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Zweite Welle: Tag 38

Erster Tag nach der Woche krank. Zum Glück muss ich nicht um 7h00 aufstehen. Das Kund kann wegen KriegsRugbyverletzung nicht zum Schwimmen und muss so erst um 10h00 in der Schule sein.

Ich arbeite so vor mich hin. Um 13h40 klingelt das Telefon. Das private. Die Schule ruft an. Das Kind habe Zahnschmerzen und will nach Hause. Joah, dann halt. Er schafft es aber alleine nach Hause.

Was genau es ist, ist nicht klar. Ich vermute, dass er gerade seine Backenzähne* verliert. Zudem kann er gerade seine Zahnspange nicht tragen. Da ist wohl einiges in Bewegung.

Zum Rugby-Training wollte er trotzdem.

Um 18h25 klingelt mein Handy. Eine Nummer, die ich nicht kenne. Das Kind ist dran (er hat sein Handy nicht mit): Seine Wunde ist erneut aufgegangen. Ich solle ihn abholen. Tja, das ist schwierig: Das Auto ist voll mit Kartons und um diese Zeit dauert der Weg – nur 2,5 Kilometer Luftlinie – mit dem Auto locker 30 Minuten. Ein schlechtes Gewissen habe ich dennoch.

Um 19h15 ist das Kind immer noch nicht zu Hause. Ich bin unruhig und gehe ihm entgegen. Im Park überlege ich noch kurz, ob ich eine Runde drehen soll. Aber denke, dass er mit dem Knie wohl den direkten Weg nehmen wird. Als ich durch den Park durch bin, ist das Kind immer noch nicht zu sehen. Ich schnappe mir einen e-Roller und düse die Strecke weiter. Kurz vorm Trainingsgelände erreicht mich der RB: Das Kind ist zu Hause. „Haben wir uns im Park wohl doch verpasst“, denke ich, drehe um und düse zurück.

Zwischendrin schreibe ich dem RB, dass er dem Kind ausrichten soll, dass ich nicht böse auf ihn bin.

Das ist mir wirklich wichtig. Er hat nichts falsch* gemacht. Zu spät kommen ist ätzend, aber er war a) verletzt und konnte nicht so schnell wie sonst und hatte b) auch kein Handy dabei, um sich zu melden oder dass ich ihn orte. Ergo: Ich muss ihm das Handy irgendwo antackern, damit er es immer bei sich hat.

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* Einer ist schon draußen.

** Er ist etwas länger am Pitch geblieben nach dem Training.

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