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Kategorie: Die schönste Stadt der Welt

Möge es so weiter gehen

Möge es so weiter gehen

Über drei Wochen vom neuen Schuljahr sind um. Drei Wochen an der neuen Schule fürs Kind.

Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, ob er wirklich wechseln soll. Aber nachdem wir ja schon zu Grundschulzeiten das Thema hatten und ich es vermutlich da auch nochmal forciert hätte, wenn die unsägliche Klassenlehrerin nicht schwanger geworden wäre. Aber sie hatte in den ersten zwei Jahren schon sehr viel verbockt – beim Kind und für die Klassengemeinschat, in der er erst ganz am Schluss Fuß fassen konnte. Dem Kind hätten noch ein bis zwei Jahre Grundschule gut getan. Um Klassengemeinschaft zu erleben, um die ersten beiden Schuljahre zu „vergessen“, naja wenigstenszu kompensieren. Das gibt das deutsche Schulsystem aber nicht her (außer in Berlin).

Der Wechsel auf die weiterführende Schule war ähnlich blöd wie der auf die Grundschule: Kein Kind, mit dem er gut klarkam, wechselte auf diese Schule. Er stand – wieder – allein auf weiter Flur und in der neuen Klasse eingeschworenen Cliquen gegenüber. Es lief von Anfang an nicht rund. Früh sprach er von Schul- oder wenigstens Klassenwechsel. Ich führte Gespräche mit den Klassenlehrkräften. Ich war nicht happy. Das Kind auch nicht. Aber dann kam die Pandemie und Schule war anders, war nicht mehr Klassenverband, in dem er sich nicht wohlfühlte, sondern lernen, wann und wie es ihm gefiel. Das tat ihm gut. Auch der Wechselunterricht war okay. Das Kind hatte Spaß an Schule, Bock auf Lernen.

Doch als das 6. Schuljahr wieder mit Vollpräsenz lief, war er wieder unglücklich. Ihm ging es nicht gut. Diese Klasse tat ihm nicht gut. Ich führte wieder Gespräche. Wie schon ein Jahr zuvor schwang „victim blaming“ mit: Das Kind sei auch kein Engel. Er würde diesdasjenes machen. Er bräuchte sich nicht wundern, wenn die anderen Kinder darauf reagieren. Die Lehrkräfte sahen wohl nur eine Henne-Ei-Frage dabei. Außerdem müsse das Kind verstehen, dass in der Klasse einige halt Schwierigkeiten hätten. Er sei ja ein Leistungsträger in der Klasse, die anderen bräuchten mehr Unterstützung. Uff. Wenn das Inklusion sein soll, dann will ich das nicht. Es kann nicht sein, dass von unten in das System gestopft wird und die Leistungsstarken dadurch „oben“ rausfallen. Und gerade eine IGS muss das mit der Binnendifferenzierung schaffen.

Als nach der Winter-Schulschließung der Wechselunterricht wieder startete, blieb das Kind zunächst zu Hause. In Hessen war das zum Glück möglich. Dann kam der Vollpräsenzunterricht und die Lehrkräfte bestückten die Lernplattform nicht mehr (auch wenn sie gemusst hätten). Nach reiflichem Abwägen ging das Kind wieder in die Schule. 6 Tage lang. Dann eskalierte die Situation. Der RB nannte es so treffend: „Schule ist nicht Survival of the Fittest, sondern Survival of the Fiesest.“

Auf jeden Fall war die Situation so nicht mehr tragbar und ich kümmerte mich umgehend, wohin das Kind wechseln könnte. Es ging alles schnell und vielleicht war das auch gut so. Die Frankfurter Schulsituation ist so dermaßen angespannt, dass wir keine Wahl, aber wenigstens einen Alternative hatten.

Schlussendlich fällte das Kind die Entscheidung, denn ihn betrifft es hauptsächlich: Der Wechsel sollte geschehen.

Was mich durchaus erleichtert: Während die Schulleitung der alten Schule sich auf die Wechselnachricht gar nicht rührte*, war sich die eine Klassenlehrkraft nicht zu blöde, dem Kind noch einen „schlechte“ Note** reinzuwürgen. Die andere Klassenlehrkraft hat sich gar nicht mehr gemeldet.

