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Kategorie: Tischkantenbiss

Abschottung, Tag 29

Abschottung, Tag 29

Ob ich wieder spannendere Überschriften suche? Ich denke, dass sich der ganze „Zauber“ noch eine Weile ziehen wird und „Abschottung, Tag 253“ liest sich ja durchaus deprimierend.

Die Wanderung gestern hat mich gut schlafen lassen. Und dass heute Samstag ist, führte dazu, dass ich – Eltern mit Frühaufsteherkinder lesen bitte schnell weiter – ausschlafen konnte. Ich bekam wieder Tee ans Bett gebracht. Das Kind wurde zum Brötchenholen geschickt und als er wieder da war, zog ich mit dem Tee zum Frühstück auf den Balkon. Lagebesprechung, was wir noch für die nächsten Tage brauchen.

Weil unser Markt nun verlegt ist, fuhr ich ein Stück mit dem RB, der zum Laden musste. Ich bekam alles, was ich wollte auf dem Markt. Das was gut. Weniger gut waren die anderen Menschen.

Vom Markt ging ich wieder in den Dorfkern: zur Apotheke, um Kaffee und ein paar Dinge im dm zu kaufen. Wieder alles bekommen. Auch Klopapier gab es en masse, aber das brauchte ich gar nicht.

Dann erstmal nach Hause, um mit dem Kind Erdbeertörtchen zu essen. Und um mich anzuregen. Menschen sind echt doof. Sehr doof. Und sehr unsolidarisch. *wütendes Kotzsmiley*

Aber die Einkäufe waren noch nicht fertig. Also nochmal los zum Supermarkt. Auch alles bekommen. Klopapier brauchte ich immer noch nicht, hätte es aber auch nicht gegeben. Dafür gab es auch hier doofe Menschen.

Wieder zu Hause wäre ich bereit für Schnaps gewesen. Aber ich habe dann doch eine Folge Mrs. Maisel vorgezogen.

Dann begann der Küchenpart des Tages: Ich bereitete Tabouleh vor und setze die Pelzlkartoffeln für den morgigen Kartoffelsalat auf. Dann setzte ich Hefezopfteig an und während der ging, bereitete ich Rüblikuchenteig vor.

Interessante Eier hat der Mann … ähm … eingekauft.

Das ließ ich alles halbfertig stehen, weil wir essen wollten.

Danach ging es weiter: Erst Rübli-Muffins und Mini-Kuchen in den Ofen. Dann Zöpfe flechten. Diesmal 6 kleinere, weil ich welche verschenken will. Als alles im Ofen ist, gucken wir mit dem Kind „Das Leben des Brian“. Er hat viel Spaß. Ich präpariere dabei die Mini-Ostergeschenke für die Nachbarn und dekoriere die Muffins und den Kuchen.

Als das Kind im Bett ist, verteile ich die Geschenke im Haus und begehe anschließend einen Mord, um Schokopudding zu kochen.

Ruhe in Frieden… äh… Milch, Nikolaus.

Und weil der Tag noch nicht zu Ende ist, erstelle ich für meine Elter noch einen virtuellen Waldspaziergang aus den Bildern von gestern.

Und zu guter Letzt hoppel ich noch über den Balkon, damit das Kind ein bisschen Schokolade suchen kann.

Langer Tag. Guter Tag – zumindest so lange ich keine anderen Menschen ertragen muss.

Abschottung, Tag 7

Abschottung, Tag 7

Ich muss andere Routinen finden. Ich hänge zu sehr an Rechnern. Wahlweise am Arbeits- oder Privatrechner. Möglicherweise war „alles“ besser, als ich nur einen Rechner nutzte. Möglicherweise muss ich mich auch „nur“ mehr disziplinieren.

Vielleicht Vermutlich muss ich auch einfach akzeptieren, dass HomeOffice mit Kind halt doch anderes ist als normales HomeOffice.

Ich war heute nicht draußen. Das war auch nicht gut. Wenigstens war das Kind draußen. Eine Runde mit dem Roller durchs Viertel. Ich weiß, dass ich mich darauf verlassen kann, dass er bei keinem klingelt oder gar irgendwen ableckt.

Zwei Wochenaufgaben konnten wir bereits den Lehrkräften schicken. Bei einem Fach wird alles gebündelt am Ende der Zeit eingesammelt, wenn sie wieder in der Schule sind. Ein Fach steht noch aus.

