Durchsuchen nach
Kategorie: Cyclista

Lieber Rad

Lieber Rad

Zweite Welle: Tag 58

Seit dem 1. Mai machen wir tatsächlich jedes Wochenende einen Ausflug (davor war ich zwei Mal alleine und einmal mit dem RB und dem Kind unterwegs). Insgsamt haben wir*

  • 191 Kilometer zu Fuß und
  • 93,5 Kilometer mit dem Fahrrad

zurückgelegt. Dazu kommen noch 23,4 Fahrradkilometer und 57 Wanderkilometer im Urlaub.

Den heutigen Ausflug hatte ich ursprünglich als Wanderung geplant. Dann war aber klar, dass das Kind mitkommt und so disponierte ich um und aus 15 Kilometern zu Fuß wurden 30 Kilometer Radtour.

Kurz dachte ich, dass Else uns im Stich gelassen hätte und uns überfüllte Wege rausgesucht hätte. Aber nach dem Abenteuerspielplatz wurde es doch recht leer. Und ich war ob der Strecke auch sehr froh, dass wir mit dem Rad gefahren sind. Zu Fuß wäre die Strecke womöglich etwas langweilig gewesen.

Auf den letzten Kilometer waren beim Kind die Körner schon sehr verbraucht. Da darf er schon meckern, wenn die nicht vorausschauende Mutter vor den letzten zwei Anstiegen nicht dran denkt, das Kind zu einer Banane zu nötigen. Immerhin hatte die Mutter bei Kilometer 5,5 darauf bestanden, den Sattel an des Kindes Rad höher zu stellen. Sehr weise.

Gut war auch, dass wir auf dem Rückweg in der Bahn entschieden hatten, direkt zum gewünschten Restaurant zu fahren. Wir hatten Durst** und wirklich Hunger.

Wie immer lecker im Weida. Gut, dass wir noch draußen sitzen konnten. Bald ist das vorbei.

—————-
* Also ich bin alles davon gelaufen. Der RB hat einmal ausgesetzt, das Kind bislang vier Mal.

** 1,5 Liter Apfelschorle, 2 4er-Bembel und 1,5 Liter Wasser haben wir weggetrunken

Nicht hoch hinaus

Nicht hoch hinaus

Zweite Welle: Tag 51

Nachdem das Kind letztens Bouldern ausprobierte, hatte ich überlegt, dass er wenigstens einmal auch Seilklettern ausprobieren könntesollte. Auch dafür gibt es in Frankfurt eine Halle (vom DAV), wo auch Schnupperstunden angeboten werden: Sonntags zwei Stunden im Seil. Und weil dabei eine „Seilschaft“ immer aus drei Personen bestehen soll, habe ich uns kurzerhand zu dritt angemeldet, damit nicht das Kind und ich mit einer unbekannten dritten Person agieren müssen. Sporty Spice Der RB ist ja im Aktivitätsrausch und hatte Bock es auszuprobieren.

Wie so oft am Sonntag fing der Tag später an als geplant. Das Frühstück war sehr ausgedeht. Ich fiel kurz in ein Stricknadelkanninchenloch und dann war es auch schon kurz vor knapp, um loszufahren. Aber für die knapp 4 Kilometer brauchten wir nur 17 Minuten mit dem Rad. Das hätten wir auch mit dem Auto kaum schneller geschafft.

Ich war etwas gereizt, weil das Kind vor Aufregung etwas anstrengend und damit faselig* war.

In dieser Stimmung stellte ich dann vor dee Kletterhalle fest, dass ich mein Portemonnaie vergessen hatte**. Und auch der RB hatte keins mit.

Nun war ich nicht nur gereizt, sondern auch genervt. Aber ich hatte ja mein Handy dabei, das zwei Zahlungsmethoden in sich trägt.

Die Familie vor uns brauchte gefühlt ewig, bis sie geklärt hatte, was sie wollten und ich sah die Zeit für einen Sprint nach Hause davonrinnen.