Insgesamt hatte das Kind durch das alles 9 Wochen Sommerferien, in denen viel passierte und wir viel sprachen. Auch darüber, dass der Schulwechsel eine Chance für einen Neuanfang ist.

Er scheint es verinnerlicht zu haben. Er hat direkt erste Kontakte geknüpft und kommt gut gelaunt aus der Schule.***

(Und ich merke, wie mich allein diese drei Wochen mit einem entspannteren Kind entspannen.)

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* Ich habe aus AG-Zeiten immer noch einen Schlüssel der alten Schule.

** eine 3 in einem Fach, in dem das Kind bislang IMMER eine 1 oder 2 hatte. Außerdem wurde bei den Kopfnoten nochmal nachgetreten. Danke für nichts, Du arme Wurst.

*** Ich glaube ja auch, dass es ihm gut tut, dass er morgens und nachmittags 6 Kilometer mit dem Rad fährt.

Von Impf und Musik

Von Impf und Musik

Ich war heute impfen. 2. FSME-Impfung. Dabei erfuhr ich, dass der Grippeimpfstoff schon da ist. Also direkt einen Termin auch für diese Impfung ausgemacht. „Ich sehe“, lobte mich meine Ärztin, „Sie haben ja alle Impfungen, die es so gibt. Das ist gut, jede Impfung stärkt das Immunsystem.“ Und dann meinte sie noch, dass wir jetzt durch den Winter kommen müssen. Gesund. Dass sie davon ausgeht, dass nach dem Winter 95 % der Menschen Antikörper haben werden – entweder durch Impfung oder halt genesen.

Von letzter auf diese Woche haben sich so wenig erstimpfen (ca 500.000) lassen, dass die gerundete Prozentzahl sich nicht verändert hat (75 % aller Impfbaren bzw. 67 % aller Bundesbürgerinnen). Fehlen noch 28 % bis zur Prognose meiner Ärztin – in Zahlen: 23,2 Mio Menschen. Das finde ich sehr gruselig. Vor allem, weil es (zu) viele Kinder sein werden.

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Völlig unrelated und noch nicht einmal meine Musik, aber trotzdem sehr interessant: die hr-Serie über HipHop und Rap aus Frankfurt. Klar kenne ich Moses Pelham (immerhin habe ich ihn schon mal angepöbelt) und Sabrina Setlur und weiß auch, dass sie aus Frankfurt kommen. Aber irgendwie war Frankfurt für mich – obwohl auch so gar nicht meine Musik – die Keimzelle des deutschen Techno.

Durchatmen

Durchatmen

Ups, die Pandemie ist wohl vorbei. Oder war kurzfristig vorbei. Der Mann und ich haben das wöchtentliche Wandern schleifen lassen. Wobei er ja immerhin regelmäßig zur Arbeit läuft. Ich laufe nur vom Schlafzimmer ins Bad, in die Küche und dann an den Schreibtisch. Alles innerhalb unserer Wohnung versteht sich. Nicht viel also. Wir waren vor 5 Wochen das letzte Mal wandern. Ups.

Der Mann ist dieses Wochenende (mal wieder) nicht da. Aber ich muss mich bewegen. Das kann ich ja auch ohne ihn. Bis ich heute in die Gänge komme, dauert es etwas. Dann bin ich unleidlich darüber, dass ich nicht weiß, wo ich laufen soll. Letztlich fasse ich einen Stadtwaldbeschluss. Da komme ich gut hin und da war ich schon lange nicht mehr.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie wenig Menschen im Stadtwald unterwegs sind.

Bei Kilometer 10 (von 14) zeigte sich, dass ich seit 5 Wochen nicht mehr wandern war: Ich bekam einen veritablen Krampf in der rechten Wade . Uff. Das war sehr unangenehm. Aber immerhin bekam ich ihn gelöst und konnte entspannt weiterlaufen.

Das tat sehr gut.

Durchatmen.

Ein Abend für mich

Ein Abend für mich

Mein Heute-Ich war meinem Vor-Wochen-Ich sehr dankbar. Denn vor ein paar Wochen, als ich irgendwo in den SoMe darüber gestolpert war, hatte ich mir in meinen Kalender mit Erinnerung eingetragen, dass Justin Sullivan solo heute in Frankfurt spielen wird. Open-Air. Als ich es eintrug, dachte ich noch: Mal schauen, wie das Wetter ist und wenn es dann noch Karten gibt, gehe ich hin. Außerdem war es ja ein Solo-Konzert mit expliziten Solo-Stücken, die ich mir mal angehört hatte, und ich nicht ganz sicher war, ob ich ein Konzert nur damit gut finden könnte. Sie lassen sich gut anhören – so im Hintergrund.

