Browsed by
Kategorie: Selbst ist die Frau

Abschottung, Tag 15

Abschottung, Tag 15

Ausgeschlafen. Etwas zu lange, aber immerhin konnten der RB und ich endlich mal wieder einen Essensplan machen. Die letzten Wochen war mir wieder zu viel Kochen on demand.

Dann musste der RB auch schon los und ich beschloss, heute etwas Self-care zu betreiben. Ich duschte ausgiebig und zog ich mich ordentlich an. Dann ging ich zum Markt, aber der war sehr ausgedünnt. Ich bekam Kartoffeln und Knoblauch. Unsere anderen Stammstände waren gar nicht da. Auf dem Weg nach Hause besorgte ich noch ein paar Sachen beim türkischen Supermarkt.

Danach ging ich mit unserem neuen Hackenporsche einkaufen. Die Schlange vor dem Supermarkt war lang. Aber gut, damit hatte ich gerechnet. Auch heute bekam ich alles von der Liste – sogar Hefe. Weswegen ich direkt zwei Würfel mitnahm*.

Ich muss mehr auf mich achten. Dann fühlt sich die Abschottung vielleicht insgesamt besser an. Vielleicht war aber heute auch nur ein guter Tag in der Abschottung – auch weil ich heute nicht zwischen Arbeit und HomeSchooling jonglieren** musste, sondern weil letztlich ein ganz normaler Samstag war. So normal er eben sein konnte.

(Einmal täglich schaue ich auf die Corona-Map der John-Hopkins-University: Ich bin immer noch irritiert-fasziniert, dass die Todesrate in Deutschland so niedrig ist.)

———————–
* Einen habe ich halbiert und (beide Hälften) eingefroren.

** Ich weiß, dass ich auf einem sehr, sehr, sehr hohen Niveau jammere: Ich habe eine Arbeit, die derzeit alles andere als gefährdet ist und von der wir zur Not auch zu Dritt leben können.. Ich habe nur ein Kind, der außer „kein Bock“ keine wirklichen Probleme in der Schule hat. Wir haben genug Platz und einen großen Balkon. Wir haben Internet und genug zu essen. Wir sind gesund.

Sonntag, 1. März

Sonntag, 1. März

Der Tag begann höchst ramontisch. Denn das Kind hatte sich was ausgedacht. Ich hatte ja schon eine kleine Ahnung. Immerhin sollte ich ihm gestern Abend noch ein Waffelrezept raussuchen. Außerdem habe ich aus dem Augenwinkel beobachtet, was er gestern mit dem Upcycring-Frank gewerkelt hatte. Hachz.

Da der RB und ich die Nacht wegen Schnarch getrennt verbracht hatten, wurde ich gegen 10h30 gedrängt, mich doch wieder auf meiner Betthälfte einzufinden.

Kaum war ich umgesiedelt, stand das Kind mit frischen, allein zubereiteten Waffeln im Zimmer, Tee und Kaffee warteten schon, und war etwas enttäuscht, dass der RB nicht einfach die Augen aufriss und wach war.

Als alle aufnahmefähig waren, kam das Kind mit zwei kleinen Päckchen: eins für den RB und eins für mich.

Der Inhalt aus meinem Päckchen war allerdings für den RB und umgekehrt. Nein, das Kind hatte nichts vertauscht, aber er wollte, dass wir uns nach seiner fragenden Feststellung „Ihr wollt doch?!“ die Ringe gegenseitig ansteckten, um so die Fakeverheiratung zu vollenden.

Dann war für den Standesbeamten alles erledigt und er ließ das junge Glück allein.

Wir überlegten, was wir machen wollten mit dem Sonntag, entwarfen einen Plan, der uns gut gefiel.

Allerdings ging ich dann in des Kindes Zimmer und sah die Baustelle aka erst nur halb aufgebautes Bett. Ach, wenn der RB mal da ist, kann er ja mal kurz helfen, denn so ein Vollholzhochbett ist durchaus sperrig und schwer. Wir montierten die Leiter. Dann stellte ich fest, dass bestimmte Teile nicht an der richtigen Stelle waren. Also Leiter wieder ab und Teile tauschen. Dann baute ich weiter und der RB kochte (für morgen vor*). Ich musste nochmal Holmen tauschen, doch mit weniger Aufwand. Ich verzweifelte kurz an vermeintlich fehlenden und ebenso vermeintlich zu vielen Teilen, hatte dann aber eine Eingebung.

Wir werkelten und kochten und schwubs war es 16h00 vorbei. Der Plan war damit obsolet, aber lüften mussten wir uns alle dennoch.

Wir spazierten in den nächsten Park, ließen das Kind beim Fußballplatz und führten unseren Gang in politischer Mission fort.

