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Kategorie: Selbst ist die Frau

Ein Test, ein Anfang

Ein Test, ein Anfang

X-40 Tage bis zur zweiten Welle

Weil der RB und ich einkaufen waren, bevor er in den Läden musste, war am Nachmittag nichts zu tun. Ich hätte bei der Hitze auch nichts tun können. Und so hing ich einfach auf dem Bett ab, daddelte durchs Internet, bestellte Dinge, begann eine neue Serie*.

Ich vergesse immer, dass der RB samstags nur bis 17h00 arbeitet. Und fing daher vermeintlich zu spät an zu kochen. Doch während des Kochens fiel mir ein, dass der RB ja noch einen Termin nach der Arbeit hat.

Für heute hatten wir ein Kochexperiment entschieden. Also der orientalische Tomatensalat ist kein Experiment, den kennen wir. Der ist lecker. Aber da kommt Hackfleisch rein. Und weil ich schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken schwanger gehe, ob und wie wir weniger Fleisch essen können, haben wir Hackfleischersatz** gekauft.

Links: mit Ersatzhack; rechts: mit Rinderhack

Es war ein Unterschied zu schmecken und zu sehen, aber nicht wirklich im Sinne von besser oder leckerer.

Mal sehen, was wir noch ersetzen können und – ich bin ehrlich – wollen.

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* Dietland. Ich bin noch nicht sicher, was ich davon halten soll.

** von Garden Gourmet

Das Kind geht an die frische Luft

Das Kind geht an die frische Luft

X-36 Tage bis zur zweiten Welle

Das Kind war draußen. Im Park. Nachdem zwei junge Männer vor unserer Tür standen, die das Kind noch aus Kindergartenzweiten kennt, und fragten, ob er mit rauskäme. Wir vereinbarten, dass er um 19h00 wieder da sein sollte. Um 18h15 rief er an und bat um Verlängerung bis 19h30. Um 19h20 rief er an und handelte eine weitere Verlängerung bis 20h15 aus. So muss das sein. So sollen Kindersommer sein. Draußen rumstreunern, Kinder kennenlernen, Spaß haben.

Ich hatte abends noch eine Seance* mit meiner Mutter. Per Telepathie** habe ich mit ihr ihre Steuererklärung gemacht. Alles geschafft und geprüft. Meine Mama happy und ich auch.

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* Skypesitzung

** geteilter Bildschirm

Es gibt keine zweitbeste Geburt

Es gibt keine zweitbeste Geburt

Seit Wochen, Monaten, ach, was weiß ich, immer und immer wieder ist es Thema: Geburt und Säuglingsernährung. Erst vor kurzem schrieb eine liebe Tweep über ihre Sorgen hinsichtlich Stillen und im Tweet las eine – zumindest ich – direkt die Schere und auch Angst im Kopf, wie wohl darauf reagiert wird. Gestern twitterte ich Folgendes:

Natürlich ist das etwas verkürzt – Twitter halt.

Ich bin etwas versucht, darüber zu schreiben, wie die Geburt vom Kind und die anschließende Ernährung bis zur Beikost verlief, ABER darum geht es nicht. Alle, die nicht mehr dazu wissen, müssen jetzt damit leben und mir einfach glauben, dass mich das Thema nicht triggert oder welche auf immer gearteten Trauma aufreißt.

Was mich an diesem ganzen Themenkomplex so immens stört, ist, dass zum Gebären und zum Stillen fähigen Menschen von einer bestimmten Bubble (KEINE Einzelpersonen) vorgemacht/ vorgeschwärmt/ suggeriert wird, wie das alles am allerallerallerbesten für Mutter und Kind verlaufen muss. Und das ganze unter den scheinheiligen Deckmäntelchen „selbstbestimmte Geburt“ und „das Beste fürs Kind“.

Eine „selbstbestimmte Geburt“ bedeutet mal so rein vom Wortlaut: Die gebärende Person bestimmt unter Berücksichtigung diverser (eigener) Faktoren und zur Verfügung stehenden Option selbst, wie sie gebären will. Und ganz ehrlich: NUR diese Person. Daraus muss ich keine Pärchenkacke machen oder gar irgendein Wohlfühlevent für den/die Partner*in. Bei der Geburt sollte sich die gebärende Person so wohl fühlen wie eben möglich.

