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Kategorie: Selbst ist die Frau

Ein Ehe-Rant

Ein Ehe-Rant

Ich bin eine Grinchin. Ich bin eine radikale, feministische Anti-Heirats-Grinchin*. Ich könnte jetzt schreiben, dass es mir leid tut. Aber das tut es halt nicht. Eine könnte mir auch vorwerfen, dass ich ja selbst schon mal verheiratet war. Und nein, das hat mich nicht radikalisiert – sicherlich auch weil diese Ehe endete, bevor die „staatliche Patriachatsfalle“ komplett zugeschnappt hat**.

Radikalisiert hat mich vielmehr die Situation meiner Bekannten, die sich quasi zeitgleich von ihrem Mann trennte. Sie – zu Beginn der Ehe selbsttändig tätig – hatte ihn finanziell durchs Studium getragen und als dann die Kinder kamen und er beruflich durchstartete, gab sie ihren Job auf und war knapp 10 Jahre Hausfrau und Mutter und aus dem Job raus. Als sie sich trennte, stand sie vor dem Nichts. Naja, noch weniger als vor dem Nichts, denn im romatinschen Glauben hat sie blind vertraut und was – wie sich zeigte – ausgenutzt worden war. Sie musste um jeden Cent streiten. Die Rechtslage hatte sich zwischenzeitlich geändert und nachehelicher Ehegatten-Unterhalt stand ihr so nicht mehr zu. Sie musste aus dem Haus raus, in dem sie mit den Kindern lebte – auch weil er sie gelinkt hatte. In ihren alten Job konnte sie nicht wieder einsteigen. Ihr blieb nicht viel übrig und musste mit Anfang 40 eine komplett neue Ausbildung anfangen. Während sie in der nächsten Abhängigkeit hing: Sie zog sehr schnell mit ihren Kinder mit dem neuen Partner zusammen.

Versteht mich nicht falsch: Ich finde es toll, wenn sich zwei Menschen zueinander bekennen und füreinander sorgen wollen, bis das der Tod sie scheidet. Ich finde es aber ganz und gar nicht toll, dass die staatliche Ehe dazu führt, dass Frauen (ja, in der Regel sind es Frauen) (berufliche) Chancen, Karriere, finanzielle Unabhängigkeit und Sicherheit aufgeben bzw. um diese gebracht werden. Ehen, in denen beide Geld verdienen, sollten per se IV/IV besteuert werden. Steuerklasse V ist eine Unverschämtheit. Männer, die ihren Frauen einreden, dass III/V die bessere Wahl sei, sind unverschämt***: „Weib, Deine Arbeit ist nicht so viel wert wie meine, daher ist auch egal, was am Ende dabei rausspringt“. Edit: Maximal wenn es ums Elterngeld geht, merken Frauen, welche Auswirkungen III/V haben kann. Aber dann ist es meistens schon zu spät, weil _sie_ danach ja eh kürzer treten will und so in die nächste Falle tappt: weniger Rentenpunkte (ja, III/V hat keine direkte Auswirkung auf den Rentenanspruch). Es ist ein Trauerspiel.

Und – und das ist vermutlich eine sehr akademische Sicht – ich frage mich: Aus welcher finanziellen Situation kommen die beiden Partnerinnen, dass sie unbedingt Steuerklasse III/IV brauchen?! Entweder habe die beiden bereits zusammen gelebt und kamen mit I/I (IV/IV ist ja das Gleiche) aus oder sie haben noch nicht zusammengelebt, dann wird das Leben durch gemeinsame Wohnung etc aber idR tortzdem günstiger, sodass IV/IV ausreichen müsste.

Ja, ich weiß, dass nicht nur die Steuerklasse in die staatliche Ehe „zwingt“. Es sind auch verschiedene Rechte: Auskunft im Krankheitsfall, Erben (mehr fällt mir gerade nicht ein).

