Durchsuchen nach
Kategorie: Einmischen

Digitale Demo

Digitale Demo

Ich dachte echt, ich lese nicht richtig, als ich das Ergebnis von dieser Aktion sehe.

Fazit:

Die Politik‘ ist sich überhaupt nicht bewusst, dass es da draußen Menschen gibt, die nicht nach Lockerung sondern nach einer Lösung im Bezug auf die Pandemie gieren, dass es Unternehmer gibt, die nicht nur ‚öffnen, öffnen, öffnen‘ rufen, sondern lieber das Virus besiegen wollen. Die Quer’denker‘ und Öffnungsfetischisten bestimmen nach meinem Eindruck den Diskurs innerhalb der Politik.

Unter welchem Stein leben die Politikerinnen? Oder sind wir, die wir die Pandemie und die daraus resultierenden Kontakteinschränkungen ernst nehmen, wirklich nicht sichtbar? Tja, wie auch. Demos fallen ja wegen Kontaktbeschränkungen und Abstandhalten aus. Zumindest überlegt sich derzeit jede, die ansatzweise versteht, dass die Pandemie kein Spaß ist, mehrmals, ob sie wirklich auf eine Demo gehen will.

Wie also sichtbar werden?!

Die jeweiligen Mitglieder von Bundes- und Landtag kann eine sehr einfach ergoogeln. Und dann ran an die Tasten. Ich hatte es gestern schon versucht, aber mir fiel nichts ein, was nicht unflätig gewesen wären und „Euch brennt doch der Hut“ war dabei noch das Freundlichste. Heute beim Frühstück kamen mir dann ein paar Fragmente in den Sinn, die ich erstmal grob notierte. Dann töckelte ich zwischen Frühstückende und Start zur heutigen Wanderung meine Gedanken zusammen und verschickte sie dann an „meine“ MdB und LdB. Auch an unsere Bundeskanzlerin schickte ich eine Nachricht, die sich in vielen Teilen gleich war zu denen an die anderen.*

Der Brief ist nicht perfekt und ich wollte auch nicht „zu viel“ Fässer aufmachen, aber vielleicht dient er der einen oder anderen zur Inspiration:

Sehr geehrte XXX,
ich wende mich an Sie als „meine“ Bundstags-/Landtagsabgeordnete. Meine Anliegen: Der Umgang mit dem Pandemiegeschehen in Deutschland. Seit gut 13 Monaten haben wir Pandemie. Seit gut 13 Monaten arbeite ich im HomeOffice. Ich werde – solange die Infektionszahlen nicht auf ein Minimalniveau gesunken sind – auch weiterhin im HomeOffice arbeiten. Ich bin sehr froh, dass meine Arbeitgeberin die Ansichten der Wissenschaft teilt und Arbeit im Büro nur in Ausnahmefällen erlaubt. Aber ich weiß, dass meine Arbeitgeberin mit dieser Haltung eher die Ausnahme ist.

Daher fordere ich Sie auf, die wissenschaftlichen, epidemiologischen Erkenntnisse zum anzuerkennen und sich für einen sogenannten harten Lockdown einzusetzen, der allen voran Folgendes beinhalten muss:

  • Keine weiteren Lockerungen
  • Keine Öffnungen von Restaurants, Cafés, Hotels ets.
  • Einkauf weiterhin nur mit begrenzter Personenzahl im Laden und nachweislichem Hygienekonzept
  • Härteres und unmittelbares Durchgreifen (Auflösen) bei sogenannten Hygiene-Demos
  • KEINE MENSCHENVERSUCHE durch sogenannte Modellstädte/-regionen mit Durchseuchung der nicht-vulnerablen Mitbürgerinnen.

Es kann nicht angehen, dass sich ein Großteil der Bevölkerung seit über einem Jahr massiv einschränkt, nur damit die Wirtschaft weiterlaufen kann. Es kann auch nicht sein, dass Repressalien wie Ausgangssperren die Ultima Ratio ist – noch bevor die Wirtschaft deutlich mehr in die Pflicht genommen wurde. Daher erwarte ich, dass Sie sich stark machen für

  • HomeOffice-Pflicht in allen Bereichen, in denen es geht. Und wir wissen alle, dass es in viel mehr Bereichen geht, als es derzeit möglich ist. Das Potential der Kontaktreduzierung ist immens und noch lange nicht ausgeschöpft.
  • Test-Pflicht in allen Betrieben, in den kein HomeOffice möglich ist. Jede Arbeitnehmerin muss mindestens 2x pro Woche getestet werden.

