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Kategorie: Tischkantenbiss

Abschottung, Tag 29

Abschottung, Tag 29

Ob ich wieder spannendere Überschriften suche? Ich denke, dass sich der ganze „Zauber“ noch eine Weile ziehen wird und „Abschottung, Tag 253“ liest sich ja durchaus deprimierend.

Die Wanderung gestern hat mich gut schlafen lassen. Und dass heute Samstag ist, führte dazu, dass ich – Eltern mit Frühaufsteherkinder lesen bitte schnell weiter – ausschlafen konnte. Ich bekam wieder Tee ans Bett gebracht. Das Kind wurde zum Brötchenholen geschickt und als er wieder da war, zog ich mit dem Tee zum Frühstück auf den Balkon. Lagebesprechung, was wir noch für die nächsten Tage brauchen.

Weil unser Markt nun verlegt ist, fuhr ich ein Stück mit dem RB, der zum Laden musste. Ich bekam alles, was ich wollte auf dem Markt. Das was gut. Weniger gut waren die anderen Menschen.

Vom Markt ging ich wieder in den Dorfkern: zur Apotheke, um Kaffee und ein paar Dinge im dm zu kaufen. Wieder alles bekommen. Auch Klopapier gab es en masse, aber das brauchte ich gar nicht.

Dann erstmal nach Hause, um mit dem Kind Erdbeertörtchen zu essen. Und um mich anzuregen. Menschen sind echt doof. Sehr doof. Und sehr unsolidarisch. *wütendes Kotzsmiley*

Aber die Einkäufe waren noch nicht fertig. Also nochmal los zum Supermarkt. Auch alles bekommen. Klopapier brauchte ich immer noch nicht, hätte es aber auch nicht gegeben. Dafür gab es auch hier doofe Menschen.

Wieder zu Hause wäre ich bereit für Schnaps gewesen. Aber ich habe dann doch eine Folge Mrs. Maisel vorgezogen.

Dann begann der Küchenpart des Tages: Ich bereitete Tabouleh vor und setze die Pelzlkartoffeln für den morgigen Kartoffelsalat auf. Dann setzte ich Hefezopfteig an und während der ging, bereitete ich Rüblikuchenteig vor.

Interessante Eier hat der Mann … ähm … eingekauft.

Das ließ ich alles halbfertig stehen, weil wir essen wollten.

Danach ging es weiter: Erst Rübli-Muffins und Mini-Kuchen in den Ofen. Dann Zöpfe flechten. Diesmal 6 kleinere, weil ich welche verschenken will. Als alles im Ofen ist, gucken wir mit dem Kind „Das Leben des Brian“. Er hat viel Spaß. Ich präpariere dabei die Mini-Ostergeschenke für die Nachbarn und dekoriere die Muffins und den Kuchen.

Als das Kind im Bett ist, verteile ich die Geschenke im Haus und begehe anschließend einen Mord, um Schokopudding zu kochen.

Ruhe in Frieden… äh… Milch, Nikolaus.

Und weil der Tag noch nicht zu Ende ist, erstelle ich für meine Elter noch einen virtuellen Waldspaziergang aus den Bildern von gestern.

Und zu guter Letzt hoppel ich noch über den Balkon, damit das Kind ein bisschen Schokolade suchen kann.

Langer Tag. Guter Tag – zumindest so lange ich keine anderen Menschen ertragen muss.

Abschottung, Tag 7

Abschottung, Tag 7

Ich muss andere Routinen finden. Ich hänge zu sehr an Rechnern. Wahlweise am Arbeits- oder Privatrechner. Möglicherweise war „alles“ besser, als ich nur einen Rechner nutzte. Möglicherweise muss ich mich auch „nur“ mehr disziplinieren.

Vielleicht Vermutlich muss ich auch einfach akzeptieren, dass HomeOffice mit Kind halt doch anderes ist als normales HomeOffice.

Ich war heute nicht draußen. Das war auch nicht gut. Wenigstens war das Kind draußen. Eine Runde mit dem Roller durchs Viertel. Ich weiß, dass ich mich darauf verlassen kann, dass er bei keinem klingelt oder gar irgendwen ableckt.

Zwei Wochenaufgaben konnten wir bereits den Lehrkräften schicken. Bei einem Fach wird alles gebündelt am Ende der Zeit eingesammelt, wenn sie wieder in der Schule sind. Ein Fach steht noch aus.

