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Kategorie: Eiertanz

Seit langem mal wieder

Seit langem mal wieder

Zweite Welle: Tag 96
(Die Zahlen steigen weiter und weiter und in Höhen, die wir uns im Frühjahr gar nicht vorstellen konnten.)

Außer Arbeit passiert hier ja eigentlich nicht viel. Deswegen war es ein kurzer Herz-in-die-Hose-Moment, als auf meinem Handy um kurz nach 17h00 die Telefonnummer des Kindes Rugby-Trainers erschien. „Uff, dem Kind ist irgendwas auf dem Weg zum Training passiert“, schoss mir durch den Kopf. Doch dann hörte ich direkt die Stimme vom Kind. Er hatte „nur“ seinen Zahnschutz* vergessen und ob ich ihm den bringen könnte. Zum Glück war ich ordentlich angezogen und musst nur noch in die Schuhe schlüpfen, den Zahnschutz schnappen und mich aufs Rad schwingen.

Und weil ich schon mal da war, blieb ich am Pitch und quatschte mit einem anderen wartenden Eltern.

Das habe ich schon lange nicht mehr gemacht. Seit über einem Jahr fährt das Kind ausschließlich alleine zum Training. Ganz gelegentlich habe ich ihn abgeholt, aber zweimal pro Woche eineinhalb Stunden am Pitch stehen, war einfach auch vom Arbeitspensum her nicht (mehr) möglich.

Nun – also nach den Beschlüssen der Ministerkonferenz – war es vorerst auch das letzte Mal: Im November gibt es kein Training. Was im Dezember sein wird, wird sich zeigen. Zumal sie ja ausschließlich Outdoor-Training haben und das im Winter auch wetterabhängig stattfinden wird.

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* Vor der Pandemie nannte ich es semi-unkorrekt „Mundschutz“.

Glück

Glück

Zweite Welle: Tag 45

Das Kind kam heute recht spät von der Schule. Der Unterricht war um 15h50 zu Ende, aber er war – trotz Fahrrad – erst um 16h15 zu Hause. Dadurch musste er etwas hetzen, um sich rechtzeitig zum Rugby loszukommen. Dann war er aber so zeitig, dass er mich um 16h50 vom Pitch aus anrufen konnte, weil er seinen Zahnschutz vergessen hatte. Glück im Unglück: Ich hatte eine Verabredung im Westend um17h30. Da konnte ich mit dem Rad problemlos kurz am Club vorbeifahren und ihm den Zahnschutz bringen.

Es tat gut, mit dem Rad durch die Stadt zu fahren. Auch die große Runde – 3,5 Kilometer – durch den Grüneburgpark tat gut. Aber besonders gut tat der Grund, warum ich überhaupt 3,5 Kilometer Luftlinie westwärts unterwegs war: Ein Treffen mit Freundin C. Es hat mich sehr gefreut, sie endlich mal wieder zu sehen. Das letzte Mal war Ende Februar.

Ein bisschen wenig Glück hat leider ein lieber Tweep. Daher braucht er dringend Hilfe vom virtuellen Dorf.

Und weil es nicht nur die Heizung, sondern auch das Warmwasser betrifft, ist schnelle Hilfe wichtig. Weitere Infos findet ihr hier.
(Selbst wenn der Spendentopf nicht voll wird, hilft hier wirklich jeder Euro.)

Anrufe

Anrufe

Zweite Welle: Tag 38

Erster Tag nach der Woche krank. Zum Glück muss ich nicht um 7h00 aufstehen. Das Kund kann wegen KriegsRugbyverletzung nicht zum Schwimmen und muss so erst um 10h00 in der Schule sein.

Ich arbeite so vor mich hin. Um 13h40 klingelt das Telefon. Das private. Die Schule ruft an. Das Kind habe Zahnschmerzen und will nach Hause. Joah, dann halt. Er schafft es aber alleine nach Hause.

Was genau es ist, ist nicht klar. Ich vermute, dass er gerade seine Backenzähne* verliert. Zudem kann er gerade seine Zahnspange nicht tragen. Da ist wohl einiges in Bewegung.

Zum Rugby-Training wollte er trotzdem.

Um 18h25 klingelt mein Handy. Eine Nummer, die ich nicht kenne. Das Kind ist dran (er hat sein Handy nicht mit): Seine Wunde ist erneut aufgegangen. Ich solle ihn abholen. Tja, das ist schwierig: Das Auto ist voll mit Kartons und um diese Zeit dauert der Weg – nur 2,5 Kilometer Luftlinie – mit dem Auto locker 30 Minuten. Ein schlechtes Gewissen habe ich dennoch.