Und sofern alle unmittelbar Beteiligten gesund sind und sich das zutrauen und wollen, stehen der Gebärenden erstmal alle Varianten offen:

  • geplanter Kaiserschnitt im Krankenhaus*
  • vaginale Geburt in Krankenhaus, Geburtshaus, zu Hause, im Wald, whatever

Diese Wahlmöglichkeiten** sind Luxus! Das halte sich bitte jede mal vor Augen. Und ja, die vaginale Geburt im Wald allein ist darunter die natürliche Geburtsform. Zumindest die, die stattfinden muss, wenn es keine anderen Optionen gibt. Ob sie deswegen automatisch die beste ist?! Der Mensch hat sich weiterentwickelt: Ist vom Baum geklettert, läuft aufrecht, spricht, denkt (zumindest einige). Die Medizin entwickelte sich mit. Heutzutage sind viele Dinge möglich, die früher undenkbar waren*** und ohne die heutzutage Menschen einfach sterben würden. Die gebärende Person  und/ oder Kinder bei oder nach Geburten. Kinder an Unterernährung, weil Stillen einfach nicht möglich ist.4*

Wird eine Person schwanger – insbesondere zum ersten Mal -, geht das mit vielen Unsicherheiten aufgrund der Veränderungen (sic!) einher. Es passieren Dinge mit dem Körper, die eine nicht für möglich gehalten hat. Es treten Probleme5* auf, die verunsichern6*. Die auch Angst machen (können). Die den Körper an seine Grenzen bringen. Und in diesem ganzen „Schlamassel“ muss sich die schwangere Person informieren und entscheiden, wie sie gebären will. Oder sollte?! Die Informationsflut ist immens: die Gynäkologin, die Hebamme, die Mutter, die Tante, die Schwester, die beste Freundin, die Nachbarin aus dem 2. Stock, die Sitznachbarin in der U-Bahn7* – sie alle wissen etwas zu dem Thema beizutragen. Dazu noch Bücher und – tadaaa – das böse Internet.

Die „unwissende“ schwangere Person möchte dabei nur eins: Das Beste fürs Kind. Aber auch etwas, mit dem sie sich wohl fühlt.

Und so viele Meinungen es auch gibt, in der Regel heißt es am Ende immer: Nur mit vaginaler Geburt und Stillen bekommt das Kind den besten Start ins Leben.

Das wird in einigen Bubbles so hochgejazzt, dass letztlich eine vaginale Hausgeburt nur mit Hebamme8* als DIE Benchmark schlechthin gilt. Wie?! Eine möchte das nicht?! Doch, doch, Du musst nur fest genug an Deine eigene Kraft glauben. JEDE gebärende Person hat die Kraft dafür in sich. Das ist DAS Geburtserlebnis schlechthin. Und welche Bindung eine dadurch zum Kind aufbaut.9* Das kann NIE.MALS mit einem Kaiserschnitt erreicht werden.

Klingt alles etwas überspitzt und dramatisch?! Mitnichten. Ich bin mir sicher, dass es bei vielen schwangeren Personen genauso ankommt.

Und Personen, die nicht vaginal gebären können oder wollen, stehen verschämt rum. Drucksen sich Entschuldigungen und Rechtfertigungen zurecht, warum sie nicht vaginal entbunden haben.

Dabei ist das meiner Meinung nach eine mindestens genauso große Leistung, sich entgegen der Mainstream-Meinung ganz auf sich zu besinnen und eine wirklich selbstbestimmte Entscheidung zu treffen – wenn wir in diesem ganzen Themenkomplex von Leistung sprechen wollen. Und dabei möchte ich auch die Personen einschließen, die aufgrund anatomischer Gegebenheiten eben gar nicht vaginal gebären können. Das mag zwar für die meisten der valideste Grund sein, warum sich eine gegen eine vaginale Geburt entscheiden darf entscheidet, aber doch auch bei diesen Personen sitzt immer wieder das Teufelchen auf der Schulter, das von Schuld und „ist halt nur das zweitbeste“ flüstert.