Als es dunkel wurde, gingen wir nach Hause. Der RB kochte wieder, ich tat mit dem Kind noch letzte Handgriffe am Bett.

Das steht jetzt schon in seiner Ecke und wartet nur darauf, dass der Matratzenbezug gewaschen ist. Dann kann das Kind in luftiger Höhe von 1,90 Metern schlafen.

—————————
* Mist, ich hab den Rotkohl vergessen.

Rien ne va plus*

Rien ne va plus*

Nein, es ging nicht (gar) nichts mehr heute, aber es ging recht wenig, so zum Beispiel ging

  • ein Zug morgens nach Paris,
  • ich 6,6 Kilometer durchs 9. Arrondissement,
  • die eine oder andere Busverbindung,
  • fast am Gare du Nord verloren,
  • das alltäglich Leben in Paris weiter,
  • das Taxibusiness in Paris sehr gut,
  • der midi-monsieur mit mir 500 Meter stramm den Boulevard de Strasbourg entlang,
  • die Rückverbindung trotz dreimal Umsteigen sehr gut.

Nicht (mehr) ging

  • meine ursprünglich geplante Verbindung hin (daher 2 Stunden früher los**),
  • der größte Teil des Pariser ÖPNV, insbesondere die Metros,
  • irgendwann der Bus, in dem ich saß,
  • es mit dem Taxi weiter, als wir 500 Meter vor dem Gare de l’Est waren,
  • was bei mir am Abend zu Hause nach dem Essen*** und als das Kind im Bett war.

Ich stehe dem Streik in Frankreich recht wohlwollend gegenüber****, denn ich kann wirklich verstehen, dass die Französinnen keine Agenda2010 haben wollen*****. Und so normal das Leben in Paris weiterging, so zeigte sich deutlicher als sonst schon:

  • Die Stadt ist nicht für den motorisierten Individualverkehr ausgelegt.
  • Die Maßnahmen, die die Stadt sehr massiv getroffen hat, um den ÖPNV (Busse) und den nicht-(verbrenner)motorisierten Individiualverkehr (Fahrrad, e-Roller) zu stärken******, schränken den motorisierten Individualverkehr ein. Das ist gut so, funktioniert aber nicht, wenn der unterirdische ÖPNV nicht zur Verfügung steht.

Und abgesehen von dem Stress wegen des ausgefallenen Busses auf dem Weg zum Montparnasse und der Taxifahrt vom Gare Montparnasse zum Gare de l’Est (nach 40 Minuten stiegen wir aus (s.o.), mit der Métro 20 Minuten) hatten, hatte ich eine insgesamt gute Zeit und einiges zu sehen:

——————–
* Nicht geht mehr.

** weswegen ich gefühlt gar nicht total schlecht geschlafen hatte

*** total fertig

**** ja, so von außen und ohne betroffen zu sein, sagt sich das leicht, aber dennoch…

***** auch wenn sich sicher nicht um eine Renten- und auch Arbeitsmarktreform herumkommen werden, aber das schlechteste vom Schlechten aus Deutschland zu übernehmen kann es nicht sein.

****** Aus normalen Fahrspuren wurden Busspuren (auf denen auch Fahrräder und Limes, aber auch Taxis fahren dürfen) oder baulich abgetrennte Fahrradwege.

Entscheidungsschwäche

Entscheidungsschwäche

Noch im letzten Jahr guckte ich in den Spiegel und dachte: „Boah, die olle Brille haste jetzt aber auch schon lang genug gesehen.“ und entschloss, dass ich nach dem Kurztrip ans Meer dringend eine neue bräuchte.

Heute dann – nach langem Ausschlafen – scheuchte ich den RB in die Klamotten und nahm ihn mit ins Optikergeschäft. Gemeinsam durchforsteten wir ca. 10 eng mit Brillen behangene Regale* Wände. Nach über 30 Jahren mit Brille weiß ich mittlerweile ganz gut, was mir steht und was alltagstauglich ist und so sind meine Kritieren für meine (!) Brille:

  • kein Metallgestell,
  • keine Nasen-Dingsis, äh, -pads,
  • nicht zu schmal (also in der Höhe),
  • nicht zu weit übers Gesicht herausragend**,
  • nicht zu eckig (insbesondere unten außen),
  • nicht rund,
  • nicht zu hell, aber auch nicht schwarz,
  • keine Halbbrille (das ist eh ganz komisch außer bei Lesebrillen)
  • Glasgläser****.

Gerade letzters scheint für einige Optikerinnen ein Problem unverständlich zu sein. Beim vorletzten Brillenkauf wollte eine mir auch inbedingt Kunststoffgläser verkaufen und war regelrecht beleidigt, weil ich auf Glas bestand. Und weil da die Kundin wohl nicht Königin ist, haben sie nichts an mir verdient. Tja, nicht mein Problem.

