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Monat: August 2020

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Zweite Welle: Tag 38

Erster Tag nach der Woche krank. Zum Glück muss ich nicht um 7h00 aufstehen. Das Kund kann wegen KriegsRugbyverletzung nicht zum Schwimmen und muss so erst um 10h00 in der Schule sein.

Ich arbeite so vor mich hin. Um 13h40 klingelt das Telefon. Das private. Die Schule ruft an. Das Kind habe Zahnschmerzen und will nach Hause. Joah, dann halt. Er schafft es aber alleine nach Hause.

Was genau es ist, ist nicht klar. Ich vermute, dass er gerade seine Backenzähne* verliert. Zudem kann er gerade seine Zahnspange nicht tragen. Da ist wohl einiges in Bewegung.

Zum Rugby-Training wollte er trotzdem.

Um 18h25 klingelt mein Handy. Eine Nummer, die ich nicht kenne. Das Kind ist dran (er hat sein Handy nicht mit): Seine Wunde ist erneut aufgegangen. Ich solle ihn abholen. Tja, das ist schwierig: Das Auto ist voll mit Kartons und um diese Zeit dauert der Weg – nur 2,5 Kilometer Luftlinie – mit dem Auto locker 30 Minuten. Ein schlechtes Gewissen habe ich dennoch.

Um 19h15 ist das Kind immer noch nicht zu Hause. Ich bin unruhig und gehe ihm entgegen. Im Park überlege ich noch kurz, ob ich eine Runde drehen soll. Aber denke, dass er mit dem Knie wohl den direkten Weg nehmen wird. Als ich durch den Park durch bin, ist das Kind immer noch nicht zu sehen. Ich schnappe mir einen e-Roller und düse die Strecke weiter. Kurz vorm Trainingsgelände erreicht mich der RB: Das Kind ist zu Hause. „Haben wir uns im Park wohl doch verpasst“, denke ich, drehe um und düse zurück.

Zwischendrin schreibe ich dem RB, dass er dem Kind ausrichten soll, dass ich nicht böse auf ihn bin.

Das ist mir wirklich wichtig. Er hat nichts falsch* gemacht. Zu spät kommen ist ätzend, aber er war a) verletzt und konnte nicht so schnell wie sonst und hatte b) auch kein Handy dabei, um sich zu melden oder dass ich ihn orte. Ergo: Ich muss ihm das Handy irgendwo antackern, damit er es immer bei sich hat.

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* Einer ist schon draußen.

** Er ist etwas länger am Pitch geblieben nach dem Training.

Via regia

Via regia

Zweite Welle: Tag 37

Weil das Kind derzeit dreimal pro Woche Rugby-Training hat, muss er nicht (mehr) mit uns wandern. Und für den RB und mich ist es durchaus schön, auch mal Zeit zu zweit haben. Schließlich sind wir seit 233 Tage zu dritt. Ohne Pandemie wären wir nur 81 % dieser Zeit zu dritt gewesen. Und auch erst seit 20 Tagen wieder zu dritt.

Und nachdem der RB und ich letzte Woche 3,4 Kilometer auf der Hohen Straße gewandert sind, dachten Else und ich, dass wir heute die ersten 5,6 Kilometer dieses alten Handelswegs ablaufen könnten. Wenn wir so weiter wandern, brauchen wir noch ca 73 Etappen bis Leipzig.

Passend bevor es richtig regnet, sind wir wieder zu Hause. Wir kochen und aus den unterwegs gepflückten Pflaumen mache ich Crumble.

Pflaumen-Nuss-Mohn-Crumble
Ausschlafen ist nicht alles

Ausschlafen ist nicht alles

Zweite Welle: Tag 36

Ausschlafen ist toll. Keine Frage. Aber ausschlafen bis 14h00 ist nicht soo toll. Denn zum einen habe ich so 12 Stunden geschlafen und zum anderen habe ich so den halben Tag verschlafen. Und das nervte mich für den Rest des Tages kolossal.

Es nervte mich so sehr, dass ich erstmal bockig im Bett blieb und las und ignorierte auch erstmal das Geschehen in Berlin.