Um 19h15 ist das Kind immer noch nicht zu Hause. Ich bin unruhig und gehe ihm entgegen. Im Park überlege ich noch kurz, ob ich eine Runde drehen soll. Aber denke, dass er mit dem Knie wohl den direkten Weg nehmen wird. Als ich durch den Park durch bin, ist das Kind immer noch nicht zu sehen. Ich schnappe mir einen e-Roller und düse die Strecke weiter. Kurz vorm Trainingsgelände erreicht mich der RB: Das Kind ist zu Hause. „Haben wir uns im Park wohl doch verpasst“, denke ich, drehe um und düse zurück.

Zwischendrin schreibe ich dem RB, dass er dem Kind ausrichten soll, dass ich nicht böse auf ihn bin.

Das ist mir wirklich wichtig. Er hat nichts falsch* gemacht. Zu spät kommen ist ätzend, aber er war a) verletzt und konnte nicht so schnell wie sonst und hatte b) auch kein Handy dabei, um sich zu melden oder dass ich ihn orte. Ergo: Ich muss ihm das Handy irgendwo antackern, damit er es immer bei sich hat.

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* Einer ist schon draußen.

** Er ist etwas länger am Pitch geblieben nach dem Training.

Ausschlafen ist nicht alles

Ausschlafen ist nicht alles

Zweite Welle: Tag 36

Ausschlafen ist toll. Keine Frage. Aber ausschlafen bis 14h00 ist nicht soo toll. Denn zum einen habe ich so 12 Stunden geschlafen und zum anderen habe ich so den halben Tag verschlafen. Und das nervte mich für den Rest des Tages kolossal.

Es nervte mich so sehr, dass ich erstmal bockig im Bett blieb und las und ignorierte auch erstmal das Geschehen in Berlin.

Das Kind hatte sich am Vormittag beim Rugby verletzt. Eine Handteller große Schürfwund ziert nun sein linkes Schienbein. Es sieht echt übel aus, aber es hat ihn wohl nicht daran gehindert weiterzuspielen und sogar einen Versuch zu legen. Dieses Kind ist immer wieder faszinierend. Zumindest konnte er zu Hause mit dieser Wunde nur noch auf dem Bett liegen und daddeln.

Ich las das Buch, das dritte und letzte der Reihe „Friekes Buchladen“, zu Ende. Es lässt mich etwas verwirrt zurück. Seit mehr als fünf Jahren habe ich keinen Kontakt mehr zu meinem jüngeren Bruder. In den drei Büchern habe ich seinen Namen allerdings ziemlich oft gelesen. Das war schon komisch.

Um 19h00 war ich dann auch endlich so weit, dass ich eine Essensliste bis Montag erstellt habe, geduscht bin und mich auf den Weg zum Einkaufen machte.

Und natürlich las ich Infos zu Berlin. Und natürlich regte ich mich auf. Mein 2 Cent dazu:

Nur halb so viel Aufmerksamkeit wie für die Berlin-Demo heute für die Gedenkkundgebung für die Opfer des Hanau-Attentats und gegen den Rassismus wäre fein gewesen.

Dass rassistisch motivierte Morde/Anschläge wie in Hanau, Halle, Wächtersbach aber auch an Walter Lübke durchgeführt werden, liegt auch daran, dass Schwurblerinnen, VT’lerinnen, Rechten und Rechtstoleranten wie heute in Berlin immer wieder und zu viel Raum gegeben wird.

Und die Mischung ist das gefährliche. Jede einzelne Gruppierungen könnte als „Verwirrte“ (Rechte grundlegend ausgenommen) abgetan werden, aber die Masse hat mit „gegen das System“ einen mächtigen kleinen gemeinen Nenner.

Damit werden insbesondere die hochgradig Gewaltbereiten (Rechten) legitimiert, was es immer schwieriger macht, dieser Masse etwas entgegen zu setzen.
Denn die Angst, die viele haben, ist begründet und gerechtfertigt.

6 Monate

6 Monate

X-58 Tage bis zur zweiten Welle

Nach gestern war der Tag erfreulich unspektakulär.

Das Kind hatte einen ok’en Tag in der Schule. Danach Rugby-Training.

Ich habe gearbeitet.

Spannend war das Abendessen, dessen Zubereitung etwas länger gedauert hat. Das Kind und ich aßen spät.

Melonen-Curry

Der RB kam noch später, weil er noch seiner Bürgerpflicht nachging und bei der Gedenk-Demo* war.

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* Ich tue mich schwer, „Hanau-Gedenk-Demo“ zu schreiben, weil es nicht um Hanau die Stadt geht, sondern um den Nazi-Anschlag am 19.2., bei dem neun** Menschen aus rassistischen Motiven ermordet wurden.