Nach einer guten Weile hatte ich dann vier Brillen in der engeren Auswahl. Und nachdem sich auch eine Optikerin bemüßigt fühlte, mich zu fragen, ob ich Hilfe bräuchte, konnte ich auch klären, dass zwei der Brillen nicht schmaler (in Relation zum Kopf) verfügbar sind und somit ausschieden. Dann bat ich die Optikerin, mir nochmal welche zu zeigen, die sie für mich auswählen würde und so kamen noch zwei wieder in die Auswahl. Ich probierte hin und her und zog die Brillen immer wieder auf, kroch fast in den Spiegel, weil ich ja nur auf kürzeste Distanz scharf sehe und fragte immer wieder den RB und die Optikerin, was sie denn meinen würden. Irgendwann waren dann nur noch zwei Brillen übrig und ich konnte mich nicht entscheiden.

Glücklicherweise musste ich dann erstmal einen Sehtest machen. Die freundliche Optikermeisterin setzte mir das Stärkentestdings vor die Nase und fragte dabei fast beiläufig: „Haben Sie das Gefühl, dass sich was verändert hat?“
„Naja, ich muss die Brille zum Lesen absetzen.“
„Sie kommen jetzt in das Alter, in dem man auf eine Gleitsichtbrille zusteuert.“
„Hmhm.“ (Hallo?! Ich werde erst in 10 Tagen 43.)
Dann sind wir erstmal mit Messen beschäftigt – also sie damit mit elektronisch immer wieder neue Stärkenvarianten vorzuschalten und ich damit, die Buchstaben in Reihe 1 und 2 zu entziffern. Als wir fertig sind erläutert sie, dass sich meine Stärke nochmal etwas***** verschlechtert hat: „Aber mit den neuen Stärken haben Sie wieder auf beiden Augen 125%. Das bedeutet aber auch, dass das Lesen mit Brille noch weniger funktioniert.“
„Und die Gleitsichtbrille?!“
„Solange es Sie nicht stört, die Brille zum Lesen abzunehmen, kommen Sie noch ziemlich lange darum herum.“

Das sind doch mal gute Aussichten******, nimmt mir aber auch nicht die Entscheidung ab, welches der beiden Brillengestelle, die durchaus unterschiedlich sind, ich nun nehmen soll. Also habe ich kurzerhand beide genommen. Und es kommen in beide auch die guten vollentspiegelten und dünngeschliffenen Gläser rein. (Damit habe ich dann endlich auch mal eine Ersatzbrille.*******)

In ein paar Tagen gibt es dann auch mal Bilder.

—————————————-
* Naja, es sind ja keine klassischen Regale, sondern viele Halterungen, auf denen immer 3 Brillen Platz haben.

** Das ist ein Grund, warum mich die jetzige Brille stört. Sie ist mittlerweile deutlich breiter als mein Kopf***.

*** Ich komme jetzt wohl in das Alter, in dem der Kopf schrumpft…

**** Ja, die sind bei meiner Stärke releativ schwer – auch bei den extra dünn geschliffenen Gläsern, aber zum einen mag und brauche ich das Gefühl, etwas auf der Nase zu haben und zum anderen habe ich mich in all den Jahren immer geärgert, wenn ich Kunststoffgläser hatte (Beschichtungsprobleme, zerkratzen sehr schnell).

***** jeweils eine halbe Dioptrien

****** Auch wenn ich da oben etwas mit „Gleitsichtbrille = alt“ kokettiert habe, ist das nicht mein Problem an der Sache. Ich fürchte, dass meine Sehgewohnheiten mit Brille nicht mit der Sehart, die eine Gleitsichtbrille erfordert, zusammenpassen.

******* Ich hatte all die Jahre keine wirkliche Ersatzbrille. Nur die vorherige, die aber mittlerweile ziemlich verranzt ist und die ich nutze, wenn ich mir die Haare töne, färbe oder blondiere.

Eng

Eng

Es wurde zum Ende des diesjährigen Backwahns etwas eng, was die Dosen betrifft. Was daran liegt, dass ich für jede Kekssorte eine eigene Dose verwende. Und dieses Jahr brauchte ich 20 Dosen. Dazu kommt, dass ich ein schlechtes Augenmaß habe und die Dosen meist zu groß auswähle. Nun habe ich nur noch dreivier kleine leere Dosen. Gut, gut. Ich muss ja auch noch ein paar Kekspäckchen verschicken.

Um 23h45 machte ich den Ofen aus und holte die nicht veganen Bethmännchen aus dem Ofen. Dann warf ich einen letzten Blick auf mein Keksgehirn, das mich seit vier Wochen begleitet…

… und entsorgte es vorfreudig auf morgen.

