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Kategorie: Die Buckligen

X-3 Tage bis zur zweiten Welle

X-3 Tage bis zur zweiten Welle

Bis zum Urlaubsbeginn wird es hier nicht wirklich spannender: Meine To-Do-Liste ist ziemlich lang und ich arbeite sie nur im Schneckentempo ab. Weil immer wieder irgendwas geklärt werden muss, oder den Job anderer Leute machen muss. Orrrr.

Mittags rief die Anwältin an und bestätigte meine Wunschvorgehensweise*.

Das Kind hat festgestellt, dass er bei dem guten Wetter rausgehen kann und war am nachmittag im Park.

Ich habe am Nachmittag mal wieder gesportelt. Und war danach irgendwie so ausgepowert, dass ich nicht mehr richtig denken konnte. Mit Blick auf die To-Do-Liste nur suboptimal. Aber mei. Das wird schon irgendwie.

Weil der RB abends Tasting hatte**, gingen das Kind und ich uns ein Eis holen. Und redeten etwas darüber, wie das mit dem Kv und Frankreich weitergehen sollte. Er hatte am Nachmittag versucht, der französischen Oma zu erklären, was das Problem sei.***

Wir haben ein Amselbaby im Hof wohnen.**** Das ist schon ein bisschen niedlich. Und das Kind ist auch niedlich, wie andächtig er zuguckt und auf dem Balkon rumschleicht, um es nicht zu erschrecken und zu beobachten.

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* Aussitzen und abwarten, was da kommt.

** online von zu Hause aus

*** Ich fürchte, sie kann und will es nicht verstehen. Und letztlich ist ihre einzige Sorge, ob das Kind ihr in irgendeiner Weise gram ist. Das hilft dem Kind echt weiter.

**** Und ein Taubenprächen brütet in der Zierkirsche.

Schnapszahlgeburtstag

Schnapszahlgeburtstag

„Das ist ein toller Geburtstsg“, verkündete das Kind heute bereits am Nachmittag. Und das trotz Pandemie. Denn machen wir uns nix vor: Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Da kann Hessen noch so viel lockern. Außerdem muss nicht alles, was erlaubt ist, auch gemacht bzw. ausgereizt werden. Daher war klar, dass heute keine Leute ins Haus kommen werden. Zumindest nicht physisch.* Dafür aber per Zoom-Meeting. Ab 10h00 war unser virtuelles Wohnzimmer geöffnet und immer wieder guckten Leute rein und gratulierten dem Kind. „So viele Leute sehe ich sonst nie an meinem Geburtstag“, freute sich das Kind. (Danke an alle, die vorbeigeschaut und gratuliert haben. ❤️)

Gefreut hat er sich auch über seine Geschenke. Ich konnte gar nicht richtig damit umgehen, dass er vor Freude darüber geweint hat, dass er in einem Sportmotorflugzeug mitfliegen darf. Aber auch von dem vom RB geschenkten Flugsimulator ist er sehr begeistert. Dazu fand das Kind es sehr lustig, seinen ersten Whisky in die Kamera zu halten, denn zum 1. Schnapszahlgeburtstag muss es Schnaps geben…

Ein 11 Jahre alter Whisky, den das Kind aber erst in 7 Jahren probieren darf.

Ansonsten bestand der Tag – gefühlt – nur aus Essen. Vom Frühstück gingen wir zum Kuchenessen über. Daran schloss sich nahtlos die Burgervorbereitung und deren Genuss an.

Auf Wunsch vom Kind** gab es am Abend noch einen Kinoabend. Zunächst stand die Wahl zwischen „Matrix“ und „Planet der Affen“ . Nach dem Matrix-Trailer wollte das Kind ebendiesen sehen. Nach 20 Minuten brachen wir aber ab*** und wechselten zu „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“****.

Das Kind bewertete abschließend den Tag mit 9,99 von 10 Punkten. <3

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* Quasi-Ausnahme war die liebe Nachbarsfamilie, die gegen 10h30 klingelte und an der Tür dem Kind eine gebackene 11 überreichte. So eine tolle Überraschung.

** Am Geburtstag darf das Geburtstagskind natürlich alles bestimmen.

*** Ich hatte nur noch die – damals – total coolen und neuartigen Actionszenen in Erinnerung, aber die Wanzenein- und -auspflanzung sowie die Tankszenen à la HR Giger vergessen.

