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Kategorie: möööp

Finderin

Finderin

Lockdown, Tag 21

Ich komme etwas besser bin den Arbeitsflow. Etwas. Aber es fühlt sich auch komisch an, dass ich nur halbe Tage arbeite – und auch versuche, mich daran zu halten. Zu wirklich viel komme ich in 4,5 Stunden nicht. Immerhin habe ich heute einen Text fertig gemacht.

Als ich den Rechner ausmache, ist mir danach rauszugehen. Ich überlege, ein Stück meines Erbes auszuliefern, aber da kommt der RB nach Hause. Mit Laune. Ich werde mit: „Der Tag kann weg.“ begrüßt. Es stellt sich heraus, dass er auf seinem gerade gelaufenen Weg seine Brille verloren hat.

Ich lasse mir seinen Weg genau beschreiben. Wann ist er auf welcher Seite von welcher Straße gelaufen. Mit Musik auf den Ohren und Maske über Nase und Mund gehe ich los.

Es ist erstaunlich, wie schnell die eine den Fokus verlieren kann, wenn sie sich darauf konzentriert, etwas zu sehen bzw. zu finden. Ich muss ja nicht nur auf dem Boden gucken, sondern auch auf Fenstersimsen, Stromkästen, Zäunen oder wo Menschen gefundene Dinge hinlegen, damit sie wiedergefunden werden. Immer wieder halte ich inne und ermahne mich. Der Weg bis zu dem Punkt, an dem der RB feststellte, dass seine Brille weg ist, ist gut 2 Kilometer lang. Unterwegs komme ich an vielen Geschäften vorbei und ich beschließe, dass ich auf dem Rückweg in diesen Geschäften frage.

Als ich beidrehe, ist es schon ziemlich dunkel. Nach 370 Metern kommt ein kleiner Imbiss. Nein, dort wurde keine Brille abgegeben. 100 Meter weiter ist ein Getränkmarkt. Auch da wurde die Brille nicht abgegeben. Nach weiteren 100 Meter, an einer Kreuzung, halte ich kurz inne und schaue mich intensiv um. Joah, dunkel. Mist. Doch, halt, was ist das?! Auf Augenhöhe gucken mich aus einem Zaun (Foto vergessen, ich werde in die Blogerinnen-Hölle kommen) zwei Gläser an. Zwei Brillengläser einer Brille mit halber Fassung – so einer Brille wie der RB sie hat. Und ja, es ist die Brille vom RB. Ich überlege kurz, ob ich ihm direkt Erfolg vermelde. Aber ich stecke die Brille ein und behalte die freudige Nachricht auf den 900 Metern nach Hause für mich.

Nach einem kurzen foppenden Moment („war nicht so schlau, im Dunkeln suchen zu gehen“) ist die Freude aber sehr groß. Er hat es wirklich nicht erwartet und war schon kurz davor, einen Optikerinnen-Termin zu machen. Ich war mir ja recht sicher, dass ich erfolgreich sein werde – immerhin habe ich ja schon meinen Lieblings-Ohrring mehrfach wiedergefunden. Und der ist deutlich kleiner als eine Brille.

Ausgeflippt

Ausgeflippt

#ClosedAdvent (6)

Der Tag beginnt sehr unadventlich und unnikolausig. Er beginnt damit, dass das Kind um 9h15 zum ersten Mal angetapert kommt und die Fernbedienungen* will. Aaaargh, ich flippe aus und werfe das Kind verbal aus dem Zimmer. Ja, natürlich bin ich auch selbst schuld, dass ich um 9h15 noch nicht ansprechbar bin, aber verdammich ich bin nunmal eine Eule und am Wochenende will ich ausschlafen. Und mal ehrlich: Das Kind hat drölf Millionen Spielsachen in seinem Zimmer, Bücher, Hörspiele. Der könnte sich beschäftigen. Er könnte auch ausschlafen**.

Um 10h30 klingelt mein Wecker, weil ich ihn nicht ausgemacht hatte. Das nutzt das Kind, um erneut nach den Fernbedienungen zu fragen. Ja, ich könnte aufstehen, aber dieses Wecken findet in einer so fiesen Schlafphase statt, dass ich nicht in der Lage bin aufzustehen. Das Kind trollt sich.

Zumindest für 45 Minuten.  Dann braucht er ganz dringend und unbedingt sofort die Fernbedienungen. Da flippe ich aus. Und nein, ich flippe nicht aus, weil er mich weckt. Ich flippe aus, weil dieses Kind wieder mal total im Bildschirm-Rausch ist und es trotz Nikolausgeschenken und diversester Spielsachen nicht schafft, sich ohne ein elektronisches Device zu beschäftigen. Ich flippe durch die Wohnung und kassiere die Adventskalender und Nikolausgeschenke ein. Dann sehe ich, dass das Kind nicht nur seine Nikolausgeschenke reingeholt hat, sondern gleich alle Schuhe geplündert hat. Ich flippe nochmal rum.

