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Kategorie: Selbst ist die Frau

Abschottung, Tag 82

Abschottung, Tag 82

Ups, wir haben sowas wie verschlafen. Als tapere ich direkt an den Schreibtisch. Ich kümmere mich um Projekte, räume parallel noch ein bisschen auf, schicke das Kind zur Buchhandlung und dann zur Schule, arbeite weiter, gehe duschen, verabschiede den RB, habe eine Telko, die glücklicherweise zu Ende ist, bevor die Putzhilfe kommt. Endlich wieder nach 12 Wochen.

Ich verziehe mich auf den Balkon, um dort zu arbeiten. So kann die Putzhilfe unbeobachtet arbeiten und wir haben genug Abstand.

Ich komme gut voran.

Zwischendrin kommt der dhl-Bote mit einer Zolllieferung. Blöd nur, dass ich vorher nicht über die Summe informiert worfen war und so kein Bargeld im Haus hatte.

Die Putzhilfe geht und unsere Wohnung ist wieder sauber. Blitzblanksauber. Überall gleichzeitig.

Ich habe noch eine Telko. Das Kind kommt von der Schule. Reicht mir eine Nussecke rein <3 und vergisst dann durchs Daddeln sein Rugby-Training. Ich denke auch nicht dran, denn ich versuche nach getaner Arbeit erst dhl zu erreichen. Zum Glück mit Erfolg, die Sendung wird morgen erneut zugestellt. Dann bespreche ich mich kurz mit meiner Mutter, weil ich für sie Handyangelegenheiten regeln möchte. Es ist etwas schwierig beim Handyanbieter meiner Eltern zum Kundenservice zu kommen. Erst als ich den Computer anschnauze: „Ich will verdammich einen echten Menschen sprechen.“ werde ich von einem echten Mensch begrüßt. Einem echt kompetenten Mensch. Ich schildere ihm das Problem und er kann es gut und höchst zufriedenstellend lösen. Meine Mama ist glücklich.

Dann kümmere ich mich ums Abendessen: Gegrillter Haloumi mit gegrillter Ananas. Sehr lecker. Dazu noch gegrillte Reste.

Weil wir spät dran sind, sind wir auch erst später in der #CorotäneKneipe.

Abschottung, Tag 80

Abschottung, Tag 80

Ich etappe mich immer wieder bei dem Gedanken, dass ich es schon nett fände, mut allen im Haus in unserem Hof ein Fest zu feiern, wenn klar ist, dass wir uns wieder gefahrlos begegnen dürfen. Aber dann sehe ich, wie unverwundbar sich einige im Haus verhalten und habe keine Lust mehr.

Lieber plane ich mit dem RB eine echte Fakehochzeitsparty, zu der wir alle einladen, die uns lieb und wichtig sind, die wir derzeit nicht sehen können denen wir derzeit nicht nahe sein dürfen.

Oder wenn wenigstens ein reales Treffen der #CorotäneKneipe-Teilnehmerinnen. Gerne auch in Dänemark. Dann sehen wir alle (endlich wieder) was anderes.

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Der RB und ich haben seit langem (seit Beginn der Abschottung?) wieder in einem Bett geschlafen. Ohne Schnarchen seitens des RB geht das. Wir schliefen aus, wobei ich länger schlief als der RB, was dieser nutzte, um mir Tee ans Bett zu bringen.

FrühSpätstück gab es auf dem Balkon – mit Omelette und sehrsehr leckerer Mango. Und Tage, die auf dem Balkon beginnen, enden auf dem Balkon. So will es das Balkongesetz.

Der RB machte Dinge am Computer. Ich machte etwas Grünschnitt, tropfte die Olive um. Dann wollte ich Zitronenkuchen backen, weil da aber ein paar Orangen rumlagen, machte ich einen Orangenkuchen. Dieser war pünktlich zum Kaffee-Zoom-Date mit Freunden fertig.