Das Kind hatte sich am Vormittag beim Rugby verletzt. Eine Handteller große Schürfwund ziert nun sein linkes Schienbein. Es sieht echt übel aus, aber es hat ihn wohl nicht daran gehindert weiterzuspielen und sogar einen Versuch zu legen. Dieses Kind ist immer wieder faszinierend. Zumindest konnte er zu Hause mit dieser Wunde nur noch auf dem Bett liegen und daddeln.

Ich las das Buch, das dritte und letzte der Reihe „Friekes Buchladen“, zu Ende. Es lässt mich etwas verwirrt zurück. Seit mehr als fünf Jahren habe ich keinen Kontakt mehr zu meinem jüngeren Bruder. In den drei Büchern habe ich seinen Namen allerdings ziemlich oft gelesen. Das war schon komisch.

Um 19h00 war ich dann auch endlich so weit, dass ich eine Essensliste bis Montag erstellt habe, geduscht bin und mich auf den Weg zum Einkaufen machte.

Und natürlich las ich Infos zu Berlin. Und natürlich regte ich mich auf. Mein 2 Cent dazu:

Nur halb so viel Aufmerksamkeit wie für die Berlin-Demo heute für die Gedenkkundgebung für die Opfer des Hanau-Attentats und gegen den Rassismus wäre fein gewesen.

Dass rassistisch motivierte Morde/Anschläge wie in Hanau, Halle, Wächtersbach aber auch an Walter Lübke durchgeführt werden, liegt auch daran, dass Schwurblerinnen, VT’lerinnen, Rechten und Rechtstoleranten wie heute in Berlin immer wieder und zu viel Raum gegeben wird.

Und die Mischung ist das gefährliche. Jede einzelne Gruppierungen könnte als „Verwirrte“ (Rechte grundlegend ausgenommen) abgetan werden, aber die Masse hat mit „gegen das System“ einen mächtigen kleinen gemeinen Nenner.

Damit werden insbesondere die hochgradig Gewaltbereiten (Rechten) legitimiert, was es immer schwieriger macht, dieser Masse etwas entgegen zu setzen.
Denn die Angst, die viele haben, ist begründet und gerechtfertigt.

Kränker

Kränker

Zweite Welle: Tag 35

Während ich morgens noch dachte, dass es möglicherweise langsam besser würde, wurde ich am Nachmittag eines besseren belehrt: Noch nicht einmal mehr fernsehen ging. Zack, Stecker raus. Hinlegen.

Das Kind hatte immerhin einen schönen Nachmittag mit – tadaaa – ein paar Klassenkolleginnen. „Es war ja auch keiner dabei, der mich nervt“, begründete er den erfreulichen Sachverhalt.

Der RB versorgte mich abends mit Hühnersuppe und – weil ich Gelüste hatte – mit Pommes.

#CorotäneKneipe fand für mich als Hörspiel statt.

Das Kind musste sich zum Vorlesen erneut mit you.tube Rufus Beck begnügen.

Hoffentlich geht es nach diesem „Ich werde sterben“-Tag endlich aufwärts.

Klitzekleines bisschen

Klitzekleines bisschen

Zweite Welle: Tag 34

Der beste Mann überhaupt sagt bereits gestern: „Ich kümmere mich morgen früh nochmal darum, dass das Kind zur Schule geht. Schlaf Du Dich aus und gesund.“ Also machte ich den Wecker aus, als ich ins Bett ging. Kurz sorgte ich mich, weil ich beim Insbettgehen dem Kind begegnete, dass was von trockenem Hals und Schluckbeschwerden murmelte.

Ich schlief ausgiebig aus. Die Ohrenstöpsel hatten einen großen Anteil daran.

Ich guckte nachmittags ein bisschen in meine Job-Mails. Nur ein klitzekleines bisschen.

Weil in der Post ein Brief von der Rentenkasse war, sah ich mich „genötigt“, mal meinen Papierkram zu ordnen. Ich brauchte Belege für einen > 10 Jahre zurückliegenden Zeitraum. Die ich definitiv noch habe und zum Glück auch schnell fand. Und weil ich gerade dabei war, heftete ich diverse Briefe, Rechnungen, Bescheinigungen ab. Diese Zettelwirtschaft war mittlerweile unerträglich.