Dann frühstücke ich mit dem RB. Das Kind möchte ich (erstmal) nicht dabei haben.

Irgendwann habe ich mich abgeregt.

Der Rest des Tages verläuft unaufgeregt. Das Kind geht irgendwann raus. Der RB geht auch kurz raus. Ich räume auf, kümmere mich um Krempel und dekoriere ein bisschen die Wohnung.

Zwischendrin machen wir eine #BAdventskaffee-Generalprobe:

Keks-Qualitätstest mit Glögg***

Dann telefoniere ich mit meiner Mutter. Wir essen Bestelltes und vom RB Abgeholtes. Das Kind geht relativ früh ins Bett. Ich nutze den ruhigen Abend, um mich um ein paar Kisten des Grauens zu kümmern. Uff, es wird.

Das Kind war übrigens so ganz ohne Device und mit einer Runde draußen durchaus ausgeglichener als an digital intensiven Tagen.

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* Zum Fernsehen braucht eine bei uns mindestens zwei Fernbedienungen, wenn Gestreamtes geguckt werden soll, dann braucht es eine dritte.

** Wobei da (noch) die Gefahr besteht, dass ihm das seinen Schlafrhythmus kaputt macht.

*** für die Erwachsenen, das Kind hat warmen Traubensaft

#ClosedNovember (26)

#ClosedNovember (26)

Natürlich war die Nacht nach gestern Abend ziemlich bescheiden. Tjanun. Ich kann es derzeit nicht ändern und je mehr ich dagegen ankämpfe, desto schlimmer wird es. Zum Glück ist FREItag und ich lege mich, nachdem das Kind zur Schule aufgebrochen ist, mit Ohrenstöpseln wieder hin und schlafe … zu lang. Also zu lang für meinen Tagesplan. Heute fängt der Backwahn an – mit dem vermessenen Ziel, alle 18 Kekssorten an diesem Wochenende fertigzustellen.

Zunächst mache ich mir also aus meiner Keksauswahl eine Liste, in welcher Reihenfolge die Kekse hergestellt werden sollen. Den Anfang machen die Kekse, deren Teige gekühlt werden müssen. Die bereite ich idR einen Tag vorher zu und lasse sie über Nacht durchkühlen. Diese Kekssorten unterteile ich in „omnivor“, nussfrei und vegan.

Zwischendurch backe ich eine Sorte mit Hefe, die am längsten durchziehen muss.

Am Abend habe ich dann also eine Sorte gebacken und neun Teige chillen im Kühlschrank. Zum Kontern koche ich das Abendessen.

Während der #CorotäneKneipe knacke ich Walnüsse…

… und verarbeite sie zu Teig zehn, der in den Kühlschrank muss. Damit sind alle zu kühlenden Teige vorbereitet.

Morgen wird gebacken.

#ClosedNovember (25)

#ClosedNovember (25)

Schlafmangel ist eine Foltermethode. Tja, und eine kann sich anscheinend auch selbst foltern. Natürlich war nach dem Abendschläfchen gestern diese Nacht mal wieder sehr schlecht. Also richtig schlecht. Ich wälzte mich. Lag im Dunkeln mit sperrangelweiten Augen und konnte nicht einschlafen. Nix half. Also holte ich mir gegen 2h30 meinen Arbeitslaptop und kümmerte mich um ein Protokoll. Gegen 4h30 war ich dann müde genug, um endlich zu schlafen. Blöd nur, wenn um 7h20 der Wecker geht, um das Kind in die Schule zu schicken. Zum Glück war der RB auch wach, weil sich der Heinzungsheizel für zwischen 8h00 und 9h00 angekündigt hatte, sodass ich mich hinlegen konnte, und der RB sich ggf. um den Heizungsheinzel kümmern konnte.

Um 9h30 musste ich dann aber aufstehen, weil ich um 10h00 in einer Telko sitzen musste. Da kam gerade der Heizungsheinzel. Und stand erstmal ohne Maske in der Wohnung. Also fragte ich – Maske tragend -, ob er denn keine dabei hätte. Ja, doch und er setzte sie auch prompt auf. Letztlich wissen wir jetzt nicht mehr. Dass die Heizung im Arbeitszimmer nicht läuft, ist unsere Schuld, weil der Schreibtisch vom RB das Thermostat bzw. Ventil verdecke. Aha, warum dann die Heizung im Wohnzimmer, vor der mein Schreibtisch steht, allerding dennoch problemlos funktioniert, wird ein eweiges Rätsel bleiben. Ebenso, warum die Heizumg im Schlafzimmer, vor der NIX steht, auch nicht richtig funktioniert. Da dieses Heizungsthema in dieser Wohnung ein sehr leidiges ist, bin ich sehr versucht, mal einen Sachverständigen zu fragen bzw. den Spuk begutachen zu lassen.

