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Kategorie: Schotten dicht

Zu wenig

Zu wenig

In der letzten Woche (KW 41) sind weniger als eine Million, also 1.000.000, Impfstoffdosen verimpft worden.

DAS IST ZU WENIG!

Aber es ist mehr als das 5-Fache geliefert worden. Damit ist viel zu viel im Lager: Fast 19,5 Millionen Impfstoffdosen. Und das ist mehr als genug, um die fehlenden unter 18 Jahren und alle Kinder zwischen 5-11 Jahren mindestens doppelt zu impfen.

Seit 13 Wochen schleichen wir von 60 % Richtung 70 % Erstgeimpften und haben die 70 % immer noch nicht erreicht.

Ein Trauerspiel.

Steady state

Steady state

Orr, Leute, geht impfen! Das ist echt nicht mehr lustig (Stand: Ende KW40):

  • Nur 2,7 Impfdosen sind in irgendwelche Leute gekommen, 8,2% davon waren auch noch Auffrischimpfungen.
  • An den auf Ganzzahlen gerundeten Anteilen hat sich fast nichts geändert: 77% der Impfbaren sind erst-, 73% vollständig geimpft. Auf die Gesamtbevölkerung bezogen: 69 bzw. 65%.
    • Von den 60-Jähringen sind 86,4 bzw. 84,6% geimpft.
    • 18-59 Jahre: 71,1%
    • 12-17 Jahre: 43,2 bzw. 37,0%
  • Würden alle Eltern ihre 5-11 Jährigen impfen lassen, sobald die Zulassung da ist, würden wir eine Impfquote von 75%. Auch das reicht nicht aus.

Nunja, die Zahlen sprechen für sich: Die Jugend ist unterimpft. Und es gibt nicht DEN einen Grund dafür. Obwohl … doch, es gibt DEN einen Grund: Fehlkommunikation. Meiner Meinung nach auch der Hauptgrund für den gesamten desolaten Verlauf der Pandemie nach der ersten Welle.

Ach Leute, reisst Euch doch auf den letzten Metern zusammen, schickt Eure Jugendlichen zum Impfen (wobei wir damit auch nur auf 71% kämen). Das ist doch großer Mist.

Die Lager sind (zu) voll

Die Lager sind (zu) voll

Na sowas, da musste ich meine Statistik fälschen korrigieren. Da ich ja immer die Werte der letzten Woche mit der davor vergleiche, wurde ich gewahr, dass es bei den Impfstofflieferungen Korrekturen gab. Nach oben. Seit KW33. Interessanterweise hat sich das gar nicht so auf die Zahlen ausgewirkt.

Seit 11 Wochen steigt der Anteil der Erstgeimpften pro Woche nur um einen Prozentpunkt. Das ist irgendwie deprimierend. Zumal der Impfstoff da ist.

In KW 38 gab es mal wieder eine größere Lieferung. Seit 10 Wochen erstmals wieder deutlich über 5 Mio Impfstoffdosen. Was nicht dabei ist: Spikevax wurde seit 5 Wochen nicht mehr geliefert.

Verimpft wurden 1,4 Mio in KW 38. Damit sind seit Ende KW 38 76 % der Impfbaren bzw. 68 % aller Einwohnerinnen erstgeimpft. Vollständig geimpft sind nun 72 bzw. 64 %.

In den Lagern warten 15 Mio Impfstoffdosen darauf, in die Leute zu kommen. Würde das alles für Erstimpfungen verwendet, wären direkt 96 % der Impfbaren ( 12 Jahre) geimpft. Ach, das wäre schön. Dann hätten wir bald (in 4-7 Wochen) dänische Verhältnisse und dann müssten sich auch die Eltern mit Kindern unter 12 Jahren nicht mehr so große Sorgen machen. Denen wünsche ich, dass die Impfung bald für 5-12 Jahre zugelassen wird und dass die Kinderärztinnen dann auch impfen – egal, was die StiKo sagt.

