X-5 Tage bis zur zweiten Welle

X-5 Tage bis zur zweiten Welle

Dank Blase und vermutlich auch alkoholinduzierter Kurzschlafeuphorie war ich bereits um 8h50 wach. Das Kind war da auch wach und schlich durch die Wohnung. Ich schlich auch aus dem Zimmer und nutzte die Gunst der Stunde und erschreckte das Kind im halbdunklen Flur*. So begann der Tag mit einem spitzen Schrei.

Ich versuchte danach noch einmal zu schlafen, aber das wurde nichts. Zumal das Kind neben mir nicht stille liegen bleiben konnte. Ich schickte ihn raus, woraufhin ich nochmal wegdöste, aber erholsam war das auch nicht. Dann wurde mir Tee gebracht, der RB kam dazu und ich las dem Kind vor.

Richtig in die Gänge kam ich nicht**. Machte aber mit dem RB einen Essens- und Einkaufsplan. Das Kind war unleidlich, weil er auf Nachricht von seinem Kumpel wartete. Ich war unleidlich, weil das Kind unleidlich war und wollte eigentlich nur meine Ruhe. Der RB erkannte die Lage und ging schon mal alleine einkaufen. Das Kind musste zur Erkenntnis gezwungen werden, ging dann aber auch raus – in den Park. Ich fällte einen Sport-Entschluss und yogierte, als der RB wieder da war und sich auf den Fakir zurückgezogen hatte.

Beim Kaffee ärgerte ich mich über eine e-Mail vom Kv. Eine e-Mail an mich. Auf Französisch. Diese e-Mail ist natürlich auf Französisch. Mal abgesehen davon, dass das Schriftfranzösisch vom Kv nicht ganz einwandfrei ist, rostet mein Französisch zunehmend ein. Außerdem empfinde ich es zunehmend als Unverschämtheit, dass ich dauernd Rücksicht auf seine Befindlichkeiten nehmen soll und dass er nicht in der Lage ist, sich in meiner Sprache adäquat auszudrücken. Stattdessen kann er sich immer darauf zurückziehen, dass ich womöglich was falsch verstanden habe, weil ich dann ja doch nicht so gut Französisch kann. Und weil mich das alles so nervt, bekommt er von mir eine Antwort auf Deutsch.

Das Kind kam nach Hause. Ich telepathierte mit meiner Mutter.*** Der RB kochte. Ich fing an zu arbeiten.**** Wir aßen. Ich arbeitete weiter.**** Der RB guckte seine Serie. Um 22h00 wollte ich Eis und holte welches*****. Nacht-Eis für alle.

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* Das Kind liebt Erschrecken zur Zeit sehr. In beide Richtungen.

** das Wetter, die Urlaubsreife, der unterschwellige Stress mit dem Kv, der Liter Wein von gestern

*** Computerhilfe via Skype mit geteiltem Bildschirm. Diesmal um ihr zu helfen, wie sie die Bilder vom Handy und dann als Anhang an die e-Mail bekommt.

**** jahaaaa

***** Ein Hoch auf die Großstadt!

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