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Tag: 13. Mai 2020

Abschottung, Tag 61

Abschottung, Tag 61

Nachts ein Projekt abgschlossen. Dafür durfte ich auch nicht ausschlafen, sondern muss um 9h00 für eine Telefonkonferenz bereit stehen. Eine Telko, die um 8h55 auf 9h30 verschoben wird. Mööp. Ich nutze die 30 Minuten, um zu duschen. Dann verabschiede ich den RB und hänge auch schon am Telefon. Nach dem Telefonat, ist vor dem Telefonat, aber das zweite Telefonat verkürze ich mit „keine Zeit“. Ich muss nämlich mein Fahrrad wegbringen.

Der Fahrradladen ist gar nicht so klein, dennoch dürfen die Kundinnen nur einzeln rein. Also eine zum Verkauf und eine zuer Werkstatt. Ich will zur Werkstatt, weil ich einen Termin für heute habe. Es dauert trotzdem alles, und um 11h00 muss ich eigentlich wieder zu Hause sein. Ich versuche mich also kurz zu halten, aber die Werkstattleitung will unbedingt einen dicken Katalog wälzen. Ich beobachte das einen Moment, bis ich etwas ungehalten sage: „Können wir das abkürzen?! Schicken Sie die Gabel bitte erstmal ein und wenn die nicht rapariert werden kann, überlege ich, was gemacht werden soll.“ Trotzdem bin ich erst um 11h05 wieder zu Hause und starte das virtuelle Klassenzimmer etwas verspätet.

Das Kind sitzt vor dem Rechner und ich auch und muss auch mal wieder telefonieren. Dann wühle ich mich durch meine unendliche To-Do-Liste. Es ist immer noch viel Arbeit. Zu viel Arbeit. Zu viel im Kreisdreharbeit. Projekte werden wieder und wieder aufgerollt und angefasst. Ich komme zu nichts.

Zwischendrin schicke ich das Kind zum Rugby-Training los. Er muss noch etwas an seinem Zeitmanagement arbeiten. Aber er ist wohl pünktlich gewesen. Das Training ist gut. Es ist gut, dass wieder etwas Normalität Einzug erhält. Wir müssen das auch mehr zulassen. Wir müssen der Panik und Paranoia entgegenwirken. Sonst trauen wir uns irgendwann gar nichts mehr.

Als das Kind wieder da ist, lege ich mich – mal wieder – für eine halbe Stunde hin. Das Kind duscht derweil. Als ich wieder wach bin, bestelle ich das Essen, mache mich fertig und gehe los. Ich bin noch etwas bräsig. Die Rotzbremse rutscht und als ich sie laufend zurechtrücke, merke ich, wie mein Ohrring, den ich seit … hmmm … mittlerweile 4 Jahren oder so quasi durchgehend trage, rausfällt. Mist, da fällt mir wieder ein, dass der – warum auch immer – ohne Verschluss war heute morgen. Den hatte ich tagsüber auf dem Schreibtisch abgelegt, um einen anderen Verschluss zu suchen, aber dann doch wieder reingesteckt ohne Verschluss. Mist, völlig verpeilt. Ich gehe an der vermeintlichen Verluststelle suchend auf und ab. Da finde ich nichts. Ich schreibe den Ohrring halb ab und versuche mich nicht zu ärgern. Vielleicht werde ich ja auf dem Rückweg fündig. Ich gehe weiter und gucke – warum auch immer in mein Portemonnaie. Nochmal Mist: Ich habe gar nicht genug Geld mit. Ich drehe um, rufe das Kind an, damit er mir mit dem Geld, das auf meinem Schreibtisch liegt entgegen kommt. Ich bin etwas genervt, da hupt es neben mir: Der RB kommt gerade nach Hause. Geistesgegenwärtig frage ich ihn nach Geld und drehe wieder um, um endlich das Essen zu holen.

Auf dem Rückweg suche ich dann nochmal die Stelle ab, wo mir der Ohrring rausgefallen sein muss. Einen kleinen silbernen Stecker auf grauem Waschbeton zu finden. Tja, hat was von Nadel im Heuhaufen. Aber … tadaaaa … ich habe Glück

Wieder mit Verschluss, mein geliebter NMA-Knoten

Wir essen und dann ist es auch schon Zeit für die CorotäneKneipe.