Von Impf und Musik

Von Impf und Musik

Ich war heute impfen. 2. FSME-Impfung. Dabei erfuhr ich, dass der Grippeimpfstoff schon da ist. Also direkt einen Termin auch für diese Impfung ausgemacht. „Ich sehe“, lobte mich meine Ärztin, „Sie haben ja alle Impfungen, die es so gibt. Das ist gut, jede Impfung stärkt das Immunsystem.“ Und dann meinte sie noch, dass wir jetzt durch den Winter kommen müssen. Gesund. Dass sie davon ausgeht, dass nach dem Winter 95 % der Menschen Antikörper haben werden – entweder durch Impfung oder halt genesen.

Von letzter auf diese Woche haben sich so wenig erstimpfen (ca 500.000) lassen, dass die gerundete Prozentzahl sich nicht verändert hat (75 % aller Impfbaren bzw. 67 % aller Bundesbürgerinnen). Fehlen noch 28 % bis zur Prognose meiner Ärztin – in Zahlen: 23,2 Mio Menschen. Das finde ich sehr gruselig. Vor allem, weil es (zu) viele Kinder sein werden.

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Völlig unrelated und noch nicht einmal meine Musik, aber trotzdem sehr interessant: die hr-Serie über HipHop und Rap aus Frankfurt. Klar kenne ich Moses Pelham (immerhin habe ich ihn schon mal angepöbelt) und Sabrina Setlur und weiß auch, dass sie aus Frankfurt kommen. Aber irgendwie war Frankfurt für mich – obwohl auch so gar nicht meine Musik – die Keimzelle des deutschen Techno.

Impfzahlen

Impfzahlen

Seit 17 Wochen werte ich Woche für Woche genau 6 bzw. 12* Zahlen zum Impfen gegen Covid-19 aus. Als ich es meiner Mutter erzählte, musste sie lachen: Papa hätte das wohl auch gemacht. Ich bin halt seine Tochter.

Die erste Auswertung war noch etwas ungenau, aber ab Kalenderwoche 19 hatte ich ein Exelsheet mit definierten Formeln, in die ich nur die Liefermenge der einzelnen Impfstoffe (vier) und die Zahl der Erst- und die der Zweitgeimpften eintrage und den Rest spucken mir dann die Formeln automatisch aus. Das sind auch keine hochtrabenden Formeln: profane Prozentrechnung und ein bisschen Dreisatz.

Anfangs ging es mir darum aufzuzeigen, dass es wirklich „bald genug Impfstoff für alle“ geben wird und dass niemensch, die will, erst 2022 geimpft wird. Mittlerweile ist es ein liebgewonnenes Ritual, mit dem ich auch das Impftempo ablesen kann und sehen kann, wie sehr die Impfbereitschaft zur Urlaubssaison hin eingebrochen ist.

So wuchs ab KW 24 bis KW 30 der Impfdosenlagerbestand von 6,1 Mio auf 14,8 Mio an. Dafür dass in dieser Zeit so viele gejammert haben, weil angeblich Lieferungen wegfallen würden, ist das eine ganze Menge.

Seit KW 31 wird auch deutlich weniger Impfstoff geliefert. KW 34 und 35 waren es jeweils unter 1 Mio. In KW 33 wurde erstmals Impfstoff vernichtet? gespendet? Zumindest war bei Vaxzevria ein deutliches Minus.

Aber hier die Zahlen von KW 35;

Liefermenge:

  • Comirnaty: 848.616
  • Vaxcevria: 0 (- 745.820)
  • Spikevax: 0
  • Covis-19 Vaccine Janssen: 70.740

In den Lagern befinden sich 8,7 Mio Impfstoffdosen.

Seit Lieferbeginn wurden pro Woche durchschnittlich 3,3 Mio Impfdosen nach Deutschland geliefert.

