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Kategorie: Einmischen

Ausgang mit Vortrag

Ausgang mit Vortrag

Uiuiui, heute mal einen – für meine Verhältnisse – sehr detaillierten Plan über die in den nächsten 7 Wochen anstehenden Projekte gemacht.* Das wird tough und ich weiß schon, warum ich meinen Urlaub für die Herbstferien (eh nur genommen, weil ich dachte, dass das Kind beim Kv ist) zurückgegeben habe.

Am späten Nachmittag kurz befürchtet, ich müsste mein Date versetzen. Ich war soooo müde. Aber ich wollte nicht absagen, also nutzte ich die halbe Stunde, bevor ich los musste und powernappte mit einer Meditation.

Dann schnell fertig machen und ab zu Bahn. Zum ersten Mal in 17 Jahren Frankfurt bin ich im Haus am Dom. Die Heinrich-Böll-Stiftung lud ein zu einem Vortag mit Diskussion über „Völkische Siedler:innen in Hessen“.** Freundin J hatte darauf aufmerksam gemacht. Die Einblicke, die die Journalistin Andrea Röpke präsentierte, waren spannend und eindrücklich. Rechtes Gedankengut schleicht sich über so viele Wege in die Gesellschaft – am allerwenigsten durch Nazi-Glatzen. Naturverbundeheit war schon zu NS-Zeiten sehr hip und gern genutzt, um Menschen in den Bann zu ziehen und zu halten. Heute sind es vermeintlich unpolitische Öko-Anhängerinnen, die eigentlich nur achtsam vor sich hin leben wollen***, die leichte Beute dieser völkischen Bewegungen sind.

Danach waren wir noch aus – in einem Restaurant. Also vor einem Restaurant draußen. Es war mild genug, um draußen zu essen und zu quatschen.

Ach, das tat gut.

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* genau genommen angefangen, weil ich erstmal nur die Projekte für die eine Kundin angelegt habe

** Hybrid-Veranstaltung mit Live-Youtube-Stream und wenig Publikum, die alle ihre Maske trugen, obwohl wir nicht gemusst hätten.

*** Ich sag’s wie es ist: Wer sich als unpolitisch oder gar „weder rechts noch links“ bezeichnet, ist immer rechtsoffen.

Wahl verschoben

Wahl verschoben

Nach der Wahl ist vor der Wahl. Naja, nach der großen Bundestagswahl hätte die kleine Wahl der Elternbeirätin in der neuen Klasse des Kindes stattfinden sollen. Und ich hatte mir vorgenommen, mich nicht wählen zu lassen. Ich war jetzt 6 Jahre lang Elternbeirätin und ich bin retrospektiv nicht ganz sicher, wie gut oder schlecht das fürs Kind war. Denn ich fürchte stark, dass es Lehrkräfte nicht immer schaffen Elternbeirätin von Elter von Kind zu trennen und dann nörgelt halt doch nur Elter von Kind und nicht die Elternbeirätin und schwubbs, steckt das Kind in der falschen Schublade. Und ich bin ja auch nicht unbedingt für meine Diplomatie bekannt.

Der Elternabend lief aber irgendwie speziell, denn es fühlte sich an, als würden sich alle das erste Mal sehen. Selbst Eltern, die sich schon länger kennen eierten zwischen Du und Sie rum. Die Klassenlejkraft war definitiv ganz neu – an der Schule und in der Klasse. 5 neue Schülerinnen hat die Klasse bekommen, jede von einem Elter vertreten.

Die vergangenen zwei Schuljahre scheinen nicht gut gelaufen zu sein. So ganz konnte ich nicht durchdringen, warum. Zumindest wetterten die amtierenden Elternbeirätinnen, dass sie ihr Amt auf jeden Fall niederlegen wollen, weil ihre Kinder darunter leiden würden. Es war etwas kompliziert rauszubekommen, dass das „Leiden“ nicht durch Lehrkräfte, sondern durch Mitschülerinnen verursacht wurde. Ich will das nicht in Abrede stellen, aber ich kann mir nicht vorstellen, warum und wie die Mitschülerinnen das gegen die Kinder verwendet haben. Vielleicht komme ich noch dahinter.

