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Kategorie: Die schönste Stadt der Welt

Feuchtgebiete

Feuchtgebiete

Als ich Richtung Baumarkt fuhr, sah ich fette graue Wolken, die nichts Gutes versprachen. Ich dachte noch: „Oh, hoffentlich kommt das nicht runter, wenn die Kommode angeholt wird.“

Dass es runterkommen könnte, wenn ich mich draußen bewegen muss, habe ich nicht gedacht.

Ich holte meinen Zuschnitt ab und suchte noch Kleinkram im Baumarkt. Plan war eigentlich, danach nur kurz zum Möbelschweden, um Rahmen (für Bilder, keine Nudelsuppe) zu kaufen.

Als ich aber gezahlt hatte und Richtung Ausgang schob, fuhr ich fast ein paar Leuten auf, denn es hatte sich im Ausgangsbereich ein Stau entwickelt. Keine traute sich unter dem Vordach hervor, denn der Himmel kam gerade runter. Und zwar so dermaßen, dass das Wasser nicht vom Parkplatz ablaufen konnte.

Als der Regen nach 10 Minuten etwas weniger wurde, stand das Wasser auf dem Parkplatz so hoch, dass ich mir meine Schuhe ruiniert hätte. Also zog ich sie kurzerhand aus und watete zum Auto.

Zuletzt bin ich barfuß durchs regenüberflutete Paris gelaufen. Das war 1994.

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Nach einem etwas unrunden Spätnachmittag mit dem Kind, an dem wir aber wenigstens zusammen die eine Wand gestrichen haben, verzog er sich auf sein 2-Meter-Hochbett.

Mit etwas zu trinken.

In einer Glasflasche, denn hier gibt es im Normalfall alle Getränke in Glasflaschen.

Es kam, wie ich es schon seit Tagen vorhergesehen habe: Die volle Wasserflasche fiel vom Bett und zerbarst.

Da war es vorbei mit gemütlich. Ich war not amused und das Kind lernte, wie weit Splitter sich verteilen können, dass Wasser in und unter alles fließt, was ihm im Weg ist. Er weiß jetzt, was so ein Mist für eine Arbeit nach sich zieht und dass wir dafür keine Heinzelmenschen haben. Und dass es gar nichts bringt, sich unfähig anzustellen, denn dann werde ich noch weniger amused und das will hier eigentlich keine.

Morgen bleibt es hoffentlich trocken.

Jieper

Jieper

Im Laufe des Nachmittahs entwickelte ich – gefördert von einem Instagrambild – eine großen Jieper auf CurrywurstPommes von Best Worscht.

Ich teilte dem Mann meine Gelüste mit und er war d’accord. Wir wollten uns am Best Worscht treffen.

Ich klärte mit dem Kind, der im Freibad weilte, dass er rechtzeitig da zurück kommen sollte. Während wir das klärten, fing es an zu regnen, was das Heimkommen des Kindes beschleunigte.

Während ich immer hungriger wurde, regnete es sich ein und der Mann wurde auf seinem Weg so nass, dass er nach Hause kommen wollte. Verständlich, änderte aber nix an meinem Hunger. Der schon so weit fortgeschritten war, dass ich nicht mehr in der Lage war, über eine Essensalternative nachzudenken.

Der Mann kam pitschnass, aber es hatte aufgehört zu regnen. Also ließ ich den Mann sich warmduschen und dann gingen wir los. Zum Glück.

Scharf war’s (B+). Lecker war’s. Und es hätte mich heute Abend nichts anderes so glücklich gemacht.

(Und wer nach Frankfurt kommt, der kann ich Best Worscht sehr empfehlen.)

Schnee

Schnee

Lockdown, Tag 32

In der Nacht schneite es schon. Yeah. Beim Aufstehen lag das weiße Glück immer noch. Da war auch vergessen, dass ich mal wieder grottenschlecht – der verdammten Heizung sei dank – geschlafen. Spätes Frühstück. Dann zog der Schnee das Kind in den Park (jaja, vermutlich nicht 100 % pandemiekonform) und den RB und mich in den nördlichen Grüngürtel. Ein schöner Spaziergang durch den Schnee.

Unabgesprochen kamen wir alle fast zeitgleich wieder zu Hause an. Zum Aufwärmen gab’s Waffeln.