Wer wegen Kindern heiratet, der sei gesagt: Lasst es. Das braucht es nicht. Mit Vaterschafts- und Sorgerechtserklärung seid ihr eh für immer bis zum 18. Lebensjahr**** des (jüngsten) Kindes aneinander gebunden. Da hilft auch keine Scheidung. Und denkt bitte daran: Ob ihr schon verheiratet seid oder eben nicht, wenn ihr Kinder bekommt, ändert sich steuerlich bzw. finanziell gar nichts. Auch daran sieht eine, dass die staatliche Ehe mit Steuerklasse III/IV nicht dafür gedacht ist, um Familien zu fördern, sondern um Frauen vor allem langfristig im Patriachat zu fixieren.

Ich werde die staatliche Ehe nicht abschaffen, aber ich muss sie nicht unterstützen*****. Wem die staatliche Ehe – warum auch immer – trotzdem wichtig ist, der empfehle ich, sich wirklich zu informieren, was im Fall einer Trennung passiert. Was passiert, wenn der Partner (die Partnerin) womöglich verstirbt. Was die Ehe für die eigene Rente bedeutet******. Und bitte, bitte, macht – so unromantisch das auch ist – einen Ehevertrag, insbesondere wenn ihr Euch gegen IV/IV oder für eine Allein-Verdienerinnen-Ehe entscheidet, mit dem fixiert, wie der geringere Verdienst / das geringere Netto bzw. der finanzielle Nachteil der Partnerin ausgeglichen wird.

Denn im Fall der Fälle zahlt eine rosarote Brille keine Miete, keine Milch und kein Brot.

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* Impliziert „Grinchin“ gegen etwas zu sein? Wäre ich als Anti-Heirats-Grinchin letztlich doch pro Heirat?! Also, ich bin gegen dieses komische Heiraten – zumindest das offizielle mit Standesamt und so.

** Wir waren hauptsächlich verheiratet, solange ich studiert habe. Bös formuliert, könnte eine sagen, dass er mir das Studium finanziert hat. Ich denke aber, dass wir finaziell beide gut profitiert haben.

*** Denn das vermeintlich übers Jahr „verloren gegangene“ Geld, bekommen die Paare bei der Steuererklärung immer zurück.

**** oder Ausbildungsende

***** Zumal: Sollten der RB und ich heiraten, hätte das Kind keinen Anspruch mehr auf Unterhaltsvorschuss. Welch ein Hohn.

****** Denn selbst wenn die Ehe tatsächlich „bis das der Tod euch scheidet“ hält, wird es finanziell sehr schwierig, wenn die Ehepartnerin, die die höhere Rente bezieht, zuerst verstirbt – trotz Witwenrente.

Plastikfrei(er)

Plastikfrei(er)

Ich komme mir vor wie eine Nachmacherin, dabei war das schon lange geplant, ich war nur von meiner Eingenwilligkeit und Lieferschwierigkeiten ausgebremst.

Der RB hatte sich schon vor einiger Zeit neue Grätschaften zum Rasieren besorgt: Rasierhobel und Rasierseife mit Pinsel*. Um das Rasieren endlich plastikfreier** zu gestalten-. Das erinnerte mich daran, dass ich eigentlich neue Klingen brauche bzw. erinnerte mich daran, dass ich keine neuen Klingen, sondern auch einen Rasierhobel kaufen wollte. Aber gut, dass der Mann schneller war als ich, so konnte ich feststellen, dass mir die anscheinend gängige Grifflänge zu kurz ist. Dazu wollte ich dann auch noch einen Hobel „Made in Germany“. Ich hatte zwar befürchtet, dass es unmöglich wäre, diese beiden Wünsche in einem bezahlbaren Rahmen zu erfüllen, aber ich wurde fündig. Musste halt etwas warten, da das Wunschobjekt vorrübergehend nicht lieferbar war.

Noch unbenutzt, denn ich habe vor der „freien“ Klinge durchaus Respekt.

Wenn ich schon nicht bei meinem Duschgel auf plastikfrei*** umsteigen darf zur Zeit, dann wenigstens schon mal diesen Schritt.

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* mit ohne echten Dachshaaren

** mit ohne echten Dachshaaren ist halt mit echten Polyesterschweinhaaren

*** Dabei liegt hier schon was rum, weil ich so froh war, endlich ein festes Duschgel gefunden zu haben, das nicht nach RoseGurkeKokosMinzeStinkWürg riecht, sondern ganz einfach parfümfrei ist.