Nach Kuchen und Wein kümmerte ich mich um die Fotos von gestern, der RB bereitete das Abendessen vor. Ich gesellte mich später zu ihm und machte zwei Soßen.

Alles bereit – auf dem Balkon

Das waren mein erstes Mal Sommerrollen. Und es war gut. Ich mag Modulessen, bei dem jede das nimmt, was sie mag.

Essen, das mit den Fingern gegessen wird, hat das Kind am liebsten

Bevor das Kind früh (haha, zumindest früher als sonst, weil morgen Frühschichtschule) ins Bett ging, spielten wir noch zusammen Karten. Dann vorlesen, schlafen (das Kind) und Good Omens (der RB und ich).

Könnte ich bitte noch einen Tag frei haben?!

Abschottung, Tag 65

Abschottung, Tag 65

Seit letzter Woche besteht ein Wanderbeschluss für heute, naja, für dieses Wochenende, aber da wir gestern nicht konnten, weil wir ausschlafen und einkaufen mussten und auch sonst keine Lust auf Hetzerei hatten, also heute. Gestern hatte ich vorgegeben, dass wir um 12h00 losfahren.

Der RB und das Kind sind schon wach. Ich bekomme einen Tee ans Bett gebracht. Es wird versucht zu kuscheln, aber besser wir stehen auf und frühstücken. Ausreichend. Dann darf das Kind Maus gucken, damit es uns nicht um die Füße wuselt, während wir das Proviant in die Rucksäcke verteilen. 12h30 fahren wir los. Das Kind nölt schon die ganze Zeit, dass er keine Lust habe. Und auch wenn er jetzt wieder Training im Rugby-Club hat (so richtiges Rugbytraining ist es ja nicht), ist das trotzdem nicht genug Bewegung. Einmal pro Woche gehen wir zusammen raus. Basta. Wir fahren mit dem Auto nach Büdingen. Ich war noch nie in Büdingen. Ich mag Covid19 unter diesem Aspekt: Wir lernen echt viel von der Gegend kennen. Ich liebe ja auch diese hr-Sendungen, in denen immer die 10 irgendwas in Hessen vorgestellt werden. Wenn dieses Bundesland Meer hätte, wäre es perfekt, aber auch so denke ich, dass ich hier problemlos ein Jahr lang Urlaub machen kann.

In Büdingen finden wir direkt einen Parkplatz und ich denke: Ach, durchaus pittoresk, das Städtchen.

Aber wir sind nicht zum Sightseeing hier, sondern zum Wandern. Erste Empfehlung von Else: Der wilde Stein.

Während das Gekraxel über den Wilden Stein für das Kind noch ok ist, fängt beim nachfolgenden leichten Aufstieg das Genöle vom Kind wieder an. Die Schuhe sind zu warm, der Weg zu uneben, die Sonne zu heiß und überhaupt hat er ja gar keine Lust gehabt, mit uns mitzugehen. Nach noch nicht einmal einem Kilometer insgesamt, denken wir leider nicht nur an das gestrige Geburtstagskind, …

… sondern mir platzt auch der Kragen: Ich habe keine Lust, mir die Wanderung vom Kind vermiesen zu lassen. Ich gebe ihm sehr laut zu verstehen, dass er zurück zum Auto gehen und da auf uns warten soll. Als er nicht umdrehen will, drehe ich um und stapfe wütend von dannen. Das Kind heult, der RB kommentiert. Ist mir egal. Ich gehe jetzt. Ich berate mich mit Else und biege auf den Parallelweg zur eigentlichen Route ein. Wütend stapfe ich mit 7 km/h vor mich hin. Nach 500 Metern höre ich das Kind hinter mir heulen. Er entschuldigt sich weinend. Ich bin immer noch wütend und schicke ihn zurück. Er geht nicht und weint weiter. Ich herrsche ihn sehr unpädagogisch an, dass er aufhören soll zu plärren. Ich merke, wie mein Ärger ganz langsam verraucht, gehe aber langsam weiter. Vom RB weit und breit nichts zu sehen. Ich bin gerade dabei, das Kind retour zu schicken, um den RB zu suchen, da kommt dieser aus den Wiesen. Also stapfe ich weiter die 8%ige Steigung vor uns in einem Affentempo hoch. Dann habe ich aber auch keine Energie mehr wütend zu sein und wir können unsere Wanderung fortsetzen. Die restlichen 13 Kilometer sind wirklich gut.