Bei der diesjährigen Bundestagswahl werden für mich (und auch mein Umfeld) die Haltung der einzelnen Parteien zur Pandemie und insbesondere zur Pandemieeindämmung entscheidende Punkte sein, wem ich meine Stimmen gebe. Und eins ist sicher: Mit Lockerungen und Menschenversuchen werden Sie keine Wählerstimmen gewinnen.

Next Step: Anrufen.

Lasst uns laut sein.

—————————
* Musste erstmal googeln, welche Anredeformel für die Bundeskanzlerin richtig ist.

 

Packstraße

Packstraße

#ClosedNovember (4)

Ich habe FREItag und der RB muss schon wieder früh raus. So kann ich tatsächlich ausschlafen. Allerdings habe ich nicht so ganz frei, denn ich wurde gefragt, ob ich an einer Besprechung teilnehmen könnte. (Und ja, wenn ich gefragt werde und es drängt und kein anderer Termin gefunden wird, kann ich auch am FREItag.) Danach bespreche ich mich noch kurz mit einer anderen Kollegin.

Ups, und dann ist es auch schon spät. Um 15h00 soll das erste Keks-Päckchen im Ostend ausgeliefert werden und ich muss es noch packen.

18* auf einen Streich

Ich stelle fest, dass die Kekstüten und die Versandkartons nicht ganz optimal zusammenpassen. Es klappt irgendwie. Aber für die nächsten 32 Päckchen ist noch Optimierungspotential.

Ich nutze, dass es nicht regnet und gehe zu Fuß. Ich komme ja eh zu wenig raus. Unterwegs mache ich ein Date mit dem RB aus. Das Keks-Päckchen wird übergeben und danach besorge ich noch kurz Noppenfolie für die zu verschickenden Keks-Päckchen. Der RB wartet schon auf mich. Und weil wir einfach Romantik-Profis sind, daten wir uns im Auto bei …

… Käse-Rindswurst von Gref Völsing.

Wieder zu Hause kümmere ich mich um die nächsten Kekspäckchen. Zunächst werden die Spezial-Päckchen gepackt (nussfrei, vegan) und dann die zwei Päckchen, die ins Ausland (Norwegen und Österreich) müssen. Die beiden Auslands-Päckchen bringe ich auch direkt zusammen mit Paketen vom RB zur Post.

Ich überlege mir, wie ich das Keks-Päckchen-Packen optimieren kann und baue mir eine Packstraße auf. Während der RB kocht, stelle ich fest, dass ich mit meiner Adressliste auf der Post-Webseite automatisch frankierte Adresse-Etiketten erstellen kann. Hach, ich liebe sowas. Als das Kind im Bett ist und die #CorotäneKneipe läuft, packe ich alle Päckchen, die verschickt werden müssen: insgesamt 16.

Zusätzlich habe ich noch die Päckchen gepackt, die beim RB im Laden abgeholt werden und damit habe ich heute insgesamt 25 Keks-Päckchen gepackt und muss morgen noch acht fertig machen.

—————–

Mir hängt den ganzen Tag nach, dass ich mich von Teilen meines RL-Freundeskreis entferne. Uns fehlt zunehmend eine Werte-Basis. Von außen betrachtet, ist das nicht wirklich verwunderlich, wenn eine unsere individuellen Entwicklungen etwas kennt. Aber wir kennen uns teilweise schon über 25 Jahre und lange haben wir davon profitiert, dass wir so verschieden sind. Aber ich werden zunhemend unerbittlicher mit bestimmten Haltungen: Kapitalismus, Neoliberalität, Pandemie-Ignoranz**, Homöopathie, rechte Tendenzen***.

———————————-
* Ja, es sind 20 Dosen. Zwei Kekssorten gibt es in je zwei Versionen (normal und nussfrei bzw. nussfrei und vegan). Und die Nougat-Baiser haben keine Dose (weswegen ich sie in vielen Päckchen vergessen habe… mea culpa).