Zwischendrin gerieten das Kind und ich aneinander, weil er morgen einen Vokabeltest hat und zwar diese Woche bereits einmal das Englischbuch dabei hatte, aber keine Vokabeln abgeschrieben hatte. Und heute hatte er das Englischbuch nicht dabei und die Vokabeln natürlich auch nicht. Ich bin ein bisschen rungeflippt und war fest entschlossen, ihn auflaufen zu lassen. Aber dann fragte ich doch in der Eltern-WA-Gruppe, ob irgendwer die Vokableseiten fotografieren könnte. Und schwupps, war das Kind für die nächsten drei Stunden damit beschäftigt, 22 Vokabel auf Vokabelkarten zu schreiben. Ja, es dauerte so lange, weil er huddelig aka unleserlich schrieb, weil er beim Abschreiben unnötige Rechtschreibfehler einbaute und so auf fast jeder Karte mindestens eine Korrektur durchführen beziehungsweise 8 Karten komplett neu schreiben musste. Beim Essen habe ich ihn dann abgefragt und es war an manchen Stellen durchaus zum Verzweifeln. Ihn auflaufen zu lassen, wäre womöglich entspannter für alle gewesen.

Dann war es auch schon spät und er musste ohne Vorlesen ins Bett.

Der RB und ich schauten noch etwas Blacklist und gingen auch ins Bett. Morgen darf ich nochmal ausschlafen. Die beiden Männer bekommen das prima miteinander hin.

KzHakC*

KzHakC*

Zweite Welle: Tag 33

Ich konnte nicht schlafen. Mir geht es nicht besser. Die Ohren fallen zu und amsonsten habe ich Skibrillenschmerzen. Selbstdiagnose in der schlaflosen Nacht: Sinusitus.

Der RB hatte sich gestern dankenswerterweise heldenhaft bereit erklärt, das Kind schulfertig zu machen. So konnte ich etwas ausschlafen. Zumindest nachdem ich gegen 6h00 das Kind beruhigt hatte, dass das Geklapper am Rollladen nur der Wind war.

Ich meldete mich krank und rief bei meiner Ärztin an. Nachdem ich meine Symptome – Kopfschmerzen, Kreislauf, zu’e Nebenhöhlen – geschildert hatte, wurde ich nach weiteren Symptomen (die eher auf Covid-19 hinweisen könnten) befragt und ob ich in letzter Zeit im Urlaub gewesenen sei. Ich erklärte, dass ich vor 5 Wochen aus dem Urlaub zurückgekehrt sei. Damit durfte ich in die offene Sprechstunde kommen, beschied die MTA. Nach einem Tee ging ich los. Bei der Anmeldung sollte durfte ich meine Versichertenkarte selbst ins Lesegerät einstecken. Ich wäre erst in 30 Minuten dran. Nein, ich wollte mich nicht ins Wartezimmer setzen und ging nochmal nach Hause. Da sah ich dann, dass das Kind sein Pausenbrot vergessen hatte und nach weiterer Fahndung dass er auch keine Trinkflasche dabei hat. Und weil das jeden Morgen so ein Stressfaktor ist, dass er an alles denkt, schaffte ich (hoffentlich) Abhilfe.

Jedes Schild hat eine Geschichte

Dann ging ich wieder zur Praxis und durfte direkt ins Behandlungszimmer. Ich erläuterte der Ärztin meine Symptome. Nein, kein Fieber. Ja, Ohren schmerzhaft. Nein, kein Husten. Zur Untersuchung wechselte sie vom medizinischen Mund-Nase-Schutz auf eine FFP3-Maske. Ja, es ist eine Sinusitis**, ich soll den Schleim mit Soledum lösen und wenn es nicht besser wird, müsste ich zum HNO. Zum Abschied redete sie mir ins Gewissen, mich dieses Jahr auf jeden Fall gegen Grippe impfen zu lassen.***

Dann ging ich nach Hause – mit Schlenker an der Apotheke vorbei.