Vor zwei Wochen oder so offenbarte mir der RB, dass er an diesem Wochenende nicht da sein würde. Die Info ist irrelevant, weil sie nichts mit meiner Entscheidung zu tun hat.

Ich hatte heute einen produktiven Tag – danke liebe Hormone, danke liebes Vitamin D – und war am späten Nachmittag, als mein Kalender mich an das Konzert erinnerte, auch nicht k.o. Ich fragte das Kind – rhetorisch -, ob es für ihn problematisch sei, wenn ich heute auf ein Konzert ginge. Er fragte nur, wie lange ich weg sei und hatte Pläne … die ich im Keim erstickte. Vor allem, weil ich mir recht sicher war, dass andere Eltern ihr Kinder nicht abends noch zum Kind lassen würden. Aber gut, ungestörte Zockzeit war auch ausreichend attraktiv, dass ich ausgehen durfte.

Etwas verzögert kam ich los, hatte aber Glück, dass ich just an der Haltestelle ankam, als die Bahn kam (und ich kein 15 Minuten warten musste).

Vor Ort wurden Impfzertifikat in der App und wenigstens der Perso dazu angeguckt. Was so schwer daran ist, den QR-Code vom Impfzertifikat zu scannen, erschließt sich mir nicht. Da ich eine Abendkassenkarte brauchte, die nicht personalisiert war, brauchte es Kontaktverfolgung (gemäß neuer Regelung eigentlich nicht, aber ist ja nicht verkehrt): Zu Wahl standen Luca-App (nein, einfach nein) oder profaner Zettel. Joah, was so schwer daran ist, einen QR-Code fürs Einloggen via CWA zu generieren, erschließt sich mir nicht.

Wie das heutzutage so ist, braucht es beim Konzert einen Sitzplatz. Es ist schon absurd. Vor der Pandemie habe ich sogar auf Konzerte verzichtet, wenn sie nur bestuhlt geplant waren oder ich nur noch einen Sitzplatz bekommen hätte. Nun freut sich eine, überhaupt wieder Live-Musik erleben zu können – auch im Sitzen.

Ich besorgte mir was zu essen und einen Sitzgelegenheit (der Platz ist leider etwas verwinkelt und mit Bäumen, sodass nicht überall ein guter Blick auf die Bühne möglich war und auch schon viele Tische belegt waren).

Justin fing recht pünktlich an und saß da nur mit seiner Stimme und seinen Gitarren auf der Bühne und spielte. Und war wahnsinnig präsent so allein, nur er, seine Stimme und seine Gitarren.

Und als er ein paar New-Model-Army-Songs spielte – allein -, war klar, wie sehr die Band von ihm geprägt ist – auch wenn der Sound von New Model Army mit Schlagzeug, Keyboard, Bass und zweiter Gitarre natürlich anders ist. Achja, seufz. Meine New-Model-Army-Karte für ein Konzert im November 2020 ist nun auf 2022 verschoben worden. Aber ich freue mich immer noch vor.

Die Songs von NMA und auch seine Solo-Songs erzählen Geschichten und/oder zeigen Haltung. Und so nehme ich neben toller Musik, „fucking Brexit“ und einer starken anti-nationalistischen Haltung einen inspirierenden Gedanken zur Pandemie mit:

Die Pandemie hat uns alle zu einer extremeren Version von uns selbst werden lassen. Durch die fehlenden Sozialkontakte findet weniger Reibung statt, die unsere Ecken und Kanten abmildert bzw. in Relation setzt.

Das trifft sehr auf mich zu. Ich habe das Gefühl, dass ich sonderbarer, ungnädiger, kompromissloser, eigenbrödlerischer, ungeduldiger geworden zu sein. Auch daher ist es gut, dass die Impfungen und 2G Sozialkontakte wieder möglich machen und ich muss mich noch immer überwinden.