Dann machte ich mit dem Kind HomeSchooling. Es war klar, dass die erste Woche nicht ganz rund laufen würde hinsichtlich Lernen in häuslicher Umgebung. Selbstorganisation will halt gelernt werden.

À propos: Weil ich Freitag so furchtbar unproduktiv war, musste ich eine Nachtschicht einlegen. Sonst erschlägt mich mein To-Do-Liste nächste Woche.

Der bleiche Hai

Der bleiche Hai

Noch im letzten Jahr, kurz vor den Ferien, als schon die Präsenzpflicht ausgesetzt war, hatte das Kind einen Kontrolltermin beim Kieferorthopäden. Soweit alles ok, aber er hatte einen gelben Zettel dabei, auf dem der Kieferorthopäde eine Zahnäztin kollegial um die Entfernung eines Milchzahns bat. Wie schon an anderer Stelle kam der bleibende nicht unter dem Milchzahn durch, sondern davor (oder hinter oder neben – je nach Blickwinkel halt). Mein kleiner Hai halt.

Das stresste mich kurzfristig, denn zum einen haben wir Pandemie und zum anderen hat das Kind keine feste Zahnärztin. Er war zweimal mit bei meinem, aber a) den will ich wechseln, b) ist der 30 Minuten Fahrzeit weg und das ist mir aktuell zu viel Gegurke (auch der Grund für a). Ich grübelte und befragte den Twitterschwarm, konnte mich aber nicht entscheiden.

Weihnachten kam. Silvester verging. Ich fing wieder an zu arbeiten. Beim Teekochen ließ ich meinen Blick durchs Fenster über die Straße schweifen.

„Ach, stimmt ja“, denke ich „da drüben ist ja auch eine dentalmedizinische Praxis.“ Nein, das ist nicht neu für mich. Seit über acht Jahren kann ich in ein Behandlungs- und das Wartezimmer gucken. Ich war sogar einmal da. Aber da die damals keine PZR anboten, bin ich bei meinem „alten“ Zahnarzt geblieben.

Lustig, wie blind eine wird für Dinge, die direkt vor ihrer Nase stattfinden.

Heute war der Termin. Das Kind war aufgeregt, weil er halt bislang nicht regelmäßig zur Zahnärztin gegangen ist (weil es in Hessen? zumindest in Frankfurt Schulzahnärztinnen gibt – auch an der weiterführenden Schule) und weil klar war, dass etwas gemacht werden müsste (er hat super Zähne und kein Karies, sodass außer dem kieferorthopädischen, kein dentalen Eingriffe bisher nötig waren).

Der Zahnarzt war nett, setzte eine lokale Betäubung und holte dann recht flux den Zahn raus.

Das Kind stand auf und … war recht bleich um die Nase.

Gut, dass der Heimweg nicht so weit war.

Finderin

Finderin

Lockdown, Tag 21

Ich komme etwas besser bin den Arbeitsflow. Etwas. Aber es fühlt sich auch komisch an, dass ich nur halbe Tage arbeite – und auch versuche, mich daran zu halten. Zu wirklich viel komme ich in 4,5 Stunden nicht. Immerhin habe ich heute einen Text fertig gemacht.

Als ich den Rechner ausmache, ist mir danach rauszugehen. Ich überlege, ein Stück meines Erbes auszuliefern, aber da kommt der RB nach Hause. Mit Laune. Ich werde mit: „Der Tag kann weg.“ begrüßt. Es stellt sich heraus, dass er auf seinem gerade gelaufenen Weg seine Brille verloren hat.

Ich lasse mir seinen Weg genau beschreiben. Wann ist er auf welcher Seite von welcher Straße gelaufen. Mit Musik auf den Ohren und Maske über Nase und Mund gehe ich los.

Es ist erstaunlich, wie schnell die eine den Fokus verlieren kann, wenn sie sich darauf konzentriert, etwas zu sehen bzw. zu finden. Ich muss ja nicht nur auf dem Boden gucken, sondern auch auf Fenstersimsen, Stromkästen, Zäunen oder wo Menschen gefundene Dinge hinlegen, damit sie wiedergefunden werden. Immer wieder halte ich inne und ermahne mich. Der Weg bis zu dem Punkt, an dem der RB feststellte, dass seine Brille weg ist, ist gut 2 Kilometer lang. Unterwegs komme ich an vielen Geschäften vorbei und ich beschließe, dass ich auf dem Rückweg in diesen Geschäften frage.