Gerne hätte ich mich nachmittags hingelegt, aber zum einen war die Putzhilfe da und zum anderen musste ich zwei kleine Sachen für die Kolleginnen klären.

Als das Kind zum Rugby aufgebrochen war, buk ich LowCarb-Milchschnitten. Danach legte ich mich endlich aufs Sofa.

26. August: Ich brauche eine Wärmflasche

Das Sofa verließ ich nur noch, um Hühnersuppe zu essen.

Das abendliche Vorlesen musste ich an you.tube outsourcen. Das war aber ok.

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* Krank zu Hause, aber kein Covid-19

** Laut AU-Bescheinigung „chronische Sinusitis“…

*** Ich hatte es in der letzten Saison einfach nicht geschafft und dann vergessen.

Immer an der Wand lang

Immer an der Wand lang

Vogel Strauß hat sich den aktuellen RKI-Bericht angeguckt und nunja, die Zählweise muss angepasst werden: Zweite Welle seit 32 Tage

Schon gestern hatte ich mich krank gemeldet. Heute war es nicht besser.

Das Kind ist zum Glück nicht krank und kann so eine neue Sportart ausprobieren. Rugby ist immer noch angesagt, aber leider gab es mit dem Aikido-Trainer einen Eklat. So ist das Kind nun abgemeldet. Aber ihm tat die zweite Nicht-Team-Sportart zum Ausgleich gut und er wollte auch was machen. Weil an der Schule eine Boulder-AG angeboten wird, ksm dieser Sport in seinen Blick. Kurzerhand buchte ich ihm eine Probestunde für heute*. Gerne hätte ich es in der nähergelegenen Boulderhalle versucht, aber die bieten wegen Pandemie keine Schnupperstunden an. So also in der Boulderhalle 5 Kilometer** entfernt.

Es war gut. Er hatte Spaß. Er will das weitermachen.

So soll es sein.

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* Ich buchte für uns zu dritt*** noch eine Schnupperstunde fürs Seilklettern.

** Den Rückweg meisterte er allein. Und ja, dank FamilyLink helikoptere ich. Die Strecke war neu für ihn und zudem ist sie recht stark befahren. Da beruhigte mich der sich kontinuierlich fortbewegende Punkt auf der GoogleMap sehr.

*** Beim DAV ist eine immer in Dreigruppen an Seil und Wand. Und da finde ich es besser, wenn wir das als Haushalt machen und nicht noch eine Unbekannte dazubekommen.

Mit beiden Beinen im Leben

Mit beiden Beinen im Leben

X-63 Tage bis zur In der zweiten Welle

Ich habe einen Plan: Ich möchte Hosen aus meiner Gaderobe verbannen. Also nicht komplett verbannen, aber ich habe keine Lust mehr auf Jeans und Co. Ich habe zwei gut sitzende Jeans, aber es ist sehr tagesformabhängig, wie ich mich darin fühle.

Letztlich fing es damit an, dass ich Snagtights für mich entdeckte: Endlich mal Strumpfhosen, die passen. Die nicht rutschen, die nichts abschnüren. Dazu noch in tollen Farben und 80 DEN. Das ist, wenn es kühler ist, ja nicht so unwichtig. Als wir im Februar in Berlin waren, hatte ich nur Röcke (und Strumpfhosen) dabei. Dann kam SARS-CoV2 und ich saß im HomeOffice in allem, nur nicht in Jeans.

Seit Wochen trage ich nur noch Röcke und Kleider – auch im Urlaub hatte ich keine Hosen mit – und es fühlt sich wirklich gut an. Ich trage vor allem kurze Röcke, also kurz über Knie kurz. Etwas über Knie lang geht auch. Aber da habe ich bislang nicht so viele gefunden, die mir gefallen und die nicht Midi-lang sind. Midi-lang mag ich an mir nicht. Aber eigentlich mag ich die kurzen Röcke am liebsten – leichte A-Linie, Skaterstyle. Darin lässt sich auch prima wandern.