(Nicht im Bild: Die Rehe, die unseren Weg kreuzten. Als ich sie sah, legte ich dem Kind die Hand auf den Mund, machte „psst“. Aber es nützte nichts, dass er sich nicht doch erschreckte und aufkiekste.)

Natürlich darf das Kind mal jammern, wenn es steil ist und immer nur bergauf geht. Und ich nehme ihm dann auch den Rucksack ab, damit er den nicht auch noch schleppen muss. Aus der letzten Wanderung hatten wir gelernt und genug Proviant eingepackt: Bei Kilometer 6 gibt es daher eine Kuchenpause und am Büdinger Steinbruch freuen wir uns über unsere Burger. Die allerletzten Kilometer sind wie immer etwas mühsam für uns alle und es tut gut, als wir im Auto sitzen.

Da wir nach dem Wandern nicht mehr kochen wollen, überlegen wir auf der Rückfahrt, was wir bestellen. Das Kind möchte Sushi. Ich bin unentschlossen. Dem RB ist nach Lasagne. Zu Hause bestelle ich Sushi für das Kind und mich. Der RB bleibt ohne Lasagne, weil der Italienener seines Vertrauens sonntags Ruhetag hat. Nach einem lärischen Moment seinerseits, den ich nutze, um das Sushi zu holen, geht er auch schnell, um sich was zu essen zu besorgen. Ein Hoch auf die Großstadt.

Das Kind muss heute mal früher ins Bett, da er morgen um 8h00 Hyrax und Brackets entfernt bekommen soll.

Abschottung, Tag 63

Abschottung, Tag 63

Erwartungsgemäß war die Nacht zu kurz, dennoch musste ich um 10h00 telefonieren. Ach, ich mag die Kundin. Wir verstehen uns gut. Dann dies, das und jenes gemacht. Meine To-Do-Liste sortiert. Hier was nachgearbeitet, da was geklärt. Und dann war es 15h00 und mein Kopf streikte.

Ich ging auf den Balkon und freute mich über Babyäpfel und -trauben und sorgte mich um den Hibiskus.

Dann ging ich duschen, zog mal wieder Rock an, schminkte mich und ging – endlich – Dinge im dm kaufen, die ich der Freundin ins Paket stecken sollte.

Der Platz im Dorf war voll. Die Cafés hatten wieder richtig auf und den Platz mit Tischen voll gestellt. Ich muss mir sagen, dass das ok ist. Dass gerade dieses Draußensitzen ok ist. Dass unsere Prävalenz und Inzidenz derzeit wirklich recht gering sind. Seit elf Wochen (und das Jahr ist erst 20 Wochen alt) bin ich im HomeOffice und damit auch in der Abschottung. Ich muss aktiv aus der Wunderlichkeit und Normalität leben (lassen), sonst wird das auf Dauer ungesund.

Wieder zu Hause gab es Kaffee und Kuchen. Dann musste ich schlafen. Der RB kochte mal wieder. Und schwubbs, war es Zeit für die CorotäneKneipe.

Abschottung, Tag 52

Abschottung, Tag 52

Long story short: Kackscheißtag.

Dabei fing der Tag gar nicht so schlecht an. Zwar mit etwas dumpfen Kopf und dem Gefühl von aufsteigender Seuche, aber ich hatte ok geschlafen, war vom Wecker wach geworden und halbwegs fit für den Tag. Allerdings war mir den ganzen Tag über kalt.