Ich merke, dass es mir leichter fällt, mit meinen SocialMedia-affinen Freundinnen Kontakt zu halten.

Wirklich widerlich finde ich die Menschen, die die aktuelle Situation ausnutzen. Sich als GesundheitsamtFeuerwehrSonstigeInstanz ausgeben, um verunsicherte Menschen auszunutzen. Wo kommt so viel Böses im Menschen her?

Böse, naja, vielleicht auch einfach nur grundunzufrieden mit dem eigenen Leben, sind auch die Menschen, die andere Mitmenschen fragen, ob sie den Arsch offen hätten, nur weil sie ihr kleines Geschäft – unter deutlich verschärften Hygieneauflagen – weiterhin offen haben. Ich habe viel Verständnis für Angst und Unsicherheit in der aktuellen Situation, aber das ist kein Grund Leute, die eine auch noch persönlich kennt, so anzugehen.

Am Abend ist wieder Twitter-Kneipe und passend dazu wird der RB aus der potentiellen RL-Stamm-Kneipe Essen besorgen (Ausgabe übers Fenster und nur nach Vorbestellung).

In diesem Sinne:

Bleibt zu Hause,
wascht Euch regelmäßig die Hände (singt dazu, was ihr wollt, Hauptsache 30 Sekunden),
leckt die Nachbarin nicht ab (außer sie ist ein Primärkontakt).

Fahrlässig

Fahrlässig

Das Netz ist voller Texte zum Thema Nicht-Impfen. Schwurbelige unwissenschaftliche Texte mit Aluhut-Siegel. Texte ohne Referenzen – und wenn dann falschen oder gefälschten oder falsch interpretierten.

Zum Glück ist das Netz auch voller kluger Texte zum Thema Impfen. Kluge, wissenschaftlich fundierte und referenzierte Texte.

Und vielleicht schaffe ich es auch noch mal irgendwann, einen solchen Text zu verfassen. Weil es mir wichtig ist. Heute bleibe ich emotional, ja sogar polemisch:

Alle, die nicht ausreichend geimpft sind, obwohl sie es könnten und ihr(e) Kind(er) nicht durchimpfen lassen, sind doof.

Ja, sogar noch mehr als das: Sie handeln fahrlässig. Fahrlässig sich gegenüber, fahrlässig der geliebten* Brut gegenüber, fahrlässig gegenüber der Gesellschaft.

Ersters wäre ja noch zu verknusen. Im besten Fall würde Darwin das erledigen. (Tut er natürlich nicht, weil das ja noch die Herde ist.)
Bei zweiterem würde ich auch gerne sagen: Dann soll es halt Darwin richten. So wichtig und geliebt scheint die Brut ja doch nicht zu sein. ABER was können die Kinder für ihre bekloppten Eltern?!
Wenn ich an Drittens denke, könnte ich die Wände hoch gehen: Jaja, profitiert ihr ruhig vom (noch bestehenden) Herdenschutz, aber leistet bloß nicht Euren Beitrag dazu.

Wenn ich lese, dass gerade in Köln fast 100 Masernfälle bestätigt wurde, wenn ich zufällig erfahre, dass meine Nichte wegen Windpocken – ja, diese ach so harmlose Kinderkrankheit – im Krankenhaus war, dann frage ich mich echt, was mit der Menschheit nicht stimmt. Ist Euch Euer Leben und das Eurer Kinder so wenig wert, dass ihr unnötige Krankenhausaufenhalte und Tod einfach in Kauf nehmt?

Das muss eine erstmal in den Kopf bekommen: Ein Kind ist wegen einer Kinderkrankheit im Krankenhaus. Was muss denn noch passieren, um zu raffen, dass Kinderkrankheiten nicht niedlich sind.

Kinderkrankheiten heißen Kinderkrankheiten, weil Kinder daran sterben können.

Was ist so toll daran, Kinder leiden zu sehen? Kinder im Fieberdelir, mit Juckreiz aus der Hölle, mit Schmerzen, die eine eigentlich keiner wünscht.

Sorry, but not sorry: Ich habe ab.so.lut kein Verständnis für so ein Handeln.

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* Viele Impfgegnerinnen/ -verweigererinnen behaupten zumindest, dass sie das tun.