Ich merke, dass es mir leichter fällt, mit meinen SocialMedia-affinen Freundinnen Kontakt zu halten.

Wirklich widerlich finde ich die Menschen, die die aktuelle Situation ausnutzen. Sich als GesundheitsamtFeuerwehrSonstigeInstanz ausgeben, um verunsicherte Menschen auszunutzen. Wo kommt so viel Böses im Menschen her?

Böse, naja, vielleicht auch einfach nur grundunzufrieden mit dem eigenen Leben, sind auch die Menschen, die andere Mitmenschen fragen, ob sie den Arsch offen hätten, nur weil sie ihr kleines Geschäft – unter deutlich verschärften Hygieneauflagen – weiterhin offen haben. Ich habe viel Verständnis für Angst und Unsicherheit in der aktuellen Situation, aber das ist kein Grund Leute, die eine auch noch persönlich kennt, so anzugehen.

Am Abend ist wieder Twitter-Kneipe und passend dazu wird der RB aus der potentiellen RL-Stamm-Kneipe Essen besorgen (Ausgabe übers Fenster und nur nach Vorbestellung).

In diesem Sinne:

Bleibt zu Hause,
wascht Euch regelmäßig die Hände (singt dazu, was ihr wollt, Hauptsache 30 Sekunden),
leckt die Nachbarin nicht ab (außer sie ist ein Primärkontakt).

Es reicht

Es reicht

… mir reicht es zumindest zunehmend. Regelmäßig ärgere ich mich über die Politik, über die zunehmende rechte Haltung, die durch die Gesellschaft wabert und sich langsam aber stetig manifestiert.

Es lässt sich nur mutmaßen und spekulieren, was hinter dem Schmierentheater vom Seehofer tatsächlich steckt. Der RB hat eine Theorie. Ich eine andere. Aber egal welche, so ein Verhalten ist nicht tragbar. Nicht ertragbar und schon gar nicht durch welche Theorie auch immer zu rechtfertigen.

Doch das Schlimmste für mich ist die Haltung: Im Großen und Ganzen geht es uns extrem gut in unserem Wolkenkuckucksheim Deutschland. Vieles Gejammere findet auf extrem hohen Niveau statt. Ja, eine darf das nicht mit der gesamten Weltlage relativeren und ich will auch die Probleme der einzelnen nicht schmälern, aber letztlich geht es uns sehr gut.

Und aus dieser Position heraus krähen ein paar, denen es entweder gar nicht schlecht geht (weil Politiker) oder gar nicht wissen, wovon sie reden (Menschen in Gegenden mit einer extrem niedrigen Migrantenquote), dass „unser Boot“ voll sei.

Es ist einfach nur widerlich, dass diese Leute krähen und Theater machen (dürfen), während und auch damit Menschen bei der Flucht umkommen. Es werden Menschen aktiv daran gehindert, diese Menschen zu retten. Dieser Tweet trifft mein Wut ziemlich gut:

Mich macht diese Bigotterie, dieses Messen mit zweierlei Maß fassungslos und wütend. Und sie ist real. Das ist keine Überspitzung. So sieht es derzeit aus und so kann es nicht weitergehen.

Am liebsten würde ich Wände einrennen, Menschen schütteln und eine Revolution anzetteln.

Geht aber nicht, aber dafür gehe ich erstmal auf eine Demo

Eigentlich wollte mich der RB ja zu meinem ersten Fußballspiel überhaupt schleppen, aber wir sind uns einig, dass die Demo wichtiger ist.

Neben der Demo in Berlin finden am Samstag, 7. Juli, auch in anderen Städten Demos statt:

  • Bremen
  • Zwickau
  • Frankfurt
  • Hannover
  • Heidelberg
  • Leipzig
  • Gießen

Demos sind schon mal ein guter Anfang. Aber eine Revolution wäre auch nicht so verkehrt.

Fahrlässig

Fahrlässig

Das Netz ist voller Texte zum Thema Nicht-Impfen. Schwurbelige unwissenschaftliche Texte mit Aluhut-Siegel. Texte ohne Referenzen – und wenn dann falschen oder gefälschten oder falsch interpretierten.

Zum Glück ist das Netz auch voller kluger Texte zum Thema Impfen. Kluge, wissenschaftlich fundierte und referenzierte Texte.

Und vielleicht schaffe ich es auch noch mal irgendwann, einen solchen Text zu verfassen. Weil es mir wichtig ist. Heute bleibe ich emotional, ja sogar polemisch:

Alle, die nicht ausreichend geimpft sind, obwohl sie es könnten und ihr(e) Kind(er) nicht durchimpfen lassen, sind doof.

