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Kategorie: Einmischen

Lorem ipsum

Lorem ipsum

Die heutige Fortbildung passte nicht so richtig ins Arbeitspensum, aber interessant war sie trotzdem.

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Mein Tattoo ist ja nicht immer sichtbar. Zudem ist es ja doch recht klein. Weil die Frage nach Button* kam, habe ich mit dem RB zusammen welche gestaltet und produzieren lassen. So an der Mütze ist das Zeichen ja nochmal deutlich.

Immer wieder durchzuckt mich die Frage, ob das jetzt sehr naiv oder sehr mutig ist, zu diesem Statement so sichtbar zu stehen.

Und dann denke ich: Verdammte Hacke, das darf keine Frage des Mutes sein, sondern sollte selbstverständlich sein. (Wobei… wenn es selbstverständlich wäre, müsste es nicht sichtbar gemacht werden…)

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Der RB hat heute einen Termin in unseren gemeinsamen online-Kalender eingetragen. Und weil der Termin so günstig liegt, haben wir nun spontan ein Wochenende in Kiel daraus gemacht.

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* Wenn die Aufkleber dazu auch da sind, dann könnt ihr hier Buttons und Aufkleber zum Selbstkostepreis bestellen.

Wahl

Wahl

Der Tag begann etwas verspätet* und damit mit etwas Stress. Ich sollte um 9h00** bei einem Termin sein.

Der erste Teil vom Termin verlief so, dass ich sehr um meine Zeit und meinen Schlaf trauerte. Knapp 2 Stunden heiße Luft, wenig Konstruktives und politische Querelen. Ich hätte noch eine wichtige Anmerkung*** gehabt, wollte die Diskussion, aber nicht auch noch auf das Thema lenken.

Vielleicht war es die Genervtheit über den ersten Teil, dass ich mich im zweiten zur Wahl**** habe aufstellen lassen*****.

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Den Rest des Tages damit verbracht, das Kind nicht umzubringen nicht auszusetzen zu erziehen. Aus diesem Grund hätte ich eigentlich nicht mit ihm Schlittschuhe kaufen dürfen. Und auch hätten wir nicht zusammen Film gucken****** dürfen.

Aber ohne wäre es heute vermutlich noch mehr eskaliert als eh schon.

*seufz*

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* 30 Minuten

** spatestens 9h30

*** Open- und Change-Petitionen sind nicht rechtsbindend wie ePetitionen, die direkt bei der Bundes- oder Landesregierung eingegeben werden.

**** zu einer von neun Ersatzvertreterinnen

***** und auf den 2. Platz gewählt wurde

****** nach der Hälfte wegen der Film ist grottenschlecht abgebrochen (Solltet ihr mal überlegen „Year One“ gucken wollen, lasst es! Wirklich!)

Rien ne va plus*

Rien ne va plus*

Nein, es ging nicht (gar) nichts mehr heute, aber es ging recht wenig, so zum Beispiel ging

  • ein Zug morgens nach Paris,
  • ich 6,6 Kilometer durchs 9. Arrondissement,
  • die eine oder andere Busverbindung,
  • fast am Gare du Nord verloren,
  • das alltäglich Leben in Paris weiter,
  • das Taxibusiness in Paris sehr gut,
  • der midi-monsieur mit mir 500 Meter stramm den Boulevard de Strasbourg entlang,
  • die Rückverbindung trotz dreimal Umsteigen sehr gut.

Nicht (mehr) ging

  • meine ursprünglich geplante Verbindung hin (daher 2 Stunden früher los**),
  • der größte Teil des Pariser ÖPNV, insbesondere die Metros,
  • irgendwann der Bus, in dem ich saß,
  • es mit dem Taxi weiter, als wir 500 Meter vor dem Gare de l’Est waren,
  • was bei mir am Abend zu Hause nach dem Essen*** und als das Kind im Bett war.