Und das liegt nicht daran, dass andere gebärende Personen „stolz“ auf die vaginale Geburt sind, sondern vor allem daran, dass Personen, die nicht vaginal geboren haben, mitleidige Blicke und „muss Du selbst wissen, aber …“, „käme für mich nicht infrage“ oder „vielleicht klappt es ja beim nächsten vaginal“ etc. etc. zugeworfen wird. Der nicht vaginal gebärenden Person wird offen oder unterschwellig an vielen Stellen signalisiert:

  • Es ist nur das zweitbeste.
  • Eine Notlösung.
  • Zu einfach gemacht.

Der einfache Grund dafür: Eine selbstbestimmte Geburt ist in den Köpfen vieler und der Gesellschaft im Besonderen die vaginale Geburt – so interventionsfrei wie eben möglich.10* Nur da „leistet“ die gebärende Person ausreichend, das sie Anerkennung verdient.

NEIN! Jede einzelne Geburt ist eine Leistung. Egal, wie das Kind zur Welt kommt. Dieses unsinnge „das Natürlichste ist das Beste und einzig Wahre“ funktioniert in Zeiten moderner Medizin nicht mehr. Oder sagt Ihr auch Paaren, die nicht auf natürlichem Wege schwanger werden können, dass sie kein Kind „verdient“ haben, weil die Natur es anscheinend nicht norgesehen hat?

Das Thema Stillen ist das gleichen in Grün, damit muss ich den Text jetzt nicht unnötig verlängern.

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* Ein Notkaiserschnitt ist keine planbare bzw. „frei“ zu entscheidende Variante

** Ja, ich weiß, dass es die nicht überall gibt und dass die Geburtshilfe in Deutschland in den letzten Jahren sehr gelitten hat. Das Wegsparen der Hebammen ist aus meiner Sicht ein Unding, aber dennoch sind wir weiterhin in einer sehr priviligierten Situation.

*** Paare, die noch vor 10, 20 Jahren kinderlos geblieben wären, können schwanger werden

4* Spätestens an dieser Stelle sollte klar sein, dass diese Betrachtungsweise ein höchst priviligierte ist.

5* Übelkeit bishin zu Hyperemesis gravidarum, Rückenschmerzen an verschiedensten Stellen, Wassereinlagerungen, Sodbrennen, Gestationsdiabetes, etc, etc.

6* Und auch verunsichern, wenn sie nicht auftreten.

7* okay, in Zeiten von Covid19 weniger

8* Die vollständige Alleingeburt ist dabei vielen doch nicht ganz geheuer. So ein bisschen Sicherheit brauchen wir dann wohl doch alle.

9* Denkt eine daran, was für ein Schlag ins Gesicht das für alle ist, die adoptieren / adoptiert sind?

10* Dabei sind auch gewünschte PDA und andere Interventionen verpönt. Die gebärende Person hat bittedanke zu leiden. Und wenn das Leiden zu schlimm ist, dann hat sie sich nicht gut genug vorbereitet.

Franz und Ferdinand

Franz und Ferdinand

X-29 Tage bis zur nächsten Welle

Yeah, immer noch Urlaub. Das fühlt sich echt gut an. Ich könnte jetzt so weitermachen, aber morgen muss ich wohl wieder ran. Der RB hat nicht mehr frei und ist schon relativ früh gen Laden aufgebrochen. Das Kind zieht am frühen Nachmittag auch los, um sich im Park die Zeit zu vertreiben. Yeah, yeah, ich habe die Wohnung für mich. Ruhe ist doch was Feines.* Ich mache was, was ich schon seit dem Urlaub machen wollte: ausgiebige Mani- und Pediküre.** Ich schlumpere ein wenig durch die Wohnung, bereite das Essen vor, gehe duschen und dann fällt mir ein, dass ich ja eine Lebendfall für die Mausbabys besorgen wollte. Auf zum besten Mini-Baumarkt überhaupt. Passend denke ich daran, dass wir noch Ersatz für den weg’gen Ameisenbaum brauchen. Und wenn ich eh schon mal unterwegs bin, dann kann ich auch gleich mal einen neuen Föhn kaufen.***

Zu Hause bestücke ich die Lebendfalle und stelle sie auf. Und auch der Baumersatz wird direkt montiert, damit Lichter- und Wimpelkette nicht mehr beim Grillen stören.

