„Und jedem Anfang …“
Wer kennt es nicht: Zu viel auf einmal zu wollen. Wenn eine sich in neue Dinge reinstürzt, als hätte alles davor keinen Wert mehr. Jetzt, diese Mal soll alles anders – nein! – besser werden.
Immerhin weiß eine ja, woran es beim letzten Mal gescheitert ist – der Job, die Beziehung, die Sportambitionen. Und wir stürzen uns in das Neue, Unbekannte mit viel Verve und mindestens 120 Prozent.
Dabei ignorieren wir, dass wir den Rucksack voll haben. Voll mit jahrelang gehegten und gepflegten Verhaltensmustern, Ängsten, Bedürfnissen, Sehnsüchten, Erwartungen. Und selbst wenn wir uns des Gepäcks bewusst sind: Wenig pusht so sehr wie „und jedem Anfang liegt ein Zauber“ inne. Kaum etwas macht uns so stark, sodass sich alle ganz leicht anfühlt.
Dabei zeigt sich die wahre Stärke erst, wenn der erste Realitätscheck für das Neue ansteht: Kann ich aushalten, dass ich an Grenzen – eigene und umständebedingte – stoße? Wie gehe ich mit Rückschlägen um? Kann ich eine Krise als Chance sehen?
Im letzten Jahr habe ich ein paar Mal die rosarote Brille absetzen müssen*. Das war teilweise sehr schmerzhaft und mir ging es zeitweise wirklich schlecht. Aber letztlich ist das, was in der Realität übrig geblieben ist, viel besser als das, was ich glaubte zu haben.
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* Es ist meiner Meinung nach wichtig, dass eine selbst aktiv ist, um einen gesunden und langfristig effektiven Prozess zu starten. Im besten Fall intrinsisch motiviert.