Tja, und bis dahin müssen die beiden amtierenden Elternvertreterinnen das Amt weiter ausüben. Ich habe mir ein halbes Jahr Beobachtungszeit erbeten, bevor ich mich zur Wahl aufstellen lasse.

Resigniert

Resigniert

Die Bundestagswahl ist durch. Also zumindest der Wahlgang.

Wie es aussieht, …

… möchte der Großteil der Wählerinnen keine Veränderung.
… ist für die Jugend die Zukunft geld gelb und nicht grün.
… war die Angst vor dem Linkskrutsch (hahaha) selbst bei den „Linken“ so groß, dass sie es möglicherweise gar nicht in den Bundestag schaffen.
… war das Wettern gegen Kleinstparteien von ehemaligen Kleinstparteien so erfolgreich, dass es keine in den Bundestag schaffen wird.
… wird es eine GroKo + X (kotz, kotz) geben.
… reicht es wenigstens nichts für Schwarz-Blaubraun-Gelb.
… ist das alles bei einer Wahlbeteiligung von > 75 % halt „Volkes Wille“.

Ich weiß nicht, was ich fühlen soll. Freude ist es sicherlich nicht. Es ist Resignation und Enttäuschung. Dass „das Volk“ Angst vor der eigenen Courage hat. Dass nu vier weitere Jahre nichts passieren wird – zumindest nichts, was dem Klima und der Gesellschaft gut tun wird.

Ich bin noch nicht einmal gespannt, welche Partei X das Zünglein an der Waage sein wird.

Gute Nacht, Deutschland.

Wo leben wir …

Wo leben wir …

… wenn so ein verdammter Coronaignorant und Egoist einfach jemensch erschießen kann, nur weil er ein Maske tragen sollte.

Es ist erschreckend.

Wütend machend.

Angsteinflößend.

Widerlich.

Wieso habe ich ein Kind in diese Welt gesetzt?!

Ein Ehe-Rant

Ein Ehe-Rant

Ich bin eine Grinchin. Ich bin eine radikale, feministische Anti-Heirats-Grinchin*. Ich könnte jetzt schreiben, dass es mir leid tut. Aber das tut es halt nicht. Eine könnte mir auch vorwerfen, dass ich ja selbst schon mal verheiratet war. Und nein, das hat mich nicht radikalisiert – sicherlich auch weil diese Ehe endete, bevor die „staatliche Patriachatsfalle“ komplett zugeschnappt hat**.

Radikalisiert hat mich vielmehr die Situation meiner Bekannten, die sich quasi zeitgleich von ihrem Mann trennte. Sie – zu Beginn der Ehe selbsttändig tätig – hatte ihn finanziell durchs Studium getragen und als dann die Kinder kamen und er beruflich durchstartete, gab sie ihren Job auf und war knapp 10 Jahre Hausfrau und Mutter und aus dem Job raus. Als sie sich trennte, stand sie vor dem Nichts. Naja, noch weniger als vor dem Nichts, denn im romatinschen Glauben hat sie blind vertraut und was – wie sich zeigte – ausgenutzt worden war. Sie musste um jeden Cent streiten. Die Rechtslage hatte sich zwischenzeitlich geändert und nachehelicher Ehegatten-Unterhalt stand ihr so nicht mehr zu. Sie musste aus dem Haus raus, in dem sie mit den Kindern lebte – auch weil er sie gelinkt hatte. In ihren alten Job konnte sie nicht wieder einsteigen. Ihr blieb nicht viel übrig und musste mit Anfang 40 eine komplett neue Ausbildung anfangen. Während sie in der nächsten Abhängigkeit hing: Sie zog sehr schnell mit ihren Kinder mit dem neuen Partner zusammen.