Danke für den großartigen und inspirierenden Abend <3
Zwischen Hamburg und Helgoland

Zwischen Hamburg und Helgoland

Tag 9 (Fortsetzung)
Nach dem Frühstück mit Blick auf Meer und Ulli Potofski fuhren wir 150 Kilometer Richtung Süd-West. Denn nachdem klar war, dass das Kind nicht mit uns in den Urlaub fährt, hatten wir uns entschieden unsere zwei Wochen Urlaub* voll zu nutzen und weil wir unser Häuschen nicht verlängern konnten, hatten wir uns eine weitere Unterkunft gesucht. Im Alten Land. Zu meiner großen Freude „müssen“ wir über die Köhlbrandbrücke fahren.
Nachdem wir eingeräumt haben und ich meinen letzten Text fertig gemacht habe, gehen wir eine Runde durch Jork. Eigentlich wollen wir essen gehen, aber das ausgwählte und alle anderen Restaurants in Jork haben zu. Wir stellen fest, dass sämtliche Restaurants im Alten Land nicht auf urbane Essgewohnheiten ausgelegt sind. Außerdem besteht das Alte Land tatsächlich nur aus Obstbäumen und hübschen Häusern von Obstbauern.

Tag 10
Weil das Wetter gut sein soll, fahren wir nach Hamburg. Ich will unbedingt in den Hagenbeck Tierpark, denn da wohnen Puffins. Und während es die ganze letzte Zeit immer noch kurzfristig Karten gab und es auch auf der Webseite hieß, dass es kein Problem sei, Karten vor Ort zu bekommen, hatte ich nicht mehr daran gedacht, Karten zu reservieren. Tja, heute gibt es keine Karten und die Schlangen sind lang auf unbestimmt. Wir drehen bei und schlendern durch Hamburg und essen im berühmten Café Max leckeren Kuchen**. Gibt schlimmeres. Auf dem Rückweg fahren wir einen Apfelbaum besuchen und dann tappen wir schon wieder in die Essensfalle: Kurzerhand fahren wir nach Stade, drehen eine Runde dort, gehen im Ratskeller essen, drehen noch eine Runde.

Tag 11
Für heute sind die Tierpark-Karten reserviert – inklusive Tropen-Aquarium***. Wir genießen den Tag im Tierpark. Er ist schön angelegt und es gibt wirklich viel zu sehen. Leider gibt es nur einen einzigen Puffin. Und der sich anscheinend auch zwischen den Trottellummen nicht wohl fühlt. Danach fahren wir noch bis zum (neuen) Überseequartier und wandern von dort über die HafenCity zu den Landungsbrücken. Wo wir wieder auf die Fähre nach Finkenwerder stiegen und … ebendort wieder Pech mit dem ausgewählten Restaurant hatten – um 20h15 war die Küche schon zu. Wir finden zum Glück noch – über Umwege – ein griechisches Restaurant (Taverna Elina).

Tag 12
Eigentlich hatten wir führ heute Hin- und Rückfahrt nach Helgoland gebucht. Uneigentlich bekam ich bereits gestern die Nachricht, dass die Fahrt nicht stattfände wegen Sturm. Wir entschließen uns für einen 3. Tag in Hamburg – nachdem ich unsere Fahrt nach Heögoland erfolgreich auf morgen umbuchen konnte. Also fahren wir wieder mit dem Auto bis Finkenwerder, steigen auf die Fähre und steigen wieder … äh … diesmal am Altonaer Fischmarkt aus. Wir kommen 600 Meter weit, um dann erstmal ausgiebig im Café Geyer zu frühstücken. Gestärkt lassen wir uns durch St. Pauli und die Schanze treiben. Nach einem Drink ergibt es sich, dass ich für den Rest den Tages mit einer Kiste Weingläser unterwegs bin. Wir essen im P’Ti Breizh im Karoviertel großartige Galettes und Crêpes. Tschüss, Hamburg. Drei Tage waren definitiv kein Tag zu viel.****

Tag 13
Keine Nachricht, es geht nach Helgoland. Erstmal müssen wir nach Cuxhaven. Als wir abfahren, ist es noch entspannt. Doch irgendwann nimmt der Seegang zu und auch der HalunderJet muss nun über die Wellen hüpfen. Mir ist nicht gut und ich bin froh, dass ich einen Fensterplatz habe und mich auf den Horizont konzentrieren kann. Ich bin froh, als wir endlich anlegen. Auf Helgoland erwartet uns bestes Wetter. Der RB und ich versuchen, jenseits der allgemeinen Menschenströme Wege zu finden. Das ist nur bedingt möglich, aber auf dem Klippenrandweg verläuft es sich etwas. Insgesamt haben wir 4,75 Stunden auf der Hochsee-Insel. Das reicht für einen Gang zur Langen Anna und zurück. Die Rückfahrt ist entspannt. Und als wie wieder Festland unter den Füßen haben, gehen wir im Hus Op’n Diek***** essen. Schöner Urlaubsabschluss.