Als wir dran waren, erklärte ich das Dilemma: Kein Bargeld (eh nicht in ausreichender Höhe im Portemonnaie) und auch keine ec-Karte. Aber ich könnte paypalen oder direkt überweisen. Nein, das ginge beides nicht. Und tja, das wäre nun Pech.

Mal abgesehen davon, dass die Person an der Kasse eh völlig hilflos wirkte, frage ich mich, was mit den Leuten nicht stimmt. Uns hätte das Schnupperklettern zusammen rund 100 Euro gekostet. 100 Euro, die an dem Tag nicht eingenommen werden konnten, weil der Kurs vorab gebucht werden musste und so sicherlich nicht zufällig drei andere Personen unsere Plätze haben einnehmen können. Tja, das ist dann wohl Pech.

Ich war sauer. Auf mich und auf die deutsche Unflexibilät hinsichtlich Zahlungsmethoden. Ich warte ja nur darauf, dass ich eine Ausfallrechnung bekomme, die ich dann – tadaa – überweisen soll.***

Wir fuhren also unverrichteter Dinge zurück.

Das Kind war frustriert und enttäuscht. Und er tat mir sehr leid.

Sporty Spice Der RB war durchs Radfahren gerade warm geworden und wollte sich weiter bewegen. Ich hätte zwar auch den Nachmittag über stricken können, aber befand, dass das Wetter doch besser draußen genutzt werden sollte. Das Kind wollte daddeln.

Und so vereinbarten wir, dass der RB und ich alleine spazieren gingen, das Kind noch eine Weile daddeln konnte, ich ihm dann aber via FamilyLink**** den Saft abdrehen würde und er dann auf den Spielplatz ginge.

In Anbetracht der Zeit spazierten der Mann und ich nur durch Frankfurt.

Ich liebe Frankfurt. Und auch die Hochhäuser. Aber dennoch merke ich, dass mir Teil dieser Stadt sehr fremd (geworden) sind. Zu hip, zu chic, zu posh … gentrifiziert und uniform.

——————–
* Der redet sich eines Tages noch um Kopf und Kragen.

** Es war klar, dass ich es nicht verloren hatte, sondern beim Rucksack umräumen, versehentlich rausgeräumt hatte.

*** Sollte das passieren, würde ich das juristisch klären lassen.

**** Große Liebe für dieses Tool.

RudeBelge, Tag 2

RudeBelge, Tag 2

X-15 Tage bis zur zweiten Welle

Das Kind besorgt Croissants zum Frühstück.

Danach fahren wir mit den Rädern einkaufen. Wir haben gestern noch einen perfekten Parkplatz gefunden. Den geben wir so schnell nicht mehr her.

Hier war mal Holland…

Einkaufen ist entspannt. Fahrt mit dem Rad auch. Wir essen einen kleinen Happen, packen Picknick und Badesachen ein und schwingen uns wieder auf die Räder. Die französische Grenze lockt.

Einen Kilometer vor der Grenze kommen wir mit den Rädern nicht weiter und wir suchen uns einen Picknickplätzchen.

Der RB und das Kind wollen sich nach dem Picknick nicht bewegen, also gehe ich alleine los. Hach, das tut sehr gut. Ich allein am Meer.

Als ich zurück bin aus Frankreich, zieht das Wetter auf. Wir machen uns auf den Rückweg.

Zu Hause duschen wir alle und dann ziehen wir los, um Fritjes essen zu gehen. Dienstags ist Essengehen in Belgien etwas schwierig, aber wir bekommen Pommes, Kippcorn und Frikandel.

Nunja, Frittiertes ist nicht so ganz meins. Aber wenn in Belgien, muss eine ja mal Pommes gegessen haben.

RudeBelge, Tag 1

RudeBelge, Tag 1

X-14 Tage bis zur zweiten Welle

Entspannte Anfahrt ist entspannt. Es war auch nicht stressig, dass ich morgens noch schnell Post für die nun in Belgien wohnende Freundin und Zimtschnecken für uns abgeholt habe. Ich tetrisierte die letzten Sachen ins Auto.

