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Kategorie: Selbst ist die Frau

Fehlt nichts

Fehlt nichts

Seit knapp sieben Wochen lowcarben der RB und ich. Und ich muss sagen, ich vermisse nichts.

Obwohl… doch… mir fehlt es, einfach etwas beim Bäcker zu kaufen, wenn ich unterwegs Hunger habe. Allerdings habe ich keinen Hunger / Appetit auf Brezel, Teilchen und Co mehr, weswegen sich ein Gang zur Bäckerei nicht lohnen würde. Aber wie stillt eine ihren Hunger ohne Carbs, wenn es mal eben spontan sein soll?

Aber es ist echt faszinierend, wie weg der Appetit und teilweise sogar Jieper auf Nudeln, Brot und Gesüßtes ist. Kein „Boah, jetzt ein leckeres Käsebrot“ oder „Nudeln mit Soße, das wär’s jetzt“. Ab und zu gibt es einen Süßigkeitenjieper, aber da hilft 85%ige Schokolade oder 5 Gummibärchen. Danach ist es auch wieder gut.

Bei der Hitze darf Eis „natürlich“ nicht fehlen. Und wenn es dann gekauftes gibt, merke ich, wie sehr es mir zu süß ist. Das ist weder ein Kick noch ein Genuss.

Ich finde es sehr interessant, wie einfach mir dieses Umschalten gefallen ist und wie wenig mir bestimmte Kohlenhydratquellen fehlen.

Abgenommen habe ich eher nicht bislang, dafür brauche ich Sport, aber es geht mir körperlich insgesamt besser.

Fläche schaffen

Fläche schaffen

Der RB und ich hatten heute einen Plan: Das Bernsteinzimmer die Rumpelkammer Gästezimmer aufräumen. Und nach Frühstück bei Maus machte sich der RB auch schnell dran, eine Schneise zu schlagen. Ich eröffnete dann schnell ein paar Umzugskisten und sortierte erstmal meine Schuhsammlung. Daraufhin hatten wir prompt etwas Platz im Schuhschrank, wohin wir anderes räumen konnten. Wieder was aus den Augen und aus dem Sinn. Dann sortierte vorrangig ich weiter. Ich machte Fotos von Dingen, die nicht mehr bei uns wohnen sollen, und stellte es direkt an diversen Stellen im Netz ein. Der RB durchforstete derweil unsere Schnapsbestände.

Gut, dass ich mir vorher gesagt hatte, dass ich nur in Papiermüll und Restmüll unterscheide. Das machte das Ausmisten für mich einfacher, da einfach alles (außer halt Papier), was entsorgt werden sollte, in die große Mülltüte wanderte. Schnell wurden Flächen freier und Regale leerer. Das Kind tauschte seinen Schreibtischstuhl gegen meinen alten, auf dem ich aber nun schon sehr lange nicht mehr gesessen hatte.

Fertig bin ich noch lange nicht, aber es könnte wieder jemand in dem Zimmer schlafen.

Und weil ich gerade im Flow war, habe ich mich auch direkt ums Bad gekümmert. Wir brauchten dringend eine neue Duschstange und die Themostat-Armatur musste noch unbedingter ersetzt werden. Ich hab ja zum Glück keine Angst vorm Handwerken (nur von Starkstrom lasse ich die Finger).

Dass die Wasseranschlüsse für die Duscharmatur nicht auf einer Höhe sind, fordert meinen Monk ja schon sehr heraus.
Back to school

Back to school

Ich bin ja durchaus beharrlich. Wenn ich mir was in den Kopf gesetzt habe, dann will ich das auch durchziehen. Früher bin ich da auch gerne mit dem Kopf durch die Wand. Mittlerweile bin ich etwas älter und weiß: Gut Ding will Weile haben.

Seit über vier Jahren gärt in mir eine Idee. Die durch den legendären Geburtstag vom Kind erstmals konkrete Formen annahm. Und im vergangenen Jahr hatte ich durchaus viel Spaß bei der Projektwoche. Und ich dachte eine Zeitlang darüber nach, das als AG an der Grundschule fortzuführen. Aber nachdem ich an dieser Schule schon so viel Zeit wegen unnötiger und absurder Gespräche zu und über das Kind verbracht hatte, wollte ich im letzten Schuljahr doch sowas wie Ruhe haben. (Ja klar, das wäre was anderes gewesen, aber irgendwie nee…)