Versteht mich nicht falsch: Ich finde es toll, wenn sich zwei Menschen zueinander bekennen und füreinander sorgen wollen, bis das der Tod sie scheidet. Ich finde es aber ganz und gar nicht toll, dass die staatliche Ehe dazu führt, dass Frauen (ja, in der Regel sind es Frauen) (berufliche) Chancen, Karriere, finanzielle Unabhängigkeit und Sicherheit aufgeben bzw. um diese gebracht werden. Ehen, in denen beide Geld verdienen, sollten per se IV/IV besteuert werden. Steuerklasse V ist eine Unverschämtheit. Männer, die ihren Frauen einreden, dass III/V die bessere Wahl sei, sind unverschämt***: „Weib, Deine Arbeit ist nicht so viel wert wie meine, daher ist auch egal, was am Ende dabei rausspringt“. Edit: Maximal wenn es ums Elterngeld geht, merken Frauen, welche Auswirkungen III/V haben kann. Aber dann ist es meistens schon zu spät, weil _sie_ danach ja eh kürzer treten will und so in die nächste Falle tappt: weniger Rentenpunkte (ja, III/V hat keine direkte Auswirkung auf den Rentenanspruch). Es ist ein Trauerspiel.

Und – und das ist vermutlich eine sehr akademische Sicht – ich frage mich: Aus welcher finanziellen Situation kommen die beiden Partnerinnen, dass sie unbedingt Steuerklasse III/IV brauchen?! Entweder habe die beiden bereits zusammen gelebt und kamen mit I/I (IV/IV ist ja das Gleiche) aus oder sie haben noch nicht zusammengelebt, dann wird das Leben durch gemeinsame Wohnung etc aber idR tortzdem günstiger, sodass IV/IV ausreichen müsste.

Ja, ich weiß, dass nicht nur die Steuerklasse in die staatliche Ehe „zwingt“. Es sind auch verschiedene Rechte: Auskunft im Krankheitsfall, Erben (mehr fällt mir gerade nicht ein).

Wer wegen Kindern heiratet, der sei gesagt: Lasst es. Das braucht es nicht. Mit Vaterschafts- und Sorgerechtserklärung seid ihr eh für immer bis zum 18. Lebensjahr**** des (jüngsten) Kindes aneinander gebunden. Da hilft auch keine Scheidung. Und denkt bitte daran: Ob ihr schon verheiratet seid oder eben nicht, wenn ihr Kinder bekommt, ändert sich steuerlich bzw. finanziell gar nichts. Auch daran sieht eine, dass die staatliche Ehe mit Steuerklasse III/IV nicht dafür gedacht ist, um Familien zu fördern, sondern um Frauen vor allem langfristig im Patriachat zu fixieren.

Ich werde die staatliche Ehe nicht abschaffen, aber ich muss sie nicht unterstützen*****. Wem die staatliche Ehe – warum auch immer – trotzdem wichtig ist, der empfehle ich, sich wirklich zu informieren, was im Fall einer Trennung passiert. Was passiert, wenn der Partner (die Partnerin) womöglich verstirbt. Was die Ehe für die eigene Rente bedeutet******. Und bitte, bitte, macht – so unromantisch das auch ist – einen Ehevertrag, insbesondere wenn ihr Euch gegen IV/IV oder für eine Allein-Verdienerinnen-Ehe entscheidet, mit dem fixiert, wie der geringere Verdienst / das geringere Netto bzw. der finanzielle Nachteil der Partnerin ausgeglichen wird.

Denn im Fall der Fälle zahlt eine rosarote Brille keine Miete, keine Milch und kein Brot.

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* Impliziert „Grinchin“ gegen etwas zu sein? Wäre ich als Anti-Heirats-Grinchin letztlich doch pro Heirat?! Also, ich bin gegen dieses komische Heiraten – zumindest das offizielle mit Standesamt und so.

** Wir waren hauptsächlich verheiratet, solange ich studiert habe. Bös formuliert, könnte eine sagen, dass er mir das Studium finanziert hat. Ich denke aber, dass wir finaziell beide gut profitiert haben.

