Kennenlernen

Kennenlernen

Via Stern fand ich ein paar Fragen. Fragen mag ich. Also beantworte ich die Fragen mal. Angeblich nutzen sie, damit eine ihr Gegenüber besser kennenlernt. Das habt ihr nun davon:

Wie geht es dir wirklich? – Gerade jetzt verspüre ich eine latente innere Unruhe. Im Großen und Ganzen geht es mir zur Zeit sehr gut. Ich bin ruhiger. Gleichzeitig bin ich auch wieder aktiver und proaktiv. Ich finde langsam zu meiner inneren Stärke zurück. Das tut mir gut. Gleichzeitig passe ich auf, dass ich nicht wieder in alte Verhaltensmuster zurückfalle.

Wie sieht dein perfekter Tag aus? – Das ist so ein leidige Frage. Es gibt kein Rezept für einen perfekten Tag. Ausschlafen, gutes Essen, Bewegung machen einen Tag auf jeden Fall besser. Ein gutes Konzert trägt auch viel zu einem guten Tag bei. Aber sonst?! Da gibt es zu viele Faktoren, die reinspielen. Aber vielleicht brauche ich auch keinen „perfekten“ Tag, sondern einfach nur gute und sehr gute Tage, an die ich mich gerne erinnere.

Wofür bist du in deinem Leben dankbar? – Am dankbarsten bin ich meinen Eltern dafür, wie sie mich erzogen haben. Für das Urvertrauen, das sie mir mitgegeben haben. Für mein Selbstvertrauen, das sie stets gestärkt haben. Ansonsten bin ich dankbar für Gesundheit, für die Menschen in meinem Leben, dass ich einen Job habe, der mit Spaß macht und gut bezahlt ist, dass das Kind endlich Spaß an der Schule hat.

Welche Erfahrung hat dich am meisten geprägt? – Es gibt nicht die eine Erfahrung, die mich am meisten geprägt hat. Es sind viele Erfahrungen, die bestimmte Facetten geprägt haben. Sicherlich hat mich stark geprägt, dass mein Vater aus beruflichen Gründen viel abwesend war. Dass meine Eltern eine sehr gleichberechtigte feministisch geprägte Ehe geführt haben. Wie meine Schullaufbahn verlaufen ist (äußerst positiv und entspannt). Die Beziehung zum Kv. Das Muttersein.

Auf welche deiner Eigenschaften bist du stolz? – Optimismus, Pragmatismus, Resillienz, Reflexion.

Was bedeutet Erfolg für dich? – Da es mir noch nie in meinem Leben darum ging, die Karriereleiter hochzuklettern, hat Erfolg nichts mit Karriere im klassischen Sinn zu tun. Ein Erfolg für mich war, dass ich den Job, den ich jetzt habe, bekommen habe. Ein anderer, dass ich endlich einen Text geschrieben habe, der den Ansprüchen meiner Vorgesetzten genügt. Ein Erfolg ist es für mich auch, dass meine Kolleginnen bestimmte Dinge mit mir besprechen.

Was würdest du tun, wenn du nicht Scheitern könntest? – Vor Langeweile sterben. Meine Erfolge nicht genießen können. Ich würde nicht wachsen.

Was schätzt du an einer Freundschaft am meisten? – Füreinander da zu sein, Offenheit, angenommen werden mit den jeweiligen Schwächen (und Stärken), Ansprechpartnerin zu sein.

Was ist deine schönste Erinnerung? – Ich darf mich glücklich schätzen, viele tolle Erinnerungen zu haben. Es gibt nicht die eine, die sich von anderen abhebt.

Was ist deine schlimmste Erinnerung? – 17.11.2014

Was vermisst du daran, ein Kind zu sein? – Manchmal möchte ich keine Verantwortung tragen. Und ich hätte gerne wieder so viel Zeit zum Lesen wie damals.

Welchen Rat würdest du deinem jüngeren Ich geben? – Bei dieser Frage gerate ich immer in ein Logikproblem: Wenn ich meinem jüngeren Ich einen Rat gäbe und es sich danach richtete, dann würde ich meine Entwicklung beeinflussen und ich wäre nicht die, die ich jetzt bin. Aber ich bin gerne ich, so wie ich jetzt bin.

Wann hast du das letzte Mal Tränen gelacht? – Wegen eines Insta-Reels mit Kakteen und einem Hai; wegen „Standbeinanarchie“.

Wie lautet der beste Ratschlag, den du je bekommen hast? – Du kannst Dein Gegenüber nicht ändern. Du kannst aber entscheiden, ob Du mit Deinem Gegenüber trotz allem klar kommst oder ob Du die Person nicht mehr in Deinem Leben haben möchtest. Und: Wenn Du eine Situation nicht ändern kannst, ändere Deine Haltung dazu.