Tag 14
Alles wieder ins Auto und ab nach Hause.

Hach, das tat sehr gut. Urlaub. Was anderes sehen. Und auch, dass wir nur zu zweit sein durften. Mal schauen, wann all das wieder möglich ist.

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* Zwischenzeitlich sah es arbeitsbedingt so aus, als würde ich in der 2. Woche arbeiten müssen – also Urlaub zurück geben.

** Sehr überzeugend auch deren Hygienekonzept, inkl. Impfpassprüfung.

*** Während wir in Hamburg gelebt haben, habe ich es nicht einmal dahin geschafft. Wobei es vermutlich auch eine finazielle Frage war. Hätten der RB und ich voll zahlen müssen, hätte uns der Eintritt 84 Euro gekostet. Und nein, ich diskutiere nicht darüber, ob das zu viel Geld für einen „Zoobesuch“ ist. Denn der Tierpark ist meiner Meinung nach das Geld wert. Die Tiere haben Platz und gute Bedinungen (soweit ich das beurteilen kann).

**** Allein zu Fuß haben wir fast 26 Kilometer in der Hansestadt zurückgelegt.

***** Kindheitserinnerung vom RB, der dort schon vor 40 Jahren mit seinen Eltern essen war.

Im Schilder-Wald

Im Schilder-Wald

Lockdown, Tag 80

Ich bin froh ob unseres festen Wandertermins. So komme ich wenigstens einmal pro Woche wirkich an die frische Luft und in Bewegung. Wobei ich gestern draußen war, weil ich ein Tweep-Date hatte, genaugenommen hatten das Kind und ich ein Doppeldate. Und das tat uns beiden sehr gut. Am Freitag war ich auch schon unter Menschen, das war aber nicht so unterhaltsam, sondern vorranig altruistisch, denn ich war beim Blutspenden. (Und nun hoffe ich, dass mein Tätowierer aus der Versenkung auftaucht, damit ich mir ein Soli-Puffin-Tattoo stechen lassen kann.) Ansonsten muss ich aber irgendwie etwas mehr an meiner Work-Life-Balance arbeiten, denn derzeit ist es ein recht unausgeglichene Work-Sleep-Disbalance. Daran ändert auch das Wandern nicht so viel. Aber wenigstens ein bisschen.

Also, Wandern. Der RB und ich waren wandern. Das Kind war nicht mit. Der hat ab Montag wieder Rugby-Training, der muss nicht am Wochenende sporteln. Der beschäftigt genießt die Zeit ohne und mit Kumpels beim Zocken. Außerdem hätte er uns heute sehr verflucht, denn die Tour hatte es steigungstechnisch in sich. Aber das Wetter war super und die Strecke sehr schön. Ich habe es sehr genossen.

Wir wanderten 16 Kilometer, von denen die meisten auf dem zweiten Teil der Safari-Route verliefen.

Glück in weiß

Glück in weiß

Lockdown, Tag 38

Sonntag ist Wandertag. So will es das Pandemiegesetz. Und gestern war klar, dass es heute schneien soll. Also in den höheren Lagen Schnee und bei uns inne Stadt halt Matsch. So war es auch beim Aufstehen: Schneematsch vor der Tür. Wie es Richtung Taunus aussah, konnte ich natürlich nicht sehen. Aber ich hatte zwei Touren ebenda geplant. Das Kind wollte nicht mit (und Spoiler: Es war gut so. Er hätte sehr geflucht.). Nur mit dem RB unterwegs zu sein, ist ja auch ganz schön.

Ich haderte kurz mit meiner #ZeroHose-Politik, probierte die Schneehose an und war wieder geheilt. Auch hier ein Spoiler: Die doppelten Thermoleggings, der Rock und der Fuktionsmantel haben wirklich gut warm gehalten. (Für die Beine könnte ich bei noch mehr Schnee über wasserdichte Gamaschen nachdenken.)

