste auch weinen, weil mit auf einmal sehr heftig und schmerzlich bewusst wurde, dass all sein Wissen, seine Leidenschaft für seine Themen diesem verfickten Schlaganfall zum Opfer gefallen ist. Dass das alles – ganz realistisch – nie wiederkommen wird. Dass er seine Arbeit nicht beenden durfte. (Und während ich das so schreibe, meldet sich in mir wieder der Wunsch, Pädagogik zu studieren. Ja, auch mit dem Gadanken, das Erbe meines Vaters fortzusetzen.)

Ein Glück, dass ich alleine im Arbeitszimmer werkelte, damit wir so viel Abstand wie möglich zueinander einhalten können. So musste ich mit meiner Mutter nicht über meine Tränen sprechen. Außerdem war ich so schon ausgeweint, als sie in einer Unterhaltung über die vielen einzulagernden Bücher sagte: „Weißt du, B., das kann ich nicht so einfach entsorgen. Das ist unser Leben.“

Als ich mit dem Arbeitszimmer fertig war, begingen wir noch ich noch die Garage und den Keller des Grauens. Ich werde mich um die Leerung dieser beiden Räume kümmern, wenn meine Eltern ausgezogen sind und das Umzugsunternehmen da war. Außerdem werde ich am 1.1. nochmal hinfahren** und meiner Mutter dabei helfen, den Rest der Wohnung so zu sortieren, dass das Umzugsunternehmen auch ohne ihr Beisein agieren kann.

Dann fuhr ich nach Hause, was trotz dem kurzen Schlaf und dem vielen Werkeln recht gut ging. Wohlbehalten kam ich um 15 Stunden nach Abfahrt wieder zu Hause an. Da war es ganz schön, mit der Twitterkneipe runterzukommen***, zu quatschen und zu lachen.

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* Auch ein Eisernes Kreuz von 1939, dessen originäre Besitzer sicherlich nicht mein Vater ist und ich noch eruieren muss, warum er es hat.

** Dann wird auch das Kind mitkommen, damit er Oma und Opa nochmal sieht, bevor es nach dem Umzug noch schwerer wird.

*** Wo sie mich doch eh schon über Tag „begleiten“ mussten durften.

Digital glögglich

Digital glögglich

#ClosedAdvent (13) // 3 Tage bis Lockdown

Natürlich war es nicht das Gleiche, aber die digitale Variante war eine für diese besonderen Zeiten durchaus adäquate Version vom #Badventskaffee.

Sollten die besonderen Zeiten anhalten oder auf andere Weise wieder kommen, mache ich es gerne wieder so:

  • Nicht aufräumen müssen ist schon praktisch.
  • Weniger Deko fand der Haus-Grinch RB nicht so schlecht.
  • Die Keks-Kisten-Parade fehlte schon.
  • Es klingelte nicht dauernd an der Tür.
  • 34 Keks-Päckchen packen ist eine Aufgabe.
  • Glögg schmeckt besser, wenn eine mit anderen anstoßen kann.
  • Der Lärmpegel war anders.
  • Keine 12 Liter Kinderpunsch angesetzt.
  • Es ist schon schön, wenn bis zu 50 Menschen durch die Wohnung stiefeln.
  • Die Konversations-Grüppchen haben gefehlt.
  • Zum Glück mussten dank Zoom-Break-Out-Räumen nicht alle 30 virtuellen Gäste in einem Meeting miteinander reden.
  • Keine Tassenpanik.
  • Es waren Menschen von sehr weit weg dabei.
  • Der süße Geruch von Glögg und Kinderpunsch fehlte.
  • Das Kinderzimmer blieb bis auf das Kind kinderlos.
  • Zuckerschock fürs Kind ist unabhängig vom Format.
  • Der RB und ich „mussten“ uns getrennt einloggen.
  • Ich kam trotzdem – wie immer – nicht dazu, mich mit allen in Ruhe zu unterhalten.
  • Die Wohnung wurde nicht überhitzt.
  • Durch die Kekspäckchen an alle blieben deutlich weniger Kekse übrig.
  • Ich hätte gerne mal wieder Menschen umarmt.
  • Das lange Verbleiben der Gäste werte ich mal als gutes Zeichen und dass sie sich wohl gefühlt habe.
  • Tom Kha Gai war am Abend so nötig wie jedes Jahr.

Ich freue mich aufs nächste Jahr. Gerne in Echt, aber sollte es ditial stattfinden müssen, dann wäre das auch okay.

Danke an alle die dabei waren und sich auf das Experiment eingelassen haben.