Für den Rest des Tages mache ich wegen wenig Schlaf und entsprechend wenig Kreislauf BedOffice.

Um 17h00 geht nichts mehr. Gar nichts mehr. Und ich schlafe komatös ein.

Gegen 19h30 werde ich wach. Mir ist schlecht und überhaupt ist das das alles kein Zustand. Aber vermutlich kommt bis zu den Winterferien kein Grund mehr rein. Da brauche ich mir keine Illusionen machen.

Ich will eigentlich liegen bleiben, habe aber vergessen, dass der RB Tasting hat und so stehe ich doch auf, um das Kind ins Bett zu schicken. Danach arbeite ich weiter am Protokoll. Welch ein zähes Projekt.

#ClosedNovember (24)

#ClosedNovember (24)

Die Nächte sind durchwachsen. Ich muss früh raus, um das Kind zur Schule zu schicken. Ich will mich nochmal hinlegen, aber dann fällt mir ein, dass ich noch ein Briefing fertig machen muss. Dann noch eine Kleinigkeit. Vor meiner 1. Kunden-Videokonferenz mache ich mich fertig. Schlauerweise habe ich gestern Abend, als das warme Wasser da war, geduscht. Heute morgen war wieder alles kalt…

Nach der Videokonferenz ist vor der Videokonferenz.

Als mittags die Putzhilfe kommt, gehe ich los, um die Zutaten fürs Backen zu besorgen.

Alles bekommen – inklusive Konter-Guinness

Der Nachmittag ist zäh. Ich kümmere mich um Geburtstagspost. Ich bin irgendwann total k.o. und muss mich hinlegen. Ich weiß, dass sich das hinten raus rächen wird, aber ich kann mich nicht mehr auf den Beinen halten.

Während ich das Essen auftaue, werde ich auf eine lustige Spielerei am Handy aufmerksam gemacht und so haben wir auf einmal Viechzeug in der Wohnung.

Allerdings gibt es weder Puffins noch Erdmännchen.

#CorotäneKneipe heute ohne uns.

#ClosedNovember (19)

#ClosedNovember (19)

Der Tag war höchst emotional. Und das brauche ich so auch nicht nochmal. Es fing schon katastrophal mit einem fetten Streit mit dem Kind an und endete am späten Nachmittag mit einem zweistündigen Gespräch mit der Klassenlehrkraft.

Danach fühlte ich mich wie ausgepresst.

Ich hoffe nur, dass all dies dem Kind hilft. Dass unsere Beziehung weiterhin gut bleibt.

Uff.

#ClosedNovember (18)

#ClosedNovember (18)

Viel Spannendes ist heute nicht passiert. Abgesehen von einem Stille-Post-Moment in der Kind-Lehrkraft-Mutter-Kommunikation. Und dass ich abends noch zum Römer bzw Paulsplatz gedüst bin, um wenigstens etwas Gegenpräsenz zu den Schwurblern zu bieten. Aber die Polizei hatte aus Sanstag gelernt und die Schwurblerinnen nahezu hermetisch gesichert. Jeder Gegenprotest wurde zerstreut und im Keim erstickt.

Von (!!!) den Schwurblerinnen kommemd kam mir eine ehemalige Kindergarten-Mitmutter entgegen. Sie hat mich wohl nicht erkannt. Oder wollte es wie ich nicht. Bereits im Frühjahr habe ich sie wegen Schwurbelscheiße auf WA geblockt und bei fb entfreundet.

Die „Begegnung“ war also nicht überraschend, aber dennoch bleibt die Frage, warum verfällt eine studierte, nicht auf den Kopf gefallene Frau so einem Mist?!

#ClosedNovember (17)

#ClosedNovember (17)

Ich möchte was anzünden.

Ich bin zu spät eingeschlafen, weil #CorotäneKneipe war, der Mann und ich noch geredet haben und ich dann den Podcast mit Professorin Ciesek gehörte habe (und bei eingeschlafen bin). Dementsprechend hatte ich zu wenig Schlaf, als ich um 7h30 aufstehen musste, damit das Kind in die Schule kommt. Wieder hinlegen konnte ich mich nicht, weil ich um 9h20 einen Termin bei der HNO* hatte. Also trank ich Tee, las im Internet und war ob der sich anbahnenden Schwurbler-Demo in Berlin schon vor 9h00 in Zündellaune.