Und falls ich es noch nicht erwähnt habe: Schneeeeeeee <3 So viel Schnee. Schnee macht mich wirklich wirklich glücklich. So glücklich, dass ich den wirklich steilen Aufstieg (3 Kilometer, tw. 19 % Steigung) auch nur ein kleines Bisschen schlimm fand und gar nicht geflucht habe (das Kind hätte spätestens nach 500 Metern gestreikt – trotz Schnee).

Ich hoffe, wir werden noch ein paar Schneetage habe. Ich muss noch ein bisschen weißes Glück tanken. Das war so schön.

(Schön war auch, dass Kassiopeia leckerste Kartoffelsuppe gekocht hatte, während wir wanderte. Genau das richtige Essen nach so einer Wanderung.)

Kunst auf der Strecke

Kunst auf der Strecke

Lockdown, Tag 26

Es war klar, dass wir heute raus müssen. Viel zu lange haben wir uns schon nicht mehr wandernd durch die Gegend bewegt. Der Startpunkt sollte nicht zu weit weg sei. Der befand sich zwar jenseits der Stadtgrenzen, aber der größte Teil der Route war dann doch in Frankfurt – umfassenden AssimilierungsEingemeindungsaktionen sei dank.

Auf den ersten 500 Meter durften wir Kunst entlang des Erlenbachs in Massenheim betrachten:

Auch auf den restlichen 11,5 Kilometern orientierten wir uns mehr oder weniger dicht am Erlenbach:

Auch wemm das Kind auf den ersten zwei Kilometern etwas unwillig war, fand auch er die Tour am Ende schön. Es tat wirklich, wirklich gut. Das Wetter war super: blauer Himmel, frische Luft und sonnig. So waren die die – 4 °C nicht so spüren.

Zu Hause kümmerte sich derweil Kassiopeia um unser Abendessen: Grünkohl passte perfekt zu dem Wetter.

Die Kartoffeln (Drillinge) haben wir direkt im Grünkohl gegart. Das geht super und ist sehr lecker. (Und Notiz für mich: Es muss nicht immer frischer Grünkohl sein, TK-Grünkohl tut es sehr gut auch und ist einfacher zu verarbeiten.)

#NixMas-Ende

#NixMas-Ende

#ClosedAdvent (27) // Lockdown, Tag 12

Ouzo- und weinseelig hatten wir uns gestern Abend zu einem Spaziergang für heute verabredet.

Um 11h00.

Uiuiui, das bedeutete Wecker stellen. Am Sonntag.

Zu fünft drehten wir eine gemütliche Runde durch den Stadtwald. Ausgangs- und Endpunkt: der neue Goetheturm.

Ich find ihn ja ganz hübsch

Den Rest des Tages verbrachte der RB nach dem Motto:

Er schlief nach dem Spaziergang, stand kurz auf, um Waffeln* zu essen, legte sich dann wieder hin und stand erst wieder auf, um Burger zu braten und zu essen.

Moah, der Trüffel-Salsiccia-Burger** war sooo lecker

Nun ist die #NixMas-Schlemmerei aus.

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* Dabei rief meine Mutter an und verkündete, dass sie – also meine Eltern – nun sehr schnell umziehen werden. Und weil das alles so holterdipolter geht, werde ich zum Packen helfen hinfahren. Am Dienstag. Voraussichtlich.

** Trüffel-Salsiccia mit Rinderhack 1:1 gemischt, zu 200-g-Patties geformt und von Herrn Weber (und dem RB) perfekt gebraten.

Falsch-Geld

Falsch-Geld

#ClosedAdvent (18) // Lockdown, Tag 3

Ausschlafen ist nicht so wirklich. Schließlich kommt die Putzhilfe heute. Der RB und ich räumen zusammen auf. Dann fährt er los Getränke kaufen. Das Kind hat Aufgaben in Moodle gefunden. Es ist etwas skurril, denn ich habe ja ab heute frei. Und ich kann tatsächlich frei machen*.