Place to zock

Place to zock

Das Kind ist mit 12 schon sehr pubertär. Es gibt Tage, da möchte ich ihn an die Wand tackern oder zumindest wie seine sechs Kuscheltierfledermäuse unter sein Hochbett hängen. Aber gleichzeitig ist er sehr selbstständig und zuverlässig, dass ich die hormonbedingten zerebralen Aussetzer weiterhin weglächeln und schnell vergessen kann.

Zum Pubertieren gehört auch dazu, dass er eigene Welten hat. Welten, die mich nichts angehen, die mich nur bedingt interessieren. Bei uns ist es hauptsächlich das Zocken. Ich habe damit keinen Vertrag. Meine Computerspiel-Karriere endete bei Lemmings. Videospiele finde ich seit jeher uninteressant*. Und Handyspiele sind auch nichts meins**.

Das Kind also zockt. Aber nicht allein und so war bzw ist es während der Pandemie ein großer Teil seines Soziallebens. Eine Win-Win-Situation. Eigentlich sogar eine Win-Win-Win-Situation, denn er zockt zu Hause und ich muss keine Angst haben, dass er mit seinen Kumpels irgendwo draußen rumhängt, wo ich Angst haben muss, dass er in Situationen gerät, die er (noch) nicht kontrollieren kann***.

Und da ich seine Hobbies in d er Regel gerne unterstütze, unterstütze ich auch das Zocken – mit Equipement zum Geburtstag, Spielen zu Weihnachten, ein neuer Stuhl, weil nötig und gerade im Angebot etc. Oder halt wie gerade – weil ich gerade in meiner „Schöner Wohnen“-Phase bin – mit einem vernünftigen und Pubertier-gerechten Platz zum Zocken in seinem Zimmer:

 

Das Grün haben wir gestern zusammen gestrichen. Die Tischplatte haben der RB und ich zugeschnitten, die Böcke hatte der RB noch übrig. Die Haken für die Kopfhörer dümpelten seit mindestens acht Jahren hier rum.

Das Kind ist happy. Ich bin es auch (und hoffe ein bisschen, dass es ihn animiert, etwas mehr Ordnung zu halten.)

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* Ich erinnere mich dunkel daran, dass während meines Studiums für einige Zeit die Konsole meines jüngeren Bruders an unserem Fernseher angeschlossen war und dass ich da irgendwas durchgespielt habe.

** Ab und an überkommt es mich und ein Spiel ist sehr temporär installiert.

*** Ich vertraue ihm sehr und weiß, dass er sehr umsichtig ist, daher darf er auch allein durch den Frankfurter Straßenverkrehr radeln. Wobei ich immer auch etwas Angst habe, das ich den motorisierten Verkehrsteilnehmern nicht traue.

Feuchtgebiete

Feuchtgebiete

Als ich Richtung Baumarkt fuhr, sah ich fette graue Wolken, die nichts Gutes versprachen. Ich dachte noch: „Oh, hoffentlich kommt das nicht runter, wenn die Kommode angeholt wird.“

Dass es runterkommen könnte, wenn ich mich draußen bewegen muss, habe ich nicht gedacht.

Ich holte meinen Zuschnitt ab und suchte noch Kleinkram im Baumarkt. Plan war eigentlich, danach nur kurz zum Möbelschweden, um Rahmen (für Bilder, keine Nudelsuppe) zu kaufen.

Als ich aber gezahlt hatte und Richtung Ausgang schob, fuhr ich fast ein paar Leuten auf, denn es hatte sich im Ausgangsbereich ein Stau entwickelt. Keine traute sich unter dem Vordach hervor, denn der Himmel kam gerade runter. Und zwar so dermaßen, dass das Wasser nicht vom Parkplatz ablaufen konnte.

Als der Regen nach 10 Minuten etwas weniger wurde, stand das Wasser auf dem Parkplatz so hoch, dass ich mir meine Schuhe ruiniert hätte. Also zog ich sie kurzerhand aus und watete zum Auto.

Zuletzt bin ich barfuß durchs regenüberflutete Paris gelaufen. Das war 1994.