** Im Sinne von: „Ich finde die Pandemie doof und mache alles, was erlaubt ist und vielleicht nutze ich auch die Grauzonen. Ich will mein Leben nicht einschränken.“ Pandemie-Leugnerinnen werden direkt entfreundet und geblockt.

*** Natürlich bin absolut unerbittlich und intolerant bei Nazis und Co. Aber es geht um latent rassistischen, populistischen Kommentare und „Witzchen“.

#ClosedNovember (17)

#ClosedNovember (17)

Ich möchte was anzünden.

Ich bin zu spät eingeschlafen, weil #CorotäneKneipe war, der Mann und ich noch geredet haben und ich dann den Podcast mit Professorin Ciesek gehörte habe (und bei eingeschlafen bin). Dementsprechend hatte ich zu wenig Schlaf, als ich um 7h30 aufstehen musste, damit das Kind in die Schule kommt. Wieder hinlegen konnte ich mich nicht, weil ich um 9h20 einen Termin bei der HNO* hatte. Also trank ich Tee, las im Internet und war ob der sich anbahnenden Schwurbler-Demo in Berlin schon vor 9h00 in Zündellaune.

Termin bei der HNO: ohne Befund. Also, die Nebenhöhlen sind es nicht. Vielleicht über was Neurologisches nachdenken.

Wieder zu Hause konnte ich auch nicht schlafen, weil die Wohnung putzbar gemacht werden musste. Und dann war es auch so spät, dass die Putzhilfe vor der Tür stand.

Die Entwicklungen in Berlin machten mich weiter fassungslos.

Diese Bilder aus Berlin.
Das allgemeine Weltgeschehen.
Und die Frage: „Warum machste diesen ganze Scheiß überhaupt noch? In welche Welt entlasse ich mein Kind?“

Ein guter Tag, um Deine Lakaien zu hören.**
Hier sitzen und vor Wut und Hilflosigkeit heulen.

Ich ertrag das nicht.
Mein Gerechtigkeitssinn läuft Amok.

Das Kind kam nach Hause und erzählte mir mal wieder, dass er in der Schule „Nazi“ und „Hitler“ genannt wird. Noch was, was ich anzünden will. Ich musste los zu meinem Optikertermin. Auf dem Weg dahin musste ich meinem Ärger über die Situation in der Schule Luft machen und schrieb eine „brennende“ e-Mail an die Klassenlehrkräfte. Mir platzt hier echt die Hutschnur und ich drohe mit rechtlichen Schritten***.

Termin beim Optiker: 1,5 Dioptrien für den Lesebereich. Als mir die Optikerin allerdings den Preis für die Gleitsichtgläser nannte, war ich raus. 450 bzw 600 Euro sind gerade einfach nicht drin. Dabei dachte ich, dass meine Brillenversicherung die neuen Gläser, deren Stärken sich ja definitiv ändern, deckt. Zumindest in großen Teilen. Dem ist – laut Optikerin – nicht so. Ich bin mir da noch nicht so sicher und werde das mit der Versicherung direkt klären. Etwas genervt und mit noch mehr Zündellaune verließ ich den Laden. (Wenigstens sind meine beiden Brillen gerichtet.)

Wieder zu Hause hatte ich endlich die Gelegenheit, mich hinzulegen. Das war bitter nötig. Änderte aber auch nicht so viel an meiner Laune.

Um das Abendessen zubrereiten zu können, musste ich einkaufen gehen. Das ging erfreulich reibungslos und es tar mir auch gut, dass ich das Handy zu Hause ließ.

Bei Essenkochen musste ich mich noch kurz über die Lesekompetenz anderer Menschen aufregen. Aber nur kurz. Erfreulich war, dass das Kind mir beim Kochen hilft.

Der Rest des Abends verlieg ruhig: lecker Essen, Kind in Bett bringen, kleine #CorotäneKneipe.

—————————-
* DER HNO ist im Ruhestand und so begrüßte mich heute eine HNO – mit Mundschutz.

** Ich erstellte mir eine Playlist mit dem aufbauenden Titel „Dystopie“ mit Deine Lakaien, New Model Army und alten Sachen von Depeche Mode.