Ja, sogar noch mehr als das: Sie handeln fahrlässig. Fahrlässig sich gegenüber, fahrlässig der geliebten* Brut gegenüber, fahrlässig gegenüber der Gesellschaft.

Ersters wäre ja noch zu verknusen. Im besten Fall würde Darwin das erledigen. (Tut er natürlich nicht, weil das ja noch die Herde ist.)
Bei zweiterem würde ich auch gerne sagen: Dann soll es halt Darwin richten. So wichtig und geliebt scheint die Brut ja doch nicht zu sein. ABER was können die Kinder für ihre bekloppten Eltern?!
Wenn ich an Drittens denke, könnte ich die Wände hoch gehen: Jaja, profitiert ihr ruhig vom (noch bestehenden) Herdenschutz, aber leistet bloß nicht Euren Beitrag dazu.

Wenn ich lese, dass gerade in Köln fast 100 Masernfälle bestätigt wurde, wenn ich zufällig erfahre, dass meine Nichte wegen Windpocken – ja, diese ach so harmlose Kinderkrankheit – im Krankenhaus war, dann frage ich mich echt, was mit der Menschheit nicht stimmt. Ist Euch Euer Leben und das Eurer Kinder so wenig wert, dass ihr unnötige Krankenhausaufenhalte und Tod einfach in Kauf nehmt?

Das muss eine erstmal in den Kopf bekommen: Ein Kind ist wegen einer Kinderkrankheit im Krankenhaus. Was muss denn noch passieren, um zu raffen, dass Kinderkrankheiten nicht niedlich sind.

Kinderkrankheiten heißen Kinderkrankheiten, weil Kinder daran sterben können.

Was ist so toll daran, Kinder leiden zu sehen? Kinder im Fieberdelir, mit Juckreiz aus der Hölle, mit Schmerzen, die eine eigentlich keiner wünscht.

Sorry, but not sorry: Ich habe ab.so.lut kein Verständnis für so ein Handeln.

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———————————
* Viele Impfgegnerinnen/ -verweigererinnen behaupten zumindest, dass sie das tun.

Fahrlässig

Fahrlässig

Das Netz ist voller Texte zum Thema Nicht-Impfen. Schwurbelige unwissenschaftliche Texte mit Aluhut-Siegel. Texte ohne Referenzen – und wenn dann falschen oder gefälschten oder falsch interpretierten.

Zum Glück ist das Netz auch voller kluger Texte zum Thema Impfen. Kluge, wissenschaftlich fundierte und referenzierte Texte.

Und vielleicht schaffe ich es auch noch mal irgendwann, einen solchen Text zu verfassen. Weil es mir wichtig ist. Heute bleibe ich emotional, ja sogar polemisch:

Alle, die nicht ausreichend geimpft sind, obwohl sie es könnten und ihr(e) Kind(er) nicht durchimpfen lassen, sind doof.

Ja, sogar noch mehr als das: Sie handeln fahrlässig. Fahrlässig sich gegenüber, fahrlässig der geliebten* Brut gegenüber, fahrlässig gegenüber der Gesellschaft.

Ersters wäre ja noch zu verknusen. Im besten Fall würde Darwin das erledigen. (Tut er natürlich nicht, weil das ja noch die Herde ist.)
Bei zweiterem würde ich auch gerne sagen: Dann soll es halt Darwin richten. So wichtig und geliebt scheint die Brut ja doch nicht zu sein. ABER was können die Kinder für ihre bekloppten Eltern?!
Wenn ich an Drittens denke, könnte ich die Wände hoch gehen: Jaja, profitiert ihr ruhig vom (noch bestehenden) Herdenschutz, aber leistet bloß nicht Euren Beitrag dazu.

Wenn ich lese, dass gerade in Köln fast 100 Masernfälle bestätigt wurde, wenn ich zufällig erfahre, dass meine Nichte wegen Windpocken – ja, diese ach so harmlose Kinderkrankheit – im Krankenhaus war, dann frage ich mich echt, was mit der Menschheit nicht stimmt. Ist Euch Euer Leben und das Eurer Kinder so wenig wert, dass ihr unnötige Krankenhausaufenhalte und Tod einfach in Kauf nehmt?