**** Auch nicht gerade ein Film für zarte Gemüter, aber mehr spannend und weniger ekelig.

Abschottung, Tag C-XII

Abschottung, Tag C-XII

Ich mag die Zahl der heutigen Tagesnummerierung nicht. Ich kann auch nicht beim Tempomat im Auto vom RB die Achtundachtzig einstellen. Entweder 86 oder 90.

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Der Tag fängt früh an, denn das Kind hat Frühschichtschule. Ich lege mich zwar nochmal kurz hin, als er aus dem Haus ist, sitze dann aber doch um 9h00 am Schreibtisch. Der Tag besteht aus Arbeit. Und die Arbeit besteht wieder mal aus (zu) vielen Telefonaten. Aber wenigstens bekomme ich trotzdem einiges weggearbeitet. Eine Telko nutze ich dafür, den Quicheteig in die Form zu bringen (damit er bis abends ausreichend kühlen kann).

Das Kind kommt nach Hause. Aber vor lauter Arbeit sehen wir uns nicht. Er ist in seinem Zimmer und ich am Schreibtisch.

Irgendwann habe ich genug gearbeitet. Also für heute. Da skypet das Kind mit Oma, also meiner Mutter. Ich klinke mich kurz ein und es endet mit einem Auftrag für mich: Ich soll mein Erbe bestellen. Naja, nicht wirklich, aber meine Mutter braucht einen Wäscheständer und kann sich nicht darum kümmern. Also biete ich ihr an, ihr einen zu bestellen. Aber ich soll einen aussuchen, den ich dann später mal übernehmen werde.

Dann kümmere ich mich um die Quiches. Der RB kommt nach Hause. Wir essen.

Anschließend wurschteln wir so rum und nachdem das Kind im Bett ist, räumen der RB und ich auf, denn morgen kommt die Putzhilfe.

Abschottung, Tag 82

Abschottung, Tag 82

Ups, wir haben sowas wie verschlafen. Als tapere ich direkt an den Schreibtisch. Ich kümmere mich um Projekte, räume parallel noch ein bisschen auf, schicke das Kind zur Buchhandlung und dann zur Schule, arbeite weiter, gehe duschen, verabschiede den RB, habe eine Telko, die glücklicherweise zu Ende ist, bevor die Putzhilfe kommt. Endlich wieder nach 12 Wochen.

Ich verziehe mich auf den Balkon, um dort zu arbeiten. So kann die Putzhilfe unbeobachtet arbeiten und wir haben genug Abstand.

Ich komme gut voran.

Zwischendrin kommt der dhl-Bote mit einer Zolllieferung. Blöd nur, dass ich vorher nicht über die Summe informiert worfen war und so kein Bargeld im Haus hatte.

Die Putzhilfe geht und unsere Wohnung ist wieder sauber. Blitzblanksauber. Überall gleichzeitig.

Ich habe noch eine Telko. Das Kind kommt von der Schule. Reicht mir eine Nussecke rein <3 und vergisst dann durchs Daddeln sein Rugby-Training. Ich denke auch nicht dran, denn ich versuche nach getaner Arbeit erst dhl zu erreichen. Zum Glück mit Erfolg, die Sendung wird morgen erneut zugestellt. Dann bespreche ich mich kurz mit meiner Mutter, weil ich für sie Handyangelegenheiten regeln möchte. Es ist etwas schwierig beim Handyanbieter meiner Eltern zum Kundenservice zu kommen. Erst als ich den Computer anschnauze: „Ich will verdammich einen echten Menschen sprechen.“ werde ich von einem echten Mensch begrüßt. Einem echt kompetenten Mensch. Ich schildere ihm das Problem und er kann es gut und höchst zufriedenstellend lösen. Meine Mama ist glücklich.

Dann kümmere ich mich ums Abendessen: Gegrillter Haloumi mit gegrillter Ananas. Sehr lecker. Dazu noch gegrillte Reste.

Weil wir spät dran sind, sind wir auch erst später in der #CorotäneKneipe.

Frohe Weihnachten

Frohe Weihnachten

Vermutlich war dieser Heiligabend so entspannt, weil er so unweihnachtlich war. Ich habe einen schönen Tag mit meinen Eltern verbracht. Mein Papa war gut drauf und meine Mama freute sich, dass ich da war.