*** Muss mir noch überlegen, was das sein kannsollte. Im Zweifelsfall werden die jeweiligen Schülerinnen wegen Beleidigung angezeigt.

#ClosedNovember (8)

#ClosedNovember (8)

Nach den Bildern von Samstag und während Pegida trotz Pandemie marschieren darf, bleibt mir heute in Gedenken an den Novemberpogrom nur zu sagen:

Nie wieder!

Kein Vergessen.

Lasst uns bitte alle unseren Beitrag leisten, dass sich Geschichte nicht wiederholt.

#ClosedNovember (6)

#ClosedNovember (6)

Ich bin dann mal die Spielverderberin: Während gefühlt ganz Deutschland im Freudentaumel über die Wahl Bidens (und Harris) eskapiert, bin ich wütend.

Ich bin wütend über das, was in Leipzig passiert ist. Wütend über meine Hilfslosigkeit. Wütend über meine Machtlosigkeit. Wütend über diese klar dokumentierte Ungerechtigkeit. Über den Rechtsruck und darüber wie sehr Deutschland auf dem rechten Auge blind ist.

Ich bin auch wütend darüber, dass es so vielen so viel wichtiger ist, dass Trump abgewählt worden ist als das, was im eigenen Land passiert.

Und ehrlich gesagt: Ja, es ist gut, dass Trump abgewählt worden. Aber ob Biden und auch Harris die großen Heilsbringerinnen sein werden, wage ich zu bezweifeln. Sehr.

Ausschlafen ist nicht alles

Ausschlafen ist nicht alles

Zweite Welle: Tag 36

Ausschlafen ist toll. Keine Frage. Aber ausschlafen bis 14h00 ist nicht soo toll. Denn zum einen habe ich so 12 Stunden geschlafen und zum anderen habe ich so den halben Tag verschlafen. Und das nervte mich für den Rest des Tages kolossal.

Es nervte mich so sehr, dass ich erstmal bockig im Bett blieb und las und ignorierte auch erstmal das Geschehen in Berlin.

Das Kind hatte sich am Vormittag beim Rugby verletzt. Eine Handteller große Schürfwund ziert nun sein linkes Schienbein. Es sieht echt übel aus, aber es hat ihn wohl nicht daran gehindert weiterzuspielen und sogar einen Versuch zu legen. Dieses Kind ist immer wieder faszinierend. Zumindest konnte er zu Hause mit dieser Wunde nur noch auf dem Bett liegen und daddeln.

Ich las das Buch, das dritte und letzte der Reihe „Friekes Buchladen“, zu Ende. Es lässt mich etwas verwirrt zurück. Seit mehr als fünf Jahren habe ich keinen Kontakt mehr zu meinem jüngeren Bruder. In den drei Büchern habe ich seinen Namen allerdings ziemlich oft gelesen. Das war schon komisch.

Um 19h00 war ich dann auch endlich so weit, dass ich eine Essensliste bis Montag erstellt habe, geduscht bin und mich auf den Weg zum Einkaufen machte.

Und natürlich las ich Infos zu Berlin. Und natürlich regte ich mich auf. Mein 2 Cent dazu:

Nur halb so viel Aufmerksamkeit wie für die Berlin-Demo heute für die Gedenkkundgebung für die Opfer des Hanau-Attentats und gegen den Rassismus wäre fein gewesen.

Dass rassistisch motivierte Morde/Anschläge wie in Hanau, Halle, Wächtersbach aber auch an Walter Lübke durchgeführt werden, liegt auch daran, dass Schwurblerinnen, VT’lerinnen, Rechten und Rechtstoleranten wie heute in Berlin immer wieder und zu viel Raum gegeben wird.

Und die Mischung ist das gefährliche. Jede einzelne Gruppierungen könnte als „Verwirrte“ (Rechte grundlegend ausgenommen) abgetan werden, aber die Masse hat mit „gegen das System“ einen mächtigen kleinen gemeinen Nenner.

Damit werden insbesondere die hochgradig Gewaltbereiten (Rechten) legitimiert, was es immer schwieriger macht, dieser Masse etwas entgegen zu setzen.
Denn die Angst, die viele haben, ist begründet und gerechtfertigt.