*** Denn das vermeintlich übers Jahr „verloren gegangene“ Geld, bekommen die Paare bei der Steuererklärung immer zurück.

**** oder Ausbildungsende

***** Zumal: Sollten der RB und ich heiraten, hätte das Kind keinen Anspruch mehr auf Unterhaltsvorschuss. Welch ein Hohn.

****** Denn selbst wenn die Ehe tatsächlich „bis das der Tod euch scheidet“ hält, wird es finanziell sehr schwierig, wenn die Ehepartnerin, die die höhere Rente bezieht, zuerst verstirbt – trotz Witwenrente.

Zwischen Hamburg und Helgoland

Zwischen Hamburg und Helgoland

Tag 9 (Fortsetzung)
Nach dem Frühstück mit Blick auf Meer und Ulli Potofski fuhren wir 150 Kilometer Richtung Süd-West. Denn nachdem klar war, dass das Kind nicht mit uns in den Urlaub fährt, hatten wir uns entschieden unsere zwei Wochen Urlaub* voll zu nutzen und weil wir unser Häuschen nicht verlängern konnten, hatten wir uns eine weitere Unterkunft gesucht. Im Alten Land. Zu meiner großen Freude „müssen“ wir über die Köhlbrandbrücke fahren.
Nachdem wir eingeräumt haben und ich meinen letzten Text fertig gemacht habe, gehen wir eine Runde durch Jork. Eigentlich wollen wir essen gehen, aber das ausgwählte und alle anderen Restaurants in Jork haben zu. Wir stellen fest, dass sämtliche Restaurants im Alten Land nicht auf urbane Essgewohnheiten ausgelegt sind. Außerdem besteht das Alte Land tatsächlich nur aus Obstbäumen und hübschen Häusern von Obstbauern.

Tag 10
Weil das Wetter gut sein soll, fahren wir nach Hamburg. Ich will unbedingt in den Hagenbeck Tierpark, denn da wohnen Puffins. Und während es die ganze letzte Zeit immer noch kurzfristig Karten gab und es auch auf der Webseite hieß, dass es kein Problem sei, Karten vor Ort zu bekommen, hatte ich nicht mehr daran gedacht, Karten zu reservieren. Tja, heute gibt es keine Karten und die Schlangen sind lang auf unbestimmt. Wir drehen bei und schlendern durch Hamburg und essen im berühmten Café Max leckeren Kuchen**. Gibt schlimmeres. Auf dem Rückweg fahren wir einen Apfelbaum besuchen und dann tappen wir schon wieder in die Essensfalle: Kurzerhand fahren wir nach Stade, drehen eine Runde dort, gehen im Ratskeller essen, drehen noch eine Runde.

Tag 11
Für heute sind die Tierpark-Karten reserviert – inklusive Tropen-Aquarium***. Wir genießen den Tag im Tierpark. Er ist schön angelegt und es gibt wirklich viel zu sehen. Leider gibt es nur einen einzigen Puffin. Und der sich anscheinend auch zwischen den Trottellummen nicht wohl fühlt. Danach fahren wir noch bis zum (neuen) Überseequartier und wandern von dort über die HafenCity zu den Landungsbrücken. Wo wir wieder auf die Fähre nach Finkenwerder stiegen und … ebendort wieder Pech mit dem ausgewählten Restaurant hatten – um 20h15 war die Küche schon zu. Wir finden zum Glück noch – über Umwege – ein griechisches Restaurant (Taverna Elina).