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Nach einem etwas unrunden Spätnachmittag mit dem Kind, an dem wir aber wenigstens zusammen die eine Wand gestrichen haben, verzog er sich auf sein 2-Meter-Hochbett.

Mit etwas zu trinken.

In einer Glasflasche, denn hier gibt es im Normalfall alle Getränke in Glasflaschen.

Es kam, wie ich es schon seit Tagen vorhergesehen habe: Die volle Wasserflasche fiel vom Bett und zerbarst.

Da war es vorbei mit gemütlich. Ich war not amused und das Kind lernte, wie weit Splitter sich verteilen können, dass Wasser in und unter alles fließt, was ihm im Weg ist. Er weiß jetzt, was so ein Mist für eine Arbeit nach sich zieht und dass wir dafür keine Heinzelmenschen haben. Und dass es gar nichts bringt, sich unfähig anzustellen, denn dann werde ich noch weniger amused und das will hier eigentlich keine.

Morgen bleibt es hoffentlich trocken.

Bad vibrations

Bad vibrations

Schon sehr lange funktionierte mein CD-Player nicht richtig. Er fand den ersten Track nicht und hüpfte so auf den CDs rum. Musikhören machte damit keinen Spaß. Schon vor ein paar Jahren war ich damit im Fachgeschäft, das mit einer kalibrierten (?) CD feststellte: Alles in Ordnung. Im Laden. Zu Hause nicht. Meh.

Das Streaming zog hier ein und CDs waren zunehmend irrelevant. Aber weder von den CDs noch vom Player wollte ich mich nicht trennen.

Nun habe ich aber umfassend von meinen CDs verabschiedet. Aber vom Player will und kann ich das nicht. Denn den hat mir Papa geschenkt. Vor 31 Jahren. Zur Konfirmation. Ich bekam ihn etwas nach dem eigentlichen Termin. Und weiß noch, wie er das gute Stück anschleppte. Wohl überlegt ausgesucht, mit vielen coolen Features. Heutzutage gibt es sowas gar nicht mehr *Krückstockgefuchtel*. Das sagte auch der Mensch im Fachgeschäft. So und so: Ich hänge an dem Teil.

Also besorgte ich mir hochprozentigen Alkohol und reinigte die Linse. Das half und das Gerät lief ohne Holpern. Im Schlafzimmer.

Im Wohnzimmer fand das Gerät wieder keine Spur auf der CD und rödelte ergebnislos.

Ich recherchierte und las was von Vibrationen. Nunja, durchs am Wohnzimmer vorbei geht eine Straße. Sollte die wirklich so einen Einfluss haben? Meh. Ich suchte ein ausrangiertes Kissen, bettete den CD-Player darauf und siehe da: kein Hüpfen und Springen.

Bis die Schaumstofffüße kommen, habe ich dem Gerät interimsweise meine Garten-Kniematte untergeschoben und mich heute schon sehr über flüssig durchlaufende Musik gefreut.

Neu

Neu

Wenn sich eine 1,5 Jahre in den eigenen vier Wänden verschanzt, dann sieht sie leider auch, was alles in diesen vier Wänden nicht so knall ist. Die Wohnung ist nicht perfekt, aber sie ist für Frankfurter Verhältnisse super. Lage, Größe und Miete sind unschlagbar. Und was ein absolutes Plus ist: unser Balkon (auch wenn wir ihn diesen Sommer nicht so wirklich nutzen konnten. Und mit all dem ist klar: Sollte die Frankfurter Mietblase nicht in absehbarer Zeit platzen, werden wir für immer hier wohnen bleiben. Und wenn wir hier bleiben, können wir auch etwas investieren, damit bestimmte Kleinigkeiten mich uns nicht mehr nerven. Haupt-Nervpunkt, da auch Hauptaufenthaltsort: das Wohnzimmer mit der offenen Küche. Am liebsten hätte ich ja die Küche rausgerissen und neu geplant. Da die Küche aber zu Wohnung gehört und der Vermieter mitsamt Hausverwaltung da keinen Handlungsbedarf sehen, machte ich Überlegungen, wie wir die Situation optimieren können:

