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Tag: 1. Mai 2020

Abschottung, Tag 49

Abschottung, Tag 49

(Ich ertappe mich dabei, dass ich die aktuelle Tageszahl immer nach dem 1×1 zerlege. Heute also feiner Sand sieben mal sieben, sprich 7 Wochen in der Abschottung…)

Jippiiee, ich habe geschlafen. Ich habe durchgeschlafen. Ich habe bis 10h40 durchgeschlafen. Ich fühle mich wie ein neuer Mensch. Ich brauche einen kleinen Moment, bis ich aufstehen möchte. Dann erwartet mich in der Küche eine Überraschung: Das Kind steht am Herd und kocht. Er kocht Milchreis. Ich bin irritiert und frage ihn, welches Rezept er genommen hätte. „Das habe ich mit auf youtube rausgesucht“, erzählt er stolz. Ich bin weiterhin irritiert. Auf die Idee, ein Rezept bei youtube zu suchen, wäre ich vermutlich nie gekommen. Aber eine lernt ja nicht aus. Während er weiter Milchreis kocht, kümmere ich mich kurz um meine Arbeits-To-Do-Listen. Es sind wieder Hydra-Zeiten: Kaum ist ein Projekt erledigt, ploppen 2-3 neue auf. Ich werde wohl am Wochenende was machen müssen. Mir fällt eine wichtige e-Mail* an meine private Adresse ein. Während ich die und noch eine weitere beantworte, isst das Kind neben mir Milchreis.

Dann wird der RB wach, Heißgetränke werden gemacht und der RB und ich frühstücken – das Kind hatte ja bereits Milchreis und macht nun Hausaufgaben. Ich kündige an, dass wir zusammen wandern werden. Als unser Frühstück beendet ist, kommt das Kind mit den Hausaufgaben zu mir. Ich stricke und versuche ihm zu helfen. Aber das läuft nicht rund. Er gibt mir patzige Antworten und hat eigentlich keine Lust. Da eskaliere ich, erkläre die Hausaufgabenrunde für beendet und schicke ihn in sein Zimmer.

Um mich wieder anzuregen, plane ich mit Else die Wanderung. So wirklich hilft es nicht gegen meinen Ärger: Ich verstecke die Fernbedinungen, sein Laptop, Handy und die beiden Nintendo-Dingse und bin fest entschlossen, das Kind nicht mit zum Wandern zu nehmen. Dazu hat er nämlich auch keine Lust.

Dann fängt es an zu regnen und meine Stimmung gerät auf den Nullpunkt: Bei dem Wetter können wir nicht wandern. Als Übersprungshandlung fange ich an aufzuräumen. Der RB hat vermutlich Angst vor mir und verschanzt sich in der offenen Küche, um ebendiese aufzuräumen. Das Kind traut sich nicht aus seinem Zimmer.

Irgendwann trauen sich die beiden Männer des Haushaltes mir zu verkünden, dass es aufgehört hat zu arbeiten. Ich konsultiere den Regenradar und frage via Twitter nach der Wetterlage westlich von uns. Das sieht beides nicht so erfreulich (für die Natur schon, fürs Wandern eher nicht) aus. Also ändere ich unsere Pläne und gucke nach einer Wanderroute östlich von uns. Dank Else werde ich fündig und ich scheuche den RB, das Kind und mich in Klamotten und Schuhe.

Und ich mache es kurz: Es war prima. Das Wetter war stabil. Das Kind machte gut mit (O-Ton: „Das ist eine Wanderung ganz nach meinem Geschmack. Das sollten wir ruhig öfter machen.“). Der RB litt ein wenig, weil er beim Laufen Rücken bekam, aber er hielt tapfer durch.

Was eine total schlaue Idee war: Kurz bevor wir losgefahren sind, haben wir per e-Mail noch unser Abendessen bei der Prager Botschaft für abends vorbestellt. Während wir schon im Auto saßen, habe ich die Rechnung per paypal beglichen. Hach, wenn es doch überall so einfach möglich wäre.

Denn als wir um kurz vor 19h00 nach Hause kommen, sind wir recht ausgehungert. Ich hole schnell die Bestellung ab und um 19h15 sitzen wir am Tisch.

Ich hatte Guláš – sehr lecker.

Das Kind tut sich nach der frischen Luft mit seiner Neigung zu Sonnenstich abends etwas schwer mit einschlafen. Er ist ziemlich k.o., hat aber Kopfschmerzen.

Die #CorotäneKneipe war wieder sehr unterhaltsam. Und lang…

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* ein Auftrag, den ich noch nicht angenommen hatte.