Das Kind kommt nach Hause und wir beobachten die Mausbabys, die das Kind Franz und Ferdinand genannt hat.

Der RB kommt nach Hause und wir esssen.

Tomatensuppe mit Pute, Avocado und – nicht im Rezept – Erdnüssen.*****

Dann bin ich auf einmal sehr müde. Sehr, sehr müde und ich lege mich erstmal hin, während die #CorotäneKneipe schon anfängt. Der RB hält erstmal die Stellung. Ich komme später dazu.

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* Das zum Thema, dass ich dem Kind Umgang mit dem Vater verweigern würde: MIT.NICH.TEN! Ich liebe diese Auszeiten voneinander.

** Für Lack habe ich mal wieder keinen Nerv.

*** Der alte ist mittlerweile in mehrere Teile zerfallen. Er föhnte zwar noch, aber so ganz geheuer war mir das nicht.

**** Diese Sonnenschirmhalterung begleitet mich seit ca. 18 Jahren. Ich konnte mich bislang nicht trennen. Und nun, tadaaaa, hat sie wieder einen Zweck.

***** Für die Erwachsenen des Haushalts mit Koriander.

Verwaist

Verwaist

X-28 Tage bis zur zweiten Welle

Es war sooo schlau, noch heute (und morgen) noch frei zu haben. Der RB hat heute auch noch frei.

Der Tag beginnt mit einer Leiche: Die eine der gestern aufgestellten Fallen war „erfolgreich. Eine Maus ist mausetot. Der RB muss sie entsorgen, war für einen Lachflash sorgt. Denn der RB kommt kurz nach Entsorgung wieder: „Ich brauche einen Spaten.“ ??? „SuperCat ist der Maus hinterher gesprungen.“ Ich finde das lustig, weil ich das Bild so lustig finde, wie die Mausefalle dem RB aus der Hand in die Biotonne flitscht. Das Kind lacht, weil er zunächst denkt, dass SuperCat eine echte Katze ist.

Letztlich ist es aber auch traurig, denn die Leiche war wohl eine Mausmama. Später, als wir auf dem Balkon sind, sehen wir zwei Mausbabys: Oh nein, wir haben kleine unschuldige Mäuse zu Waisen gemacht. Ich fühle mich schlecht.

Ansonsten schlumpern wir so in den Tag, machen einen Essensplan für die Woche – nach Urlaub und „Lockdown“ ist hier wieder LowCarb angesagt -, das Kind hat sich unsere Unterhaltung von gestern zu Herzen genommen und geht raus. Der RB und ich gehen einkaufen. Am Ende der Pflicht setzen wir uns tatsächlich ins draußen vor ein Café und trinken Cappuccini (also jede einen).

Als wir nach Hause kommen, ist das Kind immer noch draußen. Um 19h00 ruft er (pünktlich) an, um zu sagen, dass er erst um 19h30 nach Hause kommt.

Der Rest des Abends verläuft unspektakulär.

RudeBelge, Tag 1

RudeBelge, Tag 1

X-14 Tage bis zur zweiten Welle

Entspannte Anfahrt ist entspannt. Es war auch nicht stressig, dass ich morgens noch schnell Post für die nun in Belgien wohnende Freundin und Zimtschnecken für uns abgeholt habe. Ich tetrisierte die letzten Sachen ins Auto.

Und dann konnten wir pünktlich los.* Machten den geplanten Schlenker über Wiesbaden, um meinen Arbeitsrechner für eine Reparatur abzugeben.

Fahrt war problemlos. Ein Fahrerinnenwechsel. Der RB „kämpfte“ sich durch Belgien – um Antwerpen und Gent war es etwas zäh. Wie von mir „vorausgesehen“ kamen wir kurz nach 17h00 an unserer ersten Urlaubsstation an. Unser Vermieter begrüßte uns, erklärte uns die wichtigsten Dinge. Wir richteten uns kurz ein, …

Danach drehten wir eine Runde am Strand.

Ooooh, es tat so gut: Luft, Wasser (zumindest das, was die Ebbe übrig gelassen hat), Barfuß im Sand.

Die Preise in den Restaurants sind huiuiui. Wir waren aber für Einkaufen zu spät dran, als wir vom Strand kamen. Gut, dass wir uns ein Notfallessen*** mitgenommen hatten.