Ich stehe dem Streik in Frankreich recht wohlwollend gegenüber****, denn ich kann wirklich verstehen, dass die Französinnen keine Agenda2010 haben wollen*****. Und so normal das Leben in Paris weiterging, so zeigte sich deutlicher als sonst schon:

  • Die Stadt ist nicht für den motorisierten Individualverkehr ausgelegt.
  • Die Maßnahmen, die die Stadt sehr massiv getroffen hat, um den ÖPNV (Busse) und den nicht-(verbrenner)motorisierten Individiualverkehr (Fahrrad, e-Roller) zu stärken******, schränken den motorisierten Individualverkehr ein. Das ist gut so, funktioniert aber nicht, wenn der unterirdische ÖPNV nicht zur Verfügung steht.

Und abgesehen von dem Stress wegen des ausgefallenen Busses auf dem Weg zum Montparnasse und der Taxifahrt vom Gare Montparnasse zum Gare de l’Est (nach 40 Minuten stiegen wir aus (s.o.), mit der Métro 20 Minuten) hatten, hatte ich eine insgesamt gute Zeit und einiges zu sehen:

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* Nicht geht mehr.

** weswegen ich gefühlt gar nicht total schlecht geschlafen hatte

*** total fertig

**** ja, so von außen und ohne betroffen zu sein, sagt sich das leicht, aber dennoch…

***** auch wenn sich sicher nicht um eine Renten- und auch Arbeitsmarktreform herumkommen werden, aber das schlechteste vom Schlechten aus Deutschland zu übernehmen kann es nicht sein.

****** Aus normalen Fahrspuren wurden Busspuren (auf denen auch Fahrräder und Limes, aber auch Taxis fahren dürfen) oder baulich abgetrennte Fahrradwege.

Pussyhats for the people

Pussyhats for the people

Gestern habe ich einen Pussyhat übergeben, heute gleich drei.*

Morgen geht einer Richtung Kanada auf den Weg.

An einem weiteren bin ich dran, aber Wolle für die nächsten muss schon wieder bestellt werden.

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* Diese Treffen mit den Tweeps sind immer wieder toll. Ich mag es, so unterschiedliche Menschen zu treffen und kennenzulernen.

5. #badventskaffee

5. #badventskaffee

Hatte ich beim ersten Adventskaffee noch große Tassenpanik und auch sonst Stress, lief heute alles recht routiniert ab. Die erste Gästin kam geplant zu Frühstück, dann schickte ich das Kind ins Schwimmbad und wir räumten zu Dritt den Rest. Deutlich vor 14h30 waren wir fertig. Und dann trudelten die vielen tollen Menschen nach und nach ein.

Bilanz des Tages:

  • 43 Menschen aus diversen Lebensbereichen
  • 15 vegetarische, 4 vegane und eine nicht-vegetarische Kekssorte(n)
  • 12 Liter Kinderpunsch
  • 11 Liter Glögg

Schade um und für jede einzelne, die abgesagt hat / absagen musste. Im nächsten Jahr dann hoffentlich (wieder).

Als dann bis auf drei Gästinnen alle weg waren, stand die Frage nach einen guten Konteressen im Raum. Und weil die liebste Frankfurter Gaststätte Küch‘ so kurzfristig keinen Platz mehr für 6 hatte, machte ich schnell – wie schon im letzten und vorletzten Jahr – TomKhaGai-Suppe für 5 Erwachsenen (das Kind bevorzugte das Chili von gestern). Das ist einfach ein tolles Essen nach all dem Süßen.

Was ich (also wir) dieses Jahr erstmals gemacht habe: Eine Spendenkiste aufgestellt. Und ich freue mich, dass wir zusammen 100 Euro an die Amadeu-Antonio-Stiftung spenden können.

Danke an alle, die da waren für den tollen Nachmittag und Abend.

1:1

1:1

Fahrtzeit nach und von Bielefeld und Anwesenheit in Bielefeld halten sich heute die Waage. Das ist okay.