** ja, es waren zehn Ermordete. Aber die 10. Person wurde wohl eher nicht wg Rassismus umgebracht.

Unbeschwert

Unbeschwert

X-50 Tage bis zur zweiten Welle

Für den kleinen Hummer mit dem Wolf fiel Rugby-Camp aus, weil eben Hummer und Wolf*.

Zudem hatte er sich mit seinem besten Grundschulkumpel verabredet. So konnte er früher hin.

Der RB war arbeiten und ich hatte so meine Ruhe am Nachmittag. Das ist ja durchaus angenehm.

Ich schaffte es parallel zum Arbeiten zweierlei Spinatrollen zu machen.**

Abends waren der RB und ich bei den Kumpeleltern verabredet. Der RB kam pünktlich, als ich gehen wollte und so gingen wir zusammen – und mit den Spinatrollen.

Die Kinder daddelten und ließen sich nur gelegentlich blicken, um Essen zu holen. Und wir Erwachsene quatschen lang und ausgiebig.

Ach, das tat schon gut, sich msl wieder mit wem zu treffen und einen halbwegs unbeschwerten*** Abend zu haben.

Das Kind hatte einen tollen Nachmittag und Abend und schlief umgehend ein.

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* Zudem gab es wohl die Ankündigung einer Kollektivstrafe, die ich bedingt ok finde, aber vom Ausmaß her beim dem Wetter als nicht gesund einstufe.

** Sehr lecker, aber Backofen bei den Außentemperaturen ist ja schon sehr masochistisch.

*** Natürlich kamen wir nicht um das Thema Covid-19 drumrum. Aber so ist das wohl.

Rettung

Rettung

X-49 Tage bis zur zweiten Welle

Arbeit, aber heiß und dadurch etwas uneffektiv. Das Kind ist heute beim Rugby-Camp. Es geht ins Freibad.

Um 11h30 fällt mir auf, dass das Kind sowohl seine Wasserflasche also seinen Snack vergessen hat. Mist. Ich rufe ihn an, ob er sie braucht. Ja, das wäre gut. Also melde ich mich bei den Kolleginnen ab, schnappe mir Flaschen und Brotdose und düse los. Mit dem Auto. Ich fühle mich umweltsauig, aber mit dem ÖPNV bräuchte ich 40 Minuten, wenn alles glatt ginge, und mit dem Rad 30 Minute, aber bei der Mittagshitze auch nicht sonderlich gesund. Und mit dem Auto 20 Minuten. Ich übergebe dem Kind sein Lunchpaket und düse zurück.

Kaum zu Hause mache ich eine Tweep glücklich. Mit Pfeffer und Salz. Manchmal sind es die kleinen Dinge.

Das Kind kommt nach Hause und ist ein kleiner Hummer. Es ist immer noch heiß, er zieht sich mit dem Tablet in seine Höhle zurück.

Um 17h00 fühlt sich mein Gehirn wie gekocht an. Ich mache vorerst Pause und lege mich hin. Der RB hat einen Termin.

Wir essen spät. Dann lese ich dem Kind vor. Als er im Bett ist, gehe ich auch ins Bett – um zu arbeiten. Endlich ist es kühl genug, um klare Gedanken zu fassen. Entsprechend schnell geht mir die Arbeit von der Hand. Heute Nachmittag habe ich stundenlang auf diese ppt gestarrt und nicht gewusst, was tun. Nun geht es wie von selbst.

Tag 91 seit der Abschottung

Tag 91 seit der Abschottung

Jucheee, Brückentag und ich habe frei! Und Spoiler: Ich halte mich auch daran.

Frei bedeutet ausschlafen. Um 7h30 werde ich wach, weil im Hof eine Mülltonnen-Seance stattfindet*. Ich nutze Meine Blase nutzt den Moment. Wieder im Bett nehme ich Ohrenstöpsel und schlafe auch wieder ein. Wie so oft träume ich wirres Zeug. Irgendwas mit einem Füller und einer neuen Feder für ebendiesen. Zahlenverwirrung hinsichtlich 97 und 79.

Irgendwann kam das Kind zu mir. Ging aber auch wieder. Ich stand gegen 11h00 auf und weckte den RB. Es deutet sich an: Das Kind ist heute etwas neben der Spur.

Nach dem Frühstück kümmere ich mich endlich mal um den Siphon im Bad. Der war nämlich etwas undicht und wurde nun schon länger mit einem Eimer gesichtert. Siphontauschen habe ich bislang auch noch nicht machen müssen. Es ging aber recht einfach.