Ach, das war eine gute Idee, nicht auf Urlaub mit Wegfahren zu verzichten. Wir haben es so bitter nötig.

Bonne nuit

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* Ich wollte spätestens um 11h00 unterwegs sein, der RB meinte darauf: „Lass uns 10h00 anpeilen.“ Hihi. Wir fuhren um 10h30 los.

** Die Bäckerin sagte mir, dass sie besser schmecken, wenn sie etwas warm sind. Da das im Auto in der Sonne nicht geklappt hat, nutzten wir die Mikrowelle in der Ferienwohnung.

*** Nudeln, Soße, Gemüse, Thunfisch

X-13 bis zur zweiten Welle

X-13 bis zur zweiten Welle

Der Tag ist etwas unkoordiniert. Wir schlafen zwar nicht bis in die Puppen, aber irgendwie fehlen hinten raus zweidrei Stunden.

Weil ich mich gestern noch weiter über die Ignoranz der Schule uffgerescht hab, werde ich noch nachts ak- und kreativ. Das Ergebnis überreiche ich dem Kind, als er morgens ins Bett kommt.

Alles muss eine selber machen*

Er hat sich sehr gefreut (und ich mich auch, weil er meine Schrift lesen konnte ).

Dann Frühstück, rumkruschen, packen bzw. Sachen zusammensuchen, mit meiner Mutter telefonieren. Wir wurschteln so nebeneinander her. Weder effizient noch effektiv. Um wenigstens produktiv zu sein, mache ich mich an das eine Textprojekt. Als ich es wegschicke, ist es viel später als gehofft. Der RB fängt an zu kochen. Ich tetrisiere unsere drei Fahrräder ins Auto.**

Weil ich seit Tagen unkoordiniert wegen der Blumen bin, haben wir keine Blumensitterin. Also stellen wir alle Blumen auf den Balkon und hoffen, dass es hin und wieder regnet in unserer Abwesenheit.

Wir freuen uns alle sehr auf Urlaub. Das Kind ist dennoch angespannt. Die Situation mit dem Kv ist ungeklärt. Er, also das Kind, möchte nicht mit dem Kv sprechen und verweigert die Annahme jedes Anrufes. Ich will auch nicht mit ihm kommunizieren. Seine letzten Nachrichten zeigen deutlich, dass er eh nicht auf mich hören würde. Wir werden ihn wohl morgen Abend, wenn wir angekommen sind, darüber unterrichten, dass wir im Urlaub sind.

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* Idee darf gerne geklaut werden.

** Der RB und ich sind unszum Glück einig, dass ich besser packe.

X-12 Tage bis zur zweiten Welle

X-12 Tage bis zur zweiten Welle

Verdammte Axt. Wie kann eine denn so dermaßen igorant sein?! Gestern gab es also Zeugnisse. Das Kind brachte drei „amtliche“ Zettel – insgesamt vier bedruckte Seiten – aus der Schule. Und auf keinem einzigen steht auch nur ein einziges Wort über die besondere Situation im vergangenen Halbjahr. Kein einziges verdammtes Wort darüber, dass das Kind sich an 35 Schultagen, die er ausschließlich zu Hause gelernt hat, wirklich bemüht hat. Aufgaben regelmäßig abgegeben hat, sich neue Themen selbstständig erarbeitet hat, trotz fehlendem Feedback* bei der Stange geblieben ist. Nichts. Gar nichts.

Ich bin enttäuscht. Ich weiß nicht, ob das Kind enttäuscht ist. Er hat bei solchen Dingen eh immer so eine negative Grundhaltung.**

Und sauer bin ich auch. Dieses Zeugnis, das so tut als sei nichts gewesen, ist eine Frechheit. Und es ist auch eine Frechheit, dass es die Schulleitung nicht für nötig hielt, noch einen Brief an die Kinder u/o die Eltern zu richten. Ein Brief, in dem die Leistungen der Kinder – und ja auch der Eltern – gewürdigt werden. In dem erholsame Ferien gewünscht werden. In dem erklärt wird, wie es nach den Ferien weitergehen soll. Nichts. Gar nichts.