Als ich beidrehe, ist es schon ziemlich dunkel. Nach 370 Metern kommt ein kleiner Imbiss. Nein, dort wurde keine Brille abgegeben. 100 Meter weiter ist ein Getränkmarkt. Auch da wurde die Brille nicht abgegeben. Nach weiteren 100 Meter, an einer Kreuzung, halte ich kurz inne und schaue mich intensiv um. Joah, dunkel. Mist. Doch, halt, was ist das?! Auf Augenhöhe gucken mich aus einem Zaun (Foto vergessen, ich werde in die Blogerinnen-Hölle kommen) zwei Gläser an. Zwei Brillengläser einer Brille mit halber Fassung – so einer Brille wie der RB sie hat. Und ja, es ist die Brille vom RB. Ich überlege kurz, ob ich ihm direkt Erfolg vermelde. Aber ich stecke die Brille ein und behalte die freudige Nachricht auf den 900 Metern nach Hause für mich.

Nach einem kurzen foppenden Moment („war nicht so schlau, im Dunkeln suchen zu gehen“) ist die Freude aber sehr groß. Er hat es wirklich nicht erwartet und war schon kurz davor, einen Optikerinnen-Termin zu machen. Ich war mir ja recht sicher, dass ich erfolgreich sein werde – immerhin habe ich ja schon meinen Lieblings-Ohrring mehrfach wiedergefunden. Und der ist deutlich kleiner als eine Brille.

#NixMas deluxe

#NixMas deluxe

#ClosedAdvent (24) // Lockdown, Tag 9

Das Kind musste heute noch einkaufen: Batterien für das Lego-Set. Und damit sich der Weg lohnt, sollte er noch Eier mitbringen. Hihi, wir können jetzt auch Ostern feiern, denn er hat 20 Eier mitgebracht.

Er brachte also R2D2 zum Laufen.

Den Nachmittag verbrachten draußen – der RB und ich spazierengehend, das Kind im Park – und Möbel aufbauend, denn das IKEA-Paket kam doch noch gestern Abend. So konnte der RB mein Weihnachtsgeschenk umsetzen: Sich ein Musikzimmer ein- und so die Schallplatten aus dem Wohnzimmer rauszuräumen.

Die Weihnachtselfe freut sich über das sich leerende Wohnzimmer

Wir telefonierten kurz mit meiner Mutter. Achach, sie findet meine schwarzen Haare nicht gut und meinem Vater geht es nicht gut. Insgesamt war die Stimmung nur semi. Aber der RB und ich mussten los, um das Essen zu holen.

Boah, war das eine gute Entscheidung, dass wir die örtliche Gastro supporten und uns bekochen lassen.

Das war insgesamt ein schöner und entspannter Tag. Für uns war es genau richtig, dass wir keinen Baum hatten und auch keine Bescherung gemacht haben. Es war schön, wie die CorotäneKneipistinnen sich uber den Tag begleitet haben: Bäume wurden gezeigt, sich zugeprostet, unterstützt beim Familie ertragen oder vermissen.

#ClosedNovember (28)

#ClosedNovember (28)

Aussschlafen, Frühstück und schwupps bin ich erst um 12h30 im Backflöz.

Um 15h30 wird pausiert und wir gehen raus. Wir bekommen ein Schallmessding geliehen. Wegen der Heizung. Das Gebrumme nervt. Wir drehen zu sechst eine Runde. Das Kind und sein Kumpel rollern vorneweg und in den Skatepark. Es wird dunkel und es ist ganz nett am Main. Aber auch sehr voll.

Wegen schlecht organisiert und abgesprochen bestellen wir Essen, als wir wieder zu Hause sind. Das ist nicht so Schlimm. Zumal wir uns für Frankfurter Küche bei der leckeren Apfelwein-Wirtschaft ums Eck entscheiden. Und was wären Schnitzel und Co ohne Apfelwein?! Also nahm ich den Bembel mit und lies ihn befüllen.

Thermostasche für Essen und Bembel

Mit dem gefüllten Bembel durchs Viertel zu laufen, ist irgendwie auch Peak Dorfleben.

Nach dem Essen noch zwei Sorten gebacken und eine vorbereitet.

Stand nach dem 2. Backtag: 10/18 Sorten sind fertig.