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Beim „echten“ #Badventskaffee halte ich es mit den Einladungen recht offen. Ich freue mich, wenn die Leute zu- und absagen, weil es bei der Planung hilft. Aber in der Advents- bzw. Winterzeit kann viel passieren und es steht auch viel an. Die Keksophilen dürfen ab 14h30 kommen und gehen, wann sie wollen. Dieses Jahr war mir die verbindliche Anmeldung wichtig – zum einen weil wir Zoom als Plattform nutzen (und das ja nicht jederfraus Ding ist) und zum anderen weil ich ja die Keks-Päckchen packen und verschicken musste. Na klar, kann da immer was dazwischen kommen. Aber bei einer verbindlichen Zusage erwarte ich halt auch eine Absage.

X-1 Tag bis Lockdown

X-1 Tag bis Lockdown

#ClosedAdvent (12)

Ich schlafe schlecht ein. Was klar war nach den drei Stunden komatösen Schlaf. Außerdem habe ich Kopfschmerzen, als ich einschlafe und wache auch mit ihnen auf. Der RB bringt mir Tee ans Bett. Ich wabere so in den Tag. Ich kann aber nicht länger schlafen, denn ich habe heute eine Mission.

Aber erstmal habe ich ein Gespräch mit dem Kind. Wir reden darüber, was gestern Abend passiert ist. Und was generell mit ihm los ist. Warum das passiert, was gestern zu dem Eklat geführt hat. Uff, uff, uff. Er macht sich das Leben so schwer und er nimmt es auch so schwer. Und gleichzeitig ist da eine starke Resilienz. Das wird noch ein langer schwieriger Weg für ihn.

Dann brach ich auf zu meiner Mission: Covid-19 ist im Freundinnenkreis angekommen. Freundin A ist infiziert. Sie wohnt um die Ecke. Daher hatte ich ihr angeboten, sie zu versorgen. Ob der Entwicklungen und Gerüchte in den letzten Tagen hinsichtlich Lockdown hatte ich ja ein wenig Angst einkaufen zu gehen. Aber mit FFP2-Maske über Mund und Nase sowie guter Musik in den Ohren fühlte ich mich gewappnet. Es war erstaunlich entspannt im Supermarkt. Alle trugen Masken. Abstandhalten ist halt etwas schwer in den engen Gängen. Interessanterweise gab es keinen Cheddar – in keiner Form. Aber sonst fand ich alles. Und auch an der Kasse ging es schnell.

Ich holte noch schnell das Keks-Päckchen für Freundin A. (Quarantäne ist ja kein Grund nicht am digitalen #BAdventskaffee teilzunehmen. Vielleicht sogar ein Grund mehr.). Dann brachte ich ihr alles bis zur Wohnungstür.

Völlig kontaktfrei. Blickkontakt hatten wir nur vom Bürgersteig über den Vorgarten hinweg. Drücken wir ihr die Daumen, dass die Infektion sowohl kurz- als auch langfristig glimpflich verläuft.

Als ich nach Hause kam, klatschten das Kind und ich uns ab. Er ging raus, um im Park zu spielen. Er hatte sich verabredet. Und da er sich so schwer tut mit Kontakten, muss ich ihm das trotz Pandemie erlauben. Während er weg ist, kümmere ich mich mit Kassiopeia ums Abendessen und dann darum, dass das Kind noch ein paar coole Geschenke zum #NixMas bekommt. Und ein paar warme Sachen zum Anziehen. Außerdem brauche ich ein paar Langarmshirts.

Das Kind kommt wieder und wir packen Kekspäckchen: Für meine Eltern, für den Vater vom RB und noch für eine befreundete Familie. Dem Kind war es wichtig da auch noch Kekse vorbeizubringen. Ich nutze die Gelegenheit, um die restlichen Kekse weiter zusammenzupacken und nun haben wir „nur“ noch drei gefüllte Keksdosen.

Eine der wenigen sinnvollen Daseinsberechtigungen von Washi-Tape: Beschriftung der Keksdosen

Und dann ist auch schon der RB wieder zu Hause und wir essen. Beim Essen versucht uns das Kind die Geschichte von Abraham zu erzählen und es ist schon erstaunlich, wie wortgetreu er sich Geschichten merken kann. Und fahren die Wörter oder nur einzelne Buchstaben Karussell und es wird krude. Das kann anstrengend sein, aber auch sehr lustig. Das war es zumindest heute Abend. Das Kind hatte zum Schluss Bauchschmerzen vor Lachen.