Das Kind geht auf eine ganztägige Gesamtschule. Und das sehr, sehr bewusst. Sowohl Gesamtschule als auch Ganztag. Denn ich wollte, dass das Lernen vorrangig in der Schule stattfindet. Dass wir unsere Nachmittage und seine – in der Regel wenige – Freizeit nicht auch noch mit Hausaufgaben belasten müssen.

Nun fand an insgesamt 59,5*** Tagen seit der Schulschließung Lernen in häuslicher Umgebung statt. Und so selbstständig das Kind auch ist und – wenn ich ehrlich bin – auch sein muss, so musste ich doch immens viele Aufgaben übernehmen, für die es ausgebildetes Personal gibt. Für die es eine Institution gibt, in denen diese Aufgaben „zu Hause“ sind.

Und so richtig ich die Schulschließung fand und finde, so unverschämt ist es, dass uns Eltern nicht mit einem Wort dafür gedankt wird, was wir geleistet haben. Kein Dank für die Unterstützung. Kein Dank dafür, dass wir Aufgaben übernommen haben, die NICHT unsere sind.****

Ich schreibe hier von der Schule des Kindes. Ich habe gesehen/ gelesen, dass es anderswo besser bzw. anders gelaufen ist. Aber es gibt auch viel zu viele Schulen, an denen es gelaufen ist wie bei uns.

Und es geht mir nicht um die Leistung einzelner Lehrkräfte. Die waren so gut bzw. schlecht, wie sie auch unter „normalen“ Bedingungen gewesen wären.***** Mir geht es hier darum, was von der Schulleitung vorgegeben wird. Ich kann von einem Kollegium kein besonderes Engagement erwarten, wenn es nicht von der Schulleitung vorgelebt wird.

Der Kopf stinkt vom Kopf her. Isso.

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Ansonsten hatten wir heute einen entspannten Tag mit Ausschlafen und Urlaubsvorbereitungen. Alles gemütlich. Für den RB hieß es zwischendurch „Abschiednehmen“.

Meine Nase bestand darauf, dass der RB sich neue Pu’schen kauft

Am Abend gab es dann Zeugnis-Burger.

Zur Vorbereitung auf den Urlaub gab es zweierlei Poutines zu den Burgern

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* Bis heute hat das Kind – die ganze Klasse – zu allen Deutschaufgaben in dieser Zeit KEIN Feedback bekommen. Keine Korrektur. Gar nichts! In Englisch gab es auch keine Korrekturen der eingeschickten Aufgaben.****** In GL gab es blockweise Feedback.******* Nur in Mathe gab es immer sehr zeitnah Rückmeldungen.

** Dieses Kind ist so auf „Enttäuschung“ gepolt, dass er „immer“ vom Schlimmsten ausgeht, um möglichst nicht noch mehr enttäuscht zu werden.

*** 35 Tage während des ausschließlichem Lernens in häuslicher Umgebung + 24,5 Tage, weil das Kind in den letzten 7 Wochen vor den Ferien 3 halbe Präsenztage pro Woche hatte.

**** Überraschungen in die eine oder andere Richtung inklusive.

***** Aber wehe, wir Eltern werden es wagen, uns in die Hoheitsgebiete der Lehrkräfte einzumischen. Wehe, wir versuchen, Lehrkräften ihren Job zu erklären. Nein, liebe Lehrkräfte, ich will euch euren Job nicht erklären. Aber ich will euch mein Kind erklären. Ich will, dass ihr jedes Kind so individuell seht, wie es nun mal ist.

****** Immerhin hat die Englisch-Lehrkraft die Aufgaben immer mit einem (ungelisteten) youtube-Video begleitet.

******* Das hätte wenigstens mal am Anfang erklärt werden können. Aber nachdem klar war, was die GL-Lehrkraft wollte, war es für mich prima. Und immerhin gab es dann umfassendes Feedback.

Tag 95 seit der Abschottung

Tag 95 seit der Abschottung

Heute kam die #CoronaWarnApp. Richtig überzeugt war ich ja bislang nicht. Die absolute Freiwilligkeit macht für mich keinen wirklichen Sinn. Wir sehen doch jetzt schon, wie freiwillig sich die Leute an die echt minimalen Pandemieempfehlungen halten wollen. Wer sich durch Rotzbremse und Abstandhalten in ihrer Freiheit eingeschränkt fühlt und es nicht als Minimalkonsens für die gesamte Gesellschaft einhalten will, der ist halt nicht zu helfen.