Während die Putzhilfe werkelt, gehe ich raus. Ich muss noch was beim Dorf-Buchhandel abholen. Vorher muss ich allerdings zur Bank, da der Dorfbuchhandel bei Abholung nur Bargeld nimmt. Nein, ich rege mich darüber nicht auf. Es ist einfach so. Also zur Bank, um Bargeld zu holen. Es gibt zwei Schlangen an der Tür, eine rechts für die IN-der-Bank-Kundinnen, links für die Automaten im Vorraum. Ich reihe mich in die Automatenschlange ein. Gerade wird ein Automat repariert, es sind drei Techniker im Raum. Plus dem Sicherheitsheizel. So können nicht so viele an die Automaten: immer nur zwei (und selbst das ist ja in dem unbelüfteten Raum etwas grenzwertig). Eine ältere Frau kommt dazu: „Stehen Sie alle für die Automaten an?“ „Nein, die rechte Schlange ist für in die Bank. Ich bin das Ende der Automatenschlange“, sage ich. Sie guckt unwirsch und stellt sich … neben mich. Eine Person kommt raus. Die Person vor mir in der Schlage geht rein. Die Frau neben mir hampelt rum: „Aber können da nicht mehr rein?“ „Da wird doch gerade an dem einen Automaten gearbeitet. Und der Sicherheitsmann ist auch drin. Dazu zwei Kundinnen. Das sind 6 Personen. Wollen Sie da wirklich noch mit rein?“ „Aber es dauert so lange.“ „Ja, aber das Gras wächst auch nicht schneller, wenn Sie daran ziehen.“ Sie hampelt weiter neben mir und somit vor der Tür rum. „Es wäre gut, wenn Sie sich hinter mich stellen, damit Sie nicht direkt vor der Tür stehen. Die Leute müssen ja irgendwie rauskommen.“ „Hören Sie auf mir Anweisungen zu geben“, zischt sie mich an. Ich atme und bin kurz davor, sie vorzulassen. Einfach um sie dumm dastehen zu lassen. Aber dann sehe ich, dass sie einen Stapel Überweisungen in der Hand hält. Da kommt endlich wieder wer raus und ich kann rein. Ich bin so schnell, dass die hampelnde Frau nach mir dran ist. Sie steht nun direkt vor der Tür. Ich mache die Tür auf und gucke sie an. Sie guckt mich an und merkt schon, dass sie nicht an mir vorbei kommt. Ich gucke sie intensiver an. „Sie müssen schon den Platz VOR der Tür frei machen, damit ich rauskann.“ Nur widerwillig tritt sie beiseite.

Menschen.

Beim Buchhandel geht es schnell. Dann hüpfe ich noch kurz in den dm. Das ist auch nicht sonderlich aufregend. Selbst Klopapier bekomme ich.

Nachmittags schleiche ich zunächst rum wie Falsch-Geld. Ich müsste noch meine Stunden eintragen, aber ich will nicht. Ich kümmere mich um die Wäsche, räume rum. Schleiche wie Falsch-Geld umher. Der RB und ich planen das Essen bis nach Weihnachten. Und fassen dabei einen Pommesföhn-Beschluss, den ich kurzerhand bestelle**. Vor Weihnachten soll er noch geliefert werden.

Der RB muss sich entspannen und geht in die Wanne. So gehe ich gegen 18h30 einkaufen. Es ist erstaunlich leer im Supermarkt. ich bekomme alles und komme gut durch. Ich freue mich einmal mehr über den Hackenporsche. Er ist so praktisch und es geht so viel rein. Der Einkrauf für eine über eine Woche. Yeah, müssen wir nur noch auf den Markt und direkt vor den Feiertagen nochmal Milch und eins-zwei frische Sachen kaufen.

Wir essen Muscheln zum Start ins NixMas-Schlemmen. Mit Herz.

Danach ist #CorotäneKneipe und es ist wieder – wie immer – schön, mit all den lieben Menschen Zeit zu verbringen. Und wir sind zwischenzeitlich mal wieder ganz viele.

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* Ich muss noch meine Stunden eintragen und einen internen Text schreiben.

** Ja, bei großen A. Und nein, bei technischen Geräten habe ich kein schlechtes Gewissen. Denn der nächste Elektrofachmarkt mit eventuell ausreichender Auswahl ist keine Option ja eh zu. Aber selbst wenn offen wäre: Ich brauche keine Beratung, also sehe ich nicht ein, durch die Gegend zu gurken und im schlimmsten Fall nicht das zu bekommen, was ich will oder halt deutlich teuerer.