Auf welchen Ratschlag hättest du lieber verzichtet? – Du musst diplomatischer sein.

Was für ein Mensch willst du gewesen sein? – Eine Person, die etwas bewirkt hat.

Was ist deine frühste Erinnerung? – Wie mein Vater mich in seinem Rucksack bei Wanderungen getragen hat.

Über welche Themen denkst du am meisten nach? – Über was ich als nächstes schreiben kann. Beziehungen. Meine Bedürfnisse.

Was denken andere Menschen über dich, was aber gar nicht stimmt? – Dass ich arrogant bin. Dass ich alles bestimmen will.

Was schätzt du an anderen Menschen am meisten? – Offenheit. Herzlichkeit. Ehrlichkeit. Lernwilligkeit.

Woran merkst du, dass du langsam älter wirst? – Ich werde gnädiger. Ich werde mir meiner Bedürfnisse noch stärker bewusst. Ich sehe schlechter (Altersweitsichtigkeit). Die Perimenopause schlägt zu.

In welcher Situation hast du in letzter Zeit Mut benötigt? – Unausgesprochene Erwartungen auf der Arbeit zu ignorieren.

Worüber hast du deine Meinung geändert? – Arbeit.

Welche Frage würdest du gerne mal beantworten? – Wie geht es Dir mit dem privaten Blog?

Wofür stehst du jeden Morgen auf? – Für mich. Für das Leben. Für die Arbeit (ja, auch dafür).

 

Und noch ein paar Fragen, die ich hier und da gesammelt habe:

Möchtest Du Dich manchmal lieber beobachten als Du sein? – Spannende Frage. Ich bin, wie oben erwähnt, gerne ich. Wenn ich mich selbst beobachte, gibt es mich zweimal. Da ich aber zum einen denke, dass die Welt nicht besser wird, wenn es mich mehrfach gibt, und zum anderen auch einzigartig bleiben möchte, bin ich wohl lieber ich.

Siehst Du Dich anders, als Du bist? Falls ja: wie anders? – Puh, das müssten eigentlich andere beantworten. Wobei die nur die Außensicht kennen. Ich war sicherlich eine zeitlang anders als ich mich sehen wollte. Derzeit stimmen Außen- und Innensicht weitestgehend überein. Ich habe vor einem Jahr Freundinnen und Bekannte gebeten, mich anonym zu beschreiben. Das war sehr aufschlussreich.

Welches war der Höhepunkt Deines Lebens? Oder glaubst du, er kommt noch? – Wenn ich jetzt wüsste, was der Höhepunkt meines Lebens war, wäre ich ja mittlerweile wieder im Abstieg. Ziemlich ungeile Vorstellung. Außerdem glaube ich, dass es nicht DEN einen Höhepunkt des Lebens gibt. Vielmehr haben wir in unseren verschiedenen Lebensbereichen zu unterschiedlichen Zeitpunkten Höhepunkte.

Was dürfte in Deinem Benutzerinnenhandbuch nicht fehlen? – Frag mich. Denk nicht für mich.

Nach welchen Prinzipien wählst Du Deine Prinzipien? – Mich begleiten seit mehreren Jahrzehnten zwei Mottos:
1. „Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein.“ Kurt Tucholsky
2. „All Eure Dinge lasset in Liebe geschehen.“ 1. Korinther 16,14 (ja, ein Bibelvers)
Welchen Impact haben meine Prinzipien auf mein Leben, auf die Menschen, die mir wichtig sind, auf die Gesellschaft.

Empfiehlst du anderen, bevor sie den Job kündigen, bereits eine neue Stelle gesichert zu haben? Was empfiehlst du in Bezug auf Beziehungen? – Hihi, das ist meine Lieblingsfrage in diesem Konglomerat. Beim Job hängt es viel davon ab, wie groß zum einen das Sicherheitsbedürfnis und zum anderen der Leidensdruck sind. In der Regel ist es sicherlich besser erst einen neuen Job zu haben, bevor eine kündigt.
Bei Beziehungen finde ich pausenlose serielle Monogamie sehr schwierig. Bei wem sich die Gefühle in der Beziehung so ändern, dass sie keine Paar-Beziehung mehr tragen, finde ich es sehr unfair, wenn auf die „nächste Gelegenheit“ gewartet wird. Wer sich in einer eigentlich guten Beziehung in eine weitere Person verliebt, sollte darüber nachdenken, ob Monogamie das richtige für sie ist.

Wie gut gelingt es Dir, Ungewissheit zu ertragen, ohne sie durch Emotionen (Hoffnung, Angst etc.) zu füllen? – Nicht so gut. Ich bin Team „Klarheit“.

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