Auch wenn das nichts mit dem Lachflash vom Kind zu tun hat, aber hier noch ein Witz, den das Kind heute erzählte:

Treffen sich zwei Polarbären. Fragt der eine den anderen: „Und was geht?“ Antwortet der andere: „Ich würde gerne mal wieder Schlittschuhlaufen.“ Sagt der eine: „Das müssen wir erstmal auf Eis legen.“

Ich vermute, dass etwas zu dem Witz passt. Womöglich ein Bild. Dennoch ist es einer der besseren Witze.

#ClosedNovember (6)

#ClosedNovember (6)

Ich bin dann mal die Spielverderberin: Während gefühlt ganz Deutschland im Freudentaumel über die Wahl Bidens (und Harris) eskapiert, bin ich wütend.

Ich bin wütend über das, was in Leipzig passiert ist. Wütend über meine Hilfslosigkeit. Wütend über meine Machtlosigkeit. Wütend über diese klar dokumentierte Ungerechtigkeit. Über den Rechtsruck und darüber wie sehr Deutschland auf dem rechten Auge blind ist.

Ich bin auch wütend darüber, dass es so vielen so viel wichtiger ist, dass Trump abgewählt worden ist als das, was im eigenen Land passiert.

Und ehrlich gesagt: Ja, es ist gut, dass Trump abgewählt worden. Aber ob Biden und auch Harris die großen Heilsbringerinnen sein werden, wage ich zu bezweifeln. Sehr.

Wieder da

Wieder da

Zweite Welle: Tag 97

Eine Woche, nachdem mein Vater ins Krankenhaus musste, ist er heute wieder nach Hause gekommen. Das ist gut. Gut ist auch, dass der Grund für seine Einlieferung erfolgreich behandelt werden konnte. Nicht so gut, wenn auch aus Pandemiesicht verständlich, war, dass meine Mutter gar nicht zu ihm durfte. Dass mein Vater, aus personeller Sicht auch verständlich, nicht ausreichend Ansprache, Beschäftigung bekam und wohl gar nicht mobilisiert wurde.

Nein, krank zu werden ist während der Pandemie nicht lustig. Besuche bei Ärztinnen möchte eine derzeit ja auf das absolut nötige Minimum.

Aber als Mensch, der auf Hilfe angewiesen ist, alleine krank im Krankenhaus sein zu müssen, das wünsche ich keiner.

In der zweiten Welle

In der zweiten Welle

Zweite Welle: Tag 84

Die Zahlen steigen ins Unermessliche. Ich kann mich darüber gar nicht (mehr) aufregen. Es war so klar, dass es so kommen wird. Die zweite Welle wird heftig – viel heftiger als die erste. Und ich bin mir sicher, dass jede in dieser zweiten Welle mindestens eine dirkete Angehörige oder Freundin haben wird, die sich infiziert. Andere Pandemie haben gezeigt wie es läuft. Aber warum aus der Vergangenheit lernen. Eine sieht ja auch am Rechtsruck wie lernresistent der Mensch ist.

Ich denke ein bisschen: Ach, hätte ich meine Eltern doch im Sommer nochmal besucht. Jetzt wird es so schnell nicht mehr gehen und das letzte Mal haben wir uns Weihnachten 2019 gesehen. Für das Kind ist es noch länger her. *seufz*

In der #CorotäneKneipe diskutieren wir darüber, wie Weihnachten gefeiert wird. Ich bin froh, dass wir keine Weihnachtstradition haben im Sinne von „da kommt die ganze Familie zusammen“ und auch dass ich generell nicht an den Weihnachtstagen hänge. Das Kind wird hier sein und wir werden es uns sicherlich zu dritt gemütlich machen. In der Kneipe machen die meisten mehr oder weniger große Abstriche, um die Liebsten und sich selbst heil durch die Pandemie zu bringen.

Und alle sind müde von den Maßnahmen, von unsolidarischen Mitmenschen vom Hüh und Hott der Regelungen. Wir werden weniger rauskönnen in den nächsten Monaten, es wird dunkler sein. Ich mag mir nicht ausmalen, was das mit der einen oder dem anderen macht. Wir haben alle unterschiedliche Limits. Ich bin immer noch an dem Punkt, dass ich denke „jo, da müssen wir jetzt durch und wenn es noch zwei Jahre dauert, dann ist das so. Aber was sind schon zwei Jahre?! Unter 5 Prozent meines bisherigen Lebens. Das ist nichts.“ Und klar, für das Kind mit seinen 11 Jahren sind 2 Jahre wiederum fast 20 %. Das ist eine ganze andere Nummer. Mir helfen dennoch die Relationen. Mir hilft auch sehr, mit immer wieder bewusst zu machen, in welche priviligierter Situation ich diese Pandemie erlebe:

  • super Kind,
  • toller Partner,
  • eine schöne Wohnung, in der ich gerne bin,
  • ein Job, den ich mag und im HomeOffice ausüben kann, und der ausreichend lukrativ ist.

