Infiziert und erkrankt #8
Ich habe nicht erwartet, dass der heutige Test negativ ist. Dafür waren die Tests in den letzten Tagen zu positiv. Ich hatte aber auch nicht erwartet, dass es mir heute schlechter geht als die letzten Tage. Aber meine Nebenhöhlen sind jetzt in die Rotzproduktion übergegangen und ich wachte mit Kopfschmerzen und Schleim im Hals auf. Recht zäher Schleim, der sich nicht rausschneuzen lässt und nur langsam den Rachen runterkriecht bzw. irgendwo kurz vor dem Kehlkopf einen Pfropf bildet, der mir ein kurze Erstickungspanik beschert. Zum Glück war das nur am Vormittag so. Ich schrieb also meiner neuen Hausarztpraxis eine e-Mail (so war es vereinbart) und beim Rückruf klärte ich, dass ich noch eine weitere Woche AU bräuchte. Ich hatte ja die Hoffnung, dass ich nur noch heute und ggf. morgen AU bin und danach von zu Hause aus arbeiten könnte. Aber danach sieht es heute nicht aus.
Immerhin wurde der heutige Test nicht sofort positiv, dass die Flüssigkeit an der T-Stelle vorbeizog. Vielleicht darf ich damit ein bisschen hoffen. Aber er wurde innerhalb der 15 Minuten positiv.
Jeder Tag mehr in Isolation – ja, natürlich isoliere ich mich eigenverantwortlich weiter* – tut mir nicht gut. Ich tue mir selbst leid und finde das schrecklich. Ich finde diesen diffusen Krankeitsstatus sehr zermürbend. Ich vermisse es, draußen zu sein, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren (mir graut schon vor der ersten Fahrt nach der Krankheit), unter Menschen zu sein. Ich fühle mich eingesperrt. Und ja, ich weiß, dass das Jammern auf sehr hohem Niveau ist: Ich habe eine tolle Wohnung, mit einem großartigen Balkon. Ich habe genug leckeres Essen. Ich bin nicht schwer erkrankt. Der Isolationskontakt kommt regelmäßig (so auch heute) und das hilft mir sehr.
Fürs Protokoll
Symptome: verrotzt, belegte Stimme
Puls: im Normbereich
SpO2: >97 %
Temperatur: max. 37,0 °C
getrunken: min. 2,5 Liter

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* Heute war ich am Briefkasten, also dem von der Post, um meine AU einzuwerfen. Aber ich trage im Hausflur Maske und und mache große Bögen um Menschen, sofern sie mier begegnen.