Und dann konnten wir pünktlich los.* Machten den geplanten Schlenker über Wiesbaden, um meinen Arbeitsrechner für eine Reparatur abzugeben.

Fahrt war problemlos. Ein Fahrerinnenwechsel. Der RB „kämpfte“ sich durch Belgien – um Antwerpen und Gent war es etwas zäh. Wie von mir „vorausgesehen“ kamen wir kurz nach 17h00 an unserer ersten Urlaubsstation an. Unser Vermieter begrüßte uns, erklärte uns die wichtigsten Dinge. Wir richteten uns kurz ein, …

Danach drehten wir eine Runde am Strand.

Ooooh, es tat so gut: Luft, Wasser (zumindest das, was die Ebbe übrig gelassen hat), Barfuß im Sand.

Die Preise in den Restaurants sind huiuiui. Wir waren aber für Einkaufen zu spät dran, als wir vom Strand kamen. Gut, dass wir uns ein Notfallessen*** mitgenommen hatten.

Ach, das war eine gute Idee, nicht auf Urlaub mit Wegfahren zu verzichten. Wir haben es so bitter nötig.

Bonne nuit

————————–
* Ich wollte spätestens um 11h00 unterwegs sein, der RB meinte darauf: „Lass uns 10h00 anpeilen.“ Hihi. Wir fuhren um 10h30 los.

** Die Bäckerin sagte mir, dass sie besser schmecken, wenn sie etwas warm sind. Da das im Auto in der Sonne nicht geklappt hat, nutzten wir die Mikrowelle in der Ferienwohnung.

*** Nudeln, Soße, Gemüse, Thunfisch

X-6 Tage bis zur zweiten Welle

X-6 Tage bis zur zweiten Welle

Sonntag – wir müssen raus.

Zunächst erstmal auf den Balkon zu einem späten Frühstück.

Dann wabern wir so rum. Ich plane die Route für die Radtour. Und schicke kurz, bevor wir losfahren, eine e-Mail an den Kv ab. Auf Deutsch.

Gegen 14h45 kommen wir endlich mal los. Es ist bewölkt und nicht zu heiß. Ideales Radfahrwetter. Unser Ziel: Ein Gadde nordwestlich von uns. Die Tour ist sehr entspannt, so gut wie keine fiese Steigung und 13 Kilometer sind auch nicht so lang. Der RB ist aber nicht gut drauf und ich habe schon fast ein schlechtes Gewissen.

Im Gadde angekommen fängt es an zu regnen. Zum Glück ist der Schirm groß genug. Es wird gequatscht, gegrillt, gekokelt. Es hört auf zu regnen und wir müssen uns wieder auf den Rückweg machen. Ein anderer Weg als hin, um Steigungen zu vermeiden. Ich bin schon ein bisschen froh, dass der RB heile zu Hause ankommt. Er ist nicht fit.

Zu Hause beschäftigen uns die Reaktionen des Kv: Ich habe drei e-Mails* bekommen und das Kind eine Sprachnachricht**. Sie trieft vor Ironie. Das Kind ist angewidert. Er ist fertig. Ich bin es auch. Auf einmal merke ich, dass ich nicht mehr kann*** und vor allem auch warum: Seit > 15 Wochen ist mein Gehirn dauerhaft angeschaltet. Neuer Alltag, Job, Ängste vom Kind, Hilfe beim HomeSchooling, Diskussionen mit Lehrkräften, Virtuelles Klassenzimmer organisieren, Sorgen um meine Eltern, Ängste vom RB, Job, immer nerviger werdende Absprachen mit dem Kv, Mischung aus Präsenzunterricht und HomeSchooling, wieder geänderter Alltag.