Bis noch vor einiger Zeit habe ich im Sommer – wenn überhaupt – lange Röcke getragen. Weil ich darunter meine Beine verstecken kann.* Weil ich meine Beine nicht schön fand.** Weil sie nicht unbedingt so aussehen, was landläufig als „schöne Beine“ bezeichnet wird: etwas kräftig(er), krumme Knie, keine glatte Haut, Krampfadern*** (v.a. rechts), Oberschenkel ohne Lücke**** und mit Hip Dips. Wenn ich viel Sport treibe – also Gymnastik, Yoga, Radfahren – dann wird das ganze zwar etwas definierter, aber die Grundproblemeform bleibt bestehen.*****

Die Erkenntnis, die in den letzten Jahren in mir reifte und für die es wohl auch ein gewisses Alter braucht: Ich werde mit meinen Beinen leben müssen. Und wenn ich so drüber nachdenke, dann haben mich meine Beine auch die vergangenen 43 Jahr äußerst treu begleitet. Okay, das rechte Knie spinnt gelegentlich. Aber bislang machen die Beine ihren Job gut. Ich stehe mit ebendiesen Beinen fest im Leben.

Deswegen war mein Posting auf Instagram auch kein fishing for compliments.

Es ist vielmehr ein Aufruf, sich darum zu scheren, was die anderen denken können:

Liebe alle, aber als Frauen gelesene Menschen besonders,
versteckt euch nicht – in Sack und Asche -, weil ihr meint, nicht der „Norm“ zu entsprechen.
Zieht an, worin ihr euch gefallt. Schwitzt im Sommer nicht unnötig, weil ihr meint, irgendwas unter langbeinigen oder -ärmeligen Klamotten verstecken zu müssen******. Tragt schwarz, wenn es euch gefällt, aber nicht, weil ihr meint etwas kaschieren zu müssen******.
Seid gnädig mit euch und euren Körpern.*******

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* Ich habe auch ein paar ganz lange Röcke. Das mag ich im Sommer manchmal ganz gerne. Zumal ich unter den langen Röcken auch mal die Kompressionsstulpen tragen kann.

** Und an manchen Tagen auch immer noch nicht schön finde.

*** Bereits einmal Veröden und einmal Stripen lassen.

**** Hier eine große Empfehlung für entweder Antitranspirant-Creme oder halt ChubRubs-Shorts

***** Deswegen lasse ich das mit dem Sport aber nicht.

****** Ich schreibe bewusst „zu müssen“, denn ihr müsst gar nichts. Wenn ihr es wollt, weil ihr euch wohler fühlt, ist das was anderes, aber wenn ihr meint zu müssen, um einer „Norm“ zu entsprechen, die es letztlich nicht gibt, dann LASST ES EINFACH!

******* Und nein, ihr müsst nicht mit den 5 Kilogramm zu viel leben, wenn ihr euch damit nicht wohl fühlt, aber das ist dann eure Sache und in eurem Kopf und letztlich – hoffentlich – eure Norm, die ihr auch keiner anderen überstülpen dürft.

Warum in die Ferne schweifen

Warum in die Ferne schweifen

X-62 Tage bis zur zweiten Welle
(Ich sollte wirklich langsam aufhören zu zählen, sondern es beim Namen nennen. Aber Vogel Strauß mächtig in mir ist.)

Natürlich war die Nacht doof, nachdem ich gestern Abend kurz genappt habe. Dazu kommt noch, dass das Kind das Prinzip „andere ausschlafen lassen“ nicht verinnerlicht hat. Mööp.

Es ist Sonntag und wir müssen heute raus. Der RB müsste eigentlich nicht raus, der ist schon die Woche über ca 40 Kilometer gelaufen… Der meint das jetzt ernst.

Mir fällt ein, dass ich eigentlich mit dem Kind die Strecke zum Schulschwimmbad, also das städtische Schwimmbad, in dem das Schulschwimmen stattfindet, per Fahrrad üben wollte. Also kümmere ich mich um alle Fahrräder, da diverse Reifen bzw. Bremsen verzogen sind und schleifen. Des Kindes und mein Rad bekomme ich soweit hin. Im Vorderrad vom RB ist eine so fette Acht, dass ich da nichts machen kann. Ergo: Das Kind fährt mit dem Rad und der RB und ich wandern hinterher. Doch dann fällt dem Kind ein, dass er mit zwei Schulkollegen in ebendiesem Schwimmbad verabredet sei. Ahasoso. Ob er, das Kind, sich um eine Karte gekümmert hätte. Er guckt sparsam. Diese Planlosigkeit bzw. Termine, die Vorlauf brauchen, auf dem allerletzten Drücker anzuküdigen, nervt mich zwar, aber ich gucke dennoch, ob so kurzfristig noch ein Ticket zu bekommen ist. Das Kind hat Glück, schnappt sich seine Schwimmsachen, ich installiere ihm Else Komoot auf dem Handy und er düst los.