Als wir dann die weiterführende Schule des Kindes besichtigten sah ich, welche Mühe sich eine der Bio-Chemie-Leherinnen gemacht mit kleinen Experimenten für die potentiellen neuen Schülerinnen hatte. Andere Schülerinnen führten diese begeistert vor und im Gespräch mit der Lehererin erfuhr ich, wie der NaWi-Unterricht gestaffelt ist (erst Bio, dann Physik, dann Chemie – Klassiker. Meiner Meinung nach nicht optimal.). Nein, eine NaWi-AG gebe es nicht. Ich guckte mit dem Kind weiter die Schule an und dachte nach. Mir sagte das Schulkonzept, das Gebäude und das Gelände zu. Alles macht(e) einen offenen Eindruck. Das Kind fühlte sich auch nicht unwohl. Bei einem weiteren Gespräch mit einer anderen Lehrkraft fragte ich, ob ich auch als Nicht-Lehrerin eine AG anbieten können. Diese Frage wurde begeistert bejaht.

Als dann endlich die Platzzusage für _diese_ Schule kam, stand für mich fest: Ich möchte eine NaWi-AG anbieten und tat dies direkt per e-Mail kund. Aufgrund von Personalwechseln musste ich etwas auf die Antwort warten. Doch nun ist es fix:
Ich werde ein bisschen Lehrerin.

Ein bisschen viel aufgeregt bin ich schon, aber noch viel mehr freue ich mich. Ich freue mich, weiter Erfahrungen sammeln zu können für meine Idee und ich freue mich darauf, hoffentlich die Schülerinnen mit meiner Freude über die Naturwissenschaften anstecken zu können.

Liebes Tagebuch am Fünften (August 2019)

Liebes Tagebuch am Fünften (August 2019)

Frau Brüllen ist zurück aus dem Urlaub, aber selbst wenn sie es nicht wäre, würde sie fragen: WMDEDGT?

Der RB und ich gehen – mal wieder – zu spät ins Bett. Der RB ist k.o. und schläft direkt ein. Ich nicht, was sich als Glück herausstellt, denn gegen

2h00 höre ich Regen und die Wäsche steht noch auf dem Balkon. Also hole ich sie schnell rein. Durch die Aktion bin ich erstmal wach, sodass ich um

2h40 die Google-Warnung lese (eine der wenigen Push-Nachrichten, die ich zulasse): Es wurde auf mein Google-Konto zugegriffen. Von einem unbekannten Gerät. Ich ändere geistesgegenwärtig direkt das Passwort. Damit verhindere ich vermutlich Schlimmeres, aber ich werde mich mit Paypal wegen 4x 43,03 US$ auseinandersetzen müssen. Später. Via App geht das nicht. Danke für das Adrenalin, das ist natürlich total super, wenn eine schlafen will (und muss). Irgendwann schlafe ich aber ein.

7h45 Der Wecker klingelt, aber ich kann das Geräusch nicht genau zuordnen. Erst als der RB mich erinnert, dass ich ja aufstehen muss, weil das Kind pünktlich am Rugby-Club sein muss, werde ich richtig wach. Ich wecke das Kind, der sich auch schwer tut. Und irgendwie unmotiviert und motiviert zugleich zu sein scheint. Wir packen die letzten Sachen ein. Er macht sich fertig und frühstückt.

8h40 Abfahrt.

8h55 Am Club ist es etwas chaotisch. Und der Grund für des Kindes Unmotiviertheit zeigt sich schnell: Es werden Allianzen gebildet und u.a. das Kind hörbar ausgeschlossen. Stich ins Herz. Er steigt dann aber doch tapfer ins Auto ein.

9h40 Wieder zu Hause wecke ich den RB, gehe duschen und dann muss ich auch schon wieder los zu einem Arzttermin.

11h30 Termin beendet, ab nach Hause. Völlig verpeilt (müde und Handy) steige ich in die nächste Bahn, die kommt, ohne darauf zu achten welche Linie. Promt die falsche.

12h10 Wieder zu Hause. Ich widme mich dem nächtlichen Hacker-Angriff: Zugriffsrechte ändern, neue Passwörter, 2-Faktor-Autorisierung aktiviert.

12h35 Telko. Kurz und schmerzlos. Es ist gerade angenehm ruhig.

13h20 Noch ein Jobanruf.

14h00 Nach der Nacht bin ich ziemlich k.o. Wenn ich nicht noch etwas Schlaf bekomme, kann ich heute Abend nicht sporteln. Ich esse noch etwas und lege mich dann hin.

16h00 Der RB kommt nach Hause. Er macht Kaffee. Wir machen beide noch was am Rechner.