Tag 12
Eigentlich hatten wir führ heute Hin- und Rückfahrt nach Helgoland gebucht. Uneigentlich bekam ich bereits gestern die Nachricht, dass die Fahrt nicht stattfände wegen Sturm. Wir entschließen uns für einen 3. Tag in Hamburg – nachdem ich unsere Fahrt nach Heögoland erfolgreich auf morgen umbuchen konnte. Also fahren wir wieder mit dem Auto bis Finkenwerder, steigen auf die Fähre und steigen wieder … äh … diesmal am Altonaer Fischmarkt aus. Wir kommen 600 Meter weit, um dann erstmal ausgiebig im Café Geyer zu frühstücken. Gestärkt lassen wir uns durch St. Pauli und die Schanze treiben. Nach einem Drink ergibt es sich, dass ich für den Rest den Tages mit einer Kiste Weingläser unterwegs bin. Wir essen im P’Ti Breizh im Karoviertel großartige Galettes und Crêpes. Tschüss, Hamburg. Drei Tage waren definitiv kein Tag zu viel.****

Tag 13
Keine Nachricht, es geht nach Helgoland. Erstmal müssen wir nach Cuxhaven. Als wir abfahren, ist es noch entspannt. Doch irgendwann nimmt der Seegang zu und auch der HalunderJet muss nun über die Wellen hüpfen. Mir ist nicht gut und ich bin froh, dass ich einen Fensterplatz habe und mich auf den Horizont konzentrieren kann. Ich bin froh, als wir endlich anlegen. Auf Helgoland erwartet uns bestes Wetter. Der RB und ich versuchen, jenseits der allgemeinen Menschenströme Wege zu finden. Das ist nur bedingt möglich, aber auf dem Klippenrandweg verläuft es sich etwas. Insgesamt haben wir 4,75 Stunden auf der Hochsee-Insel. Das reicht für einen Gang zur Langen Anna und zurück. Die Rückfahrt ist entspannt. Und als wie wieder Festland unter den Füßen haben, gehen wir im Hus Op’n Diek***** essen. Schöner Urlaubsabschluss.

Tag 14
Alles wieder ins Auto und ab nach Hause.

Hach, das tat sehr gut. Urlaub. Was anderes sehen. Und auch, dass wir nur zu zweit sein durften. Mal schauen, wann all das wieder möglich ist.

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* Zwischenzeitlich sah es arbeitsbedingt so aus, als würde ich in der 2. Woche arbeiten müssen – also Urlaub zurück geben.

** Sehr überzeugend auch deren Hygienekonzept, inkl. Impfpassprüfung.

*** Während wir in Hamburg gelebt haben, habe ich es nicht einmal dahin geschafft. Wobei es vermutlich auch eine finazielle Frage war. Hätten der RB und ich voll zahlen müssen, hätte uns der Eintritt 84 Euro gekostet. Und nein, ich diskutiere nicht darüber, ob das zu viel Geld für einen „Zoobesuch“ ist. Denn der Tierpark ist meiner Meinung nach das Geld wert. Die Tiere haben Platz und gute Bedinungen (soweit ich das beurteilen kann).

**** Allein zu Fuß haben wir fast 26 Kilometer in der Hansestadt zurückgelegt.

***** Kindheitserinnerung vom RB, der dort schon vor 40 Jahren mit seinen Eltern essen war.

Digitale Demo

Digitale Demo

Ich dachte echt, ich lese nicht richtig, als ich das Ergebnis von dieser Aktion sehe.

Fazit:

Die Politik‘ ist sich überhaupt nicht bewusst, dass es da draußen Menschen gibt, die nicht nach Lockerung sondern nach einer Lösung im Bezug auf die Pandemie gieren, dass es Unternehmer gibt, die nicht nur ‚öffnen, öffnen, öffnen‘ rufen, sondern lieber das Virus besiegen wollen. Die Quer’denker‘ und Öffnungsfetischisten bestimmen nach meinem Eindruck den Diskurs innerhalb der Politik.

Unter welchem Stein leben die Politikerinnen? Oder sind wir, die wir die Pandemie und die daraus resultierenden Kontakteinschränkungen ernst nehmen, wirklich nicht sichtbar? Tja, wie auch. Demos fallen ja wegen Kontaktbeschränkungen und Abstandhalten aus. Zumindest überlegt sich derzeit jede, die ansatzweise versteht, dass die Pandemie kein Spaß ist, mehrmals, ob sie wirklich auf eine Demo gehen will.