Und für mich dachte ich: „Durch mein persönliches Verhalten komme ich zwar nur wenig unter Leute. Dann trage ich Rotzbremse und halte möglichst Abstand. Aber so aus Prinzip und Solidarität kann die App ruhig im Hintergrund laufen.“ Also habe ich sie heute morgen direkt installiert.

Gegen Mittag stellte ich aber fest, dass mein GPS an ist. Und machte es aus. Denn an’es GPS frisst Akku. Da machte „ping“* und die #CoronaWarnApp sagte:

Ich tauchte in die Einstellungen der App und meines Handys, konnte aber nichts einstellen bzw. genau genommen etwas ausstellen. Genervt twitterte ich

Tschüss, #CoronaWarnApp

Was dann folgte, war ein bisschen lustig, ein bisschen nerviger, aber zum Glück auch in Teilen hilfreich. Und um es kurz zu machen: So wie es derzeit aussieht, scheint bei meiner Android- und Bluetooth-Version in Kombination mit meinem Handy** die für die App erforderliche Standortermittlung zu bedeuten, dass mit Bluetooth auch immer GPS an sein muss.*** Und weil mich das im ersten Moment so nervte, schmiss ich die App direkt vom Handy.****

Ansonsten habe ich so viel gearbeitet, dass ich abends zu spät daran dachte, dass wir was essen müssen. Zum Glück haben so viel im Haus, dass ich problemlos was Leckeres zaubern konnte. Dennoch aßen wir erst, als die virtuellen Türen der #CorotäneKneipe schon aufgingen. Aber die Besucherinnen sind ja schon groß.

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* also nicht wirklich „ping“, denn mein Handy macht keine Geräusche.

** Huawei Mate 20

*** Jaha, ich weiß, dass die App nicht darauf zugreift, aber a) ggf. andere Apps (auch wenn ich das weitestgehend ausgeschaltet habe) und b) halt Akku.

**** Ich habe sie abends aber nochmal installiert und mache sie halt – falls ich dran denke – an, wenn ich draußen unter Leuten bin.

Tag 92 seit der Abschottung

Tag 92 seit der Abschottung

Morgen hat das Kind Geburtstag. Daher muss heute noch so einiges vorbereitet werden. Der RB fährt auf den Markt und kurz in den Laden. Ich gehe in den Supermarkt. Sind die Zugangsbeschränkungen aufgehoben? Immerhin sind erfreulich viele noch mit Maske unterwegs. Wieder zu Hause hat das Kind – so ohne technische Spielzeug – große Langeweile. Ich kann ihm aber keine Abwechselung bieten, da ich Kuchen backen muss. Ich empfehle ihm eindringlich, in den Park zu fahren, was er auch tut.

Ich backe Kuchen. Der RB kommt nach Hause. Ich gehe nochmal kurz ins Dorf. Finde aber nicht, was ich suche. Zu Hause mache ich uns Himbeerquark mit Erdbeeren. Das Kind kommt passend nach Hause. Wir essen zusammen. Dann kümmere ich mich um die Haare vom RB. Der Paketbote bringt die neuen Schläuche für des Kindes Fahrrad. Das Kind lernt nun, wie ein Schlauch gewechselt wird. Tadaa, das Rad ist wieder einsatzbereit. Dann rasiere ich dem Kind die Haare.

Später kümmere ich mich ums Essen. Wir essen draußen. Es ist schon ziemlich dunkel und als wir fertig sind, ist klar, dass wir vor der #CorotäneKneipe noch schnell alles abdecken sollten.

Die Kneipe ist heute klein, aber fein. Das Kind geht versucht früh ins Bett zu gehen. Ich dekoriere während der Kneipe den Kuchen.

Nach der Kneipe machen wir noch den Geburtstagstisch fertig und verpacken* die Geschenke.

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* Ich habe kein Geschenkpapier und aus ökologischen Gesichtspunkten sehe ich auch nicht ein, welches zu kaufen. Daher werden die Geschenke in Kartons verpackt und die wiederum in den Geschenksack gesteckt. Ist genug Auspackerei.