Ich versuchte Dinge abzuarbeiten, aber telefonierte wieder elends viel. Das zerreißt mir immer den Tag.

Ich chattete auch mit Nintendo in der Hoffnung, das Profil vom Kindes irgendwie sinnvoll mit einem passenden Account zu verknüpfen. Mir konnte nur bedingt geholfen werden. Das Kind nahm es aber mit Fassung.

Am späten Nachmittag dann zusammen mit dem RB den Kopf über Menschen geschüttelt. Über Menschen, die gegen Zwangsimpfungen sind und auch sonst eher in Aluhuthausen unterwegs sind. Zur Klarstellung auch an dieser Stelle:

Kinderkrankheiten heißen nicht so, weil sie so niedlich sind, oder Kinder so niedlich damit aussehen, sondern weil Kinder daran sterben (können). Und in unserer Zeit und unseren Breitengraden sterben mehr ungeimpfte Kinder an einer Kinderkrankheit als dass Impfschäden überhaupt auftreten.

Apropos Alhuhut: Der vom Kv drückt kräftig und er scheint gerade zu viel Zeit zu haben. Da er unbedingt sein Kind sehen will, hat er mittlerweile das französische Innenministerium kontaktieren lassen. Ergebnis: Er darf nach dem 11. Mai herkommen und das Kind abholen. Dass das Kind in Quarantäne muss, wenn er wieder nach D kommt, will er nicht glauben. Er möchte lieber das Innen- und Außenministerium anrufen (von welchem Land ist unklar). Dem Kind gegenüber haut er Dinge raus wie: Das mit dem Virus ist nicht so schlimm. Anderswo würden ja viel mehr Menschen verhungern, als bisher an Covid-19 verstorben sind. Und impfen lässt er sich auch nicht.

Da musste ich leider dem Kind gegenüber sehr deutlich werden:
1. Solange der Kv die Pandemie nicht ernst nimmt, wird das Kind nicht zu ihm fahren.
2. Der Kv ist Risikogruppe und wenn er sich ansteckt, gepaart mit seinem Unwill überhaupt zum Arzt zu gehen, kann sich das Kind schon mal auf eine Beerdigung einstellen.

Die selbstgemachte Ramen hatte zwar was tröstliches, konnte aber an den Themen auch nicht ändern.

Ich war noch nie so froh über das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht wie jetzt.

Nachdem das Kind im Bett war, musste ich nochmal an den Schreibtisch, da die Projekte echt nicht weniger werden.

Und weil das alles noch nicht doof genug war, haben der RB und ich uns zum Abschluss der Tages noch ordentlich gestritten.

Abschottung, Tag 51

Abschottung, Tag 51

Dem Kv ist es – verständlicherweise – wichtig, sein Kind alsbald wiedersehen zu können. Also in echt. Also rein emotional kann ich das verstehen. Aus der epidemiologischen Sicht heraus besteht großes Unverständnis meinerseits. Nachdem isch ihm ja letztens schon den Zahn ziehen musste, dass die bösen Deutschen schuld daran sind, dass er nicht zu seinem Kind bzw. das Kind nicht zu ihm darf, setzte er diverse Hebel in Bewegung, um eine verlässliche Information zu bekommen, was denn nun erlaubt ist. Es ging bis zum franzosischen Innenministerium. Offizielle Aussage: Er kann kommen, um sein Kind zu holen. Allerdings gibt es keine Aussage zur Quarantäne. Und da fängt mein Problem an: Der Kv kann nicht hier her fahren und direkt wieder zurück. Dafür ist die Strecke zu lang. Korrekterweise müsste das Kind in Frankreich 2 Wochen in Quarantäne und wenn er wiederkommt ebenfalls 2 Wochen in Quarantäne. Wenn das Kind hier in Quarantäne muss, muss ich es auch und der RB muss … auch in Quarantäne oder ausziehen. So ganz zu Ende gedacht ist das alles nicht. Und es wird uns auch noch eine Weile beschäftigen.