Wie also sichtbar werden?!

Die jeweiligen Mitglieder von Bundes- und Landtag kann eine sehr einfach ergoogeln. Und dann ran an die Tasten. Ich hatte es gestern schon versucht, aber mir fiel nichts ein, was nicht unflätig gewesen wären und „Euch brennt doch der Hut“ war dabei noch das Freundlichste. Heute beim Frühstück kamen mir dann ein paar Fragmente in den Sinn, die ich erstmal grob notierte. Dann töckelte ich zwischen Frühstückende und Start zur heutigen Wanderung meine Gedanken zusammen und verschickte sie dann an „meine“ MdB und LdB. Auch an unsere Bundeskanzlerin schickte ich eine Nachricht, die sich in vielen Teilen gleich war zu denen an die anderen.*

Der Brief ist nicht perfekt und ich wollte auch nicht „zu viel“ Fässer aufmachen, aber vielleicht dient er der einen oder anderen zur Inspiration:

Sehr geehrte XXX,
ich wende mich an Sie als „meine“ Bundstags-/Landtagsabgeordnete. Meine Anliegen: Der Umgang mit dem Pandemiegeschehen in Deutschland. Seit gut 13 Monaten haben wir Pandemie. Seit gut 13 Monaten arbeite ich im HomeOffice. Ich werde – solange die Infektionszahlen nicht auf ein Minimalniveau gesunken sind – auch weiterhin im HomeOffice arbeiten. Ich bin sehr froh, dass meine Arbeitgeberin die Ansichten der Wissenschaft teilt und Arbeit im Büro nur in Ausnahmefällen erlaubt. Aber ich weiß, dass meine Arbeitgeberin mit dieser Haltung eher die Ausnahme ist.

Daher fordere ich Sie auf, die wissenschaftlichen, epidemiologischen Erkenntnisse zum anzuerkennen und sich für einen sogenannten harten Lockdown einzusetzen, der allen voran Folgendes beinhalten muss:

  • Keine weiteren Lockerungen
  • Keine Öffnungen von Restaurants, Cafés, Hotels ets.
  • Einkauf weiterhin nur mit begrenzter Personenzahl im Laden und nachweislichem Hygienekonzept
  • Härteres und unmittelbares Durchgreifen (Auflösen) bei sogenannten Hygiene-Demos
  • KEINE MENSCHENVERSUCHE durch sogenannte Modellstädte/-regionen mit Durchseuchung der nicht-vulnerablen Mitbürgerinnen.

Es kann nicht angehen, dass sich ein Großteil der Bevölkerung seit über einem Jahr massiv einschränkt, nur damit die Wirtschaft weiterlaufen kann. Es kann auch nicht sein, dass Repressalien wie Ausgangssperren die Ultima Ratio ist – noch bevor die Wirtschaft deutlich mehr in die Pflicht genommen wurde. Daher erwarte ich, dass Sie sich stark machen für

  • HomeOffice-Pflicht in allen Bereichen, in denen es geht. Und wir wissen alle, dass es in viel mehr Bereichen geht, als es derzeit möglich ist. Das Potential der Kontaktreduzierung ist immens und noch lange nicht ausgeschöpft.
  • Test-Pflicht in allen Betrieben, in den kein HomeOffice möglich ist. Jede Arbeitnehmerin muss mindestens 2x pro Woche getestet werden.

Bei der diesjährigen Bundestagswahl werden für mich (und auch mein Umfeld) die Haltung der einzelnen Parteien zur Pandemie und insbesondere zur Pandemieeindämmung entscheidende Punkte sein, wem ich meine Stimmen gebe. Und eins ist sicher: Mit Lockerungen und Menschenversuchen werden Sie keine Wählerstimmen gewinnen.

Next Step: Anrufen.

Lasst uns laut sein.

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* Musste erstmal googeln, welche Anredeformel für die Bundeskanzlerin richtig ist.