  1. Der Kühlschrank: Der Einbaukühlschrank, der zur Küche gehört, ist zu klein für uns. Kühlschrank und Tiefkühlschrank lassen sich nicht getrennt voneinander ausschalten. Das Gemüsefach völlig untauglich. Nach etwas Hin und Her beschlossen, dass wir einen freistehenden Kühlschrank brauchen. Mit ordentlichem Gemüsefach. Etwas gedankliches Möbeltetris und es war klar: Er darf sogar 70 Zentimeter breit sein. Yeah!
  2. Der Herd – also Kochfelder und Backofen: Schon vor einer Weile war die Umluft ausgefallen. Das Ceranfeld funktionierte auch nicht ordentlich.* Ich wollte Induktion und ich wollte einen Backofen mit Backauszügen, Pyrolyse und Auftauprogramm – neben den üblichen Funktionen. Ich verglich diverse Hersteller und stellte fest, dass zwei voneinander unabhängige Geräte nicht nur bezahlbar sind, sondern auch mehr Optionen und Funktionen bieten. Und wenn eine selbst entscheidet und dann online bestellt, kann sie sehr viel sparen.
  3. Platz in der Küche: Wir wohnen in einem Altbau und oberhalb der Oberschränke ist noch sehr viel Platz. Verschenkter Platz. Im Keller hatten wir noch einen Oberschrank, der jetzt den Beginn einer zweiten Reihe ist. Außerdem war da ja noch der Schrank, in dem der Einbaukühlschrank war: Für den habe ich Böden besorgt. Und schwupps haben wir viel mehr Raum in der Küche und können endlich mal in der Wohnung verteiltes Geschirr und die Keksdosen in der Küche unterbringen.
  4. Geschirr: Ich war unser weißes schlichtes Geschirr satt. Ich hatte das damals besorgt, weil ich immer dachte, dass sich weiß am besten mit diverser Deko kombinieren ließe. Mit dem Problem: Ich dekoriere nicht. Herausforderung bei der Beschaffung des neuen Geschirrs: Es soll farbig sein, aber nicht kunterbunt und es soll aus Porzellan und nicht aus Steingut sein. Dank Twitter tatsächlich fündig geworden.
  5. Licht überm Esstisch: In der abgehängten Decke vom Wohn-Esszimmer sind Deckenstrahler eingelassen. Halogen-Deckenstrahler, denen ich ja bereits LED-Leuchtmittel gegönnt hatte. Aber das Licht war funzelig, weil der Abstand zwischen Decke und Tisch über 2 Meter ist und die Strahler nicht direkt über dem Tisch sind.** Und da wir noch einen nicht benutzen Stromanschluss hatten (sogar mit Dimmer), entschlossen wir uns eine Hängelampe für überm Tisch zu besorgen. Es war ein bisschen aufregend, die ca 10 Kilogramm schwere Lampe an der Rigipsdecke zu befestigen. Aber bislang hält’s.
  6. Durch die Einrichtung meiner Arbeitsecke, wurde das „Wohnzimmer“ verkleinert. Dadurch wurde der alte Couchtisch, den ich mal in der ikea-Fundgrube geschossen hatte. Außerdem neigte dieser Tisch dazu zugerümpelt zu werden. Aber holla, es ist nicht sooo einfach einen Couchtisch zu finden, der a) aus Holz b) schlicht c) nicht zu niedrig d) nicht zu tief, aber dafür breit genug ist und nicht eine Niere kostet. Aber wir wurden fündig.
  7. Die Essecke, die aus der uralten Eckbank*** und dem nicht ganz so alten Wangentisch**** meiner Eltern besteht, ist nicht optimal. Also die Eckbank schon, die passt perfekt rein, muss aber mal aufgearbeitet werden. Aber der Tisch nervt. Diejenige, die vor Kopf sitzt, muss breitbeinig sitzen oder haut sich halt die Knie an. Einen neuen Tisch haben wir tatsächlich schon gefunden, aber noch nicht bestellt, weil ich noch darüber nachdenke, ob ich nicht doch meinen Schreiner des Vertrauens frage, ob er mir einen bauen kann.
  8. A propos Schreiner: Papas Schaukelstuhl ist jetzt zur Aufbereitung da. Der Schaukelstuhl ist aus den 1960ern und hat meinen Vater lange begleitet. Bis er mit mir zusammen auszog. Auch wenn er bei mir immer mal wieder nur rumstand, konnte ich mich nicht trennen. Nun ist es an der Zeit ihn wieder hübsch zu machen, damit er einen Ehrenplatz im Wohnzimmer bekommen kann.