Das muss eine erstmal in den Kopf bekommen: Ein Kind ist wegen einer Kinderkrankheit im Krankenhaus. Was muss denn noch passieren, um zu raffen, dass Kinderkrankheiten nicht niedlich sind.

Kinderkrankheiten heißen Kinderkrankheiten, weil Kinder daran sterben können.

Was ist so toll daran, Kinder leiden zu sehen? Kinder im Fieberdelir, mit Juckreiz aus der Hölle, mit Schmerzen, die eine eigentlich keiner wünscht.

Sorry, but not sorry: Ich habe ab.so.lut kein Verständnis für so ein Handeln.

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* Viele Impfgegnerinnen/ -verweigererinnen behaupten zumindest, dass sie das tun.

Wo ist der Tag?

Wo ist der Tag?

Wecker – Frühstück – Zahnarzt – Mittagessen – Kind zum Kumpel – ich nach Friedberg – Adventsanglühen – ich zurück – midi-monsieur abholen – wegnicken – einkaufen – Mousse au Chocolat machen.

Pinker Nachtrag

Pinker Nachtrag

Ich denke nach. Ja, das passiert auch mal. Ich denke darüber nach, ob das Tragen des Pussyhats albern ist. Oder so eine Art Ablass ist: „Seht her, ich trage einen Pussyhat. Ich bin dagegen, was Trump so macht. Und gegen ihn sowieso.“ Und habe damit meine gesellschaftliche Schuldigkeit getan.

Nein, ich denke nicht so. Aber ich überlege, ob andere so denken könnten. Und klar, es ist mir egal, was andere denken – also zumindest in Bezug auf das Tragen einer Mütze (sonst hätte ich ja auch keine blauen Haare) -, aber erziele mich mit dem Tragen des Pussyhats die Wirkung, die ich erzielen will?

Passend dazu ploppte ein Tweet in meiner Timeline auf:

„Protesthut“ – ich musste erst schmunzeln, aber doch das ist die Mütze: Öffentlicher Protest. Und mein Bekenntnis zum Protest. Ich murmel nicht nur verdrossen auf Twitter oder sonstigen SocialMedien in meiner Filterblase vor mich hin, sondern ich zeige öffentlich, dass mir was nicht passt.

Bislang ist mir noch keine mit einem Pussyhat begegnet, aber ich freue mich sehr, dass andere – u.a. meine Mutter – mich um einen Pussyhat gebeten haben. Und ich freue mich, wenn ich viele, ganz viele damit sehen kann. Denn je mehr es werden, desto größer wird der Protest. Und je mehr es werden, desto eher trauen sich vielleicht auch die, denen es schwer fällt in der ersten Reihe ihre Meinung zu sagen. Und je mehr es werden und desto sichtbarer sie werden, desto eher wird hoffentlich klar, dass sich Protest lohnt. Dass es sich lohnt eine Meinung zu haben und diese auch zu zeigen.

Der Pussyhat hilft, sich nicht allein mit seiner Meinung zu fühlen, sondern zu sehen, dass man ein kleiner Teil einer großen Masse ist, die erhört werden kann und sollte.

A wie …

A wie …

… Auswandern.

Heute wurde mir zum x-Ten Mal die Ankündigung des eigenen Auswanders  im Fall eines ähnlichen Wahlergebnisses wie in den USA in meine SocialMedia-Timeline gespült:

Wie wird es in Deutschland in ein paar Jahren aussehen? Wir machen ja traditionell gerne nach, was Amerika vormacht. Auswandern wird zur realistischen Option. Nur wohin???

Was ist das für ein blödsinniges Geblubber? Ich musste antworten:

Wir könnten auch einfach verhindern, dass Deutschland es „nachmacht“ (wobei ich auch nicht weiß, was Du genau meinst). Kopf in den Sand bringt nicht viel. Das hat vor 80 Jahren auch nichts genützt. Und Auswandern ist feige.

Und dann machte ich auch auf Twitter meinem Ärger Luft.

Dann habe ich aber gearbeiten, wobei ich die ganze Zeit auf diesem Tweet rumdachte und mir klar war, dass ich darüber mehr schreiben wollte. Auch wenn ich jedem erstmal gerne: „Am Arsch mit deiner blöden Auswanderei!“ zurufen würde.

Mein erster Gedanke, wenn ich sowas lese, ist dann ja neben der Wut, die hochkriecht, dass ich mich frage: „Ja, und wohin soll es gehen?!“ Als ob es irgendeinen Ort gibt, an dem wir vor sowas sicher wären. Man möchte auch trotzig auffordern: „Dann geh doch dahin, wo es keine Demokratie gibt.“ Und mal ganz ehrlich, welches Land hat denn gerade auf „uns Deutsche“ gewartet und nimmt uns mit Kusshand auf?!