Geimpfte (kumuliert seit Impfbeginn)

  • Erstgeimpft: 52,7 Mio
  • Zweitgeimpft: 51,0 Mio

Damit sind 74 % aller Menschen in Deutschland, die geimpft werden können (≥ 12 Jahre), erstgeimpft und 69 % sind vollständig geimpft.

Auf die Gesamtbevölkerung bezogen sind es 66 bzw. 61 %.

93 % aller geimpften sind vollständig geimpft.

Noch fehlende Dosen zum vollständigen Impfschutz

  • 42,3 bzw. 51,6** Mio, um alle Impfbaren zu impfen
  • 60,3 bzw. 33,6** Mio für die Gesamtbevölkerung

Sollten wir weiterhin mit dem wöchentlichen Durchschnitt beliefert werden dauert es 10 bzw. 16 Wochen bis genug Impfstoff für alle da ist. Mal sehen, ob es dabei bleibt, da wir noch nicht alles geliefert bekommen habe, was eigentlich geliefert werden sollte. Allerdings sind 2 Impfstoffe*** noch nicht zugelassen und die Zusatzverträge für Comirnaty und Spikevax sind wohl noch nicht unter Dach und Fach.

Wichtig wäre aber auch, dass sich die, die geimpft werden können, sich endlich mal impfen lassen. Damit halt auch die geschützt werden, die (noch) nicht geimpft werden können.

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* 12 inkl. der Zahlen der Vorwoche

** Wenn ich den Lagerbestand abziehe.

*** Curevac und Sanofi/GSK

Livemusik

Livemusik

Die Karten hatten Nummer. Und Formularfelder, in die wir unsere Kontaktdaten eintragen mussten. Beim Einlass wurden 3G überprüft und wenn der Typ am Einlass uns nicht gekannt hätte, hätten wir auch unseren Perso vorzeigen müssen. Das Ticket mit den Kontaktdaten wurde abgeheftet und wir bekamen ein Bändchen mit der Nummer auf der Karte.

Auf den Tischen, an denen wir sitzen mussten, war ein Zettel befestigt, auf dem wir unsere Nummer eintragen mussten. Damit war festgelegt, wo wir uns für den Rest des Tages/Abends hauptsächlich aufhalten müssen.

Das alles „nur“, um mit anderen Menschen mal wieder Livemusik zu genießen.

Aber ehrlich: Kein einziger Schritt davon tat weh. Es war kein Aufwand. Im Gegenteil, das alles wirkt so durchdacht, dass es deutlich zum Sicherheitsgefühl beigetragen hat.

Dafür konnten wir 7 Stunden lang quatschen und vier Bands zuhören.

Ach, wie schön. Wie schön normal…

Panikmodus OFF

Panikmodus OFF

Seit Montag geht das Kind wieder in die Schule. In Hessen wird in den ersten beiden Wochen montags, mittwochs und freitags getestet. Er müsste eigentlich nicht, weil er ja bereits vollen Impfschutz hat. Aber wir wissen ja: Impfschutz bedeutet keine Immunität.

Gestern erzählte er, als er nach Hause kam: „Die Mutter von einem Mitschüler ist positiv getestet worden.“ Die Tests am Morgen in der Klasse waren aber alle negativ.

Heute verkündet er die Botschaft: „Wir haben heute nochmal Tests gemacht. Da war einer positiv.“
„Und nun?“
„Er macht einen PCR-Test und danach entscheidet sich, ob die Klasse in Quarantäne* muss.“
„War das das Kind von der positven Mutter von Mittwoch?“
„Nein.“
„Und Du?! Hast Du immer Maske getragen**?!“
„Ja, und das andere Kind auch. Außerdem sitzt er in einer ganz anderen Ecke.“

Was soll ich sagen?! Vor den Ferien hätte ich Schnappatmung bekommen und das Kind wäre ab sofort zu Hause geblieben.

Aber mittlerweile ist er geimpft und trägt sehr zuverlässig Maske. Und realistisch betrachtet wäre es jetzt auch zu spät. Er wird weiter in die Schule gehen.