 

Packstraße

Packstraße

#ClosedNovember (4)

Ich habe FREItag und der RB muss schon wieder früh raus. So kann ich tatsächlich ausschlafen. Allerdings habe ich nicht so ganz frei, denn ich wurde gefragt, ob ich an einer Besprechung teilnehmen könnte. (Und ja, wenn ich gefragt werde und es drängt und kein anderer Termin gefunden wird, kann ich auch am FREItag.) Danach bespreche ich mich noch kurz mit einer anderen Kollegin.

Ups, und dann ist es auch schon spät. Um 15h00 soll das erste Keks-Päckchen im Ostend ausgeliefert werden und ich muss es noch packen.

18* auf einen Streich

Ich stelle fest, dass die Kekstüten und die Versandkartons nicht ganz optimal zusammenpassen. Es klappt irgendwie. Aber für die nächsten 32 Päckchen ist noch Optimierungspotential.

Ich nutze, dass es nicht regnet und gehe zu Fuß. Ich komme ja eh zu wenig raus. Unterwegs mache ich ein Date mit dem RB aus. Das Keks-Päckchen wird übergeben und danach besorge ich noch kurz Noppenfolie für die zu verschickenden Keks-Päckchen. Der RB wartet schon auf mich. Und weil wir einfach Romantik-Profis sind, daten wir uns im Auto bei …

… Käse-Rindswurst von Gref Völsing.

Wieder zu Hause kümmere ich mich um die nächsten Kekspäckchen. Zunächst werden die Spezial-Päckchen gepackt (nussfrei, vegan) und dann die zwei Päckchen, die ins Ausland (Norwegen und Österreich) müssen. Die beiden Auslands-Päckchen bringe ich auch direkt zusammen mit Paketen vom RB zur Post.

Ich überlege mir, wie ich das Keks-Päckchen-Packen optimieren kann und baue mir eine Packstraße auf. Während der RB kocht, stelle ich fest, dass ich mit meiner Adressliste auf der Post-Webseite automatisch frankierte Adresse-Etiketten erstellen kann. Hach, ich liebe sowas. Als das Kind im Bett ist und die #CorotäneKneipe läuft, packe ich alle Päckchen, die verschickt werden müssen: insgesamt 16.

Zusätzlich habe ich noch die Päckchen gepackt, die beim RB im Laden abgeholt werden und damit habe ich heute insgesamt 25 Keks-Päckchen gepackt und muss morgen noch acht fertig machen.

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Mir hängt den ganzen Tag nach, dass ich mich von Teilen meines RL-Freundeskreis entferne. Uns fehlt zunehmend eine Werte-Basis. Von außen betrachtet, ist das nicht wirklich verwunderlich, wenn eine unsere individuellen Entwicklungen etwas kennt. Aber wir kennen uns teilweise schon über 25 Jahre und lange haben wir davon profitiert, dass wir so verschieden sind. Aber ich werden zunhemend unerbittlicher mit bestimmten Haltungen: Kapitalismus, Neoliberalität, Pandemie-Ignoranz**, Homöopathie, rechte Tendenzen***.

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* Ja, es sind 20 Dosen. Zwei Kekssorten gibt es in je zwei Versionen (normal und nussfrei bzw. nussfrei und vegan). Und die Nougat-Baiser haben keine Dose (weswegen ich sie in vielen Päckchen vergessen habe… mea culpa).

** Im Sinne von: „Ich finde die Pandemie doof und mache alles, was erlaubt ist und vielleicht nutze ich auch die Grauzonen. Ich will mein Leben nicht einschränken.“ Pandemie-Leugnerinnen werden direkt entfreundet und geblockt.

*** Natürlich bin absolut unerbittlich und intolerant bei Nazis und Co. Aber es geht um latent rassistischen, populistischen Kommentare und „Witzchen“.

#ClosedNovember (17)

#ClosedNovember (17)

Ich möchte was anzünden.