Termin bei der HNO: ohne Befund. Also, die Nebenhöhlen sind es nicht. Vielleicht über was Neurologisches nachdenken.

Wieder zu Hause konnte ich auch nicht schlafen, weil die Wohnung putzbar gemacht werden musste. Und dann war es auch so spät, dass die Putzhilfe vor der Tür stand.

Die Entwicklungen in Berlin machten mich weiter fassungslos.

Diese Bilder aus Berlin.
Das allgemeine Weltgeschehen.
Und die Frage: „Warum machste diesen ganze Scheiß überhaupt noch? In welche Welt entlasse ich mein Kind?“

Ein guter Tag, um Deine Lakaien zu hören.**
Hier sitzen und vor Wut und Hilflosigkeit heulen.

Ich ertrag das nicht.
Mein Gerechtigkeitssinn läuft Amok.

Das Kind kam nach Hause und erzählte mir mal wieder, dass er in der Schule „Nazi“ und „Hitler“ genannt wird. Noch was, was ich anzünden will. Ich musste los zu meinem Optikertermin. Auf dem Weg dahin musste ich meinem Ärger über die Situation in der Schule Luft machen und schrieb eine „brennende“ e-Mail an die Klassenlehrkräfte. Mir platzt hier echt die Hutschnur und ich drohe mit rechtlichen Schritten***.

Termin beim Optiker: 1,5 Dioptrien für den Lesebereich. Als mir die Optikerin allerdings den Preis für die Gleitsichtgläser nannte, war ich raus. 450 bzw 600 Euro sind gerade einfach nicht drin. Dabei dachte ich, dass meine Brillenversicherung die neuen Gläser, deren Stärken sich ja definitiv ändern, deckt. Zumindest in großen Teilen. Dem ist – laut Optikerin – nicht so. Ich bin mir da noch nicht so sicher und werde das mit der Versicherung direkt klären. Etwas genervt und mit noch mehr Zündellaune verließ ich den Laden. (Wenigstens sind meine beiden Brillen gerichtet.)

Wieder zu Hause hatte ich endlich die Gelegenheit, mich hinzulegen. Das war bitter nötig. Änderte aber auch nicht so viel an meiner Laune.

Um das Abendessen zubrereiten zu können, musste ich einkaufen gehen. Das ging erfreulich reibungslos und es tar mir auch gut, dass ich das Handy zu Hause ließ.

Bei Essenkochen musste ich mich noch kurz über die Lesekompetenz anderer Menschen aufregen. Aber nur kurz. Erfreulich war, dass das Kind mir beim Kochen hilft.

Der Rest des Abends verlieg ruhig: lecker Essen, Kind in Bett bringen, kleine #CorotäneKneipe.

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* DER HNO ist im Ruhestand und so begrüßte mich heute eine HNO – mit Mundschutz.

** Ich erstellte mir eine Playlist mit dem aufbauenden Titel „Dystopie“ mit Deine Lakaien, New Model Army und alten Sachen von Depeche Mode.

*** Muss mir noch überlegen, was das sein kannsollte. Im Zweifelsfall werden die jeweiligen Schülerinnen wegen Beleidigung angezeigt.

#ClosedNovember (15)

#ClosedNovember (15)

Ich habe grottenschlecht geschlafen. Ich fühle mich schlecht – konstitutionell, aber auch wegen der Arbeit. Ich komme nicht zur Ruhe. Es ist nach 4h00, als ich endlich einschlafe. Um 7h30 geht der Wecker, damit das Kind zur Schule kommt. Als er weg ist, rufe ich bei der Ärztin an. Ich soll bis 11h00 hinkommen. Ich lege mich trotzdem nochmal ins Bett, aber ich schlafe nicht nochmal ein. Um 10h00 gehe ich los.

Krankschreibung für die ganze Woche. Das erleichtert mich doch sehr. Ein Rest Anspannung bleibt über den ganzen Tag*…

… bis abends meine Vorgesetzte schreibt, dass das kritische Projekt** steht und alles gut ist und dass ich mich erholen soll.

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* Den ich damit verbringe, The Crown wegzubingen.

** Ein großer Grund für meinen Stress. Nicht das Projekt selbst, aber ein Teilnehmer macht(e) mir Bauchschmerzen und hätte viel Diplomatie von mir gefordert. Etwas, das mir so schon nicht immer leicht fällt, aber gestresst halt noch viel weniger.