Das weihnachtlichste am Tag: Kartoffelsalat und schlesische Weißwurst
Haltung

Haltung

Wenn ich nach Bielefeld fahre, dann sehe ich meistens nicht viel von der Stadt. Eigentlich fahre ich nur zu meinen Eltern oder – wenn ich es schaffe – zum besten Kumpel. Ich bin ja auch in der Regel nur einen Tag, maximal eine Nacht da. Da steht im Vordergrund, meine Eltern zu sehen oder Zeit mit dem besten Kumpel zu verbringen.

Diesmal bin ich drei Nächte in Bielefeld. Und weil ich nach den stressigen Monaten dringend Ruhe und Komfort brauche, habe ich mir ein Hotel gesucht. Dadurch kann ich besser meinem Rhythmus folgen und den Tag so gestalten, wie ich will. Meine Eltern wissen nicht, dass ich im Hotel wohne und auch nicht, dass ich schon gestern angekommen bin.

Das hat mir die Gelegenheit gegeben, gestern den besten Kumpel und seine Freundin zu treffen und davor auch noch ein Nickerchen zu machen.

Heute konnte ich den Tag damit starten, Familie Rabe zum Frühstück zu treffen.

Das war schön. Und ich freue mich schon drauf, dass Frau Rabe in spätestens 11,5 Monaten nach Frankfurt kommt, um zusammen aufs Die-Ärzte-Konzert zu gehen.

Danach konnte ich dank Hotelzimmer nochmal ein Nickerchen machen und erst am Nachmittag bei meinen Eltern aufschlagen. Wir quatschen etwas, bereiteten den Kartoffelsalat für morgen vor, aßen zusammen und dann zog ich entspannt zum Weihnachtsmarkt weiter.

Zwei Glühwein haben ich trinken können, dann gab es keinen GinTonic und irgendwie war ich unleidlich… Neben leicht angekratztem Hals, Nieselregen und zu süßem Glühwein war ich vor allen Dingen genervt. Hatte ich vor drei Jahren noch halbwegs viel Spaß mit einer der Besten auf dem Weihnachtsmarkt am Abend vor Heiligabend, so fühlte ich ich heute sehr fehl am Platz. Zu viel Chichi, zu viel oberflächliches Blabla, keine erkennbare Haltung. Bei niemandem.

Zum Glück hatte ich auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt Bielefelder Haltung entdeckt:

1:1

1:1

Fahrtzeit nach und von Bielefeld und Anwesenheit in Bielefeld halten sich heute die Waage. Das ist okay.

Es war auf jeden Fall gut, da gewesen zu sein. Meinem Papa geht es besser als beim letzten Besuch. Das ist gut. Denn zwischenzeitlich hatte ich Angst, er hätte ob seines Zustands resigniert. Aber heute war er wach und nahm Anteil. War aktiv und wirkte voller Lebensmut.

Meine Mutter erzählte mir, dass sie auf der Anti-Nazi-Demo in Bielefeld am 9.11. war und hat sich fast etwas entschuldigt, dass sie nicht so lange dahin konnte (weil sie meinen Vater nicht so lang allein lassen wollte). Aber ich war gerührt und stolz, dass es ihr so eine Herzensangelegenheit war, Präsenz zu zeigen. Alerta, Mama!

Spät und später (oder auch Freud und Leid)

Spät und später (oder auch Freud und Leid)

Der Tag fing etwas stressig an: Ich fand meinen Haustürschlüssel nicht. Und verschwundene Schlüssel lassen mich höchstirrational werden. Wenn es nicht schon so spät gewesen wäre, hätte ich beim RB deutlich mehr zu Kreuze kriechen müssen, nachdem ich ihn wiederfand*.

Wenig später rangen Menschen, die mir gegenüber saßen, um Contenance, als Dinge zu meiner Person verkündet wurden. Manch eine „good news“ freut die einen und lässt andere zittern. Noch genau elf Wochen Zeit, um sich daran zu gewöhnen. (Und nein, ich möchte die Breitseite, die diese Person im indirekten Zusammenhang abbekommen hat, nicht haben.)

Noch etwas später, aber noch vor dem Mittagessen, habe ich einen Vertrag unterschrieben. Einen Arbeitsvertag. Einen Arbeitsvertrag, mit dem sich nur wenig an meiner jetzigen Arbeitssituation ändert, außer dass ich mich nicht mehr um UStVA, KSK-Beiträge, LS-VZ und andere Auftraggeberinnen kümmern** muss. Zukünftig werde ich mich mehr in der Landeshauptstadt aufhalten. Und ja, ich werde die Selbstständigkeit auch vermissen. (Aber das ganze werde ich nochmal später verbloggen.)