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* Ich finde in der aktuellen Hessischen Coronaschutzverordnung (HCSV) keine Aussage darüber, ob dann wirklich die ganze Klasse in Quarantäne muss. Oder ob nur Sitznachbarinnen. Oder ob geimpfte Kinder grundsätzlich ausgenommen sind.

** Nach HCSV müssen die Kinder in den ersten zwei Wochen auch im Unterricht Maske tragen.

Auf Sicht gefahren

Auf Sicht gefahren

Hier hing kurzfristig der Haussegen sehr schief. Es brachen sich Dinge Bahn. Es musste sein. Der Moment hat mich zunächst etwas irritiert. Denn eigentlich ging/geht es uns gerade besser. Wir hatten einen schönen Urlaub zu zweit und nutzten die da gewonnene Energie, um – wieder zu Hause – endlich mal auszumisten und die Wohnung schöner zu machen (neuer Herd, neue Lampe, neuer Couchtisch). Dinge, die bislang provisorisch rumstanden, bekamen endlich einen Platz. Ordnung. Yeah! Ordnung, die in den vergangenen 18 Monate nicht wirklich möglich war. Perfekt ist es immer noch nicht, aber eindeutig besser.

Ich stelle fest, wie sehr ich die vergangenen 18 Monate auf Sicht gelebt habe. Wie sehr ich mich zurückgezogen habe. Und wie sehr der Tod meines Vaters, HomeSchooling, die Schulsituation vom Kind und die Angst davor, dass eine von uns sich Covid-19 einfängt, mich belastet haben und meinen Rückzug verstärkt haben. Vielleicht habe ich mich auch deswegen so in die Arbeit gestürzt. Es war viel. Und mit all dem, was da noch war, war es zu viel. Der Mann hatte auch Sorgen und Stress.

Auf der einen Seite sehr blöd, auf der anderen Seite aber überlebenswichtig: Wir hatte unsere Stress-Peaks nicht gleichzeitig. So konnten wir uns gegenseitig unterstützen und Dinge übernehmen oder organiseren, wofür die andere keine Energie oder Nerven hatte. Unschön ist, dass wir so die ganze Pandemie über vorrangig „funktioniert“ haben. Miteinander. Insgesamt gut – ohne Frage. Aber tja, das war auch ein Problem: „ohne Frage“. Wir haben nicht mehr wirklich miteinander gesprochen. Momente zu zweit gab es nicht: Das Kind war ja die ganze Zeit da und auch angespannt und gestresst.

Nun sind wir alle durchgeimpft und ich merke, wie sehr mich das erleichtert. Nein, das macht uns nicht übermütig: Wir tragen weiter Maske und wo es erforderlich bzw. sinnvoll ist, machen wir auch Tests (das Kind in der Schule ja eh). Aber wir trauen uns wieder, etwas zu unternehmen, bei dem wir anderen Menschen nah kommen.* Es kostet – insbesondere mich – viel Überwindung, solche Ereignisse wieder zu genießen.

Aber genau das ist ja auch immer ein Teil von uns gewesen: Leute treffen, auf Konzerte gehen. Und ich merke, wie gut es mir tut.

Von Normalität sind wir noch weit entfernt. Und ich glaube auch nicht, dass wir zur prä-pandemischen Normalität zurückkehren werden/können. Aber die Angst vor der Erkrankung wird nicht mehr bei jeder Entscheidung mitschwingen. Risiken werden kalkulierbarer – womöglich kalkulierbarer als bei der jährlichen Grippe.

Seit dem Urlaub nimmt diese neue Normalität für mich Formen an. Ich bin entspannter. Mir geht es definitiv besser. Dem Mann geht es auch besser. Wir sind die letzten 18 Monate so auf Sicht gefahren, dass wir nichts mehr um uns gesehen haben bzw. aus Rücksicht auf die andere auf nichts rechts und links aufmerksam gemacht haben. Und auf einmal sehen wir beide, was uns gefehlt hat – jeder für sich, aber auch uns miteinander.

