Dankbar
Ich hatte eine Schreibblockade. Nicht gut. Auch so beruflich. Aber es scheint, als sei der Knoten geplatzt. Vielleicht auch weil es mir gerade wirklich gut geht. Danach sah es Anfang des Jahres noch nicht aus.
Ich habe, noch nicht mal bewusst, beschlossen, dass mich bestimmte Dinge einfach nicht mehr so stressen. Dass ich bestimmte Dinge nicht ändern kann. Zumindest jetzt nicht. Und manches muss ich auch gar nicht ändern, sondern nur meine Haltung dazu.
Über die Jahre mit mir habe ich gelernt, dass schlechte Phasen nie lange dauer(te)n. Dass ich in den schlechten Phasen in mich reinhören muss. Mich reflektieren muss. Dass jede schlechte Phase tatsächlich einen Sinn hat. Und dass ich danach wieder einen (oder mehr) Schritt bei mir angekommen bin.
Und immer, wenn ich aus einem Tal raus bin, wird mir bewusst, wie unendlich dankbar ich bin – allen voran meinen Eltern, meiner Großmutter und U*. Sie haben mir das Rüstzeug für meine Resillienz mitgegeben.
Ich weiß nicht, und möchte es auch nicht wissen, wo ich ohne diese Resillienz im letzten Jahr gelandet wäre. Vermutlich hätte ich das letzte Jahr gar nicht so erlebt, weil ich schon in dem Jahr davor zusammengebrochen wäre. Ohne diese Resillienz hätte ich 2021 nicht gewusst, dass auch wieder andere Zeiten kommen werden. Und ich hätte einige Ereignisse nicht so gut verkraftet. Aber ohne die Resillienz hätte ich wohl auch den BurnOut nicht so lange ertragen. Ob das gut war oder nicht, lässt sich noch nicht mal hypothetisch beantworten.
Meine Resillienz war und ist es auch, die mich davon abgehalten hat, meinen BurnOut professionell behandeln zu lassen – also abgesehen vom professionellen Rat meiner Ärztin, therapeutisch wandern zu gehen. Es gab Momente im vergangen Jahr, da habe ich gedacht, dass ich mir doch professionelle Hilfe suchen sollte. Habe ich aber nicht. Weil mich in den Momenten allein der Gedanke an die potentiell erfolglose Suche gestresst hat. So musste ich mich auf mein Rüstzeug aus Kindheits- und Jugendzeit (und Erfahrungen) besinnen. Das ging und geht gut.
Ja, die Arbeit an mir, den Umgang mit den Herausforderungen muss ich leisten. Aber ich kann das nur, weil ich das Glück hatte, dass ich von Klein auf immer in meinem Sein, in meiner Art, in meinem Bewusstsein, in meinen Fähigkeiten und in meiner Selbstwirksamkeit bestätigt wurde.
Danke H, J, U und Großmutter.
(Mir fällt gerade auf, dass drei dieser vier Personen bereits gestorben sind. Es macht mich ein bisschen traurig, aber es überwiegt die Dankbarkeit.)