Durchsuchen nach
Tag: 20. September 2019

Medienkompetenz

Medienkompetenz

Ja, das Kind hat ein Smartphone. Es hat so einen Halbvertrag auf Prepaid-Basis. Er hat ein gar nicht so geringes Datenvolumen und zu Hause hat er zwischen 7h00 und 21h00 Zugang zum WLAN. Er hat auch ein Tablet – ohne SIM-Karte – und mit eingeschränkterem WLAN-Zugang. Zudem hat er noch eine Switch.

Seine Bildschirmzeit ist hier durchaus ein Thema. Obwohl es rational betrachtet durchaus Quatsch ist: Das Kind hat montags und donnerstags bis 15h50 Schule, gegen 16h10 ist er zu Hause und um 16h30 muss er wieder los zum Sport. An den anderen Tagen hat er bis 14h00 Uhr Schule (wobei eigentlich noch ein weiterer Tag bis 15h50 gehen sollte), ist gegen 14h30 zu Hause. Am Dienstag hat er nichts weiter am Nachmittag. Am Mittwoch muss er um 16h30 und am Freitag um 16h45 zum Sport. Am Wochenende ist oft genug ein Rugby-Tunier. Am Ende der Woche bleibt – ganz rational betrachtet – gar nicht so viel Zeit zum Zocken. Trotzdem fühlt es sich so an, als würde er die ganze Zeit ausschließlich zocken. Zudem weiß ich ziemlich genau, was er macht: Auf der Switch spielt er Zelada und auch wenn ich selbst keinen Vertrag mit Videospielen habe, finde ich das Spiel nicht wirklich schlimm. Das Tablet nutzt er oft dazu, um auf you.tube irgendwelche Let’s-Player zu gucken, um sich Tipps für Zelda zu holen. Außerdem skypt er damit mit dem Kv und spielt Minecraft. Er hat auch noch ein paar andere Spiele drauf. Aber wogegen ich mich explizit ausgesprochen habe – auch wenn es „alle“ spielen -, ist Fortnite. Und er fand das auch nur kurz nicht gut, aber auch nicht so wirklich. Und nun in der neuen Schule ist es gut, dass er es gar nicht spielt. (Wer nicht spielt, spielt halt nicht, aber utner denen, die spielen, gibt es ordentlich Hackordnungskämpfe.)

Auf dem Handy hat er Skype und sonst nichts. Wenn ich noch ein altes nicht-mobildatenfähiges gehabt hätte, hätte er das und nicht mein altes Smartphone bekommen. Aber nur, weil das Smartphone smart ist und er Datenvolumen hat, heißt das für mich noch lange nicht, dass er das ausreizen muss oder gar darf. Er hat daher auch kein WhatsApp (Nein, es ist nicht erst ab 16 Jahren erlaubt. Wenn Eltern früher einverstanden sind, dürfen die Kinder auch früher.), kein Instagram, kein Twitter, kein Snapshat, kein TikTok und was es nicht sonst noch so an SocialMedia-Apps gibt. Sogar you.tube habe ich ihm runtergeschmissen, damit sich das nicht im Bus mit den Freundinnen und Kumpels so hochschaukelt und das Datenvolumen schubdiwupp weg ist.

Außerdem bin ich der Auffassung, dass Kinder in dem Alter nur selten all dies sinnvoll nutzen können. Es sind zu viele Informationen, zu viele Möglichkeiten, die Kinder mit 10 Jahren noch nicht überblicken und filtern können. Daran gebunden ist auch Rechtliches, von dem die Kinder keine Ahnung haben.

Eines dieser Rechtlichen Dinge ist: das Recht am eigenen Bild. Das Kind ist sich seines Rechtes ziemlich bewusst. Er authorisiert jedes Bild, das von ihm hochgeladen wird. Entspechend kann ich seinen Ärger verstehen, wenn er von Klassenkameradinnen fotografiert oder gefilmt wird und dann nicht weiß, ob diese Aufnahmen irgendwo hochgeladen. Denn einige haben halt schon die eine oder andere SocialMedia-App. Und ja, es wird versucht, den Coolnessfaktor der einzelnen daran zu bemessen, ob und welche Apps auf dem Handy sind.

Das wird noch ein zähes Ringen die nächsten Monate oder gar Jahre. Da werden noch einige Gespräche laufen – mit dem midi-monsieur, um ihn zu stärken, mit den Lehrerinnen, mit den anderen Eltern. Ich gehe davon aus hoffe, dass sich einiges mit der Zeit verwächst. Ich baue darauf, dass die Kinder – trotz Pubertät – dazulernen.

Das Gute ist: Die Lehrerinnen vom Kind sind durchaus auf Zack, haben ein Verständnis für das, was bei den Kindern aktuell ist und sie hören zu, wenn die Kinder oder die Eltern sich an sie wenden.