Und nach gerade mal 3,5 Jahren zusammen (und davon halt 1,5 in Pandemie) „erwarten“ wir, dass die andere genau weiß, was jede will, was die jeweiligen Befindlichkeiten und auch Ansprüche sind.

Hahaha.

Solche Erwartungshaltungen sind für Beziehungskrisen ja wie ein halbes Jahr ohne Regen für Waldbrände. Es knirscht, es knarzt, es knallt und es brennt lichterloh.**

Ich mache es kurz: Der Brand wurde im Keim erstickt. Wir haben geredet. Wir werden reden. Wir haben uns wieder mehr Zeit füreinander genommen und werden das auch weiter tun. Wir haben zwei Apps, die uns (hoffentlich) helfen werden, Aufgaben und Mental Load*** besser sichtbar zu machen und auch besser zu verteilen.****

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* Im Urlaub war ich – abgesehen von der Wohnung meiner Mutter – in diesem Jahr zum ersten Mal mit anderen Menschen in einer Wohnung und das fühlte sich sehr komisch an.

** Ich brauche ja ab und zu einen Knall.

*** Der RB nimmt mir durchaus auch Mental Load hinsichtlich des Kindes ab, aber letztlich liegt die Verantwortung halt bei mir.

**** Ich werde berichten.

„Love is stronger than Aluhut“

„Love is stronger than Aluhut“

Wenn eine den KV zur Pandemie fragen würde, würde er vermutlich auch irgendwas von sich geben à la „die Pandemie ist eine Erfindung der Deutschen, nur damit er sein Kind nicht sehen kann“. Die ersten Monate im vergangenen Jahr waren noch halbwegs ok. Aber ab Monat 4 der Pandemie fing der Aluhut beim Kv zu drücken. Er schwurbelte sich so durch und das Kind ertrug das nicht und verweigerte Besuch und zeitweise auch jeden Kontakt. Der Sommer kam und ging. Die zweite Welle kam. Es wurde schlimmer. Die dritte Welle kam. Die Impfung kamen und alles wurde besser. Irgendwie.

Das Kind fing an, Frankreich und die Verwandtschaft zu vermissen und überlegte vorsichtig, ob er diesen Sommer nicht doch endlich mal wieder dahin reisen könne. Nach einigem Hin-und-Her war klar: Mit dem Zug taugt nicht – zumal ich es leid bin, ganze Tage damit zu verbraten, das Kind zum Umgang zu bringen – und dass der Vater ihn mit dem Auto abholt, hielt ich für noch weniger zielführend (und pandemiekonform). Zum Glück hat die Lufthansa in der Pandemie ihre Flugrouten nach Frankreich noch einmal* überdacht und fliegt mittlerweile sogar nach Nantes.

An den Besuch knüpfte das Kind eine Bedingung: Der Kv müsse sich impfen lassen. Die französischen Großeltern hatten schon die Erstimpfung zu diesem Zeitpunkt und es war klar, dass sie durchgeimpft sind, wenn das Kind nach Frankreich käme. Der Kv zierte sich und das Kind ließ verlauten: „Wenn Du nicht geimpft bist, kann ich ja zu Mamie und Papy und wir können uns im Garten winken.“ Es war erstaunlich, wie schnell der Kv daraufhin Impftermine hatte.

Wir buchten Flugtickets. Und hatten das Glück, dass der Kinderarzt vom Kind einer der wenigen in Frankfurt ist, der Kinder impft. So bekam das Kind noch vor der Reise nach Frankreich die erste Impfung gegen die Pandemie.

Das Kind flog nach Frankreich. Die Zahlen stiegen: In Deutschland langsam, in Frankreich schneller. Das war so nicht geplant. Ich wurde unruhig. Andere Länder mit hohen Inzidenzen wurden Hochinzidenzgebiete, ich erwarte täglich, dass Frankreich auch ein Hochinzidenzgebiet wird und dann müsste das Kind potentiell in Quarantäne**. Das wäre mit Blick auf 2. Impftermin*** und Beginn an der neuen Schule**** halt blöd.