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Ich schlief gut, wurde zwischendurch halt wegen der Blase wach. Herrje, so alt bin ich doch noch nicht. Um 11h00 wurde ich wach, um kurz vor 12h00 betrat ich die Küche mit „Tadaaaa, hier bin ich“. Wir kümmerten uns mehr oder weniger zusammen ums FrühSpätstück.

Bananenpancakes und viel rotes Obst.

Gestärkt kümmerte ich mich um die Fotos von Freitag, damit meine Eltern damit wieder einen virtuellen Spaziergang machen können. Der RB kümmert sich um lästigen Steuerkram und das Kind rödelte so rum. Dann ging ich über unsere Ländereien auf den Balkon und wurde von der Nachbarin, die mit ihren Kindern im Innenhof war, „überfallen“, ob wir ihr nicht Kuchen abnehmen wollten. Das passte super, hatte ich doch überlegt einen Spaziergang zu machen, um irgendwo Backwaren käuflich zu erstehen. Der RB war immer noch mit Papierkram beschäftigt und etwas gereizt. Ich faltete Wäsche im anderen Zimmer, um dabei die aktuelle Staffel von „The Good Fight“ starten zu können. Als ich fertig war, gab es Kaffee und Kuchen für alle.

Anschließend hatten der RB und ich einen Aufräumrappel. Also er Aufräum und ich Rappel. Während er im Wohnzimmer klar Schiff machte, kümmerte ich mich um unsere Stühle. Diese haben nun gut 20 Jahre auf dem Buckel und gehen – höhöhö – aus dem Leim. Also zog ich Schrauben nach, leimte hier und da ein wenig, aber musste auch die eine oder andere Schraube setzen, die vorher nicht da war, damit wir nicht irgendwann mit den Stühlen zusammenbrechen. Auf mittelkurze Sicht müssen wir aber mal über neue Stühle nachdenken. Und weil wir schon darüber sprachen, werden wir wohl auch mal die Eckback zur Aufarbeitung geben, Und ein neuer Esstisch wäre auch toll.

Wir wurschtelten so rum und taten un machten. Da kam eine e-Mail vom Mathelehrer, die mich daran erinnerte, dass ich ja noch die Hausaufgaben vom Kind verschicken muss. Das Kind war irgendwo anders mit den Gedanken und ich genervt. Hatte ich ihm doch gestern gesagt, er solle mir die gemachten Aufgaben hinlegen, damit ich es machen kann.

Dan machte ich Grie Soß und der RB grillte. Wir aßen lecker zu Abend.

Eigentlich war der Plan, dass das Kind früh(er) ins Bett sollte, da ich nochmal an den Arbeitsrechner musste. Uneigentlich tat sich ein Problem bei der Switch auf, dass sich nicht so einfach lösen ließ. Erst telefonierte ich, dann schrieb ich WA, dann richtete ich Konten ein und zwischendrin ärgerte ich mich immer wieder über den Kv, der mal wieder mehr Arbeit machte, als hilfreich war. Verdammiche Energiefresser.

Nach über einer Stunde Zeit für diese Aktion, setzte ich mich an den Rechner und machte dann doch noch was, wenn auch nur das Nötigste.

Abschottung, Tag 49

Abschottung, Tag 49

(Ich ertappe mich dabei, dass ich die aktuelle Tageszahl immer nach dem 1×1 zerlege. Heute also feiner Sand sieben mal sieben, sprich 7 Wochen in der Abschottung…)