Dann schrieb die tolle Petrolgrau so ziemlich genau meine Gedanken auf: Ja, mich nervt diese Resignation. Dieses Aufgeben ohne gekämpft zu haben. Anstelle JETZT selbst gestaltend einzugreifen, sich schon mal einen – wie ich finde – feigen Ausweg zu suchen. Was ist das für eine Art, sich nur die Kirschen der Demokratie abzupflücken: Wenn sie mir schmeckt, bleibe ich, und wenn mir das Ergebnis einer demokratischen Wahl nicht passt, dann haue ich halt ab? Demokratie ist auch das Aushalten anderer Meinungen, aber auch das Recht die eigene kundzutun. Wenn man das aber nicht macht, weil man keinen Bock auf unbequeme Wege hat, oder noch lieber nur den Weg des geringsten Widerstands geht, ja, dann frage ich mich: Warum nicht jetzt schon auswandern?! Vielleicht in eine Diktatur, da muss darf man ja nicht selbst denken. (Mal angesehen davon, dass ich mir sicher bin, dass noch nicht mal 10 Prozent derjenigen, die auswandern „wollen“, dies auch wirklich täten.)

Ich kann doch nicht allen Ernstes vor und nach Wahlen über das Ergebnis jammern, wenn das aktivste, was ich dazu beigetragen habe, mein Kreuz ist.

… Angst.

Viele äußern auch Angst nach dem Trump-Sieg: Angst um diverse Randgruppen. Ängste, die sie auf Deutschland übertragen. Ängste, die sicher nicht völlig unbegründet sind, ABER die bei uns NOCH nicht durch die Regierung gefüttert und unterstützt werden. Ja, es kann kommen (wenn AfD und Co zu stark bzw. noch stärker werden). Und davor habe ich auch ein bisschen Angst. Aber wir haben noch gut 10 Monate Zeit, dies zu verhindern. Und das macht mir ehrlich gesagt Mut.

Mein erstes Vorhaben ist, dass ich dieses blöde Gequatsche (s.o.) nicht mehr hinnehme und stehen lasse, sondern dass ich was dazu sage.

Auf die Straße

Auf die Straße

Als mir via Retweet diese Information in die Timeline flatterte, zog sich mir alles zusammen. Ich musste das kommentiert weiterverbreiten.

Ja, das ist meine große Frage derzeit, auf der ich schon eine Weile rumdenke. Auf facebook formulierte ich es schon vor vier Wochen:

Bei all dem, was gerade passiert da in Sachsen und anderswo, ist es doch endlich an der Zeit, ein Zeichen zu setzen. Aufregen, posten und sich dann wieder in den Sessel fallen lassen, kann es doch nicht sein.

Mein Traum/ Wunsch, meine Idee:
Bundesweit zeitgleiche Demos in so vielen Städten wie möglich mit wirklich vielen Menschen, die dem braunen Mob zeigen, was Deutschland wirklich ist: BUNT. Viele Menschen, die nicht wollen, dass sich Geschichte wiederholt.
„Das Volk“ ist bunt und wird und muss es bleiben!

Wer macht mit?

Die Resonanz darauf war erschreckend gering (gering! nicht keine!). Und ich frage: WARUM?

Ja, ich ärgere mich über diese Ignoranz der breiten Mitte, in der ich irgendwie auch verortet bin. Nein, ich halte mich nicht für politisch. Ich kümmere mich vor den Wahlen nicht um die Parteiprogramme – zumindest nicht wirklich detailliert. Aber ich gehe wählen. Weil ich es für meine verdammte Bürgerpflicht halte. Das ist mein klitzekleiner Teil, den ich zu dieser Demokratie beitragen kann … nein … muss.

Apropos Demokratie – und jetzt komme ich wieder auf den Ursprungs-Tweet: Ob es uns nun passt oder nicht, in unserem demokratischen Rechtsstaat haben alle die gleichen Rechte. Meinungsfreiheit und Demonstrationsrecht gelten für alle. Auch für die Rechten, Pegida und sonstige Gruppierungen, die eigentlich nicht sonderlich demokratisch und rechtsstaatlich eingestellt sind.