Noch später am Tag, auf dem Rückweg im Auto, habe ich dann den Beschluss gefasst, unsere bisherige Monatskarte (Frankfurt) auf die Städte Offenbach und Wiesbaden auszuweiten. Regelmäßig mit dem Auto zu fahren, ist sicher nicht gut für meine Gesundheit und für die Umwelt schon mal gar nicht. Für diese Flexibilität also eine Erweiterung gen Westen. Falls ich aber doch mit dem Auto fahre und der RB mit den Öffis, braucht er die Erweiterung nach Osten. Am Wochenende und Abends können wir zusammen fahren, sodass ich andere Ausflugsoptionen am Horizont sehe. Außerdem hoffe ich, dass ich uns damit noch etwas unabhängiger vom Auto mache.

Am späten Nachmittag habe ich dann mit meiner Mutter telefoniert. Sie hat heute Geburtstag. Und es ist … ach … schrecklich. Meinem Vater geht es – ein Jahr nach dem Schlaganfall – schlechter als direkt nach dem Schlaganfall. Meine Mutter reibt sich an ihrer Situation auf. Es fallen Sätze, zu denen fällt mir nichts ein außer eine pragmatische Lösung (Pflegedienst oder Kurzzeitpflege), aber ich weiß, dass sie das nicht hören will. Es fallen andere Sätze, die mich nur den Kopf schütteln lassen, weil da so viel Aluhutitis mitschwingt. Ich schlucke meine Meinung runter und es bleibt auch dazu nicht zu sagen. Und dann kommt noch ein „Ich mein ja nur“-Thema und ich muss tief durchatmen und schaffe es nur mit Mühe, meine aufsteigende Wut im Zaum zu halten.
Und trotzdem ist es einfach nur traurig, dass mein Vater heute – nach 49*** gemeinsamen Geburtstagen – meiner Mutter nicht zum Geburtstag gratulierte, weil er das Datum nicht mit etwas in Verbindung brachte. Es ist sogar fraglich, ob er das Datum wirklich als solches noch begreift.

Der Abend endete für das Kind später als geplant****. Aber es ist schön zu sehen, dass nicht nur ich beim Gute-Nacht-Kuscheln dabei sein soll, sondern dass das Kind den RB dabei haben will.

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* Er war _doch_ im Rucksack, der sich zum Zeitpunkt der Suchaktion schon IM Auto befand.

** Wobei andere Auftraggeberinnen nicht komplett ausgeschlossen sind, wenn sie mir zulaufen.

*** Nächstes Jahr wäre also die Goldene Hochzeit und ich habe keine Ahnung, ob mein Papa das noch erlebt oder ob ich ihm wünschen möchte, dass er das noch erlebt.

**** Er war um kurz nach 21h00 im Bett, aber besser wäre vorher.

Motivation

Motivation

Meine Mutter freut sich – und ich mich auch: Mein Vater ist zu Späßen aufgelegt und kann diese auch kommunizieren*. So verkündete er wohl, dass er unbedingt zum Friseur müsste. Seine Haare seien mittlerweile so lang, dass er Angst habe, wie Boris Johnson auszusehen.
Hihi, allerdings ist mein Vater sehr weißgrau, also weit entfernt von rotblond und ein totes Eichhörnchen trägt er auch nicht auf dem Kopf.
Vor dem Apoplex hätte er sich sicherlich intensiv über Johnson und dessen Unfähigkeit für alles ausgelassen. Schön, dass er sich weiterhin fürs aktuelle Weltgeschehen interessiert.

Heute ein sehr schönes berufliches Kompliment bekommen: „Ich habe extra darum gebeten, dass Sie den Text schreiben. Sowas wie beim letzten Text** möchte ich nicht noch einmal erleben.“

Das Arbeiten fällt bei der Hitze doch recht schwer. Dabei mache ich schon BettOffice im verrammelten Schlafzimmer. Und überhaupt ist es ja durchaus deutlich kühler in der Wohnung als draußen. Aber trotzdem denke ich sehr träge. Wenigstens kann ich mich abends dazu aufraffen, nochmal zu arbeiten. Sonst würde das alles noch zäher gehen.

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* Für die neuen Leserinnen: Mein Vater hatte vergangenes Jahr einen Schlaganfall und leidet seitdem unter Aphasie.

** Selbstverständlich nicht von mir geschrieben.