Jippiiee, ich habe geschlafen. Ich habe durchgeschlafen. Ich habe bis 10h40 durchgeschlafen. Ich fühle mich wie ein neuer Mensch. Ich brauche einen kleinen Moment, bis ich aufstehen möchte. Dann erwartet mich in der Küche eine Überraschung: Das Kind steht am Herd und kocht. Er kocht Milchreis. Ich bin irritiert und frage ihn, welches Rezept er genommen hätte. „Das habe ich mit auf youtube rausgesucht“, erzählt er stolz. Ich bin weiterhin irritiert. Auf die Idee, ein Rezept bei youtube zu suchen, wäre ich vermutlich nie gekommen. Aber eine lernt ja nicht aus. Während er weiter Milchreis kocht, kümmere ich mich kurz um meine Arbeits-To-Do-Listen. Es sind wieder Hydra-Zeiten: Kaum ist ein Projekt erledigt, ploppen 2-3 neue auf. Ich werde wohl am Wochenende was machen müssen. Mir fällt eine wichtige e-Mail* an meine private Adresse ein. Während ich die und noch eine weitere beantworte, isst das Kind neben mir Milchreis.

Dann wird der RB wach, Heißgetränke werden gemacht und der RB und ich frühstücken – das Kind hatte ja bereits Milchreis und macht nun Hausaufgaben. Ich kündige an, dass wir zusammen wandern werden. Als unser Frühstück beendet ist, kommt das Kind mit den Hausaufgaben zu mir. Ich stricke und versuche ihm zu helfen. Aber das läuft nicht rund. Er gibt mir patzige Antworten und hat eigentlich keine Lust. Da eskaliere ich, erkläre die Hausaufgabenrunde für beendet und schicke ihn in sein Zimmer.

Um mich wieder anzuregen, plane ich mit Else die Wanderung. So wirklich hilft es nicht gegen meinen Ärger: Ich verstecke die Fernbedinungen, sein Laptop, Handy und die beiden Nintendo-Dingse und bin fest entschlossen, das Kind nicht mit zum Wandern zu nehmen. Dazu hat er nämlich auch keine Lust.

Dann fängt es an zu regnen und meine Stimmung gerät auf den Nullpunkt: Bei dem Wetter können wir nicht wandern. Als Übersprungshandlung fange ich an aufzuräumen. Der RB hat vermutlich Angst vor mir und verschanzt sich in der offenen Küche, um ebendiese aufzuräumen. Das Kind traut sich nicht aus seinem Zimmer.

Irgendwann trauen sich die beiden Männer des Haushaltes mir zu verkünden, dass es aufgehört hat zu arbeiten. Ich konsultiere den Regenradar und frage via Twitter nach der Wetterlage westlich von uns. Das sieht beides nicht so erfreulich (für die Natur schon, fürs Wandern eher nicht) aus. Also ändere ich unsere Pläne und gucke nach einer Wanderroute östlich von uns. Dank Else werde ich fündig und ich scheuche den RB, das Kind und mich in Klamotten und Schuhe.

Und ich mache es kurz: Es war prima. Das Wetter war stabil. Das Kind machte gut mit (O-Ton: „Das ist eine Wanderung ganz nach meinem Geschmack. Das sollten wir ruhig öfter machen.“). Der RB litt ein wenig, weil er beim Laufen Rücken bekam, aber er hielt tapfer durch.

Was eine total schlaue Idee war: Kurz bevor wir losgefahren sind, haben wir per e-Mail noch unser Abendessen bei der Prager Botschaft für abends vorbestellt. Während wir schon im Auto saßen, habe ich die Rechnung per paypal beglichen. Hach, wenn es doch überall so einfach möglich wäre.

Denn als wir um kurz vor 19h00 nach Hause kommen, sind wir recht ausgehungert. Ich hole schnell die Bestellung ab und um 19h15 sitzen wir am Tisch.

Ich hatte Guláš – sehr lecker.

Das Kind tut sich nach der frischen Luft mit seiner Neigung zu Sonnenstich abends etwas schwer mit einschlafen. Er ist ziemlich k.o., hat aber Kopfschmerzen.

Die #CorotäneKneipe war wieder sehr unterhaltsam. Und lang…

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* ein Auftrag, den ich noch nicht angenommen hatte.

