Abschottung, Tag 51

Abschottung, Tag 51

Dem Kv ist es – verständlicherweise – wichtig, sein Kind alsbald wiedersehen zu können. Also in echt. Also rein emotional kann ich das verstehen. Aus der epidemiologischen Sicht heraus besteht großes Unverständnis meinerseits. Nachdem isch ihm ja letztens schon den Zahn ziehen musste, dass die bösen Deutschen schuld daran sind, dass er nicht zu seinem Kind bzw. das Kind nicht zu ihm darf, setzte er diverse Hebel in Bewegung, um eine verlässliche Information zu bekommen, was denn nun erlaubt ist. Es ging bis zum franzosischen Innenministerium. Offizielle Aussage: Er kann kommen, um sein Kind zu holen. Allerdings gibt es keine Aussage zur Quarantäne. Und da fängt mein Problem an: Der Kv kann nicht hier her fahren und direkt wieder zurück. Dafür ist die Strecke zu lang. Korrekterweise müsste das Kind in Frankreich 2 Wochen in Quarantäne und wenn er wiederkommt ebenfalls 2 Wochen in Quarantäne. Wenn das Kind hier in Quarantäne muss, muss ich es auch und der RB muss … auch in Quarantäne oder ausziehen. So ganz zu Ende gedacht ist das alles nicht. Und es wird uns auch noch eine Weile beschäftigen.

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Ich schlief gut, wurde zwischendurch halt wegen der Blase wach. Herrje, so alt bin ich doch noch nicht. Um 11h00 wurde ich wach, um kurz vor 12h00 betrat ich die Küche mit „Tadaaaa, hier bin ich“. Wir kümmerten uns mehr oder weniger zusammen ums FrühSpätstück.

Bananenpancakes und viel rotes Obst.

Gestärkt kümmerte ich mich um die Fotos von Freitag, damit meine Eltern damit wieder einen virtuellen Spaziergang machen können. Der RB kümmert sich um lästigen Steuerkram und das Kind rödelte so rum. Dann ging ich über unsere Ländereien auf den Balkon und wurde von der Nachbarin, die mit ihren Kindern im Innenhof war, „überfallen“, ob wir ihr nicht Kuchen abnehmen wollten. Das passte super, hatte ich doch überlegt einen Spaziergang zu machen, um irgendwo Backwaren käuflich zu erstehen. Der RB war immer noch mit Papierkram beschäftigt und etwas gereizt. Ich faltete Wäsche im anderen Zimmer, um dabei die aktuelle Staffel von „The Good Fight“ starten zu können. Als ich fertig war, gab es Kaffee und Kuchen für alle.

Anschließend hatten der RB und ich einen Aufräumrappel. Also er Aufräum und ich Rappel. Während er im Wohnzimmer klar Schiff machte, kümmerte ich mich um unsere Stühle. Diese haben nun gut 20 Jahre auf dem Buckel und gehen – höhöhö – aus dem Leim. Also zog ich Schrauben nach, leimte hier und da ein wenig, aber musste auch die eine oder andere Schraube setzen, die vorher nicht da war, damit wir nicht irgendwann mit den Stühlen zusammenbrechen. Auf mittelkurze Sicht müssen wir aber mal über neue Stühle nachdenken. Und weil wir schon darüber sprachen, werden wir wohl auch mal die Eckback zur Aufarbeitung geben, Und ein neuer Esstisch wäre auch toll.

Wir wurschtelten so rum und taten un machten. Da kam eine e-Mail vom Mathelehrer, die mich daran erinnerte, dass ich ja noch die Hausaufgaben vom Kind verschicken muss. Das Kind war irgendwo anders mit den Gedanken und ich genervt. Hatte ich ihm doch gestern gesagt, er solle mir die gemachten Aufgaben hinlegen, damit ich es machen kann.

Dan machte ich Grie Soß und der RB grillte. Wir aßen lecker zu Abend.

Eigentlich war der Plan, dass das Kind früh(er) ins Bett sollte, da ich nochmal an den Arbeitsrechner musste. Uneigentlich tat sich ein Problem bei der Switch auf, dass sich nicht so einfach lösen ließ. Erst telefonierte ich, dann schrieb ich WA, dann richtete ich Konten ein und zwischendrin ärgerte ich mich immer wieder über den Kv, der mal wieder mehr Arbeit machte, als hilfreich war. Verdammiche Energiefresser.

Nach über einer Stunde Zeit für diese Aktion, setzte ich mich an den Rechner und machte dann doch noch was, wenn auch nur das Nötigste.

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