Verkettung
An des Kindes Schule war heute Winterfest. Aus Gründen* überlegte ich dahin zu gehen.
Das Kind, das zuvor auf einem Ausflug weilte, informierte mich darüber, wann er vor Ort sei. Ich war noch mit Keksen beschäftigt, sodass ich erst etwas verzögert loskonnte. Und weil ich dann schon mal im Westen Frankfurts unterwegs wäre, nahm ich noch einen Adventsüberraschund mit, die ich danach einer Freundin vorbeibringen wollte.
Als ich just von der S-Bahn in die U-Bahn umgestiegen war, informierte mich das angeschlagene Kind, dass er das Fest verlasse. Und nur für meine Gründe machte der Weg auch keinen Sinn. Ich stieg an der nächsten Station aus, an der ich glücklicherweise direkt in die U-Bahn zur Freundin steigen konnte. Bei Warten am entsprechenden Bahnsteig wurde ich gewahr, dass mein Handy-Akku bedrohlich leer war. Kein Handy, kein D-Ticket. Und auch weil ich das Geschenk dabei hatte, wollte ich nicht komplett unverrichteter Dinge umkehren. Optimistisch ging ich in den nächstgelegenen Laden**, um festzustellen, dass es in einem 7-stöckigen Kaufhaus keine Powerbanks gibt.
Ich wechselte in einen deutlich kleineren Laden und guckte falsch, wie ich später feststellen sollte.
Also Laden 3: ein großer Elektronik-Laden. Die Auswahl an Powerbanks war im mittel- bis hochpreisigen Segment okay. Ich wollte jedoch was Günstiges, was mir jetzt schnell den Arsch rettet Strom fürs Handy spendet. Immerhin wurde ich fündig – ready to use und mit Kabel. Dank BlackDingsbums war die Kassenschlange lang. Da musste ich nun durch. Der Handy-Akku war nur noch bei 3%.
Hinter der Kasse riss ich freudig die Packung auf. Ja, ein Kabel war drin. Für Micro-USB. Verdammt.
Weil ich sicher war, dass es in Laden 2 wenigstens Ladekabel geben müsste, ging ich dahin zurück. Ich hatte Recht. Und da wo die Kabel waren, waren auch die Power-Banks. Naja, davon hatte ich ja schon eine.
Ladekabel und noch zwei weitere Dinge wurden bezahlt. Ich ging aus dem Laden, riss das Kabel aus der Packung und stellte fest: Ja, an dem einen Ende vom Kabel war zwar USB-C. Am anderen jedoch so ein blöder Apfel-Anschluss. Boah. Ernsthaft?! Ich musste also zurück in den Laden. Zum Glück wurde mir das Kabel trotz aufgerissener Packung umgetauscht. Endlich konnte ich Handy und Powerbank vereinen.
Ich ging zur U-Bahn. Ich schleppte ja immer noch das Geschenk mit mir rum. Die U-Bahn tuckerte so vor sich in und fuhr an der einen Stelle, wo sie – für mich – nach links gemusst hätte, nach rechts. Ich saß in der falschen*** U-Bahn. Echt jetzt?! An der nächsten Station konnte ich dann glücklicherweise direkt in eine U-Bahn steigen, die mich ans Ziel brachte. Der Handy-Akku war mittlerweile bei ca. 50% und die Powerbank war leer
Die Rückfahrt verlief problemlos. Fast. Die Fahrt dauerte erwartungsgemäß, da ich mit der Tram von Endhaltestelle zu Endhaltestelle fuhr. Und während die Mini-Demo auf der Friedensbrücke kaum für Verzögerung sorgte, blieb die Tram kurz vor der Endhaltestelle und damit 200 Meter vor Zuhause stehen. Und stand. Und stand. Und wartete, dass zwei Bahnen aus der Haltestelle fuhren, um unserer und der vor uns wartetenden Bahn Platz zu machen. Als ich dann endlich – nach 4,5 Stunden statt 3 Stunden – zu Hause war, war der Handy-Akku bei 35%.
Wenigstens hat sich meine Freundin gefreut.
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* Das Agieren einiger Lehrkräfte lässt mich immer wieder sprachlos zurück.
** Kaufhof
*** Ich hatte auf die Angabe von google verlassen, das sagte, dass die Zielhaltestelle von 3 U-Bahn-Linien angefahren würde. Tja, wohl nur von 2.