Vielleichtermutlich könnte ich noch mehr fürs Kind tun. Eine könnte immer mehr tun. Aber dennoch sind wir bislang gut durch diesen neuen Alltag gekommen. Und anstatt rumzuspinnen und durchzudrehen, sollte der Kv mir lieber danken.****

Auf dem Weg ins Bett fielen noch ein paar sehr heftige Sätze. Dieser Sommer wird eine Zäsur sein. Die Kind-Kv-Beziehung hat einen Knacks.*****

——————————-
* Weniger impulsiv, dafür mit mehr Hirn hätte es auch getan, aber das ist einfach zu viel verlangt.

** Eigentlich sind es zwei, aber die zweite ist mal wieder das übliche „Je t’aime“-Blabla, das das Kind schon nicht mehr ernst nimmt.

*** Ich kann ja dann doch irgendwie immer wieder.

**** Das wird natürlich nie passieren.

***** Wobei „Knacks“ halt ein Euphemismus ist.

Tag 90 seit der Abschottung

Tag 90 seit der Abschottung

Der Wecker soll um 10h00 klingeln, aber um 9h15 werde ich wach, weil die Blase es so will. Ich verscheuche das Kind vom Fernseher und lege mich nochmal hin. Um 10h00 will ich noch nicht aufstehen. Um 10h30 bringt mir das Kind Tee ans Bett um 11h00 werde ich wach und stehe auf. Hoch lebe der Feiertag. Der RB war schon Brötchen jagen. Etwas schwierig am Feiertag. Wir frühstücken. Dann wechseln das Kind und ich den Schlauch an seinem Vorderrad. Wir machen uns fertig für die Radtour (das Kind wollte unbedingt eine Radtour). Ein Glück, dass heute Feiertag ist, denn Sonntag fällt als Wandertag aus, da das Kind Geburtstag hat. (Und Samstag geht auch nur schlecht, denn da muss ich ja Geburtstagskuchen backen.) Der Himmel ist zwar ziemlich verhangen und auch recht dunkel, aber wir fahren dennoch los. Ich habe ja extra eine Tour mit Else geplant, die uns nicht am Main langführt. Das wäre zwar kürzer, aber die Wahrscheinlichkeit, dass ich danach in den Nachrichten stattfinde, ist zu hoch. Dafür ist der Main grundsätzlich und derzeit im Besonderen zu überlaufen. Da macht Fahrradfahren auch nur wenig Spaß. Dafür war die Route ohne Main erfreulich menschenarm (wenn auch nicht so menschenleer wie unsere Wanderrouten).

Und weil es so gut in die Route passt, fahren wir bei Jette und ihrer Familie vorbei. Also nicht nur vorbei, sondern wir sitzen mit ihnen zusammen auf der Terrasse, unterhalten uns und trinken Tee, Kaffee und Wasser und essen Kuchen. Das fühlte sich gar nicht komisch an, sondern war ziemlich schön (komisch ist bloß, dass wir uns nicht zur Begrüßung umarmen). So echte Menschen in Echt sehen. Danke, dass wir da sein durften! (Und der Kuchen war auch sehr lecker.) Gestärkt machen wir uns auf den Rückweg bzw. die zweite Hälfte unserer Tour.

Als wir in Offenbach kurz Halt machen und wir uns nicht entscheiden können, was wir essen wollen*, aber wenigstens können wir uns darauf einigen, dass wir nicht mehr mit den Rädern weiterfahren wollen und steigen nach 36 Kilometern auf den Rädern in den Bus. Und während wir im Bus noch überlegen, ob wir wirklich Pizza bestellen wollen, fahren wir am Weida vorbei, das auf dem Platz davor Tische stehen hat, die nicht dicht an dicht besetzt sind. Da wissen wir nicht nur, was wir essen wollen, sondern auch dass wir dafür – zum ersten Mal seit der Abschottung – rausgehen würden. Wir bringen die Räder nach Hause. Der RB macht sich frisch und geht Geld holen, ich gehe duschen. Das Kind muss (sic!) kurz daddeln. Wir treffen uns am Restaurant.