Die Lösung: Das Kind braucht seine zweite Impfung in Frankreich.

Ich verknündete dem Kind meine Idee. Und dem Kv. Und irgendwie streute ich die Info, dass das Kind ohne Impfung eventuell früher nach Hause müsste. Manchmal braucht es halt einen Katalysator. 6 Tage später hatte der Kv einen Impftermin fürs Kind organisiert. Und eine Woche später (vorgestern) hatte das Kind seine zweite Impfung – inkl. elektronischem Impfzertifikat. Rechtzeitig, dass er zum Rückflug die 14 Tage „Wirkfrist“ durchhaben wird.

Der Kv kam nicht umhin, sowohl mir als auch dem Kind zu sagen, dass er die Impfung doof findet. Tjanun, was soll ich sagen. Anscheinend aber auch nur aus Prinzip*****, sonst hätte er weder sich noch das Kind impfen lassen – oder wie es eine Bekannte so treffend formulierte: „Love is stronger than Aluhut“.

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* Vor Jahren flogen sie gar nicht in die Bretagne. Im vergangenen Jahr hatten sie dann Rennes dazugenommen. Das wäre auch gegangen.

** Mit Test nach Familienbesuch entfällt die womöglich.

*** Selbst bei auf 5 Tage verkürzter Quarantäne passt es nicht.

**** Wenn es 10 Tage Quarantäne wäre, würde er mindestens den ersten Schultag verpassen.

***** Es ist phänomenal, wie sehr sich ein Mensch selbst im Weg stehen kann.

Zwischen Hamburg und Helgoland

Zwischen Hamburg und Helgoland

Tag 9 (Fortsetzung)
Nach dem Frühstück mit Blick auf Meer und Ulli Potofski fuhren wir 150 Kilometer Richtung Süd-West. Denn nachdem klar war, dass das Kind nicht mit uns in den Urlaub fährt, hatten wir uns entschieden unsere zwei Wochen Urlaub* voll zu nutzen und weil wir unser Häuschen nicht verlängern konnten, hatten wir uns eine weitere Unterkunft gesucht. Im Alten Land. Zu meiner großen Freude „müssen“ wir über die Köhlbrandbrücke fahren.
Nachdem wir eingeräumt haben und ich meinen letzten Text fertig gemacht habe, gehen wir eine Runde durch Jork. Eigentlich wollen wir essen gehen, aber das ausgwählte und alle anderen Restaurants in Jork haben zu. Wir stellen fest, dass sämtliche Restaurants im Alten Land nicht auf urbane Essgewohnheiten ausgelegt sind. Außerdem besteht das Alte Land tatsächlich nur aus Obstbäumen und hübschen Häusern von Obstbauern.

Tag 10
Weil das Wetter gut sein soll, fahren wir nach Hamburg. Ich will unbedingt in den Hagenbeck Tierpark, denn da wohnen Puffins. Und während es die ganze letzte Zeit immer noch kurzfristig Karten gab und es auch auf der Webseite hieß, dass es kein Problem sei, Karten vor Ort zu bekommen, hatte ich nicht mehr daran gedacht, Karten zu reservieren. Tja, heute gibt es keine Karten und die Schlangen sind lang auf unbestimmt. Wir drehen bei und schlendern durch Hamburg und essen im berühmten Café Max leckeren Kuchen**. Gibt schlimmeres. Auf dem Rückweg fahren wir einen Apfelbaum besuchen und dann tappen wir schon wieder in die Essensfalle: Kurzerhand fahren wir nach Stade, drehen eine Runde dort, gehen im Ratskeller essen, drehen noch eine Runde.