Sieben*

Sieben*

Na, welches Kind der 1990er denkt nun an den Film mit Brad Pitt? Tjanun, dann bekommt mal schön das Bild mit den Wunderbäumen aus dem Kopf.

Jaaaa, das war fies. Hier also Erfreulicheres: Ich habe heute nicht gearbeitet. Also zumindest bin ich keiner Lohnarbeit nachgegangen. Sondern habe mich in Keksvergnügen gestürzt und habe – tadaaa – sieben Sorten gebacken.

Nun stehen auf meinem Keksgehirnzettel noch 3 Sorten, die einen Backofen benötigen und eine halt ohne.

Und dann können auch endlich alle kommen und die Kekse und den Glögg in Scharen vernichten.

Hach, ich freu mich!

————————————
* gesiebt habe ich heute auch. Jaja, den konnte ich mir nicht verkneifen.

Über-Listet

Über-Listet

Heute hatte ich eine Kundentermin, der örtlich so günstig lag, dass ich auf dem Rückweg noch am blau-gelben Möbelhaus vorbeikam und Glögg für den #badventskaffee kaufen konnte. Außerdem gab es vor dem Möbelhaus wieder so einen Adventsgrünzeugstand und da sind die Mistelzweige immer viel günstiger als auf dem Markt. Ich hatte auf den Stand gehofft, aber auf der Liste waren die Misteln nicht. Dafür war auf der Liste ein Duschodil (diese Duschmatte in sehr stilisierter Krokodilform). Das habe ich auch mitgebracht. Und die Bilderleiste, die am Wochenende wohl angebracht wird stand auch auf der Liste. Der Bilderrahmen dazu stand nicht drauf. Also in meiner Liste im Kopf schon, aber nicht auf der sehbaren Liste. Darauf standen auch nicht: Hainrich, der kleine Bruder von Haidi, ein Solar-Lichterkette für den Balkon, ein neues Nudelholz*, sowie ein Keksdosen-Set und eine neue kleine Auflaufform** (mit denen verhielt es sich ähnlich wie mit dem Bilderrahmen).

Und nein, Teelichter kaufe ich nie und auch nicht vom Schweden. Und Servietten habe ich auch noch genug.

——————————–
* ob ich zum Teigausrollen vielleicht einfach die Nudelmaschine nehme?

** meine bisherige ist leider einem etwas eigenwilligen Einräumsystem des Kindes beim Spülmaschineausräumen zum Opfer gefallen.

Achtzehn

Achtzehn

Letztens habe ich 64 Keksrezepte in die Vorauswahl für die diesjährige Backwahn-Aktion genommen.

Gerade habe ich sie auf 39 ausgedünnt.

Beim Übertragen auf den Zettel fielen direkt sechs raus.

Erklärtes Ziel: ca 13 Sorten…

Und es geht nicht über selbst schöngebogene Zahlen, denn aus gewählt habe ich:

  • 12 Sorten für die Allgemeinheit
  • 1 Sorte für wenn Eiweiß übrig ist
  • 1 Sorte, die keine richtigen Kekse sind
  • 4 vegane Sorten

Hui, das wird spannend.

Fehlt nichts

Fehlt nichts

Seit knapp sieben Wochen lowcarben der RB und ich. Und ich muss sagen, ich vermisse nichts.

Obwohl… doch… mir fehlt es, einfach etwas beim Bäcker zu kaufen, wenn ich unterwegs Hunger habe. Allerdings habe ich keinen Hunger / Appetit auf Brezel, Teilchen und Co mehr, weswegen sich ein Gang zur Bäckerei nicht lohnen würde. Aber wie stillt eine ihren Hunger ohne Carbs, wenn es mal eben spontan sein soll?

Aber es ist echt faszinierend, wie weg der Appetit und teilweise sogar Jieper auf Nudeln, Brot und Gesüßtes ist. Kein „Boah, jetzt ein leckeres Käsebrot“ oder „Nudeln mit Soße, das wär’s jetzt“. Ab und zu gibt es einen Süßigkeitenjieper, aber da hilft 85%ige Schokolade oder 5 Gummibärchen. Danach ist es auch wieder gut.

Bei der Hitze darf Eis „natürlich“ nicht fehlen. Und wenn es dann gekauftes gibt, merke ich, wie sehr es mir zu süß ist. Das ist weder ein Kick noch ein Genuss.

Ich finde es sehr interessant, wie einfach mir dieses Umschalten gefallen ist und wie wenig mir bestimmte Kohlenhydratquellen fehlen.

Abgenommen habe ich eher nicht bislang, dafür brauche ich Sport, aber es geht mir körperlich insgesamt besser.