Es war auf jeden Fall gut, da gewesen zu sein. Meinem Papa geht es besser als beim letzten Besuch. Das ist gut. Denn zwischenzeitlich hatte ich Angst, er hätte ob seines Zustands resigniert. Aber heute war er wach und nahm Anteil. War aktiv und wirkte voller Lebensmut.

Meine Mutter erzählte mir, dass sie auf der Anti-Nazi-Demo in Bielefeld am 9.11. war und hat sich fast etwas entschuldigt, dass sie nicht so lange dahin konnte (weil sie meinen Vater nicht so lang allein lassen wollte). Aber ich war gerührt und stolz, dass es ihr so eine Herzensangelegenheit war, Präsenz zu zeigen. Alerta, Mama!

Solidarity

Solidarity

Sometimes antisocial, always antifascist! – Stage Bottles –

As many workers fight to make their stand
And behind them every honest working men
In unity with each other and your friend becomes your brother
And in the tyrants heart will be a lesson learned

Give them hope, give them strength, give them live
Like a candle burning in the black of night
We’re all with you in our hearts and in our minds
And we’ll pray for the workers through their darkest times

And I know your hearts are made of a further kind,
And a riot stick wont kill your piece of mind
You can fight with all the spirit that you posses
Because your fight’s a struggle that is blessed

Give them hope, give them strength, give them live
Like a candle burning in the black of night
We’re all with you in our hearts and in our minds
And we’ll pray for the workers through their darkest times

The tyrant has no smile upon his face
Cause he knows that in his mind he’s in disgrace
The religion of union will take their breath away
Our time will come and then we will have our day

Give them hope give them strength give them live
Like a candle burning in the black of night
We’re all with you in our hearts and in our minds
And we’ll pray for our nation through its darkest times

Give them hope, give them strength, give them live
Like a candle burning in the black of night
We’re all with you in our hearts and in our minds
And we’ll pray for the workers through their darkest times

Gedenk-Feier

Gedenk-Feier

(Nachtrag zu gestern)

Ja, es gibt den 27. Januar als Tag des Gedenkes an die Opfer des Nationalsozialismus (seit 1996 in Deutschland) bzw. internationalen Tag des Gedenkes an die Opfer des Holocaustes (seit 2005).

Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit.

Zu dieser Befreiung haben die Deutschen nichts, aber auch gar nichts beigetragen. Ist es also richtig, dessen zu gedenken? Was bedeutet „nie wieder“ in diesem Zusammenhang? Wie heuchlerisch oder gar zynisch ist es denn, als Deutsche erst der Beendigung des Holocaustes zu gedenken?

Wenn wir das mit dem „Nie wieder“ und „Wehret den Anfängen“ ernst meinen, müssen wir an Tagen wie dem 9. November in uns gehen. Der Tag (bzw. Nacht), zu dem jede von uns in der Familie fragen sollte: „Was habt ihr an dem Tag gemacht? Und warum?“ Denn es war, wie ich schon schrieb, der Beginn des Holocaustes. Ein Beginn, an dem nicht nur „die da oben“ beteiligt waren, sondern der von der nicht-jüdischen Bevölkerung ausging.

Ich schwanke, ob der 27. Januar nicht eigentlich eine Feiertag sein sollte. Zumindest für Jüdinnen und Juden. Wir Deutschen sollten uns da ganz stark zurücknehmen.

Innehalten

Innehalten

Der Post mag ein Schlag ins Gesicht für alle meine Leserinnen sein, die aus der ehemaligen DDR stammen und für die der heutige Tag ein großer ist. Ja, ohne Frage ist er das. Aber, hm, wie soll ich es sagen?!