Dann plane ich die ursprüngliche Fahrradtour (via Schwimmbad) um, sodass der RB und ich noch eine schöne Runde zu laufen haben: Nicht mehr via Schwimmbad. Die Strecke ist zum Wandern nicht so spannend. Aber quasi die Extra-Schleife. Die Anfahrt mit dem Auto ist kurz, sodass es ok ist, dass wir erst spät (16h00) zu Hause loskommen.

Zwischendurch meldet sich das Kind, dass er nach Hause fährt. Er freut sich, dass wir noch unterwegs sind, denn er genießt es auch, mal einfach alleine zu sein.

Dem RB und mir tat es auch sehr gut, dass wir mal nur zu zweit unterwegs sind.******

Um 19h40 sind wir wieder zu Hause und machen dann schnell Abendessen:

LowCarb-Quiche und Salat

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* Ja, mit „er“. Die Nidder fließt aber in die Nidda.

** Milch zum Selberzapfen, Eier, Mehl … dazu noch Gemüse, Obst und Marmelade

*** Nur zwischen der ersten und zweiten Reihe. No corn was harmed.

**** Wusstet ihr, dass Wespen nur 22 Tage leben?! Da wäre ich vermutlich auch etwas aggressiv.

***** Wir sind den Pfad „rückwärts“ gegangen. Was aber nicht schlimm ist.

****** Das fehlt uns ja doch sehr in den letzten Monaten. Zeit nur für uns. Zeit, in der ich keinen Erziehungsauftrag habe. (Allein deshalb ist es total absurd, dass ich nicht wollen würde, dass das Kind zum Kv fährt.)

Bewegtbilder

Bewegtbilder

X-61 Tage bis zur zweiten Welle

Die Nächte sind zur Zeit (mal wieder) nicht gut. Zu spät ins Bett (wegen Blacklist), nicht zur Ruhe kommen wegen Keineahnung. Gut, heute Nacht beschäftigte mich die Absage der heutigen antirassistischen Demo in Hanau. Wie richtig (mit Blick auf die Pandemie) oder falsch (mit Blick auf den immensen Rechtsruck in Deutschland) ist es. Ich bin ambivalent mit Tendenz zu „falsch“.

Daher sage ich dem RB beim Wecken mit Tee, dass wir heute zu einer der Live-Übertragungs-Kundgebungen in Frankfurt gehen werden.

Wobei geweckt hat der RB mich ja nicht. Ich bin ja bereits seit 9h00 wach, weil das Kind Rugby von 10 bis 12h00 hat. Aber ich habe versucht, nochmal zu schlafen, nachdem das Kind aus dem Haus ist. Wenigstens habe ich dabei rausgefunden, dass Die Ärzte eine neue Single rausgebracht haben. Das musste der RB dann auch einmal laut „ertragen“.

Ich freue mich auf das Konzert – wann auch immer es stattfinden wird.

Das Kind kommt wieder, verschwindet mit Essen in seiner Höhle, der RB und ich machen eine Essensliste und dann müssen wir auch los.

#SayTheirNames

Die Redebeiträge zum Gedenken sind insgesamt wirklich gut. Ich empfehle, sich den Live-Stream (jetzt natürlich nicht mehr live) mal anzuschauen:

Danach bin ich eigentlich total k.o., aber der Einkauf muss noch gemacht werden. Dann „darf“ ich mich aber hinlegen, während sich der RB ums Essen kümmert. Das, also das Hinlegen, ist vermutlich nicht so schlau, aber fertig wie ich bin, muss es sein.