Das Kind darf früher nach Hause, der RB und ich genießen noch unser Schnäpsje und machen zwei Schlenker durchs Dorf. Ja, es ist viel los draußen, da wo die Leute sitzen dürfen. Aber es ist nicht dicht an dicht und ohne Rücksicht.

Zu Hause gibt es einen kleinen Eklat mit dem Kind**, in folgedessen ich eine schon mehrfach angedrohte Konsequenz*** wahr mache. Das Kind ist kurz etwas konsterniert darüber, aber ist letztlich froh drum, weil er eigentlich total müde und k.o. ist von Radtour. Er geht freiwillig Zähneputzen und dann lese ich ihm vor.

Seit 90 Tagen zähle ich die Abschottungstage. Begonnen habe ich am 14. März, da war ich schon 2 Wochen im HomeOffice, am 13. März wurde bekannt gegeben, dass die Schulen ab 15.3. geschlossen werden. Seitdem war ich – mit heute – nur dreimal zum Vergnügen**** unter bzw. bei Menschen. Uff. Vielleicht müssen und sollten wir den Sommer einfach genießen. Die nächste Welle kommt bestimmt.

———————————–
* An Ausflugtagen haben wir ja bislang in der Regel bestellt, damit keine von uns mehr kochen muss.

** Das Kind hatte, als es nach Hause kam, schnell seine Schuhe abgestreift und einfach mittendrin stehen lassen. Zudem ging bei ihm die Klospülung nicht, obwohl er sie – gaaaaaanz sicher – gedrückt hatte.

*** Da das „vergessene“ Spülen immer wieder ein Thema ist, habe ich ihm schon mehrfach gesagt, dass er Tabletverbot bekommt, wenn das vorkommt, aber bislang nicht durchgezogen. Diesmal nahm ich im das Tablet direkt weg und ich weiß noch nicht, wann er es wiederbekommt. (Und ja, es hat unmittelbar mit dem Tablet zu tun. Denn immer, wenn er an dem Ding hängt, werden Toilettengänge schnellschnell und auch nur auf dem letzten Drücker unternommen. Dabei vergisst er gerne mal die Spülung.)

**** Einkaufen ging und gehe ich ja weiterhin.

Abschottung, Tag 78

Abschottung, Tag 78

Der RB und der Junior RB lassen mich ausschlafen. Um 10h45 wache ich auf. Tee ist fast fertig und dann frühstücken wir. Gestärkt übe ich mich in Bondage sichere ich das Paket, das die Freundin in Belgien mit Sommerklamotten versorgen soll, mit viel Pakettesa.

Weil ich doch nicht mit dem RB mitfahre, um zum Markt zu kommen, verheddere ich mich etwas in der Geburtstagsgeschenkbestellung fürs Kind. Glücklicherweise, denn so bin ich noch zu Hause, als die SMS vom Radladen kommt, dass mein Rad inspiziert und repariert ist. Yeah!

Ich mache mich fertig, nehme Helm und Schloss mit und gehe zum Radladen. Die Werkstattschlange ist erfreulicherweise nicht sehr lang und schnell habe ich mein Rad wieder. Yeah!

Auf dem Rad fahre ich zum Markt. Unterwegs will ich noch Geld abheben – auf dem Markt geht ja nur Bargeld -, aber die Automaten sind leer. Ich fahre trotzdem zum Markt. Ich will ja nur zum Metzger.

Als ich dran bin, leite ich ein: „Ich habe ein Problem. Der Geldautomat unterwegs war leer und jetzt habe ich kein Bargeld. Bekomme ich trotzdem was und kann es nächste Wiche bezahlen?“ „Kein Problem. Wir kennen Sie ja.“

Mit Uffschnitt und Grillfleisch radel ich wieder heim.