Ich bin zu spät eingeschlafen, weil #CorotäneKneipe war, der Mann und ich noch geredet haben und ich dann den Podcast mit Professorin Ciesek gehörte habe (und bei eingeschlafen bin). Dementsprechend hatte ich zu wenig Schlaf, als ich um 7h30 aufstehen musste, damit das Kind in die Schule kommt. Wieder hinlegen konnte ich mich nicht, weil ich um 9h20 einen Termin bei der HNO* hatte. Also trank ich Tee, las im Internet und war ob der sich anbahnenden Schwurbler-Demo in Berlin schon vor 9h00 in Zündellaune.

Termin bei der HNO: ohne Befund. Also, die Nebenhöhlen sind es nicht. Vielleicht über was Neurologisches nachdenken.

Wieder zu Hause konnte ich auch nicht schlafen, weil die Wohnung putzbar gemacht werden musste. Und dann war es auch so spät, dass die Putzhilfe vor der Tür stand.

Die Entwicklungen in Berlin machten mich weiter fassungslos.

Diese Bilder aus Berlin.
Das allgemeine Weltgeschehen.
Und die Frage: „Warum machste diesen ganze Scheiß überhaupt noch? In welche Welt entlasse ich mein Kind?“

Ein guter Tag, um Deine Lakaien zu hören.**
Hier sitzen und vor Wut und Hilflosigkeit heulen.

Ich ertrag das nicht.
Mein Gerechtigkeitssinn läuft Amok.

Das Kind kam nach Hause und erzählte mir mal wieder, dass er in der Schule „Nazi“ und „Hitler“ genannt wird. Noch was, was ich anzünden will. Ich musste los zu meinem Optikertermin. Auf dem Weg dahin musste ich meinem Ärger über die Situation in der Schule Luft machen und schrieb eine „brennende“ e-Mail an die Klassenlehrkräfte. Mir platzt hier echt die Hutschnur und ich drohe mit rechtlichen Schritten***.

Termin beim Optiker: 1,5 Dioptrien für den Lesebereich. Als mir die Optikerin allerdings den Preis für die Gleitsichtgläser nannte, war ich raus. 450 bzw 600 Euro sind gerade einfach nicht drin. Dabei dachte ich, dass meine Brillenversicherung die neuen Gläser, deren Stärken sich ja definitiv ändern, deckt. Zumindest in großen Teilen. Dem ist – laut Optikerin – nicht so. Ich bin mir da noch nicht so sicher und werde das mit der Versicherung direkt klären. Etwas genervt und mit noch mehr Zündellaune verließ ich den Laden. (Wenigstens sind meine beiden Brillen gerichtet.)

Wieder zu Hause hatte ich endlich die Gelegenheit, mich hinzulegen. Das war bitter nötig. Änderte aber auch nicht so viel an meiner Laune.

Um das Abendessen zubrereiten zu können, musste ich einkaufen gehen. Das ging erfreulich reibungslos und es tar mir auch gut, dass ich das Handy zu Hause ließ.

Bei Essenkochen musste ich mich noch kurz über die Lesekompetenz anderer Menschen aufregen. Aber nur kurz. Erfreulich war, dass das Kind mir beim Kochen hilft.

Der Rest des Abends verlieg ruhig: lecker Essen, Kind in Bett bringen, kleine #CorotäneKneipe.

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* DER HNO ist im Ruhestand und so begrüßte mich heute eine HNO – mit Mundschutz.

** Ich erstellte mir eine Playlist mit dem aufbauenden Titel „Dystopie“ mit Deine Lakaien, New Model Army und alten Sachen von Depeche Mode.

*** Muss mir noch überlegen, was das sein kannsollte. Im Zweifelsfall werden die jeweiligen Schülerinnen wegen Beleidigung angezeigt.

#ClosedNovember (8)

#ClosedNovember (8)

Nach den Bildern von Samstag und während Pegida trotz Pandemie marschieren darf, bleibt mir heute in Gedenken an den Novemberpogrom nur zu sagen:

Nie wieder!

Kein Vergessen.

Lasst uns bitte alle unseren Beitrag leisten, dass sich Geschichte nicht wiederholt.