Abschottung, Tag 43

Abschottung, Tag 43

Miau, miau. Uiuiui, jaja, Kneipe ist zwar nur virtuell, aber Kater ist real. Vor allem, wenn zwei Menschen drei Flaschen Wein trinken. da hat sich meine Rosé-Allergie wieder bemerkbar gemacht: Als ich um 7h50 wach wurde, war mir nicht so wohl. Und weil ich keine Erwachsenen-Ibus fand, musste ich Kinder-Ibus nehmen. Die brauchen wohl länger bis sie wirken und ich schlief erst um 9h00 wieder ein. Um 12h00 weckte mich der RB mit Tee, aber ich war noch nicht ganz Herrin meiner Sinne. Etwas später durfte er sich mit Kaffee zu mir gesellen.

Dann – nicht mehr im Bett – besprachen wir die Essensideen vom RB und machten einen (ersten) Einkaufszettel. Nachdem ich die vergangenen Samstage immer alleine einkaufen war (und nur mit größter Mühe keine Leute gefressen hatte), ging der RB allein los. Ich wollte mich weiter um des Kindes Chaos und das Möbelrücken in der Wohnung kümmern. Nachdem wir gestern den neuen Schrank aufgebaut hatten und Lego und Bücher einsortiert hatte, ging es heute dem Spieleschrank an den Kragen. Alles wurde genau geprüft und was kein joy sparkte nicht mehr genutzt wird, wurde aussortiert. Dabei wurden einige Spiele aussortiert, die dank Twitter bereits schon neue Besitzerinnen gefunden haben.

Zwischendurch kam der RB nach Hause – gestresst vom Einkauf. Zudem hatte er den Einkaufszettel verloren. Also musste ich kurz meinen Aufräumwahn unterbrechen und rekapitulieren, was auf dem Zettel gestanden hatte und mit dem abgleichen, was er schon angeschleppt hatte. Dann ging er wieder los – mit Einkaufszettel Nr. 2.

Ich verschwand wieder im Kinderzimmer und half dem Kind, das Playmobil zu sortieren, das nun auch neue Besitzerinnen gefunden hat.

Mittlerweile eher ein Teenie- denn ein Kinderzimmer

Irgendwann war das Kind nicht mehr aufnahmefähig und ich kümmerte mich zunächst um den Balkon: Ich schob Möbel hin und her und fand es schon besser als vorher, aber so ganz richtig war es noch nicht.

Der Wein wächst so schnell, dass ich ihn neu führen musste.

Also ging ich erstmal in den Flur und machte den bisherigen Schuhschrank sauber und stellte ihn raus, saugte und fing dann an den Hänge- und Gaderobenschrank zu demontieren. Da kam passend der RB wieder, um mir zu helfen. Allerdings nicht ohne sich vorher darüber auszulassen, wie anstrengend einkaufen dieser Zeiten ist und daüber, dass er wieder den Einkaufzettel verloren hatte. Wir hingen den Hängeschrank ab, schlossen die Bohrlöcher und schoben das Regal (aus dem Kinderzimmer) an seinen neuen Bestimmungsort. Ich bohrte die Gaderobenstange an und dann sah alles auch schon sehr viel ordentlicher aus als vorher.

Dann glichen wir die Einkäufe ab, aßen das vom RB mitbegrachte Eis und stellten fest, dass er wieder nicht alles, was wir brauchten, mitgebracht hatte. Also schrieb ich den 3. Einkaufszettel des Tages. Ich prokrastinierte das Losgehen, indem ich dem RB auf den Balkon zerrte, um dort über die Möbelanordnung zu diskutieren: Nun haben alle Möbel bis auf den Tisch und die Bank sowie den Grill einen neuen Platz und es gefällt uns viel besser.

Nun hatte ich keine Ausrede mehr, nicht einkaufen zu gehen und machte mich auf den Weg. Mit Einkaufszettel. Ich besorgte alles, was drauf stand und kam zurück. Mit Einkaufszettel. Dann war auch schon Zeit fürs Abendessen.