Das Kind und ich essen Erdbeeren und telefonieren mit meiner Mutter. Gegen 18h00 scheuche ich das Kind auf, dass wir doch noch mal nach besseren Wanderschuhen für ihn gucken sollten. Als wir losgehen, kommt der RB gerade wieder.

Vor dem Schuhladen ist eine ziemliche Schlange. Es dürfen nur 18 Menschen in den Laden und anscheinend bietet sich Samstagabend 30 Minuten vor Geschäftsschluss bestens für Familienausflüge* in Schuhläden an. Wir haben Glück: erstens dürfen wir um 18h35 noch rein und zweitens finden wir ein paar Wanderschuhe (und ein Paar Halbsandalen**) fürs Kind.

Wieder zu Hause kümmern wir uns ums Abendessen (der RB und ich) und Balkongießen (das Kind). Dann Essen und bevor wir unsere Kinoabendreihe „Filmklassiker füts Kind“*** beginnen, setze ich noch schnell Krautsalat an****.

————————–
* Ja, wir sind auch eine Kleinstfamilie. Aber halt nicht Mutter, Vater Kind(er) und Säugling, der als Mensch zählt.

** Keine richtige Sandalen, eher so eine Art Trekkingsandale, aber vorne geschlossen

*** Heute „Blues Brothers“, den auch ich zum ersten Mal sehe.

**** Ob der Menge werden wir die nächsten 10 Tage Krautsalat essen (müssen).

Abschottung, Tag 68

Abschottung, Tag 68

Ich rede einfach nicht mehr über meinen Schlaf. Ändert ja auch nichts.

Das Kind hat mittwochs Unterricht in der Spätschicht. Daher steht der Wecker wieder human auf 9h00. Ich schlapfe recht zügig direkt an den Arbeitsrechner und arbeite bis 18h00 quasi durch. Nagut, ein paar Unterbrechungen gab es:

  • Kind zur Schule losschicken (wie schön*: Die Nöltiraden gegen die Schule sind wieder da.)
  • Anruf, dass meine Gabel repariert werden kann <3
  • Telefonat mit einer Mutter aus der Klasse
  • Brezellieferung mit Fensterdate
  • Kind zum Rugby losschicken
  • Anruf von meiner Vorgesetzten mit der dringenden „Ermahnung“, das lange Wochenende zu genießen**.

Nach getaner Arbeit gehe ich duschen und dann einkaufen. Ich habe Glück: Es ist weder voll noch stressig im Supermarkt. Allerdings habe ich keinen Plan, was wir heute und morgen kochen bzw. essen wollen und kaufe etwas planlos ein. Als ich wieder da bin, ist es schon fast Zeit für die #CorotäneKneipe. Gut, dass es heute Antipasti und so gibt.

Als der RB nach der Arbeit nach Hause dazu kommt, müssen wir „weiterarbeiten“: Er hat drei Weine zum Verkosten mitgebracht. Was soll ich sagen?! Wein ist heimtückisch. Solange ich sitze, geht das läuft der ganz gut, aber sobald ich aufstehe, kommt ab einem gewissen Pegel der kleine Mann mit dem Holzhammer. Und so schaffte ich es irgendwann nicht mehr zurück vor den Bildschirm, sondern legte ich in Bett. In voller Montur.

Immerhin habe ich es noch geschafft, den Wecker auszustellen, bevor ich komatös einschlief***

—————————–
* nicht…

** Ich werde was machen (müssen), damit sich nächste Woche nicht alles ballt und stapelt.

*** War wohl nötig.

 

Erste Oktoberschnipsel

Erste Oktoberschnipsel

Heute kurz geschmunzelt, als ich einen Anfall von Kompetenzgerangel erleben durfte. Aber da werde ich bezeiten noch ein Machtwort sprechen (lassen), denn es ist durchaus albern zu meinen, sich mit mir messen zu müssen. Da stehen einfach mal 15 Jahre Berufserfahrungen maximal drei Jahren entgegen. Und ich weiß, dass ich meinen Job gut kann und auch gut mache.