Bewegtbilder

Bewegtbilder

X-61 Tage bis zur zweiten Welle

Die Nächte sind zur Zeit (mal wieder) nicht gut. Zu spät ins Bett (wegen Blacklist), nicht zur Ruhe kommen wegen Keineahnung. Gut, heute Nacht beschäftigte mich die Absage der heutigen antirassistischen Demo in Hanau. Wie richtig (mit Blick auf die Pandemie) oder falsch (mit Blick auf den immensen Rechtsruck in Deutschland) ist es. Ich bin ambivalent mit Tendenz zu „falsch“.

Daher sage ich dem RB beim Wecken mit Tee, dass wir heute zu einer der Live-Übertragungs-Kundgebungen in Frankfurt gehen werden.

Wobei geweckt hat der RB mich ja nicht. Ich bin ja bereits seit 9h00 wach, weil das Kind Rugby von 10 bis 12h00 hat. Aber ich habe versucht, nochmal zu schlafen, nachdem das Kind aus dem Haus ist. Wenigstens habe ich dabei rausgefunden, dass Die Ärzte eine neue Single rausgebracht haben. Das musste der RB dann auch einmal laut „ertragen“.

Ich freue mich auf das Konzert – wann auch immer es stattfinden wird.

Das Kind kommt wieder, verschwindet mit Essen in seiner Höhle, der RB und ich machen eine Essensliste und dann müssen wir auch los.

#SayTheirNames

Die Redebeiträge zum Gedenken sind insgesamt wirklich gut. Ich empfehle, sich den Live-Stream (jetzt natürlich nicht mehr live) mal anzuschauen:

Danach bin ich eigentlich total k.o., aber der Einkauf muss noch gemacht werden. Dann „darf“ ich mich aber hinlegen, während sich der RB ums Essen kümmert. Das, also das Hinlegen, ist vermutlich nicht so schlau, aber fertig wie ich bin, muss es sein.

Hausaufgaben

Hausaufgaben

X-52 Tage bis zur zweiten Welle

Als das Kind zum Rugby-Camp will, schüttet es wie aus Eimern. Kurz drauf auch die Info: Kein Camp heute.

Arbeiten ist gerade aufgrund aktueller Entwicklungen etwas entspannter. Ich arbeite zwar immer noch viel. Bin aber nicht mehr so gestresst.

Mit Sorge beobachte ich die Entwicklungen in den Bundesländern, bei denen die Schule schon wieder angefangen hat. Wie lange geht das noch gut? Bzw. warum geht das hier nicht so gut wie in anderen Ländern?

Möglicherweise liegt es ja daran, dass in D jedes Bundesland ein eigenes Konzept hat haben sollte. Wenn ich sehe und lese, was die Länder sich überlegt haben, dann frage ich mich echt, was in den vergangenen 6 Wochen passiert ist. Denn die Konzepte sind keine. Sie sind ein Witz. Sie berücksichtigen keine aktuelle Erkenntnis der Wissenschaft. Aerosole?! Lüften?! AHA-Regel?! Alles egal. Im Sommer sind Sommerferien, da kann sich natürlich niemand um irgendwas kümmern. Außerdem geht es ja nur um Kinder. Da passiert schon nix. Und außerdem müsste dann ja zugegeben werden, dass das deutsche Schulsystem eine total marode Katastrophe ist.

Ganz ehrlich, wenn unsere Kinder ihre Hausaufgaben so nicht machen würden, wie die Kultusministerinnen und Schulleitungen ihre „Hausaufgaben“ seit März 2020, wäre in vergangenen Schuljahr keine Schülerinnen versetzt worden.

Kritik

Kritik

X-51 Tage bis zur zweiten Welle

Nein, der Tag war nicht schlecht. Das Kind war im Rugby-Camp, der RB arbeiten, die Putzhilfe war da, ich schaffte ein paar Sachen weg.

Abends war wieder #CorotäneKneipe und auch das war wieder schön.

