Abschottung, Tag 40

Abschottung, Tag 40

(Die 40 klingt schon ziemlich übel. Aber es ist erst der Anfang.)

Arbeit und Schlaf klappen immer noch nicht wirklich. Trotz dass ich so früh im Bett war, konnte ich ewig nicht einschlafen. Das nervt. Entsprechend unausgeruht saß ich heute am Rechner und das Arbeiten war recht zäh. Da half auch der viertelstündige Powernap nicht.

Das Kind war heute recht motiviert. Er flitzte zunächst mit der GL-Klassenarbeit per Roller zu Schule, um ihn ebendort abzugeben. Danach machte er Hausaufgaben, sodass er am Ende des Tages Mathe und Deutsch fertig hat und bie GL weit fortgeschritten ist. Englisch ist nicht ganz so beliebt und wird prokrastiniert.

Mittags aßen wir zu dritt, bevor der RB in den Laden fuhr. Dabei erzählte ich dem Kind, dass die für die Klasse zuständige Schulsozialarbeiterin gemailt hatte mit dem Angebot, dass sich die Kinder an sie wenden könnten. „Brauch ich nicht“, sagte das Kind, „ich habe Ferien.“ Ich hüstelte. „Ja, schulfrei“, korrigierte sich das Kind. Er vermisst nichts. Er vermisst die Schule nicht und seine Mitschülerinnen noch viel weniger. Für ihn ist das HomeSchooling prima. Er kann lernen und tut es in der Regel auch. Er kann den Iro tragen, ohne sich doof zu fühlen oder Angst haben zu müssen, dass ihn irgendwer deswegen hänselt. Er muss sich nicht in einer Gruppe vermeintlicher Peers total falsch und – leider auch – größtenteils intellektuell überlegen fühlen. Klar geraten wir auch aneinander, aber das ist im üblichen Rahmen. Nicht, weil ihm die Decke wegen fehlender Schule und Mitschülerinnen auf den Kopf fällt. Im Gegenteil: Durch den fehlenden Stress, den er aus der Schule mitbringt, ist es hier letztlich deutlich entspannter als sonst. Das ist wohl auch ein Grund, weswegen HomeOffice und HomeSchooling für uns keine übermäßige Belastung darstellt.

Danach war das Arbeiten weiterhin zäh und irgendwie ploppen gerade immer neue Aufgaben auf. Naja, das wird sich alles fangen. Dafür mache ich den Job lang genug, um zu wissen, dass sich das alles wieder fangen wird und ich ich wieder in den Arbeitsmodus gerate. Stress bringt mich nicht weiter.

Ich habe einen Rotzbremsen-Nähbeschluss gefasst, denn in Hessen besteht ab Montag Mundschutz-Pflicht.

Abends musste ich dann unbedingt eine Runde raus. An mehreren Stellen im Viertel trafen sich Menschen. Mehr als 2 Menschen.

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