Spinatsalat mit Tomaten, roten Linsen und etwas Ziegenkäse

Nach dem Essen stellte sich heraus, dass das Kind sein Tablet geschrottet hat. Es war ihm runtergefallen und halt auf die Kante. Nun ist die Grafik hin. Tja, und das wo er es doch zu Beginn der Abschottung erst hatte reparieren lassen. Als das rauskam, telefonierte er gerade mit dem KV (von dem er das Tablet 2016 geschenkt bekam) und zierte sich sehr, es ebendiesem zu „beichten“. Ich finde es erschreckend, dass er so große Angst vor dem Kv in diesem Punkt hat. Immerhin reagierte er dann doch nicht so schlimm wie befürchtet und die beiden hingen sehr lange zusammen am Telefon.

Abschottung, Tag 42

Abschottung, Tag 42

Na, wer möchte raten?! Na klar, die Nacht respektive mein Schlaf war suboptimal – und das ist noch eine euphenistische Beschreibung.

Wenigstens halbwegs gut aus dem Bett gekommen. Projekt 1 bearbeitet. Dann mit dem Kind und dem RB gefrühstückt. Telko 1 erledigt. Mit der Kollegin telefoniert. Projekt 1 abgeschlossen, Projekt 2 angefangen. Den RB und das Kind zum Abholen bei Ikea verabschiedet. Telko 2 erledigt. Projekt 2 weiter bearbeitet.

Dann kamen die Männer nach Hause und wir luden den Wagen aus. Dann baute ich mit dem Kind das neue Möbel für sein Zimmer auf und verteilte die Bestandteile des neuen Lichtkonzepts. Der RB machte derweil Hausarbeiten.

Wir bestellten Essen und aßen Verschiedenes vom Thai.

Dann schnitt ich dem RB die Haare, ging duschen und schwubbs, war es schon nach 20h30 und die CorotäneKneipe fing erstmal ohne mich an. (Ich musste aufs Glätteisen warten.die Kotletten sind nun so lang, dass sie nur noch damit gebändigt werden können.)

Abschottung, Tag 41

Abschottung, Tag 41

Ach, Schlaf, ach, Schlaf. Ich hoffe, dass es in Bälde wieder was mit uns. Sonst lauf ich nämlich deswegen auf dem Zahnfleisch.

Arbeit lief vom Kopf her besser, dafür wurde ich vom System sabotiert: Beim Speichern einer bearbeiteten Datei verschwanden 2 Stunden Arbeit im Orbit. Ich habe sehr, sehr geflucht. Und war der Nachbarin sehr dankbar, weil sie just ein kleines großes* Dankeschön an die Tür gehängt hatte. Und dem RB war ich auch dankbar, weil er sich ums HomeSchooling beim Kind kümmerte (diesmal Englisch).

Es half aber alles nichts, ich musste alles (!) nochmal machen.

Dann war ich durch und musste was Handfestes machen: Ich bügelte Stoff, schnitt mir eine Pappe 18 cm x 24 cm zu und schnitt dann aus drei kleingekochten Einkaufstaschen Rechtecke aus. Dann holte ich die Nähmaschine aus der Rumpelkammer dem Gästezimmer und versuchte mich daran, Rotzbremsen zu nähen.

Als der RB mit Kochen fertig war, hatte ich zwei Rotzbremsen fertig.

Nach dem Essen machte sich der wenige Schlaf bemerkbar und ich legte mich für einen Powernap hin, aus dem mich jäh eine Mücke weckte, die ich dann aber wenigstens kurz drauf erledigte.

Dann war ich wach und ausgeruht, und nähte noch zwei weitere Rotzbremsen.

Keine Termine im Kalender, dafür Rotzbremsen für alle am Haken

Das Kind skypte mal wieder mit dem Kv und fand danach kein Ende.

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* 700 g Blätterkrokant von Lindt