Danach gehe ich ins Dorf. Ich muss beim Buchladen noch ein Geschenk fürs Kind abholen. Beim besten Mini-Baumarkt besorge ich einen neuen Blumentopf für den Hibiskus. Zu Hause kümmere ich mich dann auch direkt um ums Umtopfen. Der Hibiskus kommt in einen Topf. Der Mangokern, der eine Wurzel entwickelt hat, kommt auch in einen Topf. Die zwei Mini-Tomatenkeimlinge** setze ich auch in Erde.

Das Kind hat Langeweile und weiß nicht wohin mit sich. Der RB arbeitet***. Dem Kind fällt ein, dass er nach was für GL machen muss, wofür er das Haus verlassen muss. Er nimmt das Rad. Kommt aber nach kurzer Zeit wieder und erklärt: „Jemand hat meinen Reifen geklaut.“ Ich gucke irritiert. „Nee, nicht den Reifen, sondern das da drin.“ „Den Schlauch?“ „Ja, genau. Der Schlauch ist geklaut.“ Ich gucke noch irritierter und gehe mit ihm raus und sehe … einen platten Hinterreifen. Da ich aber auch noch das Ventil sehe, schließe ich einen geklauten Schlauch aus. Er versucht mir den Tathergang zu schildern und es wird klar, dass er ein Stück mit dem Rad gefahren ist. Ein geklauter Schlauch kommt definitiv nicht infrage. Ich schicke ihn zu Fuß los.

Ich überrede den RB dazu, Kaffee zu kochen. Wir trinken zusammen Kaffee und ich verarbeite die Szene mit dem Kind und komme aus dem Lachen nicht raus. Mein Kind ist der erste Mensch, dem während der Fahrt ein Schlauch aus dem Reifen geklaut wurde.

Als das Kind wieder da ist, spielen wir zusammen.

Pyramis – sowas wie „4 gewinnt“ nur mit 5 und in 3D

Als wie fertig gespielt haben, wechseln wir zusammen den Schlauch vom Hinterreifen. Danach habe ich – mal wieder – einen toten Punkt und lege mich ins Bett. Es tut gut, mal einen Moment alleine zu sein. Ich dämmere kurz (!) weg und als ich wieder wach werde, höre ich das Kind auf Französisch reden. Ich höre auch den Kv. Und vor allem höre ich, dass diese Unterhaltung auf Skype stattfindet. Für Skype braucht das Kind aber entweder sein Tablet, das aber in dem Zimmer ist, in dem ich mich gerade befinde, oder seinen Laptop****. Ich gehe über den Balkon, gucke ins Kinderzimmer, sehe das Kind vor seinem Laptop und …

… flippe aus. Ich frage ihn, was das soll und wer ihm erlaubt hätte, das Laptop zu nehmen. Und hui, seine Antwort ist mutig: „Ich hab mir erlaubt, das Tablet zu nehmen.“ Ich glaube, ich höre nicht recht und gehe erstmal wieder. Aber da das Kind keine Anstalten macht, aufzuhören, um die Situation mit mir zu klären, gehe ich nochmal in sein Zimmer, werfe ihm diversen Technikkram auf sein Sofabett und sage: „Mach, was Du willst.“ Ich bin echt sauer.

In der Küche werkelt der RB und bittet mich Pfefferminze zu holen. „Aber die machen wir extra. Das mag das Kind ja nicht so.“ „Ach, das geht in dem vielen Grünzeug, das schon drin ist eh unter.“ „Schon drin? Der Koriander etwa auch?!“ „Ja.“ „Ja?!“ … „Oh Mist, da habe ich gar nicht dran gedacht.“

Das Kind hat mittlerweile alle Technik ins Wohnzimmer gebracht und sich auf sein Bett verzogen. Er weiß, dass er Mist gebaut hat und ärgert sich über sich selbst. Ich weiß, dass er leidet. Ich kann ihn nicht auch noch hinsichtlich des Essens leiden lassen. Hecktisch zaubern wir noch Grillsteaks und Grillpommes aus den Vorräten. Wir essen zusammen. Der RB und ich eine wirklich leckere Joghurtsuppe:

Dann muss der RB arbeiten (online-Tasting) und das Kind und ich fahren mit den Rädern in den Park. Dort passen wir uns mit dem Rugbyball zu. Wir drehe noch eine Runde durch den Park*****, da fährt das Kind durch irgendwas und hat – tadaa – zwei Platten. Wir schieben nach Hause. Dort darf das Kind allein die Schläuche aus den Reifen holen. In beiden sind jeweils zwei kleine Schlitze. Die sind nicht mehr zu retten.