„Wir alle“ regen uns darüber auf, dass die, die auf die Straße gehen, Montagsdemos in Dresden abhalten, NICHT die Mehrheit in unserem Land repräsentieren. Aber wo, bitte, wo ist das sichtbar? WO IST DIE MEHRHEIT?

Es nützt nicht viel, wenn wir uns darüber in unserem kleinen hübschen Filterbläschen echauffieren. Ein paar dramatische Tweets und Bilder verbreiten und dann wieder zur Tagesordnung übergehen. Wir dürfen auch demonstrieren und wir sollten diese Rechte auch nutzen! Oder anderweitig aktiv werden.

Ich habe Angst. Angst, dass sich Geschichte wiederholt. Dass wir den Moment verpassen, uns einer politischen Entwicklung entgegenzustellen, die wir angeblich eigentlich nicht wollen. Historiker mögen sagen, dass in unseren Gefilden erstaunlich lange Ruhe herrschte. Aber ist das ein Grund sich widerstandslos zu ergeben?!

Das kann es doch nicht sein!

Vermutlich müsste ich einfach anfangen, was zu tun, um meine Idee umzusetzen. Aber ich habe tatsächlich das Problem, dass ich es ganz allein nicht schaffe. Meine Zeit und meine Kraft sind einfach begrenzt – so als alleinerziehende (mit Partner ist es sicher auch viel einfacher) Selbstständige (ja, Angestellte habe auch nicht mehr Zeit). Ein Team, ein harter Kern, wäre toll. *träum*

Ich bin unzufrieden damit. Ich will was tun. Ich will, dass sich was tut.
Weil ich das Gefühl habe, dass sich was tun muss.
Dass wir aufhören müssen, Maulhelden zu sein.
Dass wir Gesicht zeigen müssen.

Wissen ist Macht

Wissen ist Macht

Der Brockhaus existiert nicht mehr. Schon seit 2014 ist die gedruckte Version nicht mehr erhältlich. Die digitale Version ist Schulen, Hochschulen, Behörden und so vorbehalten. Marion Mustermann und Otto Normalverbraucher gucken in die Röhre auf wikipedia. Nichts gegen wikipedia, aber man sollte dem ganzen doch etwas kritisch gegenüberstehen. Immerhin kann da letztlich jeder seinen Senf zugeben.

Ja, das macht den Reiz aus. Ja, das unterstützt eine gewisse Aktualität. ABER es verführt auch dazu, Fehlinformationen zu streuen. wikipedia zu missbrauchen. PR-Agenturen haben es eine zeitlang intensiv für eigene Zwecke genutzt. Bis es zu viel wurde. Aber trotzdem stehen seitdem (und auch immer wieder neu) Inhalte drin, die mehr als bedenklich sind. Die sehr gezielt sind. Die keinen Informationsauftrag erfüllen, sondern klar der Meinungsmache dienen.

Und das gilt letztlich für das ganze Internet. Wir meinen heutzutage alles zu wissen. Oder wissen zu können, weil wir es ja vermeintlich googeln können. Wer hinterfragt schon groß Google-Ergebnisse? Dann öffnet man zweidreivier Seiten zum gleichen Thema. Im besten Fall bildet man sich aus allen eine Meinung oder nimmt halt die, die einem am besten passt. Letzlich sind nur die wenigstens wirklich in der Lage und machen sich die Mühe, diese Hülle und Fülle an Informationen zu überblicken. Dinge, die im Internet stehen, werden erstaunlich schnell zur Wahrheit.

Nicht einfacher wird es, wenn man Informationen aus fremden Ländern sucht. Die Webseiten sind meist in einer fremden Sprache, Google-Translator ist da nur eine sehr schlechte Hilfe und wer weiß schon, wie es um den Informationsgehalt der fremden Webseite besteht. Wie sieht es in dem Land mit Meinungsfreiheit aus? Gibt es da Zensur? Vielleicht vesteckte? Versucht man vielleicht gewissen Bereichen, die grenzübergreifendes Belang haben, eine bestimmte Färbung/ Tonalität/ Meinung zu geben?!

Es ist schwierig. Sehr schwierig. Und ich glaube ehrlich, dass diese ungefilterte und unendliche Informationsflut noch wirklich Schlimmes anrichten wird.

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Disclaimer: Dieser Text entstand aufgrund einer sehr langen, eigentlich unnötigen Diskussion zu einem Thema, zu dem man nicht das Internet befragen sollte, sondern wirklichwirklich wen, der sich damit auskennt.