Der Freudentaumel über den Mauerfall hat die Erinnerung an die Reichpogromnacht sehr zurückdrängt. Es passt den Deutschen ganz gut, dass am 9. November 1989 die Mauer fiel und so das Erinnern an die kollektive Schuld von 1938 von etwas achso Positivem überlagert wird. Das war zu dem Zeitpunkt ja auch schon 51 Jahre her, da haben die Deutschen lang genug gelitten. Zeit für was Neues.

Was mich besonders daran stört: Es gibt keinen Gedenktag, der wirklich an das Leid erinnert, das den Jüdinnen und Juden in Deutschland zugefügt wurde. Lange war es der 9. November irgendwie, doch selbst das gilt seit dem Mauerfall nicht mehr uneingeschränkt*. Auf mich wirkt es wie „Was Neues vor den Augen, das Alte aus dem Sinn“.

Ich frage mich, was das mit all den Jüdinnen und Juden macht, die Familienmitglieder in der Pogromnacht verloren. Für die mit dem 9. November 1938 etwas begann, das sich keiner vorstellen konnte und heute viele nicht mehr vorstellen können wollen: Es wurden Menschen systematisch vernichtet mit dem Ziel, jüdisches Leben in Deutschland auszulöschen.

Müssen wir wirklich den heutigen Tag feiern? Reicht der 3. Oktober wirklich nicht? Wann halten wir inne – für unser jüdischen Mitmenschen, für ein „Nie wieder“**?

Dass die Nazis das eh nicht wollen, ist mir klar. Das ändert aber nichts daran, dass ich es unerträglich finde, dass die Nazis am 9. November auf den Blut- und Brandspuren von 1938 marschieren dürfen. Dass ihre Provokationen Demos genehmigt werden.

Anstand und Respekt sind was anderes.

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* Jaja, ich weiß, es gibt noch viele andere historische Ereignisse, die am 9.11. stattfanden.

** Ich wäre ja übrigens dafür, dass der 8. Mai ein Feiertag wird.

Neutral ist keine Option

Neutral ist keine Option

Auf Twitter habe ich eine Umfrage gestartet. Aktueller Zwischenstand:

65 Prozent von 17 sind 11 Bloggerinnen. Anscheinend alles Bloggerinnen, die ich nicht lese, denn ich erinnere mich nicht an einen Post, in dem sich die Schreiberin klar antifaschistisch / antirassistisch positioniert. Und verlinkt hat auch bislang nur eine.

Aber vielleicht macht die Frage ja auch noch mit anderen was. Sehr gefreut habe ich mich über diesen Post. Denn er bringt vieles auf den Punkt:

Das Private ist immer politisch.

Klingt abgedroschen, ist aber so. Wir können nicht wie Amöben durch unsere Gesellschaft wabern und meinen wir kommen durch.

Ja, ich kann mir vorstellen, dass sich die eine oder der andere gut im Leben eingerichtet hat oder sich noch sicher fühlt.

Aber ein bisschen frage ich mich schon: Wenn ich zum jetzigen Zeitpunkt keinen Bedarf sehe – warum auch immer -, mich politisch zu positionieren, wann denn dann?

Wir können in der Frage „Faschistin oder Antifaschistin“ nicht neutral sein. Wer auch nur etwas im Geschichtsunterricht gelernt hat, sollte wissen, wie es enden kann. Wir können nicht auf unseren hohen Rössern sitzen und mit dem Finger auf unsere Großeltern-Generation (zumindest in meinem Fall) zeigen und fragen: Warum habt ihr nichts getan?

Wir müssen jetzt das tun, was diese Generation vielleicht nicht tun konnte. Wir müssen jetzt aus unserer Komfortzone raus, denn wir wissen, wie es weitergehen kann und wird.

Wir schimpfen auf Medien, die sich als Steigbügelhalter der Nazis anbiedern.

Aber seien wir ehrlich: Wer schweigend und vermeintlich neutral hinnimmt, was derzeit passiert, in der Hoffnung, es gehe von selbst wieder weg, wird genauso mitschuldig sein, wenn das System komplett umkippt.