Wir haben im Rahmen der ganzen Umbaumaßnahmen auch einiges aussortiert (eKA, Verschenkbox vorm Haus, öffentlicher Bücherschrank, Garage). Der Keller ist auch wieder aufgeräumt (und entrümpelt). Nun müssen noch ein paar Schränke umgeräumt werden – also die Inhalte. Und ich denke darauf rum, ob das Kind einen passgenauen Schreibtisch bekommt, damit der Platz in seinem Zimmer besser genutzt werden kann.

Es wird. Es wird.

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* Eigentlich von Anfang an, was vermutlich daran lag, dass der Herd, den wir 2013 kurz nach unserem Einzug eingebaut bekamen, nicht von einem Elektriker angeschlossen wurde. Denn der Elektriker, der den neuen Herd anschloss, hat eine ganze Weile frickeln müssen, damit alles ordnungsgemäß funktioniert.

** Bzw. der Tisch nicht unter den Deckensports, die waren ja zuerst da.

*** Auf der ich bereits als Kind saß und Kratzer reingemacht habe.

**** Der den ursprünglichen Tisch, der zu der Eckbank gehörte, ersetzen musste, weil ebendieser mal Feuer fing, weil wir einen Adventskranz darauf vergessen hatten, als ich noch nicht soo alt war und seitdem Kerzen ziemlich doof finde.

Eskapieren

Eskapieren

Lockdown, Tag 23

Unsere Schule hat schon heute Infos zu den drei Schulwochen im Januar herausgegeben. Ich bin höchst überrascht. Positiv. Hatte sich die Schule doch vor 10 Monate insbesondere durch Totschweigen hervorgehoben. Nach über einem Jahr als Elternbeirätin sind die Klassenlehrerin und ich auch mittlerweile per Du auf einer guten kommunikativen Ebene. Sie hat verstanden, dass ich nicht gegen sie arbeiten möchte, aber durchaus eine eigene Meinung habe. Die Kommunikation mit den Eltern läuft auch gut. Und so ist am Ende des Tages klar, dass die meisten Schülerinnen aus des Kindes Klasse zu Hause bleiben werden.

Arbeit läuft so semi. Irgendwie zäh. Irgendwie bin ich noch nicht ganz da.

Nachdem gestern schon die neuen Boxen (Internetmensch sei dank) kamen, kamen heute auch Kabel und Bananenstecker …

… und so eskapierte ich für den restlichen Nachmittag, indem ich Kabel schnitt, Bananenstecker festmachte, die Boxen anschloss und ausrichtete.

Danach fischte ich noch Patafix (auch dank Internetmensch) aus dem Briefkasten und konnte die Kabel ordentlich befestigen.

Nun haben wir wunderbaren Raumsound im neu gestalteten Wohnzimmer. Damit können wir aus prima eskapieren. Das wird in den nächsten Wochen wohl noch wichtig(er) werden.

Fehlerteufel 2

Fehlerteufel 2

Lockdown, Tag 22

Ich rege mich nicht über die Beschlüsse der Ministerinnenkonferenz mit der Kanzlerin auf. Es nützt nix. Es ändert nix. Nix ändert irgendwas. Es ist zum Auswandern, wenn ich nur wüsste wohin und wenn es sich nicht nach „die Ratten verlassen das sinkende Schiff“ anfühlen würde.

Wenigstens ist in Hessen die Präsenzpflicht für die Schulen aufgehoben. Zumindest für des Kindes Klassenstufe.

Semi-gute News: Ich habe das 100ste Quadrat vom #AfghanHueShift fertig gestrickt.

Leider hat sich in den letzten 10 Quadraten ein blöder Fehler eingeschlichen – aka: ich habe bei den Knäuel nicht aufgepasst. Und die ersten 25 sind auch nicht so schön wie die restlichen 75 geworden. Daher werde ich wohl 35 Quadrate aufribbeln müssen. Aber erstmal zwei Auftrags-Pussyhats stricken.