17h00 Ich stelle fest, dass ich keine Turnschuhe habe. Nur Sneaker (und halt Schuhe mit Cleats fürs Radfahren). Also die Sneaker. Ist auch authentischer, wenn es um Straßenkampf geht.

17h20 Der RB und ich radeln gen OF.

18h00 Nachdem klar ist, dass nur der RB und ich am Training teilnehmen, geht es auch direkt los. Warm machen und dann werden verschiedene Schläge und Tritte geübt. Und vor allen Dingen die richtige Haltung. Und es geht um Grundlegendes bei der Selbstverteidigung: Selbstschutz. Lieber wegrennen, als ein Knie im Gesicht o.ä.

Zwischendrin denke ich immer wieder ans Kind und hoffe, dass die Trainer das mit dem Teambuilding wirklich schaffen und dass er eine gute Zeit hat.

19h30 Trainingsende. Hoffentlich lässt sich einrichten, dass ich da nochmal dran teilnehmen kann. Der RB und ich machen uns auf, um Hawaianisch essen zu gehen.

Meine selbst zusammengestellte Poké-Bowl

Das war etwas hipsterig, aber sehr, sehr lecker.

21h20 Wieder zu Hause. Ich denke ans Kind: Hoffentlich geht alles gut. Wir kruscheln so in der Wohnung vor uns hin.

22h40 Wir ziehen auf den Balkon um. Der RB hibbelt auf sein Tattoo, dass er morgen bekommen soll. Gleich geht es noch unter die Dusche und dann ist der Fünfte auch zu Ende.

23h00 Gerade noch eine e-Mail von Paypal: Ich bekomme das Geld von heute Nacht komplett wieder.

Bloß nichts Neues

Bloß nichts Neues

Heute am späten Nachmittag ging ich raus. Zwei, drei Sachen fürs Abendessen „fehlten“ noch. Und ich brauchte Bewegung. Also lief ich nach dem Einkauf einfach noch ein bisschen weiter „unsere“ Einkaufsstraße entlang. Auf der mittleren Berger hat sich einiges getan. Sämtlich Geschäfte sind da nun eröffnet und ich schlenderte in den einen oder anderen rein. Gucken und Klimaanlage „testen“. Hier und da entdeckte ich was: „Och, das wäre schon ganz praktisch, hübsch.“ Ich hielt es in der Hand, schlenderte weiter im Laden und beschloss dann: „Ich brauche nichts. Gar nichts.“ Wir leben gut. Ja, im Überfluss.

Und als nächstes werden endlich mal Dinge aussortiert. (Ich möchte allerdings so wenig wie nötig, wegschmeißen, aber mir graut es vor dem Verschenken und Verkaufen. Wo macht eine sowas am besten? Ebay? Kleiderkreisel? RL-Flohmarkt?)

Zeichen setzen

Zeichen setzen

Uiuiui, ich war noch nie so nervös vor einem Tattootermin wie heute. Aus zwei Gründen:

  1. Ich hatte echt Respekt davor, dass mir der Rücken tätowiert wird. Zum einen sehe ich nicht, was da gemacht wird und zum anderen hatte ich durchaus Angst vor den Schmerzen.
  2. Ich wollte zusätzlich zum Backpiece aka Arschgeweih ein Statementtattoo. Ans rechte Handgelenk. Sicht- und lesbar – zum Beispiel beim Händeschütteln.

Nach kurzer Überlegung beschlossen mein Tätowierer und ich, dass wir erst das Handgelenk bearbeiten. Denn ich hatte die begründete Vorahnung, dass ich nach der Bearbeitung meines Rückens keine Lust mehr darauf haben würde, mich noch an irgendeiner anderen Stelle stechen zu lassen. Q.e.d.

Nun steht an meinem Handgelenk: #NazisRaus

Ja, ein bisschen mulmig ist mir immer noch damit. Wer wird sich den Schuh anziehen? Was wird dann passieren? Was können die Folgen sein? Und während ich mir diese Fragen stelle, meldet sich mein Trotz und sagt: „Wo leben wir denn, dass wir uns von sowas bange machen lassen (müssen)? Es ist so wichtig, Zeichen zu setzen. Sich eben NICHT bange machen zu lassen.“

Es ist jetzt da und geht so schnell auch nicht weg*. Soll es auch nicht. Denn ich bin schon ein bisschen stolz drauf.

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* Da ich ja langärmlige Oberteile nicht mag, wird es schwierig, es zu verstecken – außer ich lasse die 1980er-Schweißband-Mode wieder aufleben.