Ich bestelle neue Schläuche, lese dem Kind vor und beende den Abend mit dem RB auf der Couch.

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* Die Müllabfuhr zerrt die Mülltonnen übers Kopfteinpflaster im Innenhof.

** Noitz an mich: Diverses Saatgut entsorgen, das nicht angegangen ist.

*** Offiziell arbeitet er, inoffiziell nutzt er meine Abwesenheit im Wohnzimmer, um „seine“ Musik zu hören.

**** Seit gestern hat das Kind Technikverbot (nur Tablet reicht nicht).

***** Im Park sind viele Menschen. Immer in kleinen Grüppchen mit Abstand zu einander. Aber es ist auch Leben im Park. Das fühlt sich gut an. Ich mag es bei aller Vorsicht und Respekt vor dem Virus, dass das Leben wieder stattfindet. Und lieber draußen als drinnen.

Abschottung, Tag 87

Abschottung, Tag 87

Das Aufstehen ist etwas zäh. Aber gut, mich fragt ja niemand. Das Kind ist schon wach. Macht mir Tee und dann dem RB Kaffee. Ich arbeite und arbeite und arbeite. Naja, eigentlich telefoniere ich – gefühlt – die ganze Zeit.

Das Kind muss zwischendrin zur Schule. Der RB scheitert fast an meinem Drucker. Ich muss etwas Beistand leisten. Dann fährt der RB in den Laden. Dafür kommt das Kind aus der Schule. Aber er hat nicht lange, dann fährt er wieder los zum Rugbytraining. Diese Ruhe, wenn keiner zu Hause ist, ist wirklich erholsam. Das könnte gerne noch länger dauern. (Note to myself: Ich brauche mal wieder Zeit nur für mich. Allein.)

Nach dem Rugbytraining stürmt das Kind rein und fragt nach „dem Ding“. Tja, welches Ding nur. „Na, das Ding, mit dem Du Dein Handy am Fahrrad fest machst.“ Ah, das Finn-Ding. Das Kind hat den einen Rugbykumpel im Schlepptau. Um nach Hause zu kommen braucht er das Handy als Navi und dafür muss er das Handy am Fahrrad festmachen. Ich gehe mit dem Kind und Finn raus und helfe, das Handy am Rad zu montieren.

Der RB kommt nach Hause und kocht. Essen. Nicht mehr vor Wut über den Drucker.

Nach dem Essen muss das Kind recht zeitig ins Bett, denn morgen ist Frühdienstschule. Das beschert dem RB und mir einen frühen Feierabend. Sind wir ja fast nicht mehr gewohnt.

Abschottung, Tag 66

Abschottung, Tag 66

Meine Einschlafrituale gehen mir zunehmend auf den Keks: hinlegen, lesen, aufstehen für Toilette, hinlegen, lesen, kalte Füße, aufstehen für Wärmflasche und Toilette, hinlegen, was Entspannendes hören. Dauert in der Regel anderthalb bis zwei Stunden. Und es nervt!

Seit Beginn der Abschottung steht der Wecker erstmals wieder kauf weit vor 8h00. Das Kind muss nämlich um 8h00 beim Kieferorthopäden sein. Ich unterstütze ihn beim Fertigmachen. Hin geht er allerdings alleine. Ich muss mich nochmal ins Bett legen, daher melde ich mich im Büro erstmal unpässlich. Das Kind lässt mich quasi schlafen, als er wiederkommt. Dass er die Hyrax und die Brackets los ist, zeigt er mir erst als ich wieder unter den Lebenden bin.

Es ist krass, was sich im vergangenen Dreivierteljahr getan hat.

Abgesehen vom Stundenmachen gestern Abend habe ich den Arbeitsrechner seit Freitagnachmittag nicht geöffnet. Zusammen mit der Wanderung ist das meinem Arbeitsflow höchst zuträglich. Am Nachmittag kann ich mich zum Arbeiten auf den Balkon setzen. Das tut auch gut. Das Kind fährt zum Rugby-Training. Irgendwann ist es dann aber auch spät. Weil es nicht mehr lang zum Online-Tasting vom RB ist, setze ich Kartoffeln auf und mache die Grie Soß.

Hach, Grie Soß geht immer. Grie Soß macht glücklich.

Während der RB sein Online-Tasting hat, erstelle ich einen virtuellen Spaziergang von der vorletzten Wanderung für meine Eltern.

Ich mag es, dem RB bei der Arbeit zuzuhören.

Das Kind geht früher als sonst ins Bett. Morgen muss er um 8h15 in der Schule sein. Känguruchroniken lesen wir dennoch ein bisschen weiter.