Wenn andere sagen, dass 2020 weg kann, fühle ich mich immer etwas ertappt, weil ich denke: Naja, so schlimm ist das alles für mich persönlich nicht. Und ich denke auch, dass, wenn sich wirklich alle an die wenigen Regeln (Abstand, Maske, soziale Kontakte einschränken (sic!)) halten würden, dann wäre es für alle auch einfacher zu ertragen und wir kämen deutlich entspannter durch die Pandemie.

FFP2-Masken

FFP2-Masken

Zweite Welle: Tag 77

FREItag und das Kind hat Ferien. Nach einer entsprechenden Ansage gestern Abend durfte ich auch tatsächlich ausschlafen.

Fas zu lange geschlafen, denn ich habe einen Friseurtermin. Da mein Friseur in der Nähe vom Laden vom RB ist, gehen wir zusammen zu Fuß von einen ins andere Risikogebiet.

Nach dem Friseur muss ich schnell navh Hause. Deswegen muss ich den ÖPNV nutzen. Ich bin ganz froh, dass ich eine FFP2-Maske dabei habe.

Weil sich ein Termin nicht anders legen ließ, muss ich eine Stunde lang Interview führen.

Anschließend hole ich eine Bestellung bei der Dorf-Buchhandlung ab.

Danach sitze ich etwas untätig strickend auf dem Sofa und sinniere über die Wochenendplanung, die etwas durcheinander geraten ist. Da wir morgen zur Weinlese fahren, können wir morgen nicht einkaufen.

Hmhm, dank des neuen Kochbuchs bin ich dann doch inspiriert und gehe einkaufen.*

Als das Kind halbwegs früh im Bett ist, will ich die bisher benutzten FFP2-Masken „aufbereiten“. Das geht wohl im Backo für 30 Minuten bei 60-80 °C.

Tja, blöd ist’s, wenn eine – also ich – nach 30 Minuten in den Herd fasst und denkt, dass der nicht geheizt habe und den Herd beherzt auf >100 °C stellt, dann sehen FFP2-Masken recht schnell so aus:

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* Mir kurz freue ich micht über die Aussicht, den Samstag nichr mit Einkaufshetzerei zu vertun und dass wir so am Sonntag ja wirklich nichts vorhaben.

Donnerschdag

Donnerschdag

Zweite Welle: Tag 62

Das Kind bekam heute ein Kompliment. Und ich damit auch. Oder bekam ich das Kompliment und dadurch das Kind? Zumindest begegnete ich heute einer Nachbarin: „Ich muss Dir mal ein Kompliment machen“, leitete sie ein. Ich war irritiert. „Ich finde, dass Du das mit der Erziehung von Deinem Sohn prima machst.“ Ui, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. „Der ist immer so freundlich und höflich. Er grüßt immer, wenn er uns sieht. Hält die Tür auf.“ „Oh, danke“, stammele ich. „Ich habe mit so vielen Kindern zu tun. Da bin ich schon froh, wenn die mir nicht die Tür vor der Nase zuschlagen. Aber so wie er, das machen die wenigsten“, setzt sie nach und verschwindet die Treppe rauf. Ich bleibe perplex stehen. Und natürlich erfreut. Und ein bisschen stolz.

Anderes Thema:


Wenn eine um 7h30 anfängt zu arbeiten, obwohl die Kernarbeitszeiten zwischen 9h00 und 18h00 liegen, zudem klar kommuniziert ist, dass ich erst ab zwischen 9h30 und 10h00 erreichbar bin, dann kann sich niemand darüber beschweren, dass ich „so schwer erreichbar bin“. Ich beschwere mich ja auch nicht darüber, dass ich nach 18h00 keine mehr erreiche, obwohl ich da oft noch arbeite. Dazu kommt, dass ich als Schreiberling auch immer mal wieder längere Konzentrationsphasen ohne Unterbrechung brauche, damit ich in den Flow komme, und so auch über Tag nicht ständig sofort zur Verfügung stehe. Nöckelig werde ich allerdings, wenn diese Personen – arbeitszeittechnisch zurecht – um 16h30 Feierabend machen, ohne das zu kommunizieren.