Alles klar

Alles klar

Wenn ich könnte, würde ich ja schon den Koffer packen, aber das ist doch etwas früh (zumindest für uns). Am Donnerstag muss er allerdings fertig sein und ich muss zwei Koffer zwischen 15 und 18h30 am Flughafen einchecken, denn am Freitag werden das Kind und ich keine Zeit dafür haben.

Dafür haben der RB und ich heute alle Unterlagen ausgedruckt: Mietwagen, Unterkünfte, Fähren und Whisky-Touren. Ich habe für den ersten Abend schon das Restaurant gebucht. Denn Freitagabend könnte es durchaus schwierig werden, für acht Personen Platz zu finden. Insbesondere, wenn ein Kind dabei ist, dass in Schottland ja nicht in alle Lokalitäten rein darf. Außerdem las ich heute erstmalig (ja, erst heute!), dass ich für die Puffin-Tour – habe ich erwähnt, dass wir zu den Puffins fahren werden? – die Bestätigungs-e-Mail (Voucher) noch in die richtigen Tickets umtauschen muss. Am besten am Tag vorher (da kommen wir ja schon an) bis 17h30 (hah, wichtiger Zeitanker, der berücksichtigt werden muss, wenn wir an dem Tag reine Fahrtzeit eh schon 2,5 Stunden haben).

Zusätzlich zu den Einzelunterlagen gibt es noch eine Übersicht, in die ich die wichtigsten Fahrzeiten eingetragen habe, damit wir vor Ort nicht unnötig routieren müssen. Außerdem gibt es eine myMaps, in der alles drin ist, was für uns wichtig sein könnte. Dazu noch ein Tablet, auf dem wir eine Offline-Karte unserer Reiseregion speichern werden. Das hat beim letzten Mal in Schottland bestens bewährt.

Bald geht es los und es wird sicherlich toll.

Was eine so tut

Was eine so tut

Hin und her und her und hin. Für meine Verhältnisse sehr viel im Auto gesessen. Diskutiert. Standpunkte vertreten. Geschrieben. Mich als Weibchen mit Ahnung von nix präsentiert. Nickerchen gemacht. Viel getrunken. Rad gefahren. Beeren gegessen. Kuchen gebacken. Unter der Hitze gelitten. Dinge geklärt. Puffin-Whisky probiert.

Puh

Puh

Vermutlich bin ich urlaubsreif. Und sehr wahrscheinlich war das Pensum in den letzten Wochen etwas viel. Wobei das Pensum ja gehen würde, wenn nicht noch der emotionale Stress dazu käme. Ich reiße mir nämlich ein Bein aus, damit alles irgendwie zum Termin fertig wird, aber es wird – gefühlt – null gewürdigt. Tjanun, heute morgen dann kurze Genugtuung. Aber was nützt mir die, wenn ich dafür quasi im Halbschlaf* ans Telefon und an den Rechner muss.

Und weil ich dann schon wach und im Arbeitsmodus war, mir der RB zudem einen Tee an den Arbeitsplatz gebracht hatte, machte ich auch erst noch ein anderes Projekt fertig, bevor ich mich mit dem Besten an den Tisch zum Essen setzte. Aber – um es mal mit Yoda zu sagen – die Unruhe groß in mir war. Allerdings grundlos. Ich habe keine übermäßig drängenden Projekte und wenn nicht noch drölfzig dazukommen, wird es auch nicht mehr sonderlich stressig bis zum Urlaub.

Wir aßen, ich arbeitete weiter – versuchte es zumindest, der RB fuhr irgendwann los. Und kurz danach, war klar, woher die Unruhe kam:

Öhmja, hatte ich so bewusst noch nie. Vielleicht schon mal was Ähnliches, aber dann noch leichter. Diesmal war klar: Das ist kein Stress. Da stimmt was nicht. Wenigstens war ich noch in der Lage zu googeln, wie sich eine Panikattacke äußern kann.

Später dann stand der midi-monsieur mit zwei Freunden vor der Tür und sie wollten bei uns zusammen spielen. Da hatte ich mich schon deutlich beruhigt / entspannt und freute mich über die Ablenkung.

Nundenn, hab ich das also auch mal erlebt. Muss aber auch so schnell nicht wieder sein.

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* Nein, nicht zu Unzeiten, sondern um 10h40**

** Ja, erst so spät. Aber ich hatte heute morgen Kopfschmerzen und legte mich mit einer Ibu intus noch einmal hin, als das Kind aus dem Haus war.