Auf dem Weg zu meinem Mittagsdate habe ich fast ein Eichhörnchen (eins von den guten roten) überfahren. Es hatte meine Geschwindigkeit mit dem Rad wohl unterschätzt, als es über die Straße flitzte. Naja, zum Glück nur fast.

Ein Date für Juni 2020 fix gemacht: Ich werden zu Fanta4 im Waldstadion gehen. Und ich bin sehr gespannt. Denn so richtig gehören die nicht in meine Musikhistorie oder gar -gegenwart.

Aporpos Musikhistorie (und auch -gegenwart): Meine wird zu ca. 85 % auf diesem Internetradio-Kanal gespielt. Sehr cool.

Ich gedenke, mir eine Migräne-Tagebuch-App herunterzuladen. Denn sollte ich mal dazu kommen, einen Termin bei einer Neurologin zu machen, muss ich für diesen vorbereitet sein: Kopfschmerztagebuch ist mindestens Pflicht. Beruflich muss ich mich gerade viel mit dem Thema beschäftigen, deswegen weigere ich mich derzeit noch mehr, meine Kopfschmerzen Migräne zu nennen.

Und ich freue mich sehr, dass dieses Internet mehr ist als nur ein bisschen Online-Welt. Und das reale Menschen nun mal anderen realen Menschen gerne helfen. Manch einer folge ich schon seit über 10 Jahren durchs Netz. Da fühlt eine sich doch schon verbunden. In diesem Sinne:

(4 von 6 Schnipseln wären ohne das komische Internet SocialMedia heute nicht möglich gewesen.)

Luft

Luft

Den einen plagt die Seuche – diesmal rutscht es direkt in die oberen Atemwege* – mit fiesem Husten. Der andere hat labile Bronchien … äh … ist etwas schwach auf der Brust. Und ich, ich musste dringend raus. Nach der Woche mit Kind zu Hause und viel Arbeit habe ich zwar Tageslicht gesehen, aber mehrheitlich nur durchs Fenster. Also beim Blick von drinnen nach draußen.

Des Nächtens kam mir die Idee: Wir fahren nach Bad Nauheim. Mit dem Zug hin und mit den Rädern zurück.

Wir waren etwas spät wach und ich hatte auch erstmal Kopfschmerzen. Doch dann ging alles schnell: schnelles Frühstück, Spurt über den Markt und Speed-Shopping im Discounter. Danach noch schnelleres Umziehen und Paratmachen der Räder und des Ausflugszubehörs. Dann ganz flott mit den Rädern zum Bahnhof und quasi in der letzten Minute in die anvisierte Bahn gesprungen.

Durchatmen.

Das war auch das Motto in Bad Nauheim. Ziel war das Gradierbau I mit der Atemkammer.

Hintenrum zum Gradierbau III bzw. Ludwigsbrunnen bzw. Café am Ludwigsbrunnen, um uns dort mit Kaffee, Apfelschorle und Kuchen zu stärken. Dann nochmal zum Gradierbau I für eine 2. Runde in der Atemkammer.

Ups, da war es auch schon 17h10 und wir mussten retour. Erst folgten wir der Usa, dann der Wetter und dann der Nidda. Sehr schön – abgesehen von dem Stück auf der Landstraße zwischen Fauerbach und Bruchbrücken, zu dem es keine Alternative gibt.

In Bad Vilbel hatten wir dann 27,5 Kilometer hinter uns. Das Kind hat den > 20er Schnitt gut mitgehalten, war dann aber zurecht k.o.; immerhin war er eine Woche krank.

Abends noch lecker gegrillt mit der Besten und dann noch etwas Gin getestet.

Wir müssten eigentlich öfters so’ne Ausflüge machen.

—————-
* Wobei die Nebenhöhlen ja auch zu den oberen Atemwegen gehören und von da rutscht es halt eine bis anderthalb Etagen tiefer, sodass es klingt, als sei die Lunge total verschleimt.