Nicht schön war eine Konversation per e-Mail: Wie ich es hasse, wenn Leute meinen, sie stünden über allem. Die, nur weil sie ein Amt inne haben, meinen, sie könnten alles so gestalten, wie es ihnen passt. Die vor Technikfeindlichkeit triefen, sich nicht um die Erkenntnisse der Wissenschaft kümmern bzw. nicht ernst nehmen. Die dafür gefeiert werden wollen, dass sie sich für das Amt bereit erklärt haben. Es geht nicht darum, in dem Amt etwas zu bewirken. Denn bewirken kann eine in dem Amt nur was, wenn eine auch mal aneckt. Das muss eine aber auch wollen.

Und wenn eine das nicht will, muss sie sich Kritik dafür gefallen lassen. Und von mir gibt es die in der Regel ohne sozialpädagogisches Gesäusel – insbesondere, wenn ich das Gefühl habe, dass mir anders nicht zugehört wird.

Abschottung, Tag 85

Abschottung, Tag 85

Ich bin müde. Ich bin unendlich müde. Seit 14 Wochen bin ich im HomeOffice. Ich hatte – seit Jahresanfang – eine Woche Urlaub. Das Kind ist seit 21 Wochen ohne Unterbrechnung in meiner Obhut, Betreuung. 7 Wochen davon fand hier HomeSchooling Lernen in häuslicher Umgebung statt. Seit 3 Wochen hat das Kind wieder Schule: an 3 Tagen pro Woche ist er für 2:45 Stunden in der Schule – mit Fahrtwegen ist er idR 3:30 Stunden aus dem Haus. Zusätzlich hat er seit 4 Wochen wieder Rugby-Training: Dafür ist er an zwei Tage pro Woche für 2 Stunden aus dem Haus. Ich habe derzeit also von 168 Stunden pro Woche das Kind 153,5 Stunden um mich. Okay, ziehen wir den Schlaf ab, dann bleiben 83,5 Stunden.

In diese Zeit muss ich 19,5 Stunden Arbeit unterbringen (wenn ich konsequent in der Zeit arbeite, in der das Kind in der Schule ist), 17,5 Stunden gehen grob geschätzt fürs Essen (inkl. Zubereitung) drauf. In gut organisierten Wochen brauche ich ca 3 Stunden fürs Einkaufen. Und 3,5 Stunden sollte ich für die allgemeine Körperpflege einplanen. Das Kind muss auch noch Hausaufgaben machen (7 Stunden insgesamt).

Damit bleiben 33 Stunden pro Woche übrig, die ich – theoretisch – qualitativ hochwertig mit dem Kind verbringen könnte. Oder sollte? Müsste? Wie auch immer, denn ich KANN nicht. Also, ich kann das in ca. zwei Drittel der Zeit nicht, womit rund 22 Stunden bleiben, in denen sich das Kind selbstbeschäftigen muss.

22 Stunden, die auf mir lasten, an mir und meinem Gewissen nagen.

———————–

Der RB lässt mich schlafen und damit das Kind mich auch schlafen lässt, nimmt er ihn mit raus. Gegen 11h00 bringt er, der RB, mir Tee ans Bett. Ich werde entspannt wach. Dann rasiere ich dem RB die Haare. Wir machen die Essensplanung für die kommenden Tage. Dann verabschiedet sich der RB, um auf die #BlackLifesMatter-Demo zu gehen. Ich mache mich fertig und fahre mit dem Rad zum Markt. Auf dem Rückweg komme ich in einen Platzregen und bin nass bis auf die Haut A-N-N-A, als ich zu Hause ankomme. Ich trockne mich, esse einen Happen und gehe dann nochmal los zum Supermarkt.

Als ich wieder da bin, ist auch der RB wieder da. Er hat Kuchen mitgebracht, den wir zu dritt essen.

Dann falle ich in ein Loch. Ich bin müde. Unendlich müde. Gegen 17h00 lege ich mich hin. Und schlafe promt ein. Bis 20h00. Das war nicht der Plan, aber anscheinend nötig.

Als ich wieder wach bin, koche ich das Abendessen.

Das Kind nötige ich danach halbwegs früh ins Bett. Ich lese vor und wir kuscheln. Er bedankt sich dafür, dass ich mit ihm kuschel. Genau genommen dafür, dass ich mir die Zeit nehme, mit ihm zu kuscheln. Ach, fickt Euch, ihr beschissenen 22 Stunden. Mein Kind soll nicht das Gefühl haben, dass er sich für sowas bedanken muss.