Finderin

Finderin

Lockdown, Tag 21

Ich komme etwas besser bin den Arbeitsflow. Etwas. Aber es fühlt sich auch komisch an, dass ich nur halbe Tage arbeite – und auch versuche, mich daran zu halten. Zu wirklich viel komme ich in 4,5 Stunden nicht. Immerhin habe ich heute einen Text fertig gemacht.

Als ich den Rechner ausmache, ist mir danach rauszugehen. Ich überlege, ein Stück meines Erbes auszuliefern, aber da kommt der RB nach Hause. Mit Laune. Ich werde mit: „Der Tag kann weg.“ begrüßt. Es stellt sich heraus, dass er auf seinem gerade gelaufenen Weg seine Brille verloren hat.

Ich lasse mir seinen Weg genau beschreiben. Wann ist er auf welcher Seite von welcher Straße gelaufen. Mit Musik auf den Ohren und Maske über Nase und Mund gehe ich los.

Es ist erstaunlich, wie schnell die eine den Fokus verlieren kann, wenn sie sich darauf konzentriert, etwas zu sehen bzw. zu finden. Ich muss ja nicht nur auf dem Boden gucken, sondern auch auf Fenstersimsen, Stromkästen, Zäunen oder wo Menschen gefundene Dinge hinlegen, damit sie wiedergefunden werden. Immer wieder halte ich inne und ermahne mich. Der Weg bis zu dem Punkt, an dem der RB feststellte, dass seine Brille weg ist, ist gut 2 Kilometer lang. Unterwegs komme ich an vielen Geschäften vorbei und ich beschließe, dass ich auf dem Rückweg in diesen Geschäften frage.

Als ich beidrehe, ist es schon ziemlich dunkel. Nach 370 Metern kommt ein kleiner Imbiss. Nein, dort wurde keine Brille abgegeben. 100 Meter weiter ist ein Getränkmarkt. Auch da wurde die Brille nicht abgegeben. Nach weiteren 100 Meter, an einer Kreuzung, halte ich kurz inne und schaue mich intensiv um. Joah, dunkel. Mist. Doch, halt, was ist das?! Auf Augenhöhe gucken mich aus einem Zaun (Foto vergessen, ich werde in die Blogerinnen-Hölle kommen) zwei Gläser an. Zwei Brillengläser einer Brille mit halber Fassung – so einer Brille wie der RB sie hat. Und ja, es ist die Brille vom RB. Ich überlege kurz, ob ich ihm direkt Erfolg vermelde. Aber ich stecke die Brille ein und behalte die freudige Nachricht auf den 900 Metern nach Hause für mich.

Nach einem kurzen foppenden Moment („war nicht so schlau, im Dunkeln suchen zu gehen“) ist die Freude aber sehr groß. Er hat es wirklich nicht erwartet und war schon kurz davor, einen Optikerinnen-Termin zu machen. Ich war mir ja recht sicher, dass ich erfolgreich sein werde – immerhin habe ich ja schon meinen Lieblings-Ohrring mehrfach wiedergefunden. Und der ist deutlich kleiner als eine Brille.

Halber Tritt

Halber Tritt

Lockdown, Tag 20

Uarg, bin ich gerädert. Die Gurkerei gestern war durchaus anstrengend, obwohl der RB wenigstens die Rückfahrt bestritten hat.

Gut, dass diese Woche smooth anfängt. Ich musste noch Urlaub aus 2020 abbauen und habe 4 halbe Tage auf Montag bis Donnerstag gelegt. Freitag ist ja frei (mal sehen ob wirklich). So fange ich die Tage erst um 11h00 an und kann gegen 15h30 den Rechner zuklappen.

Ich komme heute aber nicht in den Tritt. Es wäre schon gut gewesen, wenn ich meiner Mutter vor und/oder über Weihnachten beim Packen geholfen hätte und halt nicht auf dem letzten Drücker. Das Wochenende fehlt mir tatsächlich zum Urlaubsabschluss. Außerdem müsste ich mich dann nicht um die Entrümpelung parallel zum Arbeiten kümmern.

Nun denn, es ist wie es ist.