#ClosedNovember (18)

#ClosedNovember (18)

Viel Spannendes ist heute nicht passiert. Abgesehen von einem Stille-Post-Moment in der Kind-Lehrkraft-Mutter-Kommunikation. Und dass ich abends noch zum Römer bzw Paulsplatz gedüst bin, um wenigstens etwas Gegenpräsenz zu den Schwurblern zu bieten. Aber die Polizei hatte aus Sanstag gelernt und die Schwurblerinnen nahezu hermetisch gesichert. Jeder Gegenprotest wurde zerstreut und im Keim erstickt.

Von (!!!) den Schwurblerinnen kommemd kam mir eine ehemalige Kindergarten-Mitmutter entgegen. Sie hat mich wohl nicht erkannt. Oder wollte es wie ich nicht. Bereits im Frühjahr habe ich sie wegen Schwurbelscheiße auf WA geblockt und bei fb entfreundet.

Die „Begegnung“ war also nicht überraschend, aber dennoch bleibt die Frage, warum verfällt eine studierte, nicht auf den Kopf gefallene Frau so einem Mist?!

#ClosedNovember (16)

#ClosedNovember (16)

Der beste Mann der Welt musste heute früh raus und konnte sich so um das Kind kümmern. Ergo: Ich habe aus.ge.schla.fen. Bis 12h00! Ich fühle mich wie ein neuer Mensch. Wow. Das hat wohl gefehlt in den letzten Wochen.

Nach langsam wach werden und FrühSpätstück will ich das gute Wetter nutzen. Und das Alleinsein. Ich hatte letztens schon eine Route in der näheren Umgebung erarbeitet, aber bin nicht ganz happy damit, weil große Teile auf sehr bekannten Wegen gehen. Also plane ich um und muss ein bisschen Bus fahren. Fühlt sich irgendwie falsch an, das Busfahren. Wenigstens tragen alle Maske.

Das war sooo schön und tat so gut. Alleine, nur mit Musik auf den Ohren wandern. Es waren auch sehr wenig andere Menschen unterwegs. Das mag ich ja sehr. Und mir wurde bewusst, dass mir genau das in den vergangenen Monaten so sehr gefehlt hat: allein sein. Etwas nur für mich machen. Das Kind ist dauerhaft um mich rum. Der RB bedingt auch. Und die Arbeit ist irgendwie auch immer da. Nein, nicht nur die sichtbare Präsenz durch den Arbeitsplatz im Wohnzimmern, sondern die Arbeit ist auch immer in meinem Kopf. Immer der Gedanke: Was muss ich morgen machen, was steht an. Mir fehlt sehr, dass ich im Oktober kein Urlaub nehmen konnte. Mir fehlt auch, dass das Kind nicht zu Kv konnte (und wollte). Ich muss mir mehr Freiräume einbauen. Zeiten für mich.

 

#ClosedNovember (12)

#ClosedNovember (12)

Migränekater. Kind noch krank zu Hause.

Ich habe einen Friseurtermin. Das war wie immer sehr schön. Insgesamt. Etwas unschön war die Kopfmassage, die etwas schmerzhaft war. Der Adjutantin von meinem Friseur fehlt manchmal etwas das Fingerspitzengefühl. Auf mehreren Ebenen.

Auf jeden Fall ist jetzt alles wieder schön kurz. Und vielleicht wird es beim nächsten Mal noch kürzer. Mein Friseur freute ich, als ich ihm „schwarzer Pixie“ zum Abschied zurief.

Wegen Pandemie und Migränekater bin ich zurückgelaufen. Das war gut. Insgesamt. Allerdings war ich danach ziemlich k.o. Vielleicht auch weil ich zu wenig gegessen hatte. Und so musste ich zu Hause auf LowCarb pfeifen und Apfelringe in Pfannkuchenteig ausbacken.

Apropos Laufen: Im Ostpark joggte ein Mann vor mir her, dessen Sprunggelenke so stark nach innen einknickten, dass ich kurz davor war ihn anzuhalten, um ihn zu fragen, ob er Schmerzen habe (ich hatte welche vom zugucken) und ob er schon mal bei einer Orthopädin war.

Abends war ich zunächst lärisch. Irgendwas brühte ich aus – respektive irgendwas stimmt mit mir nicht.

Später doch noch in der #CorotäneKneipe vorbeigeschaut.