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Tag: 18. April 2020

Abschottung, Tag 36

Abschottung, Tag 36

Mal wieder zu spät im Bett gewesen und entsprechend spät aufgestanden. Erst nachdem der RB sich schon in den Laden aufmachte. Das wird noch lustig nächste Woche, wenn ich wieder arbeiten muss.

Gerade aufgestanden habe ich einen schnellen Essensplan gemacht, eine Einkaufliste erstellt und dann das Kind genötigt, mich bis zum Markt zu begleiten. Das nahm er wörtlich und drehte um, als wir am Markt angekommen waren. Ich holte nur Sachen beim Metzger und drehte dann weiter meine Runde. Erst zum Spargelstand, wo ich mit einem doch recht ausgeprägten Gewissen kaufte. Ich weiß halt nicht, unter welchen Bedingungen der Spargel gestochen wird. Das muss ich unbedingt noch eruieren. Dann weiter zum türkischen Supermarkt. Anschließend brachte ich die Einkäufe erstmal nach Hause, um mir den nicht mehr ganz so neuen, aber super Hackenporsche zu schnappen und die restlichen Einkäufe zu erledigen. Mich stresst das Einkaufen derzeit durchaus. Zu viele Leute halten keinen Abstand, sind im Egomodus und zeigen null Verständnis dafür, dass andere es cool fänden, wenn sich alle an die eine oder andere Regel halten würden. Kurz darüber nachgedacht, ob ich einfach die Einkaufstage ändern sollte, aber Samstags und Mittwochs ist Markt und darum rankt sich unsere Essens- und Wochenplanung.

Wieder zu Hause telefonierte ich kurz mit dem Kv, das Kind spielte mit einem Kumpel online. Parallel machte ich den Quichteig fertig. Der will ja gekühlt werden, bevor er in den Ofen kommt.

Dann hatte ich ein virtuelles Kaffeedate mit meinen Mädels. Das war wieder schön und gut für uns alle.

Derweil kam der RB nach Hause und räumte alleine passiv-aggressiv die Getränkekisten in die Wohnung. Tjanun, die Klingel war aus und eine Nachricht hatte er auch nicht geschickt. (Hätte vermutlich auch nicht viel genützt, da ich ja beschäftigt war.)

Als ich fertig war mit dem Kaffeeklatsch, machte ich mich an die weitere Essensvorbereitung.

Zwei Worte zum Spargel(salat):

1. Der war wirklich lecker: Spargel (hier knapp 700 g) schälen, in Stücke schneiden und in der Pfanne anbraten; getrocknete Aprikosen (handvoll) klein schneiden und mit Apfelessig, Salz, Prise Zucker und Pfeffer zu einem Dressing verrühren; Tomaten (4) ohne Innereien klein schneiden; Petersilie (6 Stängel) hacken und dann alles vermischen-

2. Das Kind mag keine Spargel. Er mag auch manch andere Sachen nicht. Wenn ich darauf immer Rücksicht nehmen würde, würden wir recht eintönig essen oder ständig zwei Gerichte (oder zumindest Gemüse) zubereiten muss. Also isst er das vom Essen, was ihm schmeckt, bekommt aber keine Extrawurst. (Und wir kochen oft genug höchst kindkompatibel.)

Nach dem Essen skypt das Kind mit dem Kv und zwar so, dass der RB und ich einfach einen Film anmachen. Uncorked ist jetzt keine filmische Höchstleistung, aber durchaus solide Unterhaltung. An manchen Stellen spielt er sehr mit den Klischees und er hat auch ein paar Längen, aber insgesamt keine verschenkte Zeit. (Der RB und ich sind ja immer froh, wenn wir uns schnell überhaupt auf einen Film einigen können.)

Um Mitternacht drehte ich dem Kind dann auch den Internethahn ab. Aber er hat die Zeit mit seinem Vater per Skype sehr genossen.

Der RB und ich unterhielten uns noch eine Weile über die aktuelle Situation. Ich bin immer noch total im Katastrophenmodus, was bei mir heißt, dass ich die Situation nehme, wie sie ist. Ich denke nicht darüber nach, was mir fehlt. So richtig fehlt mir Ausgehen auch nicht. Ich gehe gerne auf Konzerte, aber jetzt geht es halt nicht. Ja, ich finde es schade, dass ich zumindest diesen Sommer Die Fantastischen Vier und Madness nicht sehen werde. Aber da mir diese Maßnahmen rein medizinsch so einleuchten, ärgere ich micht nicht. Was all die erforderlichen Maßnahmen für gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen haben werden (Reihenfolge nicht zufällig), steht auf einem anderen Blatt und das macht mir durchaus Bauchschmerzen. Aber noch obsiegt mein naturwissenschaftliches Ich bei der Betrachtung der Situation. Das ist übrigens auch alles andere als amused über die Lockerungen, die nun schrittweise eingeführt werden sollen. Ich rechne fest mit einem neuen Peak im Laufe der kommenden zwei Wochen.