Tag 11
Für heute sind die Tierpark-Karten reserviert – inklusive Tropen-Aquarium***. Wir genießen den Tag im Tierpark. Er ist schön angelegt und es gibt wirklich viel zu sehen. Leider gibt es nur einen einzigen Puffin. Und der sich anscheinend auch zwischen den Trottellummen nicht wohl fühlt. Danach fahren wir noch bis zum (neuen) Überseequartier und wandern von dort über die HafenCity zu den Landungsbrücken. Wo wir wieder auf die Fähre nach Finkenwerder stiegen und … ebendort wieder Pech mit dem ausgewählten Restaurant hatten – um 20h15 war die Küche schon zu. Wir finden zum Glück noch – über Umwege – ein griechisches Restaurant (Taverna Elina).

Tag 12
Eigentlich hatten wir führ heute Hin- und Rückfahrt nach Helgoland gebucht. Uneigentlich bekam ich bereits gestern die Nachricht, dass die Fahrt nicht stattfände wegen Sturm. Wir entschließen uns für einen 3. Tag in Hamburg – nachdem ich unsere Fahrt nach Heögoland erfolgreich auf morgen umbuchen konnte. Also fahren wir wieder mit dem Auto bis Finkenwerder, steigen auf die Fähre und steigen wieder … äh … diesmal am Altonaer Fischmarkt aus. Wir kommen 600 Meter weit, um dann erstmal ausgiebig im Café Geyer zu frühstücken. Gestärkt lassen wir uns durch St. Pauli und die Schanze treiben. Nach einem Drink ergibt es sich, dass ich für den Rest den Tages mit einer Kiste Weingläser unterwegs bin. Wir essen im P’Ti Breizh im Karoviertel großartige Galettes und Crêpes. Tschüss, Hamburg. Drei Tage waren definitiv kein Tag zu viel.****

Tag 13
Keine Nachricht, es geht nach Helgoland. Erstmal müssen wir nach Cuxhaven. Als wir abfahren, ist es noch entspannt. Doch irgendwann nimmt der Seegang zu und auch der HalunderJet muss nun über die Wellen hüpfen. Mir ist nicht gut und ich bin froh, dass ich einen Fensterplatz habe und mich auf den Horizont konzentrieren kann. Ich bin froh, als wir endlich anlegen. Auf Helgoland erwartet uns bestes Wetter. Der RB und ich versuchen, jenseits der allgemeinen Menschenströme Wege zu finden. Das ist nur bedingt möglich, aber auf dem Klippenrandweg verläuft es sich etwas. Insgesamt haben wir 4,75 Stunden auf der Hochsee-Insel. Das reicht für einen Gang zur Langen Anna und zurück. Die Rückfahrt ist entspannt. Und als wie wieder Festland unter den Füßen haben, gehen wir im Hus Op’n Diek***** essen. Schöner Urlaubsabschluss.

Tag 14
Alles wieder ins Auto und ab nach Hause.

Hach, das tat sehr gut. Urlaub. Was anderes sehen. Und auch, dass wir nur zu zweit sein durften. Mal schauen, wann all das wieder möglich ist.

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* Zwischenzeitlich sah es arbeitsbedingt so aus, als würde ich in der 2. Woche arbeiten müssen – also Urlaub zurück geben.

** Sehr überzeugend auch deren Hygienekonzept, inkl. Impfpassprüfung.

*** Während wir in Hamburg gelebt haben, habe ich es nicht einmal dahin geschafft. Wobei es vermutlich auch eine finazielle Frage war. Hätten der RB und ich voll zahlen müssen, hätte uns der Eintritt 84 Euro gekostet. Und nein, ich diskutiere nicht darüber, ob das zu viel Geld für einen „Zoobesuch“ ist. Denn der Tierpark ist meiner Meinung nach das Geld wert. Die Tiere haben Platz und gute Bedinungen (soweit ich das beurteilen kann).

**** Allein zu Fuß haben wir fast 26 Kilometer in der Hansestadt zurückgelegt.

***** Kindheitserinnerung vom RB, der